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Kitty Cat

von Arion
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Sister
21.02.2022
21.02.2022
2
5.331
 
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21.02.2022 2.089
 
Disclaimer: um die Geschichte zu verstehen müssen die Charaktere nicht bekannt sein. Ich verwende sie größtenteils aufgrund ihres fantastischen Aussehens ;)
Man sollte sie also vielleicht kurz googeln und anschauen. Ich kann versprechen, dass es sich lohnt.
(Siehe: Jamie Andersson, Sister, und Swan Hellion, Blackrain)

Es sollte ein one shot werden...but here we go.
Swan, du bist mein Kätzchen.

Für B.

Kapitel 1
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Schimpfend zog er seine Jacke enger zu. „Scheißkälte…“
Sein ganzer Körper schüttelte sich in regelmäßigen Abständen und veranlasste ihn dazu noch schneller zu gehen. Die schwedischen Winter würden ihn niemals ganz abhärten gegen die beißende Kälte, die jetzt, Anfang Januar, ihren Höhepunkt erreicht hatte. Er zog seinen Schal weiter nach oben und bog endlich in die dreckige Straße am Bahnhof ein.
Noch ein paar letzte Meter und er würde endlich in seiner warmen Wohnung angekommen sein.
Der Gedanke an ein heißes Bad konnte nach solchen Temperaturen sogar das Herz eines erwachsenen Mannes erweichen. Aber das war okay, schließlich hatte er sich dieses nach einem langen Aufnahmetag wirklich verdient. Fast zwölf Stunden hatten er, Cari, Rikki und Tim in einem kleinen, unbeheizten Kellerraum verbracht, um die letzten Aufnahmen für ihr neues Album fertigzustellen. Das Ergebnis war zwar ansehnlich, brachte aber sicherlich einige Erkältungen und ziemlich schlechte Laune gegen Ende mit sich.

Jamie war wirklich froh nur noch den Bahnhof passieren zu müssen und dann endlich die rettende Haustür zu erreichen. Er zählte aus Gewohnheit die weißen Steine vor dem großen, etwas heruntergekommenen Eingang der Schalterhalle, bis sein Blick an einem schwarzen Haufen in einer Ecke hängen blieb. Haufen war fast schon zu viel gesagt; es war eher ein Häufchen, aus dem ein paar schwarz-rote Haarsträhnen lugten und das leicht zitterte.
Der Sänger seufzte und blickte schnell wieder nach vorne, wo seine Haustüre sichtbar wurde. Eine weitere arme Seele ohne Dach über dem Kopf, die den Winter wohl kaum überstehen wird. Erst letztes Jahr war ein alter Mann im selben Bahnhof erfroren, Jamie erinnerte sich noch genau daran. Schnell wischte er den Gedanken an die tragische Geschichte aus seinem Kopf und schloss endlich die Tür zu seiner kleinen Wohnung auf.
Ohne sich auszuziehen lief er ins Bad und ließ heißes Wasser in die Wanne. Zwei Minuten später ließ er sich seufzend in das Wasser gleiten. Früher hatte er baden gehasst, doch inzwischen liebte er das Gefühl viel zu sehr um sich über Cari aufzuregen, der ihn regelmäßig damit aufzog.
Cari…wieder seufzte Jamie tief. Die Gedanken an seinen besten Freund schmeckten immer noch etwas bitter. Dabei hatte er seine Gefühle für den langhaarigen Drummer mit den grünen Mandelaugen spätestens dann vergessen wollen, als dieser ihm seine neue Freundin vorgestellt hatte. Ein ganzes Jahr war es nun schon her und doch fiel es Jamie manchmal immer noch schwer die Augen von seinem hübschen Freund zu lassen. Sein hübscher, hübscher Freund, wegen dem er erst gelernt hatte warum der Sex mit seiner Freundin nie gut gewesen war. Warum es nie gut gewesen war mit allen seinen Exfreundinnen.
Wieder seufzte er und schob auch diesen Gedanken beiseite. Er musste an vorhin denken, den Menschen der da unten lag und sicherlich alles dafür geben würde, auch hier zu liegen. Vorsichtig stieg er aus der Badewanne und trat an das Fenster zur Straße. Wer auch immer vorhin in der Ecke, auf die Jamie von seinem Posten aus einen guten Blick hatte, gelegen hatte, rappelte sich gerade auf und humpelte zitternd auf einen Getränkeautomaten zu.
Der Sänger erkannte die langen, zweifarbigen Haare von vorhin, aber diesmal auch ein schmales Gesicht und etwas abgerissene Klamotten, wie er sie auch mit 16 getragen hätte. Für einen Moment drehte sich die Gestalt um und schien Jamie direkt anzuschauen, welcher sofort nach hinten trat. Nicht jeder musste ihn direkt nackt am Fenster stehen sehen und sich vielleicht sonst was denken. Schnell schnappte er sich eine graue Jogginhose und einen alten Kiss-pullover und ging mit beidem bekleidet zur Tür. Seine Stiefel fühlten sich noch nasser und kälter an ohne Socken, doch er ignorierte es und trat wieder hinaus in die Kälte. Mit schnellem Schritt ging er zu dem Automaten, an dem noch immer die ihm unbekannte Person stand und anscheinend vergeblich versuchte eine Flasche Wasser zu kaufen.
„Brauchst du Geld?“ fragte Jamie und blieb neben dem Automaten stehen.
„Was? S-sorry ich sprech kein Schwedisch“ antwortete die Person am Automaten nervös und drehte sich zu ihm. Der Sänger blickte in ein hübsches Gesicht mit stark femininen Gesichtszügen und Piercings in Lippe und Nasenflügel. Trotz der Stimme konnte Jamie nicht ausmachen mit welchem Geschlecht er es zu tun hatte. Die Nervosität erkannte er allerdings und setzte ein Lächeln auf.
„Ich hab gefragt ob du Geld für den Automaten brauchst“ sagte er in flüssigem Englisch.
„Weiß nicht…das Geld hier ist echt komisch“ hörte er leise.
Er musste wieder lächeln und steckte ein paar Kronen in den Automaten.
„Woher kommst du denn?“
„Frankreich“, nuschelte sein Gegenüber und nahm dankbar das Wasser entgegen, um sofort gierig zu trinken. Jamie hörte ein Magenknurren und zog eine Augenbraue hoch.
„Du bist nach Schweden gekommen von Frankreich und hast nicht mal was richtiges zu Essen oder einen Schlafplatz? Das ist ganz schön gefährlich alleine, nicht nur wegen der Kälte. Hier treiben sich ein paar miese Kerle rum nachts.“
„Kann sein…ich hab halt nicht so viel Geld grade..“
Er betrachtete die zitternde, dürre Gestalt vor sich, die wahrscheinlich sogar um einiges jünger war als er selbst mit seinen 21 Jahren, und fasste einen Entschluss.
„Komm, du kannst bei mir schlafen heute Nacht.“
Zwei große, braune Rehaugen blickten ihn an. „Echt?“
„Na klar. Schweden ist zu kalt für kleine Franzosen...Französinnen?“
„Franzose“ nuschelte es als Antwort, was Jamie aufhören ließ. Er hatte eher gedacht eine junge Frau vor sich zu haben, doch jetzt erkannte er die wenigen männlichen Züge im hübschen Gesicht des Jungen. Sanft fasste er an seinen Arm und schob ihn vor sich zu seiner Tür.
„Dann komm mal mit Kleiner. Ich bin übrigens Jamie“
„Swan“ antwortete der Franzose und schenkte ihm ein scheues Lächeln. Für einen kurzen Augenblick versank Jamie darin, so wie Swan ihn mit seinen großen Augen ansah, doch er besann sich schnell wieder auf sein eigentliches Vorhaben und führte ihn in seine Wohnung. Er seufzte sofort wohlwollend als er den kleinen Kamin im Wohnzimmer entdeckte.
„Wow…das ist echt schön hier..und so warm!“
„Du musst ziemlich durchgefroren sein. Wenn du willst dann kannst du auch erstmal in die Badewanne während ich dir Suppe warm mache.“
Der Junge nickte sofort und ließ sich von seinem Gastgeber das Badezimmer zeigen.
Eine halbe Stunde später hockte er eingehüllt in einen viel zu großen Bademantel auf dem Boden vor dem Kamin.  Leise betrat Jamie den Raum, in einer Hand eine Schüssel, in der anderen ein Wasserglas. Schmunzelnd betrachtete er Swans Anblick, der sich ganz natürlich in die Szene einzufügen schien. Lange schwarze Haare, blasse Haut, der rote Bademantel und das flauschige Schaffell, auf dem er es sich bequem gemacht hatte.
„Du siehst ein bisschen aus wie Schneewittchen“ sprach er unverblümt seinen Gedanken aus.
Da waren sie wieder, die Rehaugen.
„Kann gar nicht sein. Hier sind keine Zwerge. Und außerdem glaube ich nicht einfach irgendwelchen bösen Hexen.“
„Du glaubst aber mir. Was wenn ich dich fressen will?“ Schon wieder sprach er ohne nachzudenken. Stattdessen breitete sich ein Kopfkino vor seinem inneren Auge aus, das er bisher nur von Cari kannte.
‚Fressen nicht, aber mal anknabbern…‘ durchzuckte es seine Gedanken.
„Ach,“ machte sich Swan wieder bemerkbar und riss ihn aus seinen Gedanken, „das glaube ich nicht. Du siehst nett aus.“
„Nett?“
Swan nickte „Nett. Und du hast hübsche Haare.“
„Ich find deine auch toll. Du bist generell sehr hübsch.“
Vorsichtig stellte Jamie die Schüssel vor Swans Füßen ab und nutze die freigewordene Hand um über seinen Kopf zu streicheln. Der Kleine lächelte bloß unschuldig und begann die Suppe zu löffeln.

Unruhig wälzte sich Jamie hin und her. Seit einer Stunde versuchte er vergeblich Schlaf zu finden, doch die Müdigkeit wollte ihn einfach nicht überkommen. Dabei hatten er und Swan noch eine Weile geredet, nachdem der kleine Franzose gegessen hatte. Er hatte einiges von sich erzählt; dass die Reise nach Schweden eher spontan und fluchtmäßig gewesen war und dass er kaum Geld hatte, aber auch, dass er wie Jamie gerne Musik machte und sogar ab und zu sang. Das Thema hatte ihn erst richtig aufgetaut und er hatte fast schon übermütig erzählt.
Jamie von sich erzählte, hatte er sich wieder auf das Schaffell gelegt und ihn mit großen Augen angesehen und zugehört.
Diesen Blick würde der Schwede niemals vergessen können, das wusste er jetzt schon. Nicht einmal Cari konnte so schauen wie dieser Junge. Und er tat es andauernd. Besonders als Jamie ihm sein Zimmer gezeigt und ihm eine gute Nacht gewünscht hatte, hatte ihn der Blick Swans innerlich zum Schmelzen gebracht.
Seufzend schloss er die Augen und versuchte erneut Ruhe zu finden, diesen Blick zu vergessen, doch plötzlich hörte er ein Geräusch an seiner Tür, die sich kurz darauf einen Spalt weit öffnete. Eine schmale Gestalt huschte hinein und fand sich wenige Sekunden später unter Jamies Bettdecke wieder. Dieser betrachtete überrascht das zusammengerollte Bündel Mensch vor sich, das anscheinend davon ausging er schliefe schon.
„Swan?“ fragte er leise, um ihn nicht zu erschrecken. Er zuckte trotzdem leicht.
„Hm?“
„Was machst du hier?“
„Kann nich schlafen…kalt…“ murmelte es als Antwort und bevor Jamie antworten konnte, hatte sich der Franzose an seiner Brust materialisiert und schmiegte seinen warmen Körper an ihn. Er konnte nicht widerstehen und vergrub vorsichtig die Finger in den weichen Nackenhaaren des Kleinen, der das sofort mit einem wohlwollenden Seufzer kommentierte. Schmunzelnd kraulte er ihn weiter, bis er nur noch den gleichmäßigen Atem und ein paar leise, verschlafene Seufzer hören konnte. Swan war einfach so zu ihm gekommen und in seinen Armen eingeschlafen, obwohl er ihn kaum kannte. Doch Jamie konnte es ihm nicht verübeln, so war es doch er selbst gewesen, der nicht hatte widerstehen können ihn mit zu sich nach drinnen zu holen. Dass es sich gelohnt hatte zeigte sich nun, als er endlich mit einem Lächeln auf den Lippen einschlief.
Es fühlte sich an als hätte er keine Minute geschlafen, doch es war schon hell als er die Augen öffnete. Blinzelnd suchte er nach der Ursache, die für sein Aufwachen schuld war. Er fand sie schnell; eingekuschelt und ihn mit großen braunen Augen ansehend.
„Hey“ brummte er und griff sofort in den Nacken des Kleinen, der es sich auf seinem Bauch bequem gemacht hatte „schon wach?“.
Swan brummte bloß als Antwort und ließ sich entspannt lächelnd den Nacken kraulen. Viele Worte hatte er bisher nie verloren, doch Jamie genoss es in seinem Gesicht abzulesen was er wollte. Und jetzt gerade war es Zuneigung, was sich damit bestätigte, dass er nach einer Weile anfing zu schnurren. ‚Wie ein Kätzchen‘, schoss es Jamie durch den Kopf.
„Ich muss gleich aufstehen und arbeiten gehen Kleiner“ seufzte er mit einem Blick auf den kleinen schwarzen Wecker neben seinem Bett.
Der Franzose guckte ihn enttäuscht an.
„Ich muss gehen?“
Er seufzte und strich ihm eine Strähne hinter die kleinen Ohren. Er wollte ungern einen Fremden allein in seiner Wohnung lassen, auch wenn er ihn so ansah.
„Vielleicht machst du einen Spaziergang und schaust dir Stockholm an während ich weg bin oder so…kannst dann heute Abend gerne wieder kommen“
Swan nickte stumm. Er schien es zu verstehen, doch das versteckte bisschen Enttäuschung in seinem Blick versetzte Jamie einen Stich in der Brust.
Keine fünf Minuten später fiel die Tür ins Schloss. Jetzt war er wieder alleine da draußen, ohne wirklich warme Klamotten und ohne Geld in einer Stadt die er nicht kannte. Jamie fluchte leise und riss die Tür wieder auf.
„Swan! Warte….“ Der Kleine drehte sich um und blickte ihn an. Rehaugen. Unschuldige Rehaugen. „Komm wieder rein…“ Jamie seufzte „Du klaust mir ja nichts oder?“
Sofort nickte er.
„Wenn ich wieder nach Hause komme dann ist der Kamin an, ja? Dann darfst du bleiben.“
Zwei dünne Arme schlungen sich um seine Taille.
„Danke…“ nuschelte er und ließ sich von Jamie über den Kopf streicheln, bevor dieser sich eine Jacke aus dem Hausflur nahm.
„Falls du doch raus willst, dann nimm einen Schlüssel vom Brett. Und nimm dir ruhig was zu essen aus dem Kühlschrank.“ Der dankbare Blick den er nun bekam gefiel ihm wesentlich besser als die Enttäuschung zuvor, und so lief er mit gutem Gewissen zu dem kleinen Musikgeschäft in dem er hauptberuflich arbeitete.
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So, erster Teil ist durch. Über Rewievs oder Empfehlungen etc würde ich mich natürlich freuen :)
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