Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Im Zauber liegt die Wahrheit

von weha
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Liebesgeschichte / P18 / FemSlash
Böse Königin / Regina Mills Emma Swan
23.02.2022
20.06.2022
13
30.501
17
Alle Kapitel
34 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
11.03.2022 2.081
 
„Regina… was…“ Verwirrt sprang Emma von Reginas Couch auf. Sie sah sich im Wohnzimmer des Mills Anwesens um, dann starrte sie wieder auf Regina hinab, die genauso verwirrt wirkte.
„Emma“, begann Regina, doch Emma unterbrach sie wütend.
„Was ist das für ein Spiel? Was tust du mir an?“, schrie Emma.
„Emma, so ist das nicht, ich wusste nicht…“
„Also warst das wirklich du?“, unterbrach Emma erneut. „Was hast du mir angetan? Was hast du damit bezweckt? Willst du mein Leben zerstören? Ist es das?“ Emmas Hände zitterten vor Wut. „War das ein Fluch der bösen Königin um mein Leben mit Hook zu sabotieren?“
Regina keuchte bei diesen Worten. „Böse Königin? So… so siehst du mich immer noch?“
„Was war das sonst? Du hast mich mit dunkler Magie in ein anderes Leben geschickt und mich mit Magie gezwungen dich zu küssen! Eine gute Königin würde so etwas nicht tun. Wieso willst du mein Leben zerstören? Nach allem was wir schon miteinander durchgemacht haben, dachte ich wirklich wir wären Freundinnen. Wieso hasst du mich noch immer so sehr?“
„Emma…“
„Nein!“, schrie Emma. „Auch wenn du mich hasst, hast du auch nur eine Sekunde an Henry gedacht? Hast du darüber nachgedacht wie er sich fühlen wird, wenn seine Mutter wieder böse ist?“
„Aber so war das doch gar nicht. Emma, bitte! Bitte hör mir zu.“
„Nein, Regina. Nein, ich will von dir kein Wort mehr hören. Ich glaube dir nicht. Nie wieder!“
Nach diesen Worten stürmte Emma aus dem Haus.

Als sie Zuhause ankam und Hook auf der Couch sitzen sah, lief sie auf ihn zu und fiel ihm in die Arme.
„Oh Killian“, sagte sie. „Es tut mir leid, dass ich so lange weg war. Das war Regina, sie…“
„Was meinst du damit?“, fragte Hook verwirrt. „Du warst doch nicht einmal eine Stunde weg? Hast du Regina Henrys Schulbücher gebracht, die er hier vergessen hat? Habt ihr euch mal wieder gestritten? Was ist denn los, Liebes?“
„Eine… eine Stunde?“ Langsam dämmerte Emma, dass die Zeit in Storybrooke stillgestanden war, während sie und Regina weg gewesen waren. Denn es war über einen Monat her, als sie Regina in Boston mit Kaffee überschüttet hatte. Die Zeit davor dürfte vielleicht eine falsche Erinnerung gewesen sein, doch die Zeit seit ihrem Kennenlernen war definitiv real gewesen. Naja, so real und echt ein Leben in einem Fluch eben sein konnte.
„Emma?“ Hook sah sie unsicher an und strich mit seinem Daumen über ihre Stirn, die sie gedankenversunken kraus gezogen hatte. „Was ist mit dir los?“
Emma haderte mit sich ihm alles zu erzählen. Was würde das bringen? Er würde sofort auf Regina losgehen. Außerdem konnte sie ihm unmöglich sagen, dass sie Regina geküsst hatte, auch wenn sie sich zu dieser Zeit nicht an Hook hatte erinnern können. Nein, sie musste erst selbst rausfinden warum Regina das getan hatte. War sie wirklich wieder böse geworden? Nach all dem Guten, das sie getan hatte? Würde Regina das Henry wirklich antun? Aber wieso sonst sollte sie Emma verfluchen? Was war der Plan? Nein, sie brauchte erst Antworten, ehe sie sich anderen anvertrauen konnte.
„Nichts, Killian“, antwortete sie und lächelte ihn an. „Die Stunde hat sich nur länger angefühlt, als sie gedauert hat.“
„Du musst mich ja schrecklich vermisst haben, Swan.“ Er schmunzelte selbstsicher und gab ihr einen Kuss auf die Stirn.
Ja, wenn ich ihn doch nur vermisst hätte, dachte sie mit schlechtem Gewissen.

An ihn gelehnt sahen sie sich einen Film an, wobei Emma kaum etwas davon mitbekam. Ihre Gedanken wollten nicht zur Ruhe kommen. Wie auch? Sie war bis vor zwei Stunden noch verflucht gewesen. Wie war sie überhaupt zurück nach Storybrooke gekommen? Wer hatte den Fluch gebrochen? Gold? Vielleicht war Regina ja unschuldig und Rumpelstilzchen hatte sie beide verflucht. Nein, auch falls es so gewesen war, hatte Regina definitiv Bescheid gewusst. Das hatte ihre Reaktion vorhin gezeigt.
„Killian?“
„Ja?“, fragte er zurück ohne sich vom Bildschirm wegzudrehen.
„Als ich weg war… Ist dir da irgendetwas aufgefallen? Ist irgendetwas passiert? War Gold vielleicht hier?“
„Das Krokodil? Was sollte der hier wollen?“ Nun sah er sie doch an und wirkte einmal mehr an diesem Nachmittag verwundert.
„Ach, nur so. Alles gut. Lass uns weiterschauen.“
Zweifelnd musterte er sie noch ein paar Sekunden lang, dann wandte er sich aber doch wieder dem Film zu und ließ Emma weiter in Gedanken suhlen.  

Als sie in dieser Nacht im Bett lag, fühlte sich ihre eigene Matratze fremd an. Die letzten zwei Wochen hatte sie in diesem himmlischen Bett im Erkerzimmer von Reginas Reiterhof geschlafen.
Nein, dachte sie und rollte genervt die Augen über. Das war nicht echt gewesen. Weder das Gestüt, noch die Pferde und schon gar nicht das was zwischen Regina und ihr vorgefallen war. Sie musste aufhören daran zu denken und sich an jedes Detail zu erinnern. Wahrscheinlich war es das, was durch den Fluch passieren sollte. Der Fluch sollte ihr Leben und alles was sie sich hier in Storybrooke aufgebaut hatte, zerstören. Aber würde Regina das wirklich tun?
„Wieso nur?“, murmelte sie. Nein, Regina konnte doch unmöglich vom einen auf den anderen Tag wieder böse geworden sein. Sie hatte so sehr dafür gekämpft zu den Guten zu gehören und Emma hatte voller Stolz diese Entwicklung mitangesehen. Sie hatte sich so sehr für Regina gefreut, als sie endlich den richtigen Weg gefunden hatte.
Das passte doch alles nicht zusammen! Wütend schlug Emma die Decke von sich und stand auf. Hook murmelte dabei etwas Unverständliches, doch schlief danach seelenruhig weiter. Sie schlich sich aus dem Zimmer, huschte ins Bad und zog sich die Sachen von vorhin nochmal an. Sie würde nicht schlafen können, wenn sie nicht ein paar Antworten kriegen würde.
Sie setzte sich in ihr Auto und fuhr los. Schon nach wenigen Minuten hatte sie das Ziel erreicht und obwohl es bereits mitten in der Nacht war, stand sie nun vor der Tür und klopfte mit Fäusten dagegen. So laut, dass sie dadurch wahrscheinlich gerade halb Storybrooke weckte.
„Emma!“, sagte sie erstaunt und rieb sich den Schlaf aus den Augen. Ihren Morgenmantel zog sie fester um ihren Körper und trat ein Stück zur Seite. „Ist etwas passiert? Komm rein!“
„Entschuldige Mom“, sagte sie, als hinter Snow ihr Vater auftauchte. Er wirkte genauso verschlafen. „Hi Dad.“
„Es ist mitten in der Nacht. Was ist denn los? Ist etwas mit Henry?“
„Nein. Nein, Henry geht es gut, denke ich. Er schläft bei Regina.“
„Wieso bist du hier? Hast du Streit mit Hook?“
„Nein.“ Emma atmete tief durch. Sie wusste noch nicht einmal welche Fragen sie stellen sollte, um Antworten zu bekommen. „Sagt mal…“, begann sie. „Ist heute irgendetwas Merkwürdiges in Storybrooke passiert? Ist euch was aufgefallen?“
„Was soll denn passiert sein?“
„Keine Ahnung, deshalb frage ich ja. Heute am Nachmittag, so gegen drei Uhr. War da etwas? Eine Rauchwolke vielleicht oder etwas in der Art?“
„Emma, bitte setz dich!“, sagte Snow und führte ihre Tochter zur Couch. Emma bemerkte dabei sehr wohl, wie sich Snow und Charming besorgt ansahen. „Geht es dir nicht gut?“
„Mir geht es gut!“ Emma schnaubte die Worte beinahe, so genervt war sie. Innerlich musste sie dann doch schmunzeln, als ihr auffiel, dass sie beinahe wie Abby geklungen hatte. Abby… nein, auch das Pferd war nur ein Teil des Fluchs gewesen und nicht echt. „Ihr habt also nichts bemerkt?“
„Emma, wir machen uns Sorgen“, sagte Charming.
„Das müsst ihr nicht.“ Sie wusste, dass sie hier keine Antworten bekommen würde und resignierte gedanklich. „Tut mir leid, dass ich gestört habe. Ich habe nur schlecht geträumt.“
„Willst du darüber reden?“
„Nein, mir geht es gut. Danke, euch zu sehen hat mir schon weitergeholfen.“
„In Ordnung. Du kannst jederzeit herkommen, das weißt du hoffentlich, ja?“
„Danke Mom. Ähm… ich geh jetzt lieber wieder. Hook macht sich bestimmt schon Sorgen.“
Genauso ahnungslos wie zuvor fuhr Emma zurück nach Hause. Sie wollte Regina unbedingt aus dem Weg gehen, weil sie so unglaublich sauer auf sie war. Doch wenn sie Antworten haben wollte, musste sie wohl oder übel zu ihr.
Verärgert seufzte sie. Sie würde die Bürgermeisterin morgen in ihrem Büro aufsuchen.

„Was für eine wundervolle Nacht!“, schwärmte Hook und streckte seine Glieder. Er drehte sich im Bett zu Emma und grinste sie an. „Ich hatte einen… wie sagt ihr? Ach ja! Einen märchenhaften Traum. Du kannst dir nicht vorstellen wie gut es sich angefühlt hat, als ich das Krokodil gehäutet habe.“
Emma sah ihn zornig funkelnd an. Nicht nur, dass er mal wieder im Schlaf Jagd auf Gold gemacht hatte, nein, er wirkte vollkommen ausgeruht. Das konnte sie von sich nicht behaupten.
„Du hast wohl nicht so gut geschlafen. Alles in Ordnung, Liebes?“ Sein Blick wurde sanfter und etwas besorgt. „Du warst gestern schon etwas… naja… angespannt. Erzähl, hattest du doch Streit mit Königin?“
„Nein, hatte ich nicht. Ich habe nur nicht so gut geschlafen.“
„Ich weiß was deine Laune heben wird.“
„Das denke ich nicht“, grummelte sie.
Nichts könnte ihre Laune heben, doch er ahnte ja auch nicht, dass sie gestern um diese Zeit noch aufgeregt in ihrem Zimmer des Reiterhofs stand, um sich für die Reitstunden mit Regina und Abby fertig zu machen. Da war sie trotz der Aufregung weniger angespannt gewesen und vor allem hatte sie viel bessere Laune gehabt als jetzt.
„Oh doch!“, entgegnete er. „Ich lade dich auf ein Frühstück im Diner ein. Und? Was sagst du dazu?“
„Toll!“, antwortete sie triefend vor Sarkasmus. Wie erwähnt: Ihre Laune war am Boden.
„Wusste ich doch, dass dir das gefallen wird.“ Hook strahlte sie an, als er ihre Antwort für bare Münze nahm, ehe er sich zu ihr beugte und ihr einen kleinen Kuss auf die Lippen gab. „Dann los. Stehen wir auf.“

Als sie im Diner bei ihrem Frühstück saßen, wurde Emma auf den Nachbartisch aufmerksam.
„Das war gestern wirklich verrückt, oder? So wie damals im Zauberwald“, hörte sie Leroy sagen.
„Ja, wirklich unheimlich.“ Tom klang aufgeregt, als er das sagte, ehe er nieste und danach wiederholte: „Wirklich unheimlich.“
Emma drehte sich zu ihnen um. Endlich würde sie Antworten bekommen!
„Was habt ihr gestern mitbekommen?“, fragte sie.
„Mitbekommen?“ Leroy sah sie verwirrt an. „Was meinst du?“
„Was war gestern wie damals im Zauberwald? Was war so unheimlich?“ Bestimmt der Nebel, der sich über die Stadt gelegt oder sich durch die Stadt zum Haus von Regina geschlichen hatte um Emma zu treffen. Irgendetwas Derartiges musste es gewesen sein. Auffordernd sah sie die beiden an. „Jetzt sagt schon!“
„Man sollte andere nicht belauschen, Schwester!“, maßregelte Leroy sie.
„Sagt schon!“, knurrte Emma.
„Wieso interessierst du dich so für ein Wettessen?“
„Für… für ein Wettessen?“
„Ja, wieso bohrst du da so nach? Möchtest du das nächste Mal mitmachen?“, fragte Tom. „Ich verrate dir gleich, dass du gegen Walter keine Chance hast. Niemand von uns hat je mehr Fleisch verdrücken können als er. Noch nicht mal Leroy.“ Er nickte zu seinem Freund, nieste und sprach weiter. „Im Zauberwald hat er einen Rekord aufgestellt und gestern hat er ihn gebrochen. Das war wirklich unheimlich. Ich habe einen Zwerg noch nie so viel essen gesehen.“
„Ihr… ihr habt die ganze Zeit über ein Wettessen geredet?“
„Worüber denn sonst?“, brummte Leroy genervt.
„Entschuldigt Leute. Ich hätte mich nicht einmischen sollen.“ Seufzend drehte Emma sich wieder um und sah zu Hook, der sie stumm musterte und sichtlich besorgt wirkte.
„Was ist gestern wirklich passiert?“ Sein Tonfall verriet, dass er keine weiteren Lügen erlaubte. Als Emma schwieg, stupste er sie mit seinem Haken an. „Swan, rede mit mir.“
„Ich weiß es nicht, Killian!“, fuhr sie ihn an, was ihr sogleich wieder leid tat. „Entschuldige. Ich… ich denke, ich bin einfach etwas angespannt in letzter Zeit. Keine Ahnung was mit mir los ist.“
„Vielleicht brauchst du mal Urlaub. Du bist Sheriff und die Retterin. Zwei Vollzeitjobs, das kann auf Dauer nicht gutgehen. Jeder braucht mal Pause.“
Die hatte ich geradeerst, dachte Emma. Sie seufzte und nickte. „Vielleicht hast du recht. Aber ich kann nicht einfach von hier verschwinden und alle zurücklassen.“
„Das musst du auch nicht. Zum Glück hat dein Liebster ein Schiff, das selbst im Hafen für Entspannung sorgt. Verbring ein paar Nächte drauf und dir wird es besser gehen.“
„Mal sehen“, sagte sie und lächelte ihn dankbar an.

Sie würde dieses Angebot vermutlich nicht annehmen, denn ihre Anspannung hatte nichts mit dem Haus und ihren Jobs zu tun. Aber das konnte sie ihm nicht sagen, denn dann müsste sie auch verraten, dass sie eine andere Person geküsst hatte. Nein, das Einzige, das ihr helfen könnte, wäre es die Wahrheit zu erfahren. Sie musste mit Regina reden.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast