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Die Garde der Löwen - Flucht aus dem Wilderercamp

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P6 / Gen
Kion OC (Own Character)
01.04.2022
12.06.2022
25
46.479
4
Alle Kapitel
13 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
01.04.2022 2.122
 
Hallo an alle Leser da draußen. Die Idee für diese Fanfiktion hatte ich schon seit längerer Zeit und jetzt will ich sie endlich umsetzen. Meine Geschichte spielt unabhängig zu Staffel 3 (Zumal ich zugeben muss mich persönlich Staffel 3 nicht besonders begeistert hat).
So oder so, ich hoffe euch gefällt was ich schreibe und ich wünsche euch viel Spaß beim lesen.

"All Copyrights belong to Ford Riley and The World Disney Company. Dieses Werk wurde nicht aus kommerziellen Gründen verfasst und hochgeladen. Sondern ist einzig und allein eine Arbeit von einem Fan für andere Fans. "
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Sie träumte nicht oft. Meistens von der Jagd. Wie sie schnell wie der Wind über die Savanne lief. Oder ähnliches. Nichts sonderlich weltbewegendes. Auch wiederholten sich ihre Träume in der Regel nicht. Allerdings gab es eine Ausnahme. Eine unangenehme Ausnahme. In unregelmäßigen Abständen suchte er sie heim. Weshalb es ihr unmöglich war, sich irgendwie vorher zu wappnen. Es war immer der gleiche Ablauf. Und er fing immer auf die gleiche Weise an…

Sie fand sich an einem Ort wieder den sie nicht kannte. Sie hatte keine Orientierung und richtig bewegen konnte sie sich auch nicht. Blind und taub lag sie da und gab leises Mauzen von sich. Allerdings beunruhigte sie nichts daran. Vielleicht weil sie einfach noch zu jung war um sich wegen irgendetwas Sorgen zu machen. Denn obwohl sie weder sehen noch hören konnte, nahm sie genug von ihrer Umgebung wahr um zu wissen, dass alles in Ordnung war. Sie konnte deutlich das weiche Fell spüren, an welchem sie gekuschelt lag und die wohlige Wärme die von diesem ausging. Sie roch den Duft, der in ihre Nase stieg. Der Duft, der ihr sagte, dass sie genau dort war wo sie hingehörte. Und vor allem schmeckte sie den süßen Geschmack der Milch, von den sie soviel bekam wie sie wollte und wann immer sie wollte. Mal wieder hatte sie sich satt getrunken und an die warme und weiche Wand gekuschelt. Sie konnte zwar nicht hören, spürte aber deutlich das rhythmische Geräusch unter dem Fell. Ausgiebig gähnte sie und es dauerte nicht lange, bis etwas raues aber auch warmes zärtlich über ihren Kopf strich. Sie rollte sich zusammen und genoss einfach das Gefühl von Nähe, Wärme und Geborgenheit, was sie in Kürze wieder sanft in den Schlaf wiegen würde.

Aber diesmal war irgendetwas anders. Irgendetwas an ihrer Umgebung hatte sich verändert. Irgendetwas hatte sich in den ihr vertrauten Geruch gemischt, etwas was es so vorher noch nicht gegeben hatte. Angst. Was war Angst? Und warum fühlte sie sich durch diesen neuen Duft plötzlich so unwohl? Erneut fuhr das warme Etwas über ihren Kopf. Aber diesmal fühlte es sich nicht so angenehm an wie zuvor und sie spürte deutlich, das das Fell neben ihr angefangen hatte zu zittern. Sie hatte aber nicht die Zeit sich deswegen zu wundern. Denn aus dem Nichts wurde sie gepackt und aus der ihren vertrauen Welt wortwörtlich herausgerissen. Etwas knochiges, hartes und an den Enden scharfes wickelte sich von beiden Seiten um sie und hielt sie fest. Plötzlich hatte sie keinen Boden mehr unter sich und ihre Pfoten zappelten hilflos in der Luft. Es war überhaupt nicht mehr warm sondern furchtbar kalt, als der Wind schneidend an ihr vorbei rauschte. Laut fing sie an zu mauzen. Irgendjemand musste sie doch hören. Irgendjemand musste ihr helfen.

Doch niemand kam und ihr Mauzen wurde nur lauter und verzweifelter. „Ruhe jetzt!“, zumindest bis dieser laute Schrei ihren gesamten Körper erschütterte. Den sie deutlich gehört hatte, obwohl ihre Ohren ja eigentlich noch verschlossen waren. Allerdings war er so kreischend und durchdringend gewesen, dass sie aufhörte zu zappeln und totenstill wurde. Alles was sie tun konnte war hilflos in diesem gnadenlosen Griff zu hängen und sich zu wünschen, wieder dort hingebracht zu werden wo sie eigentlich sein sollte…

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Ruckartig fuhr Fulis Kopf in die Höhe und mit einem Schlag war sie hellwach. Ihr Atem ging schnell, als wäre sie den ganzen Morgen pausenlos gerannt. Dabei hatte sie bis eben noch geschlafen. Sie setzte sich auf und allmählich beruhigte sich ihr rasendes Herz wieder. Verwundert blickte sie sich um. Das hier war nicht ihr sonstiger Schlafplatz. Sie brauchte einen Moment, viel länger als sonst, um zu begreifen wo sie war. Sie befand sich in der Höhle der Garde. Dem Hauptquartier und Lager der Garde der Löwen. Sie erinnerte sich endlich wieder: Nachdem die Garde nach ihrer täglichen Patrouille zurückgekommen und sich voneinander verabschiedet hatten, hatte Fuli am Horizont sich schnell nähernde Regenwolken entdeckt. Alleine bei dem Gedanken in der offenen Savanne vom Wolkenbruch überrascht zu werden, verzog Fuli ihr Gesicht zu einer Grimasse. Anders als viele anderen Raubtiere wie Löwen oder Hyänen hatten Geparden keinen festen Bau oder Höhle. Sie schliefen immer im hohen Gras. Aber aufgrund der Wettersituation hatte Fuli gestern gerne eine Ausnahme gemacht und sich dazu entschieden hier zu übernachten. Kion hatte damit keine Probleme. War er sogar so weit gegangen und hatte sie zu sich und seiner Familie in die Haupthöhle des Königsfelsens eingeladen. Fuli hatte diesen Vorschlag aber höflich zurückgewiesen. Wollte sie sich einfach in Ruhe etwas entspannen. Aber so ganz mit der Entspannung hatte das am Ende doch nicht geklappt.

Mit einem Gähnen streckte sie sich und kam langsam auf ihre Beine, die unter ihrem Gewicht beinahe wieder nachgaben. Sie zitterte und sie hasste es. Sie hasste es, wenn das passierte. Immer wieder wurde sie von diesem komischen Traum heimgesucht. Gerade dann, wenn sie am wenigsten damit rechnete. So ging es schon seit sie zurückdenken konnte. Sie hatte schon vor langer Zeit aufgegeben, hinter die Bedeutung dieses Traums zu kommen. Auch hatte sie bisher Niemanden davon erzählt. Es gab eine Zeit wo sie darüber nachgedacht hatte sich Rafiki anzuvertrauen. Hatte sich jedoch dagegen entschieden. So weise und erfahren der alte Mandrill auch war, sie bezweifelte das er ihr bei ihrem Problem helfen könnte. Und außerdem war es keine große Sache. Sie musste einfach nur Geduld haben. Sie war sich sicher, dass die Träume von selbst irgendwann aufhören würden. Immerhin sind sie bereits seltener geworden. Als sie noch kleiner war hatte sie sie viel öfter gehabt. Es war also nur eine Frage der Zeit. Zumindest hoffte sie das.

Mit steifen Gliedern schleppte sie sich zu der kleinen Wasserstelle in der Höhle. Das Wasser dort war immer frisch und klar. Selbst wenn Bunga mal wieder darin badete. Ono hatte vor einiger Zeit die Vermutung aufgestellt, dass das Wasser in der Höhle durch unterirdische Kanäle mit dem Fluss unweit vom Königsfelsen verbunden war und das alte Wasser deshalb ständig mit neuen ausgewechselt wurde. Fuli sollte es recht sein. So war sie sich nämlich sicher auch wirklich sauberes Wasser zu trinken. Kühl rann es ihre Kehle herunter als sie in tiefen Zügen davon trank. Zwar war ihr Durst gelöscht, allerdings fühlte sie sich immer noch nicht besser. Sie fühlte sich ausgelaugt und erschlagen. Wie immer nach einer Nacht wie dieser. Ein wenig als wäre eine Gruppe Nashörner über sie drüber gelaufen. Sie starrte ihr Spiegelbild auf der Wasseroberfläche an, ehe sie sich in der Höhle suchend umsah. Als wollte sie sich vergewissern, dass außer ihr Niemand hier war. Prompt, und bevor sie es sich anders überlegen konnte, ließ sie sich ins Wasser gleiten und tauchte unter. Es war ein kurzes Bad und kaum dass sie die andere Seite erreicht hatte, kletterte sie auch schon wieder an Land. Zwar würde sie sich niemals an das Gefühl gewöhnen, das ihr durchnässtes Fell an ihr herunterhing. Sie musste aber zugeben, dass sie sich jetzt zumindest erfrischt fühlte.

„Das ist das mal zu sehen bekomme: Fuli die Gepardin nimmt freiwillig ein Bad.“, erschrocken wirbelte sie herum, als sie die ihr vertraute Stimme hörte. Im Höhleneingang stand ein Löwenjunges, dessen Kopf ein markantes Büschel aus rotem Fell zierte. Es war Kion. Jüngster Sohn von König Simba und Königin Nala. Auch wenn er persönlich sich nicht viel aus seinem königlichen Titel machte. Für ihn war viel wichtiger seine Position als Anführer der Löwen Garde des Geweihten Landes. Ihre Mission war der Schutz und Erhalt vom empfindlichen Kreis des Lebens. Ausgelassen trottete Kion in die Höhle. Während Fuli bemerkte, dass sie immer noch triefte. Unter ihrem nassen Fell wurde es Fuli plötzlich ganz heiß. Schnell schüttelte sie sich einmal kräftig durch, wodurch Wassertröpfchen in alle Richtungen flogen. „Hey!“, lachend sprang Kion zurück, als auch er etwas von Fulis Regen abbekam. Spielerisch ging er vor ihr in Kampfposition: „Frechheit! Vielleicht sollte ich dich nochmal ins Wasser schubsen.“ „Willst du das wirklich? Es könnte nicht gut für dich ausgehen.“, herausfordernd reckte Fuli ihr Kinn. Das war wohl ausreichend, damit Kion seine Meinung änderte. Er war zwar was das anging etwas lockerer als Fuli. Hielt sich aber wenn möglich auch vom Wasser fern.

Er lachte bevor er sich umdrehte und Richtung Höhlenausgang ging und nach einem kurzen Moment folgte sie ihm. „Aber jetzt im Ernst. Warum das morgendliche Bad und nicht die übliche Katzenwäsche?“, über seine Schulter warf er ihr einen neugierigen Blick zu. Innerlich zuckte Fuli zusammen. Doch sie schaffte es nichts auf ihrem Gesicht zu zeigen: "Ich musste mich frisch machen." Kion zog eine Augenbraue hoch: "Schlecht geschlafen?" "Kann man so sagen.", murmelte Fuli leise. Kritisch wurde sie von Kion beäugt. Er war vielleicht nicht der Scharfäugigste in der Garde, aber er schien durchaus bemerkt zu haben, das etwas an Fuli nagte. Wortlos beschleunigte Fuli ihr Tempo um sich vor Kion zu positionieren. Auf die Weise konnte er ihr zumindest nicht mehr ins Gesicht schauen.

Sie hatten den Königsfelsen umrundet und befanden sich jetzt an dessen Vorderseite. Wie ein gigantischer Stoßzahn rackte der breite Felsen über den Boden in die Höhe. Auf diesen stand gerade Kions Vater Simba und unterhielt sich mit seinem Berater Zazu. Als er die beiden jungen Raubkatzen bemerkte, blickte er zu ihnen: "Kion! Du und die Garde seid vorsichtig auf eurer Patrouille. Und vergiss nicht rechtzeitig zum Abendessen wieder nach Hause zu kommen. Du weißt dass deine Mutter es nicht mag wenn man zu spät kommt." "Keine Sorge! Bis Sonnenuntergang bin ich wieder da.", rief Kion seinem Vater zu. Eigentlich wollten er und Fuli sich jetzt auf den Weg machen, um sich mit Ono, Banga und Besthi am Wasserloch zu treffen.

Dies musste aber wohl noch warten, da Zazu seine Flügel ausbreitete und kurz darauf neben ihnen auf einem Felsen landete: "Guten Morgen, Prinz Kion." "Zazu. Ich habe dir doch schon so oft gesagt, du brauchst mich nicht so anzusprechen.", verlegen lächelte Kion den Nashornvogel an. "Mag sein. Aber nichts destotrotz gehörst du zur königlichen Familie und bist außerdem der Anführer der Löwengarde. Alleine deshalb sollte man dich mit den nötigen Respekt behandeln. Und guten Morgen auch an dich, junge Fuli.", Zazu blickte zu Fuli herüber. Fuli erwiderte sein Nicken: "Guten Morgen, Zazu." "Bevor ihr geht, würde ich euch noch gerne über etwas informieren: Es sind mehrere Sichtungen über einen unbekannten Vogel in der Nähe der Schattenlandgrenze eingegangen. Vielleicht könntet ihr euch der Sache annehmen.", berichtete Zazu. Kion verstand sofort: "Wir wollten ohnehin zur Schattenlandgrenze und dort nach dem Rechten sehen. Wir werden auf jedenfall die Augen offen halten."

Kion und Fuli verabschiedeten sich von Zazu und machten sich endlich auf dem Weg. Dabei konnte Fuli nicht anders und warf einen Blick auf Zazu zurück. Dieser war zurück zu Simba geflogen und setzte sein vorheriges Gespräch mit ihm fort. Der Vogel konnte einem manchmal etwas auf die Nerven gehen. Allerdings war er seit Jahren ein treuer Begleiter der königlichen Familie. Und auch Fuli hatte ihn einiges zu verdanken. Immerhin war er es, der sie einst gerettet hatte. Auf einen seiner morgendlichen Rundflüge hatte er sie im hohen Gras entdeckt. Ganz klein und mutterseelenalleine. Sie wurde erstmal zum Königsfelsen gebracht und von dort aus in die Obhut einer Gepardenpflegefamilie übergeben. Da sie aber sehr schnell selbstständig wurde, verließ sie die Familie recht bald wieder und begann alleine für sich zu sorgen. "Fuli? Ist alles in Ordnung?", sie wurde von Kions Stimme aus ihren Gedanken gerissen. Sie hüstelte: "Ja. Entschuldige. War kurz abgelenkt. Na los, komm. Die Anderen warten sicher schon. Wettrennen zum Wasserloch!" "Hey, warte! Dass ist nicht fair!", doch Kions Proteste fielen auf taube Ohren, als sie einfach losrannte.

Das war genau was sie gebraucht hatte. Das Gefühl ihrer Krallen die sich in die Erde bohrten und den Wind der um ihre Ohren blies. Es ließ sie ihren Traum und ihren miesen Morgen vergessen. Und wer weiß? Ein unbekannter Vogel an der Grenze? Das könnte interessant werden. Denn nur weil sie einen schlechten Morgen hatte, hieß dass doch noch nicht das ein schlechter Tag vor ihr stand, oder nicht?

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