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Bonnie & Clyde

von JenWrites
Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Freundschaft / P16 / Gen
Daniela Stamm Michael Naseband OC (Own Character) Philipp Steher Robert Ritter
16.03.2022
01.06.2022
16
17.250
2
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16.03.2022 1.913
 
Der Anfänger und die Unerwartete


„Na sieh dir mal unseren Jüngling an“, grinste Robert als er Henry, den Kommissarenanwärter des K11’s in sein Büro kommen sah. Der junge Mann mit dem kurzen Haar, den man normalerweise nur in Pullover, Jeans und Turnschuhen kannte, stand nun vor Robert und Philipp in einem schicken, schwarzen Anzug, Lederschuhen und edler Krawatte.
„Ey, ich fühl mich wie ein Clown“, grummelte Henry und Philipp konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, während er einen Schluck seines Tees gönnte, „wieso will Michael ausgerechnet mich dorthin schicken?“
„Weil du perfekt ins Bild passt“, erklang es hinter Henry und als er sich umdrehte, erblickte er Michael, der eine Akte in der Hand hatte und das Büro betrat, „wir sind schon lange an der Sache dran und es darf nicht an Details scheitern!“
„Wenn jemand mir gesagt hätte, dass wir mal einem Gängsterpärchen suchen dass Reiche ausraubt, hätte ich es nicht geglaubt“, murmelte Philipp und Robert stimmte ihm mit einem Nicken zu. „Bonnie und Clyde reloaded“, fügte er seiner Geste hinzu und Michael setzte sich auf die Tischkante von Philipps Arbeitsplatz.
„Wenn ihr letzter Raubzug nicht mit einem Todesopfer geendet hätte, wäre es auch nicht zu uns gekommen. Aber wir dürfen die lange Ermittlungsarbeit der Kollegen nicht gefährden. Und diese Auktion, die heute Abend im Theater stattfindet, passt perfekt in ihr Bild. Die Verkäufer sind ein erfolgreiches, junges Ehepaar aus der Start-Up-Szene und haben nur gleichaltrige geladen. Sie haben nur zugestimmt, dass Zwei von uns Undercover dabei sind, die auch in dieses Altersschema passen.“
„Ohne dabei Dani und Charlie auf die Füsse treten zu wollen“, begann Philipp und verschränkte die Arme, „aber  die Beiden passen da auch nicht mehr unbedingt rein. Ausserdem, wo sind die überhaupt?“
„Den weiblichen Part vorbereiten. Weil wir haben ja jemanden, der noch knapp reinpasst und dank ihrer kindlichem Gesicht noch ein paar Jahre jünger wirkt“, grinste Michael andeutend und Robert, Philipp und auch Henry sahen ihn erstaunt an.
„Ne!“, lachte Philipp und auch Robert musste seine Fassung bewahren. „Wie hast du das denn geschafft?“, fragte Henry mehr als erstaunt und Michael zuckte mit den Achseln. „Ein Magier verrät niemals sein Geheimnis.“, antwortete er bloss und Robert nahm sein Handy hervor.
„Oh ja, für die Ewigkeit!“, verstand Philipp sofort und nahm auch sein Handy hervor. „Leute, meint ihr nicht, dass ihr ein wenig übertreibt?“, mahnte Henry und Philipp hob sofort die Hand.
„Henry“, begann er langsam, „wir kennen diese Frau immer nur in Band-Shirts, Lederjacken, Jeans, Turnschuhen, dezentem Make-Up und Pferdeschwanz! Das ist ein historischer Moment in der Geschichte von K11.“
„Okay jetzt übertreibst du aber“, grunzte nun Michael und Robert stupste Philipp mit dem Ellbogen an.
„Ich wette 20 Euro, dass unser guter Micha es aber nicht geschafft hat, sie in ein Gala-Kleid zu stecken. Hältst du dagegen?“
„Ich schliess doch keine Wetten ab, die ich verliere“, lehnte Philipp das Angebot ab und Henry seufzte kurz. „Vielleicht unterschätzt ihr sie ja auch?“, fügte er dann seinem laut hinzu und bevor Robert und Philipp etwas erwidern konnten, hörten alle das Klacken von hohen Absätzen und Michael hielt seine offene Hand gegen Robert, als jemand an der Türschwelle erschien.

Johanna trug ein schulterfreies, schwarzes Gala-Kleid dass mit silbernen Zeichnungen verziert war. In der selben Farbe, waren auch die durchsichtigen Dreiviertel-Ärmel gestickt. Ihr langes, offenes Haar war mit Zöpfen verziert und das Make-Up war ihrem Teint und Haarfarbe angepasst.
Zur Überraschung aller, trug sie auch ihre Brille nicht, was die geschminkten Augen noch stärker zur Geltung brachte. In ihren Händen hielt sie ein silbernes, langes Portemonnaie und unter dem bodenlangen Kleid waren die Spitzen von schwarzen, geschlossenen High-Heels erkennbar.

„Mund zu Jungs, es zieht“, grinste Johanna und Michael grinste zufrieden, als ein vollkommen baffer Robert ihm zwanzig Euro in die Hand drückte.
„Mylady“, begrüsste Henry sie und winkelte den Ellbogen an, so dass sie einhacken konnte. Aus dem Portemonnaie nahm sie ihr Handy hervor und fotografierte Robert und Philipp, die noch immer ihre Münder offen hatten und sie erst schlossen, nachdem der Blitz der Kamera sie aus der Trance geholt hatte.
„Wer sind Sie und was haben Sie mit unserer Joschi gemacht?“, ächzte Philipp und bekam nur am Rande mit, wie Michael, Charlie und Dani ein grosses Lob aussprach, nachdem diese ebenso das Büro betreten hatten.
„Unser Versuchsobjekt war ja auch sehr anständig“, sagte Dani und zwinkerte Johanna zu. „Du…du siehst fabelhaft aus!“, lobte Robert, der nun endlich wieder bei Sinnen war und Johanna nickte dankend. „Danke. Wusste selbst nicht, dass so was in mir steckt. Da haben unsere Mädels wirklich magische Kräfte bewiesen!“, sagte sie und machte einen Knicks in Richtung von Charlie und Dani, die Beide mit einem Grinsen abwinkten. „Bin ich immer noch nicht dein Typ?“, griente Johanna in Richtung Philipp und dieser verstand die Neckerei sofort. Er sammelte sich wieder und zuckte mit den Achseln. „Ich hätte sowieso keine Chancen bei dir“, entgegnete er mit Schalk und Johanna nickte zustimmend. „Gute Antwort“, sagte sie und Henry seufzte gespielt. „Warum sind es immer die coolsten Mädchen?“, grinste er und Johanna lachte. „Hat sicher Jahre gedauert, bis du das sagen konntest!“, kicherte sie und der Angesprochene zwinkerte ihr zu.
„Aber eins sage ich. Wenn wir Jungs bis zum nächsten Polizeiball noch Single sind, ich erhebe besten Kumpel Anspruch!“, hob Philipp die Hand und Robert, sowie Henry schüttelten mit dem Kopf. „Das wird noch entschieden!“, drohte Robert und Johanna schlich sich langsam zu Charlie und Dani.
„Läuft das bei euch Heteros immer so ab? Da sieht man mal wieder, von wem wir einst abstammen“, fragte sie und Charlie kicherte in sich herein, während Dani stöhnend mit den Achseln zuckte. „Ich bin zum Glück weg vom Markt weil ich meinen Match schon gefunden und mich drei Mal abgesichert habe!“, fügte sie ihrer Körperbewegung hinzu und Charlie winkte nur immer wieder ab, während sie weiter grinste.
„Okay Jungs, fertig mit dem Hahnenkampf“, unterbrach Michael die drei Jüngeren und zeigte dann auf den Bildschirm, „wir haben schliesslich einen Fall zu lösen.“
Alle verstanden und versammelten sich im Halbkreis um ihren Chef, der sich nun neben den Bildschirm gestellt hatte.

„Die Kollegen des Kriminaldezernats haben uns den Fall weitergeleitet, weil er ihre Kapazitäten übersteigt und nun auch ein Todesfall mit involviert ist“, begann Michael und rief über das Tablett mehrere Fotos auf, die einen verstorbenen Mann am Tatort zeigten, einer alten, umgebauten Villa. Er lag in tausenden von Scherben und sein Körper war seltsam verdreht.
„Daniel von Hopfenstein. 35 Jahre alt. Graf, Start-Up-Unternehmer und Multi-Millionär. In dem Besitz seines Hauses waren mehrere kleine archäologische Kunststücke von enormen Wert. Diese sind verschwunden und mit ihnen das Leben des jungen Mannes, der mit seiner Verlobten ein Baby erwartete. In den letzten Monaten gab es mehrere dieser Überfälle auf junge Reiche. Jedoch, ohne einen Todesfall. Normalerweise waren die Hausbesitzer an den Nächten der Überfälle nicht Zuhause.“
„Dieses Mal aber schon…“, murmelte Charlie und Michael nickte. „Genau. Von Hopfenstein war bei dem Aufprall sofort tot. Die Scherben auf den Boden führten von dem Kronleuchter, durch den er gefallen ist. Die Kollegen nehmen an, dass unsere Täter immer risikofreudiger werden, denn bei den letzten Überfällen VOR dem Todesfall, haben sie Rätsel hinterlassen, die auf den nächsten Überfallort führten.“
„Sie wollten die Kollegen vorführen!“, schlussfolgerte Robert und Michel stimmte erneut zu.
„Beim letzten Überfall, haben sie zunächst keine Notiz hinterlassen. Ich nehme an, der Tod hat auch sie überrascht. Denn die Leiche wies Abwehrspuren von einem Kampf auf. Da man auf mehreren Kameras bei mehreren Tatorten gesehen hat, dass es sich um einen Mann und eine Frau handelt, nennt man sie in Ermittlerkreisen schon Bonnie und Clyde.“
„Wenn man immer meint, früher war alles besser, meint man nicht, dass man ein altes, bekanntes Räuber-Mörder-Paar nachstellen soll“, verschränkte Dani die Arme und schüttelte mit dem Kopf.
„Wie kamen die Kollegen dann auf diese Auktion?“, fragte Henry verwundert und Michael drückte kurz auf dem Tablet herum und am Bildschirm erschien ein eingescanntes Dokument. „Unser Pärchen hatte sich anscheinend schnell vom Schock erholt. Zwei Tage später erhielten sie dieses Dokument per Post. Ohne Absender, ohne Stempel, aber die Handschrift war dieselbe!“
Jeder lies die Nachricht durch und alle mussten dann nicken.
„Okay, der Grössenwahn scheint wirklich überhand zu nehmen. Diese Auktion ist in München publik und bekannt. Das Start-Up-Unternehmen der Renners zählt auch zu den grosszügigsten Deutschlands. Mit dieser Auktion sammeln sie Geld für Charity-Projekte.“, sagte nun Johanna und Michael schaltete den Bildschirm ab.

„Johanna, Henry. Ihr seid ein junges Paar und kommt Beide aus reichem Hause. Johanna, du bist Maria Kühn, Kunstkennerin und Henry, du bist Lukas Neuwald, du kennst dich in Geschichte aus. Keine Sorge, ihr müsst nun kein Crash-Kurs in der Schule nachholen, das ist einfach für den Fall, solltet ihr während der Auktions-Gala angesprochen werden. Euer eigentlicher Job ist es die Auktion von innen zu verfolgen. Wir werden euch verkabeln. Dani wird zusammen mit Robert in einem der zivil geparkten Wagen ausserhalb des Theaters sein, Charlie und Philipp in einem Anderen. Ich werde mit der Verstärkung in einem Einsatzwagen, weiter ab des Theaters die Situation überwachen. Wir werden Zugriffe auf die Überwachungskameras haben, so dass wir die Sache live verfolgen können! Alles verstanden?“
„Verstanden!“, antworteten alle Michael im Chor und der Chef der K11 nickte zufrieden. „Okay, Treffen unten in der Parkhalle in einer halben Stunde. Dort wird dann auch der Wiesmann Roadster MF4 stehen, mit dem ihr zur Gala fahren werdet!“
„WAS?“, fragten Robert, Philipp und Dani synchron und stürmten aus dem Büro, während Johanna zwar auch sichtlich aufgeregt war, sich aber in Zaum halten konnte. „Ich gehe dann mal die aufgeregte Meute bändigen“, grinste Charlie und Michael verrührte die Arme. „Da nennt man mal den Namen eines Luxuskarren, und die Hätte der Gruppe dreht durch. Geht nochmals alles durch ihr Zwei und kommt dann nach, okay?“, bat Michael und Johanna, sowie Henry nickten, doch während Johanna grinsend mit dem Kopf schüttelte, spielte Henry mit den Ringen an seinem Finger.

„Nervös?“, fragte Johanna sanft und Henry lächelte verlegen. „Nun ja. Hätte nicht gedacht, dass ich beim Schnuppern der wahren Polizistenluft schon an einem Undercovereinsatz teilnehmen darf“, stammelte er hervor und Johanna klopfte ihm auf die Schulter. „Das wird schon. Michael hat mir erzählt, dass du’s drauf hast. Da mach ich mir keine Sorgen!“
„Danke“, entgegnete Henry und sah Johanna zu, wie diese die Fallakte in die Hand nahm. „Waffe?“, fragte Johanna und Henry öffnete den Blazer sowie die Weste, wo seine Waffe dann in einem Schulterholster zum Vorschein kam. „Sehr gut“, murmelte Johanna und Henry musterte sie genau. „Wo ist denn…?“
Mit einem Grinsen, hob Johanna das Ende des Kleides bis zum Oberschenkel, wo die Waffe in einem Holster versteckt war.
„Mit den Waffen einer Frau“, grinste Henry dann und Johanna nickte. „Sehr gut. Wir werden ja nicht durchsucht werden. Die Türsteher haben ja unsere Fotos erhalten. Was wir leider wiederum mit unserem Pärchen nicht behaupten können…“
„…sprich alles verdächtige, muss irgendwie abgecheckt werden“, verstand Henry sofort und Johanna seufzte zustimmend. „Ja. Das macht die Sache nicht einfach, aber auch nicht unmöglich. Wenn sie schon bei dem letzten Raub die Nerven verloren haben und mehr Aggressionen zeigen, sind sie auch fahrlässiger, das könnte uns in die Karten spielen! Schon die Tatsache, dass sie dieses Mal bei einer Auktion zuschlagen wollen, zeigt, dass sie übermütig werden!“
„Dann sehen wir zu, dass wir das nutzen können“, sagte Henry entschlossen und Johanna klappte die Akte zu.
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