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... 'till the End

von Miss-N
Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Alexandra Rietz Daniela Stamm Gerrit Grass Michael Naseband OC (Own Character) Robert Ritter
10.03.2022
06.08.2022
34
48.456
1
Alle Kapitel
10 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
11.03.2022 1.378
 
Sooo, dann gibt es auch schonmal Kapitel 2. :)
Noch ist die Geschichte relativ nah an meiner Premiere hier, aber das ändert sich noch.  Ich habe die auch nur kurz überflogen, und weiß gar nicht mehr ganz so genau, was dort alles drinstand.
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Langsam kam ich wieder zu mir. Wie lange ich weg war, kann ich nicht sagen.
Mein Kopf war noch wie im Nebel, als ich mich aufsetzte.
Was ist passiert? Wo bin ich? Und wieso? fragte ich mich. Ich fühlte mich wie erschlagen. Kopfschmerzen, müde, und gefühlt jeder Knochen tat mir weh. Aber nachdem ich auf der Ladefläche eines Transporters mitgefahren war, bin ich auch nicht davon ausgegangen, dass man mich danach mit Samthandschuhen anfassen würde. Aber die Frage nach dem Wieso? blieb.

Als mein Kopf etwas klarer wurde, kam ich zu dem Schluss, dass man mich entführt haben muss.
Aber entführt man sonst nicht nur Kinder und Teenager um Geld zu erpressen? Oder die Ehefrau irgendeines Reichen?
Meine Familie ist weder reich noch mächtig. Mein Vater ist Außendienstler in einem Unternehmen und meine Mutter ist Dozentin an einer Berufsschule.
Und ich selbst war auch nichts Besonderes. Ich habe eine Lehre im kaufmännischen Bereich gemacht und danach noch eine Ausbildung zur Fitnesstrainerin. Also Geld ist bei mir auch nicht zu holen. Zudem bin ich Single. Zwar geschieden, aber was soll‘s. Außerdem bin ich kein Kind mehr. Mit Mitte 30 weit davon entfernt.
Also: Was wollte man von mir?

Mir war klar, dass ich diese ollen Fesseln loswerden musste, wenn ich hier raus wollen würde. Aber Ziehen brachte gar nichts, außer, dass meine Haut an den Stellen übel brannte. Es war wohl nicht mehr weit, bis es bluten würde.

Zuerst einmal sah ich mich um. Es war noch hell draußen. Aber welche Tageszeit konnte ich nicht erraten.
Das einzige Licht kam durch ein kleines, hoch gelegenes Kellerfenster. Ansonsten wurden die grauen Betonwände nur durch eine Tür unterbrochen. Ich vermutete, dass es ein Kellerraum war. Ein großer. Wie groß wohl das Haus, oder das Gebäude darüber wäre?
Ich besann mich wieder auf meinen Fluchtplan. Ich scannte die Wände nach etwas ab, das mir bei meiner Flucht helfen könnte.
In einer Ecke lagen Kartons. Ich selbst saß auf einer Matratze. Sauber war was Anderes, aber besser als der nackte kalte Fußboden, der ebenfalls aus Beton gegossen war. Ich suchte eine Scherbe, einen Nagel, irgendwas. Ich hätte die Fesseln auch aufgeknabbert, aber da meine Hände hinter dem Rücken gefesselt waren, war das unmöglich. Und ich war auch nicht ganz gelenkig genug um die Fußfesseln mit den Zähnen zu lösen. Missmutig brummelte ich vor mich hin. Da ich nicht davon ausging, dass um Hilfe schreien etwas bringen würde, ließ ich es direkt um meine Kräfte zu sparen.

Ich wollte gerade zu einer anderen Wand robben, als ich glaubte etwas zu hören. Aufmerksam lauschend sah ich zur Tür. Als ich einen Schlüssel im Schloss hörte spannte ich unwillkürlich meine Muskeln an. Mit einer Befreiungsaktion rechnete ich nicht. Wer wollte mich auch suchen? War noch relativ neu in der Stadt und meinen neuen Job hatte ich noch nicht angetreten. Bis dahin waren es noch ungefähr 2 Wochen, die ich mir extra genommen hatte um in Ruhe die Stadt kennenzulernen und meine Wohnung fertig einzurichten.

Die Typen die sich durch die Tür schoben waren maskiert und somit war es mir unmöglich zu erkennen wer sie waren. „Was wollt ihr von mir?“ blaffte ich den Typen an, der mir nach ein paar Schritten am nächsten stand.
Ich konnte gerademal seine Augen durch die Maske erkennen, und die sagten mir nichts. Er sprach kein Wort mit mir und stellte mir einen Pappteller mit einem belegten Brot und einen Plastikbecher mit einer klaren Flüssigkeit darin hin. „Und wie soll ich das Essen, du Vogel?“ Ich hatte keine Lust auf kuschendes Mäuschen. Ich fuhr meine Beine aus und trat nach ihm.
Er knurrte mich an. Also hatte es ihm immerhin weh getan. Das stellte mich ein wenig zufrieden. Aus Rache landete seine Hand mit Schwung in einem Gesicht. Mein Kopf ruckte schmerzhaft zur Seite. Ich stöhnte kurz auf. Der Mann nahm mit einem Schulterzucken den Teller und den Becher wieder mit und verließ ohne ein Wort gesprochen zu haben den Raum.
„Na toll.“ Seufzte ich. Aber egal. Ich hätte es eh nicht angerührt. Wer weiß, was da für Gift drin war. Mein Hunger erzählte mir, dass ich schon seit Stunden nicht gegessen haben musste. Wie lange war ich denn schon in deren Hand?

Ich war heute (?) Morgen Joggen gewesen. Und ich konnte mich erinnern, dass ich auf dem Rückweg war und beim Bäcker, der bei mir um die Ecke ist, noch Frühstück ergattern wollte. Aber nein, bis zu meinen Brötchen war ich nicht mehr gekommen. Davor muss etwas passiert sein.
Meine Kopfschmerzen erinnerten mich daran, dass mir jemand vielleicht etwas über den Schädel gezogen haben könnte. Oder etwas gespritzt.
Eigentlich wollte ich gar nicht weiter darüber nachdenken. Davon bekam ich nur noch mehr Kopfschmerzen.
Wieder ließ ich meinen Blick durch den Raum schweifen. Wenn die beiden Pfeifen von eben gerade erst da gewesen waren, würden sie vielleicht nicht so schnell wiederkommen. Das war eine gute Chance mich in Ruhe umsehen zu können und vielleicht etwas zu finden, was mich aus meiner misslichen Lage befreien könnte.
Verärgert strampelte ich mit den Beinen. Es nervte nicht laufen zu können. Und tatsächlich gab der Strick ein wenig nach. Das motivierte mich ungemein weiterzumachen. Und nach ein paar Minuten konnte ich meine Füße wieder frei bewegen. Ich versuchte selbiges auch noch einmal mit den Handfesseln, aber verwarf den Versuch auch direkt wieder. Das Seil grub sich in mein Fleisch und das brannte höllisch. Auf das Rumheulen verzichtete ich, auch wenn ich Tränen in den Augen hatte. Es würde eh nichts bringen.
Ich kämpfte mich auf die Füße und ging umher. Unten an den Wänden entdeckte ich Löcher, ab denen wohl mal Fußleisten festgeschraubt waren könnten. Das schürte meine Hoffnung und ich ging langsam die Wände ab.
Ein einziger Nagel steckte noch in der Wand. Alle anderen waren sorgfältig entfernt worden. Fast hätte ich vor Erleichterung gejubelt. Aber Aufmerksamkeit erregen wollte ich auf keinen Fall. Zumindest nicht bei meinen Entführern. Also freute ich mich still.
Zuerst testete ich mit dem Fuß wie fest der Nagel saß und konnte mir dann auch denken, warum er dort noch steckte. Er saß fest. Sehr zu meiner Freude. Etwas umständlich setzte ich wieder auf den kalten Boden und drehte der Wand und dem Nagel den Rücken zu. Mit den Händen tastete ich an der Wand herum, bis ich mit optimal vor dem Nagel ausgerichtet hatte und diesen als Schneidwerkzeug für meine Fesseln nutzen konnte.
Sehr zu meinem Missfallen klappte das nicht so gut wie erwartet. Es kostete mich viel Kraft und Geduld, und gerade Geduld war etwas, mit dem ich nicht reich beschenkt war. Und doch merkte ich, wie nach ein paar Minuten ein paar Fransen hinabhingen. Das war die Motivation die ich brauchte. Immer wieder musste ich kurz Pause machen. Es dauerte das Seil durchzuschubbern und mir taten die Arme immer mehr weh. Die Haltung, die ich eingenommen hatte, halb nach vorne gelehnt, die Arme nach hinten angehoben und dann noch eine Zug-Druck-Bewegung, war unbequem und anstrengend. Dazu rutschte ich ständig ab und der Nagel, der eigentlich das Seil zerstören sollte, durchstieß meine Hautschichten und ich spürte, dass ich anfing zu bluten. Aber das Adrenalin vertrieb die Schmerzen und half mir weiter zu machen. Es dauerte einige Zeit, aber irgendwann war das Seil durch und ich hatte meine Arme wieder.
Geschockt starrte ich auf meine geschundenen Handgelenke. Die vielen tiefen Kratzer, die Abschürfungen, das Blut und darunter die dunkelblauen Hämatome durch die Fesseln. Ich gönnte mir einen kurzen Moment um zu Atem zu kommen.
Meine Hände zitterten.

Da ich mich nun endlich frei bewegen konnte ging ich zu den Kartons rüber und schaute hinein. Die meisten waren leer. Das war gut und schlecht zugleich. Leer waren sie instabil aber auch leichter zu bewegen.
Prüfend wandte ich mich dem Fenster zu. Es war zu hoch um es so zu erreichen. Ein typisches kleines Kellerfenster. Auf etwa 2,20 Metern Höhe. Ich mit meinen 1,67m Größe kam zwar an die Aussparung, aber das war es auch. Ich hatte keine Chance mich dort hochzuziehen.
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