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2022 04 20: Take me home [by Iralenya]

Kurzbeschreibung
OneshotFamilie, Schmerz/Trost / P12 / Gen
Nr.1 / Luther Hargreeves / Spaceboy Sir Reginald Hargreeves / The Monocle
20.04.2022
20.04.2022
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20.04.2022 497
 
Tag der Veröffentlichung: 20.04.2022
Titel der Geschichte: Take me home
Song:Der Mondvon Deichkind
Autor: Iralenya
Kommentar des Autors: Ursprünglich wollte ich noch einmal eine Freie Arbeit schreiben, aber dann habe ich mir das Lied angehört und das Video angesehen und Luther/Nr. 1 wollte einfach nicht weichen.

Take me home


Wie lange er schon hier oben festsaß konnte Luther nicht sagen. Zeit wurde hier unwichtig und je mehr davon verstrich, desto weniger nahm er davon wahr. Alles wurde zu einer einzigen monotonen Masse, in die keine Abwechslung zu bringen war. Selbst der Weg, den er gerade ging, war so wohlvertraut und hatte sich regelrecht in seine Erinnerung eingebrannt, dass er ihn auch mit verbundenen Augen oder gar blind hätte gehen können. Nicht, dass er es ausprobiert hätte, doch er war davon überzeugt. Mit einem Seufzen ließ sich Luther zurück zu seiner Station schweben und zog sich hinein, schloss die Luke hinter sich. Der Mond hatte sich nicht verändert. Er war immer noch kalt und ohne Leben. Und vor allem war er einsam. Keine andere Seele war hier oben, kein Mensch, kein Wesen, kein Tier. Es war lange her, dass ein Astronaut die graue Oberfläche betreten hatte. Er war hier ganz alleine mit seinen Gedanken und seiner Aufgabe. Früher war das auch in Ordnung gewesen. Sein Vater hatte sich etwas dabei gedacht, ihn hierher zu schicken, hatte ihn einen wichtigen Auftrag anvertraut und bewiesen, dass er ihn besonders vertraute. Immerhin war diese Mission nur ihm zuteil geworden. Seine Geschwister waren zu schwach dafür, sie würden diesen Druck nicht aushalten, diese Leere. Sie würden nicht die gleiche Konzentration an den Tag legen können wie er es tat. Doch … Luther war gerade auf den Weg zu seinem Schreibpult gewesen, um einen erneuten Brief aufzusetzen, als er mittendrin erstarrte. Schwebend verharrte er einen Moment und starrte nach vorne. Er hätte viel wahrnehmen können und sah doch nichts. Die Zweifeln, die ihn in der Nacht überkamen, die er tagsüber ignorieren konnte, wurden wieder lauter, ließen sich nicht mehr beiseiteschieben. Was wenn er sich getäuscht hatte? Was, wenn dies keine besondere Mission war, sondern nur ein effektiver Versuch ihn loszuwerden? Er wollte so nicht denken. Sein Vater liebte ihn, er war die Nummer eins von Sir Reginald Hargreeves. Doch je länger er hier oben war, losgelöst von der Schwerkraft und getrennt von seinen Geschwistern, desto mehr zweifelte Luther, desto lauter wurde die zynische Stimme in seinem Kopf, dass er nichts wert war. Sein Herz schlug langsam und schwerfällig in seiner Brust, seine Kehle fühlte sich wie zugeschnürt an und auch wenn er es nicht wollte, stiegen ihm die Tränen in die Augen. Langsam ließ sich Luther zu Boden gleiten, kauerte sich dort zusammen und presste die Augen zusammen.
»Bitte Vater, hol mich zurück, lass mich heimkehren.« Seine Stimme war erstickt und die Worte verhallten ungehört – denn es gab hier nur ihn alleine – und vermutlich würde er für immer hier alleine bleiben. Alleine auf diesen trostlosen, toten Mond.
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