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Can I have this dance (FS Walzer)

von Kadidra
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Ryan Evans Troy Bolton
16.02.2022
24.04.2022
5
9.765
3
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16.02.2022 2.339
 
Hier kommt jetzt endlich die Fortsetzung von "Walzer". Es hat echt lange gedauert, beinahe 12 Jahre. Zu meiner Verteidigung, die Geschichte schlummert schon eine ganze Weile auf meinem Rechner, aber das Leben kam dazwischen. Ich hoffe ich bekomme sie zu Ende. In meinem Kopf ist sie es schon. Jetzt muss sie es nur noch in meinen Rechner schaffen. Sie wird aus mehreren Kapiteln bestehen. Wieviele weiß ich noch nicht.
Wer Fehler findet darf sie behalten, sie wurde nicht von jemand anderem Korrektur gelesen.

Jetzt viel Spass.


Der Wecker klingelte und riss Troy aus einem unruhigen Schlaf. Müde öffnete er seine Augen und starrte an die Decke.
Bilder des vergangenen Tages strömten durch seine Gedanken. Wie er mit Ryan getanzt hatte, wie sie sich geküsst hatten und wie sie zusammen zu einem unglaublichen Höhepunkt gekommen waren.
Danach hatte sich Troy ganz schnell verabschiedet. Er hatte den Schmerz und die Verwirrung in Ryans Augen gesehen, doch seine Gefühle waren so durcheinander, dass er nicht die Kraft hatte sich um den anderen zu kümmern. Immer wieder fragte er sich, wie es nur so weit hatte kommen können. Noch nie hatte er auch nur einen Gedanken an einen anderen Jungen verschwendet. Warum hatte er also eine Erektion bekommen, als er Ryan beim Tanzen zu gesehen hatte. Warum hatte sein Herz und sein Bauch verrückt gespielt, als er in die blauen Augen des anderen gesehen hatte. Wie konnte es sein, dass er seinen Blick nicht von den geschwungenen Lippen nehmen konnte. Das ist doch alles nicht mehr normal.
Troy schmiss sich auf die Seite und schlug die Decke über den Kopf. Was sollte er nur machen? Er konnte Ryan doch nie wieder unter die Augen treten, geschweige denn, was sollten die anderen von ihm denken, wenn sie es erfuhren. Der beliebteste Junge der East Valley High stand auf einen anderen Jungen. Das gab eine Schlagzeile. Und dann erst sein Vater, was würde er dazu sagen? Würde der Coach es akzeptieren? Nein so weit durfte es gar nicht erst kommen. Das alles war ein Ausrutscher und würde nie wieder passieren. Wenn er einfach so weiter machen würde, wie vorher, würde sich schon alles wieder einrenken.  
Troy sprang aus dem Bett, mit diesem Vorsatz ging er ins Bad und machte sich für den Tag fertig. Wer weiß was ihn da gestern geritten hatte, es würde auf alle Fälle nicht noch mal passieren.

Bis er das Schulgebäude betrat, konnte er sich dies auch noch gut einreden, doch dann sah er Ryan mit seiner Schwester an den Spinden, an denen er vorbei musste. Seine Füße versagten ihren Dienst und ließen ihn wie angewachsen mitten im Flur stehen.
Ryan schien abwesend zu sein, während Sharpay auf ihn einredete. Heute hatte er eine schwarze Stoffhose und ein hellblaues Hemd an. Auf seinem Kopf saß eine Mütze in der selben Farbe. Über der Schulter hing seine schwarze Umhängetasche. Er sah aus wie immer, nur wenn man genauer hinsah, bemerkte man eine leichte Nachdenklichkeit und Abwesenheit. Was untypisch für ihn war.
Troy konnte seinen Blick nicht abwenden, jede Mimik und jede Geste sog er in sich auf. Ryan der an seiner Unterlippe kaute, bis seine Schwester ihn anstieß und seine Aufmerksamkeit forderte, die er ihr mit einem leichten Lächeln signalisierte. Ein Lächeln das seine Augen nicht erreichte. Seine Hände spielten mit dem Gurt der Tasche und zogen an einem Faden, der sich dort gelöst hatte. Unruhig wickelte er ihn immer wieder um seinen Finger. Während sein Blick stetig hin und her wanderte. Es konnte sich nur noch um Sekunden handeln, bis er ihn entdeckte. Bevor dies jedoch geschah, drehte Troy sich auf dem Absatz um und ging in die entgegengesetzte Richtung. Dann würde er eben heute ohne Bücher zum Unterricht gehen, irgendeine Ausrede deswegen, würde ihm schon einfallen.

Es war die letzte Stunde in der er Ryan nicht mehr aus dem Weg gehen konnte. Es war die Probe zum Sommermusical. In der Mittagspause hatte Troy sich auf dem Dach versteckt und Chad dazu gebracht, ihm etwas zu Essen zu bringen. Er hatte eine wichtige Klausur vorgeschoben, für die er unbedingt noch lernen musste und deswegen die Ruhe, dem Lärm in der Cafeteria vorzog.
Jetzt saß er hier in der Aula in der hintersten Reihe und hoffte, dass Ryan mit den anderen Tänzern üben würde und nicht ausgerechnet mit ihm.
Besagter blonder Junge stand auf der Bühne und gab letzte Anweisungen hinsichtlich des Bühnenbilds. Wild gestikulierend erklärte er seine Vorstellung und Troy musste schmunzeln, als ihm dabei einige Blätter hinunter fielen, die in dem Ordner in seiner Hand drin gewesen waren. Fluchend wollte er sich bücken, als ihm Kelsey auch schon zuvor kam und lächelnd die DIN A4 Seiten aufhob und ihm gab. Ryan bedankte sich mit einem Lächeln und zog damit nicht nur Kelsey in seinen Bann. Auch Troy spürte wieder das Kribbeln in seinem Bauch. Mit Genugtuung sah Troy, wie Ryan gar nicht weiter auf Kelsey achtete, sondern sich stattdessen dem Zuschauerraum zuwendete. Es dauerte einen Moment, bis er ihn gefunden hatte. Doch Troy konnte nichts in seinem Blick ablesen, als er sagte. „Troy, ich denke wir proben noch mal den Walzer mit Gabriella.“
Er hatte nichts anderes erwartet. Langsam erhob er sich aus seinem Sessel und ging auf die Bühne zu. Ohne Ryan dabei einen Moment aus den Augen zu lassen. Was diesen nervös zu machen schien. Das geschah ihm nur Recht, warum konnte er diesen verdammten Walzer auch nicht mal Walzer sein lassen. Mit einem eleganten Sprung betrat er die Bühne und stellte sich neben Ryan, der wiederum seinen Blick auf Gabriella richtete.
„So wir fangen an ab, „Take my hand...“.“
Troy schloss einen Moment die Augen, bis er sein Inneres soweit gelehrt hatte, um sich komplett auf seine Rolle zu konzentrieren. Dann öffnete er sie wieder und sah Gabriella vor sich stehen.

Ryan hatte sich an die Seite gestellt und beobachtete das Pärchen. Es gab ihm einen Stich, als er sah, wie selbstverständlich Troy Gabriella in die Arme nahm und sich mit ihr im Kreis drehte. Ihm war aufgefallen, dass Troy ihm aus dem Weg gegangen war, selbst in der Mittagspause hatte er sich nicht blicken lassen. Bereute er es, war alles eine Lüge? Unsicherheit machte sich in ihm breit und ließ sein Herz schneller schlagen. Er hasste dieses Gefühl. Warum konnte es in seinem Leben nicht mal ganz einfach sein? Warum war nur immer alles so kompliziert?

„Au. Verdammt Troy, pass doch mal ein bisschen auf.“ Gabriella ließ ihren Tanzpartner los.
„Ryan, ich dachte du bringst diesem Tanzlegasteniker den Walzer bei?“ Rief sie zu ihm hinüber.
Ryan seufzte, wenn sie nur wüsste.
„Wir fangen noch mal von vorne an. Ausgangsposition.“ Ryan stellte sich hinter Troy und korrigierte seine Haltung, während dieser Gabriellas Hand ergriff und seine andere auf ihren oberen Rücken legte. Dann legte Ryan seine Hände auf die Hüften des dunkel Blonden und spürte sofort wie alle Muskeln sich anspannten.
„Kelsey noch mal vom Anfang.“ Ignorierte er jedoch die Anspannung.
Sanfte Klavierklänge zogen durch die Halle.
„Troy schließ die Augen.“ Raunte er leise.
Wenn es überhaupt ging verkrampfte Troy sich noch mehr. Sein Atem stockte und seine Augen weiteten sich noch mehr, anstatt sich zu schließen. Ryan jedoch bewegte sich kein Stück, ganz ruhig blieb er hinter ihm stehen. „Schließ deine Augen.“ Sagte er nochmals nachdrücklicher.
Troy atmete tief ein und versuchte sich nur auf seine Atmung zu konzentrieren. Hatte Ryan überhaupt eine Ahnung, was er ihm gerade antat?
„Schließ die Augen.“ Es war nur noch ein Flüstern, doch es beruhigte ihn unerklärlicher Weise. Troy schloss seine Augen.
„Jetzt hör auf die Musik. Spüre sie. Du kennst die Schritte.“ Fuhr Ryan leise fort, als er sah, wie Troy die Augen schloss. Nach und nach entspannte Troy sich. Als die Anspannung komplett aus dem Körper vor Ryan verschwunden war, zählte er leise den Takt, so dass nur Gabriella und Troy ihn hören konnten.
„So jetzt ein Schritt vor.“ Mit sanften Druck auf Troys Hüfte gab er den Rhythmus vor, wie Troy sich zu bewegen hatte und tatsächlich schafften sie es, dass Troy Gabriella nicht ein Mal auf die Füße trat.  
Mit der Zeit ließ Ryan seine Hände leichter auf der Hüfte liegen, bis er sie ganz wegnahm und zur Seite trat. Kaum dass Troy sich bewusst wurde, dass Ryan nicht mehr hinter ihm stand, machte er einen falschen Schritt und traf natürlich wieder den Fuß seiner Partnerin.
„Au. Verdammt wo liegt eigentlich dein Problem. Konzentrier dich endlich mal.“
„Mach mich hier nicht an.“ Troy ließ ihre Hände los und fuhr sich verwirrt durch die Haare. „Ich kann das nicht.“
„So ein Quatsch. Du hast die Schrittfolge doch drauf.“ Mischte sich Ryan in den Streit ein.
Troy sah ihn an. Klar kannte er die Schritte und er war sich auch sicher, dass er sie tanzen konnte, mit dem richtigen Partner, der aber nicht Gabriella war.
„Schreib es um.“ Erwiderte er deshalb nur.
„Nein.“ Ryans Stimme war hart. Er hatte genug, erst stellte Troy sein ganzes Leben auf den Kopf und jetzt sollte er auch noch sein Musical umschreiben, so weit kam es noch.
„Ryan ich packe das nicht. Will das nicht in deinen Kopf. Wenn du diesen verdammten Walzer nicht raus nimmst, dann...“
„Dann was?“ Ryan sah ihn wütend an. Es war mucksmäuschenstill in der Aula. Niemand hatte Ryan je laut werden hören.
„Ist es so einfach? Wenn etwas schwierig wird, kneifst du den Schwanz ein?“
„Wie bitte?“ Troy sah ihn perplex an. Was sollte das jetzt?
„Nur weil man etwas ignoriert, ist es nicht weg. Es verschiebt sich nur und irgendwann, dann wenn du nicht damit rechnest, ist es wieder da, nur sehr viel schwer wiegender.“
Troy runzelte die Stirn, redeten sie noch vom Walzer tanzen, oder doch von etwas ganz anderem.
„Ich werde in meinem Leben nie wieder Walzer tanzen, also warum kannst du diese Szene nicht einfach streichen?“
„Ich habe es dir schon erklärt. Sie gehört dazu. Sie beschreibt unser Leben.“
„Also meins nicht.“ Erwiderte Troy nur.
Ryan schnappte nach Luft, war das wirklich sein Ernst? Langsam sickerte die Erkenntnis durch. Was hatten sie wohl gestern getan, kurz vor ihrem Kuss? Sie hatten getanzt, hatten sich der Melodie und dem Rhythmus hingegeben. Doch scheinbar war Troy das egal, genau wie der Kuss und alles was noch gefolgt war. Es hatte keine Bedeutung für sein Leben, genau wie der Walzer.
„Jetzt weiß ich wenigstens was du denkst.“ Ryans Stimme brach, als er die Worte sagte. Seine Augen schimmerten, doch er brachte seine ganze Selbstbeherrschung auf, sich nicht seinen Gefühlen hinzugeben. Nicht vor so vielen Leuten.
Tief durchatmend sah er in die Runde. „Ich denke wir machen mit Sharpay weiter. Kelsey, „A night to remember“.  

Troy stand wie versteinert da. Leere hatte sich in seinem Kopf breit gemacht. Er verstand gar nichts mehr. Was dachte Ryan denn, was er denkt? Über was hatten sie eigentlich geredet? Er hatte keine Ahnung was er indirekt zu Ryan gesagt hatte, doch scheinbar hatte es Ryan sehr verletzt.

Langsam verließ er die Bühne, mit seinen Gedanken noch immer wo anders.
Er ließ sich wieder in der letzten Reihe in einen der Sessel fallen und beobachtete geistesabwesend, wie Ryan mit Sharpay die Choreographie besprach. Nichts deutete mehr darauf hin, dass sie sich kurz davor gestritten hatten.
Nie hätte Troy gedacht, dass Ryan so konsequent seine Wünsche durchsetzen konnte. Er hatte immer das Gefühl gehabt, dass der Blonde genau das tat, was seine Zwillingsschwester von ihm verlangte, doch jetzt bekam er einen ganz anderen Jungen zu Gesicht. Ein Junge der seine Wünsche durchsetzte, der einfühlsam und trotzdem stark war. Er hatte den Schimmer in den blauen Augen bemerkt, doch dann schien eine Wendung zu geschehen und eine Maske legte sich über die Züge des Blonden. Hatte er diese eigentlich schon immer zur Schau getragen? Troy konnte sich nicht erinnern, denn so genau, wie im Moment, hatte er den Blonden noch nie beobachtet. Je länger seine Augen jedoch Ryan folgten, fielen ihm immer mehr Kleinigkeiten auf. Er behielt bei allen den Überblick und hatte immer ein offenes Ohr für die Probleme der Anderen. Genau wie von sich selbst, erwartete er auch von den anderen der Crew nur das Beste und wußte dieses auch aus jedem einzelnen hervor zu holen.

Troy beobachtete mit unbehaglichen Gefühl, wie Ryan Jason versuchte die Tanzschritte bei zu bringen. Dabei stand er nahe bei ihm und korrigierte in einem fort seine Haltung. Die Nähe der beiden bereitete ihm ein Ziehen in der Bauchgegend und ließ ihn die Fäuste ballen. Was war nur los mit ihm, diese Gefühle kannte er gar nicht von sich.
Als Jason einen unbeholfenen Schritt machte und dabei das Gleichgewicht verlor. Konnte Ryan ihn nur mit Mühe davon abhalten zu Boden zu gehen. Dabei standen die beiden sich aber so nah, dass kaum ein Blatt zwischen sie gepasst hätte.
Dies war der Zeitpunkt, als Troy wütend aus seinem Sitz aufsprang. Die Nähe der beiden und Ryans Hände an den Oberarmen von Jason ließen seine Nerven reißen. Um nichts unüberlegtes zu tun, drehte er sich mit einem Ruck um und verließ die Aula.
Sein Weg führte ihn zur Turnhalle in der er sich einen Basketball schnappte und sich seine Wut ab dribbelte.

Eine halbe Stunde war vergangen, als Troy das letzte Mal den Ball in den Korb beförderte. Sein T-Shirt klebte ihm am Körper und war durchtränkt vom Schweiß, der ihm unaufhörlich  aus seinen Poren lief.
Der Ball sprang noch ein paarmal auf den Boden, bevor er ausrollte und irgendwo hinter Troy liegen blieb. Schweren Atems stützte er sich auf seinen Oberschenkeln ab, senkte den Kopf und versuchte wieder zu Atem zu kommen. Seine Muskeln zitterten und er spürte, wie sämtliche Kraft seinen Körper verließ, wie sich in seinem Kopf eine angenehme Schwere ausbreitete, die jeden Gedanken verschwimmen ließ und nur noch ein angenehmes dumpfes Gefühl zurück ließ. Kein Gedanke oder Gefühl war mehr fassbar, nur sein Herzschlag dröhnte laut in seinem Kopf.
„Wenn du diese Energie auch beim Walzer tanzen aufbringen würdest, hätten wir uns das ganze diskutieren sparen können.“ Hörte er eine ihm bekannte Stimme hinter sich.
 
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