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You are the Reason

von Neamma
Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Action / P18 / Het
Akainu Die Strohhut-Bande Monkey D. Ruffy Puma D. Ace / Gol D. Ace Trafalgar Law
01.04.2022
29.06.2022
33
51.708
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01.04.2022 1.673
 
Ich starrte in den Sternenhimmel. So friedlich und ruhig. Mein Atem wurde immer schwächer. Mir war kalt aber alles kam mir so weit weg vor. Sogar mein eigener Körper. Es sollte mir Angst machen zu spüren, wie mein Herz langsam aber sicher versagte. Aber es fühlte sich stattdessen friedlich an. Alle Schmerzen waren weg. Es war okay jetzt zu gehen.
Er war tot. Ich hatte ihn besiegt. Er würde niemals wieder jemandem Schaden können. Ich hatte meinen besten Freund.. meinen Bruder gerecht und bald wären wir wieder vereint.
Ich schloss die Augen. Schließlich wollte ich eine schöne Leiche sein. Offene Augen passten da nicht rein.

Mein Herz stolperte, raubte mir den Atem. Es schien verzweifelt das übrige Blut durch meinen Köpper transportieren zu wollen.
Es sollte endlich aufgeben, ich wollte nicht mehr.
Ich konnte nicht mehr.. ich war so müde.

Plötzlich legte sich etwas warmes,flauschiges  um mein Handgelenk.
„Verdammt.. sie lebt. LAWWW!!"
Ich wollte doch nur schlafen.
An meinem Köper wurde umher gedrückt und geruckelt.
„Wir müssen sofort auf's Schiff. Sie hält nicht mehr lange durch."
„Kommt sie durch?"
„Unwahrscheinlich."

„Ob sie in den Kampf mit Black Beard verwickelt war?"
„Ich denke sie hat ihn getötet."
„Niemals?"
„Doch.. ich kenn ihren Steckbrief. Ziemlich sicher."

Ich versuchte die Augen zu öffnen.

Die sollten leise sein.
Viel zu helles Licht blendete mich.
Ich lag auf etwas kaltem, metallischen. Ein Mann mit OP Maske beugte über mir.
„H ör auf.." meine Stimme war nur ein Flüstern, kaum zu hören doch er schien mich verstanden zu haben.
Er schüttelte den Kopf während er mir Sauerstoff anlegte.
„B itte.. ich bin so müde.. es ist so kalt. Ich kann nicht mehr.. ich will nicht mehr."
„Gleich wird es besser. Ich helfe dir."
Ich wollte noch etwas sagen doch dämmerte immer mehr weg. Ich wollte nicht leben, warum verstand er das nicht? Ich wollte nur friedlich gehen.

Vor Schmerz riss ich die Augen auf.
Der Monitor neben mir piepte sofort nervend schnell.
Verdammt. Ich krallte meine Hände in die Bettdecke.
Sofort eilte ein Typ in das Zimmer.
„Hast du starke Schmerzen?"
Ungläubig sah ich ihn an. Nein.. war voll angenehm.
Stark war sowas von untertrieben.
Ich konnte nichtmal atmen ohne dass es wehtat.
Und doch tat ich es viel zu schnell. Ich versuchte mich zu beruhigen weil grade das noch mehr weh tat.
„Shhht. Du bist sicher."  seine Hände umschlossen meine, welche mich immer verkrampft in der Decke waren. Um meine Sicherheit ging es mir grade eher weniger. Es sollte aufhören.. ich wollte zu Ace. Meinen Frieden. Frei von Schmerzen, frei von dieser Welt sein.
Erst jetzt merkte ich, dass ich weinte.
„Ich hol dir stärkere Schmerzmittel. Alles wird gut."
Ich nickte minimal. Selbst das tat weh.
Wo war ich überhaupt und wer war er?
Was war überhaupt passiert?!
Ich bekam Panik je mehr Erinnerungen sich durcheinander den Weg in meine Gedanken bahnten.
Ich hatte ihn getötet. Seine ganze Crew ausgelöscht. Ohne Würde und ohne Erbarmen.
Ich war ein Monster. Noch schlimmer als er selbst.

Der Mann kam zurück und spritzte mir etwas in den Infusionsbeutel, der an mir hing.
„Gleich wird es besser. Aber du musst dich beruhigen."
Ich versuchte es und schloss kurz die Augen.
Alles tat so weh.
„Dein Name ist Calia, richtig? Ich bin Law."
Leicht nickte ich.
Ich kannte seinen Steckbrief.
Der Chirurg des Todes.. oder so.
„Hast du Erinnerungen, was passiert ist?"
Ich musste schlucken.
„Ich kann mich an alles erinnern. Auch daran dass ich dich gebeten habe mich sterben zu lassen."
„Ich lasse mir keine Befehle geben."
Ein Lächeln stahl sich auf meine Lippen.
Eigentlich waren die Leute ängstlich wenn sie wussten wer ich bin.

„Wie schlimm ist es?" fragte ich ernster.
„Du hast sehr viel Blut verloren. Dein Herz hat mehrfach versagt. Deine Rippen sind teils gebrochen und angebrochen, der Brustkorb gebrochen. Die Lunge verletzt. Wirbel und Sehnen verschoben. Oberarm und Handgelenk auch gebrochen. Deine Schulter zertrümmert. Dazu Verletzungen der Haut. Ich habe alles zusammengeflickt so gut es ging.
Deine Beweglichkeit wird dennoch eingeschränkt sein und die Heilung lange dauern. Deine Ausdauer wird schlechter sein, du wirst mehr Pausen machen müssen."
Ich schluckte.
„Wie sehr eingeschränkt?"
„Deine Schulter war nicht zu retten. Ich habe alles für die  Optik fixiert, doch dadurch ist sie trotzdem versteift. Ebenso ein Teil der Wirbelsäule. Das heißt dein rechter Arm wird ab Ellenbogen nicht mehr anzuheben sein. Dein Oberkörper wird weniger drehbar und beugbar sein."
„Du hättest mich sterben lassen sollen...ich werde es so eh." meine Stimme brach.

„Du bist mit einem Herzfehler Kaiserin geworden. Da halten dich ein paar Wehwehchen sicher auch nicht auf."
„Woher.. ?"
„Ich hab dich durch meine Teufelsfrucht einmal komplett zerlegt um alles behandeln zu können." unterbrach er mich.
„Danke.."
Nun lächelte er.
„Jederzeit. Nun schlaf etwas, okay? Du brauchst viel Ruhe."
„Okay.."
Ich schloss die Augen und Law verlies das Zimmer.

Mein Leben als Piratin war gelaufen.
Mein Körper war zu kaputt um als Kaiserin bestehen zu können. Und ich mache keine halben Sachen. Entweder bin ich die Beste, oder lass es sein.
Sämtliche Piraten würden mich jagen, um meinen Platz einzunehmen. Ich würde im Kampf sterben. Law hatte sich die Mühe, mich zusammenzuflicken umsonst gemacht.
Es tat mir leid. So viel Mühe für nichts. Warum hatte er es überhaupt getan?! So wäre es ein friedliches Ende gewesen.
Irgendwann glitt ich ohne es zu merken in den Schlaf über.

Als ich wieder wach wurde war es komplett dunkel. Mein Hals fühlte sich so trocken an. Aber selbst ohne es zu versuchen war mir klar nicht aufstehen zu können.
Man.. eigentlich dürfte ich bei den ganzen Flüssigkeiten, welche durch einen Zugang in mich gepumpt wurden nie wieder durstig sein.. doch ich war es.
„Lawww?" rief ich etwas verzweifelt.
Rufen tat weh.
Sekunden später betrat er das Zimmer.
Das ging schnell.

„ Alles okay? Was hast du?" erkundigte er sich sofort.
„Wow.. das ging schnell. Ich verdurste langsam und qualvoll."
„Trinken könnte wehtun. Durch die Infusionen bekommet du eigentlich alles. Aber du kannst es natürlich probieren. Ich Koch dir einen Tee."
„Danke.. das ist sehr lieb von dir."
Ich fühlte mich etwas schuldig dass er sich um mich kümmern musste.
„Gerne."
Er verlies das Zimmer wieder.

Irgendwie ging es mir richtig schlecht. Geistig war es schlimmer aus körperlich. Die letzte Zeit war zu viel gewesen.
Ich begann zu weinen, ohne Grund, ohne irgendeinen speziellen Auslöser. Die Schmerzen die das schluchzen in meinem Oberkörper auslösten waren so viel weniger schlimm als meine Gefühle. Plötzlich legten sich Law's Arme um mich. Zuerst wollte ich mich wehren, doch es tat gut. Er schwieg einfach und hielt mich fest. Ich klammerte mich fester in sein T-Shirt.
Als würde ich ertrinken und nur er mich retten können.
So verharrten wir, bis ich vor Erschöpfung einfach einschlief.

Erschrocken schreckte ich hoch.
Es war hell und ich war wieder alleine.
Die Erinnerungen letzter Nacht ließen mich sofort erröten.
Ich blickte zum Nachtisch, wo noch die Tasse Tee stand.
Gierig wollte ich danach greifen, doch meine Schulter bewegte sich natürlich nicht.
Ich schluckte. Zwar hatte Law es mir erzählt doch so war es nochmal etwas anderes.
Ich biss die Zähne zusammen um nicht direkt wieder zu weinen.
Stattdessen schluckte ich die Schmerzen herunter und nahm die andere Hand. Hastig trank ich. Es fühlte sich an als hätte ich seit Jahren nichts getrunken.
Das schlucken tat, wie Law gesagt hatte etwas weh, war jedoch nicht schlimm.
Innerhalb von Sekunden war der kalte Tee leer.
Ob ich wohl aufstehen konnte?

Ich  wollte nicht alleine sein, dann konnte ich nicht nachdenken.
Ich löste die Schläuche vom Zugang und stellte das EKG und Sauerstoff Gerät ab. Ein Vorteil oft verletzt zu werden. Ich wusste wie alles funktioniert. Vorsichtig setzte ich mich auf und stand letztendlich. Mein Rücken, generell Oberkörper fühlte sich trotz Bandagen instabil an. Aber es ging. Ich wendete mein Rüstungshaki an, um es etwas angenehmer zum gehen zu machen und verstärkte meinen Oberkörper. Vorsichtig machte ich einen Schritt vor den anderen. So ging es. Ich ging zur Tür und öffnete sie.

Erschrocken blickten Law und ich uns gegenseitig an.

Vor Schreck hatte ich mein Haki losgelassen und stöhnte schmerzerfüllt als ich etwas in mir zusammensackte.
Sofort stützte Law mich, sodass nun fast alles Gewicht auf ihm lag.

„Du bist noch viel zu schwach um aufzustehen.."
Sein verärgerter Ton wurde von Wort zu Wort  immer sanfter als er mein Gesicht sah.
„Tut mir leid.." nuschelte ich.
„Schon okay. Was wolltest du?"
„Nichts eigentlich. Nur mal raus aus dem Zimmer."
Verstehend nickte er.
„Wir haben grade Angelegt und das Wetter ist schön. Du kannst dich auch auf Deck ausruhen."

Vorsichtig hob er mich nun komplett hoch.
Wie konnte ich ihm nur jemals danken? So viel Verständnis, und das ohne ein Wort hätte ich nie erwartet.
„Danke...du hast keine Ahnung wie viel mir das bedeutet" meine Stimme war leise doch er hörte sie so nahe garantiert.
Er ging mit mir durch's U-Bot ans Deck. Wir begegneten niemanden, wahrscheinlich waren alle unterwegs.

Vorsichtig lies er mich auf einem Liegestuhl herunter. Die Sonne schien angenehm in mein Gesicht und der leichte Wind fuhr durch meine langen Haare. Für einen kurzen Moment war alles okay.
Lächelnd legte Law mir seine Strickjacke als Decke über und lies sich neben mir, auf einem normalen Stuhl nieder.
„Sag Bescheid sobald etwas ist, du Schmerzen hast oder du schlecht Luft bekommst, okay?"
„Grade ist alles perfekt.." müde lächelnd blickte ich in seine grauen Augen.
Ich schloss die Augen und hörte den Wellen, dem Gekreische der Möwen zu. Diese Freiheit.
Das war mein Grund Piratin zu werden.
Mein Blick fiel zu Law. Auch er hatte die Augen geschlossen. Schlief er? Er sah bei genauerem hinsehen ziemlich fertig aus.
An was er wohl grade dachte?
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