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Dämon Crowley, pensioniert

Kurzbeschreibung
OneshotLiebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Anthony J. Crowley Erziraphael
10.03.2022
10.03.2022
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Die beinahe-Apocalypse war schon einige Wochen her. Aziraphale beschäftigte sich nur zu gern damit, seine wertvollen Bücher nicht zu verkaufen, verbrachte viele Tage in seiner Buchhandlung und viele Nächte mit Lesen. Crowley war die meiste Zeit bei ihm. Er leistete ihm in der Buchhandlung Gesellschaft - und schlief neben Aziraphale in ihrem großen Bett (das durch ein kleines Wunder in Aziraphales Schlafzimmer aufgetaucht war), während der Engel las. Nur wenige Tage nach den Geschehnissen auf dem Flugfeld von Tadfield waren Geständnisse abgelegt worden - und Küsse ausgetauscht. Eine Menge Küsse. Jede Menge Kuscheln. Und eine Menge zärtlicher Liebesnächte. Es war alles ziemlich entzückend, wie der Engel mal gesagt hatte - nur, dass wie Welt immer noch stand.

Die Morgende waren Crowley am liebsten - und Aziraphale ging es genauso. Die Weichheit, die sie in den frühen Morgenstunden teilten, war etwas, was sie aneinander bewunderten. Aziraphale in seinen kuscheligen Hausschuhen und seinem flauschigen karierten Morgenmantel über seinem hellblauen Pyjama war eindeutig eines der Dinge, die Crowley am liebsten sah. Abgesehen von seinem Engel ganz ohne Kleidung, was noch besser war. Aber ein Aziraphale am frühen Morgen war der weichste Aziraphale, und Crowley liebte es, wenn sie morgens nach dem Frühstück noch ein wenig miteinander kuschelten. Aziraphale dachte genauso über Crowley. Sein geliebter Dämon in einem schwarzen Seidenpyjama und einem dunkelroten Seidenkimono, seine rosa Einhorn Puschen an den Füßen, die roten Haare ein chaotisches Durcheinander auf seinem Kopf - und sein Gesicht war irgendwie weich und glatt vom Schlaf - ein Anblick, der Aziraphales Herz stets voller Liebe für Crowley schneller schlagen ließ.

Auch wenn Aziraphale seine Buchhandlung nicht immer zu seinen Öffnungszeiten aufmachte, so sah er sich selbst doch noch als Geschäftsmann. Und da er nicht schlief, war er stets früh am Morgen auf den Beinen - gewöhnlich früher als Crowley, und das gab ihm die Gelegenheit, ihr Frühstück vorzubereiten. Wenn Crowley dann aufwachte, war das Frühstück in der Regel fertig. Nicht dass Crowley unbedingt ein volles English Breakfast brauchte. Er war schon glücklich mit gesüsstem schwarzen Kaffee und zwei Spiegeleiern auf Toast. Aber das Ritual an sich war etwas, was sie beide mochten. Es ließ ihren Tag auf eine gute Weise beginnen, und das konnte nie langweilig werden.

Heute also, so wie an vielen Tagen vorher, ging Aziraphale - nachdem er alle Zutaten fürs Frühstück vorbereitet hatte - ins Schlafzimmer und setzte sich neben Crowley aufs Bett. Die Herbstsonne badete den Dämon in Licht. Er lächelte im Schlaf, was wiederum Aziraphale lächeln ließ. Vorsichtig fuhr er mit der Hand über Crowleys Arm und hinauf zu seiner Schulter, legte sanft die Hand auf seine Wange.
„Guten Morgen, mein Schatz…“, murmelte er, beugte sich vor und berührte mit den Lippen Crowleys Schläfe.
Crowley bewegte sich, murmelte etwas und seufzte. „Mrgn ’ngl…“
Aziraphale gluckste. Es war nicht unüblich für Crowley, dass seine Worte nur aus Konsonanten bestanden, wenn er aufwachte. Er war einfach keine Morgenperson und brauchte immer einen Moment, bis er wirklich wach war. Er schmiegte seine Wange gegen Aziraphales Handfläche, und der Engel streichelte mit dem Daumen über seinen Wangenknochen, fuhr er mit den Fingern durch Crowleys rote Haarsträhnen - und zögerte eine Sekunde. Das feurige Rot, das er so gut kannte, war natürlich noch da - aber die Wurzeln seines Haares schienen dunkelbraun zu sein. Aziraphale runzelte die Stirn, bewegte seine Finger zu einer anderen Stelle. Aber überall auf Crowleys Kopf das gleiche Bild: dunkle Wurzeln, der Rest seines Haars war rot.

„Was machs’ du da?“, fragte Crowley und öffnete die Augen. Er blinzelte zweimal, bis er klar sehen konnte.
„Aber fühlt sich gut an. Mach weiter…“
Aziraphale massierte sanft Crowleys Kopfhaut. „Färbst du deine Haare, mein Lieber?“
Crowley erstarrte. „Entschuldige?“
Aziraphale wurde rot. „Dein Haar - es ist nicht mehr komplett rot, so wie ich es kenne.“
„Nicht mehr komplett - lass mich mal sehen.“
Ehe Aziraphale reagieren konnte, war Crowley aus dem Bett und im Badezimmer. Aziraphale folgte ihm und fand ihn vor dem Waschbecken, wo er sich im Spiegel musterte.
„Ist alles in Ordnung, mein Lieber?“
„Noch nicht ganz sicher… Das… ist seltsam.“ Crowley kämmte mit den Fingern durch seine Haare, wobei er die dunklen Wurzeln genau inspizierte.

Endlich drehte er sich um und schaute Aziraphale an. „Ich… kann mir nur vorstellen, dass das… ein Nebeneffekt ist.“
„Ein Nebeneffekt? Nebeneffekt von was?“
Crowley zuckte die Achseln. „Im Ruhestand zu sein, nehm’ ich an. Das ist die einzige Erklärung, die mir einfällt.“
Aziraphales Augenbrauen wanderten nach oben. „Im Ruhestand zu sein? Du meinst, deine Haare wechseln ihre Farbe, weil du nicht mehr für die Hölle arbeitest?“
„Scheint so.“ Er drehte sich um, um erneut in den Spiegel zu schauen. „Das ist unerwartet, aber… vielleicht ist das nicht mal schlimm.“
Crowley schaute auf Aziraphales Spiegelbild. „Oder… magst du es nicht?“

„Du dumme Schlange…“, lächelte Aziraphale. Er trat näher und zog Crowley an seine Brust, legte das Kinn auf Crowleys Schulter.
„Ich liebe dich. Natürlich bin ich sehr gewöhnt an deine roten Haare. Du hast deinen Stil über die Jahrtausende schon so oft geändert, wieso jetzt nicht auch mal die Farbe wechseln?“
Crowley kuschelte sich an Aziraphales Brust. „Naja, das ist auf jeden Fall neu für mich. Im Ruhestand zu sein. Und braune Haare zu haben.“
„Bisher steht es dir jedenfalls hervorragend, im Ruhestand zu sein.“ Aziraphale drückte einen Kuss auf Crowleys Wange, und der Dämon versuchte, ein Lächeln zu unterdrücken. Was ihm nicht gelang.
„Dann bin ich froh, dass du das so siehst. Okay - Frühstück?“ Crowley drehte sich so weit, dass er Aziraphale auf den Mund küssen konnte, „Dein pensionierter Dämon könnte einen Kaffee gebrauchen.“
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