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Stürmische Zeiten

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P18 / Het
B'Elanna Torres Chakotay Kathryn Janeway Q Seven of Nine Tom Paris
22.03.2022
18.06.2022
29
70.613
6
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25.03.2022 793
 
Kathryn schreckte aus dem Schlaf hoch und setzte sich schweratmend auf. In ihren Träumen waren die Hirogen hinter ihnen her gewesen und sie hatten keine Chance gegen deren Übermacht gehabt.
„Computer, wie spät ist es?“ „Es ist 4:48 Uhr.“ Kathryn stöhnte genervt und ließ sich seufzend wieder in ihr Kissen fallen. Sie hatte kaum vier Stunden geschlafen und sie wusste, sie würde nach dem Traum nicht wieder zur Ruhe kommen.
Kathryn starrte an die Decke und dachte an die letzten Tage. Die Euphorie über die Nachricht der Sternenflotte, die Hoffnung endlich regelmäßigen Kontakt zu Familien und Freunden aufbauen zu können und dann das katastrophale Ende, der aufkeimende Konflikt mit den Hirogen und natürlich der Inhalt der Nachrichten selbst, all dies spukte in ihrem Kopf herum. Die kleine spontane Feier von Neelix am gestrigen Abend war ein guter Brandlöscher gewesen. Doch die wahren Probleme würden erst kommen.
Abgesehen von den neuen, mächtigen Feinden, war es für die Mannschaft ein herber Rückschlag, den Kontakt zu ihren Lieben wieder verloren zu haben. Es hatte nicht für alle Briefe gegeben. Und einige Briefe hatten nicht unbedingt Gutes berichtet. Kathryn wusste noch nichts genaues, aber Chakotay hatte wohl eine Nachricht über den Marquis bekommen und der gestrigen Stimmung der ehemaligen Marquisoffiziere nach zu urteilen, war es keine positive Nachricht gewesen. Sie musste das dringend mit Chakotay besprechen.
Und dann war da natürlich noch ihr eigener Brief gewesen. Kathryn schloss die Augen und drehte sich auf die Seite. Ein Teil von ihr war irgendwie traurig darüber, dass es nun endgültig vorbei war. Sie hatte Marc geliebt und sie hatte lange geglaubt und noch sehr viel länger an diesem Glauben festgehalten, er wäre der Richtige für sie. Doch wenn sie ehrlich mit sich war, hatte Kathryn schon recht lange gewusst, dass dem nicht so war. Sie waren beide zu verschieden. Selbst ohne Deltaquadranten hätte diese Beziehung keinen dauerhaften Bestand gehabt.  Und so hatte sie Marcs Eröffnung verheiratet zu sein, sein Leben fortgeführt zu haben, vor allem erleichtert.
Sie hatte nicht das Bedürfnis ihm deswegen irgendwelche Vorwürfe zu machen. Auch ihr Leben war weitergegangen. Und schließlich hatte auch sie eine neue Beziehung gehabt, wenn auch nur kurz.
Kathryn öffnete die Augen wieder und sah auf die leere Betthälfte neben sich und wünschte sich nicht zum ersten Mal Chakotay an ihre Seite. Vor der Nachricht der Sternenflotte hatte sie die Nacht wieder auf Chakotays Sofa verbracht mit Kotah im Arm. Es war ein schönes Ritual, wenn Chakotay ihnen beiden vorlas. Generell genoss sie die Zeit mit ihrer kleinen Familie sehr. Kotah mochte sie nicht Mom nennen und ihre Beziehung zu Chakotay hatte seit New Earth gewisse Grenzen nie wieder überschritten, aber es änderte nichts an der Tatsache, dass sie eine Familie waren.
„Marc ist für mich schon lange nur noch eine Art Sicherheitsnetz gewesen.“ „Eines, dass nun nicht mehr existiert.“ Kathryn erschauerte als sie an Chakotays Blick in diesem Moment dachte. Sie war frei, wirklich befreit von ihrer alten Beziehung und sie hatte gewollt, dass Chakotay es wusste. Dabei war es nicht gut, ihm und damit auch sich selbst Hoffnungen zu machen. Ihr Arrangement funktionierte perfekt. Sie waren eine Familie, sie konnten zusammen sein, ohne allzu große Konsequenzen fürchten zu müssen. Und es gelang ihnen hervorragend Kommando und Familie zu verbinden. Eine Änderung des Status quo würde vielleicht zerstören, was sie sich in den letzten beiden Jahren mit so viel Arbeit aufgebaut hatten. Die Trennung von Chakotay hatte sie damals beinahe zerstört. Ein zweites Mal würde sie dies nicht überstehen.
Und doch, sie sehnte sich nach Chakotay. Sie wollte diese Grenze überschreiten, wollte sich ihm ganz und gar öffnen, wollte auch offiziell Kotahs Mutter sein. Ihre heutige Situation war eine ganz andere als damals. Ihre Beziehung auf New Earth war unter schlechten Umständen entstanden, es war kein normales Umfeld gewesen und mit all den Problemen, die New Earth gefolgt waren, hätte diese junge Beziehung niemals Bestand haben können. Die damalige Trennung war zwar schrecklich, aber absolut richtig gewesen. Heute war das anders. Sie waren gefestigt, sie waren eine Familie. Es wäre nur ein kleiner Schritt nötig, um es offiziell zu machen. Und es wurde mit jedem Tag schwieriger Chakotay zu widerstehen. Es war wirklich bittersüß so viel Zeit mit dem Mann zu verbringen, nach dem man sich sehnte. Schon während ihres letzten Landurlaubs, auf einem unbevölkerten Klasse M Planeten, an dieser wunderbaren Seelandschaft, hatte es sie all ihre Willenskraft gekostet nicht über ihn herzufallen und ihr langes Zölibat zu beenden. Und dass sie es beide wollten, stand außer Frage.
Kathryn stöhnte frustriert auf. Da war dieser wunderbare Mann, der sie liebte und den sie liebte und doch durfte es nicht sein. Sie war der Captain und bevor sie den Alphaquadranten nicht erreichten, würde sich daran auch niemals etwas ändern.
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