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Im Fluss der Dinge

Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Romance / P18 / MaleSlash
04.04.2022
05.09.2022
17
49.797
2
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
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04.04.2022 959
 
Die Charaktere und Handlung dieses Krimis sind frei erfunden. Ähnlichkeiten zu existierenden Personen und Geschehnissen sind Zufall.




Im Fluss der Dinge
Prolog

Nach den hitzigen Tagen der vergangen Wochen war dieser Spätsommerabend ganz angenehm und auch die Kunden trauten sich wieder vermehrt auf die Straße. An der Straße in dem Industriegebiet standen einige kleine Grüppchen von Sexarbeiterinnen, sie tratschen, manche zogen aber auch lieber alleine ihr Ding durch. Hier und da fuhr mal ein Auto langsam vorbei, griff eine der Frauen auf. Meist kamen sie bald auch schon wieder zurück. Wer‘s richtig wollte, der ging in eines der billigen Etablissements in der Nähe des Bahnhofs. Hier gab es nur kurze, meist nicht sehr intime Dienste unter dem gelben Schein der Beleuchtung eines nahen Park-And-Ride-Parkplatzes.
Die Brünette zog die künstlichen Pelzweste etwas enger und richtete den sehr hohen Schaft der schwarzen Lackstiefel, die immer wieder runterrutschten. Eine dunkle Limousine fuhr langsam an ihr vorbei, doch der Fahrer war nicht interessiert an ihr, wenn auch er sie einen Moment lang beäugte. Etwas gelangweilt griff sie in ihre Handtasche, zog einen kleinen Schminkspiegel heraus und klappte ihn auf. Ihr Lippenstift und das Make-Up saßen zwar noch perfekt, doch gelangweilt zog sie den golden verpackten Lippenstift aus der Handtasche und betonte noch einmal ihre vollen Lippen. Danach holte sie eine Packung Zigarette aus der Tasche, sowie ein pinkes Feuerzeug, doch gerade als sie diese anzünden wollte hielt ein alter Kleinwagen vor ihr. Verführerisch grinste sie den Fahrer an, als er ihr die Tür öffnete. Schweigend stieg sie ein und ließ sich neben dem Mann nieder. Zügig ließ sie die Zigarette wieder in die Verpackung rutschen und warf dann alles in die kleine Ledertasche. Aus dem Fach in der Fahrertür zog der Mann drei Fünfziger.
„Reicht das?“ ,fragte er knapp. Sie musterte ihn einen kurzen Moment, irgendwoher kam er ihr bekannt vor, doch sie konnte ihn nicht zuordnen. Zu viele solcher unscheinbarer Männer hatte sie schon gesehen, sodass sie sie inzwischen satt hatte und sich sowieso kaum noch an die meisten Freier erinnern konnte. Sie lächelte gekünstelt, denn das Geld war es ihr wert.
„Kommt drauf an was du willst.“ ,grinste sie dann.
„Nichts spezielles.“ ,meinte er dann. Sie nickte und nahm das Geld an sich, steckte es in die kleine Handtasche.
„In der Nähe ist ein guter Parkplatz.“ ,erklärte sie ihm folgend und dirigierte ihn die kurze Strecke. Nach einigen Minuten hielt der Wagen schließlich auf einem spärlich beleuchteten Parkplatz. Auf dem teils überwucherten Bahndamm vor ihnen rauschte ein Zug vorbei. Es standen noch eine Hand voll anderer Autos dort, zumeist aus dem gleichen Grund. Etwas hektisch schnallte er sich ab und griff über sie hinüber in das Handschuhfach und holte eine kleine gläserne Ampulle und eine Spritze heraus. Er nahm die Kappe von der Kanüle und steckte diese dann durch das Septum der Ampulle. Die Brünette beobachtete dies einen Moment lang versteinert, dann wurde sie panisch und griff nach dem Hebel, versuchte vergeblich die Tür zu öffnen.
„Kindersicherung.“ ,grinste der Mann nur und zog langsam die transparente Flüssigkeit auf. Allmählich dämmerte es ihr und sie erkannte den Mann wieder - zumindest würde niemand ihr Versteck finden.
„Du weißt sicherlich warum ich hier bin.“ ,lächelte er und nahm ihrem Arm. Sie versuchte sich zu wehren, doch sein griff war feste. Als er in ihren Arm einstach quietschte sie. Langsam und dabei genüsslich grinsend injizierte er die Flüssigkeit, panisch beobachtete das Opfer dabei, wie sich der Füllstand der Spritze verminderte.
„Was war das?“ ,säuselte sie erzürnt, wurde merklich von Sekunde zu Sekunde schwächer, bis sie schließlich vornüberkippte. Er grinste und legte Ampulle und Spritze ins Seitenfach der Fahrertüre. Dann drückte er sie in den Sessel, schnallte sie ab und startete wieder den Motor. Fast war es vollbracht. Energetisch riss er ihr die Handtasche vom Schoß, suchte darin, fand Kondome, Gleitgel, Make-Up, ein Zerkratztes Handy und einen schweren Schlüsselbund, doch nicht das, wonach er gesucht hatte. In einer Seitentasche waren ihre erstaunlich niedrigen Tageseinnahmen. Zumindest das. Der Täter nahm die wenigen Scheine heraus, auch seine drei Fünfziger und steckte sie dann in die Hosentasche seiner Jeans. Ernüchtert seufzte er und war seinen Kopf zurück. Sie müsste ihn irgendwo anders versteckt haben, vielleicht in der Wohnung. Prüfend nahm er das Portemonnaie heraus, prüfte die Adresse auf dem Ausweis und warf dann alles wieder in die Tasche, schmiss diese auf ihren Schoß. Anschließend startete er den Motor und fuhr los.
Er fuhr quer durch die Stadt in Richtung und endete auf einer zu dieser frühen Morgenstunde nur spärlich befahrenen Brücke. Das Auto parkte er in der Bucht einer Bushaltestelle. Unter ihm raste das dunkle Wasser des Flusses, riss Äste und Schrott mit. Zwar das Hochwasser absinkend, doch er hoffte es würde die Leiche weit und lang genug mit sich reißen, so wie die Baumreste und den Schrott, in der Hoffnung sie würde weit aus der Stadt herausgetragen werden. Ein einzelnes Auto fuhr an ihm vorbei, doch ansonsten war es ruhig und bei einem Blick in den Rückspiegel waren keine anderen Fahrzeuge zu sehen. Ruhig schnallte er sich ab und stick aus. Kurz ging er zur Brüstung, schaute sich um. Der Ort war perfekt. Dann schritt er wieder auf das Auto zu und öffnete die Beifahrertür. Zügig schnalle er sie ab und hievte die Leiche hinüber zur Brüstung. Sie war schwerer als er gedacht hatte, vielleicht wegen den hässlichen Stiefeln. Dann nahm er sie hoch, beförderte ihren Gewichtsschwerpunkt über das Gitter und ließ sie dann Kopfüber in den Strom fallen. Die Meter, die sie fiel, überschlug sich der Leichnam einige Male, dann rissen sie die Ströme fort in die Dunkelheit. Erschöpft seufzte er auf, dann wendete er sich wieder dem Fahrzeug zu, nahm ihre Handtasche und warf diese ebenfalls ins Wasser.
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