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2022 04 19: Zuckerwattenschicksal [by Iralenya]

Kurzbeschreibung
OneshotLiebesgeschichte / P12 / Het
19.04.2022
19.04.2022
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Dieses Kapitel
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19.04.2022 734
 
Tag der Veröffentlichung: 19.04.2022
Titel der Geschichte: Zuckerwattenschicksal
Song:Zuckerwatte & Liebevon Jeaw
Autor: Iralenya
Kommentar des Autors: Tatsächlich war die Idee sofort da und ein klein wenig von einer sehr guten Freundin inspiriert, die auch die Namensgeberin der Protafreundin ist. Ich habe ihr Einverständnis, das hier zu schreiben, auch wenn die Geschichte völlig fiktiv ist.

Zucker


Watten



Schicksal


Und sie hält Zuckerwatte in der Hand, ich glaub es kaum.

-Jeaw-


»Weißt du noch?« Mit einem glücklichen Lächeln zupfte Tamara etwas von der blauen Zuckerwatte ab und schob es sich in den Mund. Ich konnte nicht anders als ihr dabei zuzusehen und in diesem Anblick zu versinken. Tamara war eine besondere Frau – lebensfroh und warmherzig. Sie konnte sich schnell für Dinge begeistern und war doch stets aufmerksam und konzentriert. Tamara wusste, was sie wollte und hatte doch niemals verlernt zu leben und zu träumen. In ihrem Beruf als Landschaftsgärtnerin blühte sie richtig auf. Doch ich wusste, dass der einzige Ort, an dem sie wirklich glücklich war dieser hier war. Der Jahrmarkt vor den Stadttoren. Und es war auch der Ort, an dem ich glücklich war. Ich war nicht sehr gläubig, doch von einer Sache war ich überzeugt: Es war kein Zufall, dass ich vor sieben Jahren genau hier dieser faszinierenden Frau begegnet war. Damals saß sie auf einer der Bänke in der Nähe der Wildwasserbahn und genoss das warme sonnige Wetter, während sie zufrieden und entspannt ihre Zuckerwatte aß. Ich hatte damals kurz gezögert, nicht sicher, ob ich sie ansprechen sollte oder nicht. Sie hatte etwas so erhabenes an sich gehabt, war in sich ruhend gewesen und hatte sich von den anderen Besuchern abgehoben. Während die meisten Eltern und Kinder hektisch von einer Attraktion zur nächsten liefen und Rentner sinnloses, gehaltsloses Bla-Bla austauschten, hatte sie wie die Muse eines Malers gewirkt.
»Wie könnte ich das vergessen«, antwortete ich ihr und sah von ihr zu der Bank. Es war diese eine Bank gewesen. Die Bank, auf der alles begonnen hatte. Sie hatte sich nicht verändert, war noch immer weiß und schlicht, lud noch immer Besucher zum Verweilen und Ausruhen ein. Ob sich noch mehr Pärchen hier gefunden hatten? Ich hoffte es. Liebe war ein wunderbares Gefühl, so magisch und erhaben. Liebe machte jedes Leben besser, veränderte jeden Menschen zum Guten. Mich hatte sie zum Besseren gewandelt. War ich einst einsam und verloren, ohne einen Plan im Leben und voller Langweile und Resignation, so hatte mich die Begegnung mit Tamara und dieser eine Moment, als ich sie angesprochen und mich schließlich neben sie gesetzt hatte, geheilt und mir gleichzeitig die Augen geöffnet. Ich drehte mich zu Tamara um, sah ihr tief in die Augen, ehe ich mit einem Lächeln loslief und sie mir lachend folgte. Wir ließen uns auf unserer Bank nieder, Tamara lehnte ihren Kopf an meinen.
»Wie könnte ich diesen einen Tag vergessen«, durchbrach ich die Stille, die zwar nicht wirklich still, aber doch besonders still war. Mit einem sanften Lächeln zupfte ich etwas von meiner Zuckerwatte ab und schob sie mir in den Mund. Dabei glitt mein Blick über das Areal, über die vielen glücklichen Menschen, die hier Ausgelassenheit erleben konnten. Freude war hier mehr als nur ein Wort, mehr als nur die Beschreibung eines Zustandes, das an der Realität zu zerbrechen drohte. Trotz mancher Hektik konnte man hier die Ruhe spüren, das Leben schmecken und sich erholen. Hier waren Kinder noch wirklich Kinder und Social Media wich dem wahren Leben, das man an jeder Ecke fühlen und schmecken konnte. Niemals wollte ich diesen Ort missen müssen. Mein Blick fiel wieder auf Tamara, die entspannt die Augen geschlossen hatte.
»Ich hoffe so sehr, dass dieser Ort alles überdauern wird und unsere Kinder und Enkelkinder die Magie, die hier innewohnt, noch erleben werden«, flüsterte Tamara und legte sich eine Hand auf den Bauch. Mein Lächeln wurde noch sanfter und ich legte ihr ebenfalls eine Hand auf den gewölbten Bauch.
»Da bin ich mir sicher, mein Herz. Dass sich unsere Wege hier gekreuzt hatten, war Schicksal und die Magie dieses Ortes wird immer in uns und unseren Kindern und deren Kindern leben.« Vielleicht war ich mit meinen vierundzwanzig Jahren noch zu jung, um das Leben wirklich und wahrhaftig zu verstehen, vielleicht hatte ich noch nicht so viel erlebt, doch ich war davon überzeugt, dass dieser Ort, dieser Jahrmarkt für immer untrennbar mit uns und unserer Familie verbunden sein würde.
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