Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Sunset-Sonnenuntergang

von Lion 2000
Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / FemSlash
Aubrey Posen Beca Mitchell Chloe Beale Emily Junk OC (Own Character) Stacie Conrad
12.03.2022
02.06.2022
7
12.725
4
Alle Kapitel
20 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
12.03.2022 1.976
 
Hey guys,
Ein ganz, ganz herzliches Willkommen zu meiner lang ersehnten Fortsetzung zu Full Moon. Eigentlich hatte ich vor erst meine Oneshots zur Bemily-Woche zu schreiben, bevor ich hiermit anfange, aber es hat mich einfach zu sehr in den Fingern gejuckt endlich mit dieser Story anzufangen. Deshalb verzögern sich meine Oneshots auch ein wenig, aber ich denke mal das der Großteil meiner Leserschaft sowieso eher auf diese Geschichte hier gespannt ist;) Und genau deshalb will ich gar nicht mehr großartig auf die Folter spannen und wünsche euch ganz viel Spaß beim ersten Kapitel:)
LG Lion 2000
~~~~~


Prolog: Wiedergeburt

Wie zu Eis erstarrt blickte Emily auf die spiegelbildlose Wasseroberfläche. Halluzinierte sie gerade etwa? Doch dann kehrten schlagartig die Erinnerungen zurück: Die Lichtung, der Angreifer, ihr eigenes Blut das den Schnee dunkelrot verfärbte. Es war eigentlich unmöglich das sie noch lebte, es sei denn…
Zitternd hob Emily langsam ihre Hand vor ihr Gesicht und ein leichtes Gefühl von Panik fing an in ihr aufzusteigen, als sie ihre schneeweiße Haut sah. Es passte alles zusammen, das fehlende Spiegelbild, ihre wie Feuer brennende Kehle… ,,Nein…“, flüsterte Emily und kroch am ganzen Körper bebend von dem Höhlenbach weg, ,,nein, nein, nein…“. Verzweifelt hielt sie zwei Finger an die Innenseite ihres Handgelenks, an ihren Hals, legte die Hand über ihre Brust, doch es gab nicht das leiseste Anzeichen eines Pulses. Völlig fassungslos lehnte sie sich mit dem Rücken an die Felswand und starrte wie betäubt auf ihre Hände hinab. Als sie mit dem Daumen leicht über die Handfläche fuhr, stellte Emily fest, dass sie sich ganz glatt wie Marmor anfühlten. Dieses Gefühl kannte sie auch schon von Becas Haut her.
Bei dem Gedanken an ihre Gefährtin setzte Emily sich schlagartig aufrechter hin. Wo war eigentlich Beca? Wo waren Aubrey und Chloe? Ihr Rudel? Was war das für eine Höhle und wie war sie hierher gekommen? Und wie war es bei ihr überhaupt zu dieser… Veränderung gekommen, wenn sie doch so viel Blut verloren hatte?
Doch sämtliches Denken wurde durch das Feuer in ihrer Kehle blockiert. Aber dann stieg es ihr auf einmal in die Nase: dieser süßliche, einfach nur verlockende Duft, der sämtliche Gedanken schlagartig wegwischte. Schon spürte sie wie sich zwei dünne und scharfe Spitzen über ihre Unterlippe schoben, während ihr förmlich das Wasser im Mund zusammen lief. Ein animalischer, hungriger Laut von dem sie nie gedacht hätte, dass sie ihn jemals ausstoßen könnte, drang aus ihrer Kehle und in ihr stieg ein gieriges Verlangen auf-ein Verlangen für das sie bereit war zu töten…
Der Duft kam immer näher, so als ob es schon fast direkt neben ihr war und voll von ihrer Gier übermannt sah sie, hungrig mit den Augen umherschweifend, auf. Emily zuckte leicht zusammen, als sie vor sich den Umriss einer Person erblickte. Ihre Sinne schienen durch den Durst leicht geblendet zu sein, weshalb sie nur schemenhaft eine schlanke Gestalt mit schulterlangem, schwarzen Haaren ausmachen konnte. Was sie jedoch ganz genau erkennen konnte, war die hölzerne, eckige Schale welche der Fremde ihr hinhielt und in deren Inneres sich eine dunkelrote Flüssigkeit befand.
Emily dachte gar nicht drüber nach und zögerte auch nicht, als sie schon fast unnatürlich schnell ihrem Gegenüber die Schale aus der Hand riss. Ein animalischer Instinkt hatte die Macht über sie ergriffen und lies sie an nichts mehr anderes als das Stillen dieses Durstes denken. Das Blut schmeckte seltsam süßlich und es war wie Balsam für ihre brennende Kehle. Doch je mehr von der Flüssigkeit ihren Rachen hinablief, desto mehr schwand auch diese von Instinkt und Verlangen verursachte Blindheit.
Als sich schließlich kein Tropfen Blut mehr in der Schüssel befand, waren Emilys Sinne endlich wieder klar und auf das hölzerne Objekt in ihrer Hand hinabblickend, begriff sie erst so richtig, was sie da gerade getan hatte und angewidert schleuderte sie das Ding von sich weg. Wenn all die Indizien davor noch nicht eindeutig genug waren, war das hier gerade der finale Beweis gewesen.
Langsam blickte sie jetzt zu demjenigen hoch, der ihr gerade die Schüssel gereicht hatte. Er war vielleicht nur ein paar Zentimeter größer als sie und seine Augen waren unfassbar dunkel-schon fast schwarz. Und da waren auch noch diese spitzen Ohren die aus seinem rabenschwarzen Haar hervor ragten. ,,W-Wer bist du?“. Emily hatte zuerst sagen wollen, ,,Was bist du?“, aber das erschien ihr als etwas unhöflich.
,,Mein Name ist Eldaríon“, antwortete der Fremde und seine Stimme klang sanft wie Honig und melodisch wie der Gesang von Vögeln am Morgen. ,,Und du bis ein…?“. ,,Elf. Einer der letzten, um genau zu sein.“. ,,Aha…“. Für einen Augenblick sah Emily den Elfen unsicher an, bevor sie den Blick etwas genauer über ihre Umgebung schweifen lies. ,,Was ist das für ein Ort?“, fragte sie schließlich, woraufhin Eldaríon erwiderte, ,,Mein Zuhause. Die Höhle liegt im äußersten Rand des Feenreiches, wir befinden uns also nicht mal allzu weit weg von dem Territorium deines Rudels…ich hab dich hier hergebracht, damit dein Körper in Ruhe die Verwandlung durchziehen konnte.“.
Bei dem Wort ,,Verwandlung“ zuckte Emily leicht zusammen und sie lies ihren Blick auf die ein paar Meter entfernt liegende Schale schweifen, aus der noch ein ganz winziges Rinnsal Blut floss und auf den steinernen Boden tropfte. ,,Es…Es ergibt einfach keinen Sinn…Wie kann ich soviel Blut verloren haben und mich trotzdem noch verwandelt haben?!“, flüsterte Emily stammelnd, in der Hoffnung, dass der vor ihr stehende Elf eine Antwort liefern konnte, ,,Ich dachte es muss genug Blut in einem Körper sein, damit das Gift überhaupt wirken kann….“. ,,Ja, die Wunde an deiner Kehle war tatsächlich fatal…“, erklärte Eldaríon und bei seinen Worte lies Emily ihre Hand automatisch zu ihrem Hals hoch wandern, wo sie tatsächlich zwei dünne, direkt nebeneinander liegenden Schnitte spürte, ,,Aber da dein Mörder dich schon davor an anderen Stellen gebissen hatte, war bereist genug Gift in deinen Körper gelangt, damit die Verwandlung schon teilweise beginnen konnte…Ich habe dich mit einem Zauber in eine Art Starre versetzt und das Gift sich verdoppeln lassen, damit die Verwandlung auch trotz des hohen Blutverlustes noch fertig vollzogen werden konnte…“.
Emily hörte die ganze Zeit schweigend und leicht mit dem Kopf nickend zu, doch bei dem letzten Satz weiteten sich langsam ihre Augen, ,,Warte…du hast sichergestellt, dass ich mich verwandle? DU hast mir das angetan?!“. Da tauchte ein Ausdruck von leichter Nervosität in den dunklen Augen des Elfen aus, ,,Emily…du magst es vielleicht noch nicht verstehen…“, fing Eldaríon an, doch sein weiterhin völlig gelassener Tonfall machte Emily rasend, ,,Was denn Bitteschön verstehen?? Wie konntest du nur? Ja, ich war nicht glücklich mit dem Gedanken, schon so früh zu sterben, aber ich wäre lieber tot, als…als das hier!“. Ihre Stimme hallte laut an den Höhlenwänden wieder und tatsächlich blickte der Elf leicht zerknirscht wirkend zu Boden, doch das zügelte Emilys Wut nicht im geringsten. Das was er getan hatte war unverzeihlich. Sie fragte sich, was Beca wohl dazu sagen würde, oder Aubrey, oder Chloe? Keine der dreien hätte das gut geheißen, dessen war Emily sich sicher.
Doch sie wollte sich nicht mehr länger mit diesem Elfen abgeben, der ihr ein Schicksal aufgezwungen hatte das sie niemals hatte haben wollen, und sprang auf. Sie musste zu Beca, zu Chloe, Aubrey und ihrem Rudel zurück. Bestimmt machten sich ihre Liebsten schon total den Kopf. Emily lief los in die Richtung, aus der sie den Wind bereits spüren konnte, doch kaum das sie ihr Schritttempo nur etwas beschleunigte, war es plötzlich so als ob eine Windböe sie von hinten erfasste und sie mit einem kräftigen Stoß nach vorne schob. Das nächste was die Brünette spürte, war wie sie mit voller Kraft gegen Gestein stieß und zu Boden fiel. War das etwa die Vampir-Geschwindigkeit ? Wenn ja, dann verstand sie nicht, warum Chloe sie immer so gern benutzte…
,,Du kannst noch nicht zurück, du hast deine Kräfte noch nicht unter Kontrolle,“, ertönte Eldaríons Stimme hinter ihr, doch Emily rappelte sich einfach nur stoisch auf und stolperte weiter zum Höhlenausgang hin. ,,Du bist nicht nur ein Vampir, sondern auch immer noch ein Werwolf, Emily! Du vereinst die Stärker beider Wesen in dir…Ein solche Kreatur hat es noch nie zuvor gegeben und du musst lernen, diese Kraft zu kontrollieren!“.
Daraufhin blieb Emily sogar langsam stehen und schluckte kurz. Sie spürte tatsächlich die Kraft und Energie, die durch ihre Gliedmaßen strömte und sie hatte um ehrlich zu sein auch keine Ahnung, wie sie damit umgehen sollte. Aber sie wollte nicht Eldaríons Hilfe dafür. ,,Wieso sollte ich mir von DIR helfen lassen, nachdem was du mir angetan hast?“, zischte Emily schließlich, wobei sie ihn über ihre Schulter hinweg anfunkelte, ,,Warum dachtest du, dass es in Ordnung sei, jemanden ohne seine Einwilligung zum Vampir zu machen…und zu einem Vampir-Werwolf…Hybrid, noch dazu?!“. ,,Weil es so bestimmt war!“, erwiderte der Elf und jetzt verschwand auch aus seiner Stimme allmählich diese unerträgliche Gelassenheit. Doch seine Aussage verwirrte Emily nur noch mehr, ,,W-Was meinst du damit, dass es…‘so bestimmt’ war?“. Als Antwort seufzte Eldaríon nur, bevor er wage erwiderte, ,,Das werde ich dir noch später erklären, aber jetzt musst du erstmal jagen gehen, die Portion von vorhin wird den Durst nicht allzu lange löschen können. Neugeborene Vampire brauchen zu Beginn noch eine ziemlich starke Menge zu trinken und da du durch deine Werwolfsgene doppelt so stark bist, benötigst du wahrscheinlich noch mehr…“. Und mit diesen Worten schob der Elf sich an ihr vorbei und trat zu dem Höhlenausgang hin, bis er fast im Freien stand.
Mit einem Kopfnicken forderte er Emily dazu auf, ihm zu folgen, doch sie schüttelte nur den  Kopf, ,,Ich kann nicht…ich muss zurück, zu meinem Rudel, meinen Freunden, meiner Gefährtin, ich…“. ,,Deine Gefährtin hält dich für tot!“, unterbrach Eldaríon die Werwolf-Vampirin, welche ihn daraufhin völlig perplex anstarrte und mit einem entsetzten Unterton tonlos, ,,W-Was?“ fragte. ,,Wir Elfen haben die Eigenschaft zu sehen, was zuvor an einem Ort geschehen ist…“, erklärte er Emily, ,,Deine Gefährtin hat dich auf der Lichtung gefunden und als sie deinen Mörder gesehen hat, hat sie ihn angegriffen, doch er hat es geschafft sie zu betäuben…und dann hat er weggebracht.“. ,,Was soll das heißen…‘weggebracht’? Wohin?“. ,,Der Angreifer hat einen Mantel getragen, wie es nur Mitglieder des Black-Clans tun…“, antwortete der Elf und er beobachtete ganz genau Emilys Reaktion. Diese starrte einfach nur mit Schock und Betroffenheit erfüllt ins Leere und flüsterte mit Angst in der Stimme, ,,Magnus…“. ,,War er hinter ihr her?“, wollte Eldaríon wissen und als Emily nickte, meinte er, ,,Dann macht es Sinn, dass er einen seiner Schergen nach ihr geschickt hat. Wahrscheinlich war deine Tötung als Anlockungsmanöver gedacht und der Schmerz über deinen Tod, sollte sie so aus der Fassung bringen, dass sie in dem Augenblick nicht mehr geschickt genug kämpfen konnte….“.
Für einige Augenblicke lang, blieb Emily noch wie angewurzelt in ihrer Schockstarre, bis sie schließlich mit aufflammender Entschlossenheit sich wieder in Bewegung setzte, ,,Ich muss zu ihr…“. ,,Das kannst du nicht!“, rief Eldaríon ihr hinterher, als sie bereits ein paar Schritte in die , von den letzten Strahlen der fast untergegangenen Sonne leicht rötlich schimmernde,  Außenwelt gegangen war, ,,Ich hab doch gesagt, dass du deine Kräfte noch nicht kontrollieren kannst…Und was willst du tun? Einfach in Magnus’ Feste hereinspazieren und deine Gefährtin rausholen? Glaubst du wirklich, dass es so einfach geht?“.
Emily schüttelte in einer Mischung aus Frust und Verzweiflung ihren Kopf, als seine Worte auf ihr niederregneten. Das schlimme war, dass er Recht hatte und sie merkte, wie ihr alles langsam zu viel wurde. Also stolperte sie weiter, von dem Vorsprung-welcher vor der Höhle lag-hinab und machte ein paar zittrige Schritte über den Waldboden. Genau in dem Moment als das letzte bisschen Sonne hinter dem Hügel verschwand, gaben ihre Knie nach und kaum dass ihre Beine das Gras berührt hatten, brach sie auch schon in Tränen aus.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast