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Der falsche Zeitpunkt

von ElliHill
Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi / P12 / Gen
Alexandra Rietz Daniela Stamm Michael Naseband Philipp Steher Robert Ritter
08.03.2022
03.07.2022
21
18.850
3
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08.03.2022 833
 
Philipp wachte wie immer vor seinem Wecker auf und sah aus dem Fenster. Es schien heute wieder ein schöner sonniger Tag zu werden und er sah zu, wie die Sonne aus ihrem Bett kroch. Der Himmel war leuchtend rot und es sah sehr schön aus. Schade, dass ich diesen Sonnenaufgang allein verbringen muss, dachte er noch, schlug die Decke zur Seite und stand auf. Nach der Dusche ging es in die Küche und er bereitete sich sein veganes Frühstück zu. Er setzte sich an den kleinen Tisch und genoss es. Eine knappe Stunde später legte er sich wie immer seinen Waffenholster an, steckte die Waffe ein und machte sich auf den Weg und ihm fiel während der Autofahrt ein, dass er noch zur Bank wollte, um seine defekte EC-Karte auszutauschen. Die Bank lag direkt auf seinem Weg und so wählte er schnell noch Robert an, der bereits im Büro sein sollte. „K11- Ritter!“ hörte er. „Guten Morgen, Robert. Hör mal, ich muss noch eben zur Bank und meine Ec-Karte austauschen. Die letzte hat die Türöffnung nicht überstanden.“ Gab er zu. „Alles klar, Philipp. Aber beeile dich, du kennst Michael doch, wenn einer von uns zu spät kommt.“ mahnte Robert ihn. „Nur keine Sorge, ich komme nie zu spät…“ grinste Philipp und beendete das Gespräch. Er erreichte die Bank, stellte seinen Wagen ab. Sein Handy ließ er auf dem Armaturenbrett liegen und stieg aus.  

In der Bank angekommen, sah er, dass seine Exfreundin Barbara Kern am Schalter ihren Dienst tat. Er senkte den Kopf und grinste leicht. „Hallo Barbara, du bist ja immer noch nicht im Mutterschutz.“ tadelte Philipp die Angestellte. Sie sah erstaunt auf. „PHILIPP! Wie schön, dich zu sehen. Wie geht es dir denn?“ wollte sie wissen. „Danke der Nachfrage, aber wieso bist du noch am Arbeiten?“ wollte er von ihr wissen und wies auf ihren runden Bauch. „In knapp 6 Wochen ist es so weit. Die Kleine ist schon ganz wild. Heute ist mein letzter Tag.“ erklärte sie. Philipp erinnerte sich an die kurze Zeit, wo die Beiden ein Paar waren. Leider verliebte Barbara sich in seinen besten Freund und er zog den Kürzeren. Nun bekamen die Beiden ihr zweites Kind. Philipp war von der ersten Tochter der Patenonkel und fühlte sich in dieser Rolle pudelwohl. „Man sieht dir dein Glück an. Nicht nur äußerlich, sondern vor allem an deinen Augen. Sie strahlen so vor Glück. Schade, dass es bei uns nicht funktioniert hat.“ meinte er ehrlich. „Nun ja, ich könnte jetzt auch sagen, dass Mario einfach die besseren Karten hatte.“ lachte sie. „Was kann ich denn für dich tun?“ hängte sie fragend an. „Ach ja, meine EC-Karte. Sie hat wohl einmal zu viel eine Wohnung geöffnet.“ gab er verlegen von sich und legte die Plastikkarte in drei Einzelteilen auf den Tisch. „Du solltest dir ein Dietrich anlegen. Der hält mehr aus.“ schlug sie lachend vor und tippte die Daten in den PC. „Den hatte ich vergessen. Aber ich werde einen Antrag beim Polizeipräsidenten stellen, um einen Ersatz zu bekommen.“ gelobte Philipp Besserung. Weder er noch Barbara bemerkten, dass sie belauscht wurden. „Bist du immer noch bei dem Haufen? Ich dachte du wolltest aufhören.“ fragte sie. „Ach ich habe mich an meine Kollegen gewöhnt und die Arbeit macht mir Spaß. Wirklich, seit ich beim K11 bin, habe ich die Freude am Job wiedergefunden. Es ist einfach anders als im Streifendienst. Ich fühle mich da angekommen, wenn du verstehst, was ich meine. Was macht Mario denn?“ wollte Philipp nun wissen.

Barbara lächelte. „Ihm geht es gut. Er ist Vollzeitpapa und unternimmt so viel mit Mia. Sie ist ihm wie aus dem Gesicht geschnitten. Und er genießt jede Sekunde mit ihr. Letztens lag er sogar in ihrem Bettchen. Stell dir vor, er liest ihr Geschichten vor, singt Kinderlieder und spielt sogar mit Puppen. Er ist übrigens auch noch bei dem Haufen. Im Dienst hart und privat zart. Ein Bild für die Götter, wenn die Beiden spielen. Okay, es dauert eine Woche, bis die neue Karte bei dir ist. Sie geht dir per Post zu und der Pin kommt gesondert. Du kennst es ja schon.“ meinte Barbara und Philipp nickte. „Dann grüß mir Mario und sag ihm, dass wir sobald das Kind da ist einen trinken gehen! Habt ihr schon einen Paten für ihn?“ wollte er wissen und steckte seine Geldbörse ein. „Es ist eine Sie und bisher noch nicht.“ gab Barbara zu. „Doch ihr habt einen… ich übernehme die Patenschaft. Wie soll sie eigentlich heißen?“ bestimmte Philipp. „Das ist lieb von dir. Ich werde es Mario sagen. Er wird…“ Sie stockte mitten im Satz und sah irgendetwas hinter Philipp. Dieser wollte sich gerade umdrehen, als er einen Druck in der Nierengegend spürte. „Ganz ruhig. Keine heftige Bewegung – dann passiert nichts. Lass die Hände genau da liegen, wo sie sind!“ forderte eine scharfe Stimme hinter ihm. Philipp nickte und atmete tief durch. Das hatte ihm nun auch noch gefehlt. Ein Banküberfall. Jetzt kam er doch nicht pünktlich zum Dienst.
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