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Troubadix - Mehr als tausend Worte

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Troubadix
22.02.2022
03.03.2022
4
2.798
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22.02.2022 621
 
Kälte.
Das war das einzige was er spürte.
Eine beißende, alles durchdringende, schmerzhafte Kälte. Langsam kam Troubadix wieder zur Besinnung, auch wenn es einen Moment dauert, bis er wusste wo er war, und was geschehen war. Der Barde versucht aufzustehen, doch er kann sich kaum bewegen. Erst jetzt bemerkt er das Gewicht, welches auf seinem Rücken lastet und ihn am Boden hält. Er dreht den Kopf und sieht den Baum, der auf ihn gefallen war und ihn sicherlich zerquetscht hätte, wenn nicht ein naher Felsen seinen Fall gestoppt hätte.
„Glück im Unglück.“
Doch seine Freude über dieses Glück währt nicht lange. Zwar hatte der Baum ihm nicht alle Knochen im Leib gebrochen, aber ein dicker Ast hatte sich direkt neben ihm in den Boden gebohrt und schränkte seine Bewegungsfreiheit noch mehr ein. Und als er nun erneut versucht sich zu befreien, lässt ihn ein heftiger Schmerz aufschreien.
„Anscheinend hat der Ast nicht nur den Boden durchbohrt…“
Nach Luft ringend, versucht Troubadix sich zu beruhigen und irgendwie einen klaren Kopf zu bewahren, aber jetzt bemerkt er, wie schwer ihm das Atmen fällt. Und auch die Kälte trägt ihren Teil dazu bei, dass er sich mit jeder Minute die verrinnt schwächer fühlt.
Er versucht nach Hilfe zu rufen, doch das Gewicht des Baumes drückte ihm die Luft ab. Er war kaum in der Lage überhaupt richtig zu atmen. Troubadix zittert am ganzen Körper, und seine Kleidung ist bereits völlig durchnässt.
„Ich muss mich irgendwie befreien…“, denkt er nur und schaut sich um, soweit es ihm möglich ist, wobei ihm die Zähne vor Zittern schmerzhaft aufeinander schlagen. Aber es gab nichts, was ihm irgendwie helfen konnte. Er konnte nur abwarten und hoffen. Hoffen, das ihn irgendjemand im Dorf vermissen würde, hoffen das sie sich auf die Suche nach ihm machten und vor allem, das sie ihn  fanden.
„Und wenn nicht?“
Dieser Gedanke lässt den Mann erschaudern, noch mehr als die Kälte um ihn herum.
Was wenn sie ihn nicht fanden? Oder… Wenn sie ihn gar nicht erst suchten?
Denn wenn er ehrlich war, hatten die Dorfbewohner mehr als einmal und allzu deutlich gezeigt was sie von ihm und seinen Künsten hielten. Und zwar, gelinde gesagt, nicht besonders viel.
Er wurde geschlagen, gefesselt, geknebelt, verspottet, beleidigt und ein ums andere Mal mussten selbst seine Musikinstrumente, oder sogar seine Hütte dran glauben.
Was sollte die Dorfbewohner also davon abhalten, sein verschwinden einfach…
Zu ignorieren?

Von diesem Gedanken zu tiefst getroffen, steigen dem Barden die Tränen in die Augen.
Sie würden ihn nicht vermissen. Vielleicht waren sie sogar einfach froh, wenn…
„NEIN!“
Unter Tränen und schon mit sichtlichen Mühen schüttelt Troubadix den Kopf, in dem Versuch diese Gedanken aus seinem Kopf zu vertreiben.
„Sie sind meine Freunde, beim Teutates!
Sie lassen mich nicht im Stich!
Sie werden mich suchen!
Sie werden mich finden!
Ich muss nur… noch ein wenig… Durchhalten…“
Doch genau das fällt ihm mit jedem Augenblick der verrinnt schwerer. Er fühlt sich müde und schwach, er spürt weder seine Finger, noch seine Zehen. Der Schmerz in seiner Seite aber, schien ebenfalls verschwunden, er zitterte nicht mehr, dafür beginnt eine seltsame Taubheit von seinem Körper Besitz zu ergreifen. Er hatte inzwischen auch jegliches Zeitgefühl verloren. War er erst ein paar Minuten in dieser misslichen Lage, oder waren es schon Stunden? Er wusste es nicht mehr. Doch eine Sache wusste er ganz genau:
„Ich darf nicht… einschlafen…
Das wäre mein… Ende…“
Doch seine Augenlieder waren plötzlich schwer wie Blei und ohne dass er etwas dagegen tun konnte, fallen sie ihm zu, während er in einen traumlosen Dämmerschlaf hinübergleitet.
So liegt er still und regungslos inmitten des Winterwaldes, während der Wind heulend die Bäume zum Ächzen bringt und der Schnee seinen Körper und seine Fußspuren bedeckt…
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