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Schwanger und jetzt?!

Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
Alexandra Rietz Gerrit Grass Michael Naseband Robert Ritter
14.04.2022
16.09.2022
16
18.291
6
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Dieses Kapitel
1 Review
 
17.04.2022 1.435
 
Euch allen einen schönen Ostersonntag!

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(Zurück in der Gegenwart)

Mir wurde übel. Ich stand von meinen Platz auf, rannte gerade zu dieser Zeit aus den Büro, als Michael mit vollen Händen aus der Cafeteria kam. "Alex?" Fragte er besorgt. Doch ich konnte nicht antworten. Ich flitzte auf die Damentoilette und übergab mich zum zweiten Mal an diesen Tag.
Scheiße verdammt. Das kann doch nicht wahr sein. Ich drückte die Spülung und richtete mich auf. Ich griff mir an die Stirn und spürte die Wärme. Als ich die Toilette verließ, wusch ich meine Hände und warf einen Blick in den Spiegel. Ich sah noch schlimmer aus, als wie vor ein paar Stunden. Ich brauchte dringend Gewissheit. Nachdem ich mich halbwegs beruhigt hatte, verließ ich die Damentoilette und kehrte zurück ins Büro. Dort erwartete mich bereits Michael. Sein Blick verriet mir, dass er sich Sorgen machte.

"Alex?" Sprach er mich an und näherte sich mir. "Verdammt, was ist los mit dir? Ich mach mir Sorgen."
Ich umarmte meinen Kollegen, welchen ich länger als Gerrit kannte und hielt ihn für einen kurzen Moment fest. Ich wollte so gerne mit ihn darüber reden, aber ich konnte nicht. Ich braucht erst einmal Antworten.
"Mach nach Hause. Ruh dich aus. Du siehst überhaupt nicht gut aus."
"Michael...Du bist hier dann alleine.." Alleine lassen wollte ich ihn nicht, aber sollte ich tun? Mir ging es wirklich nicht gerade gut.
"Kollegin, dass kriege ich hin." Er drückte mir einen Kuss auf die Stirn, ließ mich dann los und trat zurück. Ich lächelte kurz und packte mein ganzes Zeug zusammen. Für das was er für mich unten in der Cafeteria ausgegeben hatte, zahlte ich ihn zurück. Die Brezel nahm ich in die Hand und biss kurz hinein. "Ich danke dir."
"Alex, ich tue alles für dich, dass weißt du." Aufmunternd sah er mich an und nickte. Ich lächelte und verließ dann mit Sack und Pack das Büro.

...

Im Auto musste ich erst einmal durchatmen. Mir wurde ganz bleich. Ich kann doch nicht schwanger sein. Das ging einfach nicht. Im Moment lag doch mein Fokus auf die Arbeit. Ein Kind. Das geht nicht. Der Tag an dem ich bei Gerrit war, lässt aber darauf hindeuten, dass sich bei mir im Bauch eventuell etwas kleines entwickelt. Ein Leben.

Ich fuhr mir durchs Haar und schmiss dann den Motor an. Ich fuhr nicht sofort nach Hause in meine Wohnung. Mein Weg brachte mich zu meiner Frauenärztin. In der Anmeldung sagte ich meinen Namen und erklärte einer Schwester, dass es wichtig sei. Bei meiner Frauenärztin war ich schon über 10 Jahre gewesen. Obwohl ich nicht immer jeden Termin annehmen konnte, hatte ich das Gefühl, sie würde mich mögen.

Ich brauchte nicht lange im Wartezimmer warten. Eine Schwester rief meinen Namen und ich stand sofort auf, machte mich in das von der Schwester gezeigte Zimmer und ließ mich auf einen Stuhl nieder. Noch nie im Leben, war ich so nervös gewesen. Okay, vielleicht doch ein oder zweimal.

5 Minuten wartete ich auf Frau Berger, meine Frauenärztin. Als sie den Raum betrat, stand ich auf und begrüßte sie, mit einem nervösen, kurzen Lächeln.
Sie reichte mir die Hand, ich ergriff sie. Wie weich, sie sich anfühlte. Frau Berger stand mir in ihrer weißen Hose, ihren weißen Schuhen und ihrem weißen Shirt, gegenüber. Sie war paar Jahre älter als ich. Ich schätze sie auf Mitte 40. Super sympathisch und mit ihrem zurückgebundenen Zopf, sah sie ansehend aus. Ich mochte sie.

"Frau Rietz, ich sehe die Nervosität in ihren Augen. Bitte setzen sie sich doch wieder und erklären sie mir alles." Ihre Stimme klang freundlich und doch besorgt. Sie nahm auf ihren Stuhl Platz. Vor ihr ihr PC und eine kleine Kaktuspflanze.
Ich nahm nun auch Platz. Meine Hände ruhten auf meinen Knien. Seufzend sah ich kurz zu Boden, als ich dann meinen Kopf wieder hob und die Ärztin ansah.
"Frau Rietz, was ist los.?"
"Ich.." Meine Stimme war kaum hörbar. Ich verdrückte mir jegliche Träne. "Ich...Ich habe das Gefühl, dass ich schwanger sein könnte."
"Frau Rietz, wie kommen sie darauf?"
"Vor einigen Wochen, hatte ich mit jemanden....Sie wissen schon..."
"Wurden Sie gezwungen?" Fragte sie mich mit aufgerissenen Augen.
"Nein...nein. Ich weiß nicht, was ich tun soll..In meinem Bauch geht es drunter und drüber.."
"Frau Rietz, eine Schwangerschaft ist doch was schönes." Frau Berger sprach aufmunternd mit mir.
"Nicht, wenn du nicht einmal einen Freund hast, sondern mit deinem Kollegen, welcher zu deinen besten Freunden gehört, in der Kiste landest.."
"Oh." War die einzige Reaktion von ihr. "Frau Rietz, ich bin sofort wieder bei Ihnen. Würden Sie sich im Nebenzimmer, auf die Liege legen?"
Ich nickte und stand auf. Frau Berger verlässt das Zimmer, warum weiß ich nicht. Ich gehe ins Nebenzimmer. Dort stand die erwähnte Liege. Ich zog mir die Strickjacke aus und setzte mich erst einmal drauf. Mir gegenüber stand das Ultraschall Gerät. Ich starre es an und seufzte. Wenn dort irgendwas abgebildet sein sollte, dann habe ich Gewissheit.

Meinen Blick hob ich, als Frau Berger wieder den Raum betreten hatte. Sie hatte einige Papiere in den Händen. Waren es Papiere, welche irgendetwas mit mir zu tun hatten?

"Frau Rietz, dann legen Sie sich mal bitte hin und machen Sie ihren Bauch frei."
Ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, zog erst meine Lederjacke aus und legte mich auf die Liege. Mein Shirt zog ich hoch, dass mein Bauch frei war.

Frau Berger startete das Ultraschall Gerät und nahm sich diesen Ultraschall Knopf. Von einer Nebenablage schnappte sie sich noch Gel und machte einen kleinen Klecks auf meinen Bauch. Ich bekam Gänsehaut. Das war ziemlich kühl gewesen.

Mein Blick fiel auf den Monitor des Gerätes. In jeden einzelnen Moment stieg meine Nervosität. Mit den Knopf tastete Frau Berger meinen Bauch ab und stoppte an einer Stelle. Ich bemerkte, wie ihre Augen groß wurden. Scheiße. Verdammt. Bitte nicht. Ich starrte von Frau Berger zurück in den Monitor. Da war dieser kleine Punkt zu sehen.

"Frau Berger?" Flüsterte ich mit zittriger Stimme. Frau Bergers Augen trafen meine.
"Frau Rietz..." Sie lächelte. "Ich weiß nicht, ob das jetzt eine gute Nachricht für Sie ist, aber...aber in ihrem Bauch wächst etwas wunderbares heran. Sie sind schwanger."
Was wunderbares. Natürlich sind Kinder wunderbar. Ohne Frage. Trotzdem brauchte kurz einen Moment, um das zu verdauen.

"Und..und ähm welche Woche?" Ich fand meine Stimme wieder und setzte mich auf. Von Frau Berger bekam ich ein Tuch. Damit wischte ich mir das Gel von einem Bauch. Ich kleidete mich wieder an und sah sie an.
Frau Berger reichte mit die ersten Ultraschallbilder und lächelte. "Frau Rietz, sie sind noch ganz am Anfang. Sie kommen bald in die 5te Schwangerschaftswoche."
"5te Schwangerschaftswoche? Das passt." Sagte ich leise vor mich hin. Gerrit war also tatsächlich der Vater. Ich sah mir das Ultraschallbild an. "So klein." Mir huschte ein kleines Lächeln ins Gesicht.
"Ja, Frau Rietz. Das ihr kleines Wunder." Frau Berger gab mir noch ein Tuch, als sie merkte, wie mir einige Tränen kamen. "Ich merke, dass Sie nun anders mit dem Thema umgehen."
Ich nickte. "Ja, es ist im ersten Moment ein Schock, aber ich freue mich. Da wächst ein Leben in mir heran." Ich strich mit meiner Hand über meinen Bauch und lächelte. "Du kleines Krümmelchen." Ich sah wieder auf. "Das war dann wohl auch der Grund, warum ich meine Periode nicht bekommen habe. Ich habe mir nie groß Gedanken gemacht, weil es total normal war. Ich bekam sie immer unterschiedlich." Ich war froh, dass wir nicht über Verhütung sprachen.
"Frau Rietz, jetzt haben Sie Gewissheit und einen driften Grund, warum und weshalb Ihre Periode ausgefallen ist."
"Ein schöner Grund." Ich gab einen Kuss auf das Bild und strich darüber. "Jetzt muss ich es nur noch Gerrit sagen. Irgendwie. Aber nicht heute oder morgen. Vielleicht in einer Woche oder so."
"Warten Sie aber nicht allzu lang. Denn irgendwann, sieht man ein kleines Bäuchlein." Gab Frau Berger mir den Rat. Wenn das so einfach wäre.              

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