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Staying Up [Archibald Bermondsey]

von traitor
Kurzbeschreibung
OneshotFreundschaft / P12 / MaleSlash
28.03.2022
28.03.2022
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A/N: Ein Freund hat mir diesen Link geschickt:   The Affair at Beechwood Hall

Und ich hab die Kurzgeschichte gelesen wobei mir diese Idee hier kam. Es ist scheinbar die erste Geschichte einer Serie, aber ich hab die anderen Teile nicht gefunden und hoffe, dass der Autor die noch hochlädt, denn irgendwie mag ich Archibald Bermondsey und Hugh Lafayette.

Englisches Original: Staying Up


*~*~*~*~*~*~*~*~*~*

Die Gaslaternen in den Straßen waren angemacht worden, da es bereits spät war als Lafayette nach Hause zurückkehrte. Er kam um eine Ecke und im düsteren Licht erblickte er eine Gestalt auf der Bank gegenüber seines Hauses hocken. Obwohl Lafayette die dünne Figur vor zwei Jahren nur kurz gesehen hatte, war er sicher, dass es niemand anderes als Archibald Bermondsey war. Lafayettes Herz begann schneller zu schlagen. Was machte Bermondsey hier und wo war er all diese Jahre gewesen?

Als Lafayette sich auf die Bank zubewegte, bemerkte der andere Mann ihn auch.

“Detective Inspector Lafayette,” sagte Bermondsey und ein schwaches Lächeln kroch über sein Gesicht, “Eine Weile ist's her.”

“Tatsächlich,” stimmte Lafayette zu. Sie saßen schweigend für ein paar Minuten, jeder von ihnen ging seinen eigenen Gedanken nach. Lafayette hatte Fragen, viele Fragen die er beantwortet haben wollte. Wo war Bermondsey für zwei Jahre gewesen? Was hatte er gemacht? Warum war er nicht eher aufgetaucht? Warum jetzt, warum heute? War etwas passiert?

“Also... Wie ist es dir ergangen?”

Bermondsey kniff seine Augen zusammen während er Lafayette beobachtete.

“Eine merkwürdige Frage.”

“Ist es?” fragte Lafayette, überrascht. Alles was er wollte war eine leichte Konversation.

“Sie haben so viele Fragen und das ist die erste, die Sie stellen?”

“Was hätten Sie zuerst gefragt?”

Bermondsey zuckte mit den Schultern und fuhr sich mit den Fingern durch die langen Haare. Eine Bewegung die Lafayette nicht entging. Irgendwie sah Bermondsey dünner aus als vor zwei Jahren, wenn das überhaupt möglich war.

“Ich hab den Artikel über die Gerichtsverhandlungen in der Zeitung gelesen. Ich nehme an, ich habe Ihnen zu gratulieren für ihre Arbeit den Mord von Cecil Campendonk aufzuklären,” sagte Bermondsey spöttisch. Lafayette biss sich auf die Lippe.

“Ich habe es für das Beste empfunden Sie aus meiner Aussage vor Gericht herauszuhalten. Wir alle haben es für das Beste empfunden, da Sie einfach verschwanden. Niemand wusste wo sie waren... Sie waren einfach spurlos verschwunden. Ich wollte nicht, dass jemand dachte Sie hätten etwas mit dem Mord zu tun nachdem Sie mir all die Beweise gaben die ich brauchte um die Ehefrau zu verhaften,” erklärte Lafayette. Er hatte sich oft gefragt nach Bermondseys plötzlichen Verschwinden ob dieser etwas mit dem Mord zu tun gehabt hatte. Aber er hatte nie ein Motiv gefunden.

“Wollen Sie mir sagen wo sie die letzten zwei Jahre waren?”

“Hier und dort. Hab niemals London verlassen, war niemals fern. Es war unterhaltsam Sie zu beobachten. Sie haben mich niemals vergessen,” sagte Bermondsey. Lafayette stieß Luft aus der Nase.

“Wie könnte ich? Seit dem Tag in Beechwood Hall haben Sie meine Gedanken nie verlassen und egal was ich tat, ich konnte Sie nicht vergessen. Nicht für einen einzigen Tag. Und ich wollte nicht vergessen.”

Bermondsey lächelte sanft. Aber es war weg so schnell wie es erschienen war.

“Dann sind Sie der Erste, der mich nicht weg wünscht,” sagte er und seufzte. Lafayette starrte ihn an. Was sollte das bedeuten?

“Ich hab ein paar unregelmäßige Arbeiten gemacht um Geld zu verdienen und um ein Auge auf Sie zu haben.”

“Warum wollten Sie ein Auge auf mich haben? Ich bin der ältere und mehr erfahrene Mann. Ich sollte ein Auge auf Sie haben. Ich habe es versucht, aber Sie waren nirgendwo aufzufinden,” sagte Lafayette und kreuzte die Arme vor der Brust.

“Ah, aber ich war da. Sie haben sich nur nicht gut genug umgesehen. Erinnern Sie sich an den Fall der Sängerin Doris Fletcher? Ich war dort. Ein halbes Dutzend Schritte von Ihnen entfernt.”

“Aber warum sagten Sie nichts!” rief Lafayette aus und winkte mit seinen Armen in der Luft. Er hatte zeitweilig Tage damit verbracht nach Bermondseys zu suchen. Dieser Mann hatte sein Gedächtnis eingenommen gehabt während er sechs Fuß von ihm entfernt gewesen war.

“Vielleicht wollte ich nicht gefunden werden.”

“Aber jetzt wollen Sie es schon?”

“Andernfalls wäre ich nicht hier,” sagte Bermondseys und stand auf.

“Warum?”

Lafayette stand ebenfalls auf. Sie waren sich nah. Trotz der Dunkelheit konnte er Bermondseys grüne Augen sehen, die im flackernden Licht der Gaslaternen leuchteten. Lafayette hatte diese grünen Augen nicht vergessen. Nicht für einen Tag in diesen zwei langen Jahren. Langsam streckte er seinen Arm aus und berührte Bermondsey an der Schulter. Irgendwie konnte er es immer noch nicht glauben, dass er genau vor ihm stand.

“Warum?” wiederholte Bermondsey, “Weil ich sah wie es Ihnen immer schlechter ging mit jedem Tag.”

“Sie machen auch keinen besseren Eindruck. Sie sind noch dünner als von vor zwei Jahren, etwas das ich nicht für möglich gehalten hatte. Was ist passiert?”

Bermondsey schüttelte seinen Kopf.

“Nichts ist passiert,” sagte er schweigsam, aber Lafayette glaubte ihm kein Wort. Etwas war definitiv passiert. Warum sonst hatte er sich gerade nun dazu entschieden aus den Schatten aufzutauchen?

“Kommen Sie,” sagte Lafayette und nahm seine Schlüssel aus der Tasche, “Abendessen wartet. Ich bin mir sicher, dass mein Koch genügend für uns beide gemacht hat.”

Bermondsey wollte protestieren, doch Lafayette hob seine Hand. Er wollte nichts davon hören. So folgte Bermondsey Lafayette nach drinnen.

Das Haus war groß, viel zu groß für einen Mann und zwei Angestellten, aber es war der einzige Ort, an welchem Lafayette sich zu Hause fühlte. Während des Essens sprachen sie nicht viel und Lafayette fühlte wie die Erschöpfung ihn einholte.

“Wir reden morgen,” sagte er zu Bermondsey nach dem Abendessen, “Ich werde George sagen, dass er das Gästezimmer und ein Bad vorbereiten soll.”

Müde ging Lafayette zu Bett, doch seine Gedanken arbeiteten unerlässlich und wollten nicht verstummen. Diese beiden Jahre war Bermondsey da gewesen, nicht weit entfernt und er hatte nichts gesagt. Warum nicht? Lafayette verstand nicht.

Gegen drei Uhr Morgens — Lafayette hatte nicht ein Auge zugetan — stand er auf. Bevor er die Tür seines Schlafzimmers öffnete zögerte er. Was machte er hier? Das war nicht die Art und Weise eines Gentleman. Er sollte warten bis eine umsichtigere Zeit herankam. Am Ende siegte jedoch Lafayettes Neugier. Leise öffnete er die Tür und schlich auf den dunklen Flur. Alle Lichter waren gelöscht, doch das hielt ihn nicht auf, da er sein Haus auswendig kannte und es im Dunklen navigieren konnte.

Die Tür zum Gästezimmer war geschlossen und Lafayettes Hand schwebte über dem Türgriff. Letzte Chance es sich anders zu überlegen. Lafayette drückte vorsichtig die Klinke nach unten. Wenn Bermondsey schlief, dann würde er noch ein paar Stunden warten und erst dann wiederkommen, wenn er allerdings wach war...

The Vorhänge waren nicht geschlossen und das Licht des Mondes schien durch das Fenster. Bermondsey saß aufrecht im Bett, als Lafayette eintrat.

“Sie schlafen nicht. Warum?”

“Sie schlafen auch nicht.”

“Ich hab Sie zuerst gefragt,” sagte Lafayette. Er nahm wahr wie Bermondseys Haltung sich veränderte.

“Ich kann nicht schlafen. Hab seit Tagen nicht mehr geschlafen.”

Langsam lief Lafayette zum Bett herüber und setzte sich auf die Kante. Er wartete darauf, dass Bermondsey weitersprach, doch er tat es nicht. So saßen sie ohne ein weiteres Wort zu sagen und Lafayette bemerkte wie Bermondseys Körper zusammenfiel, doch in der selbigen Sekunde wieder aufrecht schoss.

“Angst einzuschlafen?” fragte Lafayette sanft. Bermondsey nickte.

“Albträume?”

Ein weiteres Nicken.

“Wenn Sie nicht allein schlafen wollen, dann bleib ich hier, in dem Sessel da drüben. Mir macht das nichts aus und Sie können schlafen ohne sich Sorgen zu machen. Ich werde Sie beschützen.”

“Aber auch Sie sind müde,” flüsterte Bermondsey.

“Ein paar Stunden werde ich durchhalten.”

Lafayette wechselte die Bettkante mit dem Sessel, und auch wenn er nicht so bequem war wie sein eigenes Bett würde er Wache über Bermondsey halten, würde dieser es wollen, sodass er beruhigt schlafen könnte. Für zwei Minuten herrschte Stille, doch dann hörte Lafayette wie Bermondsey flüsterte, “Danke.”

Lafayette lächelte. Sie Stunden die vor ihm lagen würden lang und ermüdend werden aber sie würden es auch wert sein.
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