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Im Zauber liegt die Wahrheit

von weha
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Liebesgeschichte / P18 / FemSlash
Böse Königin / Regina Mills Emma Swan
23.02.2022
20.06.2022
13
30.501
16
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20.06.2022 2.299
 
„Ich kann nicht sagen, dass ich darüber glücklich bin, Swan.“ Er sah sie an und sein Blick verriet die gemischten Gefühle. „Ausgerechnet sie?“
„Ich wollte dir nie wehtun.“ Emma seufzte, als sie nach seiner Hand griff und diese sanft drückte. „Ich hoffe du kannst mir irgendwann verzeihen.“
„Natürlich verzeihe ich dir“, sagte Hook. „Immerhin hast du die wahre Liebe gefunden, so wie ich einst in Milah. Ich hätte mein Leben für ihres gegeben.“ Mit geschlossenen Augen schüttelte er traurig den Kopf, als er an sie zurückdachte, ehe er seine Schultern straffte und Emma wieder ansah. „Ich dachte, dass ich mit dir zum zweiten Mal in meinem Leben das Glück auf Liebe hätte, aber das war wohl nur reines Wunschdenken. Unsere Liebe war einseitig, auch wenn du es damals noch nicht gewusst hast.“
Sie konnte darauf nichts entgegnen, denn er hatte recht. Sie hatte ihn nie geliebt, auch wenn sie das einmal geglaubt hatte. Aber seit sie das wahre Gefühl von Liebe kannte, kannte sie auch diese Wahrheit.
„Danke, dass ich es von dir erfahren habe und nicht von anderen“, sagte er, als Emma noch immer schweigend vor ihm stand. „Und mach dir keine Sorgen. Ich bin die letzten Monate ohne dich klar gekommen und ich werde auch jetzt klar kommen, wenn ich euch zusammen sehe. Ein Pirat geht nicht unter.“ Er zwinkerte ihr zu und grinste frech. „Aber glaube nicht, dass ich ab jetzt freundlich zur Königin sein werde.“
Emma lachte laut auf. Das war der Killian Hook, wie sie ihn kannte. „Ich hatte nichts anderes erwartet.“
„Gut. Also dann, Swan…“ Er nickte und unterstrich damit die Aufforderung, dass sie gehen sollte. „Man sieht sich. Mach’s gut.“
„Ja, du auch. Und danke.“
„Wofür?“
„Dafür, dass du bist wie du bist.“

Während Emma zurück in die Stadt lief, fühlte sie eine enorme Erleichterung in sich. Sie hatte Hook seit ihrer Trennung nicht mehr gesehen und fast genauso lang war sie schon mit Regina zusammen. Hook war über ein halbes Jahr auf See gewesen und Emma hatte täglich diese Anspannung in sich gespürt, weil er als einziger noch nicht wusste, mit wem sie jetzt ihr Leben teilte. Sie wollte unbedingt, dass er es von ihr hörte und nicht von anderen Stadtbewohnern. Oder noch schlimmer, dass er sie mit Regina sah, ohne vorgewarnt zu sein. Aus diesem Grund hatte sie mit dem Hafenmeister vereinbart, dass er sie sofort kontaktieren sollte, sobald die Jolly Roger in Sichtweite war. Und heute, um sechs Uhr morgens, war der Anruf gekommen.
Emma hatte Regina geweckt und ihr gesagt, dass Hook am Weg nach Storybrooke sei und sie sofort zum Hafen musste, ehe er auf andere treffen würde. Regina hatte ihr daraufhin einen langen Kuss gegeben, ihr alles Gute für das Gespräch gewünscht und ihr gesagt, dass sie im Diner auf sie warten würde. Und dorthin lief Emma nun. Viel befreiter als all die Monate zuvor. Auch wenn alle von ihrer Beziehung wussten, so hatte Emma doch immer wieder über die Schulter geschaut, aus Angst, Hook noch mehr wehzutun. Aber nun kannte er die Wahrheit und so wenig sie ihn auch verletzen wollte, so wollte sie jetzt endlich richtig leben. Mit Regina. Ohne einem mulmigen Gefühl.



Das Glöckchen über dem Eingang verriet ihr Eintreten, doch auch so hätte Regina sofort Bescheid gewusst, die an einem Tisch saß und mit starrem Blick die Tür im Auge behielt.
Kaum, dass Emma im Diner war, winkte Regina sie zu sich. „Und? Wie war es? Geht es dir gut?“
Emma gab Regina einen Kuss auf die Wange  und setzte sich neben sie an den Tisch. „Es lief erstaunlich gut. Er ist verletzt und nicht sonderlich glücklich darüber, dass du meine wahre Liebe bist, aber er wird damit klar kommen.“ Sie lächelte Regina an und gab ihr noch einen Kuss. Dieses Mal auf die Lippen. „Danke, dass du hier bist. Hast du schon etwas gegessen?“
„Nein, ich habe auf dich gewartet.“
In diesem Moment kam Ruby an den Tisch und lächelte beide an. In den letzten Monaten war sie Regina gegenüber sehr freundlich geworden. Vermutlich deswegen, weil Emma seit Beginn ihrer Beziehung ein Lächeln im Gesicht trug. Ruby und auch einigen anderen war dadurch bewusst geworden, dass das ein durch und durch böser Mensch nicht hätte schaffen können und so versuchten sie nun Reginas positive Seiten zu sehen.
„Hi Emma“, sagte sie. „Regina wollte mit dem Frühstück auf dich warten. Weißt du schon was du willst, oder lässt du sie noch länger hungern?“
Emma grinste augenrollend. „Als ob ich hier jemals etwas anderes gefrühstückt hätte als Pancakes.“
„Alles klar, ein Versuch war es wert. Also Pancakes und heiße Schokolade. Regina?“
„Einen Kaffee. Schwarz. Und einen Fruchtsalat bitte.“
„Es gibt Dinge an dir, die werde ich nie verstehen“, sagte Emma grinsend, nachdem Ruby gegangen war. „Wie kann man sich einen Fruchtsalat bestellen, wenn es hier die besten Pancakes der Welt gibt?“
„Naja…“ Regina zuckte belustigt mit den Schultern. „Ich bin ein paar Jahre älter als du und wenn man die 28 Jahre dazu rechnet, in denen hier die Zeit stehengeblieben ist, muss ich mehr denn je auf meine Figur achten. Ich kann wirklich nicht verstehen, warum man dir die Burger, Pancakes und Milchshakes nicht ansieht.“
„Ich trainiere viel.“. Emmas Grinsen wurde breiter. „Genauso viel wie du. Du kannst ruhig mal über die Strenge schlagen, denn ich verspreche dir, dass ich dir jedes Gramm wieder abtrainieren werde.“
Emmas Puls beschleunigte sich, als sie das Verdunkeln von Reginas Augen bemerkte. Als sich Regina dann auch noch zu ihr beugte und mit rauer Stimme in ihr Ohr flüsterte, musste sich Emma ein Stöhnen verkneifen.
„Henry schläft heute bei Lucas. Verbringst du die Nacht wieder bei mir?“
Emma räusperte sich. „Ja“, krächzte sie. Immer wenn Henry nicht da war, nutzten sie die Nächte ohne Schallschutzzauber und ohne verschlossene Türen. Emma liebte diese Nächte, vor allem weil sie nie wusste, wo sie endeten. Im Bett, auf der Couch, am flauschigen Teppich vorm Kamin. Es kam immer darauf an wozu sie noch fähig waren, wenn sie das ganze Haus für sich hatten und sich dort liebten, wo sie es gerade wollten.
„Gut.“ Auch Regina räusperte sich, rutschte etwas weg und setzte sich aufrechter hin. So, als müsste sie sich mit aller Kraft davon abhalten, gleich hier und jetzt über Emma herzufallen. „Übrigens habe ich eine Überraschung für dich.“
„Ach ja?“, fragte Emma neugierig. „Welche?“
„Schon mal über die Bedeutung des Wortes Überraschung nachgedacht, Miss Swan?“, schmunzelte Regina. „Du wirst es heute am Abend erfahren, wenn du zu mir kommst.“



„Machst du Scherze? Wirklich?“ Emma konnte kaum glauben, was sie soeben aus Reginas Mund gehört hatte. Sie hatten zusammen mit Henry zu Abend gegessen, ehe er zu Lucas aufgebrochen war. Nun saßen sie beide auf der Couch und Regina hatte ihr erzählt, was die Überraschung war. Und ja, Emma war wirklich überrascht. Und glücklich.
„Mein voller Ernst.“ Regina musterte Emma unsicher. „Was denkst du darüber?“
„Ich… ich bin überwältigt. Das ist großartig!“
„Ja?“
„Ja! Und wie!“ Emma fiel ihrer Freundin um den Hals und küsste sie stürmisch. Erst als sich ihre Lippen voneinander trennten, sah sie Regina wieder neugierig an. „Seit wann hast du das geplant?“
„Der Gedanke lässt mich nicht mehr los, seit wir am Reiterhof waren.“ Als Emma sie nur verblüfft anstarrte, sprach sie weiter. „Ich habe dort viel gearbeitet, aber ich war glücklich damit. Hier bin ich es nicht, deswegen überlege ich schon lange, was ich anders machen könnte. Jetzt weiß ich es.“
„Was war der ausschlaggebende Grund?“
„Ehrlich?“, fragte Regina und lachte etwas gedemütigt. „Deine nervige Mutter“, gab sie zu. „Als Snow vor ein paar Wochen darüber geredet hat, dass sie sich nach mehr Verantwortung sehnt, haben meine Ideen Formen angenommen. Ich habe es mit ihr besprochen und sie hat zugestimmt. Außerdem lieben Snow alle, somit wird sich uns niemand in den Weg stellen.“
„Meine Mom wusste darüber Bescheid? Wie hat sie es geschafft zu schweigen? Sie kann kaum ein Geheimnis für sich behalten.“
„Ich habe ihr gesagt, dass ich dir davon erzählen möchte sobald alles Hand und Fuß hat. Sie hat sofort zugestimmt. Scheinbar mag sie es, wenn ihre Tochter überrascht wird.“
„Ich bin überrascht. Und wie!“ Emma schüttelte den Kopf und lachte ungläubig auf. „Ich kann nicht glauben, dass du dein Bürgermeisteramt aufgibst.“
„Das tu ich nicht“, wehrte Regina ab. „Ich teile es nur. Ich bleibe die Bürgermeisterin, aber ich habe demnächst eine Vollzeitmitarbeiterin, die mich berät, zu Sitzungen geht und mir jede Menge Schreibkram abnimmt.“ Regina lachte böse. „Deine Mutter ist so etwas wie meine Assistentin, die, wenn sie sich gut macht, von Mal zu Mal mehr Verantwortung bekommt.“
„Ich wette, so hast du ihr die Idee nicht verkauft“, schmunzelte Emma.
„Natürlich nicht“, gab Regina zu. „Aber ich musste sie irgendwie ins Boot holen. Und wenn sie sich gut macht, schaffe ich es vielleicht mich irgendwann ganz aus der Politik zu lösen.“
„Das willst du wirklich?“, fragte Emma zweifelnd. „Immerhin wolltest du immer als Königin das Land regieren und hier als Bürgermeisterin die Stadt.“
„Ich wollte nie Königin werden. Das wollte meine Mutter. Und… naja… anfangs habe ich die Königin gespielt, bis ich aus der Rolle gefallen bin und mich selbst nicht mehr erkannte. Aber da war ich schon längst zur bösen Königin geworden. Hier bin ich auch nur die Bürgermeisterin, weil mein Fluch es so wollte, nicht etwa die Bewohner. Ich denke es ist an der Zeit wieder ich selbst zu werden.“
„Aber das bist du doch!“
„Ja, bei dir. Bei dir und Henry. Aber nicht während der Arbeit. Ich hasse diesen Job.“
„Das wusste ich nicht“, gab Emma bekümmert zu. Wie hatte sie das nicht merken können? Ja, Regina war ständig schlecht gelaunt während der Arbeit. Sie hasste all die Anliegen der Bewohner und des Stadtrats. Sie hasste…
Da wurde es Emma bewusst. Regina hatte noch nie glücklich gewirkt wenn sie arbeitete. Sie war wie ein anderer Mensch, wenn sie privat zusammen waren. Vielleicht hatte Regina anfangs die Macht gefallen, aber auch daran hatte sie nicht mehr so viel Interesse. Aber woran dann?
„Was hast du stattdessen vor?“, wollte Emma wissen.
Regina lächelte breit. „Das ist der wahre Teil der Überraschung.“ Sie strich Emma liebevoll eine blonde Haarsträhne hinters Ohr und sah ihr in die Augen. „Ich baue das Gelände beim Stall um und werde einen wunderschönen Reiterhof eröffnen. So wie unseren in Boston.“
Emma wollte etwas sagen, doch kein Wort drang durch ihre Lippen. Sie starrte Regina nur erstaunt an, ehe sich der Mund zu einem Lächeln formte. Kurz darauf lachte sie und warf ihre Arme erneut überglücklich um Reginas Körper.
„Darf ich das als Zustimmung werten?“, frage Regina, während sie selbst ihre Arme um Emma schlang.
„Oh ja!“, nickte Emma und verteilte unzählige Küsse auf Reginas Hals. „Das ist großartig! Du wirst es lieben! Und ich…“ Sie bewegte ihren Kopf ein Stück zurück, um Regina in die Augen sehen zu können und grinste frech. „Ich werde es lieben, dich jeden Tag in diesem heißen Outfit zu sehen.“
Regina lachte und küsste Emma voller Freude, doch Emma wandte sich kurz darauf aus dem Kuss, um Regina wieder ansehen zu können.
„Ähm… übrigens wollte ich mit dir auch etwas besprechen. Also jetzt, wo Killian Bescheid weiß und so…“
„Ja? Was denn?“
„Naja, bezüglich jeden Tag und so…“, stammelte Emma herum. „Ich… also ich wäre bereit, falls du es auch bist und… und naja, also wenn du das auch möchtest, dann könnten wir bald jeden Tag zusammen aufwachen und… also…“
Regina sah sie eine Weile stumm an, als versuche sie etwas aus Emmas Gestammel zu verstehen. Plötzlich zeigte sich ein Lächeln auf ihren Lippen. „Versuchst du gerade mir zu sagen, dass du mit mir zusammenwohnen möchtest?“
„Ähm… ja?“ Emma hielt den Atem an, als sie auf eine Reaktion wartete. Doch schon Sekunden später wurde sie von ihrer überglücklichen Freundin geküsst.
„Unbedingt“, hauchte Regina zwischen den Küssen. „Und wie ich das will!“
„Das ist gut“, seufzte Emma und wanderte mit ihren Lippen zurück zu Reginas Hals. „Das ist sehr gut.“
„Somit geht auch Henrys Wunsch in Erfüllung“, sagte Regina und seufzte genüsslich, als Emmas Zunge über die empfindliche Stelle unterm Ohr fuhr.
„Wenn es nach Henry geht, sollen wir auch noch heiraten und Babys bekommen.“
„Wenn es nicht nur Henrys Wunsch wäre, sondern auch deiner, hättest du schon sehr bald einen Ring am Finger.“
Emma stoppte mit ihren Liebkosungen an Reginas Haut und sah sie an. „Wirklich?“
„Wirklich“, antwortete Regina. Sie blickte Emma in die Augen und wirkte ungewohnt schüchtern. „Ich liebe dich, Emma. Mehr als du dir vorstellen kannst. Durch dich habe ich zu mir selbst gefunden und bin wieder ein besserer Mensch geworden. Und das Allerschönste ist, dass ich dich jeden Tag zum Lachen bringe. Oh, wie sehr ich all deine unterschiedlichen Arten zu lachen und zu lächeln liebe. Ja, ich möchte dich heiraten. Ich will deine Frau sein, mein Leben mit dir teilen, dich weiterhin jeden Tag zum Lachen bringen und mit dir alt werden. Mit dir will ich alles.“ Sie atmete zitternd durch. „Willst du mich heiraten, Emma?“
Emma starrte sie sekundenlang an, ohne etwas zu sagen. War das eben wirklich passiert? Hatte sie eben einen Antrag von Regina Mills erhalten?  
„Emma?“ Reginas Stimme war ganz leise. Verletzlich.
Endlich brach Emma aus ihrer Trance und wischte sich mit dem Handrücken über die Augen, in denen sich plötzlich Tränen gebildet hatten. Sie schluchzte leise auf und nickte heftig. „Ja! Ja, Regina. Natürlich will ich dich heiraten! Ja!“
Sie umarmten einander innig und küssten sich mit all ihrer Liebe die sie empfanden. Emma fühlte sich, als wäre sie im Paradies. Sie hatte ihre wahre Liebe gefunden. Ihr wahres Glück. Sie würden heiraten, hatten einen großartigen Sohn und vielleicht würde irgendwann ein weiters Kind hinzukommen. Sie war so verdammt glücklich. So glücklich, dass es kaum wahr sein konnte. Und doch war es das.
Das hier war echt.



ENDE
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