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Between two feelings-Geheime Gefühle

Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Draco Malfoy Harry Potter
17.02.2022
23.06.2022
17
24.350
6
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23.06.2022 1.850
 
Harry war wieder gesund und Draco war gegangen. Harry vermisste ihn, auch wenn er wusste, dass es besser so war. Die Sehnsucht nach der Nähe des Blonden war größer als eh und je und es machte Harry verrückt. Er erinnerte sich an früher, als er schon nach zwei Tagen ohne Draco verrückt geworden war und fragte sich wie er es die letzten drei Jahre überlebt hatte.

Er hatte die Tage mit Draco genossen. Sie waren sich zum ersten Mal wieder näher gekommen. Hatten wieder miteinander geredet. Es war so schön gewesen. Zu schön. Doch jetzt war es vorbei. Nichts erinnerte daran, dass Draco irgendwann mal hier gewesen war. Harry fühlte sich plötzlich wieder einsam und alleine. Draco hatte ihn dieses Gefühl vergessen lassen, war für ihn da gewesen. Für ein paar Tage hatten sie sogar in einem Bett geschlafen. Harry war glücklich gewesen. Er hatte den Schmerz vergessen. Doch jetzt war er wieder da und überflutete alles Gute. Er ließ Harry die letzten Stunden mit Draco vergessen und sorgte dafür, dass der Schwarzhaarige sich elend fühlte. Er fühlte sich alleine und im Stich gelassen. Dabei stimmte das nicht. Er wurde nicht im Stich gelassen. Wohl eher war er derjenige, der jemanden im Stich gelassen hatte und derjenige war niemand anderes als Draco Malfoy.


Harry lief bereits seit 20 Minuten im Kreis. Er war hin und her gerissen, ob er George schreiben sollte oder nicht. Er wollte sich bei ihm entschuldigen, außerdem brauchte er jemandem zum Reden. Jemanden, der ihn verstand. Harry seufzte und lief nach oben in sein Zimmer. Dort setzte er sich an den Schreibtisch und begann einen Brief zu schreiben.

Hallo George,
ich wollte mich dafür entschuldigen, dass ich einfach abgehauen bin. Ich hoffe, du verzeihst mir. Aber das Thema geht mir eben ziemlich nah. Viel näher als mir lieb ist. Was ich eigentlich fragen wollte:  Hast du Zeit für mich? Ich muss reden. Schreib mir bitte so schnell es geht.
Harry


Harry faltete den Zettel und reichte ihn Kasper. Die Eule nahm ihn in den Schnabel und flatterte zur Fensterbank. Harry öffnete das Fenster und schickte seine Eule mit den Worten: „Bring das George und beeil dich bitte“, los. Die winzige Eule flatterte aus dem offenen Fenster und verschwand. Harry ließ das Fenster offen, damit Kasper dadurch auch wieder rein gelangen konnte und setzte sich auf sein Bett. Er wusste nicht, was er machen sollte solange er auf Georges Antwort wartete.

Irgendwann begann er aufzuräumen. Dabei fand er seine alte blaue Jacke, die immer noch in der Ecke lag, in die er sie geschmissen hatte. Harry nahm sie hoch und strich über den Stoff. Sie war schon ganz verstaubt. Harry nahm die Jacke und schüttelte sie aus. Staub wirbelte durch das gesamte Zimmer und Harry musste niesen.

*
Als Draco das Café betrat, sah er das Pansy schon da war. Sie saß an einem Tisch ganz hinten in der Ecke und sah auf ihr Glas, welches Randvoll mit Butterbier gefüllt war. Draco atmete tief durch und ging auf sie zu. Pansy schien ihn gar nicht zu bemerken und starrte weiterhin auf ihr Glas.

„Hallo Pansy“, meinte Draco leise. Die Braunhaarige fuhr erschrocken zusammen und sah auf.

„Hallo Draco“, begrüßte sie ihn und deutete auf den Stuhl der ihr gegenüber Stand. „Setz dich.“

Draco setzte sich. Pansy schien angespannt zu sein. Die ganze Situation war irgendwie unangenehm. Die beiden schwiegen. Eine Kellnerin kam an ihren Tisch und fragte Draco, ob er etwas haben wollte doch der Malfoy schüttelte den Kopf und die Bedienung verschwand.

„Wie geht’s dir so?“, fragte Pansy leise.

„Wenn ich ehrlich bin…“, Draco seufzte „nicht so gut.“

„Harry?“, fragte die Braunhaarige und sah mit einem kleinen Lächeln zu Draco, welcher erstarrt war.

„Woher-“,

„Ich hab´s mir schon immer gedacht.“  Pansys Stimme war sanft und leise. Draco kannte sie so nicht und es verunsicherte ihn. Er starrte die Slytherin an und wusste nicht was er sagen sollte.

„Du liebst ihn immer noch“, stellte sie fest. Woher wusste sie das? Sie hatten seit mehreren Jahren nicht mehr miteinander geredet. Draco war sprachlos.

„Woher weißt du das?“, brachte er schließlich heraus. Pansy lächelte.

„Ich weiß mehr über dich, als du denkst“, erwiderte sie. Draco runzelte die Stirn. „Mehr als Blaise würde ich sogar sagen.“

Draco war verwirrt. Wie sollte sie mehr als sein bester Freund wissen? Er und Pansy hatten schon vor langem den Kontakt verloren. Das hier war das erste Treffen seit fast drei Jahren. Warum dachte Pansy also, dass ausgerechnet sie mehr wusste? Draco glaubte ihr nicht.
„Ich glaube dir nicht“, meinte er mit gerunzelter Stirn.

„Soll ich´s dir beweisen?“

„Ja, bitte.“

*
20 Minuten waren jetzt vergangen und immer noch war kein Brief von George zu sehen. Harry gab die Hoffnung auf mit jemandem reden zu können. Ob George vielleicht wütend auf ihn war?

Harry hatte die gesamte Wohnung aufgeräumt, da ihm nichts Besseres eingefallen war, was er sonst hätte tun sollen. Er lehnte sich auf die Fensterbank und sah in den Himmel, in der Hoffnung eine Eule zu erblicken. Doch Fehlanzeige. Weit und breit nichts zu sehen. Außer… eine Eule! Freudig trat Harry zur Seite, damit Kasper landen konnte. Der Steinkauz landete auf dem Fensterbrett, im Schnabel trug er einen Brief. Harry nahm ihm das Stück Papier ab und setzte sich auf sein Bett, während er das Papier entfaltete.

Hey Harry,
tut mir leid, dass ich nicht geantwortet habe, aber bei mir zuhause ist gerade ´ne Menge los. Du wirst es nicht glauben, aber Angelina ist schwanger! Sie ist super aufgeregt und du hast je keine Ahnung wie froh wir sind.
Du musst dich nicht dafür entschuldigen, es war ja größtenteils meine Schuld. Ich verstehe, dass dir das Thema nahe geht und wenn du jemandem zum Reden brauchst, kannst du immer zu mir kommen. Ich höre dir zu.
George


Harry legte den Brief beiseite. Er freute sich für George und Angelina, doch es zeigte ihm mal wieder wie alleine er war. Er war froh, dass George ihn verstand und auch nicht wütend war, dass er einfach abgehauen war. George hatte geschrieben, er dürfe kommen wann er wollte. Harry stand auf. Er musste jetzt reden, sonst würde er noch platzen.


Schon kurz danach stand Harry vor der Tür von Georges Heim und klingelte. George machte auf und bat Harry herein. Er strahlte über das ganze Gesicht. Harry konnte nicht anders als zu lächeln. Es war irgendwie süß wie George sich freute. Er würde ganz sicher ein guter Vater werden.

Die beiden betraten das Wohnzimmer, in dem Angelina saß. Sie lächelte freundlich als sie Harry erblickte.

„Länger nicht mehr gesehen. Schön, dass du da bist“, begrüßte sie Harry.

„Tag Angelina und herzlichen Glückwunsch für die Schwangerschaft.“

„Danke.“

„Angelina“, mischte George sich ins Gespräch ein. Seine Frau sah zu ihm. „Harry und ich müssen reden. Falls du mich suchst ich bin im Schlafzimmer.“

Angelina nickte und die beiden küssten sich. Harry spürte einen Stich ins Herz. Er wünschte sich manchmal auch so glücklich wie George zu sein und jemanden zu haben wie er Angelina hatte.

„Komm mit.“ George zog Harry hinter sich her ins Schlafzimmer. Der Rothaarige setzte sich und deutete neben sich. Harry setzte sich ebenfalls. George sah ihn voller Neugierde an. Harry schluckte und sah auf den Boden. Er wusste nicht wie er anfangen sollte.
„Weißt du… das, was du alles gesagt hast als wir zum Abendessen verabredet waren-“,
„Tut mir leid was ich gesagt habe“, unterbrach George ihn.

„Es muss dir nicht leidtun. Du hattest ja Recht“, erwiderte Harry und sah zum Weasley auf. „Ich habe ihm das Herz gebrochen, ich habe ihn einfach angeschrien, obwohl er mir helfen wollte. Ich habe ihn im Stich gelassen.“

George sagte nichts, sondern sah Harry einfach nur an. Irgendwann wurde Harry die Stille zu unangenehm und er fuhr fort: „Ich weiß nicht wie ich das je wieder gut machen soll. Ich habe wirklich geglaubt, dass es besser ist wenn wir getrennt sind. Aber jetzt? Es ist überhaupt nichts besser geworden! Bei jeder Berührung fängt mein ganzer Körper an zu kribbeln.“ Harry atmete tief durch und seufzte. George sah ihn gespannt an und sagte gar nichts. Harry senkte den Blick und sah auf seine Hände.

„Ich reagiere immer noch wie Früher. Wenn ich ehrlich bin hasse ich mich dafür, dass ich Draco damals so wehgetan habe“, murmelte er. Er spürte wie ihm Tränen in den Augen sammelten. Verdammt, nicht jetzt! Harry sah auf den Boden und versuchte die Tränen zurück zu halten, doch es wollte ihm nicht gelingen.

„Ich bin ein schlechter Mensch“, schluchzte er. George sah ihn kopfschüttelnd an.

„Du bist kein schlechter Mensch“, meinte er.

„Doch, bin ich.“

Er schluchzte laut auf. George legte seine Arme um ihn und zog ihn zu sich. Beruhigend strich er ihm über den Rücken.  

„Du bist kein böser Mensch“, flüsterte er. Harry wollte etwas sagen, ihm wiedersprechen doch die Schluchzer kamen ihm dazwischen. Er lehnte seinen Kopf an Georges Brust und ließ seinen Tränen, die sich in den letzten Jahren angesammelt hatten, freien Lauf.  

*
Draco war neugierig darauf, was Pansy wohl alles wusste. Er konnte nicht glauben, dass sie mehr wusste als Blaise.

„Okay, ich zeige dir, dass ich mehr weiß als du denkst“, meinte Pansy und grinste. „Also… erstens: Du liebst Harry immer noch, zweitens: Du warst letztens bei ihm und drittens: Du bist einer der drei Männer.“

Draco starrte Pansy fassungslos an. Woher… woher wusste sie das? Na gut die ersten beiden Punkte konnte man recht leicht herausfinden, aber den dritten? Draco war schleierhaft wie sie das bitte herausgefunden hatte und genauso wunderte es ihn, dass es ihr offensichtlich vollkommen egal war.

„Woher weißt du das?“, fragte er fassungslos.

„Ich habe dich gesehen als dieser Typ dich gegen die Wand gedrückt hat und dich angemeckert hat“, erklärte die Braunhaarige grinsend, dann wurde sie wieder ernst. „Du solltest da aussteigen. Glaub mir. Irgendwann werdet ihr geschnappt und ich glaube kaum, dass du willst, dass Harry herausfindet, dass du ein Krimineller bist.“

Da hatte sie Recht. Draco wollte wirklich nicht, dass Harry herausfand, wer die Männer hinter den Masken waren.

„Und… woher weißt du die anderen beiden Sachen?“, wollte der Blonde wissen.  
„Also, dass du bei Harry warst, weiß ich, weil ich gesehen habe wie du in seinem Haus verschwunden bist. Dass du unseren kleinen Goldjungen noch liebst, sieht man. Und glaub mir er liebt dich auch noch.“

„Red keinen Scheiß, Pansy!“, fuhr Draco sie an. Eigentlich wünschte er sich nichts mehr, als, dass Harry ihn immer noch liebte, doch er durfte sich keine Hoffnungen machen. Wenn es anders wäre, würde ihn das nur noch mehr zerstören. Er sollte der Wahrheit ins Auge gucken und einsehen, dass Harry ihn nicht mehr liebte.

„Doch, vertrau mir einfach. Ich bin mir zu 100% sicher“, meinte Pansy und stand auf. „Ich muss wieder gehen. Bis irgendwann.“

Sie verließ das Café. Draco sah ihr mit leicht geöffnetem Mund hinterher bis sie verschwunden war. Als auch er das Café verlassen wollte, fiel ihm auf das er gar keinen Zauberstab dabei hatte. Mist! Den musste er bei Harry liegen gelassen haben. Er musste ihn unbedingt noch holen. Hoffentlich war Harry zuhause.
 
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