Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Wie Wind

von KirjaKei
Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
05.04.2022
01.02.2023
44
113.468
23
Alle Kapitel
102 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
25.01.2023 2.496
 
Kapitel 43: Hitzesturm

Das war schon ein Moment… Sicherlich so lange, wie ich jetzt mit Adam auch schon zusammen war, eigentlich kein so unerwarteter. Irgendwann musste es ja auch in meinem Kopf ankommen, dass mein Freund genauso auf Sex stand wie ich. Wenn nicht sogar mehr? Das war ja auch nicht so wichtig. Auf der Ebene waren wir uns schon sehr ähnlich. Wir verstanden uns. Eigentlich verstanden wir uns ja auch rundum, wenn man das so ansah. Selbst da, wo wir uns vielleicht mal nicht so einig waren, verstanden wir uns am Ende ja doch…

Aber hier mir…

Ich fuhr mit den Händen über seinen Rücken, drückte ihn ein wenig mehr noch an mich. Es fühlte sich so gut an. Und es fühlte sich genauso gut an, dass Adam das alles genauso wollte. Er brachte das immer wieder auf.

Und es war schon auch irgendwie schön und aufregend. Auch an diesem Ort… Obwohl man das von Hotelzimmern ja schon auch irgendwie dachte. Das war ein beliebter Ort für so was… Vielleicht weil es sonst so unpersönlich war…

Obwohl das gerade in diesem Zimmer ja nun gar nicht galt. Das hier eigentlich nicht wirklich ein unpersönlicher Raum, wenn man es sich ansah. Er war so viel mit irgendwelchem Kram überladen, dass man beinahe glauben konnte, dass das hier das Schlafzimmer von irgendeiner Privatperson war – nur eben von keinem von uns! Der Gedanke auf der anderen Seite machte es aber auch irgendwie gleich noch einmal etwas interessanter, das musste ich gleich zugeben. Wir waren hier an einem ganz fremden Ort, auch wenn dieser Raum ein Bett hatte, das irgendwie überraschend bequem war, wenn ich das mal so zugab.

Das machte es aufregend. Vielleicht fand ich Orte an sich auch einfach irgendwie interessant und dadurch noch einmal anders angenehm. Das konnte ja auch sein. Es war auf jeden Fall schön, Eindrücke an einem ganz anderen Ort zu sammeln. Das hier war einmalig. Auch wenn wir ein paar Tage hier waren, dann war es ein Ort, an dem niemand zuvor von uns gewesen war und auch danach ja nicht mehr hinkommen würde.

Dieser Moment gehörte in diesem Zimmer nur uns. Und das machte es toll. Das machte es besonders.

Ich genoss es eigentlich ja immer mit Adam, ganz gleich wo wir waren und all das. Aber… Solche Gedanken steigerten das alles dann eben doch noch einmal für mich. Das musste ich schon zugeben.

Das hier war aufregend!

Und für meinen Freund war es das offensichtlich auch, denn er ging richtig ran. Das spürte ich schon.

Seine Hände wanderten über meine Brust und unter mein Shirt, da kam ich kaum mit. Seine Zunge spielte mit meiner, unsere Lippen drückten sich aufeinander. Es war schon extrem heiß zwischen uns. Wir erkundeten unsere Körper gegenseitig immer mehr. Meine Hände strichen an seinem Hintern entlang, sein Körper drückte sich an meinen und ich schmeckte seinen Atem, während wir uns küssten, immer mehr und immer weiter.

Und je mehr wir miteinander machten, je mehr warf mein Kopf eine Frage auf, mit der ich mich schon länger und auch hier schon auseinandergesetzt hatte.

Was genau wollte ich jetzt? Und was wollte ich jetzt auch ausprobieren? Das konnte ja auch die Gelegenheit sein… jetzt war der Moment für etwas anderes… wir waren ja nun einmal hier. Ich hatte meinen Kopf so vielen anderen Dingen schon geöffnet und vielleicht sollte ich es auch einfach mal tun, wenn wir jetzt dabei waren! Dann würde ich das ja sehen. Dadurch, über mein nachzudenken, würde ich auch je nichts mehr rausfinden. Ziemlich sicher nicht. So sah das für mich in meinem Kopf auf jeden Fall aus.

Ich wusste ja auch schon, dass es mir mit Adam gefiel. Dann konnte man sich mit etwas Neuem auch auseinandersetzen. Konnte das sein?

Mir gefiel das eigentlich alles… warum sollte es dabei anders sein? Ich hatte so viel schon darüber nachgedacht, manches musste man dann einfach machen. So wie diesen Urlaub. Wenn ich mir das vorher angeschaut hätte, dann hätte ich es vielleicht nicht mit Adam ausprobiert, aber es war… richtig gut. Das alles hier also…

Ich löste den Kuss vorsichtig und bewegte den Kopf ein Stück nach hinten. Er blickte mich an. „Du…“, begann ich etwas leiser, aber auch gleich keuchend, immerhin waren wir nun auch schon einige Zeit mit Küssen und anderen Berührungen beschäftigt gewesen, die konnten einem etwas den Atem rauben.

Er sah mich sehr verwirrt an und zog die Augenbrauen dabei ein Stück hoch. Wahrscheinlich war er wirklich irritiert davon, dass ich gerade so etwas wie eine Pause einlegen wollte? Was wohl gerade in Adams Kopf vor sich ging? Eins war klar, in diesem Moment konnte er wohl sehr deutlich nicht in meinen hineinsehen.

Deshalb musste ich ihn wohl auch schnell aufklären. In der letzten Zeit war es mir immer wieder auch bewusst geworden, dass die Idee, die mein Freund ja aufgeworfen hatte, von ihm gar nicht mehr wirklich so thematisiert wurde. Für ihn war es nicht schlimm, dass wir das so noch nicht getan hatten. Er hatte das alles so gemeint, wie er es auch gesagt hatte. Er hatte Spaß an unserem Sex, er wollte sich das auch nur mal ansehen und wartete darauf, bis ich darüber nachgedacht hatte. Das war es, was passiert war. Genau das. Deshalb konnte er sicherlich nicht damit rechnen und stellte vielleicht auch eher ganz andere Dinge vor, die ich von ihm in dieser Situation wollen könnte. Mir würden dabei ja auch noch ein paar einfallen. „Ich… hatte mir überlegt… vielleicht… also wenn du möchtest… dann könnten wir jetzt…“, versuchte ich es so klar auszudrücken, wie es bei meinem Stottern nur ging. Vielleicht war es nicht ganz so simpel das alles… Ganz hatte ich meinen Kopf noch nicht mit der Idee und der Verbalisierung davon verbunden. Es war mir vielleicht auch etwas unangenehm, wenn ich es mir so ansah, aber… Aber das lag an dem Reden an sich und nicht an dieser speziellen Sache.

Adam blickte mich einen Moment sprachlos an. Das war eine andere Art von Verwirrung, das war sehr deutlich zu sehen. Er sah mich an. Dann nickte er etwas vor sich selbst hin. „Du meinst… Du willst jetzt?“, fragte er nach, seine Stimme war etwas leiser geworden.

„Also… nur wenn du willst“, gab ich zurück. Ich hatte ja auch nie so darüber nachgedacht, ob das für Adam nicht vielleicht auch so war, dass er das gar nicht immer oder sonst wie wollte. Vielleicht hatte er es deshalb auch nicht mehr so erwähnt, das konnte ja immerhin auch sein. Man musste das ja nie so… Aber vielleicht war auch genau das wieder ein Moment, an dem ich einfach zu viel nachdachte!

„Doch, doch…“, gab mein Freund da aber auch wieder zurück und sah mich an. Er lächelte etwas.  „Wenn du das wirklich möchtest“, schob er noch einmal nach. Wahrscheinlich konnte er es auch nicht so richtig glauben, dass das mit einem Mal so von mir kam, aber… Es war schließlich doch auch ein längerer Prozess gewesen. Und irgendwann kam so einer dann zu einem Ergebnis! Dieses Ergebnis war jetzt da! Und wie es das war!

„Ich will… aber…“, begann ich noch einmal etwas mehr stotternd. Das hatte nichts damit zu tun, dass ich es nicht wollte, aber über diese Themen zu sprechen, machte mich unterm Strich doch immer noch einmal etwas nervös. Ich wusste nicht genau, wie man darüber sprach, das hatte ich auch einfach nie zuvor machen müssen, weil es mich nie zuvor so sehr da interessiert hatte. Ich lächelte ihn etwas verlegen an und nahm mich zusammen, um das noch einmal anzusprechen und zu klären: „Du meintest ja auch, wenn… könntest du sonst auch aufhören.“

Mein Freund nickte gleich. „Natürlich, so weit, wie du es ausprobieren möchtest“, sagte er und lächelte weiterhin. Und ich wusste, dass er damit ehrlich war. Er würde das nicht weiter machen, wenn ich nicht mehr wollte. Das hatte ich nicht vor, aber… bisher hatte ich das ja auch noch nie ausprobiert.

Ich konnte nicht sagen, wie das vielleicht gleich in ein paar Minuten alles aussehen könnte. Das war alles noch ungewohnt, aber ich konnte sagen, dass ich mich bei Adam gut damit fühlte. Er hatte auch vorher schon Rücksicht auf mich genommen, er wusste, wie ich so war und er wusste auch, wie er mit mir umgehen musste. Wir waren da auf einer Wellenlänge, da war ich mir sicher. Deshalb wollte ich das jetzt auch ausprobieren. Es… könnte klappen.

Es dauerte noch einen Moment, bis es weiterging. Sicherlich weil wir beide auch erst einmal realisieren müssten, was das jetzt bedeutete und dass wir uns nun in anderen Positionen und Rollen befanden. Das war schon auch irgendwie ein bisschen komisch, wenn man so daran dachte. Jetzt war es anders…

Aber war es das eigentlich? Letztendlich war es immer noch Sex mit dem Mann, den ich liebte. War es so relevant, wie genau der dann aussah, solange wir beide dabei auf unsere Kosten kamen und uns gut dabei fühlten? Eigentlich ja nicht.

Eigentlich hatte es mich auch vorher ganz offensichtlich schon zu viele Gedanken gekostet. Es war doch so simpel… Gegen seine Gefühle konnte man auf der anderen Seite aber auch nichts tun, die funktionierten einfach so wie sie waren. Das war jetzt definitiv ein Punkt, an dem ich nicht mehr so viel darüber nachdenken müsste!

Ich müsste es einfach alles geschehen lassen.

Das passierte jetzt auch, als Adam wieder etwas mehr das Tempo aufnahm. Er küsste mich erneut. Und seine Hände wanderten aufs Neue über meinen Körper. Immer weiter. Es fühlte sich auch eigentlich gar nicht so viel anders an.

Ich lag unter ihm auf dem Bett. Im ersten Moment war ich dennoch etwas überfordert, was genau ich denn jetzt eigentlich zu tun hatte. War das wirklich so anders? Ich wusste es nicht und ich konnte es alles so schwer einordnen. Was sollte ich jetzt tun?

Ich spürte seine Hände an meinem Oberkörper, wie sie langsam etwas tiefer wanderten und sich dann auch wieder auf den Weg unter meine Kleidung machten. Er streichelte meine Haut und drückte seine Hände leicht dagegen, um mir Stück für Stück das Shirt höher zu schieben, während er seinen Körper noch einmal etwas mehr an mich drückte und eigentlich war damit ja dann auch alles so gemacht, wie wir es eben sonst auch taten. So anders war das alles nicht… ganz offensichtlich nicht. Er verhielt sich nicht anders.

Und ich war mir sicher, dass es dann auch komisch wäre, wenn ich mich jetzt anders verhalten würde. Immerhin… es war ja auch Sex. Und ich wollte ihn anfassen! Natürlich wollte ich meinen Freund anfassten und berühren und ihn etwas keuchen hören, während wir dabei waren, uns auf den Sex vorzubereiten.

Die Position mochte neu für mich sein und all das, aber das änderte nichts an der Tatsache, dass wir hier ja das taten, was wir eigentlich immer taten. Und das gemeinsam! Und es fühlte sich wirklich gut an. Ihn zu berühren, von ihm berührt zu werden…

Adam machte das wirklich unglaublich gut, es fühlte sich nicht anders an. Es war immer großartig, wenn wir zusammen waren und so etwas gemeinsam durchlebten. Da änderte sich nichts dran. An uns änderte sich nichts. Ich lag nun bereits unter ihm und ich merkte, wie viel einfacher es war, den anderen auszuziehen, wenn er über einem war. Ich kam auch viel besser an alles ran. An seine Kleidung, an seinen Körper…

Er war schneller ausgezogen als ich, aber auch das bekamen wir logischerweise hin und widmeten uns dem Körper des anderen noch einmal auf eine andere Art und Weise. Ich berührte ihn. Ich ließ meine Hände über seinen Körper wandern und rieb mich ein wenig an ihm, solange bis sich Adam dann ein Stück löste, um das Gleitmittel zu holen.

Dann wurde es jetzt langsam ernst. Das war schon ungewohnt, aber ich wollte mich darauf einlassen. Bisher war auch alles ganz wunderbar gewesen und eigentlich gar nicht anders. Warum sollte das dann so viel anders sein oder warum sollte sich dann etwas zwischen uns verändern, wenn das jetzt passierte? Wir waren immer noch wir und wir wollten einander! Ich wollte Adam. Auch auf diese Art und Weise.

„Alles gut?“, erkundigte sich mein Freund und sah mich dabei an. Er sah mich an. Er war jetzt direkt über mir. Ich lag unter ihm auf dem Bett.

Das war in diesem Moment schon so, als wären unsere Rollen und Positionen einfach komplett getauscht. Zumindest im Vergleich zu all dem, was es ja sonst auch war. Die meisten Fälle sahen eher genau andersrum aus. Dann lag er hier und er machte alles Mögliche an verführerischen Gesten, bei denen ich mich nicht ganz so wohl fühlte, weil ich keine Ahnung hatte, wie das wohl aussehen mochte. Da war ich immer auf eine ganz gewisse Art und Weise immer von meinem Freund begeistert gewesen, er machte das einfach und das war unglaublich gut!

Aber jetzt ging es ja weniger darum. Es ging eher darum, wie ich mich fühlte und wie sich das alles anfühlte. Adam war sicherlich mit mir zufrieden. Bei all den Scherzen und Kommentaren wusste ich das ja. Ich wusste, was er für mich fühlte und dass ich ihm wichtig war. Daran zweifelte ich in diesem Moment so gar nicht und das machte es gut für mich!

„Ist etwas komisch…“, gestand ich lächelnd und blickte ihn an. Aber das war es auch. Komisch bedeutete nicht schlecht. Es war erst einmal nur ungewohnt. Damit konnte man leben. Auf der anderen Seite war es auch ein wenig aufregend, also…

„Lass uns einfach etwas Spaß haben…“, gab Adam dann zurück und lächelte mich an. Ja, das klang auf jeden Fall gut. Das wollte ich auch. Und ich konnte mir inzwischen wirklich vorstellen, dass mir das hier Spaß machen konnte! Ja, das würde es sicherlich schon. Und mit Adam…

Ich grinste etwas und blickte ihn an. Dann nickte ich. „Ja, da bin ich bei.“ Es war ein wirklich witziges Gefühl. Das hier war neu. Und neu war immer aufregend. Vielleicht auch etwas beängstigend, aber ich würde das schon machen. Das hier würde klappen. Mit Sicherheit. Ich wollte das. Mein Adrenalin stieg. So weit, dass ich gar nicht wusste, ob das überhaupt noch repräsentativ wäre, was hier passierte.

Adam streichelte über meine Beine, er brachte mich in Position, das merkte ich. „Ich liebe dich“, flüsterte er mir zu.

„Ich dich auch“, gab ich gleich zurück und blickte ihn an.

Jetzt konnte es losgehen. Ich war aufgeregt, aber ich freute mich tatsächlich auch, selbst wenn ich nicht genau wusste, was diese Erfahrung alles bringen wollte, aber es war wichtig, dass man sich in seinen Möglichkeiten auch um die neuen Sachen kümmerte und neue Erfahrungen machte. Dann konnte man ja alles weiter betrachten und sich ansehen. Das würde ich jetzt tun!

Adam und ich würden das tun. Gemeinsam. So würde das passieren und schon deshalb hatte ich weniger Bedenken. Ich wollte es rausfinden, ich wollte es auch auf gewisse Art und Weise spüren. Das. Jetzt. Zusammen mit Adam. Das war es, was ich wollte. Immer.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast