Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Never ending story...

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Dr. Kai Hoffmann Dr. Maria Weber
20.04.2022
20.04.2022
1
1.884
1
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
 
20.04.2022 1.884
 
Die nächsten Wochen verliefen ruhig. Es gefiel Kai nicht, dass er Maria nur so selten sehen konnte, aber immerhin hielten Sie telefonisch viel Kontakt. Dieses Wochenende jedoch würde er sie überraschen. Eigentlich hätte er Freitag und Samstag Dienst gehabt, allerdings hatte Philipp angeboten mit ihm zu tauschen, sodass er schon Donnerstagabend nach Berlin fahren konnte. Er wusste, dass Maria am Freitagvormittag einen Ultraschalltermin hatte und darum hatte er alles daran gesetzt seinen Dienst umzulegen. Schon beim ersten Termin war er nicht dabei gewesen, diesen wollte er jetzt auf keinen Fall verpassen. Maria war bereits im 5. Monat schwanger und mit etwas Glück konnte man schon das Geschlecht erkennen.
Am Donnerstag konnte er bereits am Nachmittag Feierabend machen und zeitig losfahren. Er kaufte noch einen großen Strauß Blumen und machte sich dann auf den Weg. Maria arbeitete immer bis 19 Uhr und er hoffte sie an der Klinik abholen zu können. Nach langem Stau und einem Umweg aufgrund einer Sperrung, kam er um 18.50 an der Klinik an. Am Empfang bestätigte man ihm, dass Dr. Weber noch im Haus war. Neben dem Eingang nahm er Platz und wartete auf Sie, froh, dass er es pünktlich geschafft hatte. Tatsächlich sah er sie um kurz nach 7 zur Tür kommen und erhob sich. Er hatte sie nur seit 3 Wochen nicht gesehen und sie hatte ihm wirklich gefehlt. Wahrscheinlich machte er sich zu viele Sorgen um sie, aber bei seiner Vergangenheit konnte er es nicht verhindern. Er würde es nicht verkraften erneut ein Kind zu verlieren.
„Was machst du denn hier?“ rief sie überrascht, aber mit einem großen Grinsen im Gesicht.
„Ich kann auch wieder gehen.“ gab er lächelnd zurück, ehe er sie in den Arm nahm und dann kurz küsste. „Ich konnte meinen Dienst tauschen und kann bis Sonntagabend bleiben. Falls du am Wochenende noch Zeit für mich hast.“ Schmunzelnd bestätigte sie dies und nahm dann die Blumen von ihm entgegen. „Die sind ja wunderschön, vielen Dank.“ Arm im Arm verließen sie die Klinik. „Hast du Lust etwas essen zu gehen?“ Maria nickte. „Ich kenne hier um die Ecke auch ein sehr schönes Restaurant.“ Zusammen liefen sie dorthin. „Wie geht es dir…oder besser gesagt euch?“ fragte er fürsorglich nach. Da er sie nun über drei Wochen nicht gesehen hatte, konnte er die körperlichen Veränderungen durchaus sehen. „Uns geht es gut, manchmal kann ich sogar schon leichte Bewegungen spüren.“ Strahlte sie förmlich. Da es unter der Woche war, bekamen sie ohne Probleme einen schönen Tisch am Fenster. „Kommst du morgen dann mit zum Ultraschall?“ es wäre wirklich schön, wenn er es auch sehen konnte. „So war der Plan.“ Gab er zurück, nachdem sie ihr Essen bestellt hatten. Maria legte sanft ihre Hand auf seine. „Ich freue mich wirklich, dass du hier bist.“ „Ich mich auch.“ Mit dem Daumen strich er über ihre Hand. „Noch mehr freue ich mich, wenn du in 3 Wochen endlich ganz zurückkommst.“ Er hatte schon überlegt, ob er dann mit dem Zug herfahren sollte, damit sie gemeinsam mit ihrem Auto nach Hause fahren konnten. Sie war dann immerhin schon fast im 6. Monat und müsste so nicht selbst fahren. „Hast du Lust noch in den Park zu gehen?“ fragte Maria plötzlich. Kai runzelte die Stirn „es ist fast dunkel, was möchtest du denn jetzt noch im Park?“ fragte er etwas verwirrt nach. „Es gibt heute Abend und das ganze Wochenende eine Veranstaltung dort. „Musik im Park.“ Überall liegen Decken aus, der ganze Park ist beleuchtet und es treten unterschiedliche Künstler auf. Ich hatte überlegt hinzugehen, aber mit dir wäre es noch schöner.“ Lächelte sie sanft. Er musste schmunzeln und hielt ihre Hand. Auch wenn er nicht sicher war, ob das unbedingt eine Veranstaltung nach seinem Geschmack war, konnte er ihr nichts abschlagen. Sie sah so glücklich aus und schien gerne dorthin gehen zu wollen. „Ich zahle und dann lotst du uns zu diesem Park.“ Der Kellner kam kurz darauf mit der Rechnung, danach verließen sie das Restaurant. „Brauchst du noch eine Jacke?“ Die Sonne war fast vollständig verschwunden und obwohl es tagsüber warm war, sanken die Temperaturen nach Sonnenuntergang noch stark. Maria schüttelte den Kopf. „Mir ist warm genug.“ Sie machten sich auf den Weg und kamen nach zwanzig Minuten am Park an. Obwohl der Chefarzt zu Beginn etwas skeptisch gewesen war, musste er sagen, dass der Park wirklich toll aussah. Viele gedimmte Lichter verliehen eine schöne Stimmung. Die Musik war nicht zu laut und gab dem Ganzen eine sehr angenehme Atmosphäre. Sie fanden noch eine freie Decke, die mit Kissen ausgelegt war. „Setz dich schonmal, ich hole uns noch etwas zu trinken. Was möchtest du haben?“ „Eine Apfelschorle bitte.“ Antwortete sie und blickte sehnsüchtig zu einer jungen Frau mit Weinglas in der Hand. „Auf meinen geliebten Weißwein werde ich wohl noch eine Weile verzichten müssen.“ Sie legte eine Hand auf ihren Bauch. Sein Blick wurde weich und er küsste ihre Wange. „Ich bin wirklich froh, dass es so gekommen ist.“ Maria nahm auf der Decke Platz und Kai ging hinüber zu einem kleinen Getränkestand. Über das Thema Alkohol musste er wohl oder übel noch mit ihr sprechen. Kai hatte ihr in seinem Brief, unter anderem versprochen, dass er versuchen würde sich mehr zu öffnen und keine Geheimnisse mehr zu haben. Da konnte er ihr seinen kleinen Rückfall wohl kaum verschweigen, sie hatte ein Recht auf die Wahrheit. Nachdenklich nahm er beide Gläser mit zurück und reichte sie ihr, während er sich zu ihr auf die Decke setzte. Er nahm hinter ihr Platz, sodass sie sich gegen seine Brust lehnen konnte. „Alles in Ordnung?“ fragte Maria und hatte anscheinend seinen Stimmungswechsel bemerkt. Kai legte seine Arme um sie und nickte. „Ja, aber es gibt da noch etwas das ich dir sagen muss, schließlich sollten keine Geheimnisse mehr zwischen uns stehen. Bitte lass mich erst aussprechen, bevor du etwas dazu sagst“ Maria drehte etwas ängstlich den Kopf zu ihm. Als er seinen Satz das letzte Mal so begonnen hatte, hatte er ihr seinen Fehltritt mit Ina gebeichtet. Ihr rutschte das Herz in die Hose, was würde jetzt kommen? Kai vergrub sein Gesicht an ihren Haaren. „Nach Adrians Tod haben Ina und ich uns auseinandergelebt. Ich konnte mit ihrer Nähe nicht umgehen und erst recht nicht mit den stillen Vorwürfen.“ Er wollte von vorne beginnen, schließlich wusste sie nichts von seiner Alkoholsucht. „Zuhause erinnerte mich alles an Adrian und auch die Arbeit konnte mich nicht ablenken.“ Er brach ab und musste schlucken. „Es fing damit an, dass ich nach der Arbeit in eine kleine Bar ging, um meine Ruhe zu haben. Aus einem Whiskey wurden mehrere…ich hatte nach einer Weile ein ernstes Alkoholproblem.“ Maria strich sanft über seinen Arm und ließ ihn weitersprechen. „Dem habe ich mich erst nach meinem letzten Auslandseinsatz gestellt und eine Selbsthilfegruppe besucht sowie einen Entzug gemacht. Seitdem war ich trocken und konnte sogar wieder das ein oder andere Glas Wein genießen, ohne rückfällig zu werden.“ Es entstand eine kurze Pause, in der er seine Gedanken sortierte. „Nachdem du gegangen warst, hatte ich wirklich Schwierigkeiten nicht zur Flasche zu greifen und habe auch wieder die Selbsthilfegruppe besucht. Aber an einem Abend konnte ich nicht anders und habe getrunken.“ Gab er dann zu. „Aber ich verspreche dir, dass ich das im Griff habe, es war nur das eine Mal. Seitdem du mir verziehen hast, habe ich nichts mehr angerührt und auch nicht das Verlangen danach.“ Erklärte er ihr dann ehrlich und hoffte, dass sie nicht zu enttäuscht von ihm war. Maria schien noch etwas Zeit zu brauchen, um das Gesagte zu verarbeiten. Wahrscheinlich hatte sie ihn noch nie so viel am Stück sprechen hören. Auch wenn es nicht gut war, dass er zur Flasche gegriffen hatte, gefielt ihr es, dass er sich öffnete. Es hatte keinen aktuellen Grund gegeben, trotzdem hatte er es ihr von sich aus erzählt. Vielleicht konnten sie so wirklich das verloren gegangene Vertrauen wieder aufbauen. „Kann ich etwas tun, oder dich irgendwie unterstützen?“ fragte sie sanft und legte eine Hand auf seine Brust. Die Frage überwältigte Kai und rührte ihm zutiefst. Sie hatte ihm keine Vorwürfe gemacht, war nicht enttäuscht von ihm, sondern machte sich nur Sorgen und wollte ihn unterstützen. Womit hatte er so einen tollen Menschen wie sie verdient? „Das tust du schon dadurch, dass du mir verziehen hast und dass du mich erneut zum Vater machst. Allein deine Anwesenheit hilft mir.“ Er ließ eine Hand zu ihrem Bauch wandern und strich über die kleine Wölbung. „Ich liebe dich.“ Flüsterte er mit Tränen in den Augen in ihr Ohr. Maria drehte ihren Kopf, um ihm in die Augen sehen zu können. Sie nahm sein Gesicht in ihre Hände und wischte ihm mit dem Daumen eine Träne von der Wange. „Und ich liebe dich.“ Um ihre Worte zu unterstreichen, küsste sie ihn sanft. Nachdem er den Kuss liebevoll erwidert hatte, löste er sich leicht von ihr, um sie an seine Brust zu ziehen. Eine Weile genossen sie schweigend die Nähe des anderen und die schöne Atmosphäre. Für Maria hatte das ganze etwas sehr Romantisches und sie hoffte, dass es ihm auch ein bisschen gefiel. Kai lauschte der Musik und wurde erst aus seinen Gedanken gerissen, als er merkte, wie ein Zittern durch Marias Körper fuhr. Er strich über ihre Arme. „Alles in Ordnung, ist dir kalt?“ Die Kardiologin antwortete nicht direkt „Es geht schon.“ Schließlich hatte sie es abgelehnt noch eine weitere Jacke mitzunehmen. Er nahm ihre Hand in seine. „Von wegen es geht schon, deine Hände sind eiskalt. Warum sagst du denn nichts?“ Er öffnete seinen Mantel und zog sie enger an sich ehe er den Mantel so gut es ging über ihr, wieder schloss. „Naja, ich wollte ja schließlich keine weitere Jacke mitnehmen.“ Gab sie etwas kleinlaut zu. „Das stimmt, aber ich würde dich trotzdem nicht frieren lassen. Besser so?“ Maria nickte und strich sanft über seinen Oberschenkel. „Danke, viel besser.“ So blieben sie bis zum späten Abend im Park und genossen die Zweisamkeit. Erst als die Musik aufhörte zu spielen, wandte sich Kai an Maria. „Wollen wir auch langsam zu dir gehen? Du musst schließlich morgen noch arbeiten.“ Sie nickte „Du hast Recht, wir sollten zurückgehen.“ Kai erhob sich und half ihr dann auf die Beine. Er zog seinen Mantel aus und legte ihn ihr um die Schultern. „Du sollst doch nicht frieren, nur weil ich keine weitere Jacke mehr mitnehmen wollte.“ Protestierte Maria und war schon dabei die Jack wieder auszuziehen, als Kai einen Arm um sie legte und sie eng an sich zog. „Besser ich frier als ihr beide.“ Schmunzelte er und musterte sie liebevoll. Sie erwiderte seinen Blick sanft. Er hatte ihr mit seiner Antwort den Wind aus den Segeln genommen. „Danke.“ An diese fürsorgliche Seite musste sie sich erst noch gewöhnen, doch gefiel es ihr sehr. Etwas später waren sie an der Klinik angekommen und fuhren dann mit seinem Auto zu dem Apartment, das man ihr zur Verfügung gestellt hatte. Schnell zogen Sie sich um und langen wenig später bereits im Bett. „Der Abend war wunderschön, danke.“ Lächelte Maria und kuschelte sich in seine Arme. „Da hast du Recht, es war wirklich ein toller Abend.“ Erwiderte er ehrlich und blickte liebevoll auf seine Partnerin, die kurz davor war in seinen Armen einzuschlafen.

Hinterlasst mir doch ein kleines Feedback. Es tut nicht weh und freut mich sehr :)
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast