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The Devil's Call

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Action / P16 / Mix
OC (Own Character)
13.03.2022
23.09.2022
6
33.443
5
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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24.03.2022 5.155
 
Verhandlungen

Mittwoch; 17 Uhr Nachmittags


Acorn kennt den See aus seiner Kindheit, der tatsächlich an den Feldern seines Vaters grenzt. Das Wasser, das für sie gelagert wurde, konnte damals auch als schnelle Abkühlung dienen und für wirklich verzweifelte Menschen auch um den Durst zu stillen. Ein wenig abseits dieser Grenze zwischen den Grundstücken, die gerne patrouilliert wurden, gab es einen kleinen Platz, an dem sich verschiedene Menschen trafe, entweder um sich einfach den Blicken des Distriktes zu entziehen, oder zu versuchen verschiedenste illegal erworbene Mittel zu tauschen. Acorn hatte davon gehört, dass auf dem kleinen und improvisierten Schwarzmarkt auch manchmal einige Aufstände organisiert wurden. Jetzt wo er der Sache genauer auf den Grund gehen kann, macht ihn die Angelegenheit etwas nervöser. Er kann sich nicht vorstellen, dass das Kapitol ihn vollständig aus den Augen verloren hat, doch wie engmaschig ihre Sieger beobachtet werden und wie offensichtlich sie in einer Situation wie dieser eingreifen würden, kann er nicht beurteilen.
Sie waren sich nicht sicher, ob er gehen sollte, wenn jeder ihn erkennen und dann möglicherweise auch folgen könnte. Doch letzten Endes ist es nicht nur sein eigenes Problem, um das Acorn sich kümmert, seine Freunde waren auch der Meinung, dass er am ehesten von ihnen mit den anderen reden könnte. Chane hätte wahrscheinlich einfach alles einfach akzeptiert, was ihm vermittelt wird und Ayla hätte die Konversation stumm beendet, wenn ihr irgendetwas nicht gepasst hätte. Also haben sie das Risiko auf sich genommen und nun findet sich der Mann an einem Ort wieder, der ihn seltsam nostalgisch macht, selbst wenn er sich vor einem knappen Jahr hier befunden hatte. So viel ist dazwischen passiert und der Blick, mit dem er ihn nun betrachtet, ist nun ein ganz anderer. Entfernter und klarer, doch gleichzeitig vermisst er die Erleichterung und die Gemeinsamkeit, die er einst mit dem Anblick verbunden hat. Die Erwartung ein bekanntes Gesicht zu sehen, während ihm jetzt eher neugierige Blicke zugeworfen werden, oder andere Personen ärger wittern und sich lieber fernhalten.
Vor einem Jahr wäre das nicht der Fall gewesen. Er hätte einfach sein eigenes Werkzeug abholen können und es wäre absolut niemandem aufgefallen.
Dafür wird er am Rand bereits erwartet, auf den er nun zusteuert. Acorn erkennt die ernsthaft neutrale Miene genau wie die Lockenpracht, die die Frau sich heute zu einem hohen Pferdeschwanz zusammengebunden hat, sodass einzelnen Haarsträhnen immer noch ihr Gesicht umtanzen. Als er näherkommt, bläst sie sich gerade eine aus dem Gesicht und steckt sie sich danach wieder sorgsam hinter das Ohr. An einem warmen Tag wie diesen trägt sie ein Top, unter dem vage der Ansatz einer in die Haut tätowierten Feder zu erkennen ist.
Acorn erinnert sich daran, dass er so das erste Mal auf sie aufmerksam gemacht wurde. ‚Geh zu dem Mädchen mit der Feder, sie weiß, was zu tun ist‘, wurde ihm gesagt und kurz hatte er sich fragen müssen, was das für ein seltsam verschlüsseltes Rätsel sein soll. Diese Frage hatte sich dann zum Glück sehr schnell erübrigt.
„Da bist du ja“, bemerkt die Frau ihn, als er in Hörweite ist. Acorn lächelt höflich zurück.
„Da bin ich“, begrüßt er seine Arbeitskollegin. Elodie hatte ihm gemeinsam mit ihrem Chef geholfen, den Laden einzurichten. Und jetzt sind sie eben hier. Dass seine Vermutung, die andere Bar würde Rebellenkontakte haben so makellos aufgeht, überrascht selbst ihn und noch mehr, dass sie bereitwillig mit ihm sprechen wollen, wenn er im Namen von jemanden agiert, den sie wahrscheinlich nicht besonders gut leiden können. Wobei es nicht so ist, als hätte er nie rebellische Aktivitäten in seiner eigenen Gaststädte bemerkt und wie die eine oder andere Information ausgetauscht wurde. Und sie haben im Gegenzug nicht übersehen, dass Chane immer gerade dann bei den Friedenswächtern war, um sich eine seiner haarsträubend unglaubwürdigen Geschichten aus der Nase zu ziehen und gleichzeitig allen zu versichern, dass ihm wirklich ein Versicherungsvertreter aus dem Kapitol eine Versicherung für seinen großen Zeh aufschwatzen wollte. Doch das könnte man höchstens als freundliche Geste bezeichnen und ein paar andere Kontakte zu haben, bedeutet noch lange nicht, dass ihm auch vertraut wird.
Was bedeutet es dann, dass die Menschen Live und in Farbe miterleben konnten, wie er seine wahrsten Seiten vor ganz Panem gezeigt hatte? Was sagt es über ihn aus, dass er jemanden umgebracht hat?
Er weiß es nicht.
Acorn hat keine Ahnung, mit welcher Einstellung er an dieses Gespräch herangehen soll und es wird sich wohl nicht anbieten, still zu warten bis Elodie zuerst gesprochen hat und sich dann ein Bild zu machen. Dafür ist er nicht hier und sein eigenes Anliegen würde genauso an Dringlichkeit verlieren wie er an Vertrauen.
Er wird ruhig und gezielt an die Sache herangehen müssen. Es steht viel auf dem Spiel. Doch trotzdem hat er sich bereits durch brenzliche Situationen navigieren können, sonst würde er nicht mehr leben und überhaupt vor anderen sprechen können. Acorn weiß das. Er weiß, dass er sich keinen Kopf machen sollte, da jeder unnütze Gedanke und somit auch seine Spekulation ihn von dem ablenken, was wirklich wichtig ist. Eine sinnvolle Lösung zu finden und dabei herauszufinden, ob die Menschen am See und um diesen herum wirklich seine Hilfe benötigen, oder sein Vater ihn einfach beschissen hat. Und inwiefern sie bereit wären, gemeinsam mit ihm des Teufels Advokaten zu spielen.
„Du wirkst nervös“, bemerkt Elodie trotzdem.    
„Sollte ich das nicht sein?“, fragt er zurück. Die Frau neben ihm zuckt mit den Schultern.
„Doch, schon. Ray ist ziemlich einschüchternd. Ich würde es mir mit denen nicht vermasseln wollen.“
Was für eine motivierende Antwort. Acorn atmet noch einmal tief durch.
„Das war auch nicht der Plan“, antwortet er. „Irgendwelche Hinweise?“
„Ich würde nicht versuchen, irgendwelche Witze über die Situation zu machen. Kommt selten gut. Es sei denn natürlich du bist wirklich verdammt witzig. Würde ich mir aber an deiner Stelle nicht zutrauen.“
„Dann lasse ich das lieber.“
Die beiden setzen sich langsam in Bewegung und beinahe fühlt es sich an, wie ein freundschaftliches Lustwandeln an einem Tag, in dem die Luft angenehm frisch und gleichzeitig nicht zu kalt weht und glitzernd kräuselnden Wogen, die neben ihnen aufgewirbelt.
Es wäre auch möglich, dass er einer Gefahr entgegengeht, dem ist Acorn sich bewusst. Die Sieger sind eine kleine Mediensensation und wenn einer von ihnen plötzlich verschwindet, könnte es schnell so wirken, als hätte das Kapitol die Kontrolle über ihre Lieblinge verloren. Eine Angelegenheit, die man sicher zum eigenen Gunsten ausnutzen könnte. Doch das ist ein Risiko, was Acorn eingehen muss, selbst wenn es ihm die Nerven aufreibt. Zum einen hat es sich in seinem Leben zu häufig gelohnt, anderen zumindest eine Chance zu schenken und wenn man hier wirklich etwas bewegen möchte, dann sollte man versuchen, sich gute Bekanntschaften zu schaffen. Selbst sein Vater scheint in dieses Netzwerk einsteigen zu wollen, da werden die wenigsten sich dem gegenüber komplett verschließen.
Langsam und schweigend entfernen sie sich von den Feldern.
„Wie läuft der Laden bei euch? Ist die Situation schwierig?“, versucht er sich noch einmal zu erkundigen. Elodie schüttelt den Kopf.
„Nicht wirklich. Wir haben ein paar… seltsame Gäste, aber bisher ist da alles gut gelaufen. Die Friedenswächter schätzen unsere Preise zu sehr“, meint sie. „Und die anderen würden sowieso nichts erzählen. Momentan hat Greystark nur begonnen mehr zu trinken und zu jammern. Zumindest lässt er dadurch häufiger mal durchblicken, wo die gerade stationiert werden und danach hinsollen.“
„Klingt praktisch.“
„Kann man so sehen, wenn man will.“
Wobei es wirklich schöner wäre, nicht konstant um diese Positionen herumplanen zu müssen. Acorn kann nur vermuten, dass die Situation vielleicht noch in der Bar so ruhig ist, wie beschrieben, aber das, worauf sie gerade zugehen, ist schon eine ganz andere Dimension. Doch ihm ist bewusst, dass sie in diesem Sinne seiner Frage ausgewichen ist und selbst wenn er sich ernsthaft fragt, wie es den anderen geht und was man tun könnte, ist das hier nicht der Augenblick, um noch einmal nachzubohren. Vor allen Dingen, wenn sie die kleine Hütte am See bereits erreicht haben, um die inzwischen ein paar weitere Zelte gestellt wurden. Der Platz scheint gerade relativ leer zu sein. Ein paar Menschen unterhalten sich in einem kleinen Kreis und scheinen sich ein gutes Stück Brot zu teilen, während zwischen ihnen ein Brettspiel aufgeklappt wurde. Ein älterer Mann geht am See auf und ab und starrt gedankenverloren auf diesen, bevor er immer wieder ein paar Schritte hin und her geht. Selbst zu seinen Zeiten erinnert Acorn den Ort etwas lebhafter, momentan befinden sich die meisten auf der Arbeit.
Elodie schenkt all dem keine Beachtung und auch die Menschen hier kümmern sich nicht weiter um die beiden. Eine erleichternde Feststellung, wenn sich ausnahmsweise mal niemand um einen kümmert. Normalerweise muss er, wenn jemand seine Bar betritt, erst einmal abschätzen, wie lange der Blick auf ihn liegt und ob jemand nur den Abend damit verbringen wollte, den Sieger bei seiner Arbeit zu beobachten. Als Touristenattraktion sieht er sich auch in seinem Etablissement wirklich ungern und hier könnten lange Blicke gefährlichere Umstände bedeuten. Für alle Beteiligten.
Sie nähern sich einem der Zelte, als ihnen eine Stimme entgegentönt:
„Wartet hier. Ich habe etwas zu besprechen.“
Sie haben noch nicht einmal die Tür erreicht, als die Person, die gerade gesprochen hatte, vor ihnen auftaucht und ihnen entgegenblick.
„Du kannst mich Ray nennen“, beginnt dey und streckt Acorn deren Arm entgegen. Der Händedruck ist warm, doch die raue aufgeriebene Haut erinnert daran, wie viel Arbeit die Menschen hier gewöhnt sein müssen. Insgesamt verschafft Ray den Eindruck einer entschlossenen Ernsthaftigkeit. Der Körper ist betont erhoben und selbst wenn dey ein gutes Stück kleiner als Acorn ist, kann dieser nicht behaupten, den Unterschied wirklich zu spüren. Das kantige Gesicht ist von Sorgenfalten durchzogen, die sich gleichzeitig in einer Visage befinden, die sowohl zu abgemagert und dürr als auch viel zu jung für die Situation wirkt. Das krause Haar wurde in ebenso gerade und klaren Linien ein paar Centimeter übr deren Haaransatz geformt, als hätte jemand versucht, die eigenen Züge härter zu gestalten, als sie eigentlich sein müssten. Als Ray deren Hand zurückzieht und sie stattdessen schützend vor der eigenen Brust verschränkt, wundert ihn diese Geste nicht im Geringsten.
Acorn bekommt das Gefühl, eine Person vor sich zu haben, die sich einer Verantwortung anpassen musste, der niemand gewachsen sein kann. Und dieser Gedanke gefällt ihm nicht im Geringsten.
„Dein Name ist ja in aller Munde, Jamiles“, bemerkt Ray, während dey die Hand zurückzieht.
„Wir können uns gerne gegenseitig mit Vornamen ansprechen“, bemerkt er mit einem schmalen Lächeln und den immer beengenderen Beklemmung, dass dieses Gespräch kein einfaches sein wird.
Elodie klopft ihm auf die Schulter.
„Viel Glück“, brummt sie ihm entgegen und winkt Ray zu, bevor sie sich von den beiden entfernt und er damit endgültig auf sich allein gestellt ist. Die Frau setzt sich etwas abseits von dem Brettspiel, scheint dieses aber auch mit gebührendem Abstand zu beobachten.
Auf sie beide hätte sie auch eine recht gute Position. Wem sie damit helfen will, sei aber erst einmal dahingestellt.
Ray führt ihn währenddessen draußen in eine andere Ecke, wo sie zumindest ein wenig Ruhe haben. Ein paar ältere und grob zusammengezimmerte Strandstühle wurden an der Seite und mit Blick auf den See hingestellt. Acorn setzt sich auf die Liegefläche und sieht, dass Ray gleiches tut. Deren Blick schweift dem See entgegen, über dem die Sonne goldglänzend ihre Bahn zieht und teilweise von den Ansätzen eines Wolkenschweifs verdeckt werden, sodass die Welt in einem Wechsel aus gräulichem Schatten und hellen Strahlen hin und her gewogen wird.
„Beinahe friedlich hier“, bemerkt Acorn, während sich der Augenblick trotz aller Anspannung in den Schein einer Zukunft lichtet, die ihnen allen immer weiter durch die Hände gleitet.
„Noch. Zumindest ist mir das zu Ohren gekommen“, meint Ray und natürlich sieht dey genau das was er auch wahrnehmen muss.
Acorn seufzt leise. Es wird nichts bringen, ihre Situation weiter vor sich hin zu schieben oder davor nach der Grundlage zu suchen, auf der sie sich begegnen können. Sie tun es bereits und weiter werden sie auch nicht kommen.
„Mein… Der alte Jamiles hat das gesagt. Sie hätten die Westfelder bedroht. Meinte, sie würden die niederbrennen und er bräuchte Hilfe, um sich zu verteidigen.“
Rays Blick hat sich inzwischen wieder auf ihn und die Situation gerichtet, während dey den Rücken wieder gerade durchdrückt und ihn genauso kritisch mustert wie am Anfang.
„Ich weiß nicht, ob er die Wahrheit sagt“, beeilt er sich, den anderen einzugestehen, dass er diesem Mann ebenso wenig Vertrauen schenkt, wie irgendjemand hier es tun würde.
„Gehst du denn davon aus?“
Die Frage ist neutral formuliert, doch die Anspannung dahinter ebenso klar zu hören.
„Ich… ja. Ja, ich denke, dass er die Wahrheit sagt. Ansonsten wäre ich auch nicht hier.“
„Warum nicht? Er könnte dir dafür etwas versprochen haben, uns ans Messer zu liefern. Wenn wir uns bereiterklären, auf seinen Feldern zu erscheinen und dann doch die Friedenwächter auftauchen, dann hat er verdammt viel Schotter dafür bekommen. Vielleicht sogar die Sicherheit, seine eigenen Felder erst einmal zu behalten.“
„Ja, das weiß ich.“ Natürlich weiß Acorn das! Er hat die gesamte letzte Nacht nichts anderes getan, als immer wieder hin und her zu denken und abzuwägen, wie diese gesamte Situation, in die er sich gebracht hat, wirklich verlaufen könnte. Zu einem Ergebnis ist er dabei nicht gekommen. Aber irgendwie muss man doch handeln!
„Trotzdem halte ich es für sinnvoller, dass er die Wahrheit sagt. Was würde er davon gewinnen, wenn er uns hier verraten würde? Dass PanemVeg sich nähert, das bekommen wir jetzt bereits zu spüren. Früher oder später würden die an seine Felder wollen, ob er denen einmal geholfen hat oder nicht, und der Mann ist vielleicht alt eingesessen, aber keine besonders große Nummer im Kapitol. Wenn er seine Position behalten will, dann wird er sich zur Wehr setzen müssen.“
„Solange er sich nicht einfach in die Firma hineinarbeiten will. Mit seiner Position und einem loyalen Einsatz würde der dort sicherlich schnell aufsteigen können.“
Das kann Acorn nicht bestreiten. Und doch hält ihn etwas ab, da wirklich dran zu glauben. Nur ist er sich nicht sicher, ob es eine Eingebung ist, nach der er noch nicht ganz greifen muss, oder der alte Rest einer Loyalität, die er schon vor Jahren hätte loswerden sollen.  
„Ich denke nicht, dass sein Stolz das zulassen würde“, antwortet er schließlich. „Er hat immer an den Feldern geklammert. Er –“
Wie sinnvoll wäre es jetzt, Ray davon zu erzählen, wie sehr er sich selbst um diese bemüht hat? Er kann sich nicht vorstellen, dass dey irgendwelche Schmerzen darüber spüren würde, dass sie ihm nie zugesprochen wurden, da das bedeutet hätte, dass der alte Herr früher oder später ein wenig Verantwortung selbst abgeben müsste.
Ray schweigt. Betrachtet ihn stumm, während er nach Worten ringt und schließlich stumm aufgibt, nur um selbst zurückzublicken und auf deren Antwort zu warten.
„Hast du jemals Feuer gesehen?
Zuerst irritiert ihn die Frage. Feuer selbst hatte er natürlich schon erlebt. Genau wie brennende Hitze. Er hat sengendes Metall auf seiner Haut spüren müssen, die sich qualvoll in ihn hineinbrennt.
Doch die Person vor ihm meint immer noch etwas anderes. Sengende Wogen, die sich in eine scheinbare Unendlichkeit strecken. Jeder hier fürchtet die Sommertage, in denen die Luft trocken wird und alles um sich herum weiter ausdörrt, bis einem der Hals zu trocken zum Reden scheint und jeder Funken ein Inferno starten kann.
Bald wird es soweit sein.
„Bisher noch nicht“, antwortet er also. „Aber ich habe gehört, dass es in anderen Bereichen des Distriktes bereits dazu gekommen ist.“
Ray schweigt wieder, während der Blick wieder in die Ferne schweift. Deren Finger sind ruhig in den eigenen Schoß gefaltet, die Haltung bleibt steif und unbeweglich. In den Augen scheint etwas zu schimmern, das Acorn nicht einzuordnen weiß. Eine Vorstellung dieses Brandes, den sie sich ausmalen müssen, oder eine Erinnerung, die deren Geist so zu plagen scheint, wie die engen Gänge und das Wegticken der Uhr seine eigenen beherrscht.
„Du glaubst, zu wissen, was das alles hier bedeutet. Dass du in den Hungerspielen genug gesehen hast. Aber das tust du nicht.“
Was auch immer das heißen soll. Dass er den Tod nicht kennt, wohl kaum. Verlust. Verzweiflung.
„Ohne zu nahe treten zu wollen, von dem was ich erlebt habe und was nicht, kann nur ich allein sprechen“, antwortet er. Ray verzieht das Gesicht und irgendetwas ist hier falsch, dieses Gespräch verläuft sich auf Pfaden, die ihm unbekannt sind und entsprechend unheimlich vorkommen.
„Ich hoffe, dass du nicht glaubst, dass deine Geschichte dich zu etwas Besonderem machst. Oder dass du weißt, wie andere es durchlebt haben.“
„Ich verstehe nicht, was das mit den Feldern zu tun haben sollte.“
Der Mann merkt, dass er lauter zu sprechen begonnen hat und kann sogar erkennen, dass Elodie aus der Entfernung zu ihm aufblickt. Acorn atmet noch einmal durch. Es steht ihm nicht, die Fassung zu verlieren und langsam kommt er nicht drumherum sich fragen, warum ihm diese Situation so sehr an seinen Nerven zerrt. Er hat sich seit den Spielen von seinem Vater distanziert, diese Felder sollten ihm kaum etwas angehen. Selbst wenn er diesen Ort immer noch sein Zuhause nennen kann und will, wird es ihnen allen nur helfen, wenn er die Contenance nicht verliert.
Rays Miene hat sich währenddessen kaum verändert. Ein kurzes Zucken derer Mundwinkel, das nicht erkennen lässt, ob die morbide Situation denen als ein dunkler Scherz dünkt oder denen die Situation genauso unangenehm ist, wie ihm. Oder etwas anderes deren Aufmerksamkeit geweckt hat.
„Nein, das hat es nicht“, stimmt Ray trotzdem zu. „Wir sollten wieder zum Wesentlichen kommen. Und wir werden eine Lösung brauchen, also werde ich offen sein: Ich traue euch nicht. Dein Vater ist ein Halsabschneider sondergleichen und wenn er für Geld seine Seele verkauft hat, warum dann nicht auch die Felder? Und von meiner Seite aus hat mir nichts bestätigt, dass ihr nicht zusammen unter einer Decke stecken könntet.“
„Ich habe nichts mit meinem Vater mehr zu tun, von seinem Gewinn würde ich nicht profitieren.“
„Eure Geschichte ist mir gleich, wenn sie einen Abend zuvor wieder neugeknüpft werden kann.“
„Für so eine Person hältst du mich? Glaubst du, ich würde alles aufgeben, womit ich mich hier verbunden fühle? Und für was? Für weiteres Geld, das ich in eine Bar stecken könnte, die niemand mehr besuchen will, weil sie einem Verräter gehört?“
„Warum nicht? Neues Klientel bedeutet neue Kundschaft. Und was deine Verbindungen betrifft, warum sollte ich dir da Glauben schenken? Du magst dich als einer von uns sehen, doch ich habe von dir gehört. Und du denkst vielleicht, ausgenutzt zu werden und dass du mehr verdient hättest, aber dabei vergisst du wahrscheinlich, dass die meisten von uns kein eigenes Dach über den Kopf gespendet bekommen oder sich Sorgen darübermachen müssen, wie sie heil durch den nächsten Tag kommen. Also komm mir nicht, als würden wir hier auf einer Ebene stehen und als hätte ich keinen Grund, dir zu misstrauen, Acorn Jamiles. Denn selbst wenn du die Wahrheit sprichst, ist es ganz schön anmaßend, davon auszugeben, dass ich dir all deine guten Einstellung ohne weiteres abnehme. Warum sollte ich so dämlich sein?“
„Wahrscheinlich, weil mein eigener Kampf ums Leben vor ganz Panem ausgestrahlt wurde! Was für eine Person ich bin, das ist wohl eindeutig. Und vielleicht habe ich dann gedacht, dass Menschen sich auch ein Bild gemacht haben.“
Irgendwie hatte er immer vermutet, dass dieses ein Positives sein würde. Dass er zumindest immer versucht hatte, diplomatisch zu handeln und das Beste aus seiner Situation zu machen. Dass das nicht der Fall sein könnte, brennt ihm nun unter der Haut. Bisher hat er die Aufnahmen seiner Spiele zu vermeiden versucht, seitdem er sie auf der Krönungsfeier noch einmal an sich vorbeiziehen lassen musste. Er hatte sich zumindest sagen wollen, dass dies ein Teil seines Lebens sei, den er beendet hatte.
Natürlich ist das eine lächerliche Vorstellung, wenn Tave immer noch in der Halle sitzt und auf sein eigenes Ende nur hoffen kann. Selbst wenn sie ab und an telefonieren oder Briefe schreiben, hat Acorn ihn mit den Spielen auch zurückgelassen.
Was bedeutet es dann, wenn hier ein völlig fremder Mensch vor ihm sitzt und ihn so abfällig mustert? Selbst wenn Ray sagte, sich keine Meinung bilden zu können, scheint es mir so, als hätte dey es schon längst getan.
„Ich habe eine Person gesehen, die die Menschen, die es zu beschützen galt, am Ende verlassen hat“, hört er deren Urteil. „Unter Druck geben die meisten nach, nicht wahr?“
Er kann sich noch an den Moment der Entscheidung erinnern. An die Gewissheit, dass seine Zeit abgelaufen ist, genau wie die aller anderen. Er erinnert sich, wie Tave auf dem Boden lag, direkt nachdem der Himmel über ihnen zusammengebrochen war. Nach allem, was sie durchlebt hatten, gemeinsam und füreinander.
Er erinnert sich an den Moment, als ihm klar wurde, dass das hier seine einzige Chance sein würde. Und er hatte es schon immer gewusst, dass es zu einer Entscheidung kommen muss. Bis zum Schluss hat er es fast vergessen können. An einem so sinnlosen Ende, an dem Laure immer noch um ihr Leben gerungen hatte und Acorn hatte ihr in diesem Moment auch den Hals umdrehen wollen, dafür, dass sie ihnen allen den Tod aufgezwungen hatte.
Er hatte es nicht getan und stattdessen die Beine in die Hand genommen. Agnes ihrem Schicksal überlassen und verzweifelt gehofft, dass sich doch noch etwas ändern könnte. Dass sie es schaffen würde und die Kraft des Mädchens genug gewesen wäre, um ihn nicht zu seinem Verräter werden zu lassen.
Niemand hätte das gekonnt, wenn es die eigenen Taten sind, die letzten Endes für sich sprechen müssen. Wenn er eingegriffen hätte, wäre es Agnes gewesen, die den Ausgang noch hätte finden können. Er hätte nur Laure von ihr wegziehen müssen, bevor deren Dolch den Hals des Mädchens gefunden hätte und das Schwert lag noch schwer und blutbefleckt in seiner Hand. Er weiterer Stoß wäre ein weiterer Tod. Und die Sekunden, die einem jungen Mädchen das Leben geschenkt hätten, wären zu seiner eigenen Hölle geworden.
All das weiß er und nun hilft es ihm nicht im Geringsten. Nun ist es Acorn der noch lebt und der sich außerhalb der Arena auf einer kleinen Liege befindet, auf einen golden schimmernden See starrend, dessen Oberfläche bald reines Feuer widerspiegeln könnte.
„Entschuldige meine Worte. Das war… unprofessionell.“ Ray schüttelt scheinbar unzufrieden mit sich den Kopf. Acorn schreckt auf, als er dey wieder vor sich sitzend ausmachen kann, genau wie den Glanz einer schweigenden Sorge in deren Augen, auch als der Tonfall sofort wieder härter wird. „Fakt ist natürlich auch, dass es hier nicht nur um Vertrauen geht. Wenn dein Vater Recht behalten sollte und uns nicht betrügen will, dann ist dieser gesamte Ort hier in Gefahr. Sollten die Westfelder verloren gehen, wird der Mann sich nicht dauerhaft halten können, gerade jetzt, wo die Erträge hier abgeerntet werden müssen. Und seine Eile damit spricht zumindest für seine Worte.“
Das wäre dann wohl ein weiterer Grund, warum sich hier gerade kaum jemand sehen lässt.
„Und so wenig ich diesem Mann abgewinnen kann“, fährt dey fort: „Hier haben wir bisher immer Frieden gehabt. Wenn wir ihn nicht zu sehr angehen, dann sieht dieser Experte auch keinen Grund darin, seinen Hintern zu heben oder gar etwas dafür zu bezahlen, hinter seiner eigenen Theke aufzuräumen. Und das ist ein Umstand, für den ich auch zu kämpfen bereit wäre.“
„Dann kommt es letzten Endes darauf an, welchen Umstand du für wahrscheinlicher hältst“, schließt Acorn. Und in dieses Urteil will er sich auch nicht mehr einmischen. Er hat seinen Teil gesagt und es wurde ihm überdeutlich klargemacht, wie viel seine Meinung wert ist. Sich weiter um diese Situation herumzudenken, würde ihm kaum mehr als Kopfschmerzen bescheren.
„Ich befürchte, dass wir es nicht riskieren könnten. Es gibt nicht mehr viele Plätze, in denen wir uns frei bewegen könnten“, seufzt Ray. „So wenig mit das auch gefällt, mit einem Verrat können wir rechnen. Vorsicht werden wir so oder so walten lassen. Doch wenn ich nichts tun und dann Unrecht behalten würde, dann wäre das nicht nur verantwortungslos, sondern auch noch erbärmlich. Ich stehe lieber zu einer Fehlentscheidung als zu Feigheit.“
„Dann soll ich weitergeben, dass man mit euch rechnen kann?“, fragt Acorn nach.
Wieder vertieft sich Ray in die eigenen Gedanken. Presst die Lippen zusammen und jetzt bewegen sich deren Finger doch, während dey diese gegeneinander reibt, wahrscheinlich in der Hoffnung mit der Bewegung auf den eigenen Geist zu Höchstleistungen anzutreiben.
„Wie wäre es mit einem Vertrauensbeweis?“, schlägt dey schließlich vor. „Oder… nennen wir es lieber eine Gegenleistung. Wenn wir uns in eine solche Gefahr begeben sollten, dann kann man auch erwarten, dass man uns ein paar Aufgaben abnimmt.“
„Das würde ich ebenfalls so sehen“, erwidert Acorn, selbst wenn er nicht wirklich glaubt, dass eine Rückmeldung dieser Art von ihm gefordert wird. Oder dass es bei Rays Überlegungen noch etwas zu verhandeln gäbe. „Was soll ich dem alten Herrn dann ausrichten?“
„Ich habe nicht von ihm gesprochen.“
Und schon wurde der Blick seines Gegenübers wieder streng auf Acorn gerichtet. Die Sorgenfalte, die deren Gesicht ziert, ist schnurgerade, als hätte dey sie sorgsam zurechtgelegt. Die Nase bleibt leicht gerümpft, der Mund eine dünne Linie, die der stoischen Visage einen unbeweglichen Nachdruck verleiht.
„Ich soll etwas für euch tun?“
„Du willst, dass ich deinem Urteil trauen.“
„Und ich wollte mit dieser gesamten Angelegenheit nichts zu tun haben!“
Zumindest nicht so viel mehr als bisher.
„Und schon sind die Worte dahin, wie viel dieser Ort dir bedeutet.“
„So meine ich das nicht, ich… Ich verstehe nur nicht, was ich hier zu beweisen habe, wenn es am Ende egal sein kann, wie viel mir vertraut wird.“
„Tust du das nicht?“
Er ist ja wohl nicht die Person, der die Felder hier gehören oder der irgendetwas noch mit ihnen zu tun hat!
Aber… Zumindest hat sein Gegenüber Recht, dass er diese Verantwortung tragen möchte. Und er wusste bereits, dass niemand mit seinem Vater verhandeln will. Ansonsten wäre er nicht hier.
Wenn die anderen tatsächlich eine Gegenleistung fordern, dann ist er natürlich die sichere Wahl.
„Gut. Was genau möchtest du?“
Wieder dieses seltsame Zucken der Mundwinkel und mit ihm der Schatten einer Emotion, die ihm verschlossen bleiben soll.
„Du kennst die Familie Brinn?“
„Die von Brinnsgoods? Schon, habe zumindest von ihnen gehört.“
Es ist schwierig, im elften Distrikt zu leben, ohne von ihnen gehört zu haben. Gerade jetzt, wo sie direkt nach der Firma des Kapitols die zweitgrößten Lieferanden außerhalb der Distriktgrenzen sind und gleichzeitig die lautesten, wenn es darum geht, zu einem Boykott ihrer übergroßen Konkurrenten aufzurufen.
„Vor wenigen Tagen haben wir einen Hilferuf von ihnen bekommen. Eines der Jüngsten der Familie musste außerhalb der eigenen Grenzen gebracht werden. Und wir haben versprochen, ihn bei uns aufzunehmen. Als einen Beweis unsererseits, dass wir uns ebenso gegen gemeinsame Feinde wenden wollen.“
Und was folgen wird, das erübrigt sich von selbst, so wenig es Acorn behagt.
„Ich nehme an, dass noch kein Ort gefunden wurde, an dem der Junge bleiben kann?“
„Die Luft wird tatsächlich sehr eng bei uns. Und so gerne ich ihn bei Elodie sehe, reicht eine einzelne Gelegenheit, um den Ort nicht nur auf den Kopf zu stellen, sondern auch gleich anzuzünden. Bei einem Sieger werden sie sich das nicht erlauben können. Und wenn sie nur ein paar Tage brauchen, um sich tatsächlich eine Genehmigung zu organisieren, können wir schon andere Möglichkeiten einrichten.“
Gegen das Argument hat er nicht viel einzuwenden. Und es wäre nicht nur eine Möglichkeit, diese gesamte Angelegenheit endlich in die Wege zu leiten, sondern auch, insgesamt eine Hilfe sein zu können. Sicht tatsächlich zu beweisen. Und doch… Allein die Vorstellung, noch einmal auf ein Kind achtgeben zu müssen. Ray hatte es ja schon selbst gesagt. Er ist nicht dafür gemacht. Acorn kann sich nicht vorstellen, dass das ein gutes Ende haben könnte. Nicht, wenn er jetzt schon um jeden einzelnen Menschen bangen muss, der mit ihm in Kontakt tritt.
Was, wenn das Auge des Kapitols einen von ihnen trifft?
Was, wenn sie Tave für seine eigenen Übertretungen bestrafen, wo ihnen das so einfach fallen würde?
Was, wenn Chane oder Ayla plötzlich nicht mehr kommen können, weil eine Kugel Metall ihren Weg zwischen ihre Augen gefunden hatte?
Was, wenn es jemand anderen trifft und es dann seine Schuld wäre? Und es muss Acorns sein, das ist es ja immer und wenn nur, weil der Tod nach der Arena an einem haften bleibt und man ihn nie wieder loswird.
Es könnte immer jeden von ihnen treffen.
„Hatten wir nicht gerade gesagt, dass das mit dem Kinder beschützen so eine Sache ist?“
„Du meintest, ich solle anders von dir denken. Dann beweise es. Denn so leid es mir tut, ich habe noch nie einen Überlebender aus der Arena kommen sehen, dessen Talent es ist, das Leben anderer zu verteidigen.“
Kurz schießt ihn der Gedanke durch den Kopf, dass es vielleicht die Person vor ihm ist, die nicht so viele Rückschlüsse ziehen sollte. Vielleicht hat er keine Ahnung von den Opfern, die dey hier begehen muss, doch dann sollte man vielleicht auch schweigen, was die Arena betrifft. Doch dafür, dass Ray so wenig weiß, steht er nun mit verdammt wenigen Gegenargumenten vor denen.
„Wie du meinst“, antwortet Acorn also nur und erhebt sich dabei. Dieses Gespräch ist für ihn beendet. Er hat bekommen, was er wollte und das muss reichen. Deal hin oder her. „Ihr werdet dann regeln, wie dieses Kind zu uns kommt. Und wenn diese Woche vorbei ist, dann haltet ihr euer Wort.“
„So werden wir das machen“, wird ihm zum Glück dieses eine Mal zugestimmt. „Wenn du Elodie noch einmal herholst, werden wir das entsprechend in die Wege leiten. Erwarte am besten morgen eine neue Lieferung Wein, oder etwas in der Art. Und vermeidet es, die Fässer zu schütteln.“
„Wird gemacht“, antwortet er und muss sich selbst anherrschen, zumindest den letzten Rest seiner gutem Manieren nicht zu verlieren, bevor er sich kurz umdreht und sich mit einem kurzen. „Auf gutes Gelingen“, verabschiedet.
„Viel Erfolg“, nickt Ray ihm zu, bevor er ich wegdreht und die wenigen Meter in Elodies Richtung überbrückt, die gelangweilt das Spielbrett betrachtet, das inzwischen liegengelassen wurde. Auch der Mann an dem Strand hat eine Pfeife herausgeholt, aus der er jetzt stehend raucht, während er nun still den Blick auf den Grund des Sees gerichtet hält.
„Ray will noch einmal mit dir sprechen“ bemerkt er, während er sich nähert.
„Wie ist es gelaufen?“, fragt Elodie ihn, während sie sich seinen Worten folgend wieder aufrafft.
„Hätte schlechter sein können“, weicht er der Frage aus. Sie nickt bloß und entfernt sich wieder von ihm.
Acorn blickt der Frau hinterher und wie sie schnellen Schrittes auf Ray zugeht. Auch wenn dey immer noch nicht lächelt, kann man sehen, wie die Anspannung von denen weicht und sich die Mundwinkel kaum merklich wieder heben, während das Gespräch zwischen den beiden wesentlich vertrauteren Positionen weitergeführt wird.
Ihm bleibt nichts anderes, als den beiden vorerst den Rücken zu kehren. Seine Arbeit hier ist getan. Und den Rückweg wird er auch allein finden.
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