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Nach zehn Jahren

von Tasha88
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Freundschaft / P12 / Gen
15.04.2022
18.04.2022
3
5.307
4
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
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15.04.2022 1.620
 
Als kleines Ostergeschenk dachte ich, lade ich eine Geschichte hoch, die etwas schöner als "Ungeheuer" ist.
Ich hoffe, sie gefällt euch.
Insgesamt hat sie drei Kapitel - Viel Spaß damit und euch allen schöne Ostern ^^
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Mario fährt sich mit der Hand durch die Haare, die sich noch ein wenig feucht anfühlen. Heute ist Gregor umgezogen, von ihrem gemeinsamen Zimmer im Studentenwohnheim in diese gemeinsame Wohnung mit Conny, vor der Mario gerade steht. Er und einige andere waren den ganzen Tag damit beschäftigt, Kisten zu schleppen, Möbel aufzubauen und was zu einem Umzug eben dazu gehört. Er selbst ist dann nochmal zurück ins Wohnheim um sich dort zu duschen und umzuziehen. Da sein bester Freund und dessen Freundin direkt heute Abend ein kleines Helferfest geben, ist er nun wieder hier. Kaum dass er geklingelt hat, öffnet sich die Türe für ihn.
“Hey Käpt´n”, begrüßt Charlie ihn.
“Hey”, erwiderte er die Begrüßung und geht gemeinsam mit dem Zwilling ins Wohnzimmer, wo sich bereits einige Personen aufhalten.
“Mario”, wird er von Viktor begrüßt, mit dem er vorher einige Möbel zusammen aufgebaut hat. Auch Connys Bruder hat sich in der Zwischenzeit geduscht und umgezogen.
“Viktor, du warst schnell”, sagt Mario, als er zu ihm tritt.
Der Ältere zuckt mit seinen Schultern. “Der Vorteil eines eigenen Autos und einer eigenen Wohnung, ich bin von niemanden abhängig. Außerdem bin ich vorher vor dir nach Hause gegangen, vermutlich bist du noch eine Weile hier hängen geblieben.”
Mario grinst und nickt. “Damit hast du wohl recht.” Sein Blick gleitet suchend über die Anwesenden. “Wo sind denn die Bewohner dieser Wohnung? Ich sollte Bescheid geben, dass ich wieder da bin.”
Der Gefragte deutet über seine Schulter. “Conny ist zumindest in der Küche, vielleicht ist Gregor auch dort, das kann ich dir leider nicht genau sagen.”
“Dann schaue ich da kurz rein, vielen Dank.” Mario nickt seinem Gegenüber zu, ehe er an ihm vorbei in Richtung der Küche läuft.
Die Wohnung, in der Gregor nun wohnen wird, ist relativ groß, was das Paar sich nur leisten kann, weil sie Uesugis gehört und bis vor kurzem noch vermietet war. Kaum dass die Mieter ausgezogen sind, hat Herr Uesugi die Wohnung seiner Tochter und deren Freund angeboten, die dankbar zugesagt haben. Mario seufzt. Das wiederum bedeutet, dass er einen neuen Mitbewohner bekommen würde, mal sehen, mit Gregor war es schon sehr toll. Er klopft an die Küchentüre und tritt gleich darauf an. Er erkennt Conny, die sich mit einer jungen Frau unterhält, die mit dem Rücken zu ihm steht. Doch die langen braunen Haare, die diese in diesem Augenblick zusammen nimmt und mit einem Haargummi zu einem Zopf zusammenbindet, macht ihm eigentlich sofort klar, um wenn es sich dabei handelt.

~ ~


“Was will Gregor jetzt zum Essen bestellen, hat er sich inzwischen entschieden?” Elsa folgt Conny in die Küche, die ihr gerade die Wohnung gezeigt hatte. Sie hatte sie zwar die Tage schon gesehen, doch möbliert und eingerichtet noch nicht. Heute, wo all das stattgefunden hat, konnte sie leider nicht, da sie ein Vorbereitungsseminar für die Universität hatte.
“Er hat sich für Pizza entschieden. Ich glaube, er hatte einfach Lust darauf und es daher so entschieden.”
Conny stellt zwei Tabletts nebeneinander auf die Arbeitsfläche und beginnt diese mit leeren Gläsern zu füllen.
Ihre Freundin nimmt in der Zeit ihre Haare zusammen, um sich einen hohen Zopf zu binden. Gerade als sie das macht, klopft es an der Küchentüre.
“Hallo Mario”, sagt Conny lächelnd, als sie den Ankömmling begrüßt.
Elsas Augen weiten sich einen Moment, dann lässt sie ihre Hände sinken und dreht sich zu dem jungen Mann um. Ein strahlendes Lächeln erscheint auf ihren Zügen, als sie ihm in die Augen sieht.
“Mario!”, gibt sie begeistert von sich und tritt zu ihm, um ihn kurzerhand in den Arm zu nehmen. “Wow, das ist jetzt echt schon lange her, dass wir uns gesehen haben.” Freudestrahlend sieht sie ihn an und ihr schießt durch den Kopf, wie gut er aussieht. Er ist groß geworden, wirkt sehr trainiert und das wird er ziemlich wahrscheinlich auch sein. Seine schwarzen Haare trägt er immer noch kurz und sie unterdrückt den Wunsch, ihm mit der Hand hindurch zu fahren. Seine Gesichtszüge sind kantig geworden, doch seine Augen sind genauso, wie sie sie in ihrer Erinnerung hat. Ein dunkles Braun, das sie schon immer sehr gemocht hat. Sie erkennt, dass er sie einen Moment mit geweiteten Augen ansieht, diese Begrüßung hat er vermutlich nicht erwartet, doch dann lächelt auch er und seine Augen beginnen zu leuchten.
“Hallo Elsa”, sagt Mario und streicht mit einer Hand, die noch auf ihrem Rücken liegt, sanft darüber, ehe er sie zurückzieht. “Mit dir habe ich gar nicht gerechnet.”
Ihre Wangen bekommen einen hübschen Rotschimmer.
“Ach, so richtig geholfen habe ich ja gar nicht, daher bin ich auch erstaunt, dass ich zum Helferfest kommen darf.”
“Ach Elsa, du hast mir die Tage so viel geholfen, daheim Kisten packen, du warst mit mir einkaufen, natürlich bist du ein Helfer und daher hier genauso willkommen wie auch alle anderen.” Conny zwinkert der Schwester ihres Freundes zu, ehe sie mit dem ersten Tablett voller Gläsern die Küche verlässt.
Diese lacht wieder, ehe sie erneut Mario ansieht. “Du siehst, ich habe wohl das Recht, hier zu sein.”
Er blinzelt einen Moment, ehe er schmunzelt. “So habe ich das zwar nicht gemeint, aber ich freue mich, dich zu sehen, es ist wirklich schon lange her.”
“Was bedeutet, dass wir uns nachher noch ein wenig miteinander unterhalten sollten.” Elsa deutet augenzwinkernd auf ihn, ehe sie das zweite Tablett mit Gläsern nimmt und dieses ebenfalls rausträgt.
“Gerne”, erwidert Mario und sieht ihr hinterher, als sie an ihm vorbeigeht. Gregors Schwester, mehr ist sie in den letzten Jahren nicht gewesen. Als die Grundschule für sie beide endete, sind sie auf zwei unterschiedliche Mittelschulen gekommen und hatten dann keinen Kontakt mehr. Ein wenig noch, ab und an, wenn er Gregor besucht hatte, wenn Gregor Geburtstag gefeiert hatte oder ähnliches. Dafür, dass sie das erste Mädchen ist, in das er verliebt gewesen ist, ist das irgendwie schon ein wenig traurig. Und dann ist sie zum studieren woanders hin gezogen und so hatte er sie die letzten dreieinhalb Jahre eigentlich gar nicht mehr gesehen, da sie meist auch zu Gregors Geburtstagsfeiern nicht hatte da sein können. Es ist wirklich schön, sie zu sehen. Und er würde lügen, wenn er sagen würde, dass er sie nicht mehr hübsch findet, ganz im Gegenteil. Und mit einem Lächeln auf den Lippen folgt er ihr ebenfalls hinaus ins Getümmel.

~ ~


Es sind bereits drei Stunden vergangen, seitdem Mario hier auf Gregors Geburtstagsfeier ist. Gregor und Conny hatten doch einige Helfer, schon alleine die restlichen elf Kickers, die alle da sind. Gerade steht er mit Christoph und Benjamin auf dem Balkon von Connys und Gregors Wohnung und sie unterhalten sich angeregt, als die Türe hinter ihnen aufgeht und eine weitere Person zu ihnen tritt.
“Ah, da bist du.”
Als Mario Elsas Stimme vernimmt, dreht er sich sofort zu ihr um und sieht sie an.
Die junge Frau lächelt und sieht zu Christoph und Benjamin.
“Wenn du nachher mal Zeit hast, können wir vielleicht auch ein bisschen reden”, erklärt sie und dreht sich wieder zur Türe herum, um wieder hinein zu gehen.
“Elsa, du kannst gerne hier bleiben”, richtet Benjamin an sie.
“Ja, wir wollten gerade sowieso reingehen.” Christoph nickt zu den Worten des neben ihm Stehenden.
“Ich wollte euer Gespräch wirklich nicht unterbrechen”, wendet Elsa ein.
Die beiden jungen Männer winken ab.
“Alles gut, wir bekommen unseren Käpt´n noch oft genug zu Gesicht.” Christoph zwinkert ihr zu.
“Ganz genau. Also könnt ihr euch unterhalten.” Benjamin klopft Mario auf die Schulter, dann folgt er Christoph, der bereits an Elsa vorbei gelaufen ist und die Türe aufhält.
Gleich darauf stehen Elsa und Mario alleine auf dem Balkon und sehen den beiden hinterher. Schließlich sieht Elsa Mario an.
“Es tut mir wirklich leid, ich wollte euch nicht unterbrechen. Ich dachte nur, ich melde mal an, dass ich mit dir sprechen will, sonst wird das heute nichts mehr, was ich sehr schade finden würde.”
Mario schmunzelt. “Alles gut, ich bin ja froh, wenn du mich aufsuchst.”
Er dreht sich herum und lehnt sich mit den Armen auf das Geländer der Brüstung. Als er eine Bewegung neben sich bemerkt, sieht er zur Seite und erkennt, dass Elsa sich direkt dort ebenfalls anlehnt.
“Also, wie geht es dir?”, fragt sie und lächelt zu ihm auf, immerhin ist er fast einen Kopf größer als sie.
Auch Mario lächelt.
“Mir geht es gut, ich kann wirklich nicht klagen. Das Studium läuft, mit den Kickers ebenfalls. Und bei dir?”
Elsa erwidert seinen Blick , dann sieht sie nach vorne.
“Wie bei dir. Ich habe den Bachelor geschafft, es hat alles geklappt. Und mit dem Semester jetzt beginne ich hier an der Uni meinen Master.”
Seine Augen weiten sich. “Du studierst jetzt hier? Also du bleibst?”
“Ja, das werde ich. Auf er einen Seite bin ich schon ein wenig traurig, immerhin habe ich dreieinhalb Jahre dort studiert und gelebt, habe meinen Freundeskreis dort und das alles lasse ich jetzt hinter mir. Aber ich bin auch froh, wieder hier zu sein. Es ist trotz allem meine Heimat. Meine Familie ist hier und ich habe ja auch hier noch Freunde.” Ihr Blick richtet sich für einen kurzen Augenblick auf ihn, ehe sie wieder nach vorne sieht. Aber es reicht aus, dass Mario sich fragt, ob sie mit Freunden hier vielleicht auch ihn meint. Es wäre schön …
“Schlussendlich, machst du sicherlich nichts damit falsch, wieder hier zu sein”, sagt er und lächelt, ehe er ihrem Blick nach vorne folgt und seinen eigenen auf den Park richtet, der dort liegt. Gregor und Conny hatten wirklich Glück mit dieser Wohnung.
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