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Der Gechmack des Blutes

von Rintaro
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
OC (Own Charakter) Tenko Shimura / Tomura Shigaraki Touya Todoroki / Dabi
05.03.2022
23.06.2022
9
38.311
4
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Dieses Kapitel
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05.03.2022 4.003
 
Triggerwarnung diese Geschichte enthält Blut,Gewalt und Sexuelle Inhalte.

Kapitel 1



Ich wusste nicht wie lange ich bereits durch Tokios Gassen irrte, auf der Suche nach einem Unterschlupf oder ähnlichem. Meine Beine schmerzten, mir war kalt und ich war völlig erschöpft von der wochenlangen Flucht. So lange war ich bereits auf der Flucht, sodass ich schon nicht mehr wusste wie lange genau. Ich wusste nicht einmal, wann ich das letzte Mal mehr als drei Stunden Schlaf oder etwas ordentliches zu essen bekommen hatte. So lange verfolgten mich bereits Kopfgeldjäger und Polizisten.
Selten konnte ich zur Ruhe kommen oder essen, ehe sie mich erneut aufgespürt hatten. Noch vor wenigen Stunden hatte ich in meinem provisorischen Bett gelegen und ein paar kostbare Stunden geschlafen.


In einer dieser alten und verlassenen Lagerhallen am Rande Tokios um die sich niemand mehr kümmerte, für die sich niemand interessierte. Doch dann, urplötzlich und mitten in der Nacht kamen die Männer, ganz in schwarz gekleidet und bewaffnet. Weckten mich mit dem metallischen klimpern, der Schnallen an ihren schweren Stiefeln.
Durch die Dunkelheit und den starken Regen konnte ich zum Glück ungesehen durch einen  Notausgang verschwinden als die Männer näher kamen. Der Geruch und das klimpern von Metall auf Metall hatten mich rechtzeitig gewarnt. Aber in den Moment war ich zu erschöpft gewesen um mich mit allen anzulegen, daher hatte ich die Flucht diesmal vorgezogen.


Wie sie mich an diesem abgelegenen Ort überhaupt so schnell gefunden hatte war mir  ein Rätsel. Zum Glück war ich aus dem Umkreis der Männer entkommen. Schnell, leise und ungesehen. Aus immer größer werdenden Entfernung konnte ich sie immer noch fluchen hören. Sie hatten wohl fest damit gerechnet dort jemanden zu finden. Nein nicht heute und auch nicht Morgen.


Mittlerweile war ich in den Gassen des Tokioter Untergrunds angekommen. Ein Ort an dem sich Etablissements, Bars und andere zwielichtige Geschäfte aneinanderreihen.
Ein Ort an dem, in den düsteren Gassen sich die Alkohol- und Drogenabhängigen trafen um ihren Rausch auszuschlafen. Und ein Ort an dem Gewalt über alles Herrschte. Hier unten gab es keine strahlenden Helden nur Menschen ohne Hoffnung oder Licht in ihren Leben. Ein furchtbarer Ort für den sich niemand interessierte.
Also ein guter Ort um unterzutauchen, dennoch musste man sich vor allerhand neugierigen Augen in acht nehmen.


Früher oder später verfiel hier jeder der Kriminalität. Sei es aus der Not heraus oder der einfach der Wille nach Macht und Luxus. Hier trafen sich die Kopfgeldjäger, Menschenhändler und anderes Gesindel in den Bars um ihre Jagten zu organisieren und ihre Auktionen abzuhalten. Es lief mir kalt über den Rücken wenn ich an die Auktionen zurückdachte die hier abgehalten wurden. Menschen die zu bestmöglichen Preis zum Spaß verkauft wurden, so als wären sie keine Menschen sondern Tiere.
Wie oft hatte ich die, die dort angeboten wurden mitleidig angesehen. In ihre Emotionslosen Augen und auf ihre Ausgemergelten Körper geschaut. So als sei ich etwas besseres als diese armen Seelen. Doch das war ich nicht, ich war kein Stück besser. Ich hatte Glück und gelernt mich zu wehren.
Ansonsten unterschied mich nicht von den Menschen hier. Weder von den Kopfgeldjägern, noch den Menschenhändlern, noch den Sklaven die hier verkauft wurden. Leicht mit dem Kopf schüttelnd ging ich einfach weiter, ohne irgendein Ziel vor Augen.


Die Kapuze meines bereits durchnässten Hoodie zog ich tiefer ins Gesicht als ich an den Neonbeleuchteten Bars und Freudenhäuser vorbeiging. Einige von diesen warben mit den Ausgefallensten Exemplaren und unweigerlich kam mir die Galle hoch. Menschen mit auffälligen Macken, die bei Auktionen an diese Häuser verkauft wurden und nun als Attraktionen begafft wurden. Menschen die Menschen verkauften und Geld mit deren Körpern machten. Es war einfach nur abartig all das in einer solch schillernden Stadt zu sehen.


Schnellen Schrittes und die Kapuze noch tiefer ziehend rannte ich beinahe an diesen Läden vorbei und hoffte endlich eine dunkle Gasse zum Ausruhen zu finden. Und am besten noch eine Apotheke. Einige meiner Strähnen fanden immer wieder ihren Weg aus der Kapuze und fluchend versuchte ich sie zurück zu stopfen. Dieses Kupfer-metallische schimmern war für diese Straßen viel zu auffällig.
Bei diesem Regen funkelten sie nur noch mehr wie poliertes Metall und jeder könnte mich auf drei Kilometer Entfernung erkennen. Was eine beschissene Scheiße. Fluchte ich in mich hinein. Früher hatte ich sie braun gefärbt aber selbst das konnte den metallischen Glanz nicht gänzlich verbergen.


Schließlich bog ich in eine kleine dunkle Gasse ab und erstarrte als ich die Fahndungsplakate sah. „Fuck“ murrte ich als ich sah das mein Gesicht auf einigen abgebildet war und dass meine Belohnung bereits auf 30 Millionen Yen angestiegen war. Vor wenigen Wochen war es noch eine einstellige Millionen Zahl.
Na toll, vielleicht sollte ich mich einfach selbst ausliefern dann hätte ich wenigstens wieder etwas Geld. Leider bedeutete das, dass noch mehr Polizisten und Kopfgeldjäger die nach mir suchten, ich war nun mal ein lukratives Geschäft. So eine Scheiße!Langsam Gin ich auf die Plakate zu zu um sie genauer betrachten zu können
Ich riss das Plakat mit meinem Gesicht darauf ab und sah es genauer an. Das Bild war nur notdürftig gezeichnet und ein Fremder würde mich vermutlich nicht einmal erkennen, doch die Beschreibung darunter war deutlich hilfreicher.


Gesucht! Weiblich, auffällig rote, metallische Haare, graue Augen, helle Haut, Name unbekannt. Höchst aggressiv und hohe Mordlust. Bei Sichtung melden sie sich umgehend bei der Helden Agentur von Endeavor und unternehmen sie nichts allein!
Nützliche Hinweise werden mit bis zu 30 Millionen Yen belohnt.



Die machten sich ja ganz schön viel Mühe wegen mir. Ein schmunzeln legte sich über meine Lippen als ich die Worte *höchst aggressiv* und *Mordlust* las. Als ob ich irgendwelche Leute grundlos töten würde. Ein heiseres kichern verlies meine Lippen als ich über das grade gedachte erneut nachdachte.


Haha, tust du doch also beschwer dich nicht!



Ich zuckte kurz zusammen als sich die Stimme in meinem Kopf zu Wort meldete. „Ach halt die klappe!“ murrte ich und mein kichern erstarb. Immer machte diese Stimme alles kaputt. Ich wusste nicht einmal woher sie kam. Irgendwann hatte sie einfach angefangen mit mir zu reden und ich konnte mich nicht einmal daran erinnern wann das war. Manchmal fing sie einfach an zu reden und dann, war sie wieder lange Zeit still.
Genau wie jetzt. Kurz hatte sie sich eingemischt und einen Augenblick später war wieder Ruhe. Ich warf den Kopf in den Nacken und seufzte. Der Regen tropfte mir auf das Gesicht und für einen kurzen Moment genoss ich stille um mich herum. Die Ruhe ließ mich lächeln, so ruhig hatte ich es die letzten Tage selten. Und zugegeben es wunderte mich, dass es derart ruhig war.

Einen letzten Blick für die Wand werfend wand ich mich immer noch grinsend ab und ging die kleine Gasse weiter entlang. Irgendwo hier in der Nähe gab es eine Apotheke und so ging ich die Gasse einfach weiter. Das spärliche Licht reichte völlig aus und ich war froh nur in Schwarz gekleidet zu sein.

Das hell erleuchtete Schild der nächsten Apotheke zog meine Aufmerksamkeit auf sich. Zum Glück handelte es sich um einen dieser 24 Stunden Läden und ich würde dort mit meinem letzten Geld alles bekommen was ich brauchte. Langsam aber sicher spürte ich das zucken in meinen Fingern und beschleunigte meine Schritte noch etwas um zu der Apotheke zu kommen.
In diesem Stadtteil fragten die Leute zum Glück selten nach den Gründen für einen Einkauf, dass kam mir  gelegen da man dadurch schwerer zurück zu verfolgen war. Ich stieß die Tür auf und warme Luft schlug mir entgegen.


Das bimmeln der Tür erregte die Aufmerksamkeit der Apothekerin. Freundlich lächelte Sie mich an. „Wie kann ich helfen?“ fragte sie mit einem schon fast unangenehmen Freundlichen Ton in der Stimme. Ich musste den drang unterdrücken die Augen zu verdrehen und trat einfach näher an die Frau heran.
„Ich brauche zwei Ampullen Adrenalin, 500g Eisen-und Zinktabletten und jeweils 500 g Magnesium-und Kalciumtabletten.“ Verwirrt schaute die Frau mich an, doch dann nickte sie und verschwand in einem der Vorratsräume.

„Die Dosierung ist Ihnen bekannt?“ Fragte sie schließlich als sie zurück kam und die Ampullen und Pillendosen auf die Theke stellte. „Ja ist mir bekannt.“ sagte ich trocken und wieder musterte mich die Frau skeptisch. „Darf ich fragen wofür Sie all das brauchen?“ Die Unsicherheit in ihrer Stimme war beinahe greifbar. Und es wunderte mich dass sie Überhaupt fragte. Vielleicht wirkte ich in diesem Moment einfach nicht so. Als wäre ich von hier. Und das gab der Frau wohl den Mut zu fragen.

Ich lächelte sie schmal an und nickte knapp. „Ich bin Krank, mehr müssen Sie nicht wissen.“ Die Frau schien wenig überzeugt dennoch nickte sie und gab die Medikamente frei.
„Das macht dann 150 Yen Bitte.“ sagte Sie während ich die Medikamente bereits in meine Jackentasche stopfte.

Aus der anderen Tasche beförderte ich das benötigte Geld heraus. Die Scheine waren bereits nass aber das schien sie wenig zu interessieren, denn schweigend nahm sie das Geld und verstaute es in der Kasse. Ohne noch etwas zu sagen drehte ich mich um und ging hinaus. Ich konnte hören wie sie mir noch etwas hinterher rief aber ich ignorierte es einfach.


Draußen blieb ich noch einen Moment lang einfach stehen und starrte in die Dunkelheit bis ich das wohlbekannte zucken in meinen Fingern spürte. Meine Finger begannen bereits zu krampfen und eilig zog ich die Pillen mit dem Magnesium heraus.
Meine Hände zitterten durch die Krämpfe und ich hatte Mühe den Deckel zu öffnen.
„Scheiße geh endlich auf!“ schrie ich in die Nacht. Dann endlich war die Dose offen. Hastig nahm ich eine Pille in den Mund und schluckte sie mühsam mit etwas spucke und Regenwasser hinunter. Beinahe sofort hörten die Krämpfe und Zuckungen auf.

Erleichtert seufzte ich und lehnte mich an eine Hauswand in der nächsten dunklen Gasse die ich erreichen konnte. Die Dose wanderte zurück in die Tasche meiner Lederjacke genau wie meine kalten Hände. Ich schloss für einen Moment die Augen bis die Krämpfe gänzlich abgeklungen waren. Wie ich diese Momente hasste. Immer wenn mein Mineralspiegel derart niedrig war bekam ich diese nervigen Krämpfe.  
Ich hatte einen viel höheren Bedarf an Eisen und Magnesium als anderen Menschen und mein Köper zehrte nach jedem bisschen davon. Wenn ich genug Medikamente dabei hatte war das alles kein Problem aber die letzten Wochen auf der Flucht hatte ich es nicht geschafft mir neue zu besorgen. Wie ich meine Macke dafür hasste das sie aus meinem Körper ein solches Wrack machte.

Früher hatte ich mich mit solchen Problemen nicht rum schlagen müssen, denn diese Probleme traten erst vor kurzem auf. Doch seit wann genau konnte ich ebenfalls nicht sagen. „Argh“ stöhnte ich und knallte den Kopf gegen die kalte, nasse Wand hinter mir. Der kurze Schmerz durchzuckte mich, doch es war kein schlimmer Schmerz. Nein viel mehr ein befriedigendes pochen. Immerhin spürte ich noch etwas. Es gab Zeiten in denen das anderes war.


Plötzlich horchte ich auf. Schritte von rechts kamen langsam aber sicher auf mich zu. Mehrere schwere Schritte und ich konnte die Metallschnallen an den Stiefel klimpern hören. Einfach regungslos blieb ich an die Wand gelehnt stehen und hoffte, dass die Personen einfach weiter gingen. Für eine Schlägerei hatte ich jetzt echt keinen Nerv.
Das kehlige Lachen einiger Männer ertönte und sie murmelten etwas. In einiger Entfernung verstummten die Schritte und ich wusste, dass die Männer mich angafften. Es waren drei, ziemlich große und Muskulöse Männer. „Schaut mal! Wen haben wir denn da?“ fragte eine Stimme.

Ich rührte mich nicht ließ die Augen geschlossen und den Kopf an die Häuserwand gelehnt. „Niemand nur noch so‘n Pillenjunkie.“ Ertönte eine andere Stimme. „Verpiss dich aus unseren Straßen du scheiß Junkie!“ rief die erste Stimme. Ich reagierte immer noch nicht und einer der Männer kam Näher, denn ich vernahm seine lauter werdenden Schritte.

Schließlich seufzte ich, ließ den Kopf sinken und öffnete die Augen. Ich blitze den Mann an und er blieb wenige Meter vor mir stehen. Er war um einiges größer als ich und sein Körperbau war beachtlich. Man könnte sagen ich stand wahrlich einem Hünen gegenüber.
„Hast du nicht gehört verpiss dich!“ forderte der Hüne erneut. Nickend zog ich meine Kapuze nochmals tiefer und stieß mich von der Wand ab und wollte an den Männer vorbei gehen. „Hey die Junkiegassen sind in der anderen Richtung.“ Schrie mir der dritte hinterher.


Er hatte bisher nicht gesagt aber bei seiner leicht piepsenden Stimme musste ich Grinsen. „Sorry Jungs aber ich muss in diese Richtung und ein Junkie bin ich nicht. Daher werde ich da nicht hingehen.“ sagte ich mit reichlich Sarkasmus in der Stimme, was den Männern offensichtlich nicht sonderlich gut gefiel.
Der Hüne der bereits zuvor auf mich zugekommen war, tat dies auch jetzt, nur das er diesmal ein Messer zückte und schnellen Schrittes auf mich zu kam. Irgendwie hätte ich wissen müssen das mir hier sowas passieren würde. Ich zog solche Leute quasi magisch an.  


„Wooow, was ein schönes Messer. Ich will es!“ Entwich es mir als mein Blick darauf haften blieb. Es war wirklich schön, glänzendes Metall und ein reichlich verzierter Knauf. Der Mann musste meine großen Augen bemerkt haben, denn er blieb stehen und schaute mich ungläubig an.
„Es ist wohl kaum der richtige Moment mein Messer zu bewundern. Aber schön, dass es mal etwas Aufmerksamkeit erhält. Aber leider kann ich deiner Bitte nicht nachkommen. Da ich dich jetzt damit abstechen werde.“ Bei seinen Worte lachte ich dunkel und gefährlich auf und lenkte meine Konzentration auf das Messer in seiner Hand.


Ich lächelte, es handelte sich um Tamahagane-Stahl welcher auch bei einem Katana zum Einsatz kam. Ich streckte meine Hand nach dem Messer aus und ehe sich der Hüne sich versah, riss es ihm eine Macht aus der Hand und es landete in meiner ausgestreckten rechten. Kurz roch ich an dem Messer und zog den Geruch nach Metall ein.
Die weit aufgerissenen Augen des Hünen waren es alle mal wert. „Danke. War doch gar nicht so schwer.“ Ich deutete noch eine kleine Verbeugung an, drehte mich um und ließ die schockierten Männer einfach stehen. Keiner von ihnen sagte etwas als ich mit dem Messer einfach davon ging.
Sie hatten wohl nicht damit gerechnet hier auf jemanden wie mich zutreffen.
Das Messer drehte ich einige Male in meinen Händen und begutachtete die schönen Verzierungen. Es war tatsächlich wie ein Katana geschmiedet worden und hatte dadurch eine außergewöhnlich scharfe Klinge, kurz leckte ich mit der Zunge über die Klinge. Augenblicklich schmeckte ich den metallischen Geschmack und ein lächeln stahl sich erneut auf meine Lippen.

„Hey du Freak! Gib mir das Messer zurück!“ Bei der Stimme zuckte ich zusammen. Ich war unaufmerksam geworden und hatte die schweren Schritte hinter mir nicht gehört. Langsam blickte ich zurück, direkt in die wütenden Augen des Hünen welchem ich das Messer abgenommen hatte. Mit großen Schritten kam er näher und machte Anstalten das Messer an sich zu reißen.
Nicht mit mir mein Freund. Dachte ich und wich einen Schritt zur Seite, so ,dass der Mann ins leere Griff und mir seine ungeschützte Seite präsentierte. In einer einzigen Drehung hob ich das Messer etwas an und ließ über die zu mir gewandte Seite des Mannes gleiten. Er schrie auf und hielt sich die betroffene Stelle aus der augenblicklich Blut floss. Ich lachte nur. Ein dunkles und kehliges Lachen.
„Das Messer ist ja schärfer als ich gedacht hatte. Ich muss mich für die Demonstration bedanken.“ spottete ich und sah erneut die Wut in den Augen des anderen aufflammen. Der Schmerz hatte den Hünen auf die Knie gezwungen doch jetzt starrte er mich an und versuchte sich aufzurappeln. Was ihm mit sichtlicher Mühe schließlich gelang.


„Moment Mal. Bist du nicht die kleine auf deren Kopf 30 Millionen ausgesetzt sind?!“ Mein Kopf wirbelte herum als eines der Anhängsel des Hünen die Stimme erhob. Fuck, besser hätte es heute nicht laufen können. „Ich erkenne doch die Haarfarbe. Hier genau wie die Beschreibung auf dem Bild.“ Der, der gesprochen hatte zog eines der Fahndungsplakate hervor und zeigte darauf.
Der Hüne sah mich nun noch interessierter an und richtete sich trotz seiner Wunde auf grade auf.
„Dann müssen wir uns mit dir ja doch Mühe geben damit wir die 30 Millionen bekommen. Na komm ergibt dich kleine. Wir sind zu dritt und du allein. Was willst du also tun?“ Die Worte des Hünen ließen die Wut in mir hoch kochen. Sie hatten ja keine Ahnung, sie überlegten nicht einmal warum ich 30 Millionen Yen Wert war.


Die drei Männer sahen nur noch die Beute obwohl ich dem Anführer kurz zuvor bereits eine Wunde zugefügt hatte. „Lasst mich einfach gehen und keinem von euch wird schlimmeres passieren.“ Presste ich zwischen zusammengebissen Zähnen hervor. Die Wut benebelte meinen Kopf und ich konnte nicht wirklich klar denken, ich wollte nur noch das Blut meiner Gegner auf dem Boden verteilen.

„Vergiss es kleine! Gegen uns kommst du nie im Leben alleine an. Selbst wenn man dem hier glauben sollte was ich nicht tue, kommst du gegen uns nicht an.“ Der Hüne lachte und seine Anhänger stimmten mit ein. Das Messer in meiner Hand begann zu vibrieren, denn meine Finger zuckten, doch diesmal vor Aufregung.


Der Hüne kam auf mich zu so wie die anderen beiden. Sie kamen tatsächlich alle gleichzeitig. Ich verlagerte mein Gewicht auf die Fußspitzen, nahm meine Kampfhaltung ein und wartete geduldig bis sie näher kamen. Der Hüne war nur noch zwei Schritte von mir entfernt, die beiden anderen jeweils vier Schritte. Auf den größeren der beiden hatte ich eine gute Sicht, nur der kleine hielt sich etwas im Hintergrund. Erst als der Hüne zum Schlag ausholte rührte auch ich mich.


Das Messer warf ich direkt auf den größeren der weiter entfernten Männer während ich den Schlag des Hünen auswich. Zum Glück hatte der andere nicht damit gerechnet, dass ich meine einzige Waffe aufgeben würde und so blieb es mitten in seiner Brust stecken und er sackte zusammen.
Der Hüne war vor Schreck an mir vorbei gestolpert und in einer einzigen Bewegung versenkte ich einige Finger in seiner Wunde, die ich ihm zuvor bereitet hatte. Er schrie erneut auf und ging auf die Knie.
Ich ballte meine Hände zu Fäusten und trat näher zu dem knienden. Der erste Schlag traf den Hünen aufs Kinn und meine Knöchel schmerzten bei dem Aufprall.
Die Wucht meines Schlages beförderten ihn vollends auf den Boden und Siegessicher lachte ich auf. „Nicht so voreilig Mädel!“ Ertönte eine Stimme und eine Faust traf meine Wange. Und riss mich von den Füßen.


Die Wucht ließ mich für einen Moment Sterne sehen und der schmerz breitete sich auf meinem Gesicht aus. Ich sah auf und sah den kleinsten der drei Männer der die Finger knacken ließ. Ich hatte ihn aus den Augen verloren und jetzt zahlte ich den Preis für meine Unaufmerksamkeit. Ich faste mir an die schmerzende Wange und funkelte ihn Wütend an.
„Das war ein Fehler.“ Sagte ich trocken und erhob nun die Fäuste gegen den kleinen Mann. Hinter mir hörte ich den Hünen stöhnen, hoffentlich brauchte dieser noch einen Moment länger um aufzustehen.
Der kleine holte erneut zu Schlag aus, doch diesmal sah ich es kommen und konnte grade so ausweichen, denn er war verdammt schnell.

„Na komm Süße, gib auf. Wenn ich das Kopfgeld für dich kassiert habe werde ich dich bestimmt auf einer Auktion kaufen können.“ höhnte der kleine. Als Antwort landete meine Faust mit voller Wucht auf dessen Wange.

„Du redest zu viel. So wird das nichts.“ nun war ich an der Reihe und schlug immer wieder zu und verspottete den Mann der nicht ansatzweise gute Reflexe besaß, geschweige denn versuchte er nicht einmal zu Blocken.


Er war zwar schnell bei seinen Angriffen doch die Reste seiner Reflexe waren einfach nur Grotten schlecht. Immer wieder traf ich ihn, wurde es aber schnell leid, als er dann endlich zu Boden ging,  holte ich auf dem Weg zu ihm das Messer aus dem Brustkorb des Toten. Der kleine war nun nicht mehr so vorlaut als er das Messer in meiner Hand funkeln sah. Langsam ging ich auf ihn zu, ließ das Messer dabei aber teilnahmslos in meiner Blutverklebten Hand ruhen.

„Weißt du, ihr habt keine Ahnung warum die 30 Millionen auf meine Kopf ausgesetzt sind. Normalerweise informieren sich Kopfgeldjäger erst über Ihre Beute bevor sie angreifen.“ Meine Stimme triefte nur so vor Spott und Sarkasmus.


Furcht machte sich auf dem Gesicht des Mannes breit der vor mir auf dem Boden lag. Er keuchte und wimmerte. „Bitte lass mich gehen. Ich hab verstanden.“ Flehte er. Ich ging vor ihm in die hocke, spielte an der Klinge des Messers und funkelte ihn an. „Oh und was genau verstehst du?!“ spuckte ich ihm entgegen. Meine ganze Wut und den Hass auf diese Typen packte ich in diese Worte. Seine Gesichtszüge entglitten ihm und ich lachte auf, trocken und düster während ich weiter an dem Messer herum fummelte.
Einen Moment tat ich nichts außer kichern und das schöne Metall des Messers zu berühren. Doch da änderten sich der Gesichtsausdruck des anderen und ich legte den Kopf schief.
Der Mann lächelte. Er lächelte Siegessicher. Ich wirbelte herum, sprang auf und stieß mit dem Messer in der Hand zu. Es traf sein Ziel und mein Gegenübers spuckte mir einen Wimpernschlag später Blut ins Gesicht.


Es war der Hüne gewesen, der sich erhoben und sich an mich heran geschlichen hatte. Dieser hatte bereits eine Hand zum Schlag erhoben und hatte daher das Messer nicht kommen sehen. Die Klinge hatte ihren Weg in die Brust des Hünen gefunden sich von dort aus einen Weg nach oben gebahnt und anscheinend die Luftröhre verletzt.
Ansonsten würde er mir nicht so viel Blut entgegen spucken. Der große sackte zusammen und blieb vor mir auf dem Boden liegen. „Argh. So eine Sauerei.“ murrte ich und sah wieder zu dem einzig Lebenden. Er hatte die Augen vor Schock aufgerissen.

Anscheinend hatte er nicht gedacht, dass er seinen Partner derart verraten würde. Ich hockte mich erneut vor den wimmernden Mann und erhob die Stimme. „Lebe mit dem Wissen, dass du sie getötet hast. Es war allein deine Schuld und du wirst allen Berichten was hier passiert ist. Verstanden?“ Immer noch starrte der kleine Mann mich an. Offensichtlich zu geschockt um mir eine Antwort zugeben.
Er starrte mich an während ich sachte über die Blutverschmierte Klinge leckte. Der metallische Geschmack von Blut mischte sich mit dem Geschmack des Messers. Dann richtete ich das Messer wieder auf den Mann. „Ob du mich verstanden hast, hab ich gefragt!?“ Schrie ich und nun nickte der Mann heftig und wich ein Stück zurück. Ich sah zu wie er sich mühsam aufrappelte und und in die  Dunkelheit flüchtete.


Einige Minuten verblieb ich noch in der hocke ehe ich mich aufraffte, das Messer an meinem Pulli abwischte und es schließlich verstaute. Mein Blick fiel auf mein Werk. Die beiden Toten lagen noch wie zuvor in ihren Eigenen Blutlachen, die sich durch den Regen stetig vergrößerten und langsam aber sicher verblassten. Mit einer Hand strich ich über mein Gesicht und stöhnte, da ich dadurch nur das Blut verteilte. Ich beschloss die Leichen liegen zulassen, irgendwann würde die schon jemand wegräumen.


So hatte ich mir den Tag eigentlich nicht vorgestellt. Naja würde ich meine Tage so Planen gäbe es vermutlich nur noch mehr Tote auf meinem Weg.
Bei dem Gedanken grinste ich, als ob irgendwer seine Tage so planen würde. Aus dem grinsen wurde ein kichern. Leise und mit einem leicht verrückten Unterton. So stand ich nun in dieser Gasse mitten in der Nacht und im Regen.
Vor mir zwei Leichen auf dem Boden, ich mit Blut bedeckt, vom Regen durchnässt und kichernd.
Ich wusste nicht was ich in diesem Moment so witzig fand aber irgendwie war mir zum lachen zumute  ungeachtet dessen, ob mich vielleicht jemand hören und mein Blutbad entdecken könnte.


Ich musste ein seltsames Bild abgeben aber das war mir egal, denn hier war niemand der mich hören geschweige denn sehen konnte. Das hatte ich zumindest gedacht ehe mich eine Fremde Stimme verstummen ließ:


„Wow eine ganz schöne Sauerei hast du hier veranstaltet.“
 
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