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⋙Bloody Scars⋘

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 / Het
OC (Own Character) Trafalgar Law
03.02.2022
23.06.2022
11
50.919
2
Alle Kapitel
22 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
03.02.2022 2.068
 
Huhu,

Willkommen zu einer der beiden Therapiestories für mich. Ja, ich wurde in meiner Vergangenheit gemobbt und das zehn Jahr meiner Schulzeit. Deswegen habe ich diese Geschichte geschrieben und doch ist das nicht auf mein Leben zu beziehen. Sicherlich war es auch für mich nicht einfach, um Gegenteil, so mal ich nie ernst genommen wurde.
Ein Kopf im Klo, den Klassenmülleimer auf dem Kopf oder mit Essen beworfen zu werden, zu dem psychisch fertig gemacht zu werden, waren für die Lehrer nur Jugendstreiche. Ich sollte mich nicht so anstellen, dass war deren Aussage.
Aber genug davon.
In dieser Story wird dieses Thema immer wieder aufgegriffen und am Anfang nicht offensichtlich, doch im Laufe der Geschichte kristallisiert sich immer mehr heraus, was mit ihm passiert ist.
Also ich hoffe ihr seid dabei.
Kekse für Scarlet, falls sie auch hier dabei sein wird und viel Spaß beim lesen an alle.

Bis dahin,
Eure Angel




⋙Prolog | Ein Tag wie immer⋘


Law war wie immer auf dem Weg zur Arbeit und versuchte die Menschen um sich herum auszublenden. Er blickte auf seine Arme, wo seine Tattoos versuchten, die Narben zu verstecken. Es gelang ihnen zumindest davon abzulenken. Die Narben waren nicht mehr so deutlich zu erkennen, wie zuvor. Dennoch waren sie da, besonders die auf seiner Seele, die wohl niemals so wirklich verheilen werden.
Im Grunde hasste er Menschen seit der Oberschule. Er trat aus der Bahn und ging seinen gewohnten Weg zum Stripclub Moonlight. Der Grauäugige spürte die Hitze auf seiner Haut und es nervte ihn. Dieser Sommer war mal wieder wie ein Inferno. Er zog den Schlüssel aus der Tasche und öffnete die Haupttür, bevor er sie wieder hinter sich abschloss.
„Hey Süßer, sind wir heute wieder zu zweit an der Bar oder bist du an der Stange?“ Er hört eine Stimme von der Bar und blickte in die gewohnten grünen Augen. Benn. Natürlich war er wieder hier. Es war immerhin Freitag und das brachte Law auch zu seiner Frage zurück. Er kannte den Hellblonden schon fast vier Jahre. Er war zusammen mit Law und Ace in der Ursprungscrew des Clubs, die sich seit dem nur um einige Mädels an der Stange erweitert hatte. Aber die meisten blieben nicht lange und gingen auch wieder recht schnell. In der Szene wollte man sein oder man musste es. Wer die Chance hatte auszusteigen, der tat es meistens auch.
„Heute ist Freitag, also ist er mit dir an der Bar.“ Er sah sich überrascht um, da die Stimme von der Bühne kam und wer saß dort mit überschlagenen Beinen? Seine beste Freundin Akina. Nun gewissermaßen konnte Law von sich behaupten, das kleine Biest zähmen zu können. Er hob kurz die Augenbraue und dachte darüber nach, dass er sie schon sein Leben lang kannte. Vermutlich einer der Gründe, warum er es so geschickt mit ihr aushielt. Sie kannte seine Macken, wie er ihre kannte. Sie waren eben wie Geschwister, die sich streiten, hassen, sich lieb haben. Das waren sie. Im Dreiergespann. Der Dritte im Bunde war Ace, der zwar gerne auf fröhlich tat, es aber selten war. „Was denn?“ Sie riss ihn erfolgreich aus seinen Gedanken und ein Seufzen verließ seine Lippen.
„Nichts.“ Damit ging er auf sie zu und gab ihr wie immer einen kurzen Kuss auf die Wange. Wann sie mit dieser Tradition angefangen hatten, das hatte er schon vollkommen vergessen. Für ihn war es mittlerweile ein Automatismus, den er einfach machte, ohne groß darüber nachzudenken. „Das übliche.“ Mit diesen Worten ging er sich dann auch umziehen und dachte über die vergangenen Tage nach. Dabei fiel Law eine Sache ein, die er unbedingt in Erfahrung bringen wollte. Eine Sache, die sein Blut durchaus zum kochen bringen konnte. Doch dafür hatte die Lilahaarige eben auch ein Händchen. Sich an Scheißkerle zu verlieren, die sie oft schlugen oder einfach verarschten. Mit diesen Gedanken kehrte er an die Bar zurück und half Benn dabei, die Gläser zu polieren. Gestern war einfach zu viel los gewesen. „Sag mir bitte, dass du dich von dem Scheißkerl endlich getrennt hast.“ Er sprach seine Gedanken aus und sah, wie Akina sich eine Zigarette angezündet hatte. Sie benutzte wie immer diese Zigarettenhalterung aus Holz, wenn sie jetzt noch das passende Dress und die passende Frisur hätte, dann würde sie aussehen, wie eine aus den 20er Jahren, die man in Serien oder Filmen manchmal sah. Die Europäer hatten dafür sogar spezielle Namen, aber davon hatte der Grauäugige eindeutig zu wenig Ahnung und zu wenig Lust darüber nachzudenken.
„Ja, das habe ich. Er hatte eben immer was gegen dich.“ Dabei stieß sie den Rauch ihrer Zigarette aus und begann zu Grinsen. So gefiel sie ihm deutlich besser und er grinste sie auch einfach an. Es gab eben diese Momente, wo sie beinahe ohne Worte kommunizierten. Er wusste mehr als genau, was er sagen würde und sie wusste offenkundig auch schon, was folgen würde, nach ihrem Grinsen zu urteilen.
„Dann soll er sich verpissen.“ Er hörte, wie Benn sich kurz ins Lager verabschiedete und der Grauäugige polierte weiterhin noch die übrigen Gläser.
„Das ist mein bester Freund, wie er leibt und lebt.“ Sie stützte ihren Kopf an und schien in ihrem Kopf wieder etwas zusammenzubrauen. In der Hinsicht war sie schlimmer als eine gesamte Hexenküche. Doch so war sie eben und er würde einen Teufel tun, um das zu ändern. „Hattest du gestern wieder Besuch?“ Er grinst sie an und musste an die Kleine von gestern denken. An sich mochte er es nicht wirklich, sich in der U-Bahn eine herauszupicken, aber die war so scharf gewesen, dass er nicht anders konnte. Als sie alles wichtige geklärt hatten, waren sie auch schon bei ihm und am nächsten Morgen war sie schon verschwunden, bevor er aufgewacht war. So mochte er seine One-Night-Stands. Ohne großes Theater und einfach stillschweigend verschwinden.
„Ja, eine aus der Bahn, die mir aufgefallen war. Sie sprang sofort auf mich an und ich konnte meine Gelüste stillen.“ Er sprach es einfach aus und hob wieder die Augenbraue, während die Lilahaarige ihre Zigarette ausmachte und aufstand. Sie streckte sich einmal. Dann kam sie zu ihm und legte ihm den Arm um die Schultern.
„Also echt, seit Amy und Liam bist du ein richtiges Arschloch geworden.“ Er sah sie einfach an und sie seufzte erneut. In ihrem Blick lag vieles und er wusste ab dem Zeitpunkt mehr als genau, wie sie es meinte. Die beiden hatten ihn zu dem Law gemacht, der er heute war. „Aber sei´s drum, ich habe dich schon immer verstanden.“ Dann kehrte Benn zurück und hatte die Getränke aus dem Lager dabei. Er begann aufzufüllen, als Akina ihn grinsend ansah. Sie hatte schon den Nächsten, den sie mit ihren Fragen löchern konnte. Doch so war sie eben und sie war noch immer die Chefin des Ladens, auch wenn sie nie streng war und alle eher wie eine große Familie waren. „Wie sieht es bei dir aus? Konntest du dein Schnuckel endlich fragen?“ Und schon grinste die Lilahaarige wie ein Honigkuchenpferd und schien ganz aufgeregt zu sein. Man könnte fast meinen, es ginge um ihre eigene Hochzeit. Doch in dieser Hinsicht war Akina wie eine kleine pinke Prinzessin, die von einer Märchenhochzeit träumte. So sehr sie auch aussah, als würde sie gleich ein Messer zücken und dich in einer dunklen Gasse abstechen. Ja, sie war eben gepierct und tätowiert. Er konnte sich gut daran erinnern, dass sie damals meinte, sie würde mit dem Grauäugigen gleichziehen und für jede gescheiterte Beziehung oder Fehlschlag gab es ein neues Tattoo oder ein Piercing. Sie hatten eben diese zwei Seiten. Die verletzliche und die bedrohliche Seite. Wenn es um ihre beiden Brüder ging, wie sie ihre besten Freunde gerne nannte, konnte sie richtig aggressiv werden und dann hieß es buchstäblich die Beine in die Hand zu nehmen. Doch sie konnte auch zusammenbrechen und weinen, dann waren Ace und Law eben da, um ihr in dem Fall beizustehen.
„Ja, das konnte ich. Marco und ich werden diesen Herbst heiraten.“ Damit lachte er auf und auch Law musste grinsen. Damals hatte Marco eine Zeit lang hier als Stripper gearbeitet. Das war vor ungefähr dreieinhalb Jahren. So lernten beide sich kennen und kurze Zeit später waren sie schon ein Paar. Seit dem sind sie unzertrennlich. Marco bekam dann einen Studienplatz und studierte Medizin. In gewisser Weise beneidete Law ihn, da er selbst gerne Psychologe geworden wäre, doch mit seinen psychischen Störungen wurde er abgelehnt. Er war zu kaputt um Anderen helfen zu können, so hieß es damals im Ablehnungsschreiben.
„Das muss doch mal gefeiert werden. Lasst uns am Montag hier etwas feiern. An unserem Schließtag mal etwas die Sau rauslassen, wieso nicht?“ Da war sie wieder einmal in ihrem Element. Akina suchte auch immer einen Grund zum Feiern, saufen und Spaß haben. Sie war in der Hinsicht wirklich unglaublich und sie vertrug auch recht viel. Betrunken wurde sie dann doch sehr direkt. Obwohl es keinen Unterschied zu ihren normalen Ich gab. Keinen großen jedenfalls, denn sie kannte das Wort Rücksicht nicht wirklich. Sie sagte, wie sie es meinte. Nur bei dem Sommersprossigen und dem Grauäugigen schaffte sie es dann doch mal vorsichtiger mit ihren Äußerungen zu sein.
„Finde ich gut. Kommst du auch Law?“ Er hörte, wie Benn es eigentlich nur sagte, um Akina keine Widerworte zu geben. Sollte man auch eher weniger, denn dann wäre sie gereizt. Eine gereizte Akina, war wie ein Vulkan, der ausbrach und eine gesamte Stadt unter sich begrub oder mit anderen Worten, nicht gut.
„Da mir Akina sonst die ganze Zeit damit auf den Sack gehen würde, ja.“ Ihr Lachen ertönte und sie schien richtig gute Laune zu haben. Mittlerweile war die Bar vorbereitet und der Grauäugige lehnte sich etwas gegen den Bartresen. Er sah zu der Lilahaarigen, er sah auch das neue Piercing an ihrem Ohr. Wieder ein Ex mehr auf ihrer langen Liste der Verflossenen. Er wusste, wie es schmerzte, dass niemand ihr wirklich treu blieb oder sie angemessen respektierte. Sie konnte sich noch genau an Enrico erinnern. Law hatte Wochen gebraucht, um Akina wieder aufzubauen, doch gemeinsam mit Ace und Corazon hatte er es schließlich geschafft.
„Nun, dafür sind Freunde doch da.“ Dann wurde ihr Blick wieder deutlich dunkler und sie sah direkt zu Law. „Wird es morgen wirklich klar gehen? Ich kann dir auch frei geben.“ Er wusste worauf sie anspielte und er blickte auf sein Handgelenk. Die Narbe war so alt und doch versuchte er alles, um ihre Wunde dahinter zu verarbeiten. Er wusste von Corazon, dass vergessen unmöglich war. Er musste es verarbeiten. Der Grinsende hörte ihm immer zu und versuchte ihn zu therapieren, was auch sein Job war, doch mittlerweile tat er es mehr, weil sie Freunde geworden waren. Nach sechs Jahren Therapie hatten beide eine Freundschaft aufgebaut, die wohl auch ein Leben lang halten würde.
„Es wird gehen, es ist mittlerweile der sechste Jahrestag und außerdem wird mir Ablenkung ganz gut tun.“ Sie nickte und schon ging die Tür erneut auf. Law wandte sich leicht um und sah es sofort. Etwas stimmte mit Ace nicht. Der Sommersprossige sah vollkommen fertig aus und war es auch. Er würde später mit ihm darüber reden, denn so würde er ihn definitiv nicht nach Hause lassen. Er hatte den Grauäugigen auch nie im Stich gelassen.
„Ace, ich habe schlechte Neuigkeiten. Du bist heute alleine Türsteher. Kay ist krank.“ Er schloss die Tür hinter sich und schlurfte mit einem kurzen Nicken in Richtung der Umkleiden. „Was ist denn mit ihm los?“ Law konnte nur mit den Schultern zucken und doch nervte es ihn, dass er nicht wusste, was er hatte. Er würde es schon noch in Erfahrung bringen, sofern Ace reden wollte. Seinen besten Freunden vertraute der Sommersprossige sich eigentlich immer an. Doch irgendwas sagte ihm, dass es vielleicht mit Katja zu tun haben könnte. Wenn sie ihn verletzt hatte, dann würde sie es bitter bereuen.
„Ich bin nicht sein Kindermädchen. Woher soll ich das denn bitte wissen?“ Er klang gereizter, als er es eigentlich wollte. Doch im Grunde machte er sich einfach Sorgen. Seit den Vorfällen von damals konnte er seine Emotionen nicht mehr so ausdrücken. Sie drehten gerne mal durch.
„Ganz ruhig Raubkätzchen, ich habe nur gefragt.“ Damit begann ein typischer Arbeitstag für Law und die Crew des Moonlight. Es war ein typischer Freitag und doch ahnte keiner von ihnen, was das kommende Jahr an Veränderungen für alle bereit hielt. An diesem Abend war alles noch in einem Schleier der Unwissenheit gehüllt.
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