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Schattenwelten 2

Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Sci-Fi / P12 / Gen
22.02.2022
24.11.2022
11
132.992
 
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24.11.2022 15.122
 
Wohin jetzt? Nun es ging weiter. Auf zu neuen Ärger, was war auch anderes zu erwarten? Wenn mich jemand gefragt hätte …. tat aber niemand. Daher mußte ich auch niemand verraten was mir grad eher zusagen würde. Gut, ich war noch keinen Vormittag alt, nur hatte ich bisher keine normale zehn Minuten erleben dürfen. Na halt was man so als normal versteht. Ok, was ist normal? Für mich war es normal, zwei Sturmgewehre zu schleppen und abzuwarten, wann wir auf die nächsten schießwütigen Irren treffen würden. Für andere war es normal, mit dem Wachturm in der Hand rumzustehen und darauf zu warten, daß jemand, der echt nicht ganz normal sein kann, ihnen diesen Mist abkauft. Ne, du glaubst ja nicht, was so alles normal ist.
Soll auch so Zeitgenossen geben, für die ist es normal, einen nigerianischen Prinzen einen ansehnlichen Betrag zu überweisen und zu glauben, aus Dankbarkeit für diesen kleinen Dienst die Hälfte eines Millionenvermögens zu bekommen. Schwer vorstellbar, doch sie versenden nach wie vor ihre Mails und wenn sich kein Idiot finden würde, würden sie das ja einstellen.
Fehlte auch nicht an Menschen, für die ist es normal an Sternbilder zu glauben und davon überzeugt waren, daß die Planetenstellungen irgendeinen Einfluss auf ihr persönliches Leben hätten. Was wen zu dem Witz inspiriert hatte, Ich bin Widder und Widder glauben nicht an Astrologie. Ausgesprochen witzig, nicht?
Ok, andere halten es für normal auf einen Teppich niederzuknien und zu erwarten, daß sie dafür mit dem Paradies und zweiundsiebzig Jungfrauen belohnt werden. Ja, ich wußte daß ich nicht dabei war, doch ich erinnerte mich, es gab Zeiten da war es für viele normal an Ideologien zu glauben und darauf zu hoffen, daß weil es so drinstand, die Revolution und das letzte Gefecht ausbrechen würde. Und das waren keine Deppen, das waren teils hochintelligente Menschen. Denen dürfte irgendwann aufgefallen sein, daß sich die säkulare Religion Marxismus in vielen der christlichen Religion glich und das konnte kaum zufällig passiert sein. Ob die Weltrevolution, die dem letzten Gefecht zwischen gut und böse entsprach oder dem Kommunismus als Endzustand, der im Glauben an das Reich Gottes seine Entsprechung hatte, da hätten sie doch gleich in der Kirche bleiben können. Normal ist eben ein vielfältiger Begriff.
Ein Gewehrlauf den ich im Rücken spürte, verlangte meine Aufmerksamkeit und natürlich seine Besitzerin.
„Nein, ich will es nicht wissen!“ ließ mich Kira wissen.
„Ok, dann nicht!“ gab ich nach.
„Willkommen zurück!“ goss sie zwei Liter Hohn über mich aus, metaphorisch betrachtet. „Ich hab dich zwar nicht vermisst, ne das wär gelogen. Und du hast es sicher erkannt!“
Es schüttelte mich eiskalt. Ja, ich hatte das Zitat erkannt.
„Das ist nicht die Matrix!“ war ich überzeugt.
„Kann sein, aber trotzdem kein Grund zu träumen. Was wenn du bereits in einen Traum bist?“
„Wenn das ein Traum ist, dann wärst du meine Traumfrau!“ wurde ich leichtsinnig.
Ein Knurren bestätigte meinen Verdacht.
„Sei froh das du noch Yori als Traumfrau hast, ich könnt dich grad …..!“
Sie überließ es mir darüber Vermutungen anzustellen, was sie mich könnte, wenn Yori nicht da wäre.
„Du bist wirklich ein Schatz. Was tät ich nur ohne dich!“ hatte ich eine Gelegenheit ironisch zu werden.
„Dich feige verkriechen, statt zu kämpfen!“ war sie um die Antwort nicht verlegen.
Ne, mit der wirst nicht fertig, war mir schon klar.
„Wie ich sagte, du bist anpassungsfähig!“ warf Yori ein.
„Ja, glaubst es?“
„Ja, sie darf sich auch mal äußern!“ bemerkte Kira und warf mir einen spöttischen Seitenblick zu.
Es war alles ruhig, etwas zu ruhig. Wir bewegten uns langsam von Pfeiler zu Pfeiler, die eine Überführung stützten. Einen Moment erschien vor meinen geistigen Auge, wie man das so nennt, eine Sprühdose. So viel Beton. Was könnt man hier rumschmieren. Doch dafür hatten wir eh keine Zeit und Graffiti schien hier nicht eingeplant zu sein. Sollte wohl nicht ganz so verkommen aussehen. Aber nicht mal Plakate? Schon verstanden, für Konzerte hat keiner Zeit. Profit anschaffen ist wichtiger. Ich fragte mich gerade, wie kann man in so einer Welt nur leben? Na gut, dann keine Farbdose, aber selbst wenn ich eine gehabt hätte, was hätte ich hinsprühen sollen? Meinen Namen? Wozu soll das gut sein? Macht man auch nicht, sondern man wählt ein Tag und dazu bin ich noch gar nicht gekommen. Weder einen zu wählen, noch den zu stylen.
Den Originalnamen hinschreiben? Ja, geht. An besonderen Orten, die man besichtigt. Ich war noch nie hier gewesen und werd auch nie wieder herkommen. Daher schreib ich meinen Namen hin. Haben Menschen schon immer so gemacht, seit sie schreiben konnten. Na eben.
Aber wenigstens bot Beton Sicherheit. Gewissermaßen. Bunkerbrechende Munition werden sie kaum mitschleppen. Wär etwas übertrieben, aber wer weiß?
„Sind wir echt allein?“ sprach ich es aus um wenigstens etwas zu sagen.
„Nicht so …..!“
Ein Schnauben ließ sie abbrechen. Und schau an, da kamen die beiden Nashörner angetrabt. Die sind ja auch noch da und störten sich nicht weiter an uns. Ich nahm an, sie suchten eine Grünanlage. Hier gab es ja nichts dem sie was abgewinnen konnten.
„Solange die Zooviecher unterwegs sind, sind die Pfeifen beschäftigt!“ meinte Kira und nickte dabei bekräftigend. „Irgendwie scheinen die keine richtige Strategie mehr zu haben. Sonst könnten wir uns kaum so locker bewegen!“
Da könnte was dran sein. Doch sollten wir nicht glauben, daß wir hier den Überblick hätten. Yori möglicherweise. Doch die sah derzeit keinen Anlass etwas von sich zu geben. Ich riskierte einen Seitenblick. Yori machte einen entspannt stoischen Eindruck und ihr Gesichtsausdruck ließ wie üblich keinen Schluß zu, wie es in ihr aussah. Oh ja, sie erinnerte mich gerade an die Stoiker aus dem alten Griechenland. Die hätten ihre helle Freude an ihr gehabt. Lass es einfach laufen, du kannst es ohnehin nicht ändern. So wirkte sie meist, was nicht hieß, daß sie Schicksalsergeben war. Wäre es so, gäbe es mich gar nicht. Noch ein paar Schritte und wir hielten erstaunt an. Was für ein Bild. Erstmal nichts weiter als eine der üblichen Informationstafeln in Form eines flachen hochkant stehenden Bildschirms. Das war es nicht, was uns erstaunt stehenblieben ließ. Es waren die Zuschauer. Und ja, die gab es wirklich. Eine Bande affenartiger Viecher hatte sich davor hingesetzt und betrachtete das Farbgeflimmer, ohne zu kapieren, was das sollte.
„Oh em Gee!“ entfuhr es mir das Akronym aus der Netzsprache. Hatte den Vorteil, daß ich den Namen Gott nicht aussprechen mußte. Warum das? Nun was die da trieben war schon bemerkenswert religiös. „Sie sitzen vor dem Gerät als wollten sie es anbeten!“
„Wau, beeindruckend!“ konnte auch Kira nicht anders.
„Sehen wir hier eine neue Religion entstehen?“ konnte ich nicht anders, als es leise auszusprechen, als hätte ich Angst, ein religiöses Ritual zu stören. „Wer weiß? So könnte es angefangen haben. Nein, einen Infoscreen hatten die sicher nicht. Soll ja ein brennender Dornbusch gewesen sein. Nu ja, wem die Technik völlig fremd ist, könnte auf so Ideen kommen. Aber wer hätte damals so ein Teil hinstellen können? Schau sie dir an, sie kapieren zwar nichts, sind aber total von dem Geflimmer fasziniert. Wenn die so weitermachen, dann fangen sie noch an die blitzenden Farben zu lobpreisen!“
Zugegeben, meine Worte waren etwas ins Zynische abgeglitten, doch das konnte Kira immer noch besser.
„Wenn wir noch länger zusehen, könnten sie auf dumme Gedanken kommen. Entweder von uns Kirchensteuer zu verlangen oder uns dem großen Pixelgott zu opfern!“
„Hätt's wissen müssen, du bist unschlagbar!“ gab ich zu.
„Und dann gibt’s noch ne Kirchenspaltung und sie haun sich die Köpp ein!“ wurde Kira gemein. „Ey schau mal!“
Das Bild wechselte und nun kam eine Botschaft. Klare Zeilen formten die Messsage. Und ja, sie schien für uns gedacht. Warlord Zaj hat sich ergeben. Wir fordern die Gruppen die noch Widerstand leisten auf, sich ebenfalls zu ergeben. Wir garantieren ihnen faire Behandlung. Ja so stand’s da. Kira reagierte mit einen ironischen Schnauben.
„Nennt man gemeinhin auch Desinformation. Kein Wort von glauben. Der hat sich ergeben? Witzig was? Zu schade daß die Viecher nicht lesen können, sie hätten nun einen Namen für ihren Gott!“
„Dir ist auch gar nichts heilig!“ wies ich sie nicht ganz ernst zurecht.
„Natürlich nicht. Aber schau mal, früher als der Mensch ….. na ja, als er noch mehr nach Affe als nach Mensch aussah, da könnte er so wie hier das Wetterleuchten betrachtet haben. Raffte zwar nicht was das soll, aber es sah bedrohlich aus. Es machte Angst und was machen wir denn nun? Könnten wir nicht was opfern, damit dieses Licht uns in Ruhe lässt? Gesagt getan, ja dieser Arsch, der mir das beste Stück weggefressen hat, den wollt ich schon immer ….. ja, das ist es. Und alle auf ihn. Den opfern wir. Könnt ja so ….. Ok, war nicht dabei!“ hielt Kira mir diesmal einen Kurzvortrag.
„Du hast auch vor nichts uns niemand Respekt. Nein, ich will dir gar nicht widersprechen. Das Opfern zieht sich durch die Geschichte der Menschheit. Früher waren's noch Jungfrauen, heut zumeist Leute die abweichende Meinungen haben. Nennt man Blasphemie und da gibt’s so einige Gegenden, da kann das recht ungesund werden. Und ich rede nicht vom tiefsten Mittelalter, ich rede vom Einundzwanzigsten Jahrhundert!“
Und nun gab es wieder neue Bilder. Eine Gruppe war zu sehen, die aus einer Grünanlage kam und sich vorsichtig bewegte. Zwei Frauen und ein Typ dazwischen. Und von weiteren Bewaffneten flankiert.
„Wau, das sind ja wir!“ staunte Kira.
„Hoffen wir, daß die es nicht so ganz raffen. Nicht das sie noch anfangen …..!“ ließ ich den Satz offen.
„Dich anzubeten?“ zischte sie fies. „Das könnt dir so passen. Verlierst ja noch völlig die Bodenhaftung!“
„Nu ja, solang sie für mich keinen Tempel oder sowas bauen …..!“
„Ein Glück, daß sie nicht lesen können. Gäb dann noch n heiliges Buch. Noch eins? Als wenn der bisher geschriebene Glaubensmüll nicht reichen würde!“
Und wieder änderte sich das Bild.
„Gebt auf, wir behandeln euch nach dem Kriegsrecht als Kriegsgefangene!“ las Kira vor.
„Ich seh keinen Hinweis, wer dieses Zeug schreibt!“ stellte ich fest.
„Kann sonstwer sein. Wie gesagt, nichts drauf geben. Ist wie Flugblattpropaganda. Da stand auch immer, faire Behandlung und so. Was auch sonst? Wer schreibt auch, zur Begrüßung gibt’s erst mal den Gewehrkolben in die Fresse!“ zeigte Kira Sachkenntnis.
„Hm, weißt woran mich das Bild erinnert?“ hatte ich eine Idee.
Sie warf mir kurz einen Blick zu.
„Zweitausendeins. Ja, die Anfangsszene mit den Affen vor dem schwarzen Monolith. Ei was sind sie davor rumgetanzt. Die hier sitzen erstarrt und andächtig davor. Willst nicht den Propheten machen?“
Ich zog die Schultern zusammen. Einfälle hatte die.
„Ich glaub, besser nicht. Weißt doch, der Prophet gilt nichts im eigenen Land und s war schon früher ein ungesunder Job. Denk an Troja. Da kamen die Schlangen aus dem Meer und erwürgten den Warner mitsamt seinen Kids. Aber als Standbild ein klasse Motiv. Fehlt in keinen Buch zur Kunstgeschichte!“
Irgendwo in den Büschen raschelte was. Klang nicht weiter bedrohlich. Noch machte ich mir keine Gedanken drüber. Darüber schon, wieder wechselte das Bild und diesmal waren nur wir drei zu erkennen. Die Affenbande schien damit überfordert, einen Zusammenhang zwischen den Bild und uns herzustellen. Sie beachteten uns nicht. Noch nicht. Und um was geht's? Kira las es vor.
„Warnung vor Terroristen. Diese Gruppe tötet wahllos Zivilisten. Bei Antreffen sofort Sicherheitskräfte informieren. Nicht selbst aktiv werden!“
Sie schüttelte sich als hätte sie ein kalter Windstoß erwischt.
„Die Propaganda wird ja immer bekloppter. Ne, das ist schon Rufschädigung!“
Sie zog ihre Handfeuerwaffe und gab einen Schuß in den Schirm ab. Nach dem Knall funkte und knisterte es im Screen und die Farben verschwanden. Graue Flächen breiteten sich aus, zudem zogen Rauchfäden auf und bei den Zuschauern kam Unruhe auf. Sie drehten sich um und selbst für Halbintelligenzen konnte es keine unlösbare Aufgabe sein, einen Zusammenhang festzustellen.
„Oh weh, ich fürchte du hast grad ihr Heiligtum geschändet. Sei froh das sie nicht reden  können, dann bekämen wir jetzt sowas wie …… hm, Blasphemie und steinigt sie, zu hören!“
Sicherheitshalber drehte ich mein Sturmgewehr so, daß ich notfalls mit dem Kolben zuschlagen konnte. So ganz sicher fühlte ich mich ja nicht. Die waren zwar kleiner als wir, aber zahlreich.
„Was? Kommt nur her, dann geht's aber ab wie bei Moses, als er ihnen das Goldene Kalb um die Ohren schlug!“ war Kira nicht aus der Ruhe zu bringen. Und schau an, sie kannte diese Story.
Zwei Vorwitzige sprangen auf sie zu. Blitzschnell wich sie aus und verpasste einen nen Tritt, der dem Vieh das Fliegen lehrte und das bevor die Evolution darüber nachdenken konnte, ob Flugaffen einen Überlebensvorteil hätten. Weitere sprangen auf unsere Trooper zu und bekamen von ihnen die Gewehrkolben um die Ohren gehauen. Einer sprang Yori an und wollte sich in ihren Arm verbeißen. Da hast dir aber die Richtige ausgesucht. Ne, keine gute Idee und das erfuhr der auch sogleich. Yori packte das Vieh und schleuderte den gegen den noch knisternden Screen. Es hörte sich an als hätte man einen Sandsack auf einen Gitterrost geschmissen. Zischende Laute waren von den Viechern zu hören. Das war wohl zuviel gewesen. Sakrileg, Gotteslästerung, Missetat, Kirchenschändung, Frevel, Sünde, Tabubruch, Entweihung.
Auf einmal kam was angeschossen. Braun und pelzig. Und noch eines. Nun erkannte ich sie, das waren die also. Zwei Fossas waren uneingeladen aufgetaucht um die Party zu ruinieren. Die Affenbande bekam die Panik und kreischend flüchteten sie in alle Richtungen. Und nun erinnerte ich mich auch. Lemuren standen in Madagaskar auf ihrer Speiseliste. Deswegen die Panik. Sie flüchteten in alle Richtungen und die Fossas hinterher. Schnell waren sie außer Sichtweite.
„Wou, was für n bekloppter Haufen!“ war Kira voll begeistert.
„Ist dir klar, daß du möglicherweise die Entstehung einer neuen Religion verhindert hast?“ fragte ich scherzhaft.
„Wenn, dann grad rechtzeitig, bevor sie anfangen Jungfrauen zu opfern!“ sagte sie heiter und lachte über ihren eigenen Witz.
„Welche Jungfrauen? Redest du von dir?“
Worauf sie mich hinterhältig ansah.
„Willst du es ausprobieren?“
„Ähm … ja …. das ist …. nein das war kein Angebot!“
ich wußte, sie wollte mich nur provozieren.
„Schau mal an, da verlierst sogar du die Fassung!“
„Bei so einen Thema? Jungfrau oder nicht, jemand wie dich stößt man nicht von der Bettkante. Würd ich auch nicht und wenn ich eine jüngere Ausführung wäre ….. Ok, du darfst mir ruhig Altherrenphantasien vorwerfen. Und? Ist ja nicht verboten. Und was? Genieße es, daß du so attraktiv gezeichnet wurdest, von wem auch immer!“
„Viel Auswahl hatte ich bisher ja nicht!“ seufzte sie unerwartet. „Mick hat ne Freundin, gut ich durfte ja, sollt nicht klagen. Sonst? Tim? Rechnernerd, na ja. Kims Freund Ron? Was für’n Notfall, doch süß ist er schon. Und was uns sonst noch über'm Weg gelaufen ist, glaubst nicht!“
„Du mußt mir keine Einzelheiten erzählen. Das geht nur die Beteiligten was an!“ erinnerte ich.
„Ist ja sehr rücksichtsvoll von dir!“ hatte sie nur beißenden Spott für übrig. „Wenigstens hatten wir grad ein wenig Unterhaltung. Ist nur fair, wenn ich schon weder was zu saufen noch was zu …. weißt schon.
„Und dazu noch als Terroristin beschimpft wirst!“ erinnerte ich an die letzte Meldung.
Worauf sie sich zu mir drehte und mir ihre Finger in den Bauch stieß.
„Du weißt doch, ich mach viel mit!“
„Aber nicht alles!“ konnte ich den Spruch vervollständigen.
Sie seufzte frustriert.
„Wenigstens du verstehst mich!“
„Heb dir den Spruch auf, wenn du gut gebechert hast. Derzeit geht's ja nicht, sind ja im Dienst!“
„In wessen?“
„Frag Yori!“
„Auf alles ne Antwort? Hat sich schon deine Freundin beklagt!“ durfte sie sich wieder der ironischen Rede befleißigen. „Ob es noch zu einen Treffen kommt? Würd ich zu gerne sehen!“
„Ja, die Schnecke ….. ich kenn sie gar nicht und sie steht mir schon jetzt bis hier!“
„Mußt sie nur besser kennenlernen. Dann macht sie sogar die Beine ….. nein, wird sie nicht. Die hat n Freund!“
„Schon gut, hattest mal wieder deinen vulgären Anfall? Ist s jetzt gut? Dann können wir ja wieder normal reden!“
„Lass mir doch den Spaß!“ hatte sie wieder nur Hohn und Spott zu bieten.
Mir entfuhr ein unhörbarer Stoßseufzer. Was willst machen? Klar, an wen soll sie ihre Provos ablassen? Die drei Trooper waren eh nur Bestandteil dieser Welt. Yori war nicht zu beeindrucken, also wer blieb übrig?
Ich hatte die Beobachtung meiner Umgebung ein wenig vernachlässigt. Nun freilich fiel es mir auf. Wir näherten uns einen freien Platz und befanden uns auf der obersten Ebene. Freie Plätze waren schon bemerkenswert, bei der Enge mit der alles zugebaut war. Und dafür gab es einen Grund wie ich sehen konnte. Vor uns lag sowas wie eine Brunnenanlage, allerdings lag sie gerade trocken. Und dahinter ein Glasaufbau der den Blick auf sich lenkte. Das kam mir irgendwie vertraut vor. Sollte das etwa …..?
„So stell ich mir den Eingang einer Mal vor!“ war Kira schneller.
„Wollt ich auch grad. Die haben ne Mal?“ war ich beeindruckt.
„Warum auch nicht?“
„Nu weißt schon ……!“ druckste ich herum.
„Ganz so spartanisch kann es ja nicht zugehen!“ war Kira überzeugt.
„Na klasse!“ sprach ich meine Befürchtung aus.
„Was hast du gegen eine kleine Shoppingtour?“ fragte Kira harmlos hinterhältig und wußte genau was ich meinte.
„Weiß nicht ob ich zahlen kann, aber was hättest du denn gern?“
„Reichtum, Luxus, alles was es da gibt!“ sprach sie es ironisch aus.
„Ich vermute sicher richtig, das wir ohnehin nicht bezahlen werden. Und was das Angebot angeht, vermutlich wie in jeder Mal. Globalisierter Standard. Parfüm ohne Limit, Designermode die ohnehin nicht Straßentauglich ist und für unsere Zwecke eh nicht. Jeder nur denkbare überteuerte Schnickschnack. Aber kaum was, daß uns weiterhilft!“
„Ich fürchte, du liegst richtig!“ seufzte sie. „Aber deswegen sind wir auch nicht hier!“
„Na bitte, du weißt es doch. Wir dürfen wieder schräge Bilder abliefern. Yori, müssen wir da …..?“
Ein dumpfer Schlag zerschlug meine Hoffnung
„Wenn du hier draußen als Zielscheibe rumstehen willst ….!“ ließ sie sich zu einer sarkastischen Antwort herab. Tia, wer dumm fragt, bekommt dumme Antworten. Hab ich mir selbst zuzuschreiben. Und nun kam Bewegung in unseren Haufen. Wir rannten über das leere Becken auf den Eingang zu. Irgendwer hatte sich bereits lautstark angekündigt und wird sicher nicht lange auf sich warten lassen. Kaum hatten wir den Glaseingang erreicht hörte ich eine Folge von seltsamen Lauten. Zing, Zing, Zing würde man sie im Comicbild ausschreiben. Und gleich darauf splitterte das Glas. Ich war mal wieder zu langsam und fühlte mich auf einmal gepackt und rücksichtslos nach vorne gezogen. Das war Yori und nicht zu früh. Hinter mir fielen die Glasscherben klirrend zu Boden. Wir liefen in die Halle rein und vor uns gab es eine Grünanlage die immerhin Sichtschutz bot. Drum herum lagen die einzelnen Läden plus Auslage. Und wie ich feststellen konnte, es war niemand da. Niemand der aufpasste, niemand an den Kassen. Voll die Selbstbedienung. Oder ein Paradies für Plünderer, wie man böswilligerweise auch sagen könnte. Doch dazu würden wir kaum kommen, vermutete ich. Wir hatten eine improvisierte Kampflinie gebildet. Rechts von uns sicherten die drei Trooper. Doch die Angreifer ließen sich nicht blicken. Offenbar hatten sie es nicht eilig. Einen Moment fragte ich mich, warum alles verlassen war. Doch dann hatte ich die Lösung. Ausgangssperre. Hier natürlich auch. Hinter uns gab es einige Glasvitrinen mit diversen Flaschen. Duftstoffe. Da fiel mir was ein.
„Weißt Kira, so mitten in der Sammlung von Duftwässerchen. Da sollt ich dir was verraten. Ich bin geruchsblind, wenn ich das mal so sagen darf. Wenn ich was rieche, dann stinkts bereits daß andere flüchten!“
„Und warum erzählst du mir das!“
„Ich wollte nur einer Enttäuschung vorbeugen. Nicht daß ich von dir erwarte ….. ne, du stehst nicht auf so Zeug. Hast auch gar nicht nötig, ganz bestimmt nicht!“ versicherte ich ihr.
„Ach so, du meinst, ich sprüh mich damit ein und werd stinkig weil du nicht reagierst? Ich nicht, andere schon. Und du bemerkst nichts. Ok, nur glaubst doch nicht ernsthaft, eine der hier beheimateten Mäuse könnte dir das verübeln. Wenn, dann benutzen die das Zeug nicht wegen dir. Ne, so geschmacksverirrt können nichtmal die sein, daß sie ausgerechnet dich beeindrucken wollten!“ lautete ihr gnadenloses Urteil.
„Hart aber du hast sicher recht. Trotzdem, schau dir den überbordenden Luxus an. So muß es in den Emiraten zugehen. Da kannst die Ölmillionen sehen und irgendwo muß der Reichtum ja hin. Die Gastarbeiter die das unterbezahlt hinstellen haben in solchen Kunstwelten nichts zu suchen. Die kommen allenfalls zum putzen, dann wenn man sie nicht sieht. Ist eben für die, die sich’s leisten können. Ja was …..?“
„Machst wieder auf Sozialrevolution?“ antwortete sie spöttisch.
„Nur so ne Angewohnheit!“ gestand ich. „Ich weiß wozu der ganze Glitzerkram da ist!“
„Ich weiß es nicht!“ meldete sich Yori. „Menschen benutzen gelbes Schwermetall um es sich umzuhängen, seh ich an den Bildern. Der Sinn erschließt sich mir aber nicht!“
Unsere Reiseleiterin hatte sich mal wieder gemeldet. Schau an. Das schien ihr etwas fremd zu sein. Programme denken eben nüchtern.
„Das versteh ich. Sich mit dem Zeug zu schmücken gehört zum irrationalen Verhalten vor allem des weiblichen Teils der Menschen. Gibt es seit Menschen Werkzeuge benutzen können und dient dazu, die Frauen attraktiver zu machen. Gab es schon im alten Ägypten. Kannst auf alten Wandbildern sehen. Und s war schon damals nicht anders als heute. Je älter die Frauen wurden, desto mehr Glitzerzeug brauchten sie. Nein Kira, du siehst auch so gut aus. Wenn auch etwas verdreckt. Na sogar mit Dreck im Gesicht ….. weißt schon!“
„Oh, man dankt!“ bemerkte sie hintergründig. Ihr Blick mit dem sie mich bedachte, ließ Assoziationen zu einer Giftschlange kurz vor dem Biss aufkommen.
„Geht es um Fortpflanzungsverhalten?“ betätigte sich Yori als Romantikkiller.
Kira und ich sahen uns sprachlos an, dann begann sie übergangslos zu lachen. Na schön, wenigstens sie konnte Yoris schrägen Unverständnis etwas Humor abgewinnen.
„Sie ist einfach unbezahlbar. Da gibt’s einige, die könnten ganze Buchseiten damit füllen, warum wir all das Zeug brauchen. Warum Frauen schon immer die Männer von sich überzeugen wollten, daß sie die Schönste im ganzen Land sind? Und sie fasst das einfach mit einen Wort zusammen. Und der Witz dran ist, es trifft zu!“
Wir hatten Zeit dafür, denn wer immer rumfeuern wollte, ließ sich Zeit. Aber die Bühne war bereit. Nun mußte nur noch alles in Stücke geschossen werden.
„Kommt, wir verziehen uns besser in den hinteren Bereich, solange es problemlos möglich ist!“ sprach Yori leise. Mehr war auch nicht nötig.
Es ging vorbei an einer Grünfläche in der Mitte, die von einen kleinen Baum bestimmt wurde. Darum herum gab es Sitzgelegenheiten aus Holz. Wir passierten weitere Läden die allsamt offen standen und verlassen waren. Im Grunde eine Einladung der kaum jemand widerstehen würde. Wenn es Schusswaffen gegeben hätte, doch genau das stand nicht so offen rum. Wir waren demnach darauf verwiesen,was wir dabei hatten.
„Runter, sie kommen!“ kommandierte Yori.
Kaum hatte sie ausgesprochen, hörte ich die Salven einschlagen. Und ja, das mußte genau so kommen. Einen Parfümladen erwischte es voll. Die ganze Reihe an Flaschen splitterte auseinander. Die Wässerchen spritzten und liefen aus. Am Boden vermischten sie sich, nur ich hatte geruchsmäßig betrachtet nichts davon.
„Was für n schräger Geruch. Von jeden etwas, ist ja voll daneben!“ bemerkte Kira.
„Entgeht mir gerade was?“ konnte ich gerade sarkastisch werden.
„Und du merkst nichts davon? Hast ja gesagt. Bist grad zu beneiden!“ gab sie zu.
Noch war keiner der Angreifer zu sehen. Sie schossen auf Verdacht und wieder feuerten sie hinein. Glas splitterte und diesmal traf es die Schaufenstermännchen und -weibchen. Mehrere von ihnen verloren ihre Standfestigkeit und landeten auf dem Boden. Andere hatten auf einmal dunkle Löcher in den teuren Designerjacketts. Ob da die Versicherung für Kriegsschäden haftet?
Noch ein Feuerstoß und der schlug in die Vitrinen daneben ein und hinterließ spinnennetzartige Muster. Sicherheitsglas. Splitterte nicht so einfach, konnte aber diese Geschosse nicht aufhalten. Und was dahinter ziemlich in Unordnung geriet, war eigentlich dazu gedacht, die Konten der Männer erheblich zu belasten. Es sollte nicht verwundern, selbstverständlich gab es hier Alarmanlagen und die Toleranz dieser war gerade überschritten. Rotes Licht blinkte auf und eine Sirene trötete. Doch was nützt die beste Alarmanlage, wenn sie niemand beachtet? Wenn es Sicherheitsleute geben sollte, dann waren die ebenfalls abgehauen. Wir knieten bodennah und versuchten uns unsichtbar zu machen. Und da bemerkte ich was. Na sicher gab es hier Überwachungscams. Wenn auch in kleinerer und dezenterer Ausführung.
„Kira, schau mal da oben!“
„Was soll …. oh. Ja, die Mal dürfte damit gut bestückt sein. Sind wir mal wieder die Stars?“
„Noch nicht, müssen wohl erst liefern!“ war ich sicher.
„Still!“ befahl Yori.
Ihr Tonfall ließ keinen Widerspruch zu und mit Grund. Wir bekamen Besuch.
„Sie sind nicht hier!“
„Woher ….?“
„Ich seh niemanden!“
„Muß noch nichts ….!“
„Die sind aber …..!“
„Können längst sonstwo sein!“
„Es hat niemand zurückgeschossen!“
„Idiot, das spricht für Profis!“
Wir konnten sie gut hören und es dürften mindestens vier sein, eher mehr. Und sie bewegten sich sichernd. Ganz so dumm waren sie demnach nicht.
„Schau dir das an!“
„Was n Reichtum!“
„Dafür haben wir keine Zeit!“
„Und was willst damit?“
„Entweder sind sie nicht mehr hier oder …..!“
„Oder was?“
„Könnt ihnen ja einheizen!“
„Rauchgranate? Sehen wir selbst nichts mehr!“
„Nein die!“
„Tränengas? Spinnst du?“
„Hier drin? Da sind wir die Ersten die flüchten!“
Jemand stieß mich an. Es war Yori. Sie legte den Finger auf ihre Lippen und stand vorsichtig auf. Ich gab mir Mühe ihr lautlos zu folgen. Hinter mir schlich Kira. Die drei Trooper hielten ihre Linie. Weit hatten wir es nicht, da war unser Ziel. Ein Vogelkäfig. Ich nickte Kira zu.
„Hat mich schon gewundert …..!“ sprach ich leise.
Also doch keine Täuschung. Die waren das. Diese panischen Laute.
„Besser geht's nicht!“ flüsterte sie und machte sich bereits an den Käfig zu schaffen. Die teils recht exotisch aussehenden Pieper betrachteten mißtrauisch und nervös ihr Treiben. Und da fiel mir eine Dose auf, die am Boden lag. Ich griff zu und wie zu sehen war, es schien sich um ein Reinigungs oder Desinfektionsspray zu handeln. Die brachte mich auf eine Idee.
„Weg vom Ausgang!“ sagte ich leise.
Kaum hatte sie sich zur Seite bewegt, sprühte ich eine Ladung davon in den Käfig. Es wirkte genau wie erwartet. Die Pieper gerieten in Panik und stürmten den offenen Käfigausgang. Flatternd und kreischend flogen sie in Richtung unserer Besucher. Klar waren die erst mal überrascht und wußten nicht was da los war. Sie feuerten spontan einige Salven ab, was die Vögel noch mehr in Panik versetzte. Wir liefen inzwischen zurück und gingen in Deckung.
„Feuer einstellen!“
„Das sind nur ….!“
„Verschwindet ….!“
„Weg da!“
Und nun sahen wir sie.
„Hau ab, Mist…..!“
Der kam nicht mehr dazu das Wort zu beenden. Ein gezielter Schuss Kiras und er fiel mit einen dumpfen Laut auf den Boden. Vor mir sah ich einen der sich gerade zu mir drehte. Verdammte Scheiße, jetzt mach besser hin. Ich zog durch und ein Feuerstoß traf. Noch im Fallen schoß er, doch seine Salve ging in die Decke. Weitere Schüsse waren zu hören. Das waren offenbar unserer Trooper und dann war wieder Ruhe. Eine gespenstische Ruhe, nachdem der letzte Schuß in die Gängen verhallt war. Es war Kira die mich hochzog.
„Du machst dich. Mußtest zwar dein Magazin leerfeuern, na gut. Ein Treffer hätte es auch getan!“
Ich stand schweratmend da und sah mir die Bescherung an.
„Du hast gut reden!“
Wie ich sehen konnte, wir hatten sie alle erwischt. Bei uns gab es keine Ausfälle. Und natürlich ließen unsere drei Trooper sich die Gelegenheit nicht entgehen sie freundlich um die noch vollen Magazine zu erleichtern.
„Wozu so Piepmätze alles gut sein können!“ sprach Kira ihren Gedanken aus und besah sich das Chaos mit einer gewissen Schadenfreude. „Denen mit dem Giftzeug einzuheizen war auch nicht schlecht. Du lernst dazu!“
Einer der Trooper warf ihr ein Magazin zu und fast beiläufig fing sie es auf. Sie steckte es ein und drehte sich zu mir.
„Hoff die Prinzessin bekommt das zu sehen. Vor allem dich. Ich sach dir, die kriegt Mordgedanken wenn sie dir begegnet!“
„Beeilt euch!“ sagte Yori trocken. „Das war nur ein Erkundungskommando!“
„Ok. Bedient euch und dann weg hier!“ stimmte sie zu.
Wir bewegten uns nun in die Mal hinein und erreichten eine kreisförmige Halle deren Decke mit einen Wolkenhimmel bei Vollmond bemalt war. Wau, dachte ich. Soviel Kunstsinn traut man dem Volk gar nicht zu. Nur Konsum war dem Zeichner wohl zu langweilig. Die Halle führte in die Tiefe und der freie Raum war von zwei umlaufenden Galerien umschlossen und an den umlaufenden Gang gab es reihten sich weitere Läden oder anders ausgedrückt, es gab noch einiges zu zerdeppern. Ich war neugierig und blickte nach unten. In der Mitte gab es eine grüne Insel mit einen baumartigen Gebilde. Am Ende der Runde gab es große Bildschirme unbeeindruckt vor sich hin flimmerten und Werbung zeigten. Die Werbung lief, gleich ob jemand hinsah oder nicht. Ja das ist der kleine Unterschied. Ein Mensch der redet, merkt ob man ihm zuhört. Sieht er, das seine Zuhörer sich anderweitig beschäftigen oder ungeduldig werden, wird er reagieren. Ich erinnerte mich an den alten Spruch aus der Schule. Wenn alles schläft und einer spricht, dann nennt man dieses Unterricht. Nun entweder wird er seine Rede einstellen und fragen was los ist oder sonstwie Aufmerksamkeit einfordern. Ein Medium ist kein Mensch und dem Medium, gleich ob ein Plakat an der Wand, oder ein Bildschirm, ist es gleich ob irgendwer zuschaut oder es beachtet. Doch mir blieb keine Zeit für Betrachtungen zur Medientheorie von der Sorte, das Medium ist die Botschaft.
Ein lauter Schlag war vom Eingang zu hören. Offenbar kam die zweite Reihe zum Einsatz und hatte schweres Gerät dabei. Wir liefen los und die Treppe runter. Und weiter auf die unterste Ebene. Ich fragte mich grad, ob diese Komiker wußten, das es echt keinen rationalen Grund gab, die Mal zu stürmen. Jedenfalls kaum wegen einer kleinen Gruppe wie wir. Daß sie das nur taten, um schräge Bilder abzuliefern. Ich werd kaum Gelegenheit bekommen, es ihnen zu sagen. Kapieren würden sie es eh nicht, wenn sie sich das überhaupt anhören. Es gibt Dinge, die muß man nicht erst ausprobieren. Auch wenn es immer wieder Spinner gibt, die genau das verlangen.
Au ja, auf einmal kamen Bilder hoch. Auf der Zeil angekommen, wurde der Demorest von den Cops auseinandergejagt. Worum ging es überhaupt? Ah ja, genau. Meinhof. Nach ihren Tod gab es eine Demo und ja, es flogen Benzinflaschen. Was die Mehrzahl gar nicht mitbekommen hat. Und dann auf der Zeil, war es gesünder den Schlagstöcken auszuweichen. Doch einer denkt nicht dran. Zuviel vom gewaltfreien Widerstand geträumt? Der setzt sich auf die Straße und was passiert? Er bekommt einen Hieb auf die Birne und kippt von der Sitzhaltung in die Bodenhaltung. Wenn wir uns auf die Straße setzen, dann können die Cops uns doch nicht ….. aber wie sie s können. Das war ein Bild, das wirkt mehr als hundert Flugblätter oder gutgemeinte Texte. Immer wieder gab es ideologische Spinner, mit der genialen Idee, auf jeden Selbstschutz zu verzichten und geduldig die Schläge zu ertragen. Zieht sich durch die Geschichte der neuen Linken. Der Linken wohlgemerkt. Die Rechten vertreten eher die sozialdarwinistische Irrlehre vom Recht des Stärkeren und für die gehört Gewalt zum Geschäft.
Mein Verstand war grad etwas aufgedreht und natürlich wußte ich daß ich mich besser wieder meiner näheren Umgebung widme, bevor Kira mich behutsam darauf hinweist. Und ja, sie war kurz davor.
„Alles Ok, die Großbildschirme haben mich ein wenig inspiriert!“ entschuldigte ich mich.
„Da vorn ist ne Tierhandlung, die sollte dich inspirieren!“ wurde sie bissig.
Na das sehen wir uns doch mal an und da hatte sie ja den richtigen Fund gemacht. Wenn wir mit etwas Chaos anrichten können, dann genau damit. Wieder mal.
„Na lass doch mal sehen!“ freute sie sich bereits bei dem Anblick.
Die Glastür war offen und drinnen wurden die Viecher unruhig. Kira sah sich konzentriert um, welche Arten eignen sich dafür. Kaninchen? Ja klar. Und was haben wir noch? Meersäue? Nicht so ganz, aber besser als nichts.
„Beweg dich alter Mann!“ zeigte sie sich wieder von ihrer bezaubernden Seite.
Die Käfige zu öffnen war schnell erledigt. Und für den Notfall, schleppte ich immer noch die Dose mit. Hatte mir gedacht wer weiß wozu du die noch brauchen kannst und ja, genau dafür.
„Wenn ihr Angst vor der Freiheit habt, bleibt drin und lasst euch verwursten!“ rief ich ihnen aufmunternd zu. Der alte Cartoon, genau an den erinnerte mich die Situation.
Kira griff zu und zog eines dieser Hasenviecher raus.
„Raus mit euch. Draußen wartet eine ganze Welt darauf euch zwischen die Zähne  oder vor die Flinte zu kriegen!“
„Zum Glück verstehen sie dich nicht!“ fiel mir da ein, während ich mich an die Vogelkäfige zu schaffen machte.
Kira war bereits bei den Mäusen angelangt und verschaffte ihnen Auslauf. Vögel und Kleinsäuger, was man eben so erwarten darf. Die wuselten so rum aber da fehlte noch sowas daß man bei Rinder als Stampede bezeichnete. Genau da machte sich mein Phon wieder bemerkbar.
„Sicher deine Freundin!“ spottete Kira.
„Die will dich nur eifersüchtig machen!“ gab ich zurück.
„Findest dich jetzt witzig?“
Ich ignorierte sie und packte das Teil aus.
„Ich stör doch nicht!“ hörte ich Patty.
„Doch!“ antwortete ich trocken.
„Wir sehen was ihr treibt!“ sagte sie unbeeinduckt.
Ich ließ einen kaum hörbaren Seufzer ab.
„Geht das wieder los? Ja, die Mal ist voll von Cams. Nehm mal an, ihr habt alles mitbekommen, ja? Wie geht's Kim?“
„ …….. !“
„Sie meinen nicht meine Freundin ….. ähm, die rothaarige Kim ist …. ich sag mal so, na etwas reserviert. Ja hab schon kapiert. Die ist eben ausgerastet, ne die hätten sie hören sollen. Bei Kira sagt die ja schon gar nichts mehr. Nur bei ihnen ….. man sollt sie vor Gericht stellen und sowas!“
„Gibt’s bei euch eins?“ wunderte ich mich.
„Bin ich überfragt!“ antwortete sie desinteressiert.
„Gut, im Zweifel beruf ich mich darauf, daß ich nur eine Comicfigur bin oder so. Kann man Comicfiguren belangen? Gibt es dafür einen Präzedenzfall? Oder so, können Menschen Comicfiguren anklagen? Gelten ihre Gesetze auch im Comic? Weiß ja nicht, ob sich noch mal jemand damit befasst hat!“
„Na sie haben Nerven. Was soll das wieder werden? Was habt ihr mit den Tieren vor?“
„Wir haben noch nicht gegessen, ich such grad die Pfanne!“ rief Kira dazwischen.
„Ha Ha, sehr funny. Sieht ja schräg aus. Wollt ihr etwa wieder sowas …..!“
„Du bringst mich auf eine Idee!“ rief Kira.
„Ich hab mir nicht umsonst die Tränengasgranate gekrallt. Was glaubst was das für n Chaos gibt?“
„Hast du auch daran …. ?“ hatte ich Bedenken.
„Hab ich!“ sagte sie und zog die Dose raus. „Wenn ich zünde dann alle raus hier und dann brauchen wir Abstand. Und los, Bewegung!“
Wir zögerten nicht lange. Alle raus und dann zog sie die Dose ab und warf sie in die Tierhandlung. Und gleich darauf zog sie ihr Schießeisen und feuerte einen Schuß in die Scheibe um den Ausgang zu vergrößern. Ein Gekreische, Gefiepe und Gequieke begann und zeigte, das Zeug tat seine Wirkung. Wer noch im Käfig saß, stürmte spätestens jetzt raus und beteiligte sich an dem Massenausbruch.
„Ihr habt sie doch nicht mehr alle!“ hörte ich Patty schimpfen.
„Du kennst Kira doch besser als ich!“ sagte ich und bewegte mich im Laufschritt mit Kira und Yori irgendwo hin, wo …. na sehn wir schon. „Überrascht dich das?“
„Nicht wirklich!“ mußte sie zugeben.
„Na bitte!“
„Der hat die Ruhe weg!“ hörte ich auf einmal Kim. „Was für n ….. ich sag s ihnen. Wenn sie herkommen, wir sind alle Zeugen. Sie glauben doch nicht, sie kommen damit so einfach durch!“
„Wollen sie mich anzeigen?“ fragte ich freundlich. „Kira und Yori auch?“
„Sie sind einfach nur zum ….. nein, ich sag’s nicht!“ wurde sie wütend.
„Wissen sie Miss, ob sie mich vor Gericht oder sonstwohin bringen, sollten sie vorher mit Kira und besonders mit Yori ausmachen. Besonders Yori gehört zu denen, da stehst  besser nicht im Weg. Wenn sie mich braucht, dann hat sie wenig Zeit und Verständnis für ihre Befindlichkeiten!“ teilte ich ihr ruhig und gelassen mit. Die so angesprochene fühlte sich freilich nicht angesprochen und zog es vor zu schweigen.
„Kim, du weißt doch daß du gegen die nicht gewinnen kannst!“ meinte ich Ron zu hören. So ganz sicher war ich mir da noch nicht.
„Ron!!“ kanzelte sie ihren Freund ab.
„Beratungsresistente Zicke?“ fragte ich freundlich und gelassen.
„Die beratungsresistente Zicke kriegt der zurück. Ich bin zu gut erzogen um laut zu sagen wohin!“
„Sie hören es. Die muß sie nur sehen, das reicht für n Anfall!“ erläuterte mir Patty nur für den Fall, daß ich es nicht bemerkt hätte.
„Für n hysterischen?“ fragte ich im freundlichen Ton.
„Passen sie besser auf was sie reden!“ drohte sie mir unausgesprochen Übles an.
„Sie dürfen gerne herkommen!“ bot ich ihr an. „Allerdings hab ich eine Enttäuschung für sie. Wenn es hier Gerichte oder sowas geben sollte, nun der Staat hat sich von der Straße verzogen und überlässt den Laden denen die ein Sturmgewehr rumschleppen. Ist grad keiner für zuständig, mich anzuklagen, wofür auch immer!“
Ein wütendes Knurren war zu hören und dürfte wohl ihre Antwort gewesen sein.
„Übrigens, das mit dem Tränengas ….. das ist Tier ….!“ meinte ich Ron zu hören.
„Der stellt sich an!“ meldete sich eine Jungenstimme. Das könnte Tim sein. „Wenn s um die Freiheit geht, mußt gelegentlich eben etwas nachhelfen. Ja erzähl das Kira. Da bist aber an die Richtige geraten!“
„Was denn Ron? Du kennst sie doch!“ hörte ich Micks Antwort.
„Und wie!“
„Au ja, ich kann doch nicht einfach zuhören ohne dich zu grüßen!“ rief Kira ins Teil.
„Grüßen ja, mehr nicht!“ sagte Patty hart.
„Spaßbremse!“

Es schüttelte mich, das war doch voll die Wiederholung der letzten Szene. Genau das war die Struktur vieles Comicserien. Auf ein Neues und jetzt machen wir es besser.
„Aber ihr seht uns?“ wollte ich mich vergewissern.
„Sogar in zwei Einstellungen!“ konnte Patty mich auf den aktuellen Stand halten. „Und nicht nur wir. Sie sind schon jetzt voll der Star in der High!“
„Kann ich mir aber was drauf einbilden. Mir geht's nach wie vor darum die nächsten Minuten zu überleben!“
„Wer von Yori und Kira geschützt wird, um den müssen wir uns nicht weiter sorgen!“ kommentierte Tim ungefragt.
Da fiel mir was ein und ich sah zu Kira, um sie direkt anzusprechen.
„Fällt es dir auch auf? Tierbefreiung ist ein verbreitetes Thema in diversen Kinderfilmen. Der jugendliche Held …. ja s darf neuerdings auch ne Heldin sein, befreit oder rettet ein Vieh vor einen schlimmen Ende. Was n Zufall, nicht?“
Einen Augenblick zog sie nachdenklich die Augenbrauen zusammen.
„Da bist bei mir falsch, oder wer auch immer. Ich lass sie raus. Reicht doch. Retten sollen sie sich selbst. Bin doch nicht ihr Kindermädchen. Und sie sollen ihren verdammten Job machen, Chaos verbreiten, sonst landen sie doch noch in der Pfanne und zwar in meiner!“
„Ne, für so Filme wär die ne Fehlbesetzung!“ war Kim von drüben zu hören. Die vom Ermittlerteam, wohlgemerkt.
„Und was habt ihr nun vor?“ bemerkte Patty.
„Muß ich euch noch zuwinken?“ hatte ich einen fiesen Einfall.
„Muß er sicher nicht!“ intervenierte Kira. „Wir warten auf neue Idioten, die Blei fressen wollen. Gibt bestimmt nette Bilder, besonders für unsere Prinzessin. Pass nur auf, daß du bei solchen Szenen keinen Orgasmus kriegst!“
„Autsch!“
„Benimm dich!“
„Typisch Kira!“
„Die hat's drauf!“
„Kim schocken!“
„Macht sie immer gerne!“
„Wissen wir!“
„So is sie eben!“
„Immer n vulgären Spruch drauf!“
„Aber sie meint das nicht so!“
„Ne, meint sie nicht böse!“
„Immerhin auch rothaarig!“
„Und?!“
„Eben!“
„Kannst kicken!“
„Rothaarige sollten doch ….!“
„Kim ist s auch!“
„Und ….?!“
„Die und Patty?“
„Nicht grad so ….!“
„Ist eben schwierig!“
„Ne, ist ne dumme Kuh!“
„Patty!“
„Was denn?“
„Gib ihr ne …..!“
„Ich hab s echt versucht!“
„Ok!“
„Die weigert sich ihren Job zu schmeißen!“
„Und raffts nicht mal!“
„Nicht aufgeben!“
„Nichts für mich!“
„Ich auch nicht, da brauchst härtere Mittel!“
„Genau, soll sie sich nur mit Yori anlegen!“
„Wer kratzt sie dann von der Wand ab?“
„Ich nicht!“
„Kann Ron machen!“
„Ey, beruhigt euch!“
„Verlierst die Nerven, Loser?“
„Schön wenn du sich auch mal meldest, Bitch!“
„Kim kann ja denken was sie will, aber der Typ ist kein Monster!“
„Ausgerechnet du zeigst Verständnis?“
„Könnt dein Großvater sein!“
„Fresse Loser!“
„Ist aber kein Argument!“
„Macht sich doch gut, so als Anfänger!“
„Wundert mich nicht, bei der Ausbildung!“
„Kira kann das!“
„Könnt glauben das hast von ihr!“
„Nicht ganz, ich mußt es ganz schnell lernen!“
„Hab ich nicht vergessen!“
„Du weigerst dich ja so Dinger auch nur anzurühren!“
„Ich brauch sowas nicht!“
„Glaubst!“
„Ist so!“
„Hör die die an!“
„In deiner Kiddieserie hast s nie gebraucht!“
„Ich schon!“
„Man schießt nicht …..!“
„Auf unbewaffnete, ok!“
„Sagst du?“
„Ich betone unbewaffnet!“
„Gib's auf Mick, die is n hoffnungsloser Fall!“
„Und? Würdest du zusehen…..?“
„Hm……...!“
„Na bitte, soll sie mich hinterher runtermachen!“
„Verdankt sie dann dir, wenn sie das noch kann!“
„Ich verlang ja gar nicht …..!“
„Du nicht!“
„Kira schon!“
„Besser s kommt nicht soweit!“
„Willst dir nicht ansehen!“
„Wenn der wer Beine macht ….!“
„Bis dahin….!“
„Genießen wir die Show!“
„Au!“
„Ich glaub ….!“
„Das war n Zitat!“
„Weiß grad nicht ….!“
„Ey, Ruhe da drüben. Mensch, ihr könnt reden. Weiß schon nicht mehr wo mir der Kopf steht!“ kam ich an die Grenze meiner Geduld.
„Stellen sie sich nicht so an, machen sie s wie Yori. Die verliert nicht die Nerven!“
„Könnt sein, weil sie keine hat!“ äußerte ich eine Vermutung.
Und natürlich hatte ich nicht mal die Hälfte davon verstanden. Es ging wohl um Storys, da war ich nicht dabei. Konnte ich demnach auch nicht beurteilen. Kira wohl eher. Ich sollte mich besser beruhigen, doch etwas mußte ich noch loswerden.
„Was glaubt ihr eigentlich wer wir sind? Eure Nachmittagsunterhaltung?“
„Nein, viel besser!“ machte mir Patty hart aber herzlos deutlich.
„Ihr seid unbezahlbar!“ war Kim der gleichen Ansicht.
„Besser als TV, das ist echt!“ zeigte sich Tim begeistert.
„Und ihr seid echt der Hammer!“ schloß sich Mick an.
„Haltet mich für ne Spaßbremse, aber ich kann eure Begeisterung nicht so teilen, besonders wenn Menschen sterben!“ hatte die rothaarige Kim was gegen ihren Enthusiasmus.
„Tun wir nicht, du bist eine!“ hatte Patty eine klare Beurteilung zu bieten.
„Kim eben, die kann dem wenig abgewinnen. Und ich muß zugeben, ich find’s auch zu brutal!“ hatte nun Bonnie auch was zu sagen. „Muß aber zugeben, der Alte hat sich das nicht ausgesucht. Kira ist ja voll dabei, als hätt sie nie was anderes getan!“
„Hört euch die an!“
„Fresse Loser!“
„Ich wollt ja nur ….!“
„Hat einer Arsch gerufen?“
„Echt Bonnie, was würdest du ohne Ron machen?“ gab es ihr Kim sarkastisch zurück.
„Hätt ich immer noch dich!“ mußte sie nicht lange nachdenken.
„Gar nicht beachten, das ist nur Unterhaltung für die Unterschicht!“ zeigte Patty, sie hatte von Kira was gelernt. Pädagogisch gesehen nicht so der optimale Lehrstoff, aber immerhin. „Aber lassen wir das. Ich sehe was, das sie nicht sehen. Gibt ja ne Menge Cams. Die bösen Jungs kommen. Und sie haben ein Rohr dabei, weiß ja nicht …..!“
„Patty, kannst du irgendwas erkennen?“ rief Kira hart.
„Da steht so n Baum oder sowas!“
„Das reicht!“ sagte Yori trocken.
„Hier rein, alle!“ kommandierte sie.
„Das ist ernst. Los, Bewegung!“ kommandierte Kira.
Wir stürmten in einen Handyladen wie er in keiner Mal fehlen darf und zumeist gibt es mindestens zwei Ausführungen davon, dürfen auch mehr sein. Was für ne Gelegenheit, sich die neuste Version auszusuchen, doch dafür war nun echt keine Zeit. Ein Wort blitzte in meinen Gedanken auf. Rohr? Etwa so ein Granatwerfer? Was für den Grabenkampf im Freien, doch in geschlossenen Räumen konnt das funny werden. Yori stand vor der Tür die zu den Betriebsräumen des Ladens führte. Sie war verschlossen. Diesmal nahm sie keine Rücksicht auf irgendwas. Sie drehte sich mit ausgestreckten Bein und traf das Schloss. Die Tür sprang mit einen Schlag auf.
„Rein mit euch. Nicht zögern!“ befahl sie.
Wenn sie diesen Kommandoton wählte, dann eilte es wirklich. Kaum waren alle drin, zwischen Putzeimer, Kartonstapel und Schreibtisch und die Tür zu, da erreichte uns ein Schlag als wäre eine Betonwand umgekippt. Die Tür flog auf und knallte gegen die Wand an der sie in den Angeln aufgehängt war. Zum Glück stand da keiner im Weg. Und wir bekamen auch noch was von der Druckwelle geboten. Gleichzeitig hörten wir es splittern. Das war vermutlich etwas zu viel für einige Glasscheiben.
„Wau!“ mußte Kira ihre Freude loswerden.
„Der hat gesessen. Die machen aber auch ….!“
Ja was denn? Dazu kam ich nicht mehr. Ein weiterer Schlag unterbrach mich und die Druckwelle die uns noch erreichte warf mich gegen Kira. Sie reagierte fix und gab nach. So konnte sie mich abfangen. Hätte sie sich mir entgegengestemmt, hätte es uns beide hingelegt. So blitzschnell sie auch sein konnte, ganz abgesehen von fiesen und hinterhältigen Nahkampftritte und dazu noch die Konsistenz einer Comicfigur, auch sie stand nicht über den Grundregeln der Physik. Und sie war leichter als ich. Eben so. Masse gegen Masse, da würde auch sie sich nicht auf den Beinen halten können. Was freilich nicht der Physik fester Körper unterstand, war ihr Mundwerk.
„Keine Absicht? Aber ist dir schon recht. Gib’s zu. Oder glaubst ich nehm dich zum Spaß in die Arme?“
„War nur ein Gewehr im Weg!“ relativierte ich den Körperkontakt. „Nichts weiter passiert? Schön. Würde ich jederzeit auch für dich tun!“
„Kann ich mir denken!“ zischte sie mich an. „Selbst wenn, für körperliche Erregung haben wir keine Zeit!“
Es tat wieder einen harten Schlag. Doch diesmal war es nur Yori, die eine Tür aufgetreten hatte. Doch die führte nur ins Klo.
„Muß jemand austreten?“ konnte Kira es nicht lassen.
Ich fragte mich grad, ob wir auch hier verbunden waren, da bekam ich bereits von Patty die Antwort.
„Mensch Perry, bei euch geht's aber ab. Hab s blitzen sehen, dann war alles trüb. Jetzt sehen wir wieder da und dort was. Die sind hinter der Schutzwand am ….. na der um den Innenhof führt ….. ja da haben sie sich breitgemacht. Bewegen sich aber, als hätten sie Schiß …. !“
„Denk die warten erst mal ab, was ihre Kanone gebracht hat!“ machte sich Tim bemerkbar. „Was ist mit euch?“
„Alle wohlauf, warum? Ihr …..!“
„Ihr seid grad nirgends zu sehen!“ hörte ich Mick. „Schön daß ihr alles überstanden habt!“
„Oh, da passiert was!“ meldete Patty aufgeregt.
„Bitte etwas genauer!“ schnappte Kira. „Damit können wir wenig anfangen!“
„Ok, sorry. Die laufen grad zur Treppe. Jetzt sind sie auf der zweiten Ebene. Einen kann ich gut erkennen, der trägt so n Rohr über den Rücken!“
„Das übernehmen wir!“ sagte einer unserer Trooper im Meldeton. „An den Ausgang und bereitmachen!“
Zwei von ihnen liefen zur Tür und ich hörte sie rummachen ohne viel zu sehen. Drüben sahen sie offenbar mehr als wir.
„Die stürmen regelrecht die Treppe runter. Ist immer noch alles voll Rauch. So klar können die gar nicht sehen. Weiß ja nicht was die vorhaben!“
Fast könnte ich es vergessen, doch was Patty sehen konnte, war etwas zeitverzögert. Die Elektronik brauchte etwas Zeit um die Bilder aufzubauen. Das war wie beim Fußball. Du hörst bereits im Radio das Torgebrüll, aber an den Fernsehschirmen ist Ruhe. Eine halbe Sekunde etwa dauert es bis sie auch da zu toben anfangen. Oder die am Fernseher sehen das Tor, da wundern sich die am HD Gerät noch über das Geschrei aus der Nachbarschaft, denn sie haben noch gar kein Bild davon. Was für uns bedeutete, die Angreifen waren bereits etwas weiter. Wir waren da natürlich zeitlich voraus und eben hörte ich den Laut den man mit einen metallischen Tschack umschreiben könnte. Sie hatten eine Granate in den Hof gefeuert. Gleich darauf knallte es. Kurz darauf meldete sich Patty.
„Wau, das hat reingehauen. Mal sehen, voll der Rauch. Ja, da liegen sie flach. Wie sind die so schnell …..?“
„Zeitverzögerung!“ redete Tim dazwischen. Schau an, der war auch schon drauf gekommen.
Ich hörte es rauschen und brummen. Was war nun?
„Die Lüftung dreht auf!“ kannte Kira die Antwort.
Na klar, irgendein Messgerät hatte den Rauch und Staub registriert und nun tat die Anlage ihre Arbeit.
„Jetzt seh ich besser!“ hörte ich sie. „Die liegen flach und da sieht’s aus, das glaubt ihr nicht. Voll das Chaos. Aber oben tauchen neue auf. Und nicht grade wenig!“
Das hörte sich nicht so gut an. Was nun? Die beiden Trooper kamen zurück. Hinten hatte Yori einen weitere Tür gewaltsam geöffnet. Dann lief sie zu uns.
„Hier geht es in einen Gang raus. Wer hat eine Rauchgranate?“
„Hier!“ meldete sich einer der Trooper kurz ohne Umschweife.
„Abziehen, in den Hof werfen!“ befahl sie. „Dann mir nach!“
Der drehte sich um und bei dem Befehlston überlegte er nicht erst, ob sie ihm überhaupt was zu sagen hatte. Mit einen knackenden Ton zog er die Dose ab und warf sie im Bogen raus. Ich hörte sie zischen. Drüben sahen sie mehr als ich. Denn hier hielt uns nichts mehr. Wir folgten Yori durch den Ausgang und kamen in einen nüchtern aussehenden Gang. Der hatte absolut nichts von der Ausstattung der Mal. Was für ein Kontrast. Kahle Wände mit offenen Neonlicht und freiliegenden Kabeln. Dafür waren wir von den Angreifern nicht zu sehen und Cams dürfte es hier auch nicht geben. Doch die Verbindung stand.
„Was soll denn das wieder? Ist ja nur am qualmen. Ey blau? Ja blauer Rauch!“ meldete Patty. „Da siehst ja gleich gar nichts mehr!“
„Ist auch der Sinn der Übung!“ antwortete ich ihr. Dann hörte ich es rattern. Eine Feuersalve nach der anderen. Und Patty hörte es auch noch bevor sie was sah.
„Was knattert denn …. ne, jetzt seh ich es, die feuern voll in den Nebel rein. Aber wie!“
„Nicht nur wie, voll ungezielt. Sie wissen nicht wo ihr seid, aber einfach drauf!“ konnte Tim es besser beurteilen.
„Nur weiter so, verfeuert euch nur!“ kommentierte Kira schadenfroh.
„Die machen ja voll Kleinholz aus der Mal!“ und das klang nach Kim.
„Und? Gehört sie dir?“ bemerkte Mick.
„Natürlich nicht, aber trotzdem …..!“
„Ich weiß, sah doch ganz hübsch aus. Haben sich echt Mühe gegeben. Wenn s so weitergeht, ist sie reif für ne Totalsanierung!“
„Oder für n Neustart des Zeichenprogramms!“ sprach es Patty aus und bewies damit, daß sie auch so langsam kapiert hatte, wie real diese Welten waren.
„Würd ich auch sagen. Statt die Handwerker reinzuschicken, hast doch sicher die Grundkonstruktion und kannst alles grad neu aufbauen. Wir leben doch nicht mehr in der Steinzeit!“ zeigte Tim sich sachkundig. Genau, nun hatte ich es wieder. Der hatte in der Gruppe ja die Funktion des Rechnernerds innegehabt. „So geht das heute in elektronischen Zeiten!“
Inzwischen bewegten wir uns den Gang entlang, der an weiteren Läden vorbeiführte. Sehen konnten wir sie natürlich nicht und Yori verzichtete darauf weitere Türen zu öffnen. An der Decke verlief ein Lüftungsrohr und aus dem pfiff und brummte es. Die Anlage wurde heut mal richtig gefordert. Sie würde aber etwas brauchen, bis sie den Rauch ins Freie befördert hatte. Unterdessen war es drüben zu einer Debatte gekommen, die uns zum Thema hatte.
„Diesmal kannst nicht meckern!“
„Sie haben niemanden ….!“
„Die nicht, ihre Freunde schon!“ meinte ich Kim klagen zu hören.
„Zugegeben …..!“
„Und du warst auch nicht ganz unbeteiligt!“ lautete ihre Anklage.
„Wenn ja, freut mich wenn ich helfen konnte!“ prallte der Vorwurf an Patty ab.
„Man könnt auch sagen, du hast Beihilfe geleistet!“
Ja, das war eindeutig Kim.
„Ist das so?“ mischte sich Mick ein. „Wenn ja, dann bin ich stolz auf sie!“
„Beihilfe zum Mord?“ präzisierte sie ihren Vorwurf.
„Was n Quatsch. Und was willst machen? Daran denkst besser nicht mal, da mußt erst an mir vorbei!“ hatte Mick zu sagen und ich verstand nicht worauf er sich bezog. Kim schien aber zu wissen worum es ging.
„Das du auf ihrer Seite stehst ist klar, aber wenn sie die Klappe gehalten hätte ….!“    
„Du hast sie doch nicht mehr ….!“
Kira hörte sich das an und schüttelte nur verständnislos den Kopf.
„Kim, du Dummschnecke. Ich finde deine Ignoranz des Kriegsrechts überaus beklagenswert!“ blökte sie rüber.
Von drüben kamen etwas seltsame Laute rüber. Als wäre die Elektronik mit dem Sound etwas überfordert. Dann begriff ich. Das war ein kollektives Gelächter. Die hatten grad ihren Spaß und das Zitat verstanden.
Ich wartete bis sie sich wieder beruhigt hatten.
„Ok Kim, ich muß mich entschuldigen. Wenn wir unterhaltsam sein sollten, hast auch verdient. Warst ja durchaus nützlich!“
„Fein, krieg ich auch was dafür?“
Da war ich für eine Sekunde überfordert.
„Ja, sobald möglich, aber nicht von mir. Denk das sollte Kira übernehmen!“
„Sie nicht?“
„Ist nichts für mich, Kira ist jünger und ….. ich bin einfach zu alt für dich!“
„Na, wie sie meinen!“ wurde sie schnippisch.
„Beobachte einfach weiter. Könntst ja noch was zu sehen bekommen, was uns weiterhilft!“
„Klar doch und was die Kids hier so kommentieren, wollen sie es wissen?“
„Um Himmels Willen nein und das sag ich als Atheist!“ winkte ich ab.
„Willst wirklich nicht wissen, was diese Kids von dir halten?“ meinte Kira bissig. „Sei froh, daß sie dich nicht rauswählen können. Kannst dir schon denken, wie das ausgehen würd!“
„Hätte Yori was dagegen und wir sind nicht zum Spaß hier unterwegs, auch wenn einige den haben. Du garantiert!“
„Lern aus allem das Beste zu machen, dann darfst auch etwas Spaß haben. Ok, wenn du es vorziehst den Sauertopf zu machen, nur zu. Ist ein Kennzeichen der Linken. Solltest doch wissen!“
„Du kennst dich da aus? Muß ich dir ärgerlicherweise zustimmen. Linke und schlechte Laune gehören zusammen wie Adam und Eva!“
„Oder wie Schwanz und Möse!“ wurde sie ordinär. „Weiß ich, die Feministen und Lesben würden mich dafür steinigen, wenn sie könnten. Ich kann dich aber beruhigen. Oder enttäuschen. Ich rede nicht von deinen Schwanz. Wenn, dann darf s eher Mick sein!“
„Hast dich ausgetobt? Sei dir unbenommen. Können wir wieder normal reden? Wenn ja, dann könnt ich dazu einiges sagen. Linke sind wie Gläubige die das Paradies gesehen haben. Haben sie natürlich nicht. Aber sie haben eine Vorstellung daß es eines gibt oder auf Erden möglich ist. Und nun können sie nicht mehr glücklich leben denn die Zustände sind nie so wie man sie sich wünscht. Irgendwas ist immer. Irgendwas läuft immer verkehrt und wer ein unerreichbares Ideal hat, dem kann es niemand mehr recht machen. Sogar die eigenen Leute nicht. Gerade die sind seine schlimmsten Feinde, denn sie ziehen zwar am gleichen Strang, wenn ich das mal so ausdrücken darf, aber immer verkehrt, in die falsche Richtung und nie mit vollem Einsatz und stehen damit dem Erfolg im Weg. Daher muß regelmäßig ausgekehrt werden und die Abweichler müssen weg. Doch auch das hilft nichts. Wer einmal am Paradies geschnuppert hat, für den ist die Welt nur ein Jammertal und nichts ist ihm recht. Und wenn sie nicht selbst betroffen sind, dann haben sie ein schlechtes Gewissen, wenn sie selbst genießen können und andere nicht. Gibt bei den Linken so n Idiotenspruch. Solange ein Mensch hinter Gitter ist, bin ich nicht frei. So ungefähr. Sagt doch alles, nicht? Und da nicht damit zu rechnen ist, daß zu deinen Lebzeiten bei einer Achtmilliarden Menschheit alle frei und glücklich leben werden, weiß der Linke, daß er nie sein Ziel erreichen wird und darf bis zu seinen letzten Atemzug schlechte Laune verbreiten. Entschuldige für den langen Vortrag!“
„Du bist und bleibst ein Schwätzer!“ urteilte sie gnadenlos ohne Möglichkeit der Berufung auf die nächste Instanz oder Wiederaufnahmeverfahren.
„Ok, bin ich. Aber widersprechen willst nicht!“
„Wie denn?“
„Ne echt, sie können erzählen. Konnt Perry auch!“ hörte ich Patty. Au weih, die hatte ich ganz vergessen. Sie hatten die Lauscher gespitzt und zugehört. Glaubst es?
„Wenn das so ist, dann hoff ich mal, mein kleiner Vortrag hat euch gefallen. Entschuldige, da red ich so vor mich hin und vergesse daß wir Zuhörer haben!“
„Kann vorkommen. Aber schon nett gesagt und hat mich voll an Kim erinnert. Die glaubt ja auch an ….. ja halt …..!“ irgendwie fehlten ihr die Worte. Tim übernahm den Rest.
„Die glaubt daran, das sich mit guten Worten und notfalls mit nen Tritt in den Arsch alles lösen lässt und am Ende sind alle glücklich und zufrieden und die Bösen sitzen im Bau. Ging wohl genauso in ihrer Serie zu. Nur geht's nicht überall so zu und ihre Serie gibt’s nicht mehr. Genau das ist’s weswegen sie an die Decke geht. Irgendwo typisch für’s Comicvolk. Viele können nicht aus ihrer vertrauten Welt raus!“
„Wollen nicht!“ korrigierte Patty. „Doch sie können. Sind ja keine Vollidioten. Na gut, einige schon. Kim gehört nicht dazu!“
„Vielen Dank auch!“ reagierte die verschnupft.
„Mach ich doch gerne für dich!“ durfte sie ironisch werden.
Die Zeit hatten wir, denn wer immer noch nach uns suchte, hing irgendwo da oben rum. Patty würde uns warnen, wenn sie sich auf nen Screen sehen ließen. Man könnt glauben sie hatten sich zurückgezogen, die Mal als Kampfarena war ihnen zu unsicher geworden? Was weiß ich? Steckst ja nicht drin.
„Übrigens, in der High fanden die meisten ihre Rede eher langweilig, erinnert zu sehr an Unterricht!“ informierte sie mich, ob ich wollte oder nicht. „Was sonst? Die wollen halt was sehen!“
„Für ihr Geld?“ war das Kiras Stichwort. „Haben die bezahlt? Ne, aber Ansprüche stellen. Könnt denen so passen!“
„Und wenn s was zu sehen gibt, dann rastet Kim wieder aus!“ gab ich zu bedenken.
„Soll sie halt wegsehen!“ war Kira gerade desinteressiert.
„Sehen wir doch mal hier nach!“ gab Yori bekannt und konnte die Tür einfach öffnen. Sie führte in einen Lagerraum voll Kartons und Schachteln. Dem Aufdruck sah es nach Zigaretten aus. Von uns dreien rauchte niemand, die Trooper konnten machen was sie wollen. Eine weitere Tür führte zu einen Klo mit Waschbecken und die daneben zurück in die Mal. Rein in den Laden und der hatte wenig abbekommen, nur eine Scheibe war zu Bruch gegangen. Dafür konnten wir in die Hallenrunde sehen und da hingen noch die Schwaden in der Luft. Der Boden war mit Scherben übersät und wo waren unsere Zielscheiben?
„Patty, kannst du was erkennen?“ fragte ich rüber.
„Oben auf dem umlaufenden Teil …. da bewegt sich was …. ja genau da!“
„Keine Ahnung wo da ist!“ kommentierte Kira sarkastisch. „Ich seh besser selbst ….!“
Sie riß den Lauf hoch und ein Schuß reichte ihr. Ich sah irgendwas vom Geländer fallen und mit einen dumpfen Laut aufschlagen. Als wär ein Sack Kartoffeln aus dem dritten Stock gefallen.
„Alle zurück!“ befahl Yori.
Mit Grund, wir hörten es bereits splittern. Und durch die Tür. Gleich rein in den Gang. Die Betonwände boten Schutz vor Einschlägen, die Trennwände der Läden war als Deckung nicht zu empfehlen. Kaum in Sicherheit mußte Kira ihren Erfolg melden.
„Klasse Patty, einen hab ich. Weiter so!“
„Kim macht ihr die Hölle heiß!“ gab ich zu bedenken.
„Wird Mick schon zu verhindern wissen!“ kannte sie sich da besser aus.
„Ach ja, unsere Kim!“ ließ Patty von sich hören. „Wenn Blicke töten könnten …..!“
„Mach ich doch gern für die Prinzessin!“ war Kira nicht zu bremsen.
Yori hatte uns zu einer Metalltür geführt. Die war zwar verschlossen, doch Kira dachte jetzt nicht dran unsere Möglichkeiten zu verstecken.
„Perry, Reduzierer raus!“ befahl sie.
Ich griff in die Tasche und förderte den Stift zutage. Fast mechanisch drückte ich drauf und zuverlässig entfaltete er sich.
„Hinten drücken bis ein blaues Signal leuchtet.“
Gut, mach ich. Und da kam es auch.
„Strichreduzierung, nun kannst du es wie ein Schneidemesser verwenden!“
Nett das zu wissen. Nun ein Schnitt über die Stelle, wo der Riegel saß, knackend brach er in zwei Teile und schon konnte ich die Tür öffnen. Etwas unauffälliger als das Schloss zusammenschießen und dabei etliches an Munition zu verfeuern. Bekanntlich kann jede Patrone nur einmal abgefeuert werden und daß es stets Nachschub gibt, darauf sollten wir uns besser nicht verlassen. Vor uns lag ein kahler Raum mit Metalltreppe. Es ging in den Keller. Yori übernahm die Spitze und alle ihr nach.
„Hörst du uns?“ fragte ich ins Gerät.
„Klar, warum?“ wunderte sich Patty.
„Wir sind im Untergeschoß und deswegen …. na ja. Mit Cams ist hier weniger zu rechnen. Was treiben unsere Freunde?“
„Bewegen sich wie auf Glatteis. Oder als hätten sie Muffe nen Drachen aufzuwecken!“
„Na du hast Vorstellungen!“ fand Kira sie erheiternd. „Drachen! Pffft. Ganz so mythologisch geht's hier nicht zu. Dann wären unsere Knarren auch etwas anachronistisch!“
Es ging in einen größeren Raum, der mit diversen Maschinen zugestellt war. Die Haustechnik eben. Mußte es auch in konstruierten Welten geben. Zwar nicht offen sichtbar, aber irgendwo mußten ja die Geräte stehen, die für Frischluft sorgten und den Rest.
„Sollte es zum Kampf kommen, dann nicht den Reduzierer benutzen, Entwurf. Wär zu auffällig“ ermahnte mich Yori.
„Hab ich verstanden!“ lautete Meine Antwort. Zwar hätte ich auch zu Befehl rufen können, doch das erschien mir zu theatralisch. Sind wir im Kino? Und das sie mich unpersönlich mit Entwurf ansprach, was wollt ich mich beklagen? So vermied sie den Anschein jeder pseudoemotionalen Bindung die ich besser nicht voraussetzte.
Zwar hatten wir drei Zeugen, doch darüber hatte Yori hinweggesehen. Muß sie beurteilen können. Ich sah da keinen Grund für neugierige Fragen. Und ob die lang genug übrigbleiben um petzen zu können? Ja, das hört sich zynisch an, ist es auch. Was mich zu der Frage brachte, was die eigentlich von diesem Comicvolk wollten. Konnte ich nur vermuten. Könnte an ihrer Unberechenbarkeit liegen. Für ganz so chaotisch hielt ich mich ja nicht, doch dafür war ja Kira da. Ich kam nicht dazu drüber weiter zu spekulieren, Patty meldete sich aufgeregt.
„Ey, da tut sich was. Irgend ….. ne kapier nicht was die treiben. Ja, jetzt schmeißt der das …. und die hauen alle ab …..!“
„Du sorgst dich unnötig, wir sind hier unten in Sicherheit!“ sagte Yori mit einer Ruhe wie sie wohl nur Programme fertigbringen.
Und sie hatte noch nicht ausgesprochen, da erschütterte ein Schlag die ganze Mal. Das Licht flackerte und Staub rieselte von der Decke. Das dürfte aber etwas heftig gewesen sein.
„Mist, ich seh kaum noch was. Die meisten Bildschirme sind schwarz!“ gab und Patty bekannt.
„Das war etwas heftig was die gezündet haben. Hoffen halt, das überlebt keiner von uns!“ versuchte Kira zu erklären, was da eben los war. „Macht nur so weiter, werdet noch ne neue Mal brauchen. Und das alles wegen uns? Scheint mir etwas übertrieben!“
Kira natürlich. Unerschütterlich. Die würde noch dem Weltuntergang einen aufregenden Aspekt abgewinnen.
„Du darfst ihre Entscheidungen nicht nach rationalen Gesichtspunkten bewerten!“ zeigte sich Yori unerwartet mitteilsam.
„Echt? Ok, mein Fehler!“
„Na geht doch, ist auch keine Schande. Den Fehler haben schon ganz andere gemacht. Ihren Gegner falsch eingeschätzt und sind dann auf die Nase gefallen!“
„Willst du wieder einen Vortrag halten?“ nahm sie an und sah mich kaltlächelnd an, während das Flackern endete und die Beleuchtung wieder normal arbeitete.
„Weißt, das war schon in Deutschland so. Die Kommunisten unterstellten ihren Feinden rationale Motive. Das sind Kapitalistenfans und die wollen sich vollfressen, halt übertragen ausgedrückt. Die irrationalen Motive ignorierten sie, denn dieses Zeuch von Herrenrasse, Angst um die Reinheit der Rasse und die Paranoia vor Freimaurer und Illuminaten passt nicht zu der rationalen Welt des Kapitals. Doch genau das war eine nicht gerade kleine Antriebskraft dieses Irrsinns. Tia, wenn man seinen Feind nicht kennt, dann kann man ihn auch nicht besiegen. Man glaubt, man kann sich mit dem einigen und kapiert nicht, daß man es mit Irren zu tun hat.
Ist den Linken Im Iran Jahre später nicht besser ergangen. Sie wollten auch nicht kapieren, mit was für Irrsinnigen sie sich da eingelassen hatten. Sorry, aber wenn wir grad Zeit dafür haben …..!“
Kira drehte sich zu Yori.
„Sach mal, hättest du nicht einen auswählen können, der nur Sportergebnisse im Kopf hat und etwas einfacher gestrickt ist?“
„Würdest du Ron vorziehen?“ fragte sie trocken.
„Oh, na ja. Den könnt ich wenigstens …..!“ sie ließ den Rest offen. Sie schien ihn aber gut genug zu kennen. Ich wußte wenig über den, etwas schon.
„Ist der nicht mit Kim ….?“
„Is er, und?“
„Zu schade, alle deine Wunschpartner sind schon vergeben, seh ich das richtig?“
„Abgesehen von dir, ist auch nicht anderes zu erwarten. Wird dir wenig helfen!“
„Falls ihr s vergessen habt, wir hören euch klar und deutlich!“ rief Patty uns zur Ordnung. „Nein Ron, mach dir keine falschen Hoffnungen. Verfressene Loser sind was für den Notfall, hast sie doch gehört!“
„Ey geht's noch?“
„Du klaust mir die Sprüche!“ meinte ich Bonnies Stimme zu hören.
„Der passt auch!“ freute sich Patty.
„Die sind unterbeschäftigt, da fangen sie an so Zeug zu quatschen!“ beurteilte Tim unsere Lage. Und sag nur noch, wir sollten mal wieder auf Idioten treffen, nur damit wir was zu tun haben. Nein, tat er nicht. Kira schon.
„Muß dich enttäuschen, Tim. Derzeit ist nichts los. Könnten uns ja für tot halten!“
„Ist auch zu erwarten, wenn wir noch da unten gewesen wären!“ nahm ich an.
„Und zu sehen sind wir derzeit ja nicht!“ stellte Kira fest.
„Wir können aber nicht lange hier bleiben!“ machte Yori klar. „Hier geht's raus!“
Na dann ihr nach. Sie führte uns an eine Metalltür und sie nickte mir zu. Klare Ansage, mein Job. Doch erst mal drückte ich die Klinke runter. Könnt ja sein, war aber nicht. Gehörte wohl zu meiner Grundeinstellung. Versuchs erst mal auf zivile Weise. Den Vorschlaghammer kannst ja immer noch auspacken. Kira war da eher entgegengesetzt. Ach die war offen? Scheiß drauf, ich tret eben gern mal zu.
Na dann ein kleiner Schnitt mit der kleinen Höllenmaschine aus Yoris Zubehör und mit einen protestierenden Quietschen ließ sie sich nun öffnen. Wir kamen ins Freie, wenn auch auf einer der unteren Straßenebenen. Hier unten wäre das Licht recht düster, doch es gab genug Straßenbeleuchtung und Strom gab es auch noch. Wir erreichten einen größeren Platz und konnten einen Teil der Mal sehen. Rauch kam aus diversen Öffnungen und zeigte, unsere Freunde waren nicht gerade zurückhaltend vorgegangen.
„War doch ne nette Malbesichtigung!“ kommentierte Kira im unbeteiligten Tonfall.
„Hättest noch n Selfie machen können!“ dachte ich, das sollte ich ihr irgendwie zurückgeben. Doch das war ein sinnloser Versuch.
„Ich bin grad nicht Selfietauglich!“
„Sie haben dich eh gesehen!“ gab ich zu bedenken.
„Aber nicht so deutlich. Mit Dreck im Gesicht möchte keine Frau gesehen werden. Ok, das verstehst nicht. Männer!“ wobei sie das letzte Wort mit angemessener Verachtung aussprach. Wobei ihr offenbar entfallen war, das sie zwar nicht zu sehen, aber zu hören war. Worüber Patty sie recht schonungslos in Kenntnis setzte.
„Wir hören euch klar und deutlich. Wollt ich nur mal gesagt haben. Und Dreck hat noch keinen geschadet. Heißt doch so. Weiß nicht was du hast, so könntest aufm Cover für n Egoshooter gut rüberkommen. Und die Cosplayer schmieren sich noch extra Farbe in die Fresse. Stell dir das mal vor!“
„Die laufen mir besser nicht so über'm Weg!“ drohte sie diesen hypothetischen Cosplayvolk an.
„Was denn? Ist echt funny, denen zu begegnen und die halten dich natürlich für ne gut gemachte Nachbildung. Stell dir Shego bei dem Pack vor, die fanden ihren gemeinen Charakter doch etwas übertrieben. Daß sie kein Cosplay machte sondern das Original war, das hätte ihr eh keiner abgekauft. Hätte sie auch voll überfordert!“
Ich hatte mal wieder keine Ahnung, wovon sie redete. Was für n Cosplay und was hatte Shego oder auch Petra damit zu tun? Die hatte ich ja nur kurz gesehen, bevor Mr. West sie abgeschleppt hatte. Patty hatte wohl länger als ich mit ihr zu tun und ihr Ermittlerteam damit auch. Wir verließen inzwischen den Bereich der Mal. Das zweite Sturmgewehr drückte doch das war grad nicht zu ändern. Meinen Tacker hatte ich wieder eingesteckt. Türen gab es grad nicht zu öffnen und zum Glück hatte wohl keiner drüben gesehen, wie Yori vorgegangen war. Doch Patty hielt uns auf den aktuellen Stand.
„Nur wenn es euch interessiert, die Mal ist grad Hauptthema bei uns. Na halt wie ihr die ruiniert habt. Sowas kriegen die auch nicht jeden Tag zu sehen!“
„Frechheit, wieso wir?“ beschwerte sich Kira.
„Wisst ihr doch, da fragt man nicht mehr so genau, wer was gemacht hat!“
„Wo sie recht hat ….. in der Hektik schaut keiner so genau hin und s juckt auch keinen, wer für welche Schäden haftbar ist. Hauptsache s sieht aufregend aus. Gibt’s bei denen kein ‚Dein Harnkanal‘ ?“ ließ ich mich zu einer deftigen Wortwahl hinreißen, doch das konnte Kira besser.
„Nein, nur ‚Dein Scheidenkanal‘ !“ wurde sie giftig.
„Kira!!!“ schnappte Patty. Weitere unartikulierte Laute kamen an.
„Ihr seid echt nicht Vormittagsprogrammtauglich!“ hatte Kim mal wieder was vorzubringen. „Alle beide. Eine schlimmer als der andere!“
„Hör die die an!“ setzte Kira an. „Die hat's echt nötig. Ron, du Loser. Du vernachlässigst deine ehelichen Pflichten. Kein Wunder, wenn sie frustriert ist!“
„Autsch!“
„Kira eben!“
„Typisch Kira!“
„Seit wann sind die verheiratet?“
„Müssen ja nicht!“
„Ron sollt trotzdem seinen Job machen!“
„Genau so!“
„Das passiert eben, wenn du ihre Muschi vernachlässigst!“
„Kim!!!“
„Sorry, weißt doch wo ich das herhab!“
„Unüberhörbar!“
„Benimm dich nicht wie ne Schlampe!“
„Sagst gerade du?!“
„Ihre Sprüche sind sogar Bonnie zu vulgär!“
„Als die Bitch vom Dienst?!“
„Heißt nicht, daß ich so reden kann!“
„Ist auch nicht Nachmittagsprogrammtauglich!“
„Im Abendprogramm auch nicht!“
„Nachts um zwei!“
„Aber kaum beim seriösen Sender!“
„Und auch nicht in der High!“
„Eben!“
„Und die hören das alles mit!“
„Ja?“
„Großteils schon!“
„Päda …. bedenklich!“
„Pädagogisch!“
„Ja wollt ich ….!“
„Wenn du s gewußt hättest!“
„Ich schlepp kein Fremdwörterbuch mit mir rum!“
„Ich weiß was du mit dir rumschleppst!“
„Ach die Story wieder!“
„Komm Kim, der hat keine dabei!“
„Bei nächster Gelegenheit, seh’s schon kommen!“
„Knarrenallergie!“
„Ich kann nicht glauben, daß ihr mal ne Jugendserie gemacht habt!“
„Wir auch nicht!“
„War in nen anderen Leben!“
„Werd mal erwachsen, dumme Kuh!“
„Heißt das vulgäre Sprüche abzulassen?“
„Nicht unbedingt!“
„Aber deinen Freund hast nicht nur zum Knutschen!“
„Musst dich schon mal nassmachen lassen!“
„Ähhh ….!“
„Au weih!“
„Entschuldigt mal, könnt ihr euch mal beruhigen? Zugegeben, s liegt wohl am Alter, aber mich nervt dieser Teeniekram eher. Und nein, ich find es nicht so prickelnd mitzuhören!“
„Machen sie doch nicht auf Spassbremse!“ reagierte Patty ironisch.
„Hat er aber recht!“ war ausgerechnet Kira bereit eine Lanze für mich zu brechen. „Sonst könnt man ihm noch vorwerfen, er holt sich beim Zuhören eine runter!“
„Kira echt!!“
„Die will nur provozieren!“
„Die kannst auch in keine Jugendsendung reinlassen!“
„Euch etwa?“
„Haben wir uns nicht ausgesucht!“
„Ich hab mir euch genau sowenig ausgesucht!“
„Wurdest auch gar nicht gefragt!“
Ich schloß für eine Sekunde genervt die Augen.
„Patty, es wäre nett, wenn du weiter beobachtest ob du irgendwas reinkriegst.
„Genau Patty!“ zog Kira nach. „Weiß noch nicht, was wir als nächstes ruinieren wollen. Könntst ja was rausfinden!“
„Und was soll das alles?“
„Eben, was soll das werden wenn s fertig ist?“ schloss sich auch Kim an. Ihre Freundin Kim.
„Chaos schaffen, wenn ich Yori richtig verstanden hab!“ antwortete ich unverbindlich.
„Und andere umbringen!“ erinnerte die rothaarige Kim“
„Die wieder!“ reagierte ich leicht genervt. Warum eigentlich? Was geht die mich an und überhaupt, bin ich der Rechenschaft schuldig? „Wissen sie, wenn sie am Rechner so n Shooter spielen, dann können sie gerne die Ansicht vertreten, ich bring niemanden um. Dann ist das Spiel auch schnell zuende. Weiter nichts. Was wenn sie in dem Spiel drinstecken?“
„Sag besser nichts dazu, s käme nur Unsinn raus!“ konnte Kira aushelfen.
Und ja, sie hielt ihre Klappe.
„Wenn das ein Shooter sein sollte, dann müßten wir mindestens ein Freispiel gewonnen haben!“ fand ich.
„Was heißen würde, einmal Wiederauferstehung!“ kam ihr ein absurder Gedanke. „Darauf sollten wir uns besser nicht verlassen. Können die Christen oder dieses ganze Glaubensvolk machen. Oder glaubst an Wiedergeburt?“
„Comicfiguren werden gezeichnet, nicht geboren. Folglich ergibt der Glaube an Wiedergeburt keinen Sinn!“ behauptete ich einfach mal so ohne Beweise zu haben.
Aber es brachte Kira zum lachen.
„Gar nicht mal so schlecht. Ich hoff mal drüben gibt es keine Gläubige. Die hättest jetzt traumatisiert. Oder wenn s verbissene Fans sind, dann würden sie dich bei nächster Gelegenheit steinigen!“
„Hab ich Jehova gesagt?“ zitierte ich aus einen populären Film.
Ob Kira darauf antworten wollte war nicht klar, ein vielfaches Gepiepse hinderte sie daran. Ich suchte ebenfalls nach der Geräuschquelle. Und da kamen sie angeflattert. Nicht nur das, sie kamen mir bekannt vor. Nicht nur mir.
„Oh, hi auch. Nett euch wiederzusehen. Schön daß ihr es rausgeschafft habt!“ begrüßte sie den Schwarm an Ziervögeln. Genau die Viecher, die wir da unten freigelassen hatten. Waren offenbar rechtzeitig abgehauen, bevor diese Spinner ihre Pakete gezündet hatten.
„Gut so, lasst die Idioten rumspinnen, wir schauen uns mal die Welt an!“ gab ich ihnen mit auf den Weg. „Und was Besseres als den Tod finden wir überall!“
„Was soll denn das wieder?“ kam sie grad nicht mit.
„Ach das. War nur n kleines Zitat. Bremer Stadtmusikanten. Nein?“
„Kenn ich nicht. Ne, fällt mir …..!“
„Kannst ja nicht alles wissen. Dacht halt nur, es passt!“
„Fällt dir s nicht auf? Den Viechern passiert selten was. Zufall?“ fragte sie rhetorisch.
„Hm ja, jetzt wo ….. was soll ich da sagen? Der Designer war Tierfreund. Oder er er wollte keinen Shitstorm wegen plattgefahrener Igel. Weißt doch wie schnell das heute geht!“
„Sorry wenn ich grad unterbreche!“ meldete sich Patty diensteifrig. „Gibt noch ne Cam da siehst den Eingang der Mal und da kommen einige raus. Hm, sechs, sieben ….. elf. Ja, mehr sind’s nicht. Das solltet ihr sehen, ne Körperhaltung als hätten sie grad ne Mail bekommen in der ihre Freundin ihnen mitgeteilt hat, ich hab n neuen du Loser!“ erstaunte sie uns mit einen Satz den man sich problemlos im Intro einer Satirezeitung vorstellen könnte.
„Patty, lernst Satire?“ spottete Kira. „Die haben sich n Frust geholt. Soviel Feuerkraft verfeuert und keinen erwischt!“
„Und nun suchen sie uns für ne neue Runde?“ vermutete ich.
„Viel können die nicht mehr haben, so wie sie rumgeschossen haben!“ nahm Kira mal an.
Wenn ich das richtig sah, so weit hatten wir und nicht vom Zoo entfernt und die Zooviecher könnten ja noch irgendwo rummachen. Zwar waren grad keine zu sehen, doch das muß nichts bedeuten. Dafür erreichten wir einen Infoscreen und der zeigte gerade einen Aufruf. Und wir waren die Stars. Gesucht wegen schwerer Sachbeschädigung. Bei Antreffen sofort den Sicherheitsdienst benachrichtigen.
„Ey der war gut. Schwere Sachbeschädigung!“ freute sich Kira über so viel Aufmerksamkeit. „Hoff die Mal war gut versichert. Ich zahl nichts, ich hab nichts. Oder wenn, keine Ahnung was ich hab. Komm ja nichtmal dazu die Kreditkarte zu testen, ob was zu holen ist. Ob sie hier überhaupt akzeptiert wird!“
„Gibt eh nichts zu kaufen oder wenn, dann ist die Kasse nicht besetzt!“
„Zu schade, würd ja gern was plündern, allein schon um unsere Kim zu ärgern!“ hatte sie ein schräges Motiv zu bieten.
„Weiß ja nicht was ihr zwei habt. Ok, sie ist nervig und naiv. Dafür stört sie uns ja nicht. Ja, geb ich zu, mich nervt soviel Dummheit. Andererseits, geb’s keine Narren auf der Welt, was wär dann die Welt?“
„Hä?“
„Dacht ich mir schon!“
„Nie gehört!“
„War auch nur n Zitat!“
„Wie Perry!“ rief Patty von drüben rüber. „Der hatte auch stets so Sprüche zu bieten!“
„Habt ihr wenigstens mal was für s Leben lernen dürfen!“ bemerkte ich sarkastisch.
„Das Leben, wie ist denn das so?“ war sie nicht um die Antwort verlegen.
„Oh weh, fragst grad mich?“ mußte ich sagen. „Hab noch nicht so viel davon gesehen um mich sachkundig äußern zu können!“
„Der hat doch Kira dabei!“ hatte Tim dazu was zu sagen.
„Dann hat der schon ne ganze Menge vom Leben kennengelernt!“ konnte Kim dazu was beitragen.
„Au ja, die zeigt dir wie s im Leben zugeht, aber im Schnellkurs!“ meinte auch Mick sich sachkundig äußern zu dürfen.
Kawumm!
So würde sich das im Paneel lesen. Der unerwartete Einschlag zeigte mir, wie es gerade in meinen Leben zuging. Und er zeigte, daß es irgendwo eine Truppe gab, die noch was zu verfeuern hatte.
„Ihr hört es, es gibt grad Stress!“ sprach ich ins Gerät.
„Ok, ich schau mal ob ich was reinkrieg!“ war Patty auf Posten. Die hatte ja durchaus ihre Qualitäten, das sollte ich ihr mal sagen, doch ich kam grad nicht dazu. Yori zog mich hart in Deckung. Und wieder krachte es. Da schien irgendwer aber verdammt schlechte Laune zu haben.
„Diesmal wird es ernst!“ bemerkte Yori trocken und das wollte was heißen. Wir liefen an eine Hausbegrenzung und versuchten eine Linie zu bilden. Neben uns lag eine Mauer und auf einmal bildete sich eine Linie von Einschüssen. Das war ernst, wer immer was von uns wollte, verstand sein Handwerk. Die drei Trooper bildeten eine Verteidigungslinie. Selbst hatte ich mein Teil feuerbereit, nur sah ich kein Ziel. Mir schien ohnehin, wir waren zu gut zu sehen.
„Perry, hinter dir, hinter der Buschreihe, da kommen sie!“ meldete sich Patty voll aufgeregt.
Ich wirbelte herum, und da war genau diese vor mir, nur sah ich niemand. Der Gedanke, daß genau dahinter wer lauert verschaffte mir ein ziehendes Gefühl. So wie wenn du an der Kante stehst wo es in die Tiefe geht und natürlich bist nicht schwindelfrei. Was nun? Den Trigger durchziehen. Die Blätter tanzten und natürlich sah ich nichts. Dann war es vorbei, ich hatte das Magazin verfeuert.
„Wau Perry!“ rief Patty als wär heut Weihnachten und sie hätte gerade das neuste Handy ausgepackt. „Die hast aber erwischt!“
„Na geht doch, er lernt dazu!“ bemerkte Kira als wär das nun wirklich kein Grund unnötige Worte zu machen.
War's das? Keineswegs. Ich hörte eine weitere Salve. Das waren unsere Trooper. Ich sah nicht, worauf sie schossen aber auf einmal blitzte etwas auf. Es fühlte sich an wie eine unsichtbare Riesenfaust. Zusammen mit Yori wurde ich gegen die Mauer geschleudert. Ich hörte nichts mehr und dann sah ich Kira. Warum bewegte sie sich wie in Zeitlupe? Ich sah sie feuern, nur kam die Schußfolge unerwartet langsam und völlig lautlos. Und dann brach sie ab. Magazin leer. Nun kam ich langsam wieder dazu meinen Verstand zu benutzen. Die Druckwelle hatte uns voll erwischt. Und wo hatte es reingehauen? Da wo unsere Trooper eine Linie gebildet hatten, waren nur noch dunkle sternförmige …. ja was denn? Staub? Oder verbrannte Rückstände? Erinnerte mich an die sternförmig verlaufenden Spuren eines großen Mondkraters. Und von den drei war nichts zu sehen.
Ich meinte irgendwas zu hören, verstand aber kein Wort. Yori zog mich hoch und zog mir das Ersatzgewehr vom Rücken und warf es einige Meter weit. Nun fiel mir auf, sie hatte auch keines. Nur Kira stand noch da mit ihren Teil, das allerdings leer war und zum wechseln war wohl keine Zeit. Ich meinte Yori zu hören, doch das ging nicht an mich. Ich sah in Kiras wütendes Gesicht, doch ich war diesmal nicht der Grund. Dann ließ sie ihr Gewehr widerwillig fallen. Jetzt begann ich zu kapieren. Unsere Trooper hatte es zerlegt und die Angreifer waren zwar noch nicht zu sehen, aber in der Überzahl. Diesmal war sogar Yori mit ihrer Kunst am Ende. Oder nicht, aber sie hatte Gründe.
„Hörst du mich Entwurf?“ sagte sie.
„Ja, geht wieder!“
„Heb dein Handy auf, aber langsam. Keine schnelle Bewegung!“
„Du mußt es wissen!“
Ich beugte mich langsam herunter und da lag es ja. Sah nicht aus, als hätte es größer was abgekriegt. Nur einige Kratzer waren zu erkennen und es lief. Glaubst es? War Patty etwa immer noch dran?
„Patty?“ fragte ich einfach.
„Ey da sind sie ja. Hab eben gar nichts mehr gesehen. Geht wieder. Euch hat's ja gegen die Wand gehauen. Kira nicht weniger. Das die das so wegsteckt. Und jetzt seh ich …. au weih, das is n Haufen. Bestimmt zwanzig. Das sieht nicht gut aus!“
„Mach dir keine Sorgen, Kira hat es auch begriffen!“ beruhigte Yori sie.
„Die machen ….. Kleinholz aus uns. Da …. bleibt wohl nur …..!“ stotterte ich noch nicht so sprachfest.
„Ich kann dich beruhigen, sie werden uns nicht abschalten, noch nicht!“ sagte Yori gelassen als wär das ein Filmset und wir machen auch gleich ne Drehpause. Irgendwie klang das nicht ganz so beruhigend.
„Eben waren es noch mehr, aber ihr habt ja gut abgeräumt!“ informierte uns Patty, als wollte sie den aktuellen Stand des Rassenkatzencontest durchgeben. Ja gut, nur hilft uns das grad nicht weiter.
Und da kamen sie zum Vorschein. Sie hatten keine Eile, sie waren sich ihrer Beute sicher. Ich hoffte nur, Kira hatte sich im Griff. Das war nun keine gute Ausgangslage. Meine Handfeuerwaffe lag bereits am Boden, nur das Handy hielt ich noch in der linken. Man könnte meinen, nachdem wir einige erwischt haben, doch nichts davon. Sie wirkten gelassen sogar erfreut. Zumindest sahen die so aus, die ihre Helme hochgeklappt hatten. Der Rest hatte schwarze Helmvisiere zugeklappt, die nur die Umgebung dunkel spiegelten.
„Da sind sie ja!“
„Lebend!“
„Wir haben sie!“
„Haben wir ein Glück!“
„Ihr seid ja schon Stars!“
„Und wenn wir euch abliefern ….!“
„Ihr habt es gehört. Kein Unsinn!“
„Wir brauchen euch lebend!“
„Und was soll das?“
„Mit wem redest du?“
„Mit mir!!!“ rief Patty laut aus dem Micro. „Und ich kann euch sehen!“
Einer von ihnen kam auf mich zu.
„Her damit!“
Ja was wollte ich machen? Der hat die Waffe, ich nicht. Der nahm mir das Gerät aus der Hand und sah es sich kurz an.
„Wer sind sie und was heißt sie sehen uns?“
„Sie dürfen mich Patty nennen. Ja genau. Und hier gibt es Cams, die euch zeigen!“
„Und wo sind sie?“
„Ähh das ist etwas ….. ja etwas weiter weg. Ist etwas schwer zu ….. na ich sag mal es würde etwas dauern bis sie …..!“
Der drehte sich wieder zu mir.
„Redet die immer so? Was soll das heißen? Bekomme ich von ihnen ne Antwort?“
Langsam wurde der ungehalten. War es eben gewohnt, wer genug Feuerkraft hat, darf klare Antworten erwarten.
„Könnt sein. Was wollen sie wissen?“
„Ich würd sagen, so einiges. Nun ich fang mal damit an. Wieso leben sie noch?“
Nicht ganz so hohl wie der Rest. Der konnte zwei und zwei zusammenzählen.
„Es kommt nicht oft vor, daß ich dafür daß ich aufrecht stehe, Rechenschaft ablegen s ….!“
Ein Lauf hatte sich in meinen Rücken gebohrt und hinderte mich daran den Satz zu beenden. Muß man Verständnis haben. Als Soldaten, auch wenn man sie als irreguläre Truppe bezeichnen wollte, verkörperten sie das Klischeebild des Mannes mit all seinen schlechten Eigenschaften. Kira und Yori nahmen sie nicht ganz ernst, deswegen quetschten sie zunächst mal mich aus.
„Halten sie uns für Idioten? Wir haben gesehen wie es euch gegen die Wand gehauen hat und von euren Freunden ist nicht mehr viel übrig. Da würde sich so ziemlich jeder Gedanken machen. Und nicht nur wir. Mittlerweile dürften sich noch mehr fragen, wieso ihr noch frei rumlauft!“
Darauf mußte ich noch nicht antworten. Einer hatte Kira gepackt und riss sie herum.
„Das mußt dir mal ansehen. Das ist doch ….!“
Nun hatte Kira ihre Aufmerksamkeit, die sich freilich nicht auf ihre Figur bezog.
„Einschußlöcher. So gut gepanzert sehen sie aber gar nicht aus. Nicht mal Helm. Wie machen sie das Miss?“ zeigte er immerhin Höflichkeit.
„Ich sehe, wir haben es mit aufmerksame Beobachter zu tun!“ begann ich. „Und ja, ich hätte Antworten. Ist nur so, die werden ihnen nicht gefallen und ob sie mir die glauben? Eher nicht!“
Damit stieg seine Laune auch nicht gerade.
„Was soll das Gerede? Los Freund, Mund auf!“
„Die Wahrheit?“ gelang es mir leicht ironisch zu klingen.
„Was sonst?“
„Wir sind Besucher!“ begann ich.
„Schön, geht doch. Woher?“
„Jetzt wird es schwierig. Woher? Aus einer anderen Welt wenn man so will!“
„Passen sie mal auf sie Kleinrentner. Wir wollen sie zwar lebend …. können sie raten?!“
„Wenn du jemanden belügen willst, sag ihm die Wahrheit, die glaubt er dir garantiert nicht!“
„Halten sie sich für witzig? Hab ich grad wenig Zeit für. Was ist mit ihrer Freundin? Die wurde eindeutig getroffen, wieso sieht man keinen Kratzer? Halten sie das für normal? Und ihr T Shirt sieht auch aus, als wär sie unter nen Laster geraten“
Au weih, da hatte er mich kalt erwischt. Ja das ist genau die Frage, was man so für normal hält. Und was macht Yori? Ok, sie überließ es mir. Konnt ich ihr auch nicht verübeln, wenn sie sich raushielt. Ihre Antworten wären vermutlich von der Art, daß der uns sofort an die Wand stellen würde.
„Ne Perry, das glaubt der nie!“ blökte Patty aus dem Gerät. Klar hatte sie alles mitgehört. „Aber was wenn ich dem verrate, das ist nur ein Rechnerspiel? So vom Thema her, ne Großstadt in der die Warlords um die Macht kämpfen. Nur ist keiner mehr da, der den Laden lenkt ….!“
„Märchenstunde ein andermal. Komm mal raus aus deinen Kasten, wenn du so aussiehst wie du dich anhörst, da wüßt ich schon was ….!“
„Pass besser auf was du redest du Sau. Ich hab n Freund. Mußt erst an seiner Faust vorbei!“
„Mußt echt weit sein, sonst würdest nicht so reden. Hm ja, wenn du uns sehen kannst …. wir wollen sie lebend, aber alle?“
Der Lauf seiner Waffe bohrte sich unter mein Kinn.
„Ich hoff du siehst das, du kleine Fotze!“ sagte er in einen Ton, als wollte er jedes Wort anschließend standrechtlich erschießen lassen.
Patty hatte sich im Griff. Sie begriff, das war zu ernst um jetzt auf empfindlich zu machen. Das steckte sie notfalls weg, auch wenn ich mir vorstellen konnte, wie sogar sie bei so einer Ausdrucksweise die Nase rümpfe. Nun das ist eben das Benehmen in Soldatenkreisen. Junge Männer und nicht gerade beste Kinderstube, da geht's genau so zu. Bekommt man auch in Kriegs und Soldatenfilmen geboten, da freilich in entschärfter Sprachausführung. Original wär’s nicht Jugendfrei.
„Ja seh ich. Gut, dann bin ich eben ne Fotze, aber nicht ihre. Aber ich bin noch nicht fertig. Ich seh noch mehr. Ihr bekommt Besuch!“
„Patty, kannst du Genaueres erkennen? Nur her damit!“ rief Kira rüber.
„Ja da kommen so einige …. ey, die zwei tragen so ein Rohr mit Löcher. Muß ja schwer sein. Ja die auch. Weiß ja nicht ….!“
Maschinengewehre!“ hörte ich Tim.
„Ok, aber so wie die sich bewegen, die wissen wohin sie wollen!“
In unsere Bewacher kam Bewegung. Sie wurden sichtlich nervös.
„Hier ist es nicht sicher!“ sagte einer.
„Na gut, lassen wir das erst mal. Da lang, alle zu den Wagen!“ befahl er.
„Er hätte sich bei dir auch bedanken können!“ sagte ich an Patty gewandt.
„Fresse halten, Bewegung!“
Wir liefen über die Straße und folgten einer Abzweigung. Da standen ihre Kisten geparkt. Dunkle Vans fast wie zu erwarten. Einige bewachten sie.
„Alle einsteigen. Bewegung!“ kommandierte der neben mir.
Alle rein und wir wurden unsanft in einen Van verfrachtet. Noch bevor die Tür schloss, hörte ich das Knattern eines Maschinengewehrs. Eines veritablen Maschinengewehrs und nicht einer MP, die fälschlicherweise oft als Maschinengewehr bezeichnet wurde. Wir fuhren an, doch einen Van vor uns erwischte es voll. Er begann zu schlingern und wir umfuhren den. Nur weg hier. Und noch einen traf die Salve voll. Der Fahrer konnte die Spur nicht mehr halten und die Kiste überschlug sich.
„Weiter, nicht bremsen!“ kommandierte unser Befehlshaber.
„Sacht mal, wo fahren die euch hin?“ war nun Patty deutlich zu vernehmen.
„Wir haben grad keine Zeit für Kinder!“ zischte unser Bewacher.
„Das ist aber schade, denn am Straßenende stehen sie und sie haben auch so n Rohr aufgestellt!“
„Links rein!“ befahl der.
Wir wendeten und es ging voll durch die Büsche. Doch es war zu spät. Wieder hörten wir das Knattern und den Van hinter uns erwischte es. Einige Treffer bekamen wir auch noch ab und die Kiste schlingerte.
„Festhalten!“ rief Yori.
Würd ich ja gerne, nur woran? Ich griff zu und erwischte ausgerechnet Kira. Ihr T Shirt hatte einen Riss und ich griff …. nein, das war keine Absicht, ich konnt echt nichts dafür. Inzwischen drehte sich die Welt und es gab einen lauten Schlag. Was war passiert? Wir waren umgekippt und irgendwas hatte uns gestoppt.
„Für diesmal bist entschuldigt, aber wenn du mich nicht sofort loslässt ….!“ bemerkte Kira eisig.
„Verklagst du mich wegen sexueller Belästigung? Will ich sehen!“
Und mit diesen Worten ließ ich sie los, schon weil ich meine Finger für aktuell dringenderes brauchte. Nichts gegen ihren Busen, den ich für durchaus ästhetisch geformt hielt. Sollte ich ihr bei Gelegenheit mal mitteilen. Unser Commander lag voll benommen da und da konnte ich grad mal mein Handy abgreifen. Und gleich darauf seine handliche Knarre. Kaum war das erledigt, sah ich daß Kira schneller war und sich längst bedient hatte, Yori nicht weniger. Die Tür war aufgesprungen und nun hieß es klettern.
„Kira, hilf ihm!“ sagte Yori.
Kaum war sie raus und stand auf der Schiebetür, die derzeit das Dach bildete, da die Kiste um Neunzig Grad gedreht lag, packte sie meine Hand. Gleichzeitig machte mir Yori die Baumleiter und ich stieg auf die Schiebetür. Zusammen mit Kira sprang ich ab und landete mit Sicherheit etwas ungeschickt auf den Asphalt. Yori sprang gerade raus und legte eine Punktlandung hin, die nichts zu wünschen übrig ließ.
„Nun könnte er nochmal fragen wie wir …..!“ wollte ich gerade auf die aufdringliche Befragung verweisen. Doch daraus wurde nichts. Yori packte mich und zog mich von dem Van weg und gemeinsam mit Kira landeten wir hinter einer niedrigen Betonbegrenzung. Inzwischen wurde der Van von Einschüssen getroffen und auf einmal wurde es rot. Er ging in Flammen auf.
„Wau, das war eng!“ hörte ich …. nein, das war sie nicht.
„Grad geschafft. Klasse gemacht!“ und das hörte sich irgendwie nach Mick an.
„Ey, hört ihr mich?“ was nun eindeutig Patty war.
„Ja, was gibt’s meine Maus?“ antwortete Kira als hätte sie grad mal ihren Anruf entgegengenommen und würde gleich fragen ob sie schon wüßte in welchen Schuppen wir heut Abend abtanzen wollen.
Patty hatte keine Zeit darauf einzugehen.
„Mensch, verschwindet da ganz schnell. Die kommen angeschissen und …..!“
„Danke für den Hinweis!“ war Kira nicht aus der Ruhe zu bringen.
Noch konnte ich die Hitze spüren da wurde ich hochgerissen und ohne Rücksicht mußte ich laufen. Nur weg hier. Hinter uns war ein dumpfer Schlag zu hören.
„War nur der Tank der hochging!“ bemerkte Kira unbeeindruckt, als hätte der Luftzug eine Tür zuschlagen lassen.
Wir hatten nun eine Einfahrt erreicht und da drinnen gab es Eingänge die irgendwo rein führten. Da konnten sie uns lange suchen. Eine der Türen war halb offen. Etwas nachlässig, was bei einer Evakuierung schon mal vorkam. Keine Zeit nachzuprüfen ob alles verschlossen ist und das kam uns durchaus gelegen. Es ging in einen Lagerraum für technische Ausrüstung. Sah irgendwo danach aus. Ein kurzer Blick, das sah mir nach Material für die Straße aus. Farbtöpfe stapelten sich und eine Sammlung von Absperr- und Verkehrsschilder. Hier hatten wir erst mal Ruhe. Aber verbunden waren wir immer noch.
„Das gab ne Stichflamme, besser ihr wart nicht mehr drinnen!“ meldete sich Patty.
„Die nicht!“ erkannte ich Kim. Und den unausgesprochenen Vorwurf.
„Für die Fichten sind sie nicht zuständig!“ übernahm Mick es ihr zu widersprechen.
„Hatten eh keine Zeit die rauszuholen und selbst wenn ….!“
„Meinst die bedanken sich?“
„Und besser sie geraten nicht in ihre Finger!“
„Genau, die sehen mir nicht so aus, als würden sie lange fackeln!“
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