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Thrilling Destiny - Dark Secrets ( Band 3)

Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Erotik / P18 / Het
20.04.2022
26.09.2022
73
132.725
13
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23.09.2022 1.820
 
Nach einer Nacht, in der Brian für meine Erholung und Ruhe gesorgt hatte, schlenderten wir Arm in Arm am Weihnachtsmorgen über den Hof. Ich genoss den Sonnenschein, vermisste aber auch ein kleines bisschen den Schnee, der für mich zu Weihnachten dazu gehörte, aber auch nur, wenn ich von drinnen den Schneeflocken zusehen konnte, wie sie im Himmel tanzten, ehe sie zu Boden sanken.

Das war nur ein winziger Wermutstropfen, den ich mit Leichtigkeit verkraften konnte.

Arm in Arm sprachen Brian und ich über vergangene Nacht. Zuerst hatten wir das Fotoalbum des Fotoshootings, das Seth für uns angefertigt und per E-Mail hatte zukommen lassen, angesehen. Die Bilder waren der Hammer und so erotisch mit dem dunklen Kontrast der Leinwand und den Samtvorhängen, dass ich allein beim Anblick erregt wurde. Seth hatte gehalten, was er versprochen hatte und ich spielte bereits mit dem Gedanken, wie und wann wir das nächste Shooting machen würden.

Brian war es nicht anders ergangen. Auch ihn hatten die Bilder erregt. Danach hatten wir uns lange gestreichelt, was am Ende zu Kuschelsex geführt hatte. Eine angenehme Abwechslung, da das schreckliche Ereignis noch präsent war und ich keine Fesseln ertragen konnte. Brian zeigte so viel Verständnis, wie ich es ihm am Anfang nicht zugetraut hatte.

Ich blieb stehen, reckte mein Gesicht gen Himmel und beobachtete die vorbeiziehende Wolke. „Dad, ich wünsche dir frohe Weihnachten", flüsterte ich. Den Versuch, meine aufsteigenden Tränen zurückzuhalten, wagte ich nicht. Bei Brian konnte ich weinen, soviel ich wollte. Er war für mich da, hielt mich und auch jetzt signalisierte er mir, dass er meine Gefühle nachvollziehen konnte.

„Frohe Weihnachten, Mister Miller", sagte er leise und ich lehnte meinen Kopf an seine Schulter.

Da war er wieder. Dieser Moment, in dem Brian mir mehr Beistand leistete, als ich jemals geahnt hatte. Obwohl mein Herz vor Schmerz zerriss, wurde es gleichzeitig von seiner Liebe geflickt und nach einigen Minuten der stillen Trauer, wischte ich meine Tränen weg.

„Es geht wieder", gestand ich noch schniefend.

Ein Kuss an meine Stirn folgte, doch Brian blieb stehen. Nun war er es, der meinen Beistand benötigte. „Frohe Weihnachten, Emily." Seine Stimme klang so sanft wie Weichspüler und ich hörte, dass er einen Kloß im Hals hatte.

Auch ich wünschte seiner Tochter ein frohes Weihnachtsfest. „Hab mit meinem Dad Spaß. Er verdient es."

Eng umschlungen standen wir da, ließen die Sonnenstrahlen unser Gesicht erwärmen und trauerten. Das ging so lange, bis wir vom Haupthaus Kindergeschrei hörten.

„Die Bande ist seit sechs Uhr wach", bemerkte Brian amüsiert.

Überrascht sah ich zu ihm hoch. „Woher weißt du das?", fragte ich verwirrt.

„Das ist immer so, außerdem war ich zu der Zeit wach", erklärte Brian.

Ein Lächeln stahl sich auf mein Gesicht und für einen kurzen Moment vergrub ich mein Gesicht an seinem Hals. „Und seitdem hast du mich gestreichelt?"

„Nicht nur dich, sondern auch unser Kind."

Leise an seine wohlriechende Haut lachend, zog ich mich zurück und betrachtete den Mann, der die Liebe meines Lebens war. „Hast du dir Gedanken um mögliche Namen gemacht?", fragte ich neugierig. Ich hegte seit dem Tag, an dem Roy meine Schwangerschaft verkündet hatte, einen Wunsch, den ich allerdings erst vorbrachte, wenn das Kind auf der Welt war.

Brian verneinte. „Noch nicht. Ich bin mir sicher, wir finden einen Namen bei der Geburt. Wichtig ist, dass ihr beide wohlauf seid. Alles andere ist nebensächlich", meinte er entschieden. „Hast du darüber nachgedacht?", fragte er mit hochgezogenen Augenbrauen.

„Ja, das habe ich. Aber ich verrate nichts", antwortete ich geheimnisvoll und strich seine wunderschönen, buschigen Augenbrauen, die ich gerne beleidigte, mit dem Finger nach. „Du hast sie schon lange nicht mehr wackeln lassen", stellte ich nachdenklich fest.

„Ich kann es nicht riskieren, Augenbrauenlos in einem Meeting zu erscheinen", sagte Brian nüchtern, aber mit Schalk in seinen Augen. Prompt ließ er seine Brauen wackeln und ich lachte.

„Da sind ja wieder die Raupen", kicherte ich ausgelassen. „Ich nenne sie Chip und Chap."

Empört blies Brian seine Wangen auf. „Wie die Eichhörnchen?"

Lachend nickte ich und bevor er mich durchkitzeln konnte, löste ich mich von ihm und rannte auf das Haupthaus zu. Selbst dabei achtete Brian darauf, mir genug Vorsprung zu lassen und mich nicht zu hetzen.

Erst an der Tür hielt ich an und wartete auf Brian. Eng umschlang ich seinen Nacken und zog ihn in einen sinnlichen, verführerischen Kuss. „Frohe Weihnachten, Liebling", hauchte ich an seine Lippen und sah ihn von unten her an.

„Frohe Weihnachten, Schatz", erwiderte Brian und mein Herz begann schneller zu schlagen.

Plötzlich wurde die Tür aufgerissen und der innige Moment wurde von kreischenden Kindern, die bei Räuber und Gendarm ihre überschüssige Energie abbauten, unterbrochen.

Abrupt blieben sie stehen, grüßten uns und verschwanden dann mit Indianergeheul auf dem Hof.

„Kinder", meinte Brian kopfschüttelnd, aber amüsiert.

Ich sah, wie warmherzig er Michelles Kindern hinterher sah. „Wie läuft das noch einmal ab? Wir beschenken uns nicht gegenseitig, aber was ist mit den Kindern?", wollte ich wissen.

An typisch amerikanischen Weihnachten gab es die Geschenke am 25. Dezember, doch da das ausfiel, konnte ich mir nicht vorstellen, wie wir den Morgen verbrachten. Am Abend gab es das spezielle Weihnachtsessen.

„Wir frühstücken ausgiebig, genießen die Zeit miteinander, unterhalten uns und die Kinder kommen bald wieder rein. Sie bekommen nichts, sondern den wahren Wert von Weihnachten, den sie mit der Zeit zu schätzen wissen. Michelle sorgt dafür, dass ihre Wünsche außerhalb von Weihnachten zu einer angemessenen Zeit erfüllt werden", erklärte Brian lässig.

Nachdenklich legte ich meinen Kopf schief und ließ seine Worte in mir sacken. Weihnachten ohne Geschenke ... Seltsam, aber doch hatte der Sinn dahinter etwas Wahres. Auch wurden eventuelle Enttäuschungen damit vorgebeugt, wobei ich sicher war, dass die Familie jede Art von Geschenken genoss. Immerhin war der Gedanke dahinter das Wichtigste.

„Und wann verkünden wir unser kleines Geheimnis?", hakte ich nach.

„Beim Frühstück", antwortete Brian spitzbübisch. Er freute sich auf den Moment und konnte es kaum abwarten.

„Was machen wir dann den restlichen Tag bis zum Abend?", fragte ich neugierig.

„Traditionell verbringen wir die Zeit miteinander, spielen Gesellschaftsspiele, gehen mit den Kindern raus, unternehmen Spaziergänge und helfen Mom beim Kochen. Ich liebe Weihnachten, weil wir uns alle sehen", meinte Brian sehnsüchtig und mir wurde klar, dass sich alle Mitglieder nur zu Weihnachten trafen. Ansonsten kamen sie unregelmäßig zu Besuch.

„Bei unserer Hochzeit werden alle da sein", versprach ich feierlich. Liebevoll kraulte ich seinen Nacken und sah ihm tief in die Augen. „Darauf bestehe ich." Natürlich nur, wenn es sich bei allen zeitlich einrichten ließ.

Brian lächelte, als Emil plötzlich heraustrat und uns grüßte. Sein englischer Akzent hatte mich von Anfang an genauso verzückt wie Mikaels und ich hatte Michelles Mann sofort ins Herz geschlossen. Von ihm hatte Magnus seine blonden Haare und die Gesichtszüge geerbt.

Wir ließen ihn durch, damit er die Kinder zum Frühstück holen konnte und gingen endlich hinein. Warme, mit Lebkuchen gefüllte Luft und Weihnachtslieder aus dem Radio erwarteten uns, und wir zogen unsere Schuhe aus. „Herrlich", murmelte ich. Die Stimmung konnte ich nicht anders beschreiben. Vor allem fand ich die weihnachtliche Dekoration, bei der die Kinder beim Aufhängen und Basteln mitgeholfen hatten, passend und nicht zu viel.

Nach der morgendlichen Begrüßung der restlichen Familienmitglieder ließen wir uns am Tisch nieder. Michelle und Kenneth hatten sich bereit erklärt, Victoria beim Auftragen der zahlreichen Platten, zu helfen. Diese hatte Brians Mutter ansehnlich und appetitlich hergerichtet und ich staunte, was sie alles anbot. Neben zahlreichen Wurst-, Schinken- und Käsesorten gab es selbst gemachte Marmeladen und Honig. Sogar Schokoladenaufstrich war dabei. Zudem gab es mehrere Körbe mit verschiedenen Brötchen, die beim Anfassen knusperten.

Mir lief der Speichel im Mund zusammen und ich sabberte im wahrsten Sinne des Wortes. Zum Glück bekam nur Brian meinen Speichel am Kinn zu sehen und er wischte ihn lachend weg.

„Guten Morgen", grüßte Phillip und ließ sich an seinem Stammplatz, wie Brian mir erklärte, nieder. Auch Roy fand einen Platz und schließlich saßen alle am Tisch.

So viele Leute auf einmal kannte ich nur von den Partys meiner Mutter. Nicht wie damals fühlte ich mich unwohl, sondern im Kreis aufgenommen und heimelig. Ein altes Wort, das perfekt passte.

Ryan stand auf und tippte mit dem Messer an sein Glas.

„Ich wünsche euch allen frohe Weihnachten. Genießt die wunderschöne Zeit zusammen und leckeres Essen von Mom." Damit ließ er sich wieder nieder und ich lächelte ihm zu. Seine Ansprache war kurz und bündig gewesen und hatte alles beinhaltet, was gesagt werden musste.

Ehe wir jedoch anfingen, räusperte sich Brian. Sofort waren alle Blicke auf ihn gerichtet, doch er sah mich aufmunternd an. Schließlich nickte er und erhob sich. Ich machte es ihm gleich und verspürte Aufregung in mir aufkeimen. Mein Körper kribbelte und ich wusste nicht, wie ich es vorbringen sollte. Kurz und bündig wie Ryan, oder nicht?

„Wir haben euch auch noch etwas mitzuteilen", begann Brian langsam, wobei er seine Familie reihum ansah. Selbst die Kinder schauten erwartungsvoll. „Wie ihr wisst, ist unsere Hochzeit mittlerweile Anfang März geplant und ihr seid natürlich ausnahmslos alle dazu eingeladen und hoffen, dass ihr die Zeit finden werdet, an unserem speziellen Tag dabei zu sein."

Ich musste zugeben, dass Brians Anfang spitzenmäßig war und ich nickte den anderen lächelnd zu. „Wir würden uns freuen", sagte ich und fasste Mut. „Allerdings gibt es noch etwas anderes, was wir euch mitteilen müssen." Ich fasste nach Brians Hand, holte tief Luft und legte seine Hand auf meinem unter dem Pullover versteckten Bauch. „Wir erwarten Nachwuchs."

Plötzlich wurde es totenstill und die fassungslosen Gesichter brachten Brian dazu, meinen Bauch zu liebkosen und zu nicken. „Jade ist im zweiten Monat."

Noch immer blieb es still und ich glaubte, dass sich keiner freuen würde, doch dann brach ein wahrer Begeisterungssturm über uns aus. Wir wurden von allen Seiten beglückwünscht und Kenneth nahm übermütig meine Hände. Seine französischen Worte verstand ich zwar nicht, doch den Sinn dahinter schon. Er war begeistert und wenn ich ihn richtig einschätzte, klügelte er bereits eine neue Kollektion von Kleidern für eine werdende Mutter aus.

Ich freute mich, dass Brians Familie unsere Nachricht so gut auffasste und sich kaum beruhigen konnte. Auch seine Eltern waren restlos begeistert, erneut Großeltern zu werden.

Erst, nachdem sich jeder einigermaßen beruhigt hatte, konnten wir uns dem ausgiebigen Frühstück widmen.

Mein Herz klopfte bis zum Hals, als Ryan und Victoria erneut aufstanden und extra Gläser besorgten. In diese füllten sie alkoholfreien Punsch, damit auch die Kinder und ich mittrinken konnten. Laut Brian gab es erst abends Alkohol zum Essen.

Wir prosteten uns zu und ich probierte den lauwarmen Punsch, der mit Orangen, Zimt, Anis und einer geheimen Zutat gemacht wurde. Vielleicht bekam ich eines Tages das Rezept, doch jetzt genoss ich mit meiner Familie ein außergewöhnliches Weihnachtsfest, an dem ich mich zum ersten Mal zuhause fühlte.
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