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Wie wir glücklich sind...

Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / MaleSlash
SC Freiburg Werder Bremen
28.02.2022
28.06.2022
22
53.432
14
Alle Kapitel
70 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
23.06.2022 3.006
 
Hallo ihr Lieben,
schon wieder eine Woche um, upsi! Ich danke euch hier mal zwischendurch für die zahlreichen Aufrufe und Favos, bin immer noch beeindruckt, wie gut diese beiden hier bei euch ankommen! Und danke für die Reviews zum letzten Kapitel!
Wünsche euch jetzt viel Spaß beim nächsten, bleibt gesund!
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Auch wenn sie jeden Tag geschrieben oder gesprochen haben, kann Nils es kaum abwarten, dass Niclas aus dem Trainingslager zurückkommt. Das Haus kommt ihm viel zu groß vor ohne ihn und der Gedanke, sich einen Hund anzuschaffen, geht ihm nicht mehr so richtig aus dem Kopf.

Er holt Niclas auch wieder vom Bus ab, bleibt dieses Mal aber im Auto auf dem Parkplatz sitzen, draußen vorm Weserstadion warten zu viele Fans auf die Rückkehr der Mannschaft. Es dauert etwas bis Niclas endlich zu sehen ist. Er schmeißt seinen Koffer in den Kofferraum und lässt sich einen Moment später auf den Beifahrersitz fallen, schenkt ihm sein schiefes Grinsen. Nils Herz schlägt kräftig in seiner Brust und wie gerne würde er ihn hier im Auto einfach küssen, aber er reißt sich zusammen. Stattdessen startet er den Motor und schiebt seine Hand auf Niclas Bein, als sie vom Parkplatz runter sind.

„Du hast ganz schön was ins Rollen gebracht“, sagt Niclas auf halber Strecke und verschränkt ihre Finger miteinander, streicht mit der anderen Hand seinen Unterarm hoch.

„Wie meinst du das?“, fragt er nach.

„Na ja, Nick hat sich bei mir geoutet.“

„Echt?“

„Ja echt, wir hatten gute Gespräche.“

„Also war’s gut, den Jungs davon zu erzählen?“

„Auf jeden Fall“, Niclas seufzt und drückt ihm während der Fahrt einen Kuss auf die Wange.

„Nic, nicht! Ich fahre!“

„Ich weiß, deswegen mach ich mir auch keine Sorgen.“

Nils rollt mit den Augen, was Niclas natürlich nicht sehen kann, und muss trotzdem grinsen. Zum Glück ist der Weg nach Hause nicht allzu weit und ein paar Minuten später parkt er das Auto schon vor der Haustür.

„Küss mich!“, raunt Niclas noch bevor sie aussteigen und Nils lässt sich darum nicht zweimal bitten. Endlich küssen sie sich wieder und Nils fährt mit einer Hand in Niclas Haare, lächelt gegen seine Lippen.

Drinnen knutschen sie weiter, Niclas drängt sich an ihn und schlingt beide Arme um seinen Hals. Nils hält ihn fest, schiebt seine Hände unter das T-Shirt auf die warme Haut und lässt sich schwindelig küssen.



Am Abend stehen sie gemeinsam in der Küche, sie haben Musik laufen und Niclas hilft ihm beim Gemüse schneiden. Nebenbei reden sie über alles Mögliche und trinken schon ein Glas Wein. Niclas berührt ihn oft, streichelt mit zarten Fingern seinen Nacken, seinen Oberarm, lenkt ihn vom Kochen ab. Nils muss lächeln und dreht sich zu ihm um, lehnt sich neben den Herd an den Tresen. Niclas stellt sich dicht vor ihn und küsst ihn lächelnd. Nils legt seine Hände auf seine Hüften und zieht ihn eng an sich, vertieft den Kuss.

„Ich glaub, du musst nach dem Essen gucken“, murmelt Niclas irgendwann gegen seine Lippen und macht einen Schritt zurück.

Nils wendet sich wieder dem Herd zu und wirklich, das Gemüse ist schon etwas zu dunkel geworden. Niclas lacht leise und schlingt beide Arme von hinten um ihn, drückt seine Lippen jetzt in seinen Nacken.

„Nic“, seufzt er und legt seine freie Hand auf Niclas Unterarm.

„Hab dich echt vermisst.“

„Ich dich doch auch“, er will sich bewegen, aber Niclas hält ihn weiter fest, „lass mich mal bitte das Fleisch holen.“

In einer zweiten Pfanne brät er etwas Fleisch an und genießt weiter Niclas sanfte Berührungen.

„Das Haus fühlt sich echt groß und leer an, wenn man alleine hier is‘.“

„Wem sagst du das?“, Niclas lacht wieder und flachst weiter, „jetzt weißt du mal, wie’s mir hier immer ging ganz ohne dich.“

„Ich möchte echt gern ’nen Hund, Nic“, Nils dreht sich wieder zu ihm um und sieht ihn an.

Niclas nickt: „Okay.“

„Okay?“

„Möchtest du doch schon lange“, Niclas lächelt und holt schon mal Teller aus dem Schrank.

Nils wendet das Fleisch: „Ja stimmt, aber möchtest du auch?“

„Klar. Aus’m Tierheim oder vom Züchter?“

„Aus’m Tierheim.“

„Okay. Und was für einen?“

„Mal sehen“, Nils muss auch lächeln, „vielleicht entscheidet sich ja einer für uns.“

Sie essen schließlich am Esstisch und leeren dabei die Flasche Wein, reden noch weiter über die Idee mit dem Hund und ihre Pläne für die nächsten Tage. Als sie fertig sind mit Essen, setzt Niclas sich rittlings auf seinen Schoß und küsst ihn innig. Nils schlingt seine Arme um ihn, streicht in langen Zügen über seinen Rücken und zieht ihn noch enger an sich. Sie küssen sich bis ihre Lippen ganz klebrig sind und ihre Haare total zerwühlt. Nils Herz rast und er ist etwas atemlos, als sie sich voneinander lösen und Niclas ihn breit lächelnd ansieht.

„Lass uns hochgehen“, flüstert er und erhebt sich, reicht ihm die Hand.

Sie lassen das Geschirr einfach auf dem Tisch stehen und Nils lässt sich von Niclas mitziehen.



Zwei Tage später steht Nils wieder auf dem Parkplatz vom Weserstadion und wartet auf Niclas. Der kommt mit Nick zusammen, beide sind am Lachen und Nils muss bei dem Anblick schmunzeln. Er beobachtet wie die beiden kurz vor seinem Auto stehen bleiben und noch ein paar Sätze wechseln. Nick winkt ihm einmal zu und wendet sich dann grinsend ab. Niclas lässt sich neben ihn fallen und Nils muss auch grinsen.

„Alles gut?“, fragt er und fährt los.

„Jap“, Niclas streckt die Beine aus und öffnet seinen Dutt, „und du? Schon gespannt?“

„Ein bisschen“, antwortet er und fädelt sich in den Bremer Verkehr ein, sie müssen in die entgegengesetzte Richtung wie üblich.

„Hätten wir Emi mitnehmen sollen?“

Niclas fängt an zu lachen: „Auf keinen Fall, sie würde alle Tiere mit nach Hause nehmen wollen. Jetzt möchte sie wohl Kaninchen haben.“

„Aber Lisa nicht?“

„Nein, vor allem wechselt ihr Lieblingstier momentan fast wöchentlich, weißt doch, neulich wollte sie noch ein Kälbchen. Bin gespannt, was sie zu ’nem Hund sagt.“

„Sie wird sich bestimmt mega freuen“, Nils lächelt bei der Vorstellung. Niclas Tochter liebt jedes Tier und sie wird ganz sicher ganz aus dem Häuschen sein, wenn sie sich einen Hund anschaffen.


Lautes Gebell begrüßt sie in dem Teil des Tierheims, wo die Hunde untergebracht sind. Eine junge Frau hat sie in Empfang genommen und geht voraus. Sie haben vorher eine Weile gesprochen, die Frau namens Melanie hat sie nach ihrer Wohnsituation, den finanziellen Mitteln und ihrer Zeit für einen Hund ausgefragt. Niclas fragt auch viel, aber Nils hat nur Augen für die Hunde. Die meisten scheinen sich über sie zu freuen, stehen freudig bellend am Gitter der Zwinger. Hunde in allen Farben und Formen sind hier, sogar ein paar Welpen, an denen Niclas stehen bleibt und seine Finger durchs Gitter schiebt und die kleinen Vierbeiner sofort an diesen schnuppern und schlecken.

Nils Blick aber wird von einem großen Hund mit beigen sehr wuscheligem Fell gefangen. Dieser sitzt auf einer Decke in seinem Zwinger und schaut ihn aufmerksam an.

„Hey“, spricht er ihn an und der Hund fängt an zu wedeln, „komm mal her!“

Der Hund kommt wirklich und Nils lässt ihn an seiner Hand schnüffeln.

„Das ist Bobbie“, Melanie lächelt neben ihm, „er ist ein ganz charmanter wohlerzogener Kerl. Seine Familie musste ihn leider wegen eines Krankheitsfalles abgeben. Wollen wir rein?“

„Ja“, Nils nickt und auch Niclas ist wieder bei ihnen.

Bobbie ist wirklich höflich, nicht zu aufdringlich begrüßt er sie und Nils geht in die Hocke. Der Hund schnuppert an seinen Händen und vorsichtig auch an seinem Gesicht.

„Hi Bobbie!“, sagt er leise und streichelt ihm jetzt durch das weiche lange Fell.

„Wenn ihr wollt, könnt ihr gerne mal ’ne Runde mit ihm gehen. Er wird sich bestimmt freuen!“, schlägt Melanie vor und Nils willigt ein.

Sie bekommen von Melanie eine Leine und Nils nimmt Bobbie. Er ist wirklich sehr gut erzogen, läuft immer brav bei Fuß und Nils hat schon ein gutes Gefühl bei ihm. Niclas schaut ihn lächelnd an.

„Uuuund?“, fragt Niclas nach einer ganzen Weile.

„Er is‘ cool, oder?“, Nils muss lächeln und Bobbie schaut sogar zu ihm hoch, „bist du cool?“

„Ich glaub, du hast dich schon fast entschieden, oder?“

„Ich weiß nich‘“, er zuckt mit den Schultern, „aber er hat schon irgendwie was.“

„Weil er nich‘ wie alle anderen nimm mich, nimm mich! geschrien hat?“, Niclas grinst und bleibt stehen.

„Kann sein. Ich glaub, er ist nich‘ so aufdringlich, oder?“, Nils bleibt auch stehen, Bobbie schaut wieder zu ihm hoch.

„Hey Bobbie!“, sagt Niclas jetzt und geht in die Hocke, „du bist echt ein süßer Kerl.“

Nils muss lächeln bei dem Anblick, wie Bobbie seinen Kopf in Niclas Händen vergräbt und sich hinter den Ohren kraulen lässt.

Sie sind fast eine Stunde mit Bobbie unterwegs, treffen auch noch auf andere Hunde, mit denen das Zusammentreffen sehr gut klappt und Nils ist immer mehr überzeugt von Bobbie. Auch Niclas scheint beeindruckt.

„Na, wie lief’s?“, fragt Melanie, als sie zurück sind.

„Super, er ist so brav!“

„Ja, das ist er. Seine Vorbesitzer waren mit ihm in der Hundeschule, haben sich viel mit ihm beschäftigt und auch mit Kindern kann er gut. Wie schon gesagt, sie mussten ihn auch leider nur wegen dem Krankheitsfall innerhalb der Familie abgeben. Ihr könnt gerne jederzeit wiederkommen“, sie lächelt und bringt Bobbie zurück.

„Danke, dass wir kommen konnten!“, Nils reicht ihr die Hand.

„Natürlich, ich hab zu danken und Bobbie auch!“



„Und, was meinst du?“, fragt Nils, als sie im Auto sitzen.

Niclas lächelt ihn an: „Was meinst du? Also ich glaube, du bist diesem Hund schon verfallen. Ihr habt schon so gut harmoniert.“

„Verfallen?“, Nils muss lachen und schlägt den Weg nach Hause ein, „würd ich so noch nicht sagen, aber ja, ich find den schon toll.“

„Doch, ich schon“, Niclas greift nach seiner Hand und haucht einen Kuss auf seine Finger, „und weißt du, was ich an dem Gedanken einen Hund Zuhause bei uns zu haben am schönsten finde?“

„Nein, was?“

„Dass sich das irgendwie nach Familie anfühlt.“

Nils muss ihn anschauen, sein Herz macht einen Satz und er wird mit einer Welle Gefühle überrollt. „Ich liebe dich“, flüstert er und wendet den Blick wieder auf die Straße.

„Ich liebe dich auch“, antwortet Niclas genauso leise und verschränkt ihre Finger miteinander.



Und Niclas soll Recht behalten. Nils scheint diesem Hund wirklich schon verfallen zu sein. In den nächsten beiden Wochen ist er oft im Tierheim, geht mit Bobbie spazieren, manchmal mit und manchmal ohne Niclas, unterhält sich viel mit Melanie und schließlich ist die Entscheidung für Bobbie gefallen. Melanie kommt vorher bei ihnen vorbei, will sich von der Wohnsituation überzeugen und beantwortet noch alle Fragen rund um die Fütterung. Nils bestellt alles Mögliche an Zubehör für den Hund und am Tag der Vermittlung hat er schon ein eigenes Halsband und eine eigene Leine für Bobbie dabei. Im Kofferraum vom Auto ist diese Kiste fürs sichere Fahren für Hunde und nach Unterschreiben eines Schutzvertrages ist es offiziell. Melanie verabschiedet sich lange von Bobbie, er springt aber freudig ins Auto und Melanie und Nils verabschieden sich auch. Sie wird in ein paar Wochen noch einmal vorbeikommen, um zu schauen, wie Bobbie sich eingelebt hat.

„Na komm!“, sagt Nils zu Bobbie, als sie Zuhause angekommen sind und legt ihm vorerst noch einmal die Leine an, „dann zeig ich dir mal dein neues Zuhause!“

Drinnen treffen sie auf Niclas, den Bobbie mit einem freudigen Bellen begrüßt.

„Na Großer! Wie findest du’s hier?“, fragt Niclas und begrüßt Nils dann mit einem Kuss.

„Ich zeig ihm jetzt erstmal alles.“

Also gehen sie einmal durchs Haus und draußen im Garten angekommen, nimmt Nils ihm die Leine ab und lässt sich ins Gras sinken. Bobbie erkundet den Garten, die Nase am Boden und scheint sich schon etwas wohl zu fühlen.

„Emi wird ausflippen, wenn sie das nächste Mal hier is‘“, sagt Niclas von der Terrasse aus.

„Ich glaub auch. Wann will sie wieder herkommen?“, will er wissen und beobachtet seinen Hund.

„Ich soll sie am Donnerstag abholen, Lisa hat wohl was vor am Nachmittag.“

„Okay, bleibt sie dann zum Abendessen?“

„Denke schon, wieso? Willst du wieder ihr Lieblingsessen machen?“, Niclas grinst und kommt zu ihm auf den Rasen, er ist barfuß mit kurzen Shorts und einem dünnen T-Shirt.

„Nudeln mit Tomatensoße oder Pfannkuchen oder Kartoffelbrei mit Möhren und Erbsen oder oder oder? Sie kann sich momentan nich‘ entscheiden.“

„Ja, ihre Entscheidungsfähigkeit ist grad nich‘ so gut ausgeprägt“, sie müssen beide lachen, „Hey Bobbie, komm mal her!“

Bobbie kommt zu ihnen gelaufen, seine Schlappohren wippen bei jedem Schritt und er lässt die Zunge raushängen. Er setzt sich zu ihnen und lässt sich von ihnen beiden streicheln.



Am Donnerstag ist Nils draußen auf der Terrasse in Recherche vertieft, Bobbie liegt im Schatten auf dem Rasen und döst, als sein Handy klingelt. Es ist Niclas.

„Hey, was los?“, meldet er sich und lehnt sich in seinem Stuhl zurück.

„Hey, ich hab hier noch social media Kram zu erledigen. Kannst du Emi abholen?“, fragt Niclas und klingt dabei nur ein kleines bisschen zerknirscht.

„Ähm klar… wenn’s Lisa nichts ausmacht…“

„Wieso sollte es ihr was ausmachen?“

„Na ja… Nic, du weißt, was ich meine…“, Nils fährt sich durch die Haare und unterdrückt ein Seufzen.

„Nils bitte. Lisa ist cool, sie mag dich.“

„Ich weiß, aber ich war noch nie ohne dich bei ihr…“

Niclas fängt an zu lachen: „Du schaffst das schon.“

„Okay, klar… ich hol Emi ab.“

„Danke! Bis später, ich bring Eis mit!“

„Bis später!“

Nils legt auf und räumt seine Sachen zusammen, fährt den Laptop herunter und ruft Bobbie zu sich. Er kommt sofort wedelnd auf ihn zu und Nils nimmt ihn mit nach drinnen. Er zieht sich noch einmal um, gibt Bobbie einen Kauknochen und macht sich auf den Weg. Er muss in ein anderes Stadtviertel und er hat Glück, die Straßen sind am frühen Nachmittag noch nicht vollgestopft.

Tatsächlich ist er etwas nervös, als er die Klingel betätigt. Er und Lisa verstehen sich wirklich gut, aber Niclas war bis jetzt immer dabei und er hat Sorge, dass es zwischen ihm und Lisa doch irgendwie komisch sein könnte.

„Nils!“, Lisa wirkt überrascht, als sie öffnet.

„Ja hi, Niclas ist noch unterwegs“, erwidert er und schiebt die Hände in die Hosentaschen.

„Komm rein! Emi ist auch noch nicht so weit“, sie grinst und tritt einen Schritt zur Seite, „willst du noch ’nen Kaffee oder so?“

„Gerne.“ Er folgt Lisa in die Küche und setzt sich dort an den Tisch.

„Emi!“, ruft Lisa, während sie die Kaffeemaschine bedient, „komm, Nils ist da!“

Es kommt keine Antwort und Nils muss schmunzeln.

„Was macht sie?“

„Ich glaub, sie bastelt irgendwas“, Lisa schmunzelt auch und setzt sich kurzdarauf mit zwei Tassen Kaffee zu ihm an den Tisch.

„Ah okay, danke! Sag mal“, fängt er dann an, „ist es komisch?“

„Was meinst du?“, Lisa stutzt und nimmt einen Schluck Kaffee.

„Na ja… dass ich Emi abhole und wir jetzt hier… so zusammen sitzen.“

„Ach Nils, es ist nicht komisch. Ich kenne dich doch schon so lange und auch Emi kennt dich jetzt schon ein Jahr lang, sie mag dich und du machst Niclas glücklich. Und zwischen uns muss es echt nicht komisch sein.“

„Wow okay, Niclas meinte ja schon, dass du cool mit der ganzen Sache bist, aber dass du wirklich so cool bist.“

Lisa muss lachen: „Ich muss schon sagen, es hätte mir mehr ausgemacht, wenn du ’ne Frau wärst. Ich freu mich einfach für euch, okay? Und ich genieße schon ein bisschen das Single Dasein.“

„Ach ja?“, jetzt muss auch Nils grinsen.

„Ja, hab gleich ’n Date. Deswegen müsst ihr auch Emi nehmen.“

„Ein Date?“, Nils ist neugierig.

„Ja, ich hab jemanden kennengelernt und heute ist unser zweites Date, wir gehen ’nen Kaffee trinken.“

„Und dann trinkst du hier noch einen mit mir?“

„Bin etwas aufgeregt…“

„Und Kaffee bringt dich runter?“, Nils muss lachen.

„Nich‘ wirklich, aber das is‘ jetzt egal“, sie stimmt in sein Lachen mit ein.

Emilia kommt schließlich in die Küche und gibt einen kleinen Freudenschrei von sich. „Nils!“, und er wird umarmt.

„Wo ist Papa?“, fragt sie dann und klettert auf einen Stuhl.

„Der muss noch arbeiten. Aber du kommst doch auch mit mir mit, oder?“

„Ja“, sie nickt.

„Bobbie freut sich schon, dich kennenzulernen!“

„Au ja, können wir los?“

Lisa fängt an zu lachen: „Na dann zieh dir mal Schuhe an!“

Emilia rutscht von ihrem Stuhl runter und flitzt aus der Küche.

„Ich wünsch dir viel Spaß bei deinem Date!“, sagt Nils noch zum Abschied zu Lisa.

„Danke! Ich hol sie dann später wieder ab.“

„Mach dir kein Stress, ich koch nachher noch was.“

„Danke Nils, echt!“

Emilia umarmt Lisa zum Abschied und lässt sich von Nils in den Autositz helfen. Dann fahren sie los, Emilia erzählt vom Kindergarten und von den Eseln im Bürgerpark, quetscht Nils aus, was er heute alles gemacht hat und fragt, was er noch kochen will.

„Was hältst du von Nudeln? Oder lieber Pfannkuchen?“

„Hm“, sie überlegt und lacht dann, „beides!“

„Beides geht nich‘, Emi“, Nils muss grinsen und biegt in ihre Straße ein.

„Dann nehme ich… Nudeln!“

„Alles klar. So, bist du bereit, Bobbie kennenzulernen?“

„Ja“, sie nickt heftig und wippt mit den Beinen, „bellt er?“

„Werden wir gleich sehen. Sei zuerst einfach nich‘ so wild und dann klappt das schon.“

„Okay.“

Nils hilft ihr aus dem Auto und zusammen gehen sie rein. Bobbie kommt gleich um die Ecke und Nils bedeutet ihm, leise zu sein, und schiebt Emilia vor sich her.

„Hallo Bobbie, ich bin Emi“, sagt sie leise und streckt ihre Hand aus.

Bobbie schnüffelt an ihr und sein Wedeln wird stärker.

„Ich glaub, er mag dich. Du kannst ihn ruhig streicheln.“

Und schon wühlt Emilia ihre Hände in Bobbie wuscheliges Fell, er macht ein freudiges Gesicht und bellt einmal. Neben ihr wirkt er noch größer, aber Nils macht sich keine Sorgen. Er war ja auch vorher in einer Familie mit Kindern.

Sie gehen alle in den Garten und Emilia fängt sofort an, mit Bobbie zu spielen. Nils bleibt auf der Terrasse und beobachtet die beiden lächelnd.
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