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Der Gechmack des Blutes

von Rintaro
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
OC (Own Charakter) Tenko Shimura / Tomura Shigaraki Touya Todoroki / Dabi
05.03.2022
23.06.2022
9
38.311
4
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23.06.2022 4.679
 
Kapitel 9


Endlich war es soweit, der Tag des Angriffs war endlich gekommen. Noch nie war ich vor einer Mission derart aufgeregt. Vielleicht lag es daran, dass ich sonst immer allein gewesen war, oder keine Rücksicht auf Verluste nehmen musste?

Wie die letzten Tage auch hatte ich die Nächte bei Tomura verbracht. Zum einen um meinen Geist zu beruhigen und zum anderen weil ich mich bei ihm sicher fühlte. Oft nahm er mich nach dem Sex in den Arm und drückte mich an ihn und ich genoss einfach nur die Menschliche Nähe die mir solange verwehrt blieb.
In diesen Momenten hoffte ich inständig, die Zeit könne einfach ein paar Minuten für uns stehen bleiben und nicht so rasant davon jagen wie sie es grade tat. Natürlich versuchten wir so viel Zeit miteinander zu verbringen wie es nur ging aber die meisten Tage war ich mit Dabi unterwegs und Tomura damit beschäftigt weitere Einzelheiten zu unserem Plan festzusetzen. Er war meist der letzte der die Bar im Erdgeschoss verließ und der erste der morgens dort war. Im Gegensatz zu seinem durchgeplanten Aktionen waren meine bisher immer zum Teil spontan oder improvisiert. Was würde also passieren wenn in diesem gut durchdachten Plan eine Variable abweichen würde. Könnten die hier Anwesenden einen kühlen Kopf bewahren und improvisieren? Das würde ich sicherlich in den nächsten 24 Stunden herausfinden.

Ich stieg aus der Dusche, da ich nun wahrlich genug Zeit hier verbracht hatte und rubbelte mir die Haare trocken und Band sie zu einem lockeren Dutt zusammen. Ein Blick in den Spiegel verriet mir das ich endlich wieder Menschlich aussah. Ich nicht mehr nur Haut und Knochen sondern man konnte langsam aber sicher wieder die Frau in mir erkennen.

Einige Minuten stand ich einfach nur vor den Spiegel und betrachtete meinen nackte Körper. Ich hatte an Gewicht zugelegt und auch das Training welches ich mit Dabi und Tomura durchlief sorgte dafür dass ich wieder einige Muskeln aufgebaut hatte. Kurz ließ ich die Muskeln an den Armen spielen und erfreute mich an diesem Anblick. Zwar Trainierten wir nur zwei bis dreimal die Woche aber es war gut zusehen das es bereits Wirkung zeigte.

Als wieder aus dem Bad kam war Tomura bereits weg. Vermutlich schon unten in der Bar und machte den anderen die Hölle heiß. Nach dem anziehen begab ich mich ebenfalls in die Bar aber vorher nahm ich noch eine meiner Eisentabletten. Nur zur Sicherheit versteht sich.

Als ich endlich die Bar betrat herrschte bereits reges treiben. Alle schienen etwas neben der Spur zu sein, lag also nicht nur an mir. Oder machte ich sie etwa nervös? Ich schlenderte an Toga und Twice vorbei die wie immer aufeinander hockten. An der Bar saßen Dabi und Tomura und dahinter polierte Kurogiri grade ein paar Gläser. „Guten Morgen“ rief ich in den Raum ehe ich in die Küche ging um mir etwas zum essen zu suchen. Außer von Togas trällerndem „Morgen“ hatte niemand auch nur reagiert.
Nachdem ich mir drei Sandwiches gemacht hatte betrat ich wieder die Bar und setzte mich neben Dabi an die Theke. Dieser verdrehte die Augen als er den vollbeladenen Teller sah.

„Verdreh nur weiter die Augen, vielleicht findest du dabei dein Gehirn“ sagte ich spöttisch bevor ich in das erste Brot biss. Tomura verschluckte sich an seinem kichern und musste hustete worauf Dabi uns beiden mörderische blicke zuwarf.
„Pass auf das du nicht fett wirst wenn du weiter so viel in dich rein stopfst“ murrte Dabi. „Kein Stress bei dem Training was wir machen wird das schwierig.“ nuschelte ich mit einem bissen Brot im Mund.

„Sag mal Meg hast du schon eine Idee für das Ablenkungsmanöver?“ Toga hatte sich zu mir gesellt und mir eines der Brote streitig gemacht welches sie nun in sich hinein stopfte. Mittlerweile kannte ich ihre Essensklau Gewohnheiten und machte mir deshalb immer etwas mehr zu essen. Ich musste nicht lange überlegen, denn natürlich hatte ich mir darüber schon ein paar Gedanken gemacht.
„Ich denke ich werde mich als Cousine eines Schülers ausgeben um in die Schule zu kommen und dann suche ich den Lehrer der Macken löscht und quatsch ihn voll bis ihr fertig seit. Wenn er nicht mit macht naja werden andere Mittel hinzugezogen.“

Fröhlich nickte sie mir zu. „Also kreativ bist du ja. Aber welchen Schüler willst du nehmen. Du weißt doch nicht wie die alle aussehen oder heißen?“
„Das überlege ich mir spontan. Ich nehme eh den  Hintereingang vielleicht ergibt sich ja da was.“ sagte ich und stopfte den Rest meines Brotes in den Mund.
„Wie du es machst ist egal Hauptsache du hältst uns diesen Lehrer vom Leib.“ grummelte Dabi neben mir. „Das schaff ich schon wenn nicht fixiere ich in einfach mit ein paar Metallstriemen. Töten darf ich ihn ja leider nicht.“ Mein Blick huschte zu Tomura und ich sah ihn Vorwurfsvoll an.
„Nein sollst du nicht aber ich hab nichts dagegen wenn er nach einer Begegnung mit dir im Krankenhaus landen würde. Vielleicht schickst du gleich ein paar mehr Helden dahin“ Sagte der blauhaarige überraschend ruhig.

Gegen Nachmittag zog ich mich um. Statt der viel zu großen Shirts von Dabi oder Tomura nahm ich diesmal ein eng anliegendes kurzes rote Top von Toga. Darauf meine Lederjacke und eine dunkel blaue Jeans. Die an der Hüfte sehr hoch geschnittenen war. Dadurch konnte ich die Anhängsel an meinem Gürtel unter der Leder Jacke verstecken. Die Pillendosen hatte ich in einer Schublade von Tomura verstaut genau wie das Messer. Stattdessen hatte ich mir zwei kleinere und ein größeres Messer von Toga geliehen und diese in meinen Schuhen versteckt. Um sie unauffällig aber griffbereit zu haben. Am Gürtel hatte ich jetzt nur noch das große Messer, die Spritze und die Ampullen.
Die Jeans ließ ich unten in meinen Springerstiefeln verschwinden und die Roten Locken ließ ich lang und offen über meinen Rücken fallen.

Ein Klopfen an der Tür ließ mich aufsehen, es war Tomura. „Es ist dein Zimmer du musst nicht klopfen.“ Sagte ich ruhig und ging einige Schritte auf ihn zu. Der blauhaarige schloss derweil die Tür. „Du meinst wohl eher unser Zimmer. In deinem warst du ja schon lange nicht mehr“ lächelnd strich er mir eine Strähne hinter das Ohr und zog mich sogleich in einen Kuss. Unbewusst drückte ich mich ihm entgegen und erwiderte den Kuss seiner warmen Lippen. Als er sich schließlich wieder von mir löste seufzte ich traurig. In dem Moment hätte ich gerne noch etwas mehr seiner Lippen gekostet. „Wir müssen gleich los aber morgen können wir das alles nachholen versprochen.“ Seine Stimme war sanft aber bestimmt und ich schenkte ihm ebenfalls ein breites lächeln.

„Wow du siehst ja mal wieder aus wie ein Mensch mit eigenen Klamotten.“ War Dabis erster Kommentar nachdem Tomura und ich die Bar betreten hatten. Ich sagte nichts dazu und ließ mich neben Toga auf einen der Barhocker nieder. Sie sah mich mit riesigen Augen an. „Wow bist du hübsch.“ ich spürte wie die wärme in meine Wangen kroch während Toga mich noch immer anstarrte.  Derweil setzte ich mir das Funkgerät ins Ohr, welches vor mir auf der Theke gelegen hatte  und hörte Tomuras Anweisungen fast zweimal durch die leichte Zeitliche Verzögerung. „Okay Leute gleich gehts los. Kurogiri öffne schonmal ein Gate für Meg.“ Gab der blauhaarige den ersten Befehl und kurz darauf erschien auch schon eine Lila Wolke im Raum. Ich erhob mich trat zu Tomura und drückte ihm zum Abschied noch einen Kuss auf. „Bis später Liebster.“ Hauchte ich an sein Ohr und trat dann durch das entstandene Warp Gate.

Einige Sekunden später stand ich auch schon in einer dunklere Ecke des Parks der an die Schule angrenzte. Es dämmerte bereits und so war Kurogiris Gate kaum sichtbar und verschwand ebenso schnell wie es entstanden war. Jetzt war ich auf mich allein gestellt um auf das Zeichen von Tomura hin für eine geeignete Ablenkung zu sorgen. „Bist du gut angekommen?“ vernahm ich Tomuras Stimme in meinem Ohr und musste unwillkürlich lächeln. „Natürlich, bitte richte Kurogiri meine Bewunderung aus das Gate war perfekt gesetzt.“ Durch das Mikrofon könnte ich Tomuras grinsen beinahe hören. „Werde ich. Ich melde mich später wenn wir die Ablenkung brauchen.“ Sagte er knapp und damit war es in meinem Ohr wieder ruhig und ich war allein. Das erstmal seit Tagen war ich wieder allein mit mir. Ich hatte etwas Sorge dass sich die Stimme in meinem inneren wieder Melden würde da sie nun schon so lange schwieg.

In meinen Gedanken versunken schlenderte ich durch den Park und sah mich um. Seit meinem letzten Besuch hier waren fast drei Wochen vergangen und die Bäume hatten bereits angefangen die Blätter abzuwerfen. Ich sah mich kurz um und ging dann langsam in die Richtung des Waldes der direkt an das Schulgebäude angrenzte. Einige der Bäume dort waren so groß, dass ihr Äste über die Schulmauern hinweg wuchsen. Das war noch besser als ich gedacht hatte. Ich würde mir einfach einen Baum suchen und dort den Lehrern auflauern die versuchen würden den Schülern zu helfen.
Damit war mein eigentlicher Plan zwar nichtig geworden doch diese Möglichkeit erschien mir deutlich effektiver zumal das Tor zwischen den Mauern aus Metall bestand. Das machte es deutlich leichter den Lehrern den Weg zu versperren.
Ich huschte im Schatten der Bäume näher an die Mauern der Schule heran bis ich einen passenden Baum fand und geschickt hinauf kletterte. Die Äste wuchsen bis weit über die Mauern und waren stark genug um mich auch in einigen Metern Höhe zuhalten. Als ich hoch genug war setzte ich mich auf einem der starken Äste. Von hier aus hatte ich eine gute sich auf den Innenhof der Schule und war gleichzeitig vor neugierigen Blicken geschützt da dieser Baum die meisten seiner Blätter noch nicht abgeworfen hatte.
Es war bereits früher Abend und der Großteil der Schule lag dunkel und verlassen da. Nur ein Teil des Hauptgebäudes war hell erleuchtet. Mir kam fast die Galle hoch als mir bewusst wurde, dass sich dort so viele Helden in Ausbildung befanden. Weiter die Schule beobachtend machte ich es mir auf dem Baum bequem und lehnte mich an den starken Stamm. Wie lange ich so da saß konnte ich nicht sagen aber es wurde immer dunkler und noch immer kam kein Zeichen von Tomura oder den anderen. Es wurde immer später und langsam wurde ich nervös. Was wenn etwas passiert war? Aber dann hätte sich doch irgendwer gemeldet oder?


Sie sind schon Tod. Alle sind sie bereits Tod.


Natürlich ausgerechnet jetzt meldete sich die blöde Stimme in meinem Kopf und spielte mir Streiche. Ich zuckte zusammen als plötzlich das Bild eines Blut überströmten Tomuras vor meinem inneren Auge auf blitzte. Es sah furchtbar aus und so schnell sie es kam verschwand es auch schon wieder aber das Bild hatte sich in meinen Kopf gebrannt. Die toten roten Augen und der fahle Hautton. Über und über mit Blut bedeckt. „Er ist nicht Tod. Er kann nicht Tod sein.“ gab ich der Stimme bissig eine Antwort.


Nein, vielleicht nicht jetzt aber bald und du sirst Schuld daran sein.


„Warum zum Teufel redest du mir sowas ein verdammt?“ fragte ich in die Dunkelheit nicht nur meine Stimme sondern auch meine Finger hatten angefangen zu zittern. Und die Nervosität stieg an und mein Herzschlag beschleunigte sich.


Es ist die Wahrheit. Wir werden nicht überleben wenn ER weiter lebt.


„Wir? Wer sind wir?“ diese Stimme trieb mich langsam aber sicher in den Wahnsinn, immerhin schrie sie mich nicht wieder an. Aber wer war diese Stimme und warum war sie nur in meinem Kopf. Die Stimme antwortete nicht mehr und ließ mich wieder allein.

Was zum Teufel war das bitte!? Aber die Zweifel blieben trotzdem, vor allem, da sich keiner der anderen meldete. Ich hoffte nur dass es ihnen gut ging.

„Meg? Mit wem verdammt redest du da?“ Ich zuckte so heftig zusammen das ich fast vom Baum gefallen wäre. Dabis Stimme klang spöttisch wie immer. „Verdammt. Wegen dir wäre ich fast vom Baum gefallen“ zischte ich zurück. Darauf hin hörte ich ihn durch das Headset lachen. „Die verrückte hockt auf nem Baum und wäre grad fast runtergefallen.“ Erklärte er lachend wohl damit die anderen auch bescheid wussten was los war. „Wir haben angefangen gleich werden die Lehrer vermutlich versuchen den Schülern zu helfen. Lenk sie so gut es geht ab. Und brich dir nicht die Knochen falls du vom Baum fällst.“ Sagte er mittlerweile ruhiger aber immer noch spöttisch und sarkastisch. „Verstanden.“ knurrte ich und Dabis Stimme verschwand aus meinem Ohr. Jetzt also begann es.

Ich sah in die Richtung in der ich die anderen vermutete und sah wie sich ein blaues, grelles Licht von der vermuteten Position ausbreitete. Das mussten Dabis Feuer sein die, die Schüler in einem Kreis aus Flammen einschlossen. Von den brennenden Pflanzen stieg Rauch auf und ließ die Luft über dem Gebiet dicker werden. Es war wirklich Faszinierend wie viel Kraft in dem Mann mit den vielen Narben und Verbrennungen steckte. Aber ich wusste das niemand der Mitglieder aus der Liga zu unterschätzen war.

Ein Geräusch riss mich aus meinen Gedanken, denn die Tür des Hauptgebäudes wurde schnell und kräftig aufgedrückt und ein fluchender Mann rannte über den Innenhof. Seine Haare waren unordentlichen und er trug beinahe nur schwarz bis auf seine gelbe Brille und einem Schal aus weißen Bandagen ähnlichen Stoff. Hecktisch rannte er auf das offen stehende Tor zu doch bevor er hindurchtrften konnte ließ ich es schließen und der Mann rannte voll mit der Nase vor das Tor er hatte wohl mit allem gerechnet nur nicht damit.

Er taumelte ein paar Schritte zurück und fluchte erneut. Mir stieg der Geruch seines Blutes in die Nase und ich konnte erkennen das sich eine feine dünne Linie seines Blutes aus seiner Nase erstreckte.

„Verfluchte Scheiße was war das denn?“ Fluchte er während er mit der Hand unter seiner Nase das Blut wegwischte. Ich konnte mir das kichern nicht verkneifen, leider war ich so laut das er es gehört hatte. „Wer zum Teufel ist da?“ rief er zu mir hinauf und versuchte mich ausfindig zu machen. Vermutlich war das der Lehrer der Macken löschte und suchte nun den Blick Kontakt zu mir um mich leichter unschädlich zu machen.
Er nuschelte etwas unverständliches, vermutlich um Verstärkung zu rufen. Bedeutete also gleich würden noch mehr Helden kommen. „Das war ich. Ich will mit dir spielen. Wie ist dein Name?“ Fragte ich und kicherte wieder da er mich immer noch nicht entdeckt hatte. „Okay lass uns spielen. Ich bin Earaserhead. Zeig dich es ist gemein wenn nur du mich siehst.“ Er war es also wirklich der, der die Macken löschte.

Ich lachte erneut und erhob mich auf dem Ast. Er reichte bis weit über die Mauer. Langsam ging ich dem Stamm entlang so das ich beinahe über dem Kopf des Mannes stand. Ich holte das Messer aus meinem Gürtel, ließ es zu meiner vorherigen Position fliegen und von dort aus schmetterte ich es auf den Helden. Leider hatte er wahrlich gute Reflexe denn er wich dem Messer im letzten Moment aus. Nur einen Bruchteil später hatte er eine seiner Bandagen gepackt und zu meiner ehemaligen Position geschickt vermutlich wollte er mich damit aus dem Baum fischen. Doch der Angriff ging ins leere.
„Da bin ich schon lange nicht mehr alter Mann.“ lachte ich kalt und sprang in einem Zug vom Baum und kam genau hinter dem Mann auf. Eher er herum wirbeln konnte hatte ich bereits die Arme um seinen Hals gelegt und  ein Messer aus meinem Stiefel an seine Kehle gesetzt. Das zweite ließ ich im Stiefel und das große ließ ich vor seinen Augen schweben. Ohne sein Augenlicht würde er seine Macke nicht aktivieren können, hoffte ich zumindest.

„Hallo, ich glaube ich habe gewonnen. Beweg dich und du verlierst erst ein Auge. Mach weiter und du verlierst das zweite auch.“ knurrte ich von hinten an sein Ohr. „Hör mir mal zu kleine ich bin nicht umsonst ein Profiheld. Du zögerst nur das unvermeidliche hinaus.“

Ehe ich anders reagieren konnte schlang sich eine der Bandagen um meine Hüfte und zog mich unsanft von ihm weg. Ich hatte es noch geschafft ihm das Messer über die Seite seines Halsen schneiden zulassen und der Mann fluchte als er sein Blut auf seiner Kleidung spürte. Ich hing immer noch in der Luft an den Bandagen und konnte mich nicht rühren da sie derweil meine Hände auf meinem Rücken fixiert hatten. Ich wandt mich, kreischte und fluchte bis mir die Messer einfiel und ich eines von ihnen losschickte um den Stoff zu durchschneiden.
Erst als ich die Bandage fast durchtrennt hatte sah mich der Mann an und Augenblicklich fielen die Messer zu Boden ich hatte jegliche Kontrolle über das Metall verloren. Böse sah ich in die Augen des Mannes vor mir. Zu meinem entsetzten war in seinem Blick der reinste Schock zusehen.

„Megumi?“ hauchte er und die Bandagen die mich in der Luft hielten fielen zu Boden und ich gleich mit. Unsanft kam ich auf dem Beton auf. „Bist du es wirklich?“ fragte er und kam einen Schritt näher. Was sollte das? Woher kannte dieser Held meinen Vornamen? Zufall? „Megumi Takahashi?“ fragte er erneut, ich konnte nichts außer ihn verwirrt zu mustern.

Er kannte mich denn grade hatte er meinen vollen Namen genannt.  Den Namen den seit Jahren niemand mehr in den Mund genommen hatte. „Woher kennst du mich!?“ schrie ich ihm entgegen und versuchte wieder etwas Distanz zu dem Helden zu bekommen. Er blinzelte und Augenblicklich konnte ich das Metall um mich wieder wahrnehmen doch ich tat nichts. Erst wollte ich eine Erklärung. „Wir dachten du seist Tod?“ Er schüttelte den Kopf. „Deine Mutter dachte du seist Tod. Wo warst du all die Jahre?“ Das war nicht die Art Erklärung auf die ich gehofft hatte. „Woher?!“ schrie ich erneut. „Erkennst du mich nicht? Ich bin dein Onkel. Deine Haarfarbe ist so einzigartig und die stählernen grauen Augen. Du siehst genauso aus sie sie.“

„Wie wer?“ fragte ich immer noch völlig aufgebracht. „Deine Mutter. Erinnerst du dich nicht?“

Wollte der mich verarschen oder was? „Nein verfickte scheiß ich erinnere mich nicht!“ Nun sah er mich verwirrt an. „An deinem sechsten Geburtstag hattest du einen Anfall oder? Danach sahen wir dich nie wieder uns wurde gesagt du wärst bei dem Anfall gestorben.“ Wieder kam er einige Schritte näher und ich wich wieder ein Stück zurück. So langsam begriff ich gar nichts mehr und wollte die Sache einfach nur beenden. Ich nahm die Messer in beide Hände und erhob mich. Blitzschnell schoss ich auf ihn zu und ging mit den Messern auf ihn los. Leider hatte er es kommen sehen und löschte erneut meine Macke. Da ich damit gerechnet hatte, hatte ich die Messer nicht von mir weggeschleudert sondern in meinen Händen behalten.

„Hör auf Megumi!“ rief er mir zu während er meinen Angriffen auswich. „Ich bin nicht Megumi. Megumi ist gestorben und zwar zweimal.“ Schrie ich. Mein nächster Angriff traf den Helden zwischen die Rippen und er taumelte einige Schritte zurück und hielt sich die Wunde mit der Hand. „Was meinst du damit?“ Ich schnaubte, ich hatte keine Nerv dazu mit diesem Helden über meine Vergangenheit zu reden.

Stattdessen konzentrierte ich mich auf seine Gürtel Schnalle und schleuderte ihn damit an die Metallischen Stäbe des Tores. Die Stäbe verbogen sich und nahmen den Helden in Gefangenschaft. Jetzt stand er bewegungsunfähig vor mir und ich schaute ihm in die die Augen.

„Ich bin nicht mehr die, die du glaubst in mir zusehen. Das ist seit mehr als vierzehn Jahren vorbei.“ Er sah mich an und blinzelte. Er setzte wieder seine Macke ein zum Glück hatte ich die Stäbe vorher frei gegeben so dass sie sich nun nicht mehr rührten. „Du kannst nicht entkommen selbst wenn du mir die Spezialität für einige Zeit entziehen kannst.“ Sagte ich ruhig und fuhr mir blutverschmierten Fingern über seine Wange. „Megumi, ich habe bereits nach Verstärkung gerufen gleich wird Endeavor hier auftauchen.“ Er klang ungewöhnlich traurig. Dafür, dass ich ihn einige Augenblicke zuvor noch ein Messer zwischen die Rippen gejagt hatte. Ich trat einige Schritte zurück.


Trocken lachend schlenderte ich wieder etwas auf ihn zu. „Keine Sorge. Ich habe bereits einen ganzen Yakuza-Clan und etwa fünfzehn weitere Menschen getötet. Das schaff ich schon.“ Die Augen meines Gegenübers wurden groß. Wohl begriff er es jetzt erst. Ich war die Person die Endeavor jagte.

„Aber… was?“ Schock. Das war alles was ich in seinen Augen sah.

Meine Finger zuckten etwas, ich hatte meine Macke noch nicht wieder. Verdammter Mist.  Probehalber schnitt ich mir mit dem Messer in den Unterarm. Mein Blut war viel zu dick, es floss nichts aus der Wunde. Obwohl ich mir einen viel zu großen Schnitt zugefügt hatte.

Das Quecksilber verstopfte meine Blutgefäße. Panik wallte in mir auf und ich spürte wie mein linkes Bein wurde taub. Ich taumelte zurück und stolperte. Erneut fiel ich unsanft auf den Betonboden. „Ich brauche meine Macke. Bitte“ keuchte ich denn alles wurde bereits taub. Aber der Mann ließ mich nicht gehen. Ich fummelte an meinem Gürtel und hielt endlich die Ampulle und die Spritze in der zitternden Hand. „Was tust du?!“ rief er mir zu.


Ich antwortete nicht sondern zog mit letzter Kraft die Spritze bis zum Anschlag voll auf und stieß sie mir in den Oberarm. So langsam ich konnte drückte ich den Kolben hinunter. Mein Blut wurde dünner und begann wieder zu Zirkulieren. Erleichtert seufzte ich auf. Dann erst sah ich welche Ampulle ich in der Hand hielt.

„Scheiße!“ fluchte ich leise als ich begriff was ich grade getan hatte. Ich hatte ausgerechnet die Ampulle mit der hohen ungetesteten Dosierung erwischt. Mist! Ich seufzte noch einmal und stand dann auf. Mein Blut wurde dünner was ich daran merkte das aus der Wunde nun fleißig das Blut tropfte. Den Kopf schüttelnd ging ich auf Aizawa zu und nahm eine Seiner Bandagen in die Hand.

„Tut mir leid aber ich werde meine Macke wohl gleich brauchen.“ Mechanisch schüttelte er den Kopf während ich ihm die Augen verband. Das Gefühl für das Metall im mich herum war schlagartig wieder da und ich musste keuchen da ich es viel zu deutlich wahrnahm. Jeder noch so kleine Anteil Eisen oder Zink im Körper meines Gegenübers nahm ich wahr. Ich musste mich beherrschen ihn nicht ausersehen in Stücke zu reißen.


Oh das ist gut.


Blöde Stimme halt endlich den Rand! Dachte ich, doch sprach ich es diesmal nicht aus. Ich ging einige Schritte zurück, drehte mich um und sah auf das Schulgebäude. Es bestand aus Beton und Stahl. Beste Vorraussetzungen würde ich behaupten.

„Hey Tomura? Wie lange braucht ihr noch Endeavor ist auf dem Weg und ich hab mir eventuell etwas zu viel gespritzt.“

„Was hast du?“ kam sofort Tomuras Stimme in mein Ohr. War ja klar das er die anderen Fakten ignorierte.
„Ähm … hast du gehört Endeavor ist auf dem Weg. Ich könnte die Schule in Schutt legen, dann muss er erst einmal die Schüler retten bevor er sich um mich kümmert.“ Bei meinen Worten hörte ich den fixierten Mann hinter mir geschockt auf keuchen. „Warte mal kurz.“ sagte er und ich hörte wie er den anderen etwas zu rief. Was, verstand ich allerdings nicht. „Wir brauchen alles an Zeit was du und verschaffen kannst. Der Junge ist zäher als wir dachten.“ sagte er schließlich.

„Soll ich die Schule zerlegen und euch dann helfen können bin grade in der Verfassung Leute zu kontrollieren. Glaube ich zumindest.“ Tomura stöhnte auf und einen Moment hörte ich nichts. „Mach mit der Schule und Endeavor was du willst aber ich will dich nicht hier haben.“ Er sagte es so als wäre meine Anwesenheit das schlimmste auf der Welt. Ich spürte die Wut in mir hoch kochen. Aber wusste, würde ich jetzt nicht für Ablenkung sorgen würde er mir das nie verzeihen.
„Wenn du mir nicht soweit vertraust. Gut.“ Ich knurrte die Worte so Böse ich konnte und riss mir das Teil danach aus dem Ohr. Ich wollte nicht hören was Tomura vielleicht noch sagen wollte.


Ich hatte das Gefühl jedes Stück Metall in zwei Kilometern Entfernung spüren zu können genau wie die Bestandteile in der Erde, in dem Wald hinter dem Schulgebäude. Ich lachte laut auf, es fühlte sich einfach zu richtig und viel zu gut an.

„Ich klau mir mal ein Stück Stoff.“ Rief ich lachend, während ich etwas von  Aizawas Bandagen abschnitt und damit die Wunde an meiner Hand verband. „Glückwunsch du hättest mich heute fast getötet, stattdessen sorgst du dafür das ich eine Schule zerlegen und einen weiteren Helden töten kann.“ Ich konnte nichts gegen die Worte tun die aus mir heraus sprudelten. Ich klang wahnsinnig und ich wusste nicht einmal ob es überhaupt noch meine Worte waren.


„Tu das nicht! Ich kann dir helfen!“ versuchte der Mann es noch einmal doch dann sah ich in einiger Entfernung einen Feuerball schnell näher kommen. Endeavor.


„Oh tut mir leid ich muss los.“ Ich wandt mich zum Schulgebäude, die Menge an Stahl der sich in den Mauern und den Räumen befand war einfach berauschend. Binnen weniger Sekunden brach das Gebäude in sich zusammen und die letzten Lichter erloschen. „Nein!“ schrie Aizawa, der bei dem Lärm nur erahnen konnte was grade geschehen war. Die wenigen noch im Gebäude befindenden Leute schrieen.

Ich wusste wo sich jeder einzelne befunden hatte und hatte sie weites gehend verschont damit Die Helden noch was zutun hatten.

„Endeavor!„ schrie ich dem näher kommenden Feuer entgegen und kurz darauf landete der Hünenhafte Mann einige Meter entfernt von mir.  Der Blick seiner Türkisen Augen war ausdruckslos und schnellte zwischen dem Schulgebäude, wo noch immer Schreie zu vernehmen waren, Aizawa und mir hin und her.  „Für welchen Schritt entscheidest du dich alter Mann?“ höhnte ich. „Enji! Helf den Schülern und Lehrern im Gebäude!“ Kam es von Aizawa hinter mir.
„Nein! Greif mich an! Du suchst schon so lange nach mir.“ provozierte ich den Flammenhelden. Unschlüssig sah er sich um und überlegte. Ich ließ den Kopf in den Nacken fallen und begann zu lachen. „Das dauert viel zu lange alter Mann!“ rief ich lachend. „Na los entscheide dich oder ich tu es für dich.“

„Enji!“ Schrie der Mann hinter mir. „Mach schon!“ Der Hüne schien einen Entschluss gefasst zu haben. Und wandt den Blick nun endgültig zum Schulgebäude. Er wollte grade los stapfen, da über nahm ich die Kontrolle über seinen Körper. Jedes noch so kleine Molekül in seinem Blut und seinem Anzug brachte ich unter meine Kontrolle.

„Verdammt ich kann mich nicht bewegen. Was ist das?“ Schrie der Flammenheld.  Kichernd trat ich näher an den rothaarigen Mann mit einem Bart aus Feuer heran. Einen Finger ließ ich über das Metall seines Helden Anzugs gleiten und überall dort wo ich es berührte zog es sich zusammen und verdrehte dem Mann den Arm. Der Hüne schrie vor schmerzen auf. Das unangenehme krachen eines brechenden Knochens ertönte und halte in meinem Kopf wieder.

Wieso tat ich das alles? Ich hatte nie Spaß daran gehabt Menschen zu foltern. Ich hatte es immer so schnell es ging beendet. Warum jetzt nicht? Lag es an dem Adrenalin und den Mineralen die jetzt in meinem Blut kursierten? Ein weiteres Mal berührte ich ihn, diesmal am Handgelenk. Ich hörte das vertraute knacken und der Mann keucht auf während ich ihn auf die Knie zwang. Das alles ging mir so leicht von der Hand. Ich musste mich nicht einmal anstrengen um ihm die Knochen zu zertrümmern. Das schreien und keuchen des Mannes benebelten meinen Verstand, es war als ob ich selbst weit weg war und mein Körper sich ohne mich bewegte.


„Meg!“


Der schrei riss mich aus meinen Gedanken und holte mich unsanft in die Wirklichkeit zurück. Noch immer stand ich neben Endeavor der sich weiterhin nicht rühren konnte. Ich stand einfach da und kicherte. Ich hatte es bis grade nicht einmal gemerkt. Erst jetzt, da ich Tomuras Stimme vernahm merkte ich welch seltsames Bild ich abgeben musste. Das Mädchen, dass in mitten von Trümmern einen Hünen den Arm gebrochen hatte und nun einfach da stand und kicherte. Die Gedanken bewirkten leider das ich noch mehr kichern musste und das kichern entwickelte sich schnell zu einem kranken lachen.  


„Meg!“
 
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