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2022 04 11: Todd [by Sira-la]

Kurzbeschreibung
OneshotFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Het
Claudia Donovan Steve Jinks Todd
11.04.2022
11.04.2022
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877
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Dieses Kapitel
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11.04.2022 877
 
Tag der Veröffentlichung: 11.04.2022
Titel der Geschichte: Todd
Song: „Endlich zurück“ von Dame
Autor: Sira-la
Kommentar des Autors: Dieser kleine OneShot setzt einige Wochen nach dem Ende der Serie an. Er behandelt einen Plotstrang, der in meinen Augen nie richtig abgeschlossen wurde: die Beziehung von Claudia und Todd. Viel Spaß beim Lesen :D



Todd


Im ersten Moment dachte Steve, er hätte sich das Klopfen an der Tür nur eingebildet. Durch die Scheibe konnte er zumindest niemanden erkennen.
Dennoch öffnete er, seinen Tesla schussbereit in der Hand. Nach allem, was in den letzten Monaten geschehen war, griff er lieber einmal zu oft nach seiner Waffe.
Vor der Tür stand tatsächlich niemand, doch auf dem Weg zur Straße konnte er einen jungen Mann erkennen.
„Haben Sie sich verlaufen?“, rief Steve ihm zu, wobei er die Waffe im Schatten der Tür versteckt hielt. Der junge Mann drehte sich um. „Ich bin mir nicht sicher“, sagte er mit einem schüchternen Lächeln. „Wohnt Claudia Donovan noch hier?“
„Wieso?“, wollte Steve misstrauisch wissen. Das letzte Mal, als jemand nach Claudia gefragt hatte, war es einer der Räte gewesen und Claudia vor lauter Befragungen ihre Schwester betreffend fast zwei Wochen nicht nach Hause gekommen.
„Ich … Also … Ähm …“
„Wollen Sie reinkommen?“ Steve fiel es leichter, Lügen zu erkennen, wenn er seinem Gegenüber dabei in die Augen sehen konnte. Weniger Kopfschmerzen.
Der Mann nickte zaghaft. Steve hielt den Tesla hinter seinem Rücken, noch immer auf der Hut, als der Mann an ihm vorbeiging. Er schien sich im Leena’s auszukennen, denn er ging zielstrebig ins Wohnzimmer und setzte sich dort auf eines der Sofas. „Ich bin Todd“, stellte er sich vor.
„Steve.“ Er setzte sich Todd gegenüber. „Was willst du von Claudia?“
„Wir … Ich … Himmel … Ich darf endlich wieder selbst entscheiden, wo ich wohnen will. Und ich hatte Claudia versprochen … also, dass ich ihr dann Bescheid sage.“
Steve runzelte die Stirn. Kannte Claudia diesen Todd aus einer der psychiatrischen Anstalten, in denen sie während ihrer frühen Jugend untergebracht gewesen war? Sie hatte nie jemanden mit diesem Namen erwähnt, allerdings sprach sie sowieso nie über diese Zeit. „Woher kennst du sie?“
„Oh, ich hab mal in dem Hardware-Store in Univille gearbeitet.“ Todd grinste verhalten. „Sie kam in den Laden und hat die merkwürdigsten Dinge bestellt.“
Steve musste zugeben, dass das nach Claudia klang. Für ihre Experimente, die sie mit manchen der technischen Artefakte durchführte, brauchte sie häufig weiteres Equipment. „Und ihr habt euch angefreundet?“, vermutete Steve.
Todd nickte. „Mehr als das“, sagte er und kniff die Augen zusammen. „Ich kann gehen, wenn du nicht willst, dass sie ihren Ex trifft.“
„Wie bitte?“, fragte Steve völlig verblüfft. „Claudia und ich sind nicht zusammen. Sie ist wie eine Schwester für mich.“ Ganz davon abgesehen, dass er schwul war, aber das würde er Todd jetzt nicht auf die Nase binden. „Und selbst wenn … Was für ein Arsch verbietet bitte seiner Freundin Kontakt zu ihrem Ex?“ Das konnte er sich nun wirklich nicht vorstellen.
Todd zuckte mit den Schultern. „Es gibt so Leute. Und ich hab nicht vor, mich mit jemandem anzulegen, der eine Waffe trägt.“ Steve sah ihn überrascht an und Todd grinste. „Ich weiß, wie sich jemand verhält, wenn er ne Knarre in der Tasche hat. Und ich hab zwar keine Ahnung, was ihr alle hier arbeitet, aber auch Claudia hatte mal ne Waffe mit. Wohnen diese beiden Secret Service Agents auch noch hier? Und der grummelige Alte?“
Todd wusste erstaunlich gut über sie Bescheid, fand Steve. Aber bis jetzt hatte er noch keine Lüge gehört. „Warte hier“, bat er, ohne die Fragen zu beantworten. „Ich sage Claudia Bescheid.“

***

„Todd?!“
Die Tür zum Wohnzimmer flog krachend auf und Claudia stürmte herein. Sie widmete Steve keinen einzigen Blick, sondern stürzte sofort zum Sofa und Todd in die Arme.
„Oh mein Gott, du bist wirklich hier! Ist der Fall erledigt?“
Todd nickte. „Alle verurteilt. Und …“ Er sah sie treuherzig an. „Ganz eventuell hab ich meinen Tod vorgetäuscht, bevor ich hierher gekommen bin.“
„Du … Was?! Wie?“
Todd zuckte mit den Schultern. „Überwachungskameras. Ein bisschen Manipulation hier und da, und schon gab es ein fantastisches Video von mir, wie ich bei ner Gangschießerei zwischen die Fronten geraten bin. Und da Krankenhäuser inzwischen auch im Zeitalter der Digitalisierung angekommen sind …“ Er grinste und Claudia lachte.
„Heiliges Motherboard. Du bist also aus dem Schneider?“
„Voll und ganz“, bestätigte Todd. „Und wie ich versprochen habe: Hier bin ich. Falls du mich noch willst? Dein Freund da meinte, dass er nicht dein Freund ist.“
Claudia sah zu Steve, mit einem Blick, der deutlich machte, dass sie seine Anwesenheit bis eben gar nicht wirklich wahrgenommen hatte. „Jinksy? Gott, nein. Das wäre zu verrückt. Er ist mein bester Freund. Und vielleicht manchmal ein Ersatzbruder, wenn Joshua grad keine Zeit für mich hat.“ Sie grinste.
Steve griff sich getroffen an die Brust, aber er musste ebenfalls lachen. In ihrem letzten Satz war eine leichte Lüge mitgeschwungen, aber das würde er ihr durchgehen lassen. „Ich nehme an, ich werde hier nicht mehr gebraucht?“
Claudia schüttelte den Kopf. „Sag bitte Artie Bescheid, dass ich mir den Rest des Tages freinehme.“
„Mach ich.“ Steve verließ das Wohnzimmer. Als er sich umdrehte, um die Tür hinter sich zu schließen, versanken Claudia und Todd gerade in einen tiefen Kuss.
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