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⋙Bloody Scars⋘

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 / Het
OC (Own Character) Trafalgar Law
03.02.2022
23.06.2022
11
51.005
2
Alle Kapitel
22 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
23.06.2022 5.280
 
Huhu

Es geht hier vor der großen Pause auch noch mit einem Kapitel weiter, dass nächste wird leider auf sich warten lassen.
Sorry an der Stelle noch einmal.
Das übliche für Scarlett und viel Spaß beim lesen.

Bis dahin,
eure Angel




⋙Kapitel 10 | Ein wenig Normalität⋘



Die Blauhaarige stand auf der Terasse von Amber und starrte in den Himmel. Es war der Tag nach Neujahr und sie hatten bei Amber übernachtet. Wieder ein neues Jahr und wieder würde sie Single sein. Ob das ihr ganzes Leben lang so bleiben wird? Sie fragte sich das schon eine ganze Weile. Doch im Grunde war es auch egal, so lange sie zufrieden war und darum würde sie sich bemühen. „Was nehmt ihr euch für das neue Jahr vor?“ Sam wusste ehrlich nicht, warum sie ausgerechnet das fragte, doch irgendwie war ihr danach. Sie selbst wollte dieses Jahr allem voran ihre aufkommenden Gefühle für Law vergessen. Wieso fing sie auch ausgerechnet an sich in ihn zu verlieben.
„Endlich mal mit Bonney auf ein Date gehen. Ich lade sie zum essen ein.“ Nun blickte die Blauhaarige zu Kid und hob die Augenbraue. Sie war sich nicht sicher, ob er sich sicher war, dass er das wirklich tun wollte. Das war einer der Dinge die nur schief gehen konnten. Vor allem daran gemessen, dass sie einfach so viel essen konnte wie die drei Freunde zusammen. Zu mindestens dem Gefühl nach.
„Das wirst du bereuen.“ Darauf begannen sie alle zu lachen und die Blauhaarige dachte über ihre Ziele nach. Die vergangene Zeit war hart gewesen und sie hatte durch ihre guten Noten so viele Tore, die ihr offenstanden. Auch wenn sie immer dachte, dass Bäckerin sein ihr Traum wäre, so stellte sie dann doch fest, dass es einen große Unterschied zwischen dem Backen als Hobby und dem als Beruf. Schlussendlich bewarb sie sich um Geschichte, ihr zweite Leidenschaft, zu studieren. Auch wenn das viel Hin und Her bedurfte, aber am Ende hatte sie ihren Entschluss gefasst. Sie würde ihren eigenen Weg und am Ende konnte sie in ihrer Freizeit backen und anderen eine Freude machen und das ganz ohne Stress. Nicht alles ist dazu geeignet, um das auch beruflich zu machen. „Ich weiß nicht, ich will einfach das Schuljahr gut abschließen und an der Hochschule angenommen werden.“ Sie sah wieder zu den vorbeiziehenden Vögeln und schloss kurz die Augen. Wie ließ man Gefühle absterben, die am entstehen waren? Mit dieser Frage sollte sie sich auch ganz dringend auseinandersetzen. Sie brauchte dazu einen humanen Weg ohne jemand anderes dabei zu verletzen.
„Das wirst du. Deine Noten sind perfekt.“ Sie sah zu Amber und konnte auch nur lächeln. Doch am Ende waren die beiden aus dem Grund ihre besten Freunde. Sie glaubten an die Blauhaarige, wenn sie es nicht tat und das war etwas, dass sie immer an ihnen lieben wird. Auch wenn sich ihre Wege nach der Schule trennen werden, so hatten sie sich versprochen, dass sie immer die besten Freunde der Welt bleiben würden.
„Da hat sie recht, also du musst dir echt keine Sorgen machen, was das angeht.“ Vielleicht stimmte das auch tatsächlich, vielleicht sollte sie sich auch einfach keine Sorgen machen und versuchen weiterzumachen. Einfach nach vorne zu sehen und ihren Weg zu gehen. Fest stand, sie würde sich eine eigene kleine Wohnung nehmen und auch weiterhin in der Bar von Akina arbeiten, um sich ihr Studium zu finanzieren. Sie würde dann einen neuen Vertrag brauchen, dass stand fest.
„Ich habe euch lieb.“ Sam musst daran denken, was ihr Vater immer zu sagen pflegte. Sag denen, die dir wichtig sind, dass sie es sind. Das würde sie auch immer tun und vor allem ihren besten Freunden würde sie immer zeigen, dass sie nicht ohne sie konnte. „Wir halten zusammen, wie es beste Freunde tun.“ Sie wusste, dass Amber Biologie studieren wollte, ganz speziell Meeresbiologie und Meeresbiologin werden wollte. Sie würde da auch auf jeden Fall schaffen. Kid hingegen wollte Automechaniker und aus irgendeinem Grund fiel der Blauhaarigen die exakte Berufsbezeichnung nicht ein. Fakt war jedoch, es passte zu dem Aggroboy und das war alles was zählte.
„Du hast recht.“ Mit diesen Worten erhob sich die Braunäugige und schloss Sam in ihre Arme. Es war als wollte sie den Worten der Blauhaarigen eine gewisse Kraft verleihen und auch Kid gesellte sich zu ihnen und umarmte sie beide gleichzeitig. In dem Moment fühlte sich Sam auch ein wenig schlecht, dass sie ihren Freunden noch immer nichts von der Nacht mit dem Grauäugigen gesagt hatte und das obwohl sie beiden eigentlich alles anvertrauen konnte. Warum das also nicht?
„Wo wir dabei sind, wie läuft es mit Shachi?“ Sie sah zum Aggroboy und musste grinsen. Auch wenn er es niemals offen zugeben oder sagen würde, aber er kümmerte sich um seine besten Freundinnen. Er unterstützte sie wo er eben nur konnte. Das war auch der Grund, warum er Amber dazu animiert hatte, es endlich Shachi zu sagen. Bis jetzt konnte sie sich dazu allerdings nicht wirklich durchringen. Sie verspürte nach wie vor eine gewisse Angst es ihm zu sagen.
„Oh sehr gut. Ich treffe ihn morgen. Da will ich es ihm sagen. Das erste was ich mir fürs Jahr vorgenommen haben.“ Nun sah die Blauhaarige doch mehr als erstaunt an, sie würde es also wirklich tun. Sam wollte daran glauben, dass es gut ausgehen würde. Der Kastanienbraunhaarige hatte jedoch ein gutes Herz und würde niemals jemanden absichtlich verletzen. Und wenn die Blauhaarige ehrlich zu sich war, dann sah sie ihm auch schon länger an, dass er auch so seine Gefühle für Amber hatte und in dem Sinne sollten beide ruhig glücklich werden.
„Ich glaube an dich. Du schaffst das.“ Daraufhin bekam sie Tränen den Augen und lachte zur gleichen Zeit. Das war etwas, dass Sam immer tun würde ihr Freunde in ihren Vorhaben zu unterstützen. So wie sie es auch für sie taten. Deswegen musste sie sich auch endlich überwinden und darüber reden, was zwischen ihr und Law vorgefallen war, damit sie es auch endlich wussten. Vielleicht konnten sie ihr auch eine Ratschlag geben, was sie nun tun sollte.
„Sehe ich auch so.“ Es war der Aggroboy der das sagte und so sprachen sie noch einige Zeit über alles, was das Jahr so kommen würde. Sie würden im Frühjahr ihren Abschluss machen und dann würde es heißen ins wirkliche Leben zu starten. In eine vor allem selbstbestimmtes Leben. Das war es worauf die Blauhaarige sich fast am meisten freute, für sich allein sorgen, ohne dass ihre Mutter ihr ständig reinredete. Auch vor ihren nervigen Bruder würde sie dann endlich Ruhe haben. Zwei Dinge weswegen sie ihr eigenes Leben kaum abwarten konnte.


||»»««||



Die tage zogen ins Land und es war einer der letzten Ferientage, bevor es wieder in die Schule gehen würde. So wirklich Lust hatte sie darauf nicht, aber Sam hatte im gewissen Sinne auch den Luxus, kaum lernen zu müssen. Manche sagten, dass es ihr zufliegen würde und das konnte durchaus sein. Auszuschließen war es nicht. Sie konnte es sich eben einfach gut merken. Sie hatte gerade die Zitronen geschnitten und in eine Schale gelegt, als ihr plötzlich ein Handtuch auf den Kopf gelegt wird. „Kannst du es mir auch auf normalen Wege geben?“ Sie blickte zu dem Grauäugigen, welche sie wie immer einfach nur angrinste und manchmal dachte sie, dass er die Grinsekatze aus Alice im Wunderland ist, so dämlich wie der manchmal grinsen konnte, da würde das fast schon passen.
„Wenn ich darüber nachdenke. Nein, dass steht nicht in meiner Macht.“ Daraufhin kann die Blauhaarige nur mit dem Kopf schütteln und nimmt es sich auch schlussendlich mal vom Kopf. Er war wirklich ein wenig verrückt und auch wenn er ein Arsch war, der die Frauen aus purem Spaß an der Freude flach legte, eine Sache konnte man über ihn sagen. Er hatte Charme und wenn sie sich Akina und Ace ansah, dann auch ein Herz. Denn um die beiden kümmert er sich, wie um niemanden sonst. Auch wenn sie wusste, dass sie längst dabei war Gefühle zu entwickeln, sie musste es um jeden Preis unterdrücken. Sie durfte ihm niemals signalisieren, dass dem so war oder sein könnte. Dennoch hatte sie den seltsamen Wunsch ihn zu einem besseren Menschen zu machen. Dabei kannte sie ihn kaum und wusste auch nicht warum er das tat, was er eben tat. Nach all den Andeutungen schien er es aus einem bestimmten Grund zu tun. „Sam?“ Sie schüttelte kurz den Kopf und lächelte ihn an. Sie griff nach einem Glas.
„Sorry, ich poliere dann mal die Gläser.“ Mit diesen Worten nahm die Blauhaarige auch ihre Arbeit auf, auch wenn ihre Gedanken bei der Thematik blieben. Sie fragte sich, ob sie jemals für jemand anderes etwas besonderes sein wird. Ob der Tag kommt, an dem sie sich neu verliebte und es dann auch auf Gegenseitigkeit beruhen würde. So sehr sie auch daran glauben wollte, sie konnte es nicht so wirklich.
„Sicher, dass alles in Ordnung ist?“ Erneut war es Law, welcher sie aus ihren Gedanken riss und sie lächelte ihn in dem Moment einfach kurz an. Wie atemberaubend schön diese Augen waren, so schön, dass sie Sam buchstäblich jedes Mal aufs Neue in den Bann zogen. Sie hatten ihre eigene Magie und ihre eigene Art Menschen zu fesseln. Sein Blick war traurig und zugleich leer. Wie gerne würde sie doch wissen wollen, was ihn animierte so zu sein, wie er eben war. Was der wahre Grund dafür war, dass er eben der Law war, den sie kannte. Es musste doch einen Grund dafür geben. „Sam?“ Sie versank heute viel zu viel in ihren Gedanken und wenn sie so weitermachte, dann würde es auch nicht lange dauern, bis jemand dahinter kam, was sie wirklich dachte oder fühlte. Niemand sollte sie so leicht durchschauen.
„Klar, ich war nur kurz in Gedanken.“ Damit machte sie dann einfach weiter und wusste, dass es ihr am Ende so oder so das Herz bricht. Gegen Liebe ist man eben machtlos und sie hoffte einfach, dass sie keinen dummen Fehler macht. Dass sie nicht etwas tut, dass sie am Ende sehr bereuen wird. Sie wusste, dass sie definitiv durchhalten musste und versuchen musste ihre Gefühle in den Griff zu kriegen.
„Na wenn du meinst. Ich gehe derweil mal die Getränke durchschauen, was wir so brauchen.“ Damit begannen sie zu arbeiten und immer wieder stahl sich ihr Blick zu ihm. Der Blauhaarigen war klar, dass sie von ihm nicht mehr so schnell loskommen würde. Sie war sich in dem Moment nicht einmal sicher, ob sie das überhaupt wollte. Wollte sie denn, dass er sie ignorierte oder wollte sie eine schwache Freundschaft, aus der niemals mehr werden würde? Sie war sich nicht sicher, was für ihr Herz besser war. Warum musste ihre erste Liebe auch ein Arschloch sein, dass nichts besseres zu tun hatte als sich durch die Weltgeschichte zu bumsen? Sie konnte es einfach nicht fassen und doch musste sie sich dem nun stellen, ob sie wollte oder nicht.
„Darf ich dich mal was fragen?“ Sie war sich nicht wirklich sicher, was für eine Antwort sie erwarten würde und doch war das wichtigste sie zu akzeptieren, selbst wenn er sagen würde, dass es sie nichts anginge. Dann hatte Sam auch das zu akzeptieren. Ganz egal, wie sehr ihr Dickschädel auch sagt, dass sie es unbedingt wissen will. Was sie in dem Moment will, dass ist unwichtig.
„Sicher, wenn du es dir traust.“ Nun blickte sie ihn genau an und er hob die Augenbraue, während einer seine Mundwinkel sich nach oben verzogen. Er war wirklich ein grinsender Straßenkater. Unfassbar. Sie atmete tief durch und dreht sich nun ganz ihm zu. Sie war noch nie auf den Mund gefallen, also würde sie es auch jetzt mehr als direkt sagen. In diesem Fall eher fragen.
„Sehr witzig. Warum willst du dich eigentlich nicht fest binden?“ Sie konnte sehen, wie das Grinsen verschwand und in dem Moment schon wusste sie es. Sie kannte da bereits seine Antwort. Sam verstand das Zeichen mehr als deutlich.
„Das hat gute Gründe und die werde ich nicht verraten.“ Mit diesen Worten wandte sich Law wieder den Getränken und überprüfte sie, so als wäre gerade nichts gewesen. Doch für die Blauhaarige stand nun fest, was auch der Grund war, es schien ihn regelrecht zu quälen. Wie gerne würde sie es erfahren. Wie gerne würde sie einfach nur direkt wissen wollen, was ihn dazu bringt so zu handeln. Fest stand, dass es ihm damit eher weniger gut ging.
„Verstehe. Dann eben nicht. Ich werde dich nicht zwingen.“ Sie polierte ihre Gläser weiter und versuchte ihre Gedanken an etwas anderes zu hängen, als der verdammt notgeilen und grinsenden Straßenkatze neben sich. Im Moment fühlte sie sich einfach nur verdammt unwohl und das war kaum auszuhalten. Dennoch verfluchte sie gedanklich ihr Herz und dabei fiel ihr auf, dass sie nicht mehr auf ihr Herz hören sollte und auch nicht durfte. Das würde nicht gut enden. Sie musst wohl lernen es zu ignorieren.
„Ertragbar bist du.“ Sie blickte ihn an und legte den Kopf schief. Wie sollte man das wieder verstehen? Diese Typ war manchmal wirklich zum kotzen, sie wusste mit seinen Aussagen meistens nicht viel anzufangen. Ertragbar. War das nun ein gutes oder schlechtes Zeichen? Wenn sie aber mal ehrlich zu sich selbst war, dann wollte sie es gar nicht erst wissen. Die Antwort würde nur wehtun und darauf konnte sie nun wirklich verzichten. „Ich meins wie ich es sage. Misch dich nur niemals in meine Vergangenheit ein, denn ansonsten werde ich ungemütlich.“ Sie sagte dazu einfach nichts und schwieg. Was sollte sie auch sagen? Alles was sie sagen würde, würde er nur falsch auffassen, davon war sie einfach überzeugt. Sie wünschte sich, dass sie damals nicht so viel getrunken hätte und nicht bei ihm in den Federn gelandet wäre, dann wäre sie jetzt nicht in dieser Situation. Doch wie sagt man so schön? Hinterher ist man immer schlauer. Sie würde ihn bestimmt niemals wieder etwas in diese Richtung fragen.
„Hey Turteltauben. Habt ihr die Lieferliste gesehen?“ Die Blauhaarige zuckte zusammen und starrte dann Akina an. Wie kam sie denn bitte darauf? Sie waren nun wirklich vieles, aber gewiss keine Turteltauben. Das konnte sie mal mehr als direkt vergessen. Doch das war eben die Lilahaarige, die wenigen Male die sie sie mit Mihawk gesehen hatte, hatten auch diesen Eindruck von ihr hinterlassen. Da konnte der Gelbäugige auch noch so sehr behaupten, sie hätte eine sanfte und wundervolle Seite an sich. Davon würde sich die Blauhaarige nicht so schnell überzeugen lassen. Sicherlich war sie kein schlechter Mensch, aber absolut nervig und manchmal auch viel zu aufdringlich.
„Ich gebe dir gleich Turteltauben.“ Bei diesen Worten schnappte sich Law dann die Liste, die noch auf dem Tresen lag und drückte sie Akina in die Hand. „Die Liste liegt noch hier.“ Bei den beiden war sich Sam manchmal auch nicht sicher. Wollen sie sich gegenseitig umbringen oder unterstützen? Vielleicht war es auch beides und es kam auf die Tageslaune an, was passieren würde. Irgendwie konnten die beiden einen wirklich an Kid und Sam erinnern. Die beiden waren manchmal auch ähnlich drauf, dabei übernahm dann Kid gerne mal die mehr als direkte Position. Je mehr sie darüber nachdachte umso mehr stellte sie dann doch fest, dass es keinen wirklichen Unterschied gab. Das war auch auf seine Weise mehr als schräg und doch irgendwie auch passend. Sie schüttelte bei diesem seltsamen Gedanken den Kopf.
„Sehr gut. Danke euch.“ Damit verschwand die Lilahaarige dann auch wieder und ein Raunen verließ die Lippen von Sam. Es gab eben Tage, da konnte sie die Lilahaarige auch nicht so wirklich leiden. Was aber eher daran lag, dass sie immer der Meinung war, dass die Blauhaarige und der Grauäugige zusammen gehören würden. Irgendwie war sie auf gewisse Weise auch Schuld, dass Sam sich in Law verliebt hatte. Wenn auch nur minimal, aber das reichte doch eigentlich schon aus.
„Die hat doch eine Meise.“ Sie flüsterte es mehr zu sich selbst und doch vernahm sie in dem Moment das Lachen des Grauäugigen. Man musste nun wirklich kein Sherlock Holmes sein, um zu wissen, dass er sie sowohl gehört, als auch verstanden hatte. Doch das war wirklich Pech, denn eigentlich hatte sie gehofft, er hätte dieses leise Fluchen nicht gehört. Damit war diese Hoffnung dann auch überfahren wie ein Igel auf der Autobahn.
„Das ist sie eben Akina wie sie leibt und lebt. Sie ist manchmal etwas drüber.“ Manchmal war kein Ausdruck, war sie nicht gefühlt die meiste Zeit etwas über dem Limit? Aber vermutlich war der Grauäugige es auch einfach nur gewohnt und daher machte es ihm nichts mehr aus. Er nahm es dann einfach hin, wie es kam. Es war eben wie mit Kid, wenn man sich einmal daran gewöhnt hatte, dann wusste man ihn zu händeln. Er war eben manchmal doch komplizierter als er den Anschein machte. Vor allem emotional konnte er sehr schnell über die Strenge schlagen, aber niemals mit Absicht, es brach dann einfach heraus. Es war gut möglich, dass Akina da etwas ähnlich tickte. Nur statt Aggressivität war es bei ihr die Übertreibung. Kam auf das gleiche hinaus.
„Hab ich schon bemerkt. Ist sie privat auch so extrem?“ Sie fragte das eigentlich eher rhetorisch, da sie sich durch Mihawk durchaus denken konnte, wie sie so ist. Manchmal erlebte sie es auch hautnah und das war auch eher selten wirklich schön. Dennoch war Akina eben Akina. Im Endeffekt spielte es auch keine Rolle. Sie kümmerte sich um ihre beiden Brüder. Das war Fakt. Wie die Blauhaarige mal feststellte. Alle drei hatten ihren ganz eigenen Dachschaden. Diese Welt war eben keine Leistungsgesellschaft, sondern eine Glücksgesellschaft. Entweder man hatte Glück oder eben nicht. Sam zählte da eher zu den Pechvögeln in mancher Hinsicht.
„Noch schlimmer.“ Irgendwie wurde ihr die Stimmung langsam doch zu drückend, als wären sie auf einer Beerdigung. Sie wollte das ganze etwas auflockern und begann deswegen zu grinsen. Der Grauäugige hatte sich schon das zweite Handtuch geschnappt, um mit die Gläser zu ploieren.
„Du Armer. Hab ja fast Mitleid.“ Damit sah Law sie an und sie grinste einfach vor sich hin. Dann nahm er das andere Ende des Handtuchs in seine andere Hand und spannte es, bevor er es in ihre Richtung losließ.
„Pass auf was du sagst.“ Damit beginnen beide zu lachen und polieren dann gemeinsam die Gläser. Auf ihre Art war es durchaus schön. Sie waren zusammen ohne sich groß unter Druck zu setzen. So auf ihre ganz eigene Art und Weise. Wenn Sam genauer darüber nachdachte, dann wollte sie gar nicht, dass sie etwas verändert. Sie wollte, dass alles so blieb wie es war. Denn so wie die Stimmung aktuell zwischen ihnen war, war es gut. Es war eben eine normale Freundschaft und am Ende war das für die Blauhaarige die beste aller Lösungen. Doch irgendwie waren das auch sie.
Sie setzten sich weder unter Druck, noch verurteilt sie sich länger. Erst jetzt fiel ihr auf, dass er sie nicht mehr so oft Küken nannte wie noch zuvor. Vielleicht war es ja doch möglich, dass sie es ihm abgewöhnen konnte. Vielleicht würde sie irgendwann doch daraus wachsen. Wer weiß das schon. Sie für ihren Teil wollte einfach nur eine sehr gute Freundschaft aufbauen, ob daraus jemals wieder mehr werden würde, dass blieb abzuwarten. Doch Geduld ist das Gold für Beziehungen. Egal welcher Art von Beziehung, aber wenn du genug Geduld hast und dem Gegenüber die Zeit gibst, die er braucht. Einfach da bist, wenn es schlecht steht, dann kann sich daraus von ganzallein etwas entwickeln.

||»»««||


Es war nun mittlerweile Anfang Februar und der Grauäugige saß mal wieder bei dem Grinsenden. Er wusste nicht wieso, aber die Blauhaarige ließ seinen Kopf nicht mehr los und doch wollte er sich weigern darin mehr zu sehen. Da war nichts. Dar war einfach nichts. Er musste sich mit einem anderen Thema etwas ablenken. „Wie läuft es?“ Er blickte zu Corazon, welcher ein leises Lachen von sich gab. Auch Law hatte schon gehört, was die Braunhaarige einfach getan hat. Sie hatte gehört, dass jemand Hilfe brauchte und half ohne groß Fragen zu stellen. Es schien auch etwas bewirkt zu haben. Was genau, dass wusste er noch nicht, da der Prozess erst vergangene Woche war.
„Angel ist meine persönliche Glücksgrille.“ Darauf konnte der Grauäugige nur breit Grinsen, dass war sie vermutlich nicht nur für ihn, wenn er sich den Sommersprossigen so ansah, dann erging es ihm durchaus sehr ähnlich auch er hatte in ihr seinen persönlichen Glücksbringer gefunden. Aktuell suchen beide nach dem perfekten Haus. Denn der Albtraum mit dem Ex hatte auch endlich ein Ende. Der Typ konnte gefasst werden. Es konnte im Leben selbst weiter gehen. Beide würden ihren Weg gehen, davon war Law einfach überzeugt. „Dank ihr hatte ich eine richtig gute Anwältin beim Prozess. Ich bekomme meine Tochter und sie darf sogar hier leben. Meiner Frau wurde sogar das Besuchsrecht eingeschränkt. Sie darf nur Zeit mit ihr verbringen, wenn ich dabei bin.“ Das glich tatsächlich einem Wunder, diese Anwältin schien wirklich was auf dem Kaste zu haben und wer sie auch war. Der Grauäugige war ihr dankbar, dass sie dem Grinsen so geholfen hatte. Auch wenn ihn das ablenkte, seine Gedanken kehrten immer wieder zu Sam zurück. Immer wieder fand sie ihren Weg in seinen verfluchten Kopf. Dabei hatte sie dort doch nichts zu suchen.
„Großartig, wann wird sie einziehen?“ Er blieb einfach beim Thema, dann würde es hoffentlich schon werden. Er durfte nur einfach nicht zu sehr abdriften. Doch das schönste war doch, dass bald schon  Jenna wieder bei ihrem Vater einziehen, dass war wirklich ein gutes Zeichen. Das würde ihm wieder ein wenig Freude am Leben geben. Etwas, dass sich kaum jemand mehr verdient hatte als er. Der Grinsende war für alle drei wie ein großer Bruder da.
„In den nächsten zwei Wochen.“ Es erschien fast so, als könne Corazon es nicht fassen, deswegen kniff ihn Law kurz ins Bein, worauf beide kurz auflachten. Das war wie immer und doch war das wichtigste wohl, dass auch Jenna wieder ein liebevolles zu Hause bekam und nicht bei ihrer Mutter und diesem Schläger. Was Rita an dem Typen sah, dass war ihm wirklich ein Rätsel. Denn am Ende konnte der Typ einfach nichts und war das geborene Arschloch.
„Ich freue mich, du hast es dir wirklich verdient.“ Er schien wieder nachzudenken und das er in letzter Zeit so oft in seinen Gedanken versank war auch nicht mehr normal, nicht für einen Mann wie den Grinsenden. Sicherlich machte er sich auch viele Gedanken und doch war er in der vergangenen Zeit schon regelrecht abwesend. Dann sah er aus dem Fenster und blickte dann direkt zu Law. Dieser hob die Augenbraue und legte den Kopf leicht schief, worauf der Grinsende wieder leicht lachte.
„Kannst du mir ein Tipp geben, wie ich das Angel danken kann?“ Da lag der Hase also begraben. Er wollte es der Braunhaarigen um jeden Preis danken. Das konnte der Grauäugige nur bestens verstehen. Sie alle hatten ihr etwas zu verdanken. Allein wie sie sich den Wunden von Ace annahm. An einem Abend rief dieser Law an und hatte einen kompletten Absturz hinter sich. Er hatte sich etwas betrunken und war in seinen Selbstzweifeln ertrunken. Das war nicht das Vergehen der Braunhaarigen, sondern einfach seine zerstörte Seele, deswegen hatte der Grauäugige ihn auch direkt zu Angel gebracht. Diese hatte sich ihm direkt angenommen. Sich einfach seine Sorgen angehört und trotzdem würde Ace wieder eskalieren, so war er eben. Mindestens so geschädigt wie Law oder Akina. Das waren eben die drei Wracks vom Dienst.
„Ich versuche das mal unauffällig in Erfahrung zu bringen.“ Manchmal staunte er über sich selbst, dass er so einfach beim Thema bleiben konnte. Doch er schaffte es eben immer wieder, dass er trotz allem die passende Antwort fand. Egal wie sehr seine Gedanken auch abschweiften. Doch das war vermutlich auch einfach Jahre langes Training, dass er das eine denken konnte und das andere sagte. Meistens nutzte er das, damit niemand bemerkt, wie schlecht es ihm in dem Moment doch geht. Er sah, wie der Grinsende nickte und ihm dann direkt in die Augen sah, Law musste nicht raten, um zu wissen, was er da tat.
„Was macht deine Seele?“ Nun waren seine Gedanken wieder vollkommen bei der Blauhaarigen und ein Raunen verließ seine Lippen. Mit einer einzigen Frage war seine Ablenkung für den Arsch. Doch im Grunde hätte der Grauäugige es wissen müssen. Er hätte erahnen müssen, dass Corazon so etwas in der Art fragen würde. Es war schließlich ein gewisser Standard zwischen ihnen.
„Das übliche.“ Keine Antwort, die überraschend kam und doch hob nun der Grinsende die Augenbraue. Er glaubte ihm nicht. Auch das war nicht weiter verwunderlich, denn er schien genau zu wissen, was ihn quälte. Dafür war er auch oft genug in der Bar gewesen, um sich Sam genauer anzusehen. Er hatte da seine eigene Theorie, was sie betraf.
„Überdenke das mit Sam noch einmal. Sie ist kein schlechter Mensch.“ Natürlich war sie das nicht und auch dem Grauäugigen war das mehr als bewusst, dass Problem daran war eben nur, dass er es niemals zulassen könnte. Was sich sein schwaches Herz da auch zusammenreimte, dass war einfach nicht möglich. Seine geschundene Seele schrie, dass er es nicht tun sollte und darauf würde er auch hören. Er wusste schließlich, dass es einfach sinnlos war. Sie würde ihn am Ende genauso verletzen, wie es Amy damals getan hatte. Auch sie würde ihm auf kurz oder lang das Herz brechen. Ihn brechen. Das wäre dann sein absolutes Ende. Das wollte er allein schon wegen Ace und Akina nicht.
„Ich weiß, aber mein Herz ist tot, dass kann nicht mal sie ändern.“ er gab es zu, dass er durchaus dabei war sich in sie zu verlieben. Law wusste, dass er die Kontrolle verlieren würde, wenn er nicht auf dich Acht gab. Er musste sie einfach von sich stoßen. Es durfte und sollte nicht sein. Nicht in diesem Leben. Es war die reine Gefahr. Gefühle waren dazu da, um zu töten. Sie zerstören Menschen und Leben. Sie brachten den Tod und er hatte doch seinen besten Freunden versprochen zu leben. Er durfte das nicht hinschmeißen. Nicht für die Blauhaarige, egal, wie gut sie es auch meinte.
„Du leugnest es, dass ist nicht gut. Tief durchatmen.“ Er tat, wie er es sagte und schloss dabei auch die Augen. Dann blickte er wieder zu Corazon. „Du musst lernen auch ab und zu auf dein Herz zu hören. Das sage ich nicht als Psychologe, sondern als Freund.“ Darauf nickte er dann und wusste, dass er im Grunde recht hatte. Doch konnte man Sam wirklich vertrauen? War das wirklich möglich? „Nimm dir noch etwas Zeit, aber denk intensiv darüber nach. Doch bedenke, manchmal kann das zu spät schneller kommen, als man erwartet.“ Damit sprachen sie dann noch etwas über andere Themen. Als der Grauäugige einige Zeit später nach Hause ging, da dachte er über vieles nach und vor allem über die Blauhaarige. Sicherlich würde sie nicht ewig warten und das konnte er auch niemals verlangen. Dennoch wusste er auch einfach nicht, konnte er ihr wirklich vertrauen? Es ging hier um viel zu viel, um das so leichtfertig zu entscheiden. Auch wenn er wusste, dass es eine Tatsache war, dass sie einfach nur sein bestes wollte, so hatte er dennoch erhebliche Zweifel.

||»»««||


„Honey?“ Die Braunhaarige trat vorsichtig in die Wohnung und doch hörte sie keinen Mucks. Das sah Ace dann wirklich nicht ähnlich. Wenn er sie herbat, dann erwartete er sie meistens mit einem breiten Grinsen. Doch nach neulich hatte sie das eigentlich nicht wirklich erwartet. Seine Selbstzweifel hatte ihr durchaus etwas Angst gemacht. Angst davor zu versagen und deswegen wollte sie umso mehr geben, damit er diese irgendwie verlor. Sie wollte ihn immerhin nicht verlieren. Sie ging durch die Wohnung und dann fand sie ihn.  „Honey?“ Da sie keine Antwort erhielt schien er eingeschlafen zu sein und sie hockte sich vor das Sofa. Angel legte den Kopf etwas schief und strich ihm eine Strähne aus dem Gesicht. Wenn er schlief sah er so friedlich aus. Langsam schien er zu erwachen und noch immer lächelte sie. Sie wollte ihm zeigen, dass alles gut war und sie bleiben würde. Immer bleiben würde.
„Angel, du bist da.“ Sie nickte und der Sommersprossige fuhr sich über das Gesicht. Er schien noch einen Moment zu brauchen, um wirklich wach zu werden.
„Natürlich, du wolltest reden. Worüber?“ In dem Moment richtete er sich etwas auf und zog die Braunhaarige in seine Arme. Er drückte sie einfach sich und schien regelrecht Halt zu suchen. Deswegen legte sie die Arme auch um ihn. Heute und Hier musste sie einfach alles versuchen, um ihm den halt zu geben, den er brauchte. Sie hatte ihn zu verlieren. Sie wollte ihn irgendwie beschützen.
„Es tut mir so leid. Das von neulich hätte nicht passieren sollen. Verzeih mir, dass ich mich so hab gehen lassen.“ In dem Punkt gab es doch nichts zu verzeihen. Ganz vorsichtig und langsam löste sie sich etwas von ihm, um ihm einen Kuss auf die Lippen zu hauchen und anschließend sein Gesicht in ihre Hände zu nehmen. Sie musste wirklich lernen anhand dessen wie er schrieb und Dinge formulierte, wie es ihm ging. Wenn sie das irgendwann kann, dann kann sie Abende wie neulich vielleicht verhindern.
„Ich verspreche dir, dass ich gemeinsam mit dir deine Selbstzweifel und Ängste besiegen werde. Ich werde bei dir sein. Ich werde bei dir bleiben.“ Angel küsste seine Stirn und fuhr sein Gesicht entlang, um ihn einfach zu beruhigen und etwas abzulenken. Sie war nun diejenige, die ihn beschützen musste, wie er sie vor ihrem Ex beschützt hatte. Es war an der Zeit es ihm im gleichen Maße zurückzugeben. „Was auch kommt. Schau dich um und ich werde ganz in deiner Nähe sein. Ich werde deine Hand nehmen und dir beistehen. Egal welcher Himmel oder welche Hölle auf uns wartet. Wir durchschreiten sie gemeinsam.“ Wieder schloss Ace sie eng in seine Arme und sie nahm sein Zittern war, ebenso wie sein leises Schluchzen. Sie fuhr ihm durch die seidigen Haare und kraulte ihn etwas. Die Braunhaarige hielt ihn einfach in ihren Armen. Er schien diesen Moment einfach zu brauchen und sie gab ihm diesen sehr gerne.
„Ich liebe dich. Bitte vergiss das nie. Ich liebe dich mehr als alles andere.“ Sie begann verträumt zu lächeln, weil sie es hören konnte. Sie konnte hören, wie er sich fühlte. Pure Verzweiflung. Sie musste sie ihm nehmen. Die Verzweiflung und die Zweifel so gut es ging aus seinem Leben verbannen. Sie wollte an seiner Seite bleiben. So lange, wie das Leben und das Schicksal es erlauben.
„Und ich liebe dich, Honey.“ Er löste sich von ihr und küsste sie. Die Braunhaarige schmeckte das Salz und nur langsam löste er sich wieder von ihr. Beinahe so als habe er Sorge, dass sie einfach verschwinden könne. Als wäre sie eine einfache Illusion gewesen. Dann liegen sie auf seinem Bett und sehen sich an. Angel legte ihre Hand an seine Wange, während er etwas näher rückte, um seine Stirn an ihre zu legen. „Geht es wieder?“ Er hatte die Augen geschlossen und die Braunhaarige gab ihm einfach die Zeit. Nur zäh verstrichen wenige Minuten, bevor er seine schwarzen Seelen wieder öffnete und ihr ein breites Grinsen schenkte. Es war wieder da.
„Jetzt wieder. Danke, mein Herz.“ Damit küsste sie ihn dann wieder und zog ihn in seine Arme, was er nur zu gerne anzunehmen schien. Die Braunhaarige würde sich von nun an strickt an ihre eigenen Worte halten. Sie wollte hoffen, dass er bei Selbstzweifeln nun zu ihr kam. Wenn sie mal zusammen wohnen, dann würde das mit den Selbstzweifeln von alleine auffallen und dann würde sie da sein. Gar nicht erst zulassen, dass es derart schlimm kam.
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