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Der Skorpion mit den grünen Juwelen

von JaliceTo
Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Schmerz/Trost / P18 / Mix
Gellert Grindelwald Newt Scamander OC (Own Character) Percival Graves Porpentina "Tina" Goldstein
27.03.2022
22.09.2022
6
8.918
4
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Dieses Kapitel
1 Review
 
 
22.09.2022 1.174
 
Kapitel 5.


Seelenruhig nippte Percival an der Kaffeetasse und seine Gesichtszüge spiegelten keinerlei Einblick auf die Missgunst über Porpentina Goldsteins eben noch ausgesprochene Sorge.

Was würde der Zauberer nur ohne dieses Getränk machen? Vermutlich hätte er schon längst zu Feuerwisky gegriffen. Kontraproduktiv & Unprofessionell. Dennoch war es notwendig, dass er funktionierte. So viele Menschen, Kollegen und Vorgesetzte vertrauten darauf, dass Graves die richtige Entscheidung traf. Er durfte keinen müden Eindruck machen. Nicht hinterherhinken. Wenn da zur Unterstützung ein Getränk half, was war an der Einnahme verwerflich?

Das einzig verwerfliche war die Botschaft hinter der Aussage von Miss Goldstein. Auch wenn die fähige Aurorin gut in ihrem Job war, so schien sie persönliche Emotionen nicht strikt von der Arbeit trennen zu können. War ihre Aufgabe nicht gewesen, das  Treffen der Organisation undercover zu beobachten und einen entsprechenden Bericht zu verfassen? Letzeren Punkt hatte die Hexe erledigt, zuverlässig wie das Arbeitstier dass Goldstein durchaus war. Unbestreitbar jedoch war die Tatsache, dass die Hexe nun eine Aussage getätigt hat, die nicht im Einklang mit ihrer Aufgabe stand. Sie sollte sich einen Trollmist um eines der Adoptivkinder und dessen Wohlergehen sorgen. Es war nicht ihr Job gewesen. Was interessierte es ihn, wenn Miss Mary Lou Barebone eines ihres Adoptivkinder mit züchtigenden Methoden quält und den armen Jungen verletzt.

"Sie sorgen sich um das Wohlergehen eines Kindes? War dies inbegriffen in Ihrem Aufgabenbereich?" - Percival hatte seine Kaffeetasse abgestellt, nachdem das Heißgetränk seine Lippen kurzzeitig benetzt hatte & stellte seinem Gegenüber diese kurze Frage. Es war nichts unlösbares und dennoch schwang deutliche Wertung in seiner Stimme, die mehr als erkennbar herausfilterte wie ungerne er eine bejahende Antwort hören wollte.

Und trotzdem nickte Miss Goldstein fast schon automatisch. Und kaum war das geschehen bewegten sich ihre Lippen und Percival musste sich eine sehr lange Erklärung, welche Züchtigungsmethoden sie bei dem armen verängstigten Kind angewandt haben könnten und dass ein Handeln nun dringend notwendig ist.

"....bei ihren anderen Adoptivkinder sind ähnliche Verhaltensmuster erkennbar....es kann doch nicht sein, dass die Kinder in Angst leben und Verletzungen erleiden?" - mit diesen Worten beendete die Aurorin ihre Ansicht. Und ihre Bitte einzugreifen und nicht die gesamte Adoptivkinder der Organisationsgründerin....sondern ein ganz bestimmtes unterstützend unter die Arme zu greifen.
"Was hinter geschlossenen Türen passiert fällt nicht in den Aufgabenbereich der magischen Strafverfolgung....noch ist der MACUSA für solche Vorfälle verantwortlich und Sie Miss Goldstein sollten sich auf ihren Arbeitsauftrag konzentrieren. Der wie lautete?" - stellte Percival ziemlich kühl da.

"Mr. Graves - es geht um einen jungen Erwachsenen, fast noch ein Kind....wenn er weiter bei seiner Adoptivmutter lebt....wird sie Credence noch umbringen!"

Credence? Hatte Percival den Namen gerade richtig verstanden? Er schwieg, doch dass Misstrauen, dass Urteilende in seinem Blick sprach Bände. Es verriet nichts auf die persönliche Ebene, die er zu Credence hatte....das Geheimnis, dass der Junge über die Welt der Zauberer und Hexen Bescheid wusste und seit längerem Kontakt zu Percival pflegte. Insgeheim verfolgte der Zauberer einem Verdacht...einem Bauchgefühl dass mit den Ereignissen in New York City zusammenhing...mit all dem Chaos und der Verwüstung, verursacht durch ein Tierwesen. Oder etwas anderes. Vielleicht hatte Credence einen hilfreichen Tipp, ob es in seiner Großfamilie an Adoptivkindern ein magische begabtes Familienmitglied gab. Doch Graves musste zuerst mehr Vertrauen von Credence gewinnen....bisher hatte der Zauberer ab und an Wunden versorgt, ihm ein Laib Brot zugesteckt oder einen Dollar in die zerlöcherte alte Jacke die er trug. Nun einzuschreiten und die No-Maj Behörden wegen einer Kleinigkeit zu belangen....nein es wäre Zeitverschwendung und würde ihn in seinem eigenen Plan an den Startpunkt zurück werfen. Etwas das Percival vermeiden wollte. Und so zeigte er keinerlei erkennbare Regung, schnalzte nur fast schon abwertend mit der Zunge und lehnte sich in seinem Stuhl zurück.

"Sie scheinen überarbeitet und meine Fragestellung nicht verstanden zu haben" - wiederholte Pervical nun in einem deutlicheren Tonfall.

"Er leidet dort....er hat solche Angst und sie ist besonders grausam zu ihm", hauchte die Goldstein fast schon flehend.

"Wir kommen hier nicht weiter. Verlässt du mein Büro oder soll ich einen der Reiningungs-Hauselfen damit beauftragen?", konterte er in einem schroffen Tonfall, unwissend nun in die Du Form gesprungen zu sein. Passierte manchmal da die beiden Auroren sich länger kannten. Sie hatte einen Teil ihrer Ausbildung unter seiner Aufsicht absolviert und würden ihre Gefühle und vielleicht vorhandenen mütterliche Verpflichtungen nicht immer im Weg stehen, könnte Tina es so weit bringen. Doch das Gegenteil war der Fall.

"Er ist doch noch ein Kind.....und so verängstigt....lässt Sie das völlig kalt Percival?"

Er schwieg für einen Moment, dachte an ein Szenario vor einigen Tagen in seiner kleinen Wohnung zurück. Carelyn hatte sich von einem Albtraum versucht zu erholen. Er hatte ihr den Raum gegeben und das verängstigte Kind zur Beruhigung mit diesen gottverdammten Skorpion-Juwelen-Pin-Collar spielen lassen. Die Tränen waren langsamer geflossen und sie hatte ihr ´Spielzeug´ bereitwillig an den Auror zurück gegeben und sich dann dazu bewegen lassen, ihm den Albtraum zu schildern. Er hatte er versichert, dass ihr hier nichts passieren würde und es nur ein schlechter Traum gewesen war. Dieses Momente, in denen das Mädchen so verängstigt und hilflos war.....sie ließen Percival nicht so kalt, wie er es sich einreden wollte.
Credence war auf einer ähnlichen Stufe angesiedelt. Percival sorgte sich um diesen Jungen, dem von seiner Bezugsperson soviel Unrecht getan wurde. Es lies ihn gewiss nicht kalt. Er lies sich diese Schwäche nur nicht anmerken. Nicht vor den Kindern und vor allem nicht gegenüber Miss Goldstein.

"Zwingen Sie mich nicht meine Aussage zu wiederholen. Sollte es erneut zu einer Situation wie dieser kommen.....wird es Konsequenzen mit sich ziehen. Ihre Aufgabenbereich umfasst nicht die persönliche Sorge um Angehörige der Organisationsgründerin. Habe ich mich deutlich genug ausgedrückt?" - seine Stimme klang in seinen Ohren monoton, vielleicht auch etwas energisch. Es reichte aus um Miss Goldstein zusammenzucken zu lassen.


"Ja Sir. Ich verstehe", - beteuerte Tina und schob ihren Stuhl zurück und bedankte sich für die Zeit an diesem Morgen.

"Porpentina?" - Percival ließ die Aurorin mit dem Rufen ihres Namens inne halten, ihre Hand lag bereits auf der Türklinke.

"Es wäre eine Schande eine Umstrukturierung zu veranlassen, die ohne ihren Namen fortwährend existieren würde oder? Ich schätze Ihre Einsatzbereitschaft....nutzen Sie jene nur für die Arbeit"

Sekunden später war die Bürotür ins Schloss gefallen. Die Aurorin war verschwunden. Percival war alleine und griff instinktiv nach dem Bericht, um sich ein genaueres Bild über die Verletzungen zu machen, die Miss Goldstein mit der Gewalteinwirkung vermutete.

Viele Dinge waren ihm egal. Doch was ihm wichtig war, da versuchte Graves eine schützende Hand drüber zu halten.
Es gelang ihm nicht immer. Manchmal verbrannte er sich die Finger und wurde schmerzhaft in die Realität zurück gerissen.

Sie waren in einer schwierigen Situation. Das Land, diese Stadt und die magische Gesellschaft brauchte Stabilität und Sicherheit.

Etwas, dass Percival nicht gewährleisten konnte - wenn er sich dieser Schwäche öffentlich hingeben würde.
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