Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Minderjährig: Verheiratet

von Nimue1979
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Bob Andrews Justus Jonas Kelly Madigan OC (Own Character) Peter Shaw Skinner "Skinny" Norris
31.03.2022
02.10.2022
55
64.549
13
Alle Kapitel
37 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
22.09.2022 933
 
Kapitel 51
Einkaufen
Perspektive Peter

7. März  Tag 158 Freitag


Morgen war die Hochzeit von Skinny und Stan und das brachte einen riesigen Trubel mit sich. Natürlich musste alles perfekt werden und Tante Mathilda war die ganze Zeit mit Dingen beschäftigt wie Anzüge und ihr Kleid bügeln. Ich hatte großes Verständnis dafür, daß die Hochzeit perfekt werden sollte, so perfekt wie unsere. Ich war nur der Meinung, daß weder Skinny noch Stan sich etwas daraus machten, ob nun die Anzüge gebügelt waren oder nicht. Zumal Stan klargestellt hatte, daß er auch diesmal keine Krawatte anziehen würde.

Es war eigentlich vollkommen egal und dennoch musste ich darüber nachdenken, was es damit auf sich hatte. Ich stellte Justus die Frage, bei ihm konnte ich keinen allzu Wunden Nerv treffen: „Warum mag Stan keine Krawatte tragen?“

„Ich habe ihn nie gefragt, aber ich denke es ist logisch. Seine Mutter hat die Kinder am Heizkörper festgebunden. Und auf dieser Farm haben sie ihm ein Elektroschockhalsband angelegt. Ich denke das ist Grund genug es nicht zu ertragen können, wenn etwas rund um den Hals anliegt, ganz unabhängig davon, ob er zudem vielleicht schon mal von einem Freier mit einer Krawatte stranguliert wurde“, erklärte Justus mir, während er den Zettel mit Tante Mathildas Aufgaben für uns alle von heute überflog.

„Ooh“, machte ich nur und wollte so schnell wie möglich wieder an etwas anderes denken. Ich sah ebenfalls auf Tante Mathildas Liste und suchte mir eine Aufgabe heraus. Um dem Hochzeitstrubel zu entkommen, übernahm ich heute freiwillig den Wocheneinkauf.

Ich fuhr dazu mit dem Pick Up zum Grocery Store, ausgestattet mit einer ewig langen Einkaufsliste und Onkel Titus Kreditkarte. Ich holte mir den größten Einkaufswagen, den es gab und lief aufmerksam durch die Reihen.

Ich ging viel zu selten Einkaufen, schloß ich daraus, daß ich keine Ahnung hatte, wo ich die Produkte, die ich kaufen sollte fand. Während Andere fast blind durch die Gänge liefen und nur noch gezielt zugreifen mussten, musste ich alles ganz genau absuchen. Als ich zig verschiedene Sorten Joghurts nach meinem Lieblingsjoghurt durchsuchte, gab ich auf und fragte immer ein paar von den Frauen, die scheinbar von jedem Produkt den genauen Regalplatz wussten ohne genauer hinschauen zu müssen. Tatsächlich war diese Methode sehr erfolgreich.  

Die meisten halfen sehr gerne und freuten sich über ein Danke und ich sparte viel Zeit dadurch. Als ich auch beim Waschmittel, die erstbeste Frau ansprach, auch wenn sie mir den Rücken zugewandt hatte, griff auch diese zielsicher zu, drehte sich um, um mir die Packung zu reichen und erstarrte mitten in der Bewegung.

Wir erkannten uns gleichzeitig, ausgerechnet meiner Mutter war ich hier über den Weg gelaufen und hatte sie angesprochen wie eine Fremde. Doch ich stellte fest, daß ich seit unserer letzten Begegnung innerlich einen großen Schritt gemacht haben musste. Ich war zwar etwas genervt ausgerechnet ihr zu begegnen, aber es fühlte sich nicht schrecklich an, nicht wie die Situation, als ich meine Sachen aus ihrem Haus abholen wollte.

Souverän nahm ich das Päckchen Waschmittel entgegen und bedankte mich förmlich aber freundlich bei ihr: „Danke Mrs Shaw. Das ist wirklich nett. Ich wünsche ihnen ein schönes Wochenende.“ Ich legte das Päckchen mit dem Waschmittel in den Einkaufswagen und schob diesen an ihr vorbei und warf einen Blick auf die Einkaufsliste. Weichspüler, das war sicherlich nicht weit.

Ich ließ links und rechts meinen Blick über die Produkte wandern, als ich von hinten angesprochen wurde und sich eine Hand auf meine Schulter legte: „Peter, warte. Du kannst doch jetzt nicht einfach gehen! Lass uns miteinander reden.“

Ich drehte mich zu ihr um, schüttelte sachte den Kopf und lehnte ab: „Sofern du mir nicht jetzt sagst, daß du deiner Religion abgeschworen hast, haben wir uns nichts zu sagen.“

„Abgeschworen?“, fragte mich meine Mom entsetzt mit weit aufgerissenen Augen.

„So nennt ihr das doch, oder? Dem Teufel oder einem Gott abschwören“, bestätigte ich mit einem lockeren Schulterzucken.

„Ich würde doch niemals Gott abschwören“, entgegnete sie komplett entsetzt.

Ich nickte und stellte sachlich fest: „Ihr habt eine Entscheidung getroffen, für eure Religion und gegen mich. Ich habe mich auch entschieden. Für Bob und die Liebe und gegen euren religiösen Fanatismus.“ Bei dem letzten Satz hob ich meine Hand hoch und zeigte ihr damit meinen Ehering. „Solange ihr glaubt Folter und Diskriminierung sei Liebe, solange sehe ich keinen Grund, warum ich mit euch reden sollte.“

Sie schluckte sichtbar, sagte aber nichts. Und ich wandt mich wieder dem Regal zu, entdeckte  reihenweise Weichspüler darin und sprach eine ältere Dame an, die ganz gezielt eine Packung aus den Regal griff: „Tschuldigung, wissen sie wo ich diesen Weichspüler finde?“, fragte ich sie und hielt ihr den Zettel hin.

Die Falten ihrer dunklen Haut, verzogen sich zu einem sehr freundlichen Lächeln und sie ging drei Schritte weiter und nach nur kurzem innehalten, währenddessen sie mit den Augen das Regal abzuscannen schien, griff sie ins Regal und reichte mir genau das Produkt, das mir Tante Mathilda aufgeschrieben hatte.

Ich bedankte mich höflich bei der älteren Dame mit den freundlichen Lachfalten und der dunklen Haut und ging dann ohne mich noch einmal umzudrehen weiter, um die Einkäufe zu erledigten.

Wie meine Mom darauf reagierte, konnte ich nicht sehen und eigentlich war es mir auch egal. Ich war selbst von mir überrascht, wie wenig mir das gerade ausmachte, aber für mich war das Thema durch, für seine Eltern  scheinbar noch nicht. Ich konzentrierte mich weiter auf meine Einkäufe und vergaß darüber sogar daran zu denken, so daß ich niemanden von der Begegnung erzählte. Es war mir einfach nicht wichtig genug, im Gegensatz zu der anstehenden Hochzeit.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast