Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Projekt 137.43.M.D.

von Daedalean
Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / Het
Draco Malfoy Hermine Granger
28.03.2022
02.07.2022
49
94.529
68
Alle Kapitel
539 Reviews
Dieses Kapitel
19 Reviews
 
23.06.2022 2.929
 
XXXVII.
CONDITIO NECESSARIA
(Notwendige Bedingung)



„Mr. Malfoy hat sich während seiner Resozialisierungsphase vorbildlich und umgänglich gezeigt. All seine Termine hat er stets pünktlich wahrgenommen.“ Hermine fasste ihren Bericht mit zitternden Lippen zusammen. „Die magische Gemeinschaft hat gut auf ihn reagiert. Ich habe am Anfang viele misstrauische Blicke bemerkt, doch innerhalb der letzten Wochen haben sie sich zunehmend verflüchtigt. Ich habe tatsächlich das Gefühl, dass die Bevölkerung sich mittlerweile an seinen Anblick gewöhnt hat. Die Vorkehrungen des Ministeriums haben Früchte getragen.“

Tiberius Ogden nickte. Er hatte Hermines Bericht, den sie am gestrigen Abend in das Postfach des Zaubergamots gelegt hatte, vor sich ausgebreitet und las ihn erneut quer, während er gleichzeitig ihren Worten lauschte.

„Er hat während der Resozialisierungsphase Bekanntschaften geschlossen und hat mehrfach selbstständig die Winkelgasse besucht. Seine Heiler waren ebenfalls äußerst zufrieden mit ihm. Mr. Malfoys Körper hat sich in einer atemberaubenden Geschwindigkeit regeneriert. Es spricht also wirklich nichts gegen die Restauration“, schloss sie schließlich und faltete nervös ihre Hände im Schoß.

„Es gab aber einen Zwischenfall in der Winkelgasse. Mit Mr. Theodore Nott. Gibt das Anlass zur Sorge, dass es zu einem Rückfall kommen könnte?“ Ogden klang nicht restlos überzeugt. Als er die entsprechende Passage in ihrem Bericht erreichte, rückte er seine Brille zurecht.

„Es gab in der Tat einen Zwischenfall, Sir. Aber Mr. Nott hat Mr. Malfoy zu Unrecht provoziert. Er hat Andeutungen bezüglich der Obliviierung gemacht und ihm gedroht“, warf Hermine sofort verteidigend ein und setzte sich ein wenig auf. „Er hat damit das gesamte Projekt gefährdet und ich bin mir sicher, dass es Absicht war. Ich rate dem Zaubergamot dringend dazu, Mr. Nott diesbezüglich zu befragen. Wir können es nicht riskieren, dass er ein solches Verhalten auch bei anderen obliviierten Tätern an den Tag legt.“

„Danke für ihre Einschätzung, Miss Granger.“ Ogden warf ihr einen flüchtigen, irritierten Blick über den Rand seiner Brille zu und Hermine errötete.

Das hochrangige Mitglied des Zaubergamots war es wohl kaum gewohnt, von einer einfachen Beamtin des Verwaltungsdienstes, wie sie eine war, eine Arbeitsempfehlung zu erhalten. Sie schlug die Augen nieder und schwieg, doch Ogden kommentierte es nicht weiter.

„In Ordnung. Dann wird es nun Zeit - ich habe bereits um halb 12 den nächsten Termin und eine Gedächtnis-Restauration dauert mindestens eine Viertelstunde. Mr. Potter sollte sich bereits in den Gerichtsräumen befinden.“

Hermine nickte, erhob sich von dem Stuhl, auf dem sie gesessen hatte, und machte sich rasch auf den Weg zur Tür.

„Ah, und Miss Granger?“

Sie drehte sich noch einmal zu Ogden herum, der sie mit einem seltsamen Blick bedachte. Er war nicht wirklich freundlich, was in einem deutlichen Kontrast zu seinen nächsten Worten stand. Sie konnte sich keinen Reim darauf machen.

„Gute Arbeit.“

Hermine schluckte schwer. Dann trat sie auf den Gang und machte sich hastig auf den Weg zu dem vereinbarten Treffpunkt, um Draco in die Räumlichkeiten des Zaubergamots zu begleiten.

***

Seltsamerweise war er ziemlich nervös.

Draco hatte sich zehn Minuten früher, als Granger es verlangt hatte, im Atrium des Ministeriums eingefunden. Jetzt lehnte er bemüht lässig an einer der Säulen und beobachtete die goldenen Aufzüge, die von unzähligen Hexen und Zauberern in Ministeriumsumhängen genutzt wurden.

Selbstverständlich musste er nicht lange auf Granger warten. Auch sie war - wie immer - ein wenig zu früh dran und entdeckte ihn zu seinem Leidwesen sofort. Er hatte gehofft, sie noch einen kurzen Augenblick unbemerkt beobachten zu können, doch sie machte sich sofort auf den Weg in seine Richtung und begrüßte ihn mit einem knappen Nicken.

Sie war angespannt. Er hatte gelernt, ihre Haltung zu deuten, und registrierte es daher mit einem raschen Blick. Doch er schob es auf all die Dinge, die zwischen ihnen vorgefallen waren.

„Gut, du bist pünktlich.“

In Grangers Stimme klang Erleichterung mit und Draco fragte sich insgeheim, ob sie es tatsächlich in Betracht gezogen hatte, dass er nicht auftauchen würde.

„Ich habe mich doch bisher an alle deine Anweisungen gehalten“, erinnerte er sie und handelte sich einen strafenden Blick ein. Eine Antwort hielt sie wohl für unnötig, denn sie hatte sich schon wieder in Bewegung gesetzt und bedeutete ihm mit einer kurzen Handbewegung, ihr zu folgen. Er seufzte resigniert und tat es.

Sie erreichten einen der goldenen Aufzüge und traten - Merlin sei Dank flankiert von einigen weiteren Hexen und Zauberern - nacheinander ein. Draco warf einen kurzen Blick zu Granger und konnte sich anhand ihrer Miene zusammenreimen, dass ihr ähnliche Gedanken durch den Kopf schießen mussten wie ihm. Er erinnerte sich noch allzu gut daran, wie sie bei ihrer letzten gemeinsamen Fahrt mit einem der Aufzüge übereinander hergefallen waren, und verspürte augenblicklich ein undefinierbares Ziehen hinter seinem Nabel.

Doch es war weiß Merlin nicht die richtige Situation, um die intensiven Bilder wieder vor seinem geistigen Auge heraufzubeschwören. Also riss er sich zusammen, räusperte sich und richtete seinen Blick starr auf den Hinterkopf des Ministeriumsbeamten vor ihm.

Sie hatten bereits mehrere Stockwerke passiert, als Draco auffiel, dass sie auf dem Weg in die Gerichtsräume im Untergeschoss sein mussten. Er wunderte sich ein wenig darüber, erinnerte sich dann aber daran, dass es sich um eine gerichtliche Betreuung handelte. Es gehörte also mit aller Wahrscheinlichkeit zum üblichen Prozedere, diese Art von Gesprächen in einem Gerichtssaal zu führen. Damit schob er den Gedanken von sich und verließ, immer noch gelassen, hinter Granger den Aufzug. Sie sprach kein Wort mit ihm.

Erst als sie den Gerichtssaal erreichten und Draco doch tatsächlich Potter entdeckte, der auf einem der Stühle in der Mitte des Raums saß und auf sie zu warten schien, wurde er misstrauisch.

„Was macht der denn hier?“, zischte er Granger zu, doch sie sah ihn nicht an.

Draco hob die Augenbrauen und versuchte, sie allein mit seinen Blicken dazu zu zwingen, ihm zu verraten, was genau hier eigentlich gerade los war. Doch sie wich ihm beharrlich aus und ließ sich stattdessen, nun deutlich zitternd, ebenfalls auf einen der Stühle sinken. Weil er nicht wusste, was er sonst tun sollte, tat er es ihr gleich.

„Malfoy.“

Potter nickte ihm kurz zu, sah ihn aber nicht unfreundlich an.

„Potter.“

Draco ließ seinen Blick flüchtig über die anderen Personen wandern, die sich abgesehen von ihnen in dem kleinen Saal eingefunden hatten. Zwei von ihnen waren unverkennbar Auroren. Die mitternachtsblauen Umhänge und ihre glänzenden Abzeichen verrieten sie. Sie hatten sich lässig an die gekachelte Wand gelehnt, hielten ihre Zauberstäbe im Anschlag und beobachteten ihn argwöhnisch, was Draco nicht begriff.

Ein kleiner, hutzeliger Mann mit Nickelbrille saß ebenfalls an dem Tisch, an dem sie Platz genommen hatten. Er musterte ihn gleichsam neugierig wie zwiespältig über den Rand seiner Brillengläser hinweg und Draco befiel in Folge seines Blicks ein eigentümliches Gefühl. Irgendetwas war hier ganz eindeutig faul. Er hatte zwar keinen blassen Schimmer, was genau das sein sollte, doch nun hatte etwas von ihm Besitz ergriffen, das ihm eine Gänsehaut über den Rücken jagte: Es war ein Fluchtinstinkt.

Der ältere Zauberer räusperte sich und glättete seine Robe, bevor er sprach.

„Guten Tag, Mr. Malfoy. Mein Name ist Tiberius Ogden und ich bin Mitglied des Zaubergamots des britischen Zaubereiministeriums. Ich muss Sie bitten, mir für die Zeit unserer Unterhaltung Ihren Zauberstab auszuhändigen.“

Draco zögerte. Er warf erneut einen Blick zu Granger und jetzt erwiderte sie ihn tatsächlich. Ihre braunen Augen waren geweitet und er versuchte krampfhaft, zu verstehen, was sie ihm damit stumm vermitteln wollte. Wollte sie ihn beruhigen? Bat sie ihn um Verzeihung? Er konnte es nicht sicher benennen, doch etwas in ihren Augen brachte ihn dazu, seine Hand zu heben und seinen Zauberstab langsam über den Tisch zu schieben. Seine Hand bebte.

Der Zauberer, der sich ihm als Tiberius Ogden vorgestellt hatte, nahm den Stab an sich und nickte den zwei Auroren an der Wand kurz zu. Während einer von ihnen sich zu ihnen gesellte und betont desinteressiert nach einer Feder griff, hob der andere seinen Zauberstab. Draco spürte augenblicklich, wie die Magie des ungesagten Zaubers ihn auf seinem Stuhl fesselte, und er hob verständnislos den Kopf.

„Was zur Hölle?“, keuchte er und versuchte, seine Arme zu bewegen, doch die magischen Fesseln waren unnachgiebig und zurrten sich sogar noch fester zu, als er sich bewegte.

„Was soll das? Hermine?“

Er konnte nicht verhindern, dass seine Stimme einen verzweifelten Ton annahm, als er sich wieder an sie wandte. Grangers Kopf ruckte hoch und sie sah ihn fassungslos an. Ihre Augen waren feucht und das war es auch, was schlussendlich dazu führte, dass Draco in blanke Panik verfiel. Verdammt nochmal, Granger war knapp davor, zu heulen. Er war zweifelsfrei am Arsch. Und das, obwohl er keinen blassen Schimmer davon besaß, was man ihm vorzuwerfen hatte.

Seine Gedanken drehten sich. Er wollte sich verteidigen. Wollte dem alten Zauberer ins Gesicht schleudern, dass Nott ihn zuerst geschlagen und provoziert hatte. Wollte Potter fragen, warum zur Hölle er dem Gamotmitglied nicht erklärte, was in der Winkelgasse in Wahrheit vorgefallen war - denn um nichts anderes konnte es hier gehen. Es war der einzige Vorfall gewesen, seitdem Draco das St. Mungo Hospital verlassen hatte. Aber rechtfertigte eine harmlose Prügelei ohne jegliche Anwendung von Magie, dass er nun in einem Gerichtssaal des Zaubereiministeriums gefesselt auf einem Stuhl saß?

Draco wand sich und schnappte nach Luft. Sein Blick huschte wieder zu Granger, doch sie war in eine Art Schockstarre verfallen. Ihre glasigen Augen hatte sie fest auf die Tischplatte gerichtet und sie knetete angespannt ihre Hände in ihrem Schoß.

„Beruhige dich, Malfoy“, bat Potter und erhob sich. „Ich werde dich jetzt schocken, damit du zur Besinnung kommst. Dir wird nichts geschehen - ich gebe dir mein Wort.“

Irgendetwas an Potters Worten gab Draco das sichere Gefühl, dass das genaue Gegenteil der Fall sein würde. Auch der ehemalige Gryffindor macht den Eindruck, als würde er sich überhaupt nicht wohl in seiner Haut fühlen. Er warf immer wieder einen kurzen Blick zu Granger, als würde er sich vergewissern wollen, dass mit ihr alles in Ordnung war. Draco verstand gar nichts mehr.

„Mr. Potter. Es wird Zeit“, mischte Ogden sich ein und Potter nickte. Dann hob er seinen Zauberstab und richtete ihn direkt auf Dracos Oberkörper, der sich unwillkürlich soweit zurücklehnte, wie die Lehne des Stuhls es zuließ.

„Nein, Moment, nein. Bitte. Hermine?“

Er flüsterte es flehentlich, aber es erfüllte nicht seinen Zweck. Ihre Finger zuckten beim erneuten Klang ihres Vornamens zwar leicht in ihrem Schoß, doch ansonsten gab es keine Anzeichen dafür, dass sie ihn überhaupt gehört hatte.

„Stupor“, murmelte Potter seufzend und dann wurde es schwarz.

***

So hatte es nicht im Protokoll gestanden. Es war nicht zwingend nötig, den Täter vor der Restauration zu betäuben, das wusste Hermine. Sie vermutete, dass Harry es getan hatte, um Draco den panischen Zustand zu ersparen, in dem er bereits gesteckt hatte und der sich unweigerlich intensiviert hätte, wenn er während der minutenlangen Gedächtniswiederherstellung bei Bewusstsein gewesen wäre. Sie war ihrem Freund unglaublich dankbar. Er hatte das Herz am richtigen Fleck.

Sie hingegen fühlte sich schrecklich. Sie kam sich vor, als hätte sie Draco zur Schlachtbank geführt, dabei hatte sie seit Beginn des Projektes gewusst, dass dieser Tag kommen würde. Es hatte stets nur zwei Möglichkeiten gegeben: Entweder die Resozialisierungsphase scheiterte und der Täter landete samt restauriertem Gedächtnis wieder in Askaban. Oder der Täter bestand seine Prüfung. In letzterem Fall wurde dieser inklusive restaurierter Erinnerung tatsächlich endgültig in die Freiheit entlassen.

Es war niemals angedacht gewesen, einen Täter auf Dauer zu obliviieren. Es war eine invasive Technik. Natürlich war es das. Aber das Ministerium hatte, als das Dekret zur Resozialisierung von Straftätern in das Magische Strafgesetzbuch aufgenommen worden war, nie die Möglichkeit offen gelassen, dass ein Täter seine Erinnerungen nicht nach Abschluss des jeweiligen Projekts zurückerhielt - wie auch immer dieser Abschluss aussehen mochte.

Hermine hatte es gewusst. Harry hatte es gewusst. Sogar Ginny hatte es gewusst. Sie hatte mehrfach darauf angespielt, wenn sie mit ihr über Draco gesprochen hatte. Doch auch dies hatte Hermine nicht darauf vorbereiten können, wie es sich schlussendlich anfühlen würde, wenn der Zeitpunkt tatsächlich gekommen war.

Die Panik in Dracos Augen hatte sie heftig getroffen. Und dann hatte er ihren Namen gesagt - ihren Vornamen. Das flehentliche, verunsicherte „Hermine“ aus seinem Mund hatte ihr den Rest gegeben und sie hatte sich krampfhaft zusammenreißen müssen, um nicht vor aller Augen in Tränen auszubrechen. Sie war sich sicher, dass es Ogden unweigerlich dazu veranlasst hätte, einen entsprechenden Eintrag in ihrer Mentorenakte vorzunehmen, wenn sie während der Restauration die Fassung verloren hätte.

Also saß sie nun hier und konzentrierte sich darauf, zu atmen, während Harry mit einer stoischen Ruhe die komplizierten Zauberformeln sprach, die es benötigte, um mehr als zehn Jahre an Erinnerungen zu restaurieren. Sie wagte hin und wieder einen Blick auf seinen Zauberstab und registrierte, dass er verdammt gute Arbeit leistete. Das musste er auch. Das Zaubereiministerium erlaubte den ausführenden Beamten an dieser Stelle keine Patzer und das emsige Kratzen der Feder verriet ihr, dass Harrys gesamte Zauberei pflichtbewusst von einem der beiden anderen Auroren dokumentiert wurde.

Der dritte Auror sowie Ogden hatten ihre Blicke ebenfalls prüfend auf Harry gelegt und beobachteten den Vorgang aufmerksam, so wie es das Gesetz von ihnen verlangte.

Die Zeit rauschte an ihnen vorbei und Hermine bekam das Zittern ihrer Hände kaum in den Griff. Für eine Weile senkte sie den Blick auf ihre zuckenden Fingerspitzen und hob ihn tatsächlich erst wieder, als sie hörte, wie Harry ein paar Worte mit Ogden wechselte. Er war offensichtlich fertig.

Ogden stand auf, klopfte ihm auf die Schulter und murmelte eine kurze Verabschiedung. Das war vorherzusehen gewesen. Die Erklärungen und den wahrscheinlich tobenden Draco Malfoy würde er Harry und ihr, der Mentorin des Projekts, überlassen. Dracos Zauberstab hingegen ließ er sorgsam in seinem Umhang verschwinden und verließ dann den Gerichtssaal, um, wie Hermine stark annahm, sofort zu seinem nächsten wichtigen Termin zu eilen.

Harry betrachtete sie besorgt. Hermine ignorierte es. Sie hatte nur noch Augen für Draco und betrachtete die blonden Strähnen, die ihm wirr in die Stirn fielen. Seine Gesichtsmuskeln waren erschlafft - ein Zeugnis des Betäubungszaubers - und es ähnelte entfernt seinem schlafenden Selbst. Es war ein Bild, welches ihr leider vertraut war, und wieder brannten die Tränen in ihren Augenwinkeln.

Sie straffte sich schließlich, schluckte ihre Angst hinunter und atmete tief durch.

Das hier war nicht mehr der Draco, mit dem sie geschlafen hatte. Er war auch nicht mehr Draco, der Quidditchspieler. Und erst recht nicht der Draco, in den sie sich dämlicherweise verliebt hatte.

Er war nun wieder voll und ganz Insasse 43.M.D. und somit ein ehemaliger Todesser und offiziell sogar ein Kriegsverbrecher. Und obwohl Hermine seine Erinnerung angesehen hatte und ganz genau wusste, weshalb er verurteilt worden war, wurde ihr klar, dass sie den Draco, der gleich die Augen aufschlagen würde, vermutlich nicht mehr kennen würde.

Er würde nicht mehr Draco für sie sein. Er war jetzt wieder Malfoy.

„Bist du bereit?“, drängte Harry leise und Hermine nickte. Sie sahen sich kurz fest in die Augen, bevor er schließlich langsam seinen Zauberstab hob.

Hermine richtete ihren Blick auf Malfoy und wappnete sich gegen alles, was nun kommen mochte.



***
A/N: Ihr Lieben, ich bin offiziell wieder da! Ich freue mich sehr darüber, dass der gestrige Erlass euch alle so überraschen konnte, denn so war es gedacht. Das war der Kracher, mit dem ich mich versprochen hatte, zurückzumelden. Und dass so viele von euch nicht damit gerechnet haben, macht es natürlich umso besser. Da vermehrt die Frage aufkam, wo die Hinweise auf die bevorstehende Restauration sich versteckt hatten, hier eine kleine Auflistung:

‣ Kapitel 4, EX NUNC ‣ Hermine weist im letzten Drittel des Kapitels darauf hin, dass das Substitut eine Normalität vorgaukelt, auf die Draco innerhalb des Projekts aufbauen darf.

‣ Kapitel 16, DOLUS NON PRAESUMITUR ‣ Ginny äußerst sich auf der Toilette dazu, dass es schade ist, dass Draco nicht einfach so bleiben kann, da er Hermine anzubeten scheint. Hermine schiebt daraufhin die Gedanken, die sich durch Ginnys Worte in ihr auftun, ganz weit von sich.

‣ Kapitel 23, TURPIS CAUSA ‣ Hermine erinnert sich zu Kapitelende selbst daran, dass Draco immer noch obliviiert ist und sie immer noch seine Mentorin ist, weshalb ihr Verhalten falsch war. Hier könnte man zumindest erahnen, dass dieser Zustand irgendwann ein Ende haben wird.

‣ Kapitel 30, IN DUBIO PRO REO ‣ Im Gespräch mit Ginny resümiert Hermine, dass sie Draco nicht die Wahrheit sagen kann solange er obliviiert ist. Sie impliziert damit, dass dies irgendwann ein Ende hat.

‣ Kapitel 32, LUCIDUM INTERVALLUM ‣ Hermine erwähnt im letzten Drittel noch einmal gedanklich, dass sie sich mit Ginny darauf geeinigt hat, dass es keine andere Möglichkeit gibt, als bis zum Projektende weiterhin zu lügen.

‣ Kapitel 33, ERROR IN IUDICANDO ‣ Ungefähr zur Hälfte des Kapitels will Hermine Draco an sich ziehen und ihm alles sagen, aber sie darf nicht, da die Resozialisierungsphase immer noch nicht beendet ist.

‣ Kapitel 35, DELICTUM SUI GENERIS ‣ Zitat Hermine: "Und das Projekt muss natürlich beendet werden, denn mit einem Verurteilten, der sich an rein gar nichts erinnern kann, kann niemand etwas anfangen." & Hermine weiß, dass es wichtig ist, das Projekt abzuschließen, aber insgeheim will sie es nicht, denn das würde bedeuten, dass Draco unweigerlich wieder damit anfangen wird, sie zu hassen.

‣ Kapitel 36, ACCUSIATO ‣ Zu Beginn des Kapitels gibt Hermine zu, dass sie natürlich auch weiterhin Nachforschungen zu Thomas Parkinson anstellen wird, auch wenn Draco in spätestens drei Tagen nicht mehr mit ihr reden wird.

Ich gebe zu, die Hinweise waren klein und fein, aber sie waren da. (:
Macht euch aber nichts daraus, denn ich wollte euch ja überraschen! <3

An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal ganz laut DANKE sagen - für über 400 liebe, motivierende und unglaublich kluge Reviews. Für eure Aufmerksamkeit, euer geduldiges Warten, während ich weg war, und eure gestrige Freude über meine Rückkehr. Ihr seid wahrhaftig die Besten. <3
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast