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In 15 Tagen von Köln nach Florenz

von Anyi Foxx
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Erotik / P18 / MaleSlash
Kiba Inuzuka Naruto Uzumaki Sasuke Uchiha
01.03.2022
23.06.2022
9
28.172
29
Alle Kapitel
83 Reviews
Dieses Kapitel
8 Reviews
 
 
23.06.2022 3.063
 
Huhu ^^
Ich hab euch nicht vergessen, ich hab es nur gestern nicht geschafft, weil RoadTrip und Arbeit zu viel Zeit gefressen haben … aber jetzt bin ich da!
Und … bin etwas … hmm … also das mit den 10 Kommis zum letzten Kapitel hat nicht ganz geklappt … ist nicht schlimm, aber ich hab mich gefragt, was euch als Leser denn dazu animiert uns Autoren einen Kommi zu schreiben?
Ich hoffe nicht, dass ich jetzt jedes Mal sagen muss, dass ich schlecht drauf bin und dass es mir scheiße geht um Kommis zu bekommen (wie in Kapitel 7)
Vielleicht liegt’s auch am Inhalt des Kapitels … aber ehrlich, haben inhaltlich schöne Kapitel nicht auch ein bisschen mehr Liebe verdient? Muss es immer Deprizeug sein??? XD ich find die Frage generell interessant, also schreibt mir mal, was euch den Anreiz gibt einen Kommi zu schreiben und was eher nicht. Btw, wenn ihr dazu in den Kommis was schreibt, kein Ding, aber bissel was zum Kapitel will ich dann aber darin auch lesen!
Also hier, zweiter Versuch für euch ;) mir gehts momentan echt gut, trotz RoadTrip Stress und Wärme. Aber wir haben nicht mehr viel, dann ist das RoadTrip-Lektorat durch und dann will ich hier wieder voll einsteigen und schreiben! Also schickt mir Motivation! Ich freu mich über eure Gedanken, Meinungen und jedes Wort das ihr mir schreibt!

Viel Spaß mit den Jungs!
Eure Anyi

*


Sasuke war angespannt und sein Magen fühlte sich komisch an, als wäre er gerade irgendwo weit draußen auf hoher See. Dabei war Sasuke gar nicht Seekrank. Er wäre jetzt sogar viel lieber auf einem Schiff, als hier, fast einhundertfünfundachtzig Meter über dem Boden. Im Inneren des Fahrstuhls war es voll. Sasuke starrte unentwegt auf die Glatze eines Mannes, während Naruto neben ihm mit dem Rücken an der Wand lehnte. Hin und wieder spürte er seine Fingerspitzen an seinem Handrücken und ein flüchtiges Kribbeln huschte über seine Haut. Zu wenig, ganz eindeutig. Am liebsten hätte er Narutos Hand in seine genommen, auch um das mulmige Gefühl in seinem Bauch durch Wärme und Lust zu ersetzen.

Der Fahrstuhl hielt nach einem letzten sanften Ruckeln und Sasukes Magen drehte sich gefühlt von innen nach außen, als sich die Türen öffneten und alle nacheinander hinausströmten. Er sah die Absperrung ein paar Schritte weiter vorn und schluckte. Höhe war wirklich nicht so sein Ding. Trotzdem folgte er Naruto, der freudig lächelnd voranging, direkt auf das Geländer zu. Vor ihnen lag München.

»Echt krasse Aussicht. Schau mal, wie klein die da unten alle sind«, sagte Naruto und Sasuke sah, wie er sich nach vorn beugte und den Kopf über das Geländer streckte. Zischend atmete Sasuke ein, als ihm ein Schauer über den Rücken rieselte.

»Hmhm«, murmelte er und schloss für einen kurzen Moment die Augen, um dreimal tief und beruhigend einzuatmen. Er hätte nicht gedacht, dass das noch immer so ein Problem für ihn sein würde. Wie auch, Sasuke war in den letzten Jahren jeder Höhe weitestgehend aus dem Weg gegangen.

»Schon richtig geil, das alles so von oben zu sehen«, bemerkte Naruto, lehnte sich glücklicherweise wieder zurück, um sich direkt im Anschluss zu strecken, die Nase nach oben in die Sonne zu halten und genießend tief einzuatmen. Sasukes Mundwinkel zuckten in ein kurzes Lächeln. Dieser Mann war schön und definitiv ein viel besserer Anblick, als das Olympiastadion zweihundert Meter weiter unten.

»Fühlt sich echt gut an, die Sonne im Gesicht, der leichte Wind auf der Haut«, summte Naruto genießend, nur zustimmen konnte Sasuke nicht. Er hatte allerdings auch nicht das Gefühl, dass das erforderlich war. Einen tiefen Atemzug später ließ Naruto seinen Kopf wieder sinken und stützte sich mit den Unterarmen auf dem Geländer ab. Sein Blick glitt in die Ferne. »Hab ich mich eigentlich schon richtig bei dir bedankt?« Sasuke hielt mindestens eine Armlänge Abstand zum Geländer als er antwortete.

»Kommt drauf an. Was denkst du denn, wofür du dich noch bedanken müsstest?« Zum Glück war seine Stimme so ruhig und gefasst wie immer und verriet nichts von seiner inneren Anspannung.

»Na eigentlich für alles«, gluckste Naruto. »Ist ja schließlich nicht selbstverständlich.« Sasuke zog leicht die Augenbrauen zusammen und runzelte die Stirn.

»Was genau?« Er wusste wirklich nicht, worauf Naruto gerade hinauswollte. Ihm die Aussicht vom Olympiaturm zu zeigen, war für Sasuke zwar eine minimal kleine Herausforderung, aber an sich nichts besonderes.

»Naja«, sagte er und denn löste er sich von dem Geländer. Er seufzte und drehte sich um. Ein Lächeln lag auf seinen Lippen und Sasuke spürte Wärme in seiner Brust. Lässig lehnte sich Naruto zurück, mit dem Rücken gegen die Absperrung. »Fangen wir mal mit dem Hotelzimmer an«, sagte er und Sasukes Stirn entspannte sich.

»Dafür hast du dich doch gestern schon bedankt.«

»Schon, aber du sollst nicht denken, dass ich dich irgendwie ausnutze, oder so.« Sofort kehrten die Falten auf seiner Stirn zurück.

»Warum sollte ich das denken?«, fragte Sasuke. Er würde jetzt sehr gern einen Schritt näher zu ihm gehen, seine Hand nehmen und mit dem Daumen sanft über Narutos Handrücken streichen, nur um ihm zu zeigen, dass er sich vollkommen unnötige Gedanken machte. Leider signalisierte ihm die Anspannung in seinem Körper, dass er das lieber auf später verschieben sollte.

»Na weil du gerade alles für mich bezahlst. Gestern das Hotel, heute das Sea Life und eben sogar das Mittagessen.« Sasuke neigte den Kopf und ließ ein kleines amüsiertes Grinsen zu.

»Das waren doch nur Pommes von einer Imbissbude.«

»Ja trotzdem. Die hatten mit fünf Euro fünfzig einen echt stolzen Preis für Pommes« Sasuke war sichtlich erstaunt, zuckte dann aber mit den Schultern. Für ihn war das in Ordnung, er hatte keine Sekunde darüber nachgedacht, dass es da ein Problem geben könnte.

»Mach dir da mal keine Gedanken drüber. Ich hätte es nicht getan, wenn ich es nicht gewollt hätte«, erwiderte Sasuke. »Und nein, ich fühle mich auch nicht ausgenutzt«, fügte er in dem Moment hinzu, als Naruto bereits den Mund öffnete. Es war ganz sicher mehr als nur ein erleichtertes Seufzen, das er erwidern wollte, aber letztendlich lächelte er.

»Okay gut, das glaube ich jetzt mal. Zumal es ja auch genauso ist. Ich meine, dass ich dich nicht ausnutze. Müsste ich ehrlich gesagt auch gar nicht, wenn ich mir vorher mehr Gedanken gemacht hätte.« Sasuke zog interessiert die linke Augenbraue nach oben. Im selben Moment lief ein Mädchen mit flatternd weißem Sommerkleid zwischen ihnen hindurch, gefolgt von einem älteren Mann, dessen Glatze Sasuke bekannt vorkam. Zwischen ihm und Naruto herrschte eindeutig zu viel Freiraum. Sasuke schluckte, atmete tief ein und schaffte es schließlich einen Schritt näher zu Naruto.

»Worüber?«, hakte er beiläufig nach. Das Gefühl in seiner Brust wurde ein klein wenig beklemmender, aber solange er sich auf Naruto konzentrierte und seinen Blick ausschließlich auf Narutos herrlich strahlende Augen fixierte, war es erträglich. Er hatte immer noch einen respektablen Abstand zum Geländer und überhaupt war es nicht ganz so schlimm, solange Naruto da war und für genügend Ablenkung sorgte.

»Über meinen spontanen Trip. Also, wie soll ich das erklären.« Naruto runzelte die Stirn, winkelte das rechte Bein an, um seinen Fuß auf der unteren Strebe des Geländers abzusetzen. Gleichzeitig lehnte er sich mit dem Rücken so weit nach hinten, dass er die Ellenbogen auf dem Geländerrand ablegen konnte. Sein Körper wirkte tiefenentspannt, sein Gesicht hingegen nachdenklich. »Ach egal, die Umstände sind eigentlich nicht so wichtig. Fakt ist, ich habe mir das alles leichter vorgestellt. Überraschend, ich weiß.« Sasuke konnte ein neckendes Schmunzeln nicht lassen.

»Man könnte aber auch sagen, du hättest nur sehr sportlich gedacht.«

»Das definitiv. Ändert aber nichts daran, dass ich das doch etwas unterschätzt habe. Ehrlich, ich habe wirklich geglaubt, dreihundert Euro wären vollkommen ausreichend, um zu Fuß von Köln nach Florenz und wieder zurückzukommen.« Naruto zog die Schultern nach oben und als er sie wieder locker fallen ließ, lachte er. So unbeschwert und leicht, dass Sasuke ein sanftes Kribbeln in seiner Brust spürte.

»Nur dreihundert ...«

»Ja, verrückt, oder? Die Hälfte war weg, da war ich noch nicht einmal in München. Und frag mich nicht, ich hab absolut keine Ahnung, wo genau ich das Geld gelassen habe. Also außer bei Starbucks«, gab Naruto zu, ein wenig kleinlaut, wenn Sasuke den Hauch Farbe auf Narutos Wangen richtig deutete.

»Ich verstehe. Der Starbuckskaffee ist besser, als der günstige vom Kiosk, richtig?« Narutos Augen leuchteten auf.

»Siehst du, ich wusste, wenn mich einer versteht, dann du«, sagte er und Sasukes Herz stolperte ein wenig aus seinem ruhigen Takt. »Aber ist halt echt so. Ich bin froh, dass ich es damit bis nach Florenz geschafft habe. Jiraiya hat mir dann ein wenig ausgeholfen. Nicht viel, aber es reicht für die Rückfahrt und den einen oder anderen Besuch bei Starbucks.« Narutos neckendes Zwinkern sorgte für stärkeres Herzklopfen und eine Gänsehaut, die sich über seinen Rücken nach unten zog.

»War das gerade eine Einladung?«

»Na definitiv. Das ist momentan das Einzige, was ich dir bieten kann.« Sasuke fielen direkt noch mehr Dinge ein, die ihm Naruto bieten konnte, die er aber nicht wagte auszusprechen. Nicht hier, nicht jetzt, aber vielleicht später, wenn sie ungestört und allein waren. Solange war Narutos Gesellschaft und die Zeit, die er mit ihm verbrachte, das, was Sasuke am meisten genoss.

»In Ordnung. Aber du musst dich nicht verpflichtet fühlen ...«

»Tu ich nicht, echt nicht. Ich hab schon kapiert, dass das nicht das Thema ist.«

»Gut.« Sasuke nickte. »Aber, nur um das nicht falsch zu verstehen, du hast generell keine finanziellen Schwierigkeiten, oder?«, fragte er vorsichtig. Er wollte Naruto schließlich nicht vor den Kopf stoßen. Sie kannten sich immerhin noch nicht lange genug und was wusste Sasuke schon über Naruto, oder wie er lebte? Grundsätzlich wusste er eigentlich nicht viel. Aber er merkte, dass Naruto ihm seine Frage nicht übel nahm. Er lachte und schüttelte den Kopf.

»Ne, mir geht’s gut und meinem Konto auch. Ich hab mich nur verkalkuliert, sagt man das so?«, fragte er lächelnd. Sasuke nickte bedächtig. »Okay gut. Und ein bisschen dumm wahr ich wohl auch. Ganz ehrlich, hätte ich meine Karte mitgenommen, müssten wir da jetzt gar nicht drüber reden. Die liegt nämlich zuhause, weil ich dachte, ich brauche die nicht. Schließlich hatte ich ja genug Bargeld dabei. Blöd gelaufen.«

»Hmhm, ziemlich blöd«, erwiderte Sasuke und schenkte Naruto ein verständnisvolles Schmunzeln.

»Na egal, Hauptsache du weißt, dass ich nichts erwarte und du mir nichts schuldig bist«, fasste Naruto noch einmal zusammen. Blaue Augen leuchteten ihn an und Sasuke konnte gar nicht anders, als sein Lächeln zu erwidern. »Weiß ich, solange du es auch weißt.«

»Ja, jetzt schon.« Narutos Lippen entwich ein leises Seufzen, dann fuhr er sich lachend mit einer Hand durch das sonnengelbe Haar. »Oh man, das war ... gut, dass wir darüber geredet haben. Wirklich, ähm ... und jetzt? Gehen wir noch eine Runde?«, fragte er, deutete beschwingt mit dem Finger einen Kreis an und Sasuke spürte das Nicken, bevor er sich dessen richtig bewusst wurde. Und dann lief er keinen Atemzug später neben Naruto her, auf der Innenseite, mit einem halbwegs sicheren Gefühl im Bauch. Bei jedem Schritt streiften sich ihre Hände, ganz schwach und zufällig, aber jede Berührung war eine Ablenkung und ein kleines Versprechen auf mehr. Und Sasuke wollte mehr. Viel mehr und der Wunsch dieses Verlangen in die Tat umzusetzen, wuchs mit jeder Sekunde, die sie miteinander verbrachten. Da konnte auch Narutos Begeisterung über die Aussicht nichts dran ändern. Oder die Tatsache, dass er sich beinahe alle drei Schritte halb über das Geländer schmiss und Sasuke nicht selten in Alarmbereitschaft versetzte.

Ihr Rundgang endete genau an der Stelle, wo sie ihn begonnen hatten. Zwischen dem Fernrohr und einem Pärchen, das sich vor dem Geländer in den Armen lag und glücklich in die Handykamera lächelte. Beim Anblick, wie weit sie das Handy über den Abgrund hielten, wurde Sasuke direkt ein wenig anders. Ganz im Gegensatz zu Naruto, der sich schon wieder lässig an die Absperrung schmiss, eine coole Pose suchte und dann sein Handy aus der Hosentasche fischte. Auffordernd schenkte er Sasuke ein Lächeln, dann deutete er mit dem Kopf zur Seite.

»Komm her, wir machen auch eins«, beschloss er und Sasukes Mund verkrampfte sich in dem Versuch, das Lächeln aufrechtzuerhalten. Nicht, weil er kein Foto mit Naruto wollte. Verdammt, das wollte er eigentlich viel zu sehr, aber ... »Wirklich?« Seine Stimme war ein wenig dünner und schwacher und leider alles andere als selbstsicher.

»Klar, warum nicht? Wenn wir schon einmal hier sind, müssen wir das doch auch festhalten, oder nicht?« Die Logik war fast schon einleuchtend. »Es sei denn, du willst wirklich nicht.«

»Doch.« Sasuke stolperte beinahe über seine eigene Zunge, so schnell hatte er es ausgesprochen. Nur bewegen konnte er sich gerade nicht. Und als Naruto schließlich den Kopf neigte und die Stirn runzelte, schaffte Sasuke ein leises Räuspern. »Es ist nur ... die Höhe.« Er sprach es viel zu leise aus, oder? Naruto hatte das bestimmt nicht ge... doch, er hatte es gehört, denn seine Augen weiteten sich prompt.

»Oh Gott, echt jetzt? Hast du Höhenangst?«, fragte er. Eine Mischung aus Überraschung, Erkenntnis und Sorge zeichnete sich in seinem Gesicht ab, aber Sasuke hob sofort beschwichtigend die Hände. »Nein, ich ... es geht schon. Ich habe nur ... eine leichte Höhenunverträglichkeit.« Narutos Augen sahen ihn immer noch erstaunt und schockiert zugleich an.

»Und da kommst du ausgerechnet mit auf diesen Aussichtsturm?«

»Klar, warum nicht?« Jetzt traf ihn ein ungläubiges Blinzeln.

»Dein Ernst? Oh man, Sasuke ... du hättest das nicht tun müssen.« Sasuke schluckte, seufzte und zog die Schultern kurz nach oben. Die Anspannung in seinem Nacken war da und spürbar, aber lange nicht mehr so schlimm wie früher.

»Ich weiß. Es ist aber wirklich nicht so problematisch.« Naruto atmete hörbar aus.

»Na wenn du das sagst ...«, murmelte er, dann zog er die Brauen zusammen und überlegte. Allerdings nicht sonderlich lang. »Ähm, keine Höhenangst heißt, du hast keine Panik? Schweißausbrüche, Herzrasen ...?« Letzteres wenn dann nur wegen Naruto, aber ganz sicher nicht wegen der Höhe, zum Glück. Also schüttelte Sasuke den Kopf. »Hab ich nicht, nein.«

»Gut, dann ... kann ich was versuchen?«, fragte Naruto, leckte sich dabei fast ein wenig schüchtern über die Lippen. Sasuke nickte und bekam ein schönes, ehrliches Lächeln zurück. Anschließend löste sich Naruto von dem Stahlgeländer und kam auf ihn zu. Sein Blick fixierte Sasukes. Tief und beruhigend, nur sein Herz schlug minimal schneller. Aber das lag an Naruto. Definitiv. »Gib mir deine Hand.« Er klang so einfühlsam ruhig, dass Sasuke nicht näher darüber nachdachte und seinen Arm anhob. Narutos Finger schoben sich angenehm warm zwischen seine. »Gut, und jetzt schließ die Augen.« Narutos Worte überzogen seine Arme mit einer prickelnden Gänsehaut. Der warme Sommerwind trug Narutos herrlichen Duft zu ihm und ein ermutigender Händedruck folgte.

»Okay«, hauchte Sasuke. Er sah Narutos Lächeln, dann schloss er die Augen. Sasuke stand da, umgeben von Narutos Duft und sanft kitzelnder Neugier, als sich Naruto vor ihm bewegte. Seine Finger hielten seine Hand, locker und gleichzeitig so sicher. Sasuke fühlte sich sicher, selbst als Naruto sich zur Seite bewegte, seine Finger über Sasukes Handrücken gleiten ließ und sich von hinten an ihn schmiegte. Die andere Hand fühlte Sasuke keine Sekunde später an seinem Bauch und er war fast versucht den Atem anzuhalten. Schön.

»Alles gut?« Narutos Stimme wehte weich und leise wie eine Sommerbrise über seine Schulter. Das wohlig warme Gefühl in seinem Bauch ließ ihn nicken. »Gut, dann versuchen wir jetzt ein paar Schritte vorzugehen, okay? Lass die Augen geschlossen und konzentrier dich nur auf mich.« Was anderes hätte er sowieso nicht gekonnt. Selbst wenn er gewollt hätte. Narutos Nähe versetzte seinen Körper in einen Ausnahmezustand. Er spürte die nächsten Schritte kaum, dafür aber Narutos Wärme. Seine Brust an seinem Rücken. Seine Finger auf seiner Haut. »Wir sind da.« Naruto führte seine Hand an kühles Metall. »Halt dich hier fest«, sagte er und Sasuke war mehr als froh, dass er die andere Hand an seinem Bauch noch immer spürte. Einen Augenblick später streifte Narutos Atem sein Ohr. »Du kannst jetzt die Augen öffnen, wenn du magst.« Sasuke wartete noch einen Moment, spürte seinen eigenen aufgeregt pochenden Herzschlag und gab sich schließlich einen Ruck. Er öffnete die Augen und atmete. Naruto hinter ihm summte zufrieden.

»Schön, oder? Ist ein bisschen wie Fliegen.« Ein Kichern, ein wenig mehr Druck auf seinem Bauch, dann legte sich Narutos Kinn auf seine Schulter. »Zumindest hat das Kate Winslet in Titanic behauptet.« Sasuke spürte das Schmunzeln in jedem Wort.

»Hmhm, am Abend vor ihrem Untergang«, erwiderte Sasuke und Narutos leichtes Lachen zog durch seinen Körper wie ein bunter Schmetterlingsschwarm.

»Du stehst richtig auf Romantik, was?« Das war ein spielerisches Necken, oder? Sasuke wusste nicht, was er darauf erwidern sollte. War aber auch egal, denn als er Narutos Lippen hauchzart an seinem Hals spürte, hätte er gar nichts mehr sagen können. Er neigte den Kopf, hoffte auf mehr und bekam doch nur Narutos Nasenspitze, die ihn am Hals berührte. »Ich weiß übrigens, wie du dich fühlst. Ich ... kenne das auch.«

»Wirklich?« Einen kurzen Moment blieb es still und Sasuke hatte das Gefühl Naruto noch näher zu spüren.

»Ja, nicht bei Höhe, aber ... in Fahrstühlen.«

»Tatsächlich?« Er war vielleicht minimal erstaunt.

»Ja, ich mag die Enge darin nicht«, gab Naruto zu.

»Aber vorhin ... man hat es dir nicht angemerkt.« Naruto hinter ihm lachte.

»Danke, dir im Übrigen auch nicht«, sagte Naruto, aber schon eine Sekunde später war er wieder ernst. »Und? Ist alles okay?« Sasuke sah Wolkenfetzen vorbeiziehen und nickte.

»Ja. Mir geht’s gut.« Es glich fast einem zufriedenen Seufzen, als er sprach.

»Schön, dann bist du bereit für unser Selfie?« Das war er. Musste er nicht mal mehr aussprechen, ein Nicken genügte, und Naruto streckte samt Handy seinen Arm aus. Sasuke blickte direkt hinein. Der  Schwarm aus Schmetterlingen wurde dichter und wilder, als er sich sah, gemeinsam mit Naruto. Er war ihm so nah. Lippen schwebten verführerisch neben seinen. Er müsste nur den Kopf drehen. Nur ein kleines Stück ... Naruto machte das Foto und gleich darauf tauchte eine Nachricht auf, die Sasuke aus seinen Gedanken riss. Er hatte sie nicht gelesen, konnte er gar nicht, weil Naruto sie blitzschnell mit dem Daumen weggewischt hatte.

»Perfekt.« Naruto summte hinter ihm. »Ich schick dir das direkt, okay?« Noch bevor Sasuke seine Zustimmung gab, spürte er sein Handy in der Hosentasche vibrieren. »Wie sieht´s aus, fahren wir wieder runter?«  Sasuke wusste nicht, ob er sich täuschte, aber Naruto wirkte etwas ... unsicher, vielleicht auch ertappt?

»Ja.« Er stimmte trotzdem zu, auch wenn er den Moment gerade wirklich genossen hatte.
 
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