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To new beginnings

Kurzbeschreibung
OneshotRomance, Familie / P12 / Gen
Dr. Kai Hoffmann Dr. Maria Weber
12.04.2022
12.04.2022
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To new beginnings…
Als der Chefarzt an diesem Morgen erwachte, hörte er schon den Regen auf der Fensterscheibt. Es war ein dunkler Wintermorgen, der perfekt zu seiner Stimmung passte. Aufgrund seiner Suspendierung sah er keinen Grund darin schon aufzustehen. Er wusste nicht was diesem Tag einen Sinn geben sollte, arbeiten durfte er nicht und Maria…Wie sollte er weiter vorgehen, was konnte er noch tun? Sie hatte im deutlich signalisiert, dass sie keine Anrufe von ihm mehr annehmen würde. Aber er konnte sie doch nicht aufgeben…sie und ihr ungeborenes Kind. Gab es dies überhaupt noch? Er wusste, dass sie eine Abtreibung wollte. Wäre er doch nie mit Ina ins Bett gegangen…es hätte alles perfekt sein können. Aber er hatte es zerstört, was konnte er jetzt noch tun? Sollte er nach Berlin zu ihr fahren? Andererseits hatte ein persönliches Gespräch hier auch nichts gebracht und sie nur bestärkt den Job in Berlin anzunehmen… Ein Brief…er könnte ihr einen Brief schreiben, in der Hoffnung, dass sie ihn lesen würde. Zwar wusste er nicht, wo sie wohnte, aber in welcher Klinik sie arbeitete. Er stand auf und sprang erstmal unter die Dusche. Für diesen Brief brauchte er einen klaren Kopf. Nach einer Tasse Kaffee nahm er ein leeres Papier zur Hand und begann zu schreiben. Erst durch seinen Fehltritt mit Ina war ihm bewusst geworden, dass er mehr tun wollte, um Maria zu halten. Sie hatte ihm gesagt, dass dieser Mann, der ihr Geschenke gemacht und Urlaube geplant hatte, genau der Mann war den sie sich immer gewünscht hatte. Maria hatte fälschlicherweise allerdings daraus geschlossen, dass er dies nur aus schlechtem Gewissen gemacht hatte. Er musste sie überzeugen, dass dies nicht stimmte. Es war nicht das schlechte Gewissen gewesen, vielmehr hatte ihm die Nacht mit Ina deutlich gemacht, wieviel er mit Maria zu verlieren hatte. Darum hatte er sich so um sie bemüht. Er hatte sogar schon nach Ringen gesucht und geplant ihr einen richtigen Antrag zu machen, mit allem was dazu gehörte. Jetzt musste er dies nur noch so zu Papier bringen. Nach einigen Stunden und unzähligen Versuchen, war er einigermaßen zufrieden und steckte das Papier in einen Umschlag. Er hatte sein Möglichstes getan, jetzt konnte er nur noch abwarten und hoffen, dass sie seinem Brief eine Chance gab.
Es vergingen einige Tage, in denen er nichts von Maria gehört hatte. Seine letzte Hoffnung war zerstört worden. Verzweifelt hatte er all seinen guten Vorsätze über Bord geworfen. Er hatte stark bleiben wollen, aber wozu nur? Maria wollte nichts mehr von ihm wissen, sein Baby war wahrscheinlich schon tot und durch seine Arbeit konnte er sich momentan nicht ablenken. Schon zum Frühstück hatte er sich einen Whisky genehmigt und nun joggte er ziellos durch den Park.
Viele Kilometer entfernt machte sich auch Maria Weber Gedanken zu Ihrer Vergangenheit in Leipzig. Vor zwei Tagen war ein Brief für sie angekommen. An der Handschrift hatte sie direkt erkannte, dass er von Kai war. Sie hatte ihn ungeöffnet bei Seite gelegt, mit dem festen Vorsatz ihn nicht zu öffnen. Gestern Abend hatte sie es jedoch nicht mehr ausgehalten und ihr doch gelesen. Kais Worte hatten sie wirklich berührt…auf dem Papier waren außerdem merkwürdige Flecken gewesen – hatte er beim Schreiben wirklich geweint? Nachdenklich sah sie an sich hinunter auf ihren Bauch. Sie war im 4. Monat und bei engen Oberteilen war inzwischen eine kleine Wölbung erkennbar. Auch wenn sie Kai gesagt hatte, dass sie kein Baby von ihm wollte, hatte sie es nicht übers Herz gebracht ihr eigenes Kind abzutreiben. Den ganzen Morgen fragte sie sich schon wie es weitergehen sollte. Tief in Ihrem Inneren spürte sie, dass sie Kai verzeihen wollte. Der Brief hatte sie darin noch bestärkt, außerdem wollte sie ihrem Kind seinen Vater nicht vorenthalten. Da sie heute frei hatte und das Wochenende somit unmittelbar bevorstand, fasste sie einen Entschluss. Sie würde heute nach Leipzig fahren und mit ihm sprechen. So konnte es nicht weitergehen, seitdem sie in Berlin war, ging es ihr schlecht. Auch wenn die Forschung interessant war, fehlte Kai ihr sehr. Sie kannte hier niemanden und auch die Schwangerschaft machte es nicht einfacher. Nervös setzte sie sich wenig später mit einer gepackten Tasche ins Auto – dies war der Tag, der so vieles entscheiden würde. 2 ½ Stunden später war es so weit. Sie hatte eigentlich geplant ihn nach Dienstschluss zuhause zu besuchen, aber sie konnte es nicht mehr abwarten, vielleicht konnte er ja Mittagspause machen. Sie lief in die Klinik und direkt Dr. Heilmann in die Arme. „Frau Kollegin, schön sie zu sehen, sind sie auf Besuch bei uns?“  „Danke Dr. Heilmann, ich suche eigentlich Dr. Hoffmann.“
„Da suchen Sie hier vergebens, er arbeitet erst wieder nächste Woche. Da müssten sie es wohl bei ihm zuhause versuchen.“ Sie wunderte sich etwas darüber, schließlich hielt sie Kai nicht für den Typen, der allein Urlaub machte. „Danke Dr. Heilmann, das mache ich. Bis bald.“ Mit einem Winken verabschiedete sie sich und kehrte zum Auto zurück, dann fuhr sie in Richtung Kais Wohnung davon. Dort angekommen atmete sie tief durch und klingelte dann an der Tür, sie wollte sich gerade zum Gehen abwenden, als sie Schritte hinter sich vernahm.
Er kam gerade vom Einkaufen zurück und blieb ein paar Meter entfernt, wie angewurzelt stehen. Die Person vor seiner Haustüre kannte er doch, jedoch hätte er nie erwartet sie hier anzutreffen. „Maria?“ flüsterte er fast ehrfürchtig und kam dann näher.
„Kai…“ sie freute sich ihn wiederzusehen, obwohl er schlecht aussah. Sein Gesicht war fahl und blass, er sah fast kränklich aus. „Können wir reden?“ fragte sie und deutete mit einer Kopfbewegung zu seiner Wohnung. „Natürlich, komm rein.“ Viele Erinnerungen strömten auf sie ein, vor allem als ihr Blick auf das schwarze Bild fiel. Tränen traten ihr in die Augen, das fehlte ihr alles so sehr, wie sehr hatte sie sich bisher gar nicht eingestehen wollen. Wir nahmen am Tisch Platz.
Er war noch etwas überrumpelt, war es positiv, dass sie hier war? Was würde sie ihm sagen wollen? Würde sie ihm die Möglichkeit geben sich zu erklären? Erwartungsvoll blickte er sie an und sah Tränen in ihren Augen. Es tat ihm unglaublich weh sie so traurig zu sehen und zu wissen, dass dies alles seine Schuld war. „Ich wollte dich wirklich vergessen, wollte sauer auf dich sein und in Berlin ein neues Leben anfangen.“ Während sie sprach, liefen ein paar Tränen über ihre Wange. „Und das hat auch im Ansatz funktioniert, bis ich deinen blöden Brief lesen musste.“ Schluchzte sie inzwischen. Ihm fiel es schwer sie nicht zu trösten, allerdings wollte er ihr den Freiraum lassen, um sich alles von der Seele zu reden. „Ich weiß nicht wie gut ich damit umgehen kann, dass du mit deiner Exfrau geschlafen hast oder wie ich mit ihr in der Klinik umgehen soll. Ich hoffe wirklich, dass du der tolle Mann sein kannst, in den ich mich verliebt habe und nicht nur der, der versucht hat sein schlechtes Gewissen auszubessern.“ Energisch wischte sie sich eine weitere Träne von der Wange. „Aber ich möchte es versuchen. Ich möchte nicht ohne dich leben… und ich möchte auch nicht, dass unser Kind ohne Vater leben muss.“ Ließ sie dann die Bombe platzen und legte unterbewusst eine Hand schützend auf ihren Bauch.
Er brauchte einen Moment, um zu verarbeiten, was er da gerade gehört hatte. Sie würde ihm noch eine Chance geben…und sie hatte ihrem Kind eine Chance gegeben. Etwas sprachlos erhob er sich und ging um den Tisch herum. „Ich werde alles tun um dir ein guter Mann zu sein… und unserem Kind ein guter Vater.“ Er sah ein leichtes Zucken ihrer Mundwinkel, was ihn darin bestärkte sie in die Arme zu schließen. Kurz merkte er wie sie sich anspannte, ehe sie sich in seine Arme fallen ließ. Auch über sein Gesicht liefen inzwischen Tränen. „Ich liebe dich, es tut mir alles so unendlich leid Maria.“ Er hielt sie fest in seinen Armen und wollte sich gar nicht mehr vor ihr lösen. Erst nach einer Weile zog er sie sanft mit sich auf die Couch. „Was ist mit Berlin? Musst du heute noch zurückfahren?“ kam ihm dann der Gedanke. Sie schüttelte ihren Kopf. „Ich habe morgen frei und muss erst am Montag wieder da sein. Mein Forschungsauftrag vor Ort geht noch 2 Monate, aber ich könnte am Wochenende pendeln?“ Er nickte. „Ich kann auch Urlaub nehmen und dich besuchen.“ Mit einem sanften Lächeln sah sie ihn an. „Vielleicht solltest du den Urlaub besser für wichtigere Ereignisse Ende des Jahres aufsparen.“ Sie knöpfte die Strickjacke auf. Bei dem engen Shirt war der Bauch schon leicht zu erkennen. Kai blickte begeistert auf die leichte Wölbung. „Ich…ich hätte nie gedacht nochmal Vater zu werden.“ Erwiderte er mit feuchten Augen. „Aber ich liebe dich dafür, dass du uns beiden erneut zu Eltern machst.“ Der Gedanke, dass sie abtreiben wollte, hatte ihn verrückt gemacht. Um so schöner war es nun, dass er die ersten Anzeichen der fortschreitenden Schwangerschaft mit eigenen Augen sehen konnte. Ganz vorsichtig legte er eine Hand an ihren Bauch und strich sanft mit dem Daumen darüber. Maria lächelte und musterte sein Gesicht, erneut fiel ihr sein schlechter Zustand auf. Sie hob leicht sein Kinn an und blickte ihm in die Augen. „Kai…bist du krank? Wieso bist du nicht in der Klinik?“ man konnte sie Besorgnis in ihrer Stimme hören. Er schüttelte den Kopf „Nein…ich hatte eine Meinungsverschiedenheit mit Dr. Demir und bin für 2 Wochen suspendiert worden. Wahrscheinlich war ich einfach unfair und habe meine schlechte Laune an ihm ausgelassen.“ Sie zog fragend die Augenbrauen nach oben „Möchte ich Details wissen?“ „Ich glaube nicht“ erwiderte der Chefarzt schmunzelnd und zog sie komplett in seine Arme. Auch wenn er in der Vergangenheit viele Fehler gemacht hatte, in der Zukunft würde er es besser machen…für sich selbst, für Maria, für das Baby…für seine kleine Familie.

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