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Remember Me

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Harry Styles Liam Payne Louis Tomlinson Niall Horan Zayn Malik
09.02.2022
06.07.2022
25
56.682
11
Alle Kapitel
55 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
09.02.2022 1.785
 
A/N:

Hallo zusammen :)
Dies ist meine erste 1D Fanfiction. Zugegeben bin ich erst kürzlich Mitglied dieses unglaublichen Fandoms geworden und natürlich - was auch sonst - innerhalb kürzester Zeit zum Hardcore-Larry-Shipper geworden. *uups*

Jedenfalls hat mich diese Idee nun seit Tagen nicht mehr losgelassen und noch nie hatte ich so schnell ein Kapitel geschrieben wie die folgenden. Ich hoffe natürlich sie gefallen euch. :) Nun aber auf zum Lesespaß und lasst mir ruhig ein paar Rückmeldungen da :)

LG

Mariella96

_____________________________________________________________

Der Tee schlug kleine Wellen. So sehr zitternden Harrys Hände, mit welchen er den Becher umklammerte. Er hatte Mühe, nichts von dem heißen Getränk zu verschütten aber wirklich beruhigen konnte er sich noch nicht. Zu viel waren die Ereignisse der letzten Stunden, zu schnell war alles gegangen und jetzt musste er sich erst einmal sammeln. Er führte den Becher an seine Lippen und trank einen kleinen Schluck. Es war noch viel zu heiß und eigentlich wünschte er sich, er hätte etwas deutlich Stärkeres bei sich, zeitgleich wusste er aber auch – er brauchte jetzt dringend einen klaren Kopf. Für Louis…

Lou….

Wie hatte das nur passieren können? Eigentlich sollte es doch ein normaler Tag werden. Sie hätten es sich im Hotel nochmal gemütlich gemacht, bevor sie am Abend hier in London auf die Bühne gegangen wären. Sie hätten alle fünf zusammen gegessen, vermutlich hätte Harry sogar gekocht. Aber davor wollten sie sich noch kurz die Bühne ansehen, um zu sehen, wie viel Platz sie tatsächlich hatten. Und da geschah es. Es war nur ein ganz leises, metallisches Klicken das Harry gehört hatte, bevor der große Scheinwerfer von der Halterung über ihnen sich gelöst und Louis am Kopf getroffen hatte.

Was danach wirklich geschah brachte Harry in seinem Kopf noch nicht so ganz geordnet. Louis lag am Boden und da war so wahnsinnig viel Blut und diese Wunde an seinem Kopf. Irgendwer musste einen Krankenwagen gerufen haben, der Lockenkopf hatte die Sirenen gehört. Er war Lou nicht von der Seite gewichen, hatte versucht ihn aufzuwecken, bis Zayn, Liam und Niall ihn mit vereinten Kräften von ihm wegzerren konnten, damit die Sanitäter und Notärzte ihre Arbeit tun konnten. Im Krankenwagen war Harry mitgefahren, er hatte sich in die Ecke gequetscht und mit Adleraugen beobachtet, was das medizinische Personal mit Lou trieb. Ihm wurden Nadeln in den Arm gestochen, Medikamente gespritzt… Ein schöner Anblick war das nicht gewesen.

In der Klinik angekommen hielt ihn eine Schwester zurück, als er neben der Liege herlief, um bei Lou zu sein. „Lassen sie uns unsere Arbeit tun und im Helfen. Bleiben sie hier. Ich halte sie auf dem Laufenden, Mr. Styles.“

Diese Worte hallten in seinem Kopf wider. Das Ganze war schon mehrere Stunden her. Man hatte Untersuchungen gemacht und jetzt wurde er am Kopf operiert. Sie hatten irgendwas von einer Blutung gesagt und Harry hatte besser nicht weiter zugehört. Er war irgendwann kurz auf der Toilette gewesen und hatte erschrocken festgestellt, dass er wohl die ganze Zeit über geweint haben musste – seine braunen Locken klebten ihm überall im Gesicht und seine Augen waren rot und verquollen. Und seine Hände waren voller Blut. Louis Blut. Er hatte sich das Gesicht gewaschen und die Hände gewaschen, jetzt saß er hier. Und starrte in seinen Tee.

„Hey, Harry…“ Er sah auf. Seine Bandkollegen kamen gerade ziemlich betreten auf ihn zu. „Gibt’s schon was neues?“ fragte Liam und die drei setzten sich zu ihm. Mehr als ein Kopfschütteln brachte Harry aber nicht zustande. Er spürte Liams Hand an seiner Schulter.  „Louis wird wieder. Mach dir mal nicht so einen Kopf. Der Bursche hat einen Dickschädel.“

Harry wollte etwas erwidern, als Simon auf die vier zukam. Natürlich. Harry hatte sich ohnehin gewundert, warum nicht schon längst jemand hier war, aber den Gedanken hatte er ziemlich weit verdrängt. Zu groß war dann doch die Sorge um Lou. „Ich habe das Konzert für heute abgesagt. Wir haben ein öffentliches Statement rausgegeben, dass Louis bei der Probe schwer verletzt wurde. Die Fans sind schockiert, die Presse hört nicht auf, unsere Leitung heiß zu klingeln, es ist eine Katastrophe.“

Harry schloss die Hände enger um seinen Teebecher. Die Presse war ihm gerade scheiß egal, sogar das Konzert ließ ihn völlig kalt. „Es gibt ja jetzt wohl auch wichtigeres als das Konzert. Louis ist wirklich schwer verletzt…“ Harry war dem blonden Iren dankbar. Er hätte Simon gerade am liebsten einfach nur rausgeworfen.

„Ja, was uns gleich mal zu einem wichtigen Punkt bringt.“ Simons Blick glitt zu Harry. „Du wirst dich etwas zusammenreißen müssen, Junge. Die Gerüchte werden explodieren, wenn du hier Tag und Nacht heulend in der Klinik sitzt, das können wir nun wirklich nicht gebrauchen. Das Ganze ist so schon ein PR-Desaster.“

„Bitte?“ Zayn stand auf und stallte sich vor Harry. „Sein bester Freund wurde gerade hier eingewiesen und wird gerade am Kopf operiert. Es ist sein gutes Recht, schockiert zu sein, findest du nicht!?“ meinte der schwarzhaarige ruhig, die Wut in seiner Stimme war allerdings deutlich zu hören.

„Schockiert – ja. Aber das hier…“ Simon deutete auf das Häufchen Elend, das Harry aktuell nun mal einfach darstellte. „Das sieht mir nicht nach Sorge um den besten Freund aus.“

„Heißt das, er darf nicht in der Klinik sein?“ fragte nun Liam, der auch nicht begeistert war.

„Das heißt, ihr drei solltet mit Harry zurück ins Hotel fahren. Und bei der Pressekonferenz morgen ist er am besten ausgeschlafen und nüchtern.“ Und mit diesen Worten ging Simon an sein Handy und ließ die vier fassungslos zurück.

Es dauerte eine Weile, bevor Niall sich räusperte. „Naja. Um ehrlich zu sein können wir hier nicht sehr viel ausrichten.“ Begann er vorsichtig.

„Ich werde hier nicht weggehen.“ Stellte Harry klar. Die ersten Worte, die er seit Stunden sprach. Seine Stimme war rau und kratzig und kurz fragte er sich woher. Er räusperte sich kurz. „Ich werde bei Lou sein, wenn er nachher aus dem OP kommt.“

„Aber du hast Simon doch gehört… Komm schon, Harry. Wir werden sicher informiert werden, wie es ihm geht. Du brauchst echt mal kurz ruhe.“ Niall klopfte ihm sanft auf die Schulter.

„Geht ihr schon vor. Wir kommen nach.“ Zayn sah Liam und Niall an. Die Blicke der beiden waren skeptisch, aber Zayn nickte nur bestätigend. „Ich bring ihn nachher gleich mit.“

Liam seufzte, wuschelte Harry kurz durch die braunen Locken. „Lou wird wieder. Wir sehen uns dann gleich im Hotel.“ Meinte er und verließ mit Niall den Wartebereich.

Harry atmete langsam durch, lehnte sich in seinem Stuhl zurück, bis sein Hinterkopf an der Wand halt fand. Er schloss kurz die Augen. Seine Augen brannten und er fühlte sich völlig ausgelaugt. Wie konnte Simon von ihm erwarten, jetzt zu gehen? Das war doch ein schlechter Scherz. Ihm war herzlich egal, was die Fans denken könnten, was das Personal hier dachte und vor allem war es ihm gerade egal, was die Presse dachte. Es ging doch immerhin um Louis! Harry hörte, wie Zayn auf ihn zukam und sich neben ihn setzte. Er war ihm so unendlich dankbar, dass er ihn nicht drängte zu gehen und sogar für ihn Partei ergriffen hatte. Aber so war Zayn.

„Wie kann ich dir helfen, Harry?“ fragte er nach einer Weile.

„Kannst du nicht.“

„Komm schon. Dein Tee ist kalt, soll ich dir neuen besorgen? Oder soll ich mal bei den Schwestern nachfragen, wie es aussieht? Vielleicht wissen sie schon was.“

Harry blinzelte ein paar mal. Durch das brennende Gefühl kamen ihm direkt wieder die Tränen, die er diesmal aber mit seinem Handrücken wegwischte. „Alles in Ordnung, Zayn. Wirklich, ich brauche nichts. Und die Schwestern melden sich. Aus dem laufenden OP bekommen sie keine Informationen. Leider auch nicht, wenn jemand von einer berühmten Boyband auf dem Tisch liegt. Glaub mir, ich hab’s versucht.“ Meinte er und nippte erneut von seinem Tee. Und Zayn hatte recht, mittlerweile war er kalt. Sein Blick glitt zur Uhr. 22:13. Er seufzte. Neun Stunden war es nun bereits her. Wie lange so eine OP wohl normal dauerte? Hoffentlich ging einfach alles gut. Harry verbot sich darüber nachzudenken, was mit seinem Freund alles passieren könnte, wenn etwas schieflief.

„Mr. Styles?“ Ruckartig standen Harry und auch Zayn auf, als eine junge, brünette Ärztin auf die beiden zukam. „Hallo, ich bin Dr. Griffin.“ Sie lächelte sanft. „Ich habe Mr. Tomlinson operiert und…“

„Wie geht es ihm? Ist er schon wach? Ach, vermutlich noch nicht, er wird seine Narkose noch ausschlafen müssen. Ist er schon auf Station? Kann ich ihn sehen?“ Harrys Worte überschlugen sich fast und Zayn packte ihn an der Schulter.

„Mach mal langsam, Styles. Sie wird es dir sicher sagen, wenn du sie auch zu Wort kommen lässt.“ Meinte er und sah ihn an, hob eine Augenbraue. Die Ärztin lächelte geduldig.

„Schon in Ordnung.“ Sagte sie sanft. „Mr. Tomlinson hat die OP soweit ganz gut überstanden. Aber nein, wach ist er noch nicht. Wir haben ihn auf die Intensivstation gebracht, wo er noch ein paar Tage bleiben wird. Wann wir ihn aufwecken können, müssen wir von Tag zu Tag entscheiden, je nachdem wie es ihm geht.“

„Was soll das heißen, wann sie ihn aufwecken?“ Harry sah die Ärztin an. „Da ist doch nichts dabei, er... er… wird doch aufwachen?“ Panik kam in ihm auf. „Verdammt, sagen sie mir, dass Lou wieder aufwachen wird!“ mittlerweile schrie Harry und Zayn hatte Mühe, seinen Kumpel im Zaum zu halten. Die junge Ärztin blieb dabei so ruhig, dass es Zayn wirklich beeindruckte. Sie wich keinen Schritt zurück, als Harry Anstalten machte, auf sie loszugehen.

„Er hat eine wirklich schwere Kopfverletzung. Das braucht Zeit, um zu heilen. Sein Körper muss zur Ruhe kommen und runterfahren. Das ist nicht schön, aber notwendig, um ihm die Bestmöglichen Chancen zu gewähren. Ich versichere Ihnen, Mr. Styles, wir tun alles was in unserer Macht steht.“



Irgendwie hatte Harry nicht so ganz mitbekommen, was danach passiert war. Es waren mehr Bruchstücke, die er realisierte. Zayn hatte ihn tatsächlich irgendwie ins Hotel bekommen. Nachdem er nicht zu Louis durfte, hatte der schwarzhaarige ihn davon überzeugt das es besser wäre und Harry hatte nicht mehr die Kraft zu diskutieren. Geschlafen hatte er nicht. Glaubte er zumindest.

Die Stunden vergingen und es kam Harry vor als wären es Monate. Das Ticken der Uhr war viel zu laut. Normalerweise sollten sie das Konzert schon beendet haben, sie hätten noch die Show gefeiert und eigentlich sollte Lou jetzt hier sein. Neben ihm. Sie sollten lachen und reden… Und Harry hätte neben ihm gut geschlafen. Aber er war allein. Und Harry hätte niemals für möglich gehalten, dass er einmal eine solche Sehnsucht verspüren könnte.

Sehnsucht, die ihn schon beinahe körperlich schmerzte. Sehnsucht nach diesen braunen Haaren. Den blauen Augen. Diesen unglaublich weichen Lippen. Nach diesem kleinen Schnarchen. Ob er es je wieder hören würde?
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