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Vom Regen in die Sonne

von Tasha88
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 / Gen
19.02.2022
19.02.2022
9
9.980
2
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19.02.2022 558
 
Ich habe lange damit gerungen, ob ich diese Geschichte wirklich hochladen will. Sie ist etwas anderes, als es von mir gewohnt ist.
Ich will nochmal auf diese Triggerwarnung hinweisen - Tod eines Kindes (Sternenkind), Betrug, Depressionen.

Bitte lest die Geschichte nur, wenn ihr euch mit diesem Thema auseinander setzen könnt.
Aufgrund des Inhaltes werde ich sie auf einmal hochladen

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Es ist nicht fair, schießt es Elsa wie so oft durch den Kopf, als sie an diesem Ort ist. Sie sollte nicht hier sein. Sie sollte zuhause oder vielleicht sogar unterwegs sein, mit einem Kinderwagen. Ihr Sohn könnte jetzt sogar schon schon seine ersten Schritte machen. Stattdessen sitzt sie hier, auf dieser Bank und starrt vor sich auf das Grab, auf dessen Grabstein nur ein einziges Datum steht. Es ist nicht fair, geht es ihr erneut durch den Kopf, während die Tränen über ihre Wangen laufen. Es ist auch nicht fair, dass sie hier alleine sitzt, alleine trauert.
Dann bricht die Trauer wieder über sie herein, rollt wie eine dicke, schwarze Wolke über sie hinweg, drückt sie hinunter, zieht alles an Lebenskraft aus ihr heraus. Sie schluchzt verzweifelt auf, hat plötzlich das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Ihre Hände tasten nach ihrem Handy in ihrer Jackentasche und ziehen es heraus. Durch den Tränenschleier sucht sie nach einem Kontakt, sieht diesen zweifelnd an. “Ruf mich an. Ich bin für dich da, immer! Du musst das nicht alleine durchstehen, es betrifft uns beide.” Bei dem Gedanken an diese Aussage drückt sie das Hörersymbol und hält das Handy an ihr Ohr. Bitte sei da, denkt sie sich.
“Was willst du?”, nimmt eine hohe Stimme das Telefonat wütend an.
“Ich … ich würde gerne Mario sprechen”, bringt Elsa stockend hervor, während sich alles in ihr zusammenzieht.
“Er ist unterwegs! Und hör gefälligst auf, ihn anzurufen! Er gehört jetzt mir, zu mir! Also nerv ihn nicht mehr!”
Im nächsten Moment ertönt das Besetztzeichen, Elsas Gesprächspartnerin hat das Telefonat beendet.
Elsa blinzelt fassungslos auf das Handy in ihrer Hand hinunter. Nein, das würde Mario nicht von ihr verlangen, niemals. Er … Damals hatte er gesagt, egal was ist, er wäre immer für sie da. Und sie braucht ihn jetzt. Sie scrollt zu einer anderen Nummer, wählt diese.
“Hongo”, wird ihr zweites Telefonat gleich darauf angenommen.
“Elsa hier”, bringt sie schluchzend hervor.
“Elsa, Liebes.” Chiyoko Hongos Stimme ist sanft, liebevoll. “Schatz, was kann ich für dich tun?”
“Ist Mario bei euch?”, schluchzt Elsa immer noch.
“Nein, das ist er nicht. Wo bist du? Willst du zu uns kommen? Du weißt, egal wie die Umstände sind, du bist hier immer willkommen. Vor allem in der Zeit jetzt.”
“Ich … nein, ich wollte nur … Egal. Es tut mir leid, dass ich dich gestört habe.”
“Elsa”, bringt Chiyoko noch hervor, da beendet diese das Telefonat.
Elsas Finger schließen sich um ihr Handy und wieder schießen Tränen aus ihren Augen. Sie krümmt sich zusammen, schließt ihre Arme um ihren Körper und versucht Luft in ihre Lungen zu bekommen, die sich schon stechend zusammenziehen.
Als das Telefon in ihren Händen zu vibrieren beginnt, sieht sie darauf und ihre Augen weiten sich, als sie den Namen auf dem Display erkennt.
“Ja?”, fragt sie unsicher, nachdem sie das Telefonat angenommen hat.
“Wo bist du?”, fragt er ohne Umschweife.
“Auf dem Friedhof”, antwortet sie leise.
“Bleib dort. Ich bin in ein paar Minuten bei dir.
 
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