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SOKO Angie

von Bibi77
Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Krimi / P6 / Gen
Franz Hubert OC (Own Character) Reimund Girwidz Sabine Kaiser
21.02.2022
31.03.2022
14
25.391
3
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21.02.2022 646
 
Ich liege mit der rechten Gesichtshälfte am Boden, in einer Pfütze aus Blut und Sabber, und hab das Gefühl, dass mir gleich der Schädel explodiert. Bis heute weiß ich nicht, womit man mir überhaupt welche drübergezogen hat, aber es hat mich jedenfalls ordentlich erwischt. Meine Augen rotieren beim Aufwachen immer noch in den Höhlen und bunte Sterne kreisen um meinen Kopf wie bei Kater Tom, wenn er von Jerry der Maus was auf die Rübe gekriegt hat.
Keine Ahnung, wie lange ich bewusstlos gewesen bin. Vielleicht eine halbe Stunde, vielleicht auch nur zwei Minuten. Ich hab vor dem Umkippen keine Zeit mehr gehabt, auf die Uhr zu schauen. Es fühlt sich jedenfalls an, als wär‘ ich quasi im selben Moment wieder aufgewacht, in dem es mich zusammengehauen hat. Dazwischen kein Traum, kein Gefühl. Nichts. Rein gar nichts. Wenn sich tot sein auch so anfühlt, dann ist die Aussicht darauf eigentlich gar nicht so schlimm.
Nur das Aufwachen, das ist schlimm. Der Schmerz in meinem Schädel und meinem Gesicht ist der Hammer – im wahrsten Sinne des Wortes.

Ich bleibe noch eine Weile mit offenen Augen im Dreck liegen und warte darauf, dass meine Umgebung endlich aufhört, sich zu drehen. Ich warte vergeblich.
Es ist stockdunkel, aber irgendwo vor mir kann ich so sachte den Lichtkegel meiner Flurbeleuchtung erahnen, der durch die offenstehende Haustür fällt.
Ich stützte die Hände auf den Boden und stemm‘ mich hoch. Alles um mich rum dreht sich noch schneller und mir wird komplett schlecht.
„Bloß ned spein!“, sag‘ ich zu mir selber. Denn in solchen Situationen ist es immer gut, wenn man eine Stimme hört (auch wenn‘s nur die eigene ist), und dann ist das bei mir auch so: wenn ich einmal mit dem Speien anfange, dann kann ich so schnell nicht wieder damit aufhören. Und das kann ich jetzt überhaupt nicht gut gebrauchen.
Irgendwie schaff ich’s dann auch, den Schwindel einigermaßen zu bezwingen und auf den Beinen zu bleiben.
Der Hammer bearbeitet meinen Hinterkopf jetzt auf Hochtouren. Ich taste die Stelle vorsichtig ab. Sie ist heiß und hart und so groß wie ein Golfball, aber immerhin nicht blutig. Dafür läuft mir die Nase und als ich sie abwische, ist mein Unterarm rot verschmiert. Na sauber!

Da fällt mir die Angie wieder ein.
„Angie?“, schrei‘ ich und zucke vor meiner eigenen Stimme zusammen. Der Brüller tut meinem Schädel überhaupt nicht gut.
Angie kommt nicht.
Ich wanke ums Haus. Dann such‘ ich alle Räume ab, zumindest die in der unteren Etage. Es die Treppe rauf zu schaffen, scheint mir gerade unmöglich.
Keine Spur von der Angie.
Entweder ist sie weggelaufen oder er hat sie mitgenommen. Wahrscheinlich beides. Jedenfalls hätte es mich nicht gewundert, wenn sie sich sogar über den Besuch gefreut hat und freiwillig mitgegangen ist, treudoof wie sie ist.

Ich steuere dann erst einmal ins Bad, um mir mein Gesicht anzusehen.
Meine Nase blutet wie Sau und über dem linken Wangenknochen hab‘ ich eine hübsche dunkelrote Platzwunde. Die Haut drum herum leuchtet in allen Regenbogenfarben und ist hübsch von Blut und Dreck verklebt. Ich mache ein Handtuch nass und versuche, das Schlamassel einigermaßen zu reinigen. Die Kälte ist super und betäubt ein wenig den Schmerz. Soviel ist klar: In den nächsten Tagen werde ich eine Menge Kühlmaterial und Aspirin brauchen.

Dann fühl‘ ich mich auf einmal ganz komisch schlapp und muss mich langsam auf den Wannenrand setzen.
Da sitz‘ ich dann, mit meinem Handtuch an der Backe, und wie ich so durchschnaufe, fällt mir meine Dienstwaffe wieder ein. Ich greif zum Holster am Waffengurt. Der ist natürlich leer. Sensationell: Angie weg, Waffe weg und beides befindet sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in den Händen dieses Wahnsinnigen. Super hingekriegt, Franz Hubert!

Jetzt wird’s höchste Zeit für einen Anruf.
Ich fummel das Telefon aus meiner Hosentasche – und genau in dem Moment hör‘ ich auf einmal irgendwo im Haus die Dielen knarzen…
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