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Stürmische Zeiten

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P18 / Het
B'Elanna Torres Chakotay Kathryn Janeway Q Seven of Nine Tom Paris
22.03.2022
18.06.2022
29
70.613
6
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22.03.2022 649
 
„Der Wald würde ihnen den Schutz bieten, den sie so dringend nötig hatten.“ Chakotay sah von dem Text auf, aus dem er gerade vorgelesen hatte und betrachtete die beiden Gestalten auf dem Sofa, deren Atem schon vor einer ganzen Weile ruhig und gleichmäßig geworden war. Ein Lächeln legte sich über sein Gesicht und er gestattet sich, die beiden einen Moment zu beobachten.
Kathryn lag auf der Seite, ein paar Strähnen ihrer Haare waren ihr in die Stirn gerutscht. Aber ihrem friedlichen Gesichtsausdruck nach zu urteilen, störte es ihren Schlaf nicht. Sie hatte ihren Arm um Kotah gelegt, der sich eng an sie kuschelte und keinen Mucks von sich gab. Kotah schlief nicht, er tat nur so, damit er bei Kathryn liegen bleiben konnte.
Es war ein liebgewonnenes Ritual geworden. Kathryn kam eigentlich fast jeden Abend zum Essen zu ihnen, außer ihr Dienst oder eine der zahlreichen Krisen ließen es nicht zu. Zum Einschlafen erzählte Chakotay gern Geschichten aus seiner Heimat. Kotah lag dabei oft in Kathryns Armen oder saß auf ihrem Schoß. Chakotay erinnerte sich noch daran, wie irritiert er das erste Mal gewesen war, als Kathryn dabei ebenfalls eingeschlafen war und sie die Nacht auf seinem Sofa verbrachte hatte. Natürlich mit Kotah im Arm. Wenn es ging, schlief sein Sohn gern bei Kathryn, die ja immer so gut roch. Da Kathryn inzwischen fast die Hälfte der Woche auf seinem Sofa übernachtete, hatte sie mit der Zeit auch eigene Bettsachen hier. Sie nahm sich zwar immer wieder vor, nicht einzuschlafen, aber meistens verlor sie den Kampf.  
Chakotay betrachtete seinen Sohn in Kathryns Armen. Wenn auch erst knapp zweieinhalb Jahre alt, wirkte Kotah eher wie ein fünfjähriger oder sechsjähriger Junge. Seine cardassianischen Gene hatten dafür gesorgt, dass er das Baby- und Kleinkindalter sehr schnell hinter sich gelassen hatte. Bei Naomi verhielt es sich ähnlich, auch sie wirkte um einiges älter, als sie tatsächlich war.
In der Zeit, die seit Kotahs Ankunft auf der Voyager vergangen war, hatten sich die drei zu einem guten Team entwickelt. Kathryn war damals auf seinen Vorschlag eingegangen Kotahs Patin zu werden. Sie hatten einen Weg gefunden eine Familie zu sein, ohne gegen die ungeschriebenen Protokolle der Sternenflotte zu verstoßen. Ihre Beziehung, die keine war, funktionierte überraschend gut. Sie hatten bewiesen, dass sie Privatleben und Kommando nebeneinander organisieren konnten, ohne dass sie sich schadeten. Aber eine Grenze hatten sie nie überschritten, sie führten eine rein platonische Beziehung.
Chakotay hatte sich in den letzten Monaten immer wieder bei dem Gedanken erwischt, sich zu wünschen, sie würden auch diese letzte Grenze überschreiten. Er sehnte sich nach Kathryn, wollte gern richtig mit ihr zusammen sein. Immer häufiger kamen ihm Erinnerungen von New Earth in den Sinn. Und er fragte sich, wie sich ihr sexuelles Zusammensein auf dem Schiff unterscheiden würde. Denn dass die Trennung von der Voyager sie beide damals sehr belastet hatte, war ihm bewusst. Er hatte die Vermutung, dass Kathryn auf dem Planeten zurückhaltender gewesen war, als sie es eigentlich war. Und er würde sehr gern herausfinden, ob seine Vermutung stimmte.
Innerlich seufzte Chakotay. Es war nicht gut, sich solchen Gedanken hinzugeben. Er legte das Padd, von er dem gelesen hatte zur Seite und stand auf. Vorsichtig tippte er Kotah an. „Möchtest du in dein Bett?“, fragte er leise. Demonstrativ rutschte er noch ein Stück dichter an Kathryn. ‚Verständlich, würde ich auch so machen.‘, dachte Chakotay und holte das Bettzeug aus seinem Schlafbereich. Vorsichtig legte er Kathryn ihr Kissen unter den Kopf. Er strich ihr sanft die Haare aus dem Gesicht, eine der wenigen Zärtlichkeiten, die er sich gestattete. Danach breitete er die Decke über Kathryn und Kotah aus. Er strich auch sanft über Kotahs Kopf. „Schlaf gut.“, sagte er leise und bekam keine Reaktion mehr, weil Kotah inzwischen ebenfalls eingeschlafen war. Danach ging er ebenfalls ins Bett.
Keiner von ihnen konnte wissen, dass sie am nächsten Tag ein Signal der Föderation erreichen würde.
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