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Pulvis et Umbra sumus

von Satan666
Kurzbeschreibung
GeschichteHorror, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Megumi Fushiguro Ryomen Sukuna Yuji Itadori
12.03.2022
27.04.2022
3
2.205
4
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
27.04.2022 960
 
Alea iacte est






In dem einen Moment würdest du denken, dass alles in Ordnung sei, aber genau in derselben Sekunde könntest du erkennen, dass deine Sicht verkehrt war. Verschwommen und unscharf. Das Fieber in deinem Körper, gepaart mit einem erschütternden zittern, hatte sich bis dato schon lange in dir ausgebreitet. Und dann, ja genau dann wenn du die richtige Sichtweise erkennst, könntest du nur noch deinem verzerrtem Spiegelbild in die rot glühenden Augen starren.

Yuji hatte beider seiner Hände an den Kopf gepresst. Adern blitzten an seiner makellosen Haut hervor. Er sah sich selbst, sah wie schwarzer Schlamm anstatt Tränen aus seinen Augen quoll. Bemerkte ein zweiter Mund an seiner rechten Wange und ein drittes Auge, was sich auf seiner Stirn ausbreitete. Yujis Herz raste, donnerte gegen seiner Brust. Schon längst versiegten seine verzweifelnden Schreie, erstickten im Keim, als er immer wieder im Karussell drehenden Erinnerungen erblickte. All das Blut, das Leid, seine Freunde… Er presste eine Hand auf seinem Mund, versuchte krampfhaft das Würgen zu unterdrücken. Wozu wurde er ausgebildet? Was hatte er all die Jahre in der Schule gelernt, wenn nicht zu Gewinnen? Rena, Mei, Saki, Hina… Sie alle hatten den Tod nicht verdient. Wieso also, durfte er, ein Feigling weiterleben?
Yuji ballte seine linke Hand zu einer Faust und schlug immer wieder an dem Rand des Waschbeckens ein, an das er sich gekrallt hatte. Er hasste und schämte sich zeitgleich für seine Furcht.
Zumindest konnten der Rest ihres Trupps das drohende Unheil beseitigen. Wäre Megumi nicht da gewesen, dann…

Das Klopfen der Badetür ließ Yuji erschrocken innehalten. Jedoch versiegten nicht seine Tränen.

„Ist alles okay bei dir?“, fragte eine altbekannte Stimme. Yuji schluckte den Kloß in seinem Hals hinunter, nickte mit seinem Kopf und schaffte es mit dünner Stimme ein mehr oder weniger normales ‚Ja‘ hervorzubringen.

„Sicher?“, fragte die Stimme erneut.

Yujis Blick glitt über die kahlen Kacheln bis zum geschlossenen Fenster, an der sich eine Spinne zu schaffen machte. Seine schwarzen Beine webten um ein Kokon.

„Ich...“, Yuji krallte sich fester an dem Waschbecken. Kurz dachte er nach, blickte zur Decke hinauf und atmete noch einmal tief durch, ehe er seinen Satz fortfuhr. „-bin mir sicher, also ja, ... es geht mir gut.“

„Hm, okay“, damit hörte Yuji, wie sich die Schritte draußen wieder entfernten.

Ein Glück, dachte er sich und blickte abermals in den Spiegel. Er hob seine Hand, fuhr sich über seine Wange hinunter bis zum Hals, umrundete das Mal eines Bisses. Er zischte, als sich dort ein flammender Schmerz ausbreitete. Tief hatten sich die Zähne in seine Haut gebohrt. Wenn Yuji es nicht besser wusste, würde er denken, dass ihn ein tollwütiger Wolf angefallen hätte. Infolgedessen, wäre er längst diesem Gift erlegen gewesen. Insgeheim oder eher gesagt wollend, wünschte sich der Pink haarige, es wäre nur ein banaler Tierangriff gewesen.

„Yuji, ich-“, die Tür wurde ohne einmal geklopft zu haben, aufgerissen. Erschrocken blickten sich zwei junge Männer an. Die Münder weit aufgerissen. Unglauben stand in dem harschen Mannes Augen. Ein Blitz durchzog den Himmel. Das Rauschen eines Windes war zu vernehmen. Urplötzlich wurde es in dem kleinen Zimmer dunkel. Nur der Donner vermag ihnen noch ein klein wenig Licht zu schenken.

„Aus dem Weg, Yuji!“, polterte die Stimme Megumis durch den zuvor noch stillen Moment. Er formte seine Hände zu einem Zeichen und beschwor eines seiner besten Gehilfen aus dem tief schwarzen Untergrund. Ein Skorpion trat in Erscheinung mit einem großen, roten Auge im Mitten seines Kopfes. Aus seinem langen Schwanz formten sich drei spitze Stacheln. Das Tier erhob seine Scheren artige Arme und stieß dabei einen grässlichen Schrei aus.

Yuji in des konnte sich keinen Millimeter mehr bewegen. Er war wie gelähmt. Gefesselt an Ort und Stelle. Ein Wunder, dass er noch atmen konnte. Rasend schnell, war der blaue Skorpion bei ihm…
Seine Sinne schwanden, gaben etwas größerem Platz.

                                                                                               ~*~     


Als er das nächste Mal seine Augen öffnete, blickte er in ein schlafendes Gesicht. Bevor er sich jedoch die Frage stellte, was genau passierte, fragte er sich stattdessen, wo er sich befand und wer dieser Mann war, der auf dem Stuhl nach hinten gelehnt, die Augen geschlossen hatte. Langsam, nur mit viel Anstrengung in seinem Körper, konnte er sich in eine sitzende Position bringen. Sein Blick wendete sich von den gelben Tapeten ab, hinaus in dem regnerischen Wetter. Jede einzelne der Tropfen, schien gegen die Fensterscheibe zu schlagen. Ein poetisches Lied erklang in einer hinteren Ecke seines Gehirns.
Sein Körper drehte sich, als er seine Hand Ausstreckte.

„Hast du Durst?“

Yuji fuhr zusammen. Erschrocken linste er mit seinem Augapfel zu jenem sprechenden Mann. Yuji nickte mit seinem Kopf, räusperte sich. „Bitte.“, entkam seiner trockenen Kehle.

„Hier.“, damit reichte der schwarzhaarige Mann, dem Jungen ein Glas mit Wasser. „Wie geht es dir?“, ehrlich fragend, blickte man in Yujis matten Augen.

„Kopfschmerzen.“, entkam erneut ein Laut seiner Kehle, ehe er gierig das kühle Nass trank. „Wer… bist… du?“, Yuji war froh noch einigermaßen sprechen zu können.

„Megumi du Idiot!“, keifte der ältere, bis ihm etwas Entscheidendes in den Sinn kam. „Kannst du dich überhaupt an etwas erinnern?“

Yuji schüttelte wortlos seinen Kopf. „Bis auf...dass ich eine Schule speziell für Jujuzisten besuchen wollte nicht.“








Kleiner Nachtrag:


Pulvis et Umbra sumus – Staub und Schatten sind wir

Pulvis et Umbra – Staub und Schatten

Vivere est militare – Zu Leben heißt zu Kämpfen

Alea iacte est – Die Würfel sind gefallen
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