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2022 04 13: Birthday Party [by - Leela -]

Kurzbeschreibung
OneshotFamilie, Freundschaft / P12 / Gen
Der dritte Doctor (Third) Der erste Doctor (One) Der fünfte Doctor (Five) Der vierte Doctor (Four) Der zweite Doctor (Two)
13.04.2022
13.04.2022
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Tag der Veröffentlichung: 13.04.2022
Titel der Geschichte: »Birthday Party«
Song: »Herz über Kopf« von JORIS
Autor: - Leela -
Kommentar des Autors: In dieser Geschichte habe ich mich tatsächlich einmal weniger an dem Songtext, als mehr an dem Video orientiert. Zuerst stellte mich der Tag vor ein Rätsel, denn das Datum habe ich mir gezogen, weil heute mein geliebter 5. Doctor (Peter Davison) Geburtstag hat. Ich hatte aber keine vernünftige Idee, wie ich das Lied für das Geburtstagstribute umsetzen kann. Als ich mir das Video dazu angesehen habe, da hatte ich aber den richtigen Impuls. Und ich hoffe, die Umsetzung ist so okay. Viel Spaß bei:



Birthday Party

Die TARDIS. Ein magischer Ort. Und manchmal versteht selbst der Doktor die Dynamik nicht richtig. So wie ausgerechnet heute.
      Er stand vor dem Spiegel und richtete noch einmal seinen Anzug. Der Sellerie wurde etwas geradegerückt bis alles paßte. Er lächelte kurz. Perfekt! Die Party konnte beginnen.
      Guter Dinge machte er sich auf den Weg in die Lounge. Er war jetzt schon die fünfte Inkarnation des Doktors, und heute war sein Reinkarnationstag. Im Augenblick war er allein unterwegs. Nyssa hatte sich vor einiger Zeit verabschiedet, Adric war tragisch ums Leben gekommen, und Tegan hatte ihren ganz eigenen uneleganten Abgang hingelegt. Es waren alles Momente gewesen, die auf ihre ganz eigene Weise schwer für ihn gewesen waren. Für heute hatte er sich daher etwas besonderes überlegt, um den Tag nicht allein verbringen zu müssen. Was würde sich besser eignen, als mit seinen vorherigen Inkarnationen zu feiern?
      Als er in die Lounge kam, begrüßten ihn seine vier vormaligen Inkarnationen herzlich. Die zweite schüttelte ihm mit euphorischem Lächeln die Hand, die dritte schmunzelte leicht und gratulierte herzlich, die erste deutete eine respektvolle Verbeugung an, und die vierte drückte ihn gleich an sich. Vielleicht fühlte sie sich ihm stärker verbunden, weil sie die direkte Vorgängerinkarnation gewesen war.
      Der fünfte Doktor klatschte sich freudig in die Hände. „Was mögt ihr trinken?“
      Die erste Inkarnation trat elegant einen Schritt vor. „Zu diesem Anlaß, würde ich behaupten, wäre der tardiseigene Hauswein angemessen!“ Dies vorgeschlagen, nickten die anderen Inkarnationen.
      Das Reinkarnationstagskind grinste. Das machte die Sache einfach.
      Bis hierhin lief alles wie geplant. Die TARDIS hatte die Lounge genau so hergerichtet, wie er es sich gewünscht hatte. Sie wußte immer, was er gerade wollte. Und die Doktoren kannten sich ja aus. Und da die TARDIS der Dynamik des Tages folgte, würde er auch immer problemlos die Räume finden, die er gerade brauchte! Das war das gute an der TARDIS. Sie war nicht statisch, sondern dynamisch, und folgte den Impulsen aus seinem Inneren.
      So weit, so gut. Er ging zu der Tür im hinteren Bereich der Lounge, während sich seine Mitinkarnationen hinter ihm angeregt unterhielten. Dort mußte die Küche sein. Das hatte er erwartet. Was er nicht erwartet hatte, war der Anblick, als er die Tür öffnete.
      „Nein, nein, nein! Wir können doch keinen Rosé-Wein zum Anstoßen auf den Reinkarnationstag unseres Mitdoktors nehmen!“ ereiferte sich die zweite Inkarnation.
      Der fünfte Doktor ließ verwirrt einen Blick zurück in die Lounge schweifen. Was machten seine geschätzten Kollegen jetzt hier? Die Lounge war leer…
      Dafür ergriff die erste Inkarnation nun pikiert das Wort. „Junger Mann! Wir werden ganz sicher keinen Rotwein zum anstoßen nehmen!“
      „Aber was ist denn mit diesem wundervollen Weißwein hier?“ Die dritte Inkarnation präsentierte versöhnlich und kompromißlos zugleich eine Flasche.
      „Trocken?“ Die vierte Inkarnation fing demonstrativ an zu husten. „Der staubt ja!“
      „Lieblich ist das Mittel der Wahl!“ pflichtete auch die erste Inkarnation bei, noch immer mit der Roséflasche in der Hand.
      Die zweite Inkarnation winkte ab. „Viel zu süß!“
      „Als wenn du etwas von Wein verstehst!“ spottete der Urdoktor.
      An der Stelle ging die fünfte Inkarnation dazwischen. „Meine Herren, kein Grund zu streiten! Ich habe die Lösung!“ Er nahm fünf Gläser aus einem Schrank und stellte sie auf den Tisch. Nach und nach befüllte er sie aus den verschiedenen Flaschen – der erste Doktor bekam seinen lieblichen Rosé, der zweite eine trockenen Rotwein, der dritte den trockenen Weißwein, und der vierte einen süßen Rotwein. Er selbst schenkte sich einen halbtrockenen Weißwein an und hob das Glas, noch während seine vier Mitinkarnationen ihre gegenseitige Auswahl kritisch beäugten.
      Der fünfte Doktor ging voran zurück in die Lounge, wo es gemütlicher zum anstoßen war. Und da standen sie wieder, die vier Doktoren, mit ihren Weingläsern in der Hand, und in angeregte Unterhaltung vertieft. Als er zurück sah in die Küche, war diese leer. „Sonderbar…“ murmelte er für sich. So etwas hatte er noch nie in der TARDIS erlebt.
      Er gesellte sich zurück zu seinen Gästen, um endlich anzustoßen. Jeder war zufrieden mit seinem Getränk, und die Atmosphäre hatte nicht harmonischer sein können. So hatte er sich seinen Reinkarnationstag vorgestellt.
      Noch während sie dort standen, fiel ihm plötzlich das welke Blatt in seinem Sellerie auf. „Entschuldigt mich bitte einen Moment.“ Er ging schnell zum Bad, um den Mißstand zu richten. Kaum erreichte er sein Ziel, erwartete ihn schon ein Knäuel aus den vier ersten Inkarnationen, die sich alle vor dem Spiegel drängten.
      „Jetzt bin ich erst einmal dran! Sitzt meine Fliege gerade?“ Die zweite Inkarnation drängte nach vorne.
      „Als wenn du einen Spiegel bräuchtest! Du siehst doch ohnehin immer aus wie ein Landstreicher!“ spottete die erste Inkarnation.
      „Mein Schal ist nicht zu lang!“ herrschte zur gleichen Zeit die vierte Inkarnation den dritten Doktor an.
      „Und warum stehe ich dann darauf?“ machte die dritte Inkarnation aufmerksam.
      Der vierte Doktor versuchte indes, einen Blick in den Spiegel zu erlangen um zu prüfen, ob sein Hut richtig saß, und schob seinen Nebenmann zur Seite, so daß er fast das Gleichgewicht verlor.
      „Meine Frisur!“ echauffierte sich der zweite Doktor, als er sich unversehens in dem Cape seines Nachfolgers wiederfand.
      Die fünfte Inkarnation sah sich das Spiel verblüfft an. Der Blick zur Lounge war eigentlich nicht nötig, kam aber ganz automatisch. Was passierte hier nur? Wie konnte es sein daß…?
      „Junger Mann, du hast da ein welkes Blatt im Sellerie.“ machte die erste Inkarnation ihn aufmerksam.
      Der fünfte Doktor seufzte tief. Sein modebewußtes Herz schrie ‚bleib!‘ Doch der Kopf schrie ‚Geh!‘ Er wußte ja, daß er keinen Platz vor dem Spiegel ergattern würde. Resigniert schob er sich an den anderen Doktoren vorbei, zu der zweiten Tür, die in den Unterhaltungsraum führte.
      Die Zuflucht dort versprach Erleichterung, wenngleich er dort nicht allein war. Die zweite und die dritte Inkarnation spielten Billard, die vierte warf Pfeile auf die Dartscheibe mit dem Bild von dem Master, und die erste Inkarnation trat gerade an ihn heran. „Lust auf eine Runde Tischfußball?“
      Der fünfte Doktor mußte sich erst einmal sammeln. Zumindest ein bißchen der Dynamik hatte er mittlerweile begriffen. Seine vorherigen Inkarnationen waren keine realen Personen in dem Sinne, wie er es kannte. Sie waren Einladungen an sein früheres Selbst. Sie waren keinen zeitlichen oder räumlichen Regeln unterworfen. Daß es sich aber so auswirken würde, hätte er nicht vermutet.
      Die zweite und dritte Inkarnation stritten gerade über die Spielregeln.
      „Nein, du darfst die 8 nicht direkt mit der weißen Kugel anspielen!“ ereiferte sich die dritte Inkarnation des Doktors.
      „Warum nicht?“ muckierte sich der zweite Doktor. „Das ist eine unsinnige Regel!“ Schon wollte er im Spiel seinem Impuls folgen, wurde von seiner Mitinkarnation aber aufgehalten, indem er den Queue auf den Spieltisch herunterdrückte. „Entweder, wir halten uns an die offiziellen Regeln, oder das Spiel ist Geschichte!“
      „Vielleicht zuerst eine Tasse Tee.“ schlug der fünfte Doktor erschöpft vor.
      „Das ist eine sehr gute Idee.“ lobte die erste Inkarnation.
      Das Reinkarnationstagskind hörte kaum zu, als es schon auf die Tür am anderen Ende des Raumes zuging. Als er den Raum wechselte und in den Salon kam, saß die erste Inkarnation, elegant die Beine übereinander geschlagen, am Tisch und trank eine Tasse Tee. Die zweite Inkarnation saß im Schneidersitz auf dem Tisch und spielte Flöte. Als er den fünften Doktor bemerkte, wechselte er die Melodie und spielte »Happy Reincarnation Day to you«. Die dritte Inkarnation nahm sich gerade vom Gebäck. Plötzlich stand die vierte Inkarnation neben ihm und hielt ihm eine Tüte hin. „Jelly Baby?“
      Der zweite Doktor hörte auf zu spielen und sah ihn groß an. „Ich habe mich schon gefragt, wo die Tüte hingekommen ist!“
      Der fünfte Doktor atmete einmal tief durch. „Ich möchte jetzt erst einmal in Ruhe ein Tasse Tee trinken!“ Damit ging er schnurstracks zu dem Sideboard mit den Tassen und der Teekanne, schenkte sich eine Tasse ein und nahm in der Sitzecke Platz.
      Der dritte Doktor schmunzelte und setzte sich zu ihm. „Ganz schön anspruchsvoll, mit sich selber auszukommen, hm?“
      „Das kann man wohl sagen!“ bestätigte der Gastgeber. „Glücklicherweise bin ich erst der fünfte!“ Er genoß die augenblickliche Ruhe und notierte innerlich, daß er nicht die Räume wechseln durfte! Aber wie sollte das erst werden, wenn er dem Ruf der Natur folgen mußte? Sein Blick senkte sich automatisch auf die Teetasse in seinen Händen. Unberührt stellte er sie auf den Tisch.
      Teepausen haben es so an sich, daß sie irgendwann ihren Tribut fordern. Und so ließ es sich, bei aller Geselligkeit, auch hier nicht vermeiden. Allerdings nicht für den Ehrentimelord, sondern für die zweite Inkarnation in erster Instanz. Und damit ergab sich eine neue Situation, die bislang so noch nicht dagewesen war.
      Bisher hatte immer der fünfte Doktor den Raum gewechselt, und damit einen Perspektivwechsel ausgelöst. Was würde passieren, wenn eine andere Inkarnation das Zimmer verließ? Die fünfte Inkarnation war sehr gespannt. Immerhin schien er der einzige zu sein, der das Phänomen wahrnahm.
      Es kam, wie es kommen mußte. Es passierte rein gar nichts. Als die zweite Inkarnation den Salon verließ, widmete sich der Rest der Inkarnationen ihrem jeweiligen Tee und Gebäck – und das war’s. Irgendwie hatte der fünfte Doktor das erwartet.
      In die stille Atmosphäre hinein verkündete der dritte Doktor plötzlich, daß er für einen Moment in die Sauna gehen würde. Da ihn keiner begleitete, verschwand er durch eine andere Tür.
      Davon inspiriert, klinkte sich die vierte Inkarnation aus, um eine Runde schwimmen zu gehen.
      Der erste Doktor hingegen trank in Ruhe seine Tasse Tee aus, und wollte sich dann eine Weile in der Bibliothek die Zeit vertreiben.
      Als die vierte Tür ins Schloß fiel, blieb der fünfte Doktor allein zurück. Die unvermittelte Zeit für sich, die er den ganzen Abend noch nicht gehabt hatte, nutzte er, um tief durchzuatmen. Die TARDIS hatte ihre eigenen Regeln, und das betraf auch die alten Mit-Inkarnationen. Er wagte es nun, in Ruhe seine eigene Teetasse zu leeren, und ging dann durch die fünfte Tür zurück in die Aussichtslounge.
      Der Moment der Ruhe wich umgehend, als er dort schon von seinen vier früheren Inkarnationen in Empfang genommen wurde. Ob er das erwartet hatte oder nicht, konnte er nicht einmal direkt sagen. Er hatte es jedenfalls erwarten können, soviel mußte er der Sache zugestehen. Zumindest aber gab es keinen Streit, das war schon mal etwas!
      Der Reinkarnationstagstimelord wurde sofort in die fröhliche Runde aufgenommen, es wurde viel gelacht, von alten Abenteuern erzählt und über die Welt im allgemeinen philosophiert.
      Um die Harmonie nicht zu gefährden, beschloß der Reinkarnationstagsdoktor, den Raum nicht mehr zu verlassen. Es war die Gelegenheit, den Abend sanft ausklingen zu lassen, bei netten Gesprächen und Anekdoten, wobei die Geschichten interessanter wurden, je jünger die Inkarnation war, denn alles, was die älteren erlebt hatten, das war den nachfolgenden Inkarnationen ohnehin im Gedächtnis. Trotzdem machte es Spaß, die alten Geschichten mit sich selbst zu reflektieren.
      Spät am Abend war es langsam an der Zeit, zur Ruhe zu kommen, doch bei den vier älteren Inkarnationen war noch keine Aufbruchstimmung zu bemerken.
      Der fünfte Doktor riß sich etwas widerwillig aus der Gruppe los. Er war müde und gehörte ins Bett. Und so verabschiedete er sich, mit seinem aufrichtigen Dank dafür, daß seine früheren Inkarnationen seiner Einladung gefolgt waren, und löste sich in Richtung Ausgang aus der Gesellschaft. Noch während sich die anderen angeregt unterhielten, blieb er an der Tür zur Lounge stehen und sah in den Raum zurück. Er zögerte. Es fiel ihm schwer, jetzt die Runde zu verlassen. Er seufzte tief. Immer wenn es Zeit war zu gehen, verpaßte er den Moment und blieb stehen.
      Die Klinke in der Hand, folgte sein Blick der Richtung aus dem Raum hinaus und ruhte eine Weile dort. Was würde passieren, wenn er jetzt zu Bett ging? Würde er sich sein Schlafzimmer mit den anderen vier Inkarnationen teilen müssen?
      Er riß sich zusammen und öffnete die Tür. Trat entschlossen einen Schritt nach draußen. Die Tür fiel leise in’s Schloß, und die Stimmen der anderen Doktoren verstummten. Auf dem Korridor war Stille. Der Reinkarnationstag des Doktors ging zu Ende.
      Einer Eingebung zufolge öffnete er noch einmal die Tür und sah in die Lounge. Sie war leer. Er hatte es geahnt. Die Feier war vorbei.
      Ein wehmütiges Gefühl stellte sich in ihm ein, als er in den verwaisten Raum sah, der kurz zuvor noch durch seine vier Vorgänger-Inkarnationen belebt worden war. Er wußte, das seltsame Gefühl der Einsamkeit würde ihn so bald nicht verlassen.
      Er schloß die Tür und ging zu seinem Schlafzimmer, um sich für die Nacht fertigzumachen. Als er vor dem Spiegel des Bads stand, sah er auf einmal die Reflektion seiner zweiten Inkarnation, die ihn anlächelte. Einen Augenblick später war es die vierte, dann die dritte. Und zum Schluß seine allererste Inkarnation. Echos aus der Vergangenheit.
      Der fünfte Doktor mußte lächeln. Er war niemals allein! All seine vorherigen Inkarnationen waren immer bei ihm.
      Ein Gefühl der Ruhe stellte sich unvermittelt in seinem Inneren ein. Als er seiner Abendroutine folgte, wich das Gefühl der Melancholie einer tiefen Zufriedenheit. Schon bald darauf ging er zu Bett und reflektierte die letzten Stunden. Es war ein aufregender, aber auch schöner Reinkarnationstag gewesen. Mit einem Lächeln schlief er schließlich ein. Was für ein Tag!

13. April 2022
HAPPY BIRTHDAY,
Peter Davison,
&
HAPPY REINCARNATIONDAY,
♥ Doktor ♥
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