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Ice dragon heart 3 – Dumbledore`s Army

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Div
18.02.2022
23.09.2022
31
41.072
1
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
23.09.2022 1.533
 
Hi, ihr lieben, schön euch zu sehen. *wink*
Ich hoffe ihr mögt das Kapitel, aber ich sage es am besten gleich: Wer was gegen Homosexuelle Liebe hat, kann gerne gleich hier umdrehen.
Ansonsten viel Freude mit dem ersten Kapitel aus der Sicht von (bitte Trommelwirbel einblenden) Hermine Granger.

LG und ein schönes Wochenende
CharlotteVictoria

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POV: Hermine

Donnerstag, 21.12.1995, Hogwarts


Spontanität und Hermine Granger waren eigentlich zwei Dinge die einfach nicht zusammen passten wollten. Genau genommen stießen sie einander ab wie zwei Magneten. Und das obwohl Hermine ihre Freunde schon immer dafür bewundert hatte, dass sie einfach aus der Kalten heraus, auf eine Situation reagieren konnten. Nicht das Hermine das je laut zugeben würde. Immerhin führten die spontanen Einfälle der anderen meist zu mittleren Katastrophen. Aber dennoch hatte sich die Hexe immer gewünscht, etwas tun zu können ohne nicht mindestens eine Nacht darüber nachgrübeln zu müssen.

Im Fall von Pansy Parkinson war aus der einen Nacht Grübeln sehr viele Nächte geworden und wahrscheinlich hätte sich diese Anzahl in den nächsten Wochen auch noch weiter erhöht, wenn Hermine nicht Pansys traurige Gesicht gesehen hatte, als sie heute vor einigen Minuten in die Große Halle gekommen war. Es war nur einige Sekunden lang zu sehen gewesen, bis Pansys Maske der Ausdruckslosigkeit – die sie in den letzten Wochen normalerweise zur Schau stellte – wieder die Überhand gewonnen hatte, aber diese Sekunden hatte gereicht um Hermine zu der größten Spontanität anzutreiben, die sie vermutlich je begehen würde.

„Ich bleibe über Weihnachten hier.“ Hermine hatte nicht mal besonders laut gesprochen, aber dennoch waren all ihre Freunde und Klassenkameraden im näheren Umkreis plötzlich verstummt und sahen die Braunhaarige mit großen Augen an. „Du…was?“, fragte Fred wenig intelligent. Hermine seufzte: „Ich sagte, dass ich über Weihnachten hier bleibe.“ „Warum?“, wollte Harry wissen und sah Hermine völlig wertungsfrei an. Hermine zuckte mit den Schultern: „Ich glaube, dass ich einfach mal etwas Zeit für mich brauche.“ Ja, das war eine glatte Lüge, aber sie löste mehr Verständnis aus, als wenn sie gesagt hatte, dass sie wegen einer traurigen Pansy Parkinson hier blieben würde.

„Wissen das deine Eltern schon?“, fragte Lavender, die sich heute Morgen neben ihnen – eigentlich neben Ron – auf die Bank gesetzt hatte. „Nein, noch nicht. Ich schreibe ihnen dann gleich einen Brief. Aber meine Eltern erwarten mich eh nicht. Ich hätte die Ferien bei den Weasleys verbracht, da Mum und Dad schon seit einer Woche bei einer Ärztekonferenz sind.

*****

Nachdem Hermine ihre Freunde am Zug verabschiedet hatte und den Brief an ihre Eltern mit einer der Schuleulen auf den Weg geschickt hatte, lief sie zurück zum Schloss. Es war zwar empfindlich kalt, aber bisher hatte es hier noch nicht geschneit. Etwas das Hermine sehr schade fand, da sie Schnee über alles liebte. Während sie ihre kalten Finger in den Jackentaschen vergrub, dachte sie angestrengt darüber nach, was sie jetzt eigentlich tun wollte. Aber das war wohl das bittere Los der Spontanität: Nicht nächtelang darüber nachgedacht zu haben, was man wollte.

Gut, Hermine wusste, dass sie ihre Mission für diese Weihnachten war, Pansy wieder zum Lachen zu bringen, aber die Frage war, wie sie dieses Unterfangen am besten angehen sollte. Also entschloss sie sich, erst einmal ganz unbefangen mit Pansy zu sprechen. Immerhin musste es einen Grund geben, warum die Schwarzhaarige in den letzten Wochen so niedergeschlagen wirkte. Was dann zu tun war, konnte sich Hermine ja auch noch überlegen, wenn der entsprechende Zeitpunkt gekommen war.

Gleichzeitig fragte sich Hermine aber auch, seit wann sie so besessen darauf war, Pansy zum Lachen zu bringen. Über Ginny hatte Hermine schnell auch die Slytherins aus Dracos Freundeskreis kennen gelernt und sich vor allem mit Pansy sehr gut unterhalten können, da sie beide ihre Nasen gerne in die unterschiedlichsten Bücher steckten und es daher viele Themen gab, über die sich die beiden Hexen austauschen konnten. Während der Sommerferien dann hatten sie sich vermehrt auch über privates unterhalten und viel Spaß zusammen gehabt. Und wahrscheinlich hatte das, mit dem zum lachen bringen wollen, genau dort angefangen: Zwischen verstaubten Bücherstapeln in der Bibliothek der Blacks.

Aber damals im Grimmauldplatz hatte sich Hermine nicht einmal träumen lassen, dass dieses freundschaftliche Gefühl, dass in ihr aufkam, wenn sie die Schwarzhaarige sah, innerhalb von nicht mal einem halben Jahr so anders werden würde. Denn jetzt war aus diesem kleinen warmen Gefühl ein schier endloser Brand aus den wunderschönsten Gefühlen geworden, die sich Hermine je hatte vorstellen können. Dieses Tosen in ihrem Inneren war inzwischen sogar so gewaltig, dass sie es nicht mehr wagte, sich selbst nicht einzugestehen, dass sie in Pansy verliebt war. Und zwar nicht nur ein wenig. Sondern ein wenig sehr.

*****

05.12.1995


Eigentlich bin ich kein Mensch der Tagebuch führt. Nicht mal als kleines Mädchen habe ich eines besessen. Aber es soll ja für alles ein erstes Mal geben, also warum nicht auch für das Tagebuch schreiben. Auch wenn das hier natürlich keines ist, sondern ein Stück Pergament, auf dem ich eigentlich mein Aufsatz für Tränke schreiben wollte. Aber da mir eine gewisse schwarzhaarige Slytherin nicht mehr aus dem Kopf geht, werde ich mich heute Abend wohl kaum noch auf diesen Aufsatz konzentrieren können, ganz gleich wie interessant das Thema auch ist. Wahrscheinlich sollte ich sogar einfach ins Bett gehen, wie es die anderen auch schon getan haben, aber ich befürchte, dass ich nicht einschlafen könnte. Genau aus demselben Grund, aus dem ich mich nicht auf meine Hausaufgaben konzentrieren kann, im Übrigen.

Also bin ich ganz offensichtlich dazu übergegangen die Gedanken die mich schon die ganze Zeit beschäftigen aufzuschreiben, um Ordnung in das Chaos zu bringen, was in mir gerade herrscht. Traurigerweise habe ich dafür sonst noch nie ein Blatt gebraucht. Aber wie gesagt, für alles gibt es ein erstes Mal.

1.     Ich mag Pansy. Ich mag sie sogar sehr gerne und nach dem was Ginny und Harry mir über das verliebt sein erzählt haben, bin ich sogar in sie verliebt. Aber da bin ich mir noch immer nicht zu hundert Prozent sicher, da ich noch nie zuvor verliebt war und daher nur im Entferntesten ahnen kann, wie man sich fühlt, wenn man verliebt ist.
2.     Pansy ist seit knapp zwei Wochen anders. Also vielleicht schon länger, aber am 3.12 ist es mir zum ersten Mal aufgefallen. Sicher hat Pansy noch nie viel von sich in der Öffentlichkeit preisgegeben, aber normalerweise schaut sie nicht so verkniffen und angestrengt drein. Irgendetwas muss vorgefallen sein. Erst habe ich ja gedacht, dass es um Pansys Streit mit Daphne geht, aber das scheint sich ja vor drei Tagen geklärt zu haben. Und es hat eben nichts an Pansys schlechter Laune geändert zu haben. Nein, eigentlich ist es keine schlechte Laune. Pansy sieht eher todunglücklich aus. Ihre Augen strahlen nicht mehr.
3.     Ich weiß nicht ob ich mit Pansy reden sollte. Vielleicht täusche ich mich ja. Immerhin schaut sie nie richtig traurig sondern nur so seltsam ausdruckslos und gleichzeitig angestrengt.


So sieht es aus…

Keine Ahnung ob man so ein Tagebuch führt, aber es scheint tatsächlich irgendwie zu helfen. Vielleicht frage ich Ginny mal, ob sie weiß, wie es Pansy geht.

****

Seufzend faltete Hermine den Zettel wieder zusammen. Sie hatte ihn in den letzten Tagen schon einige Male wieder hervorgeholt und gelesen. Doch bisher war der Stand, den sie vor einer Woche aufgeschrieben hatte, immer noch derselbe geblieben, da sie ja erst heute Morgen den Beweis dafür gesehen hatte, dass Pansy wirklich unglücklich war.

Hermine hatte tatsächlich mit Ginny gesprochen, aber dabei nicht wirklich gesagt was eigentlich Sache war, auch wenn sie sich sonst immer als einen Menschen eingeschätzt hatte, der sagte was war und nicht um den heißen Brei herumredete. Bei Gefühlen, wie dem verliebt sein, schien das allerdings irgendwie anders zu sein. Aber irgendwie schien hier gerade eh alles anders zu laufen als sonst, also hatte sie es akzeptiert. Aber zumindestens hatte Hermine in diesem Gespräch zwei andere wichtige Sachen erfahren.

Zumeinen, dass Pansy über die Weihnachtsferien in Hogwarts bleiben würde und zum anderen dass Homosexualität im magischen Teil Englands nicht verboten war und niemand zwei Hexen oder Zauberer schräg anschauen würde, wenn sie zusammen wären. Nun im Fall von zwei Männern natürlich vorausgesetzt, dass keiner von beiden ein erstgeborener Sohn seiner Familie war. Immerhin würde er dann nicht in der Lage sein, einen Erben für seine Familie, den Titel und das Vermögen zu zeugen. Ja, Hermine war in diesem Moment kurz davor gewesen ihrer Kopf irgendwo dagegen zu schlagen. Wie in Merlins Namen konnte eine Gesellschaft bitte gleichzeitig so fortschrittlich und dennoch so altmodisch sein.

Aber dennoch hatte diese Erkenntnis Hermine beruhigt. In ihrer Unwissenheit (für die sie sich inzwischen etwas schämte) war sie nämlich immer davon ausgegangen, dass sie sich auch in Hogwarts mit der Tatsache, dass sie einer Beziehung zu einem Mädchen nicht abgeneigt war, nicht hausieren gehen sollte. Also hatte sie einfach geschwiegen. Was sie auch weiterhin tun würde. Immerhin war die gesetzliche Erlaubnis etwas zu tun und die Billigung ihrer Klassenkameraden immer noch nicht dasselbe. Wenn sie allerdings je mit einer Frau – vorzugsweise Pansy – zusammen kommen würde, versprach Hermine sich auf dem Weg zu Mittagessen, würde sie sich zumindestens in der Magischen Welt nicht verstecken.
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