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Im Namen eines höheren Wohls

von Jodis
Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi / P18 / MaleSlash
Dr. John Watson Sherlock Holmes
09.03.2022
25.11.2022
34
244.175
21
Alle Kapitel
51 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
15.09.2022 7.513
 
So, ein klein wenig früher als erwartet kommt hier nun das neue Kapitel. Dann wird die Ungeduld vielleicht auch etwas gestillt.*zwinker*
Ein großes Dankeschön für die neuen Favos und die Reviews von John Snape und Core JJ.
Habt weiterhin viel Spaß mit der Story – auch wenn ich euch um den Schlaf bringe ;-)

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Ganz egal was auch geschieht
Wir gehen über dunkle Pfade
Einfach Augen zu und durch
Das was uns hält, sind unsere Hände
Wir wehren uns gegen jede Furcht

Mit nur einer einzigen Waffe
Die uns führt durch jede Nacht
Die unsere Kraft ist, uns verbindet
Und uns unbesiegbar macht

Wir geben nicht einfach so auf
Wir geben nicht einfach so auf
Wir sind Leben, wir sind Liebe
Wir sind Zorn und wir sind Streit
Unsere Waffe ist die Hoffnung
Die uns von der Angst befreit

Rainer Stefan Loose / Michael Ende



Dienstag, 20. Dezember 1898

Ian hatte ihn nur wenige Türen weiter geführt. Die Nacht verhüllte die Schäbigkeit dieser armseligen, menschlichen Behausungen. Das Tageslicht aber hätte gnadenlos offenbart, welch heruntergekommene Löcher es waren. Dennoch wohnten hier hinter jeder Tür Menschen. Menschen, die sich wie Jacob noch glücklich priesen, dass sie nicht nur ein Dach über dem Kopf besaßen, sondern dieses auch nur mit den Angehörigen der eigenen Familie teilen mussten, wenn auch der Raum beengt war.
Thrawl, so hatte Ian dem Detektiv berichtet, lebte sogar allein in einem dieser Häuser.
Sherlock hatte den Jungen aufgefordert, nach Hause zu laufen, doch der hatte nur trotzig den Kopf geschüttelt. Für einen Moment war der Detektiv verblüfft gewesen. Ian hatte sich ihm noch nie widersetzt, sondern war im Gegenteil immer mehr als eifrig gewesen, jeden nur erdenklichen Auftrag auszufüllen. Doch dann begriff Sherlock mit einem Mal, dass der Kleine Angst hatte, Angst um ihn.
Widerwillig hatte er Ian angewiesen: „Gut, dann bleib. Aber halte dich im Hintergrund und betritt nicht das Haus!“
Der Junge nickte und presste sich an die Hauswand.
Die Schlösser an diesen Haustüren waren simpel und nicht sehr stabil. Genauso wenig wie vermutlich auch der Riegel, der für gewöhnlich zusätzlich auf der Innenseite angebracht war.
Jedoch würde ein solcher Versuch, das Schloss lautlos zu öffnen, vergeblich und Thrawl darauf aufmerksam werden lassen, dass sich jemand an seiner Tür zu schaffen machte.
Sherlock entschied sich daher für den brachialen Weg. Er zog seinen Revolver, nahm Maß und trat dann schwungvoll die Tür ein, die unter seinem Tritt splitternd nachgab. Krachend flog sie nach innen.
Das Haus besaß nur einen einzigen Raum, weshalb der Detektiv dann seinem Gegner auch unmittelbar gegenüberstand.
Thrawl fuhr herum und starrte ihn ungläubig an. Seine Augen weiteten sich sogar noch etwas mehr, als er endlich begriff, wen er da vor sich hatte.
Seine Überraschung währte jedoch nur einen Augenblick, dann fuhr sein Griff zu einem Messer, welches auf dem Tisch vor ihm lag und schleuderte es mit Wucht in Richtung Sherlock, so dass sich dieser zur Seite werfen musste, um der Waffe zu entgehen.
Dieser eine kurze Moment genügte Thrawl. Er riss das rückwärtige Fenster auf und sprang hinaus.
Sofort war auch Sherlock wieder auf den Beinen und folgte ihm. Er verzichtete darauf, auf Thrawl zu schießen, denn er brauchte ihn lebend, wenn er etwas von ihm über John erfahren wollte, und ein unter diesen Bedingungen abgefeuerter Schuss war ein Risiko und viel zu unpräzise.
Also hetzte der Detektiv hinter Thrawl her, so schnell ihn seine Beine trugen.
Es war nur gut, dass er wieder vollständig genesen war, sonst hätte er schon nach wenigen Schritten aufgeben müssen. Zwar hatte er noch längst nicht seine alte Form zurück – dafür hatte in den Wochen des Eingesperrtseins in der Baker Street einfach viel zu wenig Möglichkeiten zu körperlicher Ertüchtigung bestanden – sonst hätte Thrawl auch kaum den Hauch einer Chance gegen ihn gehabt, aber auch so verringerte sich der Abstand zwischen ihnen mehr und mehr.
Thrawl schlug Haken wie ein Kaninchen und bog wahllos in eine Gasse nach der anderen. Die engen Straßen hier in White Chappel waren eigentlich bestens geeignet, einen unliebsamen Verfolger abzuschütteln, doch Thrawl, wohl eher gewohnt Jäger statt Beute zu sein, fehlte es an Nerven, nach einem solchen Manöver einfach in eine dunkle Ecke gepresst stehen zu bleiben und den andern an sich vorüber rennen zu lassen. Aber so brauchte Sherlock lediglich dem hektischen Klang seiner Schritte zu folgen, wenn er den anderen kurz aus den Augen verlor.
Schließlich jedoch verschwand Thrawl in der hohen Zufahrt eines Gebäude. Sherlock folgte ihm ohne zu zögern. Laut halten die Schritte der beiden Männer von den hohen Wänden wieder. Eher beiläufig registrierte der Detektiv, dass sein Kontrahent im Commercial Road Goods Depot Zuflucht gesucht hatte. Dieses an die neunzig Fuß* hohe mehrstöckige Lagerhaus aus rotem Ziegel war von der London Tilbury and

* 27,4 Meter

and Southend Railway errichtet worden und wurde nun von der Docks Company betrieben.
In London fand sich natürlich eine Unzahl von Lagerhäuser, denn seit Jahrhunderten war die Stadt ein Zentrum des englischen Handels. Das Besondere an diesem jedoch war, dass es von der Nordseite, von woher sie jetzt gerade kamen, eine Zufahrt besaß, die es möglich machte, mit Pferd und Wagen direkt in das Gebäude hineinzufahren, während dorthin von Süden her Eisenbahngleise führten, welche sich kurz vor dem Lager aufteilten, so dass es möglich war, dass dort drei Züge gleichzeitig halten konnten, um dort be-  beziehungsweise entladen zu werden. Via Lift wurden die Waren dann, wenn sie denn nicht gleich weiter transportiert wurden, in die oberen Stockwerke gebracht. Hier lagerten diverse Güter, vor allem aus Übersee wie etwa Tee. Jetzt aber am späten Abend war der Zugang dahin natürlich versperrt.
Hatte Thrawl trotz allem darauf spekuliert, in die oberen Stockwerke gelangen zu können oder sich in einem über Nacht abgestellten Wagon zu verbergen? Hatte er die Möglichkeit gesehen, dass sich einer seiner Leute hier aufhielt und ihm zur Unterstützung kam? Welchen Vorteil er sich auch immer erhofft hatte, hier herein zu laufen, blieb sein Geheimnis.
Thrawl maß seine Umgebung mit kurzem Blick, versuchte dann auch erst gar nicht tiefer ins Gebäude zu gelangen, sondern hielt als einzig möglichen Weg sofort auf die riesigen Eisenbahntore auf der anderen Seite zu.
Die Schienen verliefen hier nicht auf Höhe der Straße sondern etwa sechzehn Fuß** oberhalb davon auf

** circa 5 Meter

einem aus geschwungenen Arkaden geformten steinernen Viadukt.
Um diese Uhrzeit herrschte dort freilich keine hektische Betriebsamkeit mehr, und die Schienen lagen vollkommen verwaist da, so dass Thrawl sich hier oben gleichsam wie auf einem Silbertablett präsentierte.
Während dieser noch zögerte, wohl überlegend wie er aus dieser selbst gestellten Falle entkommen konnte,  holte Sherlock ihn ein.
Thrawl drehte sich ruckartig dem Detektiv zu und herrschte ihn an: „Komm bloß nicht näher, Mann, sonst fängst du dir eine. Was willst du eigentlich von mir?“
Obgleich er eine drohende Haltung eingenommen hatte, wich er weiter vor Sherlock zurück.
Der Detektiv war stehen geblieben und verringerte die Distanz zwischen ihnen nicht weiter. Sie wussten beide, dass die Beute gestellt und eine weitere Verfolgungsjagd sinnlos war. Würde Sherlock Thrawl in diesem Moment noch näher kommen, würde jener direkt angreifen.
Thrawls Frage war natürlich rein rhetorisch und bedurfte keiner Antwort. Allerdings passte es zu dem Mann, dass er auch verbal Angriff als die beste Form der Verteidigung anzusehen schien.
Sherlocks Schweigen aber machte ihn zusehends nervös. Sein Stand verlor an Festigkeit, seine Bewegungen schienen weniger geschmeidig. Selbst die Nuance seiner Stimme änderte sich, während seine Augen hektisch zwischen Sherlocks Gesicht und der Mündung seiner Waffe hin und her huschten.
Thrawl war ein ernstzunehmender Gegner, wie Sherlock nur allzu gut wusste. Ein schneller, impulsiver Kämpfer mit kraftvollen Schlägen. Bei ihrem letzten Zusammentreffen waren sie zwar ihm und seinen Leuten überlegen gewesen gewesen, doch dies musste sich nicht zwangsläufig wiederholen. Obgleich der Revolver Sherlock einen immensen Vorteil verschaffte, so konnte er sich dennoch weder darauf verlassen, dass Thrawl sich kampflos ergeben würde, noch dass dieser unbewaffnet war – ein weiteres Messer konnte durchaus in seiner Kleidung verborgen sein.
Vorerst jedoch verlegte Thrawl sich aufs Verhandeln.
„Kommen Sie schon“, schlug er jetzt ein höflicheren Ton an. „Wenn es wegen dem Überfall damals auf Sie und Ihren Kollegen is... Das war nur'n Job, nix persönliches. Außerdem hat es uns noch nich' mal 'was eingebracht außer den Schlägen, die wir von Ihne' kassiert haben.“
„Dann hat er sich also geweigert, für einen unerledigten Auftrag zu zahlen?“, erkundigte sich Sherlock freundlich.
„Hat er. Drecksack, der er is'“, entfuhr es Thrawl, ehe er sich stoppen konnte. Er sprach jedoch nicht weiter, sondern beäugte Sherlock misstrauisch, als habe er schon zu viel gesagt.
Der aber fügte im Plauderton an: „Und? Hat er Ihnen deshalb erneut einen Auftrag zukommen lassen? Um Ihr damaliges Versagen wieder gut zu machen?“
„Wovon reden Sie?“
Thrawls Anspannung wuchs. Er konnte sich nicht sicher sein, über wie viele Informationen der Detektiv bereits verfügte.
„Ich spreche von dem Mann mit den weißbloden Haaren.“
Selbst wenn Sherlock nicht durch Becky und jenem Mann selbst von dessen Verbindung zu Thrawl gewusst hätte, die Art, wie sich Thrawls Augen jetzt erneut weiteten, wies deutlich daraufhin, dass dieser tatsächlich auch bei den jüngsten Ereignissen wieder involviert gewesen sein musste.
„Ich spreche davon, dass er Sie und Ihre Männer anwies, Dr. Watson zu entführen. Und nun will ich wissen, wohin man ihn gebracht hat.“
Thrawl lachte, doch für Sherlock war die Unsicherheit in seiner Stimme unüberhörbar.
„Sie ham ja nich' alles Tassen im Schrank, Mann. Ich geb's ja zu, dass ich hin und wieder für diesen Kerl gearbeitet hab', aber ich schwör' Ihnen, ich hab' ihn seit Ewigkeiten nich' mehr gesehen und Aufträge nehm' ich schon gar nicht nich' mehr von dem an.“
„Weshalb Sie auch geflohen sind, sobald Sie mich sahen“, warf Sherlock ein.
„Was würd'n Sie denn mach'n, wenn da irgendso'n Irrer Ihre Tür aufbricht und plötzlich mit 'nem Revolver inner Flosse vor Ihnen steht? Also ich seh' da lieber zu, dass ich Land gewinn', bevor ich Fragen stell'.“
„Ich hatte befürchtet, dass Sie das sagen würden“, seufzte Sherlock. „Und auch wenn Ihr Einwand berechtigt ist, kann ich mich leider damit nicht zufrieden geben.“
Er streifte die Joppe ab, um mehr Bewegungsfreiheit zu haben, ohne jedoch die Waffe beiseite zu legen, und ging langsam im Bogen auf Thrawl zu. Dieser drehte sich mit ihm mit, so dass beide Männer nun einander wie in einem langsamen, tödlichen Kreistanz umschritten.
„Was haben Sie vor, Holmes?“, höhnte Thrawl, Sherlock nun zum ersten Mal mit Namen ansprechend. „Mich erschieß'n?“
„Dies wäre wohl wenig zweckführend“, entgegnete der Detektiv. „Sie wären dann kaum noch in der Lage, mir zu sagen, wo sich John Watson gegenwärtig befindet.“
„Das bin ich auch so nich'. Ich hab' keine Ahnung, wer was mit dem Mann gemacht hat und schon gar nicht, wo er jetzt steckt. Sie fragen den Falschen, Holmes!“
Thrawl war gewohnt, die Unwahrheit zu sagen. Dennoch war unverkennbar, dass er log. Da war ein fast unmerkliches Stocken in seiner Rede, dieser etwas zu lange gehaltene Blick.
„Ich denke nicht.“ Sherlock lächelte schmal. „Ich bin im vielmehr davon überzeugt, dass sie genau der Richtige sind. Und wenn es auch wenig Sinn macht, sie zu erschießen, so kann diese Waffen hier in meiner Hand doch hervorragende Überzeugungsarbeit leisten.“
Er drückte den Hahn herunter und entsicherte somit den Revolver.
Trotz des schlechten Lichtes sah er Thrawl erbleichen.
„Ich frage Sie noch einmal“, wiederholte Sherlock. „Wo ist John Watson?“
Thrawl schüttelte den Kopf. „Das wagen Sie nich'.“
Statt einer Antwort drückte Sherlock ab, und ließ den Schuss durch die Nacht peitschen. Jaulend prallte das Geschoss vom Pflaster unmittelbar vor Thrawl Füßen ab, weshalb dieser sofort entsetzt einen Schritt zurück sprang.
„Sind Sie von Sinnen, Mann?“ zischte er Sherlock an. „Sie hetz'n uns noch die Coppers auf'n Hals.“
„Von mir aus,“ erwiderte der Detektiv ruhig und zielte erneut. „Wo ist John Watson?“
„Ich – weiß – es – nicht!“
Der nächste Schuss streifte Thrawls Oberschenkel. Schmerzhaft, aber weder gefährlich noch todbringend.
Thrawl heulte auf wie ein wildes Tier und umklammerte sein Bein.
„Du Bastard, du dreckiger Bastard.“
„Wo ist John Watson?“, wiederholte Sherlock ungerührt.
Es war vorauszusehen gewesen, dass Thrawl ihn irgendwann schließlich doch angreifen würde. Revolver hin oder her. Es entsprach zum einen einfach der Impulsivität seines Wesens, zum anderen erreichte niemand hier im East End auch nur das Geringste, wenn er nicht gelernt hatte, mit dem Rücken zu Wand das Ruder noch einmal herumreißen zu wollen, anstatt aufzugeben.
Sherlock sah dessen Attacke kommen, noch bevor der andere sich bewegte. Thrawl lockerte den Griff um die Wunde und verlagerte sein Gewicht, so dass er seinem Gegner entgegenschnellen konnte.
In einem solchen Handgemenge wollte Sherlock auf keinen Fall eine Schusswaffe wissen. Die Wahrscheinlichkeit, dass einer von ihnen dabei tödlich verletzt wurde, war einfach zu groß. Daher schleuderte er den Revolver weit von sich und empfing Thrawl mit seinen Fäusten.
Der andere hatte nicht damit gerechnet, dass der Detektiv die Waffe aufgeben würde und lief mitten in einen Haken Sherlocks hinein. Er ging krachend zu Boden, und sofort war Sherlock über ihm.
Mit beiden Fäusten traktierte er Thrawls Gesicht.
„Wo“ – Hieb – „ist“ – Hieb – „John“ – Hieb – „Watson?“
„Ich weiß es nich', du Arschgesicht“, brüllte Thrawl und schenkte Sherlock ein blutiges Grinsen. „Leck mich.“
Den nächsten Schlag fing er ab und begann nun ebenfalls auszuteilen.
Verbissen in einander verkeilt, rollten die Männer über den Boden. Mal hatte der eine, mal der andere die Oberhand. Sie droschen ohne Rücksicht auf einander ein, und jeder der beiden musste ebenso viel einstecken, wie er austeilte. Dennoch spürte Sherlock kaum die Schläge, die seinen Körper trafen.
Mit einem Mal jedoch gelang es Thrawl den Detektiv von sich zu stoßen, so dass sie sich von einander lösten, und Sherlock an die zwei Yards*** über das Pflaster rutschte.

***  1 Yard = 0,9144 Meter

Sofort sprang er wieder auf die Füße. Thrawl tat es ihm gleich.
Schwer atmend sahen sich die Männer an.
Sherlock stand jetzt mit dem Rücken zur Balustrade, die das Viadukt begrenzte. Sein Revolver lag nur wenige Yards von ihm entfernt. Ein, zwei beherzte Sätze und er wäre wieder im Besitz der Waffe.
Thrawl folgte seinem Blick.
Als er erkannte, was Sherlock vorhatte, stürzte er sich erneut auf ihn.
Der Detektiv warf sich zur Seite und musste entsetzt mit ansehen, wie Thrawls Körper nicht etwa gegen die Brüstung prallte, sondern dieser mit einem gellenden Schrei über das Mauerwerk hinweg flog.
Ein dumpfer Aufprall folgte, und der Schrei erstarb wie abgeschnitten.
Sherlock kämpfte sich auf und blickte auf die Straße hinunter.
Thrawl lag unten auf dem Pflaster mit mit grotesk verrenkten Glieder und rührte sich nicht mehr.
Zwar war das Viadukt war nicht übermäßig hoch, doch sich kopfüber von diesem zu stürzen, dürfte dennoch fatale Folgen haben.
Da er nicht vorhatte, den gleichen Weg wie sein Kontrahent zu nutzen – selbst nicht langsam und mit den Füßen voraus – nahm Sherlock seine Waffe wieder an sich und eilte den Weg zurück, auf dem sie gekommen waren.
Als er Thrawl erreichte, hatte sich dieser noch immer nicht gerührt, und Sherlock sah, dass er es auch nie wieder tun würde.
Vielleicht wäre schon allein die Kopfverletzung tödlich gewesen. Sherlock konnte spüren, wie sich die Schädelplatten unter seinen Fingern bewegten, als er sie berührte, aber ein Blick auf die Position des Genicks des anderen sagte dem Detektiv, dass dieses gebrochen und somit sämtliche andere Verletzungen unerheblich waren. Thrawl musste sofort tot gewesen sein.
Grimmig überflog Sherlocks Blick wieder und wieder die Leiche, als könne sie ihm doch noch etwas von Relevanz verraten, das er nicht ohnehin schon wusste.
Aber das, was er sah, mochte zwar anderen verborgen bleiben, doch half es ihm nicht im geringsten weiter. So war zwar erkennbar, dass sich Thrawl an verschiedenen Stellen der Stadt herum getrieben hatte, jedoch war kaum zu sagen, wann er welchen Ort aufgesucht, geschweige denn, was er dort getan hatte. Noch weniger von Nutzen war etwa, was jener heute zu sich genommen hatte oder gar welchen Tabak er bevorzugte.
Nichts davon war geeignet, eine Antwort darauf zu geben, wo der Detektiv seine Suche nach John fortführen musste.
Wütend schlug Sherlock die Faust in die eigene Hand. Dies hätte nicht passieren dürfen. Nicht nachdem Beckys Hinweis sich als so entscheidend erwiesen hatte. Thrawl war nicht nur sein wichtigster Anhaltspunkt gewesen, um an Johns Aufenthaltsort heranzukommen, sondern auch sein einziger.
Ein weniger beherrschter Mann als er hätte seinem Zorn und seiner Enttäuschung nun wohl wortreich Luft gemacht. Doch welchen Sinn hätte dies gehabt? Der einzige, dem er etwas vorwerfen konnte, war er selbst, auch wenn er dieses Ende kaum hatte vorhersehen können. Wenn er mit seinem Schuss Thrawl sofort bewegungsunfähig geschossen hätte, wäre die Situation vermeidbar gewesen, doch Sherlock hatte gezögert, den Mann direkt zum Krüppel zu machen.
In jedem Fall ließen sich die Dinge nun nicht mehr ändern. Sherlock pflegte auch unter normalen Umständen  auch keinen Gedanken an eine solche vergebene Möglichkeit zu verschwenden, doch jetzt fühlte er Bitterkeit in sich aufsteigen. Gerade in dem Moment, da sich ein Weg aufzeichnete, der Hoffnung auf Erfolg versprach, verdunkelte sich dieser Pfad wieder und ließ ihn auf seiner Suche in Finsternis zurück. Natürlich war es weiterhin keine Option aufzugeben, nicht solange noch die geringste Aussicht bestand, John zu finden, aber die Chancen dafür waren gerade in sich zusammengeschrumpft.
Zwar bestand nun natürlich noch die Möglichkeit, sich Thrawls Leute vorzunehmen, doch Sherlock kannte zwar ihre Gesichter, nicht aber, wo diese hier im Quartier zu finden waren. Darüber hinaus blieb die Frage offen, wer von ihnen soweit beteiligt war, dass er wusste, wohin man John gebracht hatte. Und wenn er erst begann, Jagd auf sie zu machen, waren die anderen gewarnt.
Nein, auch wenn er sich diese Option in der Hinterhand behalten würde, war es besser, zunächst etwas anderes versuchen.
Eine Bewegung in seinen Augenwinkeln ließ den Detektiv herum fahren.
Eine kleine Gestalt stand dort an die Mauer des Viadukt gepresst und starrte ihn und Thrawl an.
Sherlock schloss kurz die Augen.
Es war dem Jungen tatsächlich gelungen, ihnen zu folgen. Es wäre fraglos besser gewesen, er hätte ihre Spur verloren, doch auch damit musste Sherlock nun leben. Zwar wusste er nicht, ob Ian in seinem Leben schon einmal einen Toten, geschweige denn einen gewaltsam zu Tode gekommenen Menschen gesehen hatte, so oder so aber war der Anblick, den Thrawl bot, nichts, was ein Kind sehen sollte. Auch ohne die vom Sturz herrührenden Verletzungen hatte Sherlock ihn ganz schön zugerichtet.
Sherlock wollte den Jungen gerade fortschicken, doch Ian kam, wie von einem Magneten angezogen, näher.
Furchtsam sah er den Detektiv an. „Du blutest.“
Sherlock fuhr sich mit der Hand übers Gesicht. Seine Lippe war von den Schlägen Thrawls aufgeplatzt und auch am Haaransatz fühlte es sich feucht an.
„Es ist nicht schlimm, Ian. Das heilt wieder.“
„Und Mr Thrawl?“
Sherlock schüttelte den Kopf. „Er ist tot.“
Ian Blick wurde unsicher und zögerlich, doch er sagte kein Wort.
Sherlock seufzte innerlich. Aus irgendeinem unverständlichen Grund war er für den Kleinen ein Held, vielleicht so etwas wie ein Ritter in unbefleckter Rüstung. Doch nun schien es so, als würde etwas von dessen Glanz verblassen.
Sherlock verabscheute es, wenn die Menschen ihn zu etwas hoch stilisierten, das er nicht war, das er niemals sein konnte und wollte. Aber es war auch nicht nötig, dass dieser Junge, den er zugegebener Maßen schätzte, entsetzt von ihm war, weil er glaubte, er habe aus einem anderen nicht nur die Wahrheit heraus prügeln wollen, sondern diesen letzten Endes sogar totgeschlagen – gleichgültig worin dessen Vergehen liegen mochten.
„Sie mich an, Ian“, forderte Sherlock den Jungen auf, und als Ian dies tat, fuhr er fort: „Ich habe mit ihm gekämpft, doch seinen Tod hat Thrawl selbst verschuldet. Wir waren dort oben, und er hat sich so heftig auf mich gestürzt, dass er dabei das Gleichgewicht verlor und über die Balustrade fiel. Ich habe seinen Tod nicht gewollt, denn es gab etwas, das ich unbedingt von ihm in Erfahrung bringen musste. Er hat meinen Freund Dr. Watson entführt und irgendwo hingebracht, wo man ihn nun gefangen hält. Hätte er mit gesagt, was genau mit Dr. Watson geschehen ist, hätte ich mich aufmachen und meinen Freund befreien können. Doch nun kann Thrawl mir nichts mehr berichten.“
Er wusste nicht, ob seine kargen Worte genügen würden, es gab ohnehin nichts an der Situation zu beschönigen, doch Ian entspannte sich wieder.
„Er war ein böser Mann“, erklärte er leise. „Ich hatte Angst vor ihm.“
„Das war er“, bestätigte Sherlock. „Dennoch hätte er uns nützlich sein können. Aber auch so müssen wir unbedingt heraus finden, wohin man Dr. Watson gebracht hat.“
„Und wie?“, wollte Ian wissen. „Du hast ja selbst gesagt, dass er uns nichts mehr erzählen kann.“
Sherlock Blick verdüsterte sich.
„Ich hoffe, seine Wohnung kann es statt seiner.“
Niemand hatte sich bislang auf der Straße blicken lassen. Kein Fensterladen sich gerührt. Kein schrilles Pfeifen eines Streifenpolizisten die Nacht durchschnitten.
Sherlock konnte es nur recht sein. Sollte Thrawl fürs erste bleiben, wo er war. Ihm war ohnehin lieber, er konnte sich ungestört dessen Behausung widmen, anstatt der Polizei gegenüber langwierige Erklärungen abgeben.
Er wandte sich Ian zu. „Komm, lass uns gehen.“

Zwar vermieden sie auf dem Rückweg alle Schlenker, die Thrawl auf seiner Flucht gemacht hatte, dennoch zog Sherlock es vor, wieder durchs Fenster in Thrawls Domizil einzusteigen, anstatt den Weg über die Gasse zu nehmen.
Eben, bevor er Thrawl verfolgte, hatte Sherlock nur wenig in dem Haus erfassen können, doch jetzt nahm er alles gründlich in Augenschein. Er hatte die Petroleumlampe ergriffen, welche im Haus die einzige Beleuchtung darstellte und stand nun, sich langsam um die eigene Achse drehend, mitten in dem Raum.
Manchmal gab es in diesen Häusern eine zweite Wand oder der Raum wurde durch einen durchs Zimmer gespannten Vorhang geteilt, um den Bewohnern so wenigstens etwas Privatsphäre zu verschaffen. Thrawl jedoch lebte allein. Daher schien er es nicht für notwendig gehalten zu haben, seinen Schlaf- von seinem übrigen Lebensbereich zu trennen. Alles in allen wirkte seine Unterkunft, als sei es ihm allein auf deren Zweckmäßigkeit angekommen.
Unverkennbar hatte sie ihm auch nicht nur als Wohnstatt, sondern auch als Warenlager gedient, denn in einer Ecke stapelten sich diverse Güter und Vorräte, die nicht so aussahen, als dienten sie Thrawls persönlichem Gebrauch. Es hatte vielmehr den Anschein, als habe Thrawl sie aus Lagern oder Transportvehikeln abgezweigt, um sie dann selbst weiter zu veräußern. Es waren keine verderblichen Güter darunter, ebenso keine von exklusiver Qualität. Es waren Alltagsdinge, die selbst in einfachen Haushalten zu finden waren und alsbald verbraucht wurden. Diverse Konserven, Tabak, Seife, Tee und hochprozentiger Alkohol. Alles in überschaubaren Mengen, aber doch in einer solchen Stückzahl, dass ein Ladeninhaber damit seinen Bestand auffüllen konnte. Sherlock hielt Thrawl zwar nicht für einen Hehler, dafür war dessen Lager dann doch zu klein, doch vermutete er, dass dieser wohl jene Zwischenhändler umging und stattdessen seine Beute direkt Geschäftsleuten anbot, die nicht nachfragten, woher eine Waren kam, wenn nur der Preis stimmte.
Thrawl war also offenbar ein Krimineller, der in mehr als einer Branche arbeitete. Wenn ihm die Aufträge andere einzuschüchtern oder zu drangsalieren nicht genügend einbrachten, verlegte er sich wohl auch auf Diebstahl und Einbruch. Dass er seine Beute dabei, so wie es aussah, aber nicht in den Häusern der Reichen suchte, war ein kluger Schachzug. Ganz davon abgesehen, dass solche Waren wesentlich schwieriger und unter größerem Risiko zu veräußern waren, rief der Verlust von Tafelsilber und Schmuck viel eher die Polizei auf den Plan als der gewöhnlicher Verbrauchsgüter. Mit etwas Glück und Geschick bemerkte der ursprüngliche Besitzer noch nicht einmal deren Verschwinden oder verdächtigte sogar seine eigenen Angestellten.  
So oder so aber waren die Erfahrungen in diesem Bereich Thrawl fraglos auch bei Johns Entführung nützlich gewesen.
Sherlock stellte Thrawls Lager jedoch zunächst hinten an und widmete sich als erstes dessen persönlichem Besitz. Viel war es nicht, was jener auf dieser Welt besessen hatte. Ein Bett, ein Tisch, ein Stuhl und ein Schrank bestritten die gesamte Einrichtung. Die Möbel wie auch Wände und Boden waren nicht wirklich verdreckt, doch wirkte alles so, als täte es Not, hier einmal eine gründliche Reinigung vorzunehmen.
Sherlock untersuchte ein Möbelstück nach dem anderen, doch keines wies irgendwelche versteckten Fächer auf oder barg sonst ein Geheimnis. Da aber Thrawl sich so wenig Mühe gab, sein Diebesgut zu verbergen, hätte er dies wohl auch kaum mit anderen Dingen getan.
Lediglich unter der Matratze steckte etwas Bargeld. Allerdings so wenig, dass es kaum der Rede Wert war. Thrawls gesamte Barschaft bestand lediglich aus zwei Pfund.
Zwar war dies für die Menschen hier eine nicht unbedeutende Summe, doch die Waren die Thrawl gelagert hatte, waren ungleich mehr wert.
Jedoch fand sich in diesem Versteck auch noch etwas anderes, das Sherlocks Aufmerksamkeit weitaus mehr fesselte. Neben dem Geld lag ein kleines Lumpenbündel. Als Sherlock es auswickelte, hielt er mit einem Mal eine goldene Taschenuhr in den Händen. Etwas altmodisch und zerschrammt, doch blank poliert, als hüte sein Besitzer sie sorgfältig.
Eben dies tat jener auch, wie Sherlock nur zu gut wusste. Sherlock hatte diese Uhr unzählige Male in Johns Händen gesehen und hätte diese überall wieder erkannt. Sie war ein Geschenk seiner Schwester zu seinem Medizinexamen gewesen.
Er spürte, dass er die Hände zu Fäusten geballt hatte und zwang sich, sie wieder zu entspannen.
Er hatte gewusst, dass Thrawl seine Finger bei Johns Entführung mit im Spiel gehabt hatte, hatte gesehen, dass dieser log, als er ihn nach John gefragt hatte. Es hätte der Uhr als Beweis also gar nicht bedurft. Dennoch wühlte ihn dieser Fund seltsam auf.
Sherlock rief sich streng zur Ordnung. Emotionen waren zum jetzigen Zeitpunkt fehl am Platz. Sie würden lediglich seine Aufmerksamkeit stören, wenn er es wagte, ihnen Raum zu gewähren. Der Detektiv atmete  tief durch, während er die Uhr sorgsam zurück in den Lumpen wickelte und sie dann einsteckte, bevor mit seiner Durchsuchung fortfuhr.
Ian hatte ihn vom Fenster aus mit großen Augen beobachtet, sich aber nicht zu rühren gewagt, da Sherlock es ihm so geboten hatte.
„Ist das Dr. Watsons Uhr?“, erkundigte er sich schüchtern.
Sherlock nickte knapp,während er sich den Schrank vornahm.
Dessen Inhalt hingegen gab nicht viel her. Zwei Hemden zum Wechseln, eine zweite Hose, eine Joppe, etwas Wäsche, ein Sonntagsstaat, zwei Kappen, ein Paar Handschuhe, ein paar Dinge für die persönliche Hygiene, sowie etwas Geschirr.
Gekocht hatte Thrawl in diesem Raum wohl nie. Gab es doch genügend Garküchen, wo ein alleinstehender Mann sich verpflegen konnte.
Interessanter war dann schon das kleine Arsenal, welches er zur Ausübung seines Berufes angesammelt hatte. Einige Messer, die sich sowohl zum Werfen, als auch für den Nahkampf eigneten, ein unterarmlanger gedrechselter Holzknüppel aus Eiche mit etlichen dunklen Flecken, die bezeugten, dass dieser bereits mehr als einmal zum Einsatz gekommen war, daneben ein Bund mit Dietrichen und etwas Werkzeug, welches beim Einbruch hilfreich sein konnte. Ein Seil rundete das Ensemble ab.
Sherlock bückte sich und betrachtete es genauer. An einer Stelle hatten sich zwischen den Fasern einige Lacksplitter verfangen. Er zog seine Lupe hervor und untersuchte sie erneut. Ohne einen direkten Abgleich war natürlich keine genaue Aussage möglich, aber der Farbton entsprach exakt dem der Fensterrahmen im Diogenes Club.
Dies alles bestätigte jedoch leider lediglich, was Sherlock bereits schon zuvor gewusst oder vermutet hatte, gab ihm aber keinerlei neuen Erkenntnisse.
Er richtete sich auf und sah sich erneut im Raum um. Es gab keine Bilder an den Wänden, nichts was der Unterhaltung oder der persönlichen Muße diente.
Dann fiel der Blick der Detektivs auf den Kohlenkasten neben dem Herd, der, wenn er auch nicht als Kochstelle genutzt wurde, doch die einzige Möglichkeit war, den Raum zu heizen. Neben den Kohlen fand sich dort auch Anmachholz, sowie einiger brennbarer Abfall und eine Handvoll Papier.
Der Ofen war kalt. Entweder war Thrawl gerade erst im Bergriff gewesen, diesen zu entzünden, gestopft hatte er ihn jedenfalls noch nicht, oder er vermied aus Sparsamkeitsgründen selbst bei diesem unwirtlichen Wetter das Heizen, wenn es nur irgend ging.
Sherlock griff nach dem Papier und blätterte es durch. Zumeist waren es alte Zeitungen, hauptsächlich Ausgaben der Daily Mail, einer noch sehr jungen Zeitung, die erst seit zwei Jahren herausgegeben wurde und sich besonders bei der unteren Mittelklasse großer Beliebtheit erfreute. Bei einem Mann wie Thrawl allerdings würde man für gewöhnlich wohl gar kein Druckwerk irgendeiner Art vermuten.
Die Tatsache, dass sich dennoch nicht nur eine, sondern gleiche mehre Ausgaben dieser Gazette bei ihm fanden, war bemerkens- und merkenswert. Doch selbst wenn Thrawl einen anderen Zweck mit diesen Blättern verfolgte, als sich über das Tagesgeschehen auf dem Laufenden zu halten, würde es ohne weitere Anhaltspunkte schwierig werden, den Finger darauf zu legen.
Zwischen den Zeitungen lag dann noch etwas, das den Detektiv aufmerken ließ.
Zum einen fand sich eine herausgerissene Buchseite, auf welcher das griechische Alphabet abgedruckt war. Sie schien aus einem alten Schulbuch zu stammen. Abgesehen vom Alphabet war der weitere Inhalt der Seite aber offenbar nicht für ihren Besitzer von Bedeutung gewesen, denn ein großes Pentagramm in einem Kreis war über den Rest der Seite gemalt.  
So viel also zu einem mystischen Hintergrund der Diogenesmorde.
Das andere war eine sorgfältig in der Mitte durchtrennte Speisekarte des Langhams, eines der besten Hotels in London. Allein dass die Karte eines solchen Hauses den Weg in diese erbärmlichen vier Wände gefunden hatten, musste einen jeden aufhorchen lassen. Was sie aber darüber hinaus noch preisgab, war in noch weit größerem Maße aufschlußreich: Auf ihrer Rückseite hatte jemand einen groben Plan einiger Räume des Diogenes Club aufgezeichnet. An Hand dieser Skizze ließ sich genau der Weg vom Dienstboteneingang bis zu den beiden Räumen, in denen die bedauernswerten Clubmitglieder ihr gewaltsames Ende gefunden hatten, nachvollziehen. Einige wenige Worte erläuterten den Plan.
Doch auch die bedruckte Seite hielt noch eine Überraschung bereit. Offenbar hatte jemand die Karte gefaltet und auf der anderen Hälfte der Rückseite ebenfalls etwas notiert, was sich auf diese Hälfte durchgedrückt hatte.
Sherlock hielt die Karte etwas dichter an die Lampe und bewegte sie im Licht hin und her, bis er sämtliche Worte und Zahlen entziffert hatte.
Es war dort alles niedergeschrieben: Der Tag, der Ort, die genaue Uhrzeit, jegliche Details, die es über die Opfer zu wissen galt, um das Unternehmen reibungslos durchzuführen.
Allein diese Dokument hätte vor Gericht ausgereicht, um Thrawl zu überführen, doch würde der sich vor keinem irdischen Richter mehr verantworten müssen.
Allerdings konnte es im Hinblick auf seine Verfasser noch von Wichtigkeit werden.
Die durchgedrückte Schrift kannte Sherlock bislang noch nicht. Sie konnte jedoch nur von jenem weißblonden Mann stammen. Er war das Bindeglied und letztlich der Kopf des Ganzen.
Die wenigen Worte auf dem Plan jedoch waren von einer anderen Hand geschrieben. Sie waren Sherlock sofort ins Auge gestochen, und auch wenn es nur wenige Buchstaben waren, die er zum Abgleich besaß, so hatte er dennoch die Handschrift sofort erkannt: Es war keine andere als die des Earls of Kent, Lord Grey.
Dies hätte eigentlich ein triumphaler Moment sein sollen. Seit Wochen suchten sie nun schon nach eben dem, was er nun in den Händen hielt: Einen Beweis dafür, wer derjenige war, der sie von ihren Ermittlungen abhalten wollte, wer die Königin hinterging.
Doch Sherlock empfand nur stumpfe Gleichgültigkeit angesichts dieses außergewöhnlichen Fundes. Das einzige, was im Augenblick zählte, war seine Sorge um John. Alles andere verblasste dagegen. Und so wichtig dieses Papier auch war, selbst dies brachte ihn keinen Schritt weiter, den Freund zu retten.
Der Detektiv steckte es dennoch sorgfältig in die Innentasche seiner Joppe. Unter normalen Umständen würde er der Polizei niemals ein Beweisstück vorenthalten. Doch waren die Umstände alles andere als üblich. Weder der Earl noch sein Handlager waren eine Sache des Yards, sondern eine Angelegenheit der Krone, und so würde letztlich Ihre Majestät darüber zu entscheiden haben. Aller Voraussicht nach würde man es unter Verschluss halten, um den Skandal, den das Bekanntwerden Greys Taten zweifellos auslösen würden, möglichst unter den Teppich zu kehren, was dann zur Folge hätte, dass das Yard es ohnehin nicht zu Gesicht bekommen würde. Bis dahin aber durfte dieses Papier weder verloren gehen, noch in falsche Hände geraten.
Was also ihren eigentlichen Fall anging, so hatte sich Thrawls Haus als Goldgrube entpuppt, während es sich, was Sherlocks eigentliches Anliegen anging, als Enttäuschung erwies.
Mit wenig Hoffnung, dass sich daran noch etwas ändern würde, nahm sich der Detektiv abschließend Thrawls Warenlager vor. Während er die diversen Güter durchsah wurde seine Vermutung mehr und mehr bestätigt. Keines davon fiel aus dem Rahmen, bis auf ein einziges, welches nicht so recht zum Rest dazu gehören schien: Ein Stapel dicht gewebter Leinensäcke lag, nachlässig dahin geworfen, neben dem Stapel. Die Säcke waren alt und staubig und vor allen Dingen – leer. Ein schwacher Geruch haftete ihnen noch an. Sherlock schnupperte erneut an einem von ihnen, so intensiv wie er es nur wagen konnte, ohne dabei den Staub einzuatmen und einen Niesanfall zu riskieren.
In den Säcken war Tee gewesen. Kein kräftiger Schwarztee aus Darjeeling oder von Ceylon, welchen man hierzulande so schätzte, sondern eine andere weitaus seltenere Sorte.
Systematisch begann Sherlock die Informationen in seinem Gedächtnispalast durchzugehen.
Der Geruch war ungewöhnlich. Er erinnerte leicht an Herbstlaub, hatte aber auch eine gewisse fruchtige Note.
Er schob die nicht in Frage kommenden Sorte bei Seite. Kein Tee aus Indien, nicht aus Sri Lanka....
„Mr Holmes, was machst du da? Is' alles in Ordnung mit dir?“
Ians alarmierte Stimme drang dumpf zu Sherlock durch.
Er blinzelte und erkannte, dass der Junge seinen Platz verlassen und nun mit erschrockenem Ausdruck in den Augen vor ihm stand.
Wer es nicht kannte, auf den musste sein Verhalten zumindest beunruhigend wirken, und Ian hatte es noch nie zuvor gesehen.
Sacht legte er dem Kleinen die Hände auf die Schultern.
„Keine Sorge, Ian, ich suche nur nach etwas.“
„Aber wo...?“
„In meinem Kopf, Ian, ich suche nach einer Information in meinem Kopf.“
Der Junge schien eher noch besorgter als zuvor.
„Tut das denn bei dir so doll weh? Da hast dir den Kopf gehalten und ein ganz merkwürdiges Gesicht gemacht.“
Sherlock wusste nicht, wie er aussah, wenn er schnell und konzentriert seinen Gedächtnispalast durchforstete. Natürlich war ihm bewusst, dass er dabei seine Schläfen berührte, und John hatte einmal erklärt, das man währenddessen schnelle Augenbewegungen durch Sherlocks geschlossene Lider sehen würde. Aber darüber hinaus konnte Sherlock nur mutmaßen. Immerhin aber hatte es genügt, um Ian Angst zu machen.
„Nein, natürlich nicht“, erklärte Sherlock sanft. „Du musst dir vorstellen, ich stehe in Gedanken in einem großen Haus oder vielmehr in einem Palast, der voll ist mit Dingen, die mir bei meiner Arbeit helfen können. Alles ist gut sortiert und hat seinen Platz. Trotzdem muss ich gelegentlich etwas hin und her räumen, um genau das zu finden, was ich suche, denn dort sind sehr, sehr viele Dinge verwahrt. Das geht alles in einem äußerst schnellen Tempo vor sich. Vielleicht sehe ich deshalb so angestrengt aus.“
„Hast du denn schon etwas gefunden?“
Sherlock schüttelte den Kopf.
„Noch nicht, aber ich bin fast dort.“
Offenbar war Ian mit dieser Erklärung, so merkwürdig sie auch sein mochte, zufrieden, denn er trat einen Schritt zurück, als wolle er dem Detektiv ein Zeichen geben, dass er weiter machen solle.
Sherlock fokussierte sich erneut auf den Geruch des Tees.
Weiter östlich. China. Oolong.
Er schüttelte den Kopf.
Nein, das war es nicht, aber ein ganz ähnliches Aroma.
Dann stand es mit einem Mal ganz deutlich vor seinen Augen:
In den Säcken war Shou Mei gewesen, ein seltener Weißtee aus China.
Sherlock kehrte ins Hier uns Jetzt zurück.
Nachdenklich betrachtete er die Säcke vor sich. Auf einigen war noch ganz schwach ein Aufdruck zu erkennen. Ein Vogel um genau zu sein, doch der dazu gehörige Name war vollkommen abgeblättert.
Diese Säcke hatten schon längere Zeit ungenutzt herum gelegen. Allerdings nicht hier.
Nichts in Thrawls Haus war in dieser Form mit Staub behaftet. Vor allem nicht die Stelle, an der die Säcke lagen.
Der Warenstapel war in einer Ecke des Hauses aufgebaut, sodass er an die Wände gepresst möglichst wenig Platz einnahm. Diese Säcke aber lagen keineswegs schon lange vergessen im hintersten Bereich, sondern ganz zuvorderst, als seien sie erst kürzlich dort abgelegt worden.
Es war ausgeschlossen, dass Thrawl sie regelmäßig benutzt hatte, sonst hätte sich der Staub, der sich nicht nur außen auf dem obersten Sack, sondern auch zwischen den einzelnen Lagen festgesetzt hatte, nicht halten können.
Die Säcke mochten noch nützlich sein, auch beim Lumpensammler noch einen gewissen Betrag einbringen, doch wenn jemand wie Thrawl in ein Lager einstieg, würde er sie kaum eines Blickes würdigen, geschweige denn mitnehmen. Es sei denn, es fände sich dort nichts Lukrativeres.
Doch warum sollte ein Dieb in ein leeres Lagerhaus einsteigen, in dem es nichts zu holen gab?
Es lag keine Logik darin. Kein erfahrener Einbrecher würde jemals mit lediglich solch magerer Beute von einem Coup heimkehren. Thrawls Absichten in jenem Lager mussten daher andere gewesen sein als dort Beute zu machen, und die Säcke offenbar nur eine Gelegenheit gewesen, die er nicht hatte verschwenden wollen.
Lagerhäusern waren offenbar Thrawls Jagdgebiet gewesen, wo er sich bestens ausgekannt hatte. Vielleicht hatte ihn auch dies dazu bewogen, auf seiner Flucht in das Commercial Roads Goods House zu laufen.
Es gab zwar diverse Lagerhäuser in der Stadt, doch fanden sich die meisten an den Docks. Tee kam natürlich stets aus Übersee, und auch wenn es im Königreich noch zahlreiche andere Häfen gab, wo dieser angelandet werden konnte, so wurde er doch für gewöhnlich nicht ihn größeren Mengen auf dem Landweg von dort nach London gebracht, sondern erreichte die Stadt direkt vom Seeweg aus.
Ein verlassenen Lagerhaus in den Docks war darüber hinaus ein gutes Versteck, um einen Menschen verschwinden zu lassen. Dort bewegten sich unzählige Fuhrwerke, brachten Waren, holten sie ab. Ein ständiges Kommen und Gehen.
Wenn man John nur einigermaßen gut verstaut hatte, würde sich niemand daran erinnern, selbst wenn ein Dutzend Leute beobachtet hätte, wie man ihn in das Lager brachte.
Wenn überhaupt jemand den Vorgang registriert hatte, dann hätte er fraglos geglaubt, dass Lager habe einen neuen Besitzer, der es wieder bestücken wolle. Gerade wenn Thrawls Leute noch weitere Dingen dort hinein gebracht hätten.
Und selbst wenn er nachgehakt hätte, hätten sie sich darauf zurückziehen können, einfach nur den Auftrag zu haben, die Dinge hier abzustellen und nicht mehr zu wissen.
Ja, es wäre ein guter Plan gewesen.
Zudem... wo hätte man John auch sonst unterbringen können? Sowohl Thrawl als auch seine Leute lebten fraglos beengt, hatten Familie und Nachbarn, die Fragen stellen konnten. Selbst ein Keller, wenn denn überhaupt vorhanden, wäre nicht viel sicherer gewesen. Und stand hier in dieser Gegend ein  Gebäude leer, fanden sich sicherlich sofort irgendwelche Zeitgenossen, die sich dorthin zumindest zum Schlafen zurückzogen. Besser war ein Versteck außerhalb  des eigenen Umkreises.
Es schien plausibel und logisch, und doch war nicht zu leugnen, dass dies nur ein winziger Anhaltspunkt war, kaum mehr als ein Strohhalm, an den Sherlock sich klammerte. Für gewöhnlich hielt er nur wenig von dem Prinzip Hoffnung, doch in diesem Fall blieb ihm kaum etwas anderes übrig, als ebenso darauf zu setzen, wie auf seinen Spürsinn und seine Hartnäckigkeit. Es war die einzige Alternative zu Aufgabe und Resignation.  Natürlich nagte an ihm die Furcht, dass es längst zu spät und John bereits tot war. Doch wenn er Erfolg haben wollte, durfte er diese Stimme in sich nicht laut werden lassen.  
Wo Leben ist, da ist auch immer noch Hoffnung, hieß es, und das war es dann wohl auch, woran er sich halten musste: Die Hoffnung, dass John noch am Leben war, und er rechtzeitig zu dem Freund gelangen würde, um ihn zu befreien.
Also würde er diesem Hinweis nachgehen – dem besten und einzigen, den er zur Zeit hatte.
Es erschien Sherlock in jedem Falle weitaus sinnvoller als sich auf die Suche nach Thrawls Männern zu machen.
Somit würde sein Weg ihn also weiter zu den Docks führen. Doch auch wenn er nun ein neues Ziel hatte, so hieß dies nicht, dass es einfach sein würde, John zu finden. Gerade in den letzten Jahrzehnten waren die Docks um ein Vielfaches erweitert worden. Immer neue waren entstanden, um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden. Dort schlug das Herz des internationalen Warenverkehrs. Hier landeten Produkte aus Übersee ebenso an wie solche vom Kontinent, während Exportgüter des Vereinigten Königreiches von dort aus auf ihre Reise gingen. Zwar hatten sich einzelne Docks auf bestimmte Produkte spezialisiert, doch gab es keine Ausschließlichkeit. Am sinnvollsten war es daher, dort anzufangen, wo der meiste Tee angelandet wurde und sich dann vorarbeiten. Aber selbst das hieß immer noch, die Nadel im Heuhaufen zu suchen.
Sherlock sah die Säcke durch und griff sich dann den, dessen Aufdruck noch am deutlichsten war.
Es mochte hilfreich sein, vor Ort Erkundigungen einzuziehen, zu wem dieses Emblem gehörte, um somit die Suche einzugrenzen.
Ian hatte Sherlock weiterhin nicht aus den Augen gelassen und jede seiner Bewegungen schweigend und regungslos verfolgt. Jetzt aber kam er zu ihm herüber.
„Weißt du nun, wo Dr. Watson ist?“
Sherlock lächelte schmerzlich. „Das wäre schön, Ian. Doch ganz so einfach liegen die Dinge leider nicht. Zumindest aber habe ich jetzt einen Hinweis darauf, wo ich meine Suche fortführen muss.“
„Und wo?“
„Bei den Docks.“
Der Kleine zog die Nase kraus. „Die sind ganz schön groß.“
Der Detektiv seufzte. „Ich fürchte, damit hast du leider nur allzu recht.“
Es war, wie gesagt, nicht hilfreich, sich seinen Sorgen hinzugeben, wenn es eine Aufgabe zu erfüllen galt, und so legte Sherlock dem Jungen die Hand auf die Schulter und forderte ihn auf: „Komm, Ian. Lass uns gehen. Hier gibt es nichts mehr für uns zu tun.“
Der Kleine sah zu ihm auf. „Kann ich mit dir kommen, wenn du Dr. Watson suchst? Vielleicht kann ich dir helfen?“
Das Angebot war in gleichem Maße rührend wie nutzlos. Sherlock schüttelte den Kopf. „Nein, Ian. Das halte ich für keine gute Idee. Zum einen möchte ich dich nicht in Gefahr bringen, zum anderen habe ich eine andere Aufgabe für dich und deinen Bruder.“
Ians Augen, die eben noch so enttäuscht geblickt hatten, leuchteten wieder auf. „Was denn?“
Sherlock lächelte. „Ich erkläre es euch, wenn wir bei Jacob sind. Der wird ohnehin schon wütend sein, dass er dermaßen lange auf dich warten musste.“

Jacob wartete tatsächlich noch vor ihrem Haus. Allerdings ohne ihren Vater.
Etwas säuerlich sah er auf seinen Bruder hinab.
„Wo hast du gesteckt“, raunzte er. „Ich steh' mir hier die Beine innen Bauch und du kommst und kommst einfach nich' wieder. Was sollte das denn?“
Sherlock hob begütigend die Hand. „Schon gut, Jacob. Sei nachsichtig. Ich habe Ian gebraucht. Es hatte schon so seine Richtigkeit.“
Misstrauisch sah der Junge seinen Bruder an, als könne er dies kaum glauben, doch die Miene des Kleineren wirkte ganz unschuldig und gab nichts preis.
Um ihn abzulenken erkundigte sich der Detektiv: „Hattest du Schwierigkeiten?“
Der Junge schüttelte den Kopf. „Mein Vater liegt drinnen vor'm Ofen auf dem Boden und pennt. Mutter war so müde, dass sie's kaum mitbekommen hat, dass Ian nich' da war und ich noch 'mal wieder weg bin.“
Sherlock nickte und erklärte dann: „Ich habe noch einen Auftrag für euch.“
Er holte zwei Sixpence aus seinen Taschen und reichte sie den Jungen. Damit hatte Jacobs Aufmerksamkeit  endgültig von seinem Bruder abgelenkt. Obwohl auch er müde sein musste, sah ihn Jacob eifrig an. Er war immer bereit, sich etwas zu verdienen.
„Wisst ihr, wo Inspector Lestrade wohnt?“
Ian schüttelte den Kopf, doch Jacob nickte. Es war nicht das erste Mal, dass er dorthin eine Nachricht überbrachte.
„Bringt ihn zuerst zum Gowers Walk, zu den Arkaden am Goods Store. Unter Umständen hat man Thrawl bereits gefunden, ansonsten muss er sich darum kümmern.“
Als Jacob die Brauen zusammenzog, da er ja nicht wissen konnte, was mit Thrawl geschehen war, erklärte Sherlock: „Ian kann dir auf dem Weg zu Lestrade alles berichten, jetzt ist keine Zeit dafür.“
Jacob nickte, wenn er auch nicht begeistert schien, dass sein kleiner Bruder ihn – den Älteren – belehren sollte.
„Anschließend zeigt ihr ihm, wo Thrawl gewohnt hat.“
Ian sah zu den Detektiv hoch. „Und was machst du? Gehst du jetzt und findest Dr. Watson?“
Sherlock lächelte schmerzlich.
„Ich muss es zumindest versuchen.“
Ian nickte zuversichtlich.
„Du kannst das. Das weiß ich.“
Und dann tat er etwas, das er noch nie zuvor gewagt hatte. Er umarmte Sherlocks Mitte, höher reichte er nicht, und wisperte: „Viel Glück. Du findest ihn sicher ganz, ganz schnell. Sagst du es mir, wenn du ihn wieder hast?“
Noch bevor Sherlock sich von seiner Überraschung erholen und die Umarmung erwidern konnte, hatte Ian sie bereits wieder gelöst und eilte mit seinem Bruder davon.
Sherlock sah ihnen einen Moment nach, bevor er sich ebenfalls auf den Weg machte und diese trostlose Gasse hinter sich ließ.

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Manche Wege müssen einfach hinter sich gebracht werden. Gleichgültig, was kommt. Wie könnten wir auch aufgeben?

Ganz egal  

Ein paar East End Impressionen:
Union Place (off Wheler St)  
View In Wapping  
Damit ihr euch den Ort des Kapfes zwischen Sherlock und Thrawl besser vor Augen führen könnt:
Commercial Road Goods Depot von den Gleisen aus  
Commercial Road Goods Depot von den Straße aus
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