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Pfauenblut

von Helia
Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Romance / P16 / Het
Antonin Dolohow Barty Crouch Jr. Fenrir Greyback Hermine Granger Lucius Malfoy Narzissa Malfoy
17.04.2022
03.07.2022
15
52.244
35
Alle Kapitel
118 Reviews
Dieses Kapitel
10 Reviews
 
 
17.04.2022 967
 

Hallo und ein wunderschönes Osterfest an alle, die es feiern (möchten)
Für alle anderen einen wunderschönen Sonntag!

Nachdem doch einige recht positiv oder zumindest milde neugierig auf die Leseprobe reagiert haben, fühle ich mich einigermaßen gestärkt, diese Geschichte nun mit euch zu teilen.
Ich hoffe, dass der „Prolog“ oder eher die kleine Vorgeschichte euch nicht abschreckt, sondern die Neugier vielleicht vertieft.

WIEDER begehe ich hier ein neues Genre und widme mich (zumindest versuche ich es!) der Krimiwelt. :-) Hier trefft ihr altbekannte, ein klein wenig modifizierte Charaktere, die ihr von mir bereits kennt.

Mein Herzblut für euch,
Helia




Pfauenblut


So nimmt das Unheil seinen Lauf...


Narcissa verrieb die fruchtig riechende Creme in ihren Händen.
Mit Bedacht verteilte sie die feuchtigkeitsspendende Masse in ihrem Gesicht, rieb vorsichtig über die zarte Haut und betrachtete sich anschließend im Spiegel ihr gegenüber.
Voller Missgunst nahm sie wahr, dass ihre einst jugendliche Schönheit mit jedem Tag mehr verblasste.
Trotz ihres für Magierkreisen jungen Alters, sicherlich hatte sie noch etliche Dutzende an Jahren vor sich liegen, wich ihr süßes Antlitz dem einer im Leben stehenden Frau.

Ihre Kurven zogen noch immer Männer an, doch mittlerweile drehten sich ihre Köpfe in die Richtung der hübscheren und vor allem jüngeren Geschöpfen mit dem verspielten Lächeln und der Lockung nach Zerstreuung.

Erkennbar an ihrer eigenen Schwiegertochter oder gar deren einen Hauch weniger reizvollen Schwester.
Wunderschön, blond, jung, lange Beine und schlanke Körper und vor allem faltenfreie Gesichter.

Manchmal hasste Narcissa die kleine Astoria, die Draco so sehr um den Finger gewickelt hatte mit ihrer großzügigen Optik. Ein guter Fang, ja. Reinblütig, voller Anmut und Schönheit und vor allem eins – naiv.

Ein kleines, naives Dummchen, die keinen Kummer kannte.
Im Krieg wurde sie brav von ihrem Daddy herausgehalten, geschont vor dem Bösen, während man Narcissa jahrelanges Bangen zumutete.
Kein Wunder also, dass sich Fältchen um ihre Augen und auf ihrer Stirn bildeten. Makelhaft.

Unfairerweise wurde ihr Mann, der an seinem Schreibtisch saß und sich den Gedanken seiner vergrämten Frau nicht einmal bewusst war, immer attraktiver, je mehr Jahre ins Land zogen.

Die Zeichen der Zeit machten ihn interessanter, gaben ihm Ecken und Kanten.
Sein Gesicht, seine Narben, ja, die Makel gaben den Anschein nach faszinierenden Geschichten und weckten den Wunsch, diesen hinreißenden Mann mit Trost und Zuneigung zu überschütten.
Er strahlte dieses Versprechen nach rohem Sex aus und dazu diese anziehende Reife.

Jenes bemerkten vor allem die Hexen der jüngeren Generation, aber auch ihre eigenen Freundinnen.
Das Antlitz und der Körperbau ihres Mannes ließen beide Altersstufen gleichermaßen sehnsüchtig seufzen, wobei Narcissas Kreis der Bewunderer enger und älter wurde.

Die Schlinge zog sich zu. Ihr Zeitfenster schloss sich.

Die Bürste, nach der sie routinemäßig griff, knirschte unter ihrem festen Griff. Der goldene Griff so fragil wie ihr eigens Ego.
Sie bürstete ihr nach wie vor langes Haar heftiger, denn der ehemalige goldene Glanz stellte sich nicht mehr durch Bürstenstriche ein, sodass sie magisch nachhelfen musste.

Es ärgerte sie.

Alles musste sie nun magisch erzwingen. Jeder Morgen zog sich länger mit ihren Ritualen, um dem Wahn nach Schönheit gerecht zu werden.

Früher hatte sie nur aufstehen müssen und war perfekt.
Und nun? Wie lange stand sie dort, besserte sich magisch auf und hatte noch etwas an sich auszusetzen?

„Muss das sein?“, fragte sie barsch und warf die Bürste von sich, denn abermals wirkte ihr Haar glanzlos und matt. Es wurde nur strähnig durch die Bürstenstriche.  
Sie warf ihrem Gatten einen harschen Blick zu, doch er beachtete sie nicht.
Dort saß er, wie immer kerzengerade und ließ seine Feder über Pergament kratzen.
„Ja.“ Lucius schrieb unbeirrt weiter, sah nicht mal hoch zu ihr, seiner Gattin, die er einst verehrte!

Sah er sie überhaupt noch manchmal an?

Sicher frönte er die Gunst der jüngeren Damen, kam manchmal gar nicht zu Bett des Nachts. Wer mochte seine Gespielin sein?  
Würde sie auf dem Possenfest erscheinen, welches Lucius stattfinden ließ? Ihre Mutter hatte sie vor all den Jahren gewarnt, dass Männer wie Lucius nie für nur eine Frau reserviert sein würden.
Er durfte in allen Teichen fischen, wie es ihm beliebte, während sie brav und sittsam zu Hause die Hände in den Schoß falten und sich zur Ruhe besinnen sollte.

„Ist die Zeit günstig, um so viele Menschen im Haus umherwandeln zu lassen?“, schnappte sie angefressen von der Vehemenz ihres Gattens.
Wieso konnte er nicht sehen, dass der Zeitpunkt falsch gewählt war?
Der Krieg lag doch nur ein paar Jahre zurück, das Geschäft lief gerade erst wieder an und das war Dracos Verdienst.

„Ja.“

„Du glaubst also, diese Party wäre eine gute Idee?“

„Ohja. Eine meiner Besseren würde ich meinen.“

Narcissa atmete tief durch. Oh, dieser sture Esel von einem Mann! Wie konnte er nur?
Früher hatte er sich von ihr lenken lassen und nun so etwas.

Ein Ärgernis.

Und dann noch die feinen, glatten Hände, mit denen er schrieb! Mädchenhände!
Narcissa nagte auf ihrer Unterlippe. Es gab Männer, die besaßen rauere Haut.

„Cissy, nach all den Jahren verblühst du noch immer nicht.“ Er strich mit seinen rauen Fingerkuppen über ihre Lippen, die bereits zu beben begannen. Sein Lächeln wurde breiter und seine dunklen Augen funkelten spitzbübisch.

„So. Ich bin damit fertig. Gleich morgen früh können sie mit der Eulenpost losgeschickt werden“, informierte Lucius sie und verschloss den letzten Umschlag.
Narcissa zuckte ertappt von dem leisen Geräusch zusammen und lehnte sich in dem hohen Stuhl zurück, um sich im Spiegel zu betrachten.

„Gehen wir noch mal die Gästeliste durch? Ich hätte da vielleicht noch Ergänzungen“, schob sie ein und dachte unentwegt an raue Hände und dunkle Augen.




Im nächsten Kapitel beginnen dann die Vorbereitungen für das magische Fest und unser Trio tritt das erste Mal in geballter Kraft in Erscheinung.
Wie ist es, hat der kleine Vorgeschmack euch ein klein wenig Lust auf mehr gemacht? Welche Charaktere erwartet ihr hier? ;-)
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