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Cursed

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P18 / Het
Kento Nanami Megumi Fushiguro OC (Own Character) Ryomen Sukuna Satoru Gojo Yuji Itadori
05.02.2022
07.08.2022
29
91.722
16
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12.06.2022 3.049
 
Anastasja war ihrer Tochter in vielerlei Dingen wirklich sehr ähnlich. Gerade jetzt beim Einkaufen fiel ihrem Mann das besonders auf. Den Geschmack der beiden Frauen, wenn es um Kleidung ging, konnte man in einem Wort sehr gut und treffen zusammenfassen. Teuer, alles, was man im Kleiderschrank seiner Frau fand, war teuer und gesetzt dem Falle sie fand mal etwas Günstigeres, dann konnte man es auf den ersten Blick nicht vom Rest der Kleidung unterscheiden. Im Detail variierten zwar die Kleiderschränke der Frauen in Gens Leben, aber es war immer sicher, dass er bei jedem Einkauf eine Menge Geld ausgeben musste.
Gerade jetzt war er mit seiner geliebten Nastja in eines dieser unsäglichen Einkaufszentren in Tokio gegangen. Auch, wenn die Russin nichts brauchte, so sah der Sachverhalt zumindest für den Antiquitätenhändler aus, war seine Frau gerade mit Feuereifer dabei, den Verkäuferinnen das Leben zur Hölle zu machen. Der Brünette schüttete den Kopf, das war zu hart. Seine Frau machte ihnen das Leben einfach nur schwer, wirklich sehr schwer. Ja, so war es. Just in diesem Moment hörte er die Blondine einer der Angestellten lautstark mit deutlich hörbarem russischen Akzent nachrufen, dass sie doch gleich noch eine Größe kleiner und eine größer bringen solle. Seufzend lehnte sich der Mann in dem ledernen Sessel zurück und ließ den gestrigen Tag noch einmal Revue passieren. Er und Anastasja hatten sich schon früh zurückgezogen und sprachen über das, was im Leben ihrer Tochter gerade vor sich ging. Ihn plagten, seitdem er erfuhr, was Suki getan hatte, Ängste um sie. Seine eigene Tochter konnte doch nicht bestraft werden, weil sie einem Kind half. Er selbst konnte ihr nicht helfen. Im Ernstfall würde er sie wohl nicht einmal decken können. Da würde es seiner Frau wohl um einiges leichter fallen, sie in Sicherheit zu bringen, wenn es darauf ankam. Tief atmete der ehemalige Jujuzist aus. Jetzt brauchte er sich auch keine Gedanken darüber zu machen.
Sein Blick wanderte zu den Umkleidekabinen, wo Nastja schon mit einem Gesichtsausdruck in seine Richtung sah, der ihm sagte, er würde wohl gleich ein Donnerwetter erleben. „Gen! Ich habe dich nicht umsonst mitgenommen! Wie findest du das Kleid? Der Schnitt ist zwar sehr jugendlich, aber das steht mit doch wirklich hervorragend. Findest du nicht?“, seine Frau dreht sich vor dem Spiegel an der Wand und Gen nickt, während er einen zustimmenden Laut von sich gab. Kopfschüttelnd verdrehte die Diplomatin die Augen und schüttelte den Kopf. „Du bist wirklich nicht zum Einkaufen zu gebrauchen“, sagte sie doch etwas beleidigt und verschwand wieder in der Umkleide. Mit dem Wissen, dass seine Angetraute spätestens dann seinen Rat suchen würde, wenn es um den Kauf von Schmuck ging, lehnte er sich gelassen zurück und wartete darauf, dass Nastja endlich fertig werden würde. Wirklich lange führte sie sich in keinem Fall so beleidigt auf. Deswegen konnte er sich jetzt so lange entspannt zurücklehnen, bis seine Frau mit ihren Einkäufen fertig war.

Nicht alt zu viel Zeit war vergangen, als Gen und Anastasja das Geschäft verlassen hatten. Die Russin kaufte zur Überraschung ihres Mannes nur eine einzige Tasche. Ein Ereignis, das nur alle Jubeljahre einmal stattfand. Eine Sekunde schielte er zu seiner Frau, die den Schaufenstern zu ihrer Rechten gerade mehr Aufmerksamkeit schenkte als ihm. Jedoch drehte sie sich im nächsten Augenblick zu ihm und unterbreitete ihm etwas, das er nicht ausschlagen konnte: „Schatz, lass uns Suki in der Schule besuchen. Ich will den Jungen sehen, dem sie geholfen hat. Ach und Satoru will ich auch noch zu Gesicht bekommen bevor wir fahren und die kleine Ieiri will ich auch sehen.“ Damit konnte er eindeutig leben. Hauptsache weg hier von diesen kulturlosen Bauten aus Beton und Glas und sich mit etwas umgeben, das mehr Charakter hatte. „Ja dann lass uns gehen, ich werde mich dann aber etwas im Archiv umsehen, ich hörte von einem ehemaligen Kollegen, die sollen dort ein paar neue interessante Aufzeichnungen haben“, es war also beschlossen, Gen und Nastja würden sich jetzt auf den Weg zur städtischen Fachoberschule für Magie machen.

~

Endlich kamen sie an der Schule an. Der Verkehr in dieser Stadt brachte sie noch irgendwann früher ins Grab. Alle fuhren wie die Schnecken und keiner schien es auch nur im Geringsten eilig zu haben. Absolut nichts für Anastasja, aber das war eine Tatsache, die jeder, der sie kannte, bereits erzählt bekommen haben musste. Die Blondine blickte die unendlichen Stufen hinauf, die das Einzige waren, was sie und ihren Mann von der Arbeitsstelle ihrer Tochter trennten.
Hätte ihre Suki einen anderen Beruf gewählt, dann würde es sich Nastja natürlich nicht wagen dort aufzutauchen, zu ihrem Glück aber hatte sie einen ähnlichen Weg wie ihre Eltern gewählt und somit hatten Gen und sie zumindest eine plausible Ausrede hier zu sein. Naja, als ob Anastasja Michailowa das aufhalten würde. Nein es war natürlich ihr gutes Recht ihrer Tochter einen Besuch bei der Arbeit abzustatten. Mit einer kaum mit zuhaltender Geschwindigkeit stieg die Frau die steinernen Treppen empor. Das alles in spitz zulaufenden Schuhen mit Pfennigabsätzen. Ihr Mann folgte ihr nur unter Mühen bis ganz nach oben. Für normale Menschen war es kaum zu glauben, was diese Frau manchmal für Energien freisetzte.
Keine Menschenseele befand sich auf dem Hof der Schule. Es mussten wohl alle Unterricht haben. Genau die richtige Zeit sich umzusehen, dachte sich Sukis Mutter und trennte sich somit wortlos von ihrem Mann. Sie wusste, wo er später zu finden sein würde. Das reichte ihr, um sich hier umzusehen. Außerdem würde ihr Mann nur hinderlich dabei sein, die Schüler hier etwas an der Nase herumzuführen. Nach nur wenigen Schritten entdeckte Anastasja auch schon ihr erstes Opfer. Dort unter einem Baum saß ein schwarzhaariger Junge und steckte die Nase in ein Buch. Was für ein ordentlicher und vorbildlicher Schüler. Mal sehen, was er da unten las.
Mit den Absatzschuhen tippelte die Russin erstaunlich sicher über die Wiese und blieb direkt vor dem Jungen stehen. Auffällig räusperte sie sich und sprach ihn ohne weitere Umschweife an: „Entschuldige, du kennst dich hier zufällig aus?“ Der russische Akzent war mehr als präsent und der Schüler sah sie mit zusammengezogenen Augenbrauen an. „Ja, ich bin Schüler hier. Wie kann ich ihnen weiterhelfen?“, fragte der junge Mann und schlug dabei das Buch zu. Nastja nickte erfreut. „Zum Glück, du bist meine Rettung. Man sagte mir, ich solle mich wegen eines Fluches hier her wenden?“, es fiel der Blondine wirklich schwer, die unwissende Ausländerin zu mimen. Aber was tat sie nicht alles für ein bisschen Spaß? Anastasja schien auch schon das Interesse des jungen Mannes geweckt zu haben, denn dieser stand auf und sein Blick wurde mit einem Mal ernster: „Sie sind verflucht oder sie wissen, wo sich ein Fluch aufhält?“ Eifrig nickte die Jujuzistin und packte die Hände des Schülers: „Danke, du musst das sofort ansehen. Es ist wirklich schrecklich!“
Gerade wollte Anastasja losgehen, als sie eine laute Stimme von hinten hörte: „Hey Megumi, da bist du! Du wolltest mir doch helfen! Warum hast du dich versteckt? Du musst mir das zeigen, sonst bekomme ich das doch niemals hin. Das weißt du doch. Noch mehr Zeit bekomme ich dafür nicht.“ Erst als der andere Junge näher kam, bemerkte er, dass sich noch jemand unbekanntes bei seinem Kumpel aufhielt. Anastasja fiel sofort die Ähnlichkeit zum Mitbewohner ihrer Tochter auf. Konnte es sein, dass das Gefäß von Sukuna war? Es lag auf jeden Fall im Bereich des möglichen. Suki hatte gestern bei der Erklärung Sukunas Tarnung erklärt, dass sie die Ähnlichkeit der Beiden nutzten und den Fluch als einen Verwandten des Jungen ausgaben. Noch einen Augenblick lag ihr Blick auf dem Rosahaarigen ehe sie auch diesen anlächelte: „Du kannst auch Geister sehen? Dann musst du auch mitkommen!“

Yuji blickte der Frau verwirrt entgegen. Irgendwie kamen ihm ihre Art zu sprechen und auch die Art wie sie gestikulierte bekannt vor.  Er konnte aber nicht genau zuordnen, woher genau. „Äh, also ich weiß nicht mal, ob wir das einfach so dürfen, wir sind Schüler und außerdem muss ich unbedingt bis morgen diese Hausaufgaben machen“, mit diesen Worten hielt er einen Zettel hoch und der Frau direkt vor die Nase. Die Blondine nahm ihm einfach das Stück Papier ab und murmelte leise etwas vor sich hin. Während die Fremde mit den Aufgaben beschäftigt war, setzte sich Yuji neben den Fushiguro und flüsterte ihm leise zu: „Sie hört sich an wie Suki-sensei, wenn sie so grummelt in dieser Sprache. Wie hieß die nochmal?“, überlegend fasste er sich an sein Kinn und bekam aber gleich seine Antwort, „Russisch du Idiot. Aber du hast recht, sie hört sich ähnlich an. Beinahe genauso, jetzt fehlt nur noch, dass sie meckert, dann sind alle Zweifel aus dem Weg geräumt.“ Genau das tat die Unbekannte vor ihnen auch und in dieser unverständlichen Schimpftirade konnten beide, Yuji und Megumi, ganz klar und deutlich den Namen ihrer Lehrerin heraushören. Diese Erkenntnis platzte als Erstes aus dem Rosahaarigen heraus, der die Fremde sogleich damit konfrontierte: „Sie kennen Suki-sensei? Sie reden doch auch in der gleichen Sprache.“
Der Schüler konnte eindeutig ein kurzes Lächeln auf dem Gesicht der Frau erkennen, die dann leicht nickte. „Das hast du gut erkannt, Junge“, sprach sie nun erstaunlicherweise ohne jede Spur eines Akzentes. Itadori blinzelte kurz und schüttelte dann den Kopf. „Mein Name ist übrigens Anastasja Kyozo. Freut mich, euch kennenzulernen“, stellte sich die Blondine vor. Sie hatte also sogar den gleichen Nachnamen wie ihre Lehrerin. Das machte die Sache nur noch eindeutiger. „Sie sind dann also Sukis Schwester, oder?“, schlussfolgerte der Itadori und schien Anastasja neben ihm damit sehr zu erfreuen. Diese strich sich nämliche eine Strähne ihres blonden Haares hinter ihr Ohr und entgegnete dem Schüler dann: „Das solltet ihr meinem Mann sagen, der sagt nämlich meine ganzen Cremes bringen nichts. Also danke für das Kompliment, aber ich bin doch etwas zu alt um ihre Schwester zu sein. Suki ist mein liebes Töchterchen.“ Die Verwunderung im Gesicht des Schülers war nicht zu übersehen, nur Megumi neben ihm schien gelassen zu bleiben.
„Darum reden sie auch in dieser böse klingenden Sprache! Suki-sensei meckert immer so!“, entkam es Yuji. Er war wieder unglaublich gesprächig. „Hören Sie nicht darauf, was er sagt. Er brütet seit dem Wochenende über der Aufgabe, die sie in der Hand haben. Er ist meistens nicht der hellste“, machte der Schwarzhaarige allen Ernstes das Kompliment seines Freundes zunichte. Zu ihrem Glück lachte die Mutter ihrer Lehrerin nur darüber und zeigte dann zuerst auf den Rosahaarigen: „Dann bist du sicherlich Yuji und du“, sie zeigte auf den Schwarzhaarigen neben ihm, „bist Megumi. Habe ich recht?“ Beide Jungen nickten unisono und die Russin für fort, „Was diesen Text hier angeht. Ist es wirklich armselig, dass du das nicht kannst“, ein leichtes Schmollen machte sich auf Yujis Gesicht breit, „Meine Tochter muss wirklich als Lehrerin schlecht sein, damit du sowas Einfaches nicht verstehst. Ich sollte wirklich mal ein ernsthaftes Wort mit ihr reden. Das geht so nicht. Sie soll euch schließlich beibringen das zu verstehen“, begann sie zu meckern und hörte auch nicht auf, nur verstanden die Jungs nicht wirklich, was die Frau sagte. Verunsichert lehnte sich der Rosahaarige etwas rüber und fragte seinen Freund: „Sag mal, bin ich dann doch nicht so doof wie ich denke!“
Sein Kumpel schüttelte den Kopf und antwortet ihm dann kurz und bündig: „Doch bist du.“ Keine Erklärung nichts sein Kumpel war einfach wieder grundlos viel zu Herzlos zu ihm.

Nastja fühlte sich durch die zwei Jungen bestens unterhalten, jedoch wollte die Russin jetzt auch endlich weiter, den ganzen Tag hatte sie schließlich nicht Zeit und dafür noch wirklich viel vor. Die Blondine wollte doch unbedingt sehen, ob ihre Tochter übertrieben hatte, was das Training mit Sukuna anging.
„Sagt mal ihr beiden, wisst ihr zufällig, wo ich meine Tochter an finden kann?“, sofort waren beide Augenpaare auf sie gerichtet. Der Schwarzhaarige, zeigte hinter eines der Gebäude. „Die müsste dahinten sein und mit der zweiten Klasse trainieren. Wir können sie gern hinbringen. Suki hatte uns heute sowieso für ein etwas größeres Training bestellt“, kam es sachlich vom Schüler, der dann auch auf sofort aufstand. Anastasja stimmte erfreut zu, wartete aber noch auf den Rosahaarigen, der nicht so wirklich damit einverstanden zu sein schien: „Hey Megumi, du wolltest mir doch helfen!“ Trotzdem stand er auf und folgte ihr und seinem Freund zum Sportplatz.

Als sie an besagtem Ort angekommen waren, hielt sich Nastja zuerst im Hintergrund. Sie wollte beobachten, wie sich ihre Tochter machte, ohne dass ihr bewusst war, dass jemand ihr zusah. Der Einzige, der sie hier zu bemerken schien, war Sukuna. Er warf ihr einen kurzen Blick zu und schenkte dann dem grünhaarigen Mädchen ihm gegenüber wieder seine volle Aufmerksamkeit und wich souverän der Hellebarde aus, mit der sie versuchte ihn aufzuspießen.  Ihre Tochter hingegen beschäftigte sich mit einem blonden Jungen und einem Panda? Sah die Russin da richtig? Sie hatte doch heute noch keinen Tropfen Alkohol angerührt, das würde wenigstens erklären, warum sie da einen Bären stehen sah. Als Suki von ihren Klassen sprach, hatte sie mit keinem Wort eine solche Anomalie erwähnt. Sie erzählte von einer ersten Klasse aus drei Schülern und einer zweiten aus vier, von denen aber einer, wegen eines Auslandsaufenthaltes fehlte. Mit keinem Wort erwähnte sie ein Tier. Wie weit gingen die Schulen bitte noch? Tiere sind doch nun wirklich nicht dafür geeignet, als Schüler hier zu sein. Sowas war noch nicht mal in ihrer eigenen Schulzeit möglich gewesen und da hatte sich scheinbar viel getan.
Einige Minuten beobachtete sie das Geschehen noch, als jedoch nichts Interessantes geschah, begab sich die Russin näher an den Sportplatz heran und winkte ihrer Tochter zu: „Suki! Dein Vater und ich sind hier, um dich zu besuchen. Die zwei lieben jungen Männer hier!“, dabei zeigte sie auf Megumi und Yuji, „haben mich freundlicherweise hier hergebracht.

Erschrocken drehte sich Suki um. Das hatte ihr gerade noch gefehlt. Ihre Eltern kontrollierten sie jetzt wohl auch noch bei der Arbeit. Die Platinblonde gab sowohl Panda also auch Inumaki ein Zeichen, dass sie sich kurz ausruhen konnten und ging dann zu der Störenfriedin. Mit zusammengekniffenen Augen blieb sie vor Anastasja stehen und stemmte die Hände in die Hüften: „Muss das sein? Ich habe zu tun und keine Zeit mich um dich oder Papa zu kümmer. Die Schüler brauchen etwas mehr Training“ Die Jujuzistin ging gar nicht darauf ein, was ihre Mutter sonst noch sagte. Es war Suki schlichtweg egal. Eigentlich hegte sie sogar die Hoffnung, ihre Eltern würden am Vormittag abreisen. Aber sie schien sich da wohl geirrt zu haben und musste die Beiden heute noch einen weiteren Tag beherbergen. Ihr Rücken würde es ihr auf jeden Fall weiterhin mit Schmerzen danken.
„Ich will dir doch nur zusehen. Du scheinst ja bei deinen Schülern sowohl in Englisch, als auch in Geschichte zu versagen. Der arme Junge hat gar nicht verstanden, was du von ihm wolltest“, sagte Nastja, während sie Yuji einen mitleidigen Blick zuwarf. Suki verdrehte daraufhin nur die Augen. War das jetzt der ernst ihrer Mutter? Wie wollte sie das anhand einer Aufgabe beurteilen? Sie sollte sich da raushalten. „Ich werde wohl einschätzen können, was ich Schülern in der Oberstufe zumuten kann. Und das gehört dazu. Wenn Yuji das nicht versteht, dann ist das seine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass er seine Wissenslücke schließt“, spie die Platinblonde der anderen Frau entgegen. Diese verschränkte nur die Arme vor der Brust und begann auf Russisch zu schimpfen: „Habe ich dich so erzogen? Was sollen deine Schüler denken? Sie werden vollkommen den Respekt vor dir verlieren, wenn du so mit deiner eigenen Mutter redest!“Keine einzige Regung war im Gesicht Sukis zu sehen. Sie würde auf keinen Fall klein beigeben. Schon gar nicht, wenn ihre Mutter meinte, sich in ihrem Beruf besser auszukennen als sie selbst. Die Lehrerin mischte sich schließlich auch nicht in den von Anastasja ein. „Ich rede so mit dir, wie ich es gerade möchte. Also wenn du zuschauen willst, setzt dich hin und misch dich nicht ein“, mit diesen Worten drehte Suki ihrer Mutter wieder den Rücken zu und widmete sich wieder Panda und Inumaki. Zumindest wollte sie das, denn diese wurden bereits von Sukuna mit in das Training eingebunden. Genervt atmete die junge Frau aus und drehte sich wieder zu ihrer Mutter um: „Sag einfach nichts mehr. Du bist einfach zur falschen Zeit zu Besuch gekommen. Der nimmt mir meine Arbeit weg, die Schüler beschweren sich zwar, aber sie scheinen doch zu sehen, dass es etwas bringt, mit dem neuen zu trainieren."

Verwundert lag der Blick der Mutter auf ihrer Tochter. So hatte die Russin sie lange nicht erlebt. Die Frau seufzte und legte der Jüngeren einen Arm um die Taille. „Ach was, er sieht Dinge eben anders. Außerdem macht er das sicher nicht, um dich zu ärgern. Du kannst eben andere Sachen besser. Sieh es einfach als Entlastung. Zu viel Stress bringt doch nur Falten und bei dir wäre das wirklich schade“, sagte Nastja nun viel ruhiger und strich ihrer Tochter über die Wange. Wie konnte sie das übersehen? Normalerweise merkte sie doch sofort, wenn ihrer Kleinen etwas fehlte, aber sie schien wohl besser darin geworden zu sein, Dinge einfach vor anderen zu verstecken. Zusätzlich dann noch die unerwartete Situation, die sie gestern bei ihr vorfanden. Also kein Wunder, dass Nastja den Stress ihrer Tochter übersah.„Ich weiß. Es ist eben schwer im Moment. Aber es wird wieder. Glaube ich zumind", zum Ende hin wurde Suki immer leiser. „Es wird besser. Lass den Kopf nicht hängen und du weißt, dass du immer mit uns reden kannst.“ Wieder nickte die Jüngere nur und die Frauen verbleiben einen Moment stumm, bis die Ruhe just unterbrochen wurde.
„Nastja! Warum hast du nicht Bescheid gesagt, dass du kommen würdest?“, die fröhliche Stimme, die hinter den beiden Frauen erklang, stand in vollem Kontrast zu dem, was gerade besprochen wurde. Die Angesprochene drehte sich um und sah direkt in das erheiterte Gesicht von Satoru: „Wie schön dich noch zu sehen zu bekommen bevor wir morgen wieder fahren“, freundlich lächelte die Russin dem Magiemeister entgegen. Dieser gesellte sich zu den Frauen und sah zu den Trainierenden und dann wieder zu Anastasja: „Wo ist eigentlich Gen? Hat der sich wieder verzogen?“ Auch ihre Tochter sah ihre Mutter neugierig an und wartete auf eine Antwort. „Gen ist wohl ins Archiv gegangen. Du weißt, wie er ist. Immer nur die Bücher im Kopf.“
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