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Geboren als Karriero

von Yggdrasil
Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Fantasy / P12 / Gen
Annie Cresta Finnick Odair Mags OC (Own Character)
17.02.2022
06.06.2022
7
16.171
3
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
17.02.2022 2.900
 
Hallo, dies ist  meine erste Fanfiktion und ich hoffe sie gefällt euch! Ich würde mich sehr über nette Kommentare freuen, schreibt gerne eure Meinung, Tipps, Verbesserungsvorschläge,...
Momentan existiert noch kein Rhythmus, bei der Veröffentlichung der neuen Kapitel. Ich werde sie aber so früh reinschicken wie ich kann!
Parallel zu dieser FF gibt es noch eine FF mit dem Namen „Siziliania Odair“ geschrieben von „Wusilo“. Diese Fanfiktion ist aus der Perspektive von Siziliania Odair geschrieben, ihr werdet sie im 2. Kapitel kennenlernen. Keany wird in der FF von Wusilo auch noch vorkommen.
Hier der Link zu „Siziliania Odair“: https://www.fanfiktion.de/s/620192f7000ddeb035b48a6f/1/Siziliania-Odair
[[ACHTUNG! In meiner Geschichte ist Spoileralarm zu „Siziliania Odair“ nicht auszuschließen!]]

Viel Spaß!



———




1. Kapitel: Familie Dakener


Meine Eltern und Brüder meinen öfters: "Jetzt ist es an der Zeit, Keany! Jetzt meld dich doch endlich freiwillig! Wozu trainierst du, wenn du nicht auch endlich die Chance ergreifst und in die Hungerspiele ziehst?!“ Dann antworte ich immer: "Vielleicht nächste Ernte! Oder Übernächste... dann stehen die Chancen auf den Sieg besser..." Meistens werde ich dann in Ruhe gelassen. Mir ist diese Frage immer sehr unangenehm. Ich sage es zwar Niemandem, aber ich wäre sicher nie in der Lage jemanden zu töten! Nicht das ich Mitleid hätte! Blut kann ich einfach nicht sehen und das ist eins der größten Probleme die ich in der Arena haben werde (falls ich irgendwann mal dort hinein muss).

Meine zwei Brüder, Millven und Klin, macht das Töten und Morden nix aus.
Millven war bereits mit 15 in der Arena und hat es als Sieger der 64. Hungerspiele wieder heraus geschafft. Er hatte sich freiwillig gemeldet und sich mit den „Karrieros" (Wie sie von Manchen gennant werden) verbündet. Um genau zu sein war/ist er auch ein Karriero. Er hat trainiert, bestimmt 12 von seinen 15 Jahren. Hart, sehr hart. Ich weiß noch, wie er manchmal nach Hause kam, ganz verschwitzt mit blutigen Fingerknöcheln und so k.o. , dass er direkt in seinen, von Schweiß triefenden, Klamotten ins Bett gegangen ist. Manchmal, wenn Millven am späten Abend immer noch nicht zurück vom Training war, hatte ich damals in meinem Bett gelegen, die Zimmerdecken angeglotzt und mir schreckliche Sorgen um ihn gemacht, weil ich Angst hatte, dass er es so sehr mit dem Training übertieben hatte, dass er einfach tot umgefallen war und man nun am Strand oder sonst wo seine Leiche im feinen Sand, der hier in den reichen Teilen von Distrikt 4 nicht selten ist, finden konnte. Da ich eine sehr, sehr lebhafte Fantasie habe, lag ich dann meistens noch Stunden lang im Bett und konnte nicht anders, als diese schrecklichen Gedanken weiterzuspinnen bis ich schließlich in finstere Träume verfiel, in denen ich dann Millvens Leiche sah, die im feinen, weißen Sand von leichten Meereswogen umspült wurde. Das war immer sehr schlimm für mich gewesen, aber ich hatte mich nie getraut, es Millven zu sagen. Wer weiß, was er davon denken würde, wahrscheinlich würde er mich auslachen.
Durch sein Training ist er muskulös, schnell und stark geworden. Und das ist er immer noch.
Er ist groß und, wie schon gesagt, muskulös. Seine hellen Locken fallen ihm in sein kantiges Gesicht und er hat seltsam blaue Augen. Mal strahlen sie wie der Himmel, der sich im Meer spiegelt (zum Beispiel wenn ich bei meinem Training für die Hungerspiele was gut gemacht habe. Ja, ich trainiere auch, auch wenn ich eigentlich nicht in die Arena will), aber nicht selten scheinen sie kälter als Eis zu sein (beispielsweise als Millven merkte, dass Finnick Odair, Sieger der 65. Hungerspiele, ein klitzekleines Bisschen hübscher ist als er). Seit dem er aus der Arena gekommen ist, hat Millven eine feine Narbe, die seine linke Augenbraue in zwei Hälften teilt. Er meinte damals, er habe die Ärtzte vom Kapitol gebeten, diese Narbe zulassen, als "Andenken". Als hätte er nicht genug "Andenken" an die Arena! Ich meinte damals zu ihm, dass es lächerlich seihe und er damit nur angeben wolle, aber da hat er furchtbar empfindlich reagiert. Seit dem haben wir bis heute kein Wort mehr über seine Narbe verloren. Inzwischen habe ich mich an sie gewöhnt und sehe sie nun als Teil von ihm.
Meistens trägt er einfarbige Trägershirts (unter denen man (natürlich) die Muskeln gut sieht) und kurze Hosen (Distrikt 4 liegt am Golf von Mexiko, da ist der Unterschied zwischen Sommer und Winter nicht allzu groß*, man kann also mit solchen Klamotten fast immer rumlaufen ohne wirklich zu frieren.)

Klin ist noch nicht in der Arena gewesen. Er ist 12 Jahre alt, hat aber schon einiges im Kampf drauf! Er ist voll und ganz hingerissen von den Hungerspielen und am liebsten würde er sich auf der Stelle freiwillig melden, was wir ihm aber für's Erste ausgeredet haben. "Jedenfalls jetzt noch nicht!" meinte Millven zu ihm. „Ab 14 kannst du's probieren! Wenn dieser Odair das geschafft hat, kriegst du das mit Links hin!" Hab ich schon erwähnt, dass Millven Finnick Odair nicht leiden kann? Er hasste ihn, seit dem Zeitpunkt als Finnick das Podium der neuerwählten Tribute betreten hatte, nachdem er sich freiwillig gemeldet hatte. Millven hatte damals die ganze Zeit gehofft, dass Finnick umkommt, doch er schaffte es. Und war dann noch der jüngste Sieger der ganzen Hungerspiele! Jünger noch als Millven, der mit 14 in die Arena gelangte und mit 15 wieder heraus kam, da er 12  Tage nach der Ernte 15 geworden ist.
Klin jedenfalls hatte Millvens Hass gegenüber Finnick nicht verstanden (ich auch nicht so ganz, wenn ich ehrlich bin). Er war immer für die Tribute aus Distrikt 4 und hatte sich gefreut, dass Finnick Odair die 65. Hungerspiele gewann. Er hatte mir sogar neulich gesagt, dass er Finnick zu seinem neuen „Vorbild“ ernannt hat (man hätte ein Foto von Millvens Gesicht machen müssen!).
Klin kommt mit seinen dunklen Locken eher nach unserer Mutter, sowie ich auch (dabei bin ich die Einzige in der Familie, die auffällige, smaragdgrüne Augen hat). Er hat so wie Millven ebenfalls himmelblaue Augen, wenn auch etwas dunkler. Generell finde ich, dass er sehr große Augen mit langen Wimpern hat. Er kann sehr, SEHR nervig sein, aber wenn ich ihm das sage, wird er um ein VIELFACHES nerviger. Deshalb versuche ich ihm das so gut wie 's halt geht nicht zu sagen, aber das klappt nicht immer... manchmal rutscht einem das halt raus! Millven sagt ihm das aber gefühlt alle paar Minuten, aber wirklich besser ist Millven ja nicht, finde ich... (Natürlich ist mir das mal rausgerutscht, herrjemine, war das schlimm!! Er ist einfach soo empfindlich!)
Klin ist Kleidung eigentlich ziemlich egal. Er zieht einfach das an, dass ihm als Erstes aus dem Kleiderschrank purzelt (zumindest glaube ich das, bei dem was der manchmal anzieht...).
Sein liebstes Hobby ist „Zugucken-bei-den-Hungerspielen“. Ich finde das Hobby ziemlich... speziell. Am liebsten sitzt Klin dann mit uns allen auf der Riesen-Ledercouch, eng zwischen Ma und Paps gekuschelt, mit einer großen Schüssel Chips auf dem Couchtisch, während jeder eine Flasche Bier (in Klins Fall Malz-Bier, das finde ich zwar abscheulich, aber jeder hat da seinen eigenen Geschmack...), oder ein Glas Wein in der Hand hält und ab und zu einen Schluck daraus nimmt. Mit Ausnahme von mir. Bei so etwas kann ich weder trinken noch essen. Davon wird mir schlecht. Selbst beim Anblick von den Chips oder Klins mit Dip verschmiertem Gesicht, geschweige denn von manchen sehr brutalen Toden in den Hungerspielen, muss ich ab und zu aufs Klo rennen und warten, warten ob ich mich übergeben müsse. Meistens kommt dann aber nix. Meistens.
Außer natürlich „Zugucken-bei-den-Hungerspielen“ mag Klin das Training sehr. Früher ist er manchmal mit Millven mitgekommen. Aber nur am Anfang. Irgendwann ist er Millven so auf die Nerven gegangen, dass Millven ihn nicht mehr dabeihaben wollte. Bei mir war das auch so. Als erstes haben Millven und ich zusammen trainiert, aber ich hatte ihn wohl auch genervt, denn irgendwann wollte er mich auch nicht mehr dabeihaben. Von da an hab ich dann immer allein trainiert, nur manchmal kam Millven mit und „testete“ mich. Ich hatte Klin nie erlaubt, mit mir zu trainieren, ich ahne nämlich, dass es so ähnlich laufen würde, wie bei Millven.
Klins bevorzugte Waffen sind Dolche, Messer und, ja, das Nagelband. Das ist eine Art elastischer Lederring — fast wie ein geschlossener Gürtel, an dem Nägel eingelassen sind (mal mit den Spitzen nach außen, dann wieder mit den Spitzen nach innen, immer abwechselnd). An einer Seite hat der Lederring eine Griff, der auch aus Leder ist. Diese "Konstruktion" hat Klin sich selbst ausgedacht. Er ist ziemlich clever, aber auch ganz schön frech.
Millven kämpft mit einem Morgenstern. Er ist einfach wie gemacht für Millven. Ohne ihn hätte er es sicherlich nicht lebend aus der Arena geschafft. Der Morgenstern hat ihm viele Male in der Arena das Leben gerettet. Er ist so geschickt mit dem Morgenstern, dass ich manchmal, wenn ich ihm zusehe, nicht anders kann, als mit offenem Mund zu staunen.
Ich kann gut mit Säbeln umgehen. Falls ich IRGENDWANN mal in die Arena muss, hoffe ich, dort am Besten mindestens zwei Krummsäbel anzutreffen. Millven meint, wenn er dann mein Mentor sein sollte (was ich, und er auch, sehr hoffe), und es keine Säbel gibt, wird er mir per Fallschirm welche schicken. Dafür wäre ich ihm unendlich dankbar. „Ich kann meine kleine Schwester doch nicht ohne ihre Säbel in die Arena lassen!“ hat er mal gesagt. „Sonst wäre sie ja nicht unschlagbar!“ So komisch der Satz auch geklungen hatte, in diesem Moment hatte ich mir keinen anderen großen Bruder gewünscht! In diesem Moment hat es wirklich so geklungen, als hätte ich wirklich eine Chance, die Spiele zugewinnen. Aber dort hatte ich vergessen, dass ich kein Blut sehen kann. Und Millven wußte —und weiß— es nicht.

Meine Mutter hat dunkle, leicht gewellte Haare (Wie ich auch) und schöne warme (anders als bei Millven, der hat meistens kalte), blaue Augen, wie alle in meiner Familie, außer mir. Sie ist eine große, schöne, schlanke und elegante Frau. Meistens trägt sie ihre Haare zu einem Hohen Dutt, aber manchmal hängen sie ihr auch offen über die Schultern.
Sie kann zwar streng sein (als Klin den superteuren korallenroten Teppich im Wohnzimmer mit Spinat bekleckert hatte, war sie das. Oh, daran kann ich mich noch gut erinnern! Jetzt haben wir einen Neuen, der ist algengrün und sehr flauschig, mit Fransen am Rand.), meistens ist sie aber echt toll. Sie lacht immer so strahlend!
Ma ist Autorin. Sie schreibt Bücher für Kinder. Hauptsächlich geht es in ihnen darum, wie toll die Hungerspiele sind. Da sind dann Geschichten drin, über Kinder, die in die Hungerspiele ziehen und unglaubliche Abenteuer erleben, die es nie wirklich gegeben hat. Diese Bücher werden eigentlich nur von Karriero-Familien gekauft, die ihre Kinder für die Hungerspiele motivieren wollen. In Mas bisher erfolgreichstem Buch geht es um ein Mädchen, namens Maya, aus Distrikt 4, dass 12 Jahre alt ist, und sich freiwillig meldet, um ihre sehr kranke Oma glücklich und stolz zumachen. Sie freundet sich mit einem Dreizehnjährigen aus Distrikt 2 an und kämpft an seiner Seite gegen die ganzen anderen Tribute. Seltsamerweise gibt es sonst keine anderen Karriero-Bündnisse, nur Eines, dass aus den Tributen aus 6 und 10 besteht. Am Ende kommt der Junge aus 2 um, indem er Maya das Leben rettet. Naja, es ist halt eine Geschichte für etwas jüngere Kinder, die Spaß an den Hungerspielen entwickeln sollen.

Mein Vater ist ebenfalls groß und breit, aber nicht dick. Eher muskulös. Er ist vielleicht ungefähr etwas über zwei Meter groß. Ich weiß es nicht genau. Eigentlich hat er eine Glatze, hätte er aber Haare, wären sie blond. Wie (fast) alle in der Familie, hat er blaue Augen. Auch wegen seinem kantigen Gesicht erkennt man, dass Millven sein Sohn ist.
Er ist Leiter des größten Fischereikonzerns in ganz Panem. Er verdient mehr als genug, denn im Kapitol sind die Leute auf seinen Fisch angewiesen. Er ist dort stark gefragt. Nicht selten kommt hochwertiger (und teurer) Fisch (zum Beispiel Zackenbarsche und Thunfische) oder auch Kaviar auf unseren Tisch. Klar. Das hier ist schließlich Distrikt 4 — der Fischdistrikt. Krabben und Krebse, Garnelen und sogar auch Hummer essen wir häufig. Natürlich nur von „Fish's Best“.  Das ist der Name von Paps’ Fischereikonzern.Paps ist „Charmant und höflich“ wie viele Leute das über ihn sagen. Er ist bei manchen Dingen recht streng (zum Beispiel bei unserem Training, manchmal übernimmt er die Trainings-Kontrollen, wenn Millven mal keine Lust oder keine Zeit dazu hat.), aber er kann auch super nett sein! Er strahlt immer, wenn er uns „Gute Nacht!“ sagt, oder wir von der Schule nach Hause kommen, aber das tut Ma auch. Wenn jemand Geburtstag oder so hat, erfüllen sie uns eigentlich immer unsere Geschenkwünsche (außer einmal an Klins 9. Geburtstag. Da hat er sich eine "Rennousine" gewünscht. Das soll eine Mischung aus Rennauto und Limousinen sein, hat Klin uns erklärt. Und weil man eine „Rennousine“ nirgendwo auftreiben kann und das sowieso totaler Quatsch ist, konnten Paps und Ma Klin diesen Wunsch nicht erfüllen.). So kommt es, dass Millven sein eigenes kleines (was heißt klein) Fitnessstudio hat, und ich eine Wand in meinem Zimmer, die ein einziges, riesiges Salzwasser-Aquarium ist. Mit supervielen verschiedenen Fischen, unteranderem auch ein Oktopus. Sogar ein kleiner Riff-Hai schwimmt darin!

Paps ist das Training für die Hungerspiele sehr wichtig. Jeden Freitag Nachmittag haben wir eine kleine „Prüfung“. Meistens schaut Millven sich an, was wir können, aber manchmal hat Millven keine Lust oder keine Zeit. Dann übernimmt Paps das. Bei der „Prüfung“ ist er immer sehr streng und sehr genau. Er achtet immer sehr auf die Technik und gibt uns so gut wie immer Hausaufgaben auf. Wie ein Trainer in den speziellen Sportakademien halt. Diese Akademien sind extra dafür gemacht Karriere-Tribute auszubilden und sind eigentlich illegal, sowie das Trainieren für die Hungerspiele eigentlich auch. Aber bei so etwas ist das Kapitol nicht streng und scheint das "verbotene" Training völlig zu ignorieren.
Paps hätte uns eigentlich zu der einzigen näheren Akademie schicken können, er hat allerdings ein schwieriges Verhältnis zu dem Leiter der Akademie. Er hasst ihn, aus einem ganz bestimmten Grund:
Mein Vater wollte ursprünglich nämlich auch in die Arena, was ihm aber nicht gelang. Mein Vater, dessen Name Silk Dakener ist, war damals 18 und hatte sich fast sein ganzes bisheriges Leben auf diesen Moment vorbereitet.
Es war die Ernte der 39. Hungerspiele und mein Vater wollte sich endlich freiwillig melden.

39. Hungerspiele, Ernte, Distrikt 4

„Méaris Eêland!“ erschallte es auf dem ganzen Platz. Ein einigermaßen großer, relativ gut aussehender Junge löste sich aus der Reihe der Fünfzehnjährigen. Er hatte braunes, schulterlanges Haar, die er zu einem einfachem Dutt gebunden hatte und von der Sonne gebräunte Haut. Jetzt war sein Gesicht aber vor Schreck ganz bleich geworden. Seine, für Distrikt 4 untypischen, dunklen Augen waren vor Schreck geweitet, als er mit langsamen Schritten auf das Podium zu ging.
„Freiwillige?“
Silk, mein Vater, wollte gerade seine Hand in die Luft strecken, da rief ein anderer Achtzehnjähriger laut: „Ich melde mich freiwillig!“ Ein riesiger Muskelprotz mit glattem, dunkelblondem Haar und silbergrauen Augen betrat das Podium.
Méaris war seine Erleichterung deutlich anzusehen. Er machte auf dem Absatz kehrt und stürzte wieder zurück, wo er dann zwischen den anderen fünfzehnjährigen Jungen verschwand. Offenbar war er kein Karriero, sondern schien aus einem der ärmeren Teile von Distrikt 4 zu kommen. In Distrikt 4 sind nicht alle reich. Seine Kleidung schien zwar kunstvoll und aufwendig gemacht, doch an einigen Stellen wirkten sie abgenutzt und ein wenig fleckig.
„Schön, und was ist dein Name?“ Die bunte Kapitolfrau, namens Ovitilia Deylar, musterte den Freiwilligen mit zusammengekniffenen Augen. Sie hatte eine orange-lila Perücke auf, in der lauter kleine Perlchen in verschiedenen Gelbtönen hineingeflochten waren. Passend dazu hatte sie gelbe Katzenaugen mit schlitzförmigen Pupillen und ihr ganzes Gesicht war über und über mit lauter kleinen glitzernden lila,  orangenen oder blauen Strasssteinchen verziert. Sie trug viel zu viel Make-up, lila Lidschatten und orangenen Eyeliner. Die Kapitolfrau war in ein viel zu enges, orangenes Röhrenkleid gequetscht, dass einen dazu "passenden" lila Gürtel hatte. In der Mitte des Gürtels prangte ein fettes, kitschiges, pinkes Herz.
„Moray Tallow heiße ich!“ rief der Junge mit stolz erhobenem Kopf.
„Also gut, Moray. Geh mit den Friedenswächtern dort hinten mit!“ Sie scheuchte Moray mit einer Handbewegung hinunter von dem Podium, wo er nun von zwei Friedenswächtern empfangen wurde...


Das war die Zusammenfassung der Ernte der 39. Hungerspiele gewesen. Wir haben alle Spiele auf Blue-rays, weil Klin sie sich gerne anschaut.
Moray Tallow ist der Leiter dieser Sportakademie. Und mein Vater hasst ihn, weil er schneller war, als er. Er hatte Paps' ganze Vorbereitung auf die Hungerspiele zerstört, indem ER sich schneller als Paps freiwillig gemeldet hatte! Es war sein größter Traum, ein Sieger zu sein! Er nimmt es ihm immer noch übel.  Deswegen trainieren wir alleine. Und das finde ich auch gut so.

Nächste Woche Dienstag ist die Ernte der 67. Hungerspiele. Und ich weiß nicht was ich machen soll. Alle verlangen von mir das ich mich freiwillig melde. Aber ich habe Angst vor der Arena, vor den blutigen Hungerspielen. Trotzdem will ich niemanden enttäuschen.
Noch habe ich mich nicht entschieden.


* [Quelle: https://www.tourlogger.de/klimatabelle/golf-von-mexiko/]
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