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When worlds collide

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Drama / P12 / Mix
Herobrine OC (Own Character)
03.02.2022
03.02.2022
1
1.365
 
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Keine einzige Wolke schob sich an diesem heißen Vormittag über den Himmel. Unnachgiebig und absolut unbeeinflusst von der seichten Brise in der Luft strahlte die Sonne grell ihre Hitze aus.
Umso dankbarer war Lionel über den Schatten, den die Bäume um ihn herum warfen, während er mit seinem leisen Fluch auf den Lippen die Schnur der Angel langsam einholte.
Der Fisch sträubte sich vehement dagegen aus dem Wasser gezogen zu werden, welches sich mit jeder Bewegung seiner Beute um seine Beine kräuselte.
Barfuß versuchte er auf dem Seeboden genügend Halt zu bekommen.
In dem Eimer, der am Ufer neben seinen Stiefeln stand, befanden sich schon einige kleinere Meerestiere, die sicherlich für den heutigen Tag ausreichen würden um das Dorf zu versorgen, aber er war zu ehrgeizig um jetzt aufzugeben.

„Na komm schon!“, stieß er konzentriert aus. Vermutlich hätte auch er alles gegeben um ums Überleben zu kämpfen, aber die Angel war alt und abgenutzt und wenn die Schnur jetzt riss, bedeutete das, dass er sie nicht nur aufwändig reparieren musste – Spinnenseide war wirklich schwer aufzutreiben und die nächste Händlerkarawane kam spätestens erst in zwei Tagen – sondern auch, dass es die nächsten Tage kein Fisch geben würde.

Auch kein Weltuntergang, denn die Erntearbeiten konnten Almanach und dessen Bewohner locker einige Tage über Wasser halten, aber die Monster tauchten nur nach Sonnenuntergang auf und niemand, wirklich niemand wollte zu der Zeit draußen auf Jagd gehen.
Sobald die Sonne sank galt es jegliche Arbeiten zu beenden und den Tag abzuschließen, denn da draußen gab es noch deutlich schrecklichere Dinge als die Kreaturen der Nacht.

Ein Dämon mit weißglühenden Augen, dessen Anblick immer den Tod bedeutete.

Bei dem Gedanken an die Geschichten und Legenden ließ es sich nicht vermeiden, dass er für einen Augenblick lang den Fokus auf den Fisch an der Angel verlor und mit den Augen den äußeren Rand des Waldes auf der anderen Seite des Sees absuchte – um sich zu vergewissern, dass er nicht aus versehen eben diese Bestie heraufbeschworen hatte.
Nichts war zu sehen oder zu hören, außer das leise Rascheln der Blätter im Wind, der durch die Baumkronen wehte und das Platschen des Fisches, was ihn sofort wieder ins Hier und Jetzt zurück holte.

Die Angel dankte ihm die Geistesabwesenheit nicht und tatsächlich riss die alte Leine in jenem Moment, als er die kleine Kurbel zum Einholen losgelassen hatte. Der Seebewohner verschwand siegreich wieder in das tiefere Gewässer und ließ ihn mit der kaputten Angel in der Hand am Ufer stehen.

„Verdammt!“, fluchte er und trat mit einem Fuß nach dem Wasser um sein Unmut Platz zu schaffen, als ob der See Schuld daran trug, dass der Fisch entkommen war.
Mit der kaputten, unbrauchbaren Rute in der Hand kletterte er an Land zurück und ließ sich neben dem Eimer und seinen Schuhen auf die Wiese sinken.

Das was nicht passieren durfte, war eingetreten und ließ ihn jetzt mit wenig Optionen zurück.
Nach Spinnenseide jagen zu gehen kam ihm zwar kurz in den Sinn, doch genauso schnell verwarf er den Gedanken wieder, denn das war absoluter Selbstmord.

„Dann muss ich wohl auf die Händler warten.“, murmelte er semi begeistert zu sich selbst und drehte das Ende der gerissenen Schnur zwischen Daumen und Zeigefinger um die Abrissstelle nachdenklich zu betrachten.
Der Köder und Hacken war natürlich ebenfalls verschwunden.

Das war bestimmt ein großer Fisch …

Seufzend ließ er sich auf den Rücken fallen und starrte gen Himmel, der ihm in hellem Blau entgegen strahlte.
Gänzlich unbekümmert über seine Sorgen.
Ach, das war schon in Ordnung – sein Vater würde aus den anderen Ressourcen etwas für die Dorfbewohner zaubern.

Wenn es die Monster nicht gäbe, dann hätten wir diese Probleme gar nicht.

Nahrungsknappheit aufgrund der saisongebundenen Erzeugnisse oder der frühen Dunkelheit in den kälteren Monaten wären nicht annähernd so belastend, wenn sie sich nicht vor den Konsequenzen fürchten müssten.
Doch die Wesen der Nacht gehörten genauso wie die Menschen in diese Welt. Tagsüber versteckten sie sich vor dem Licht und es zog sie in die tiefen, unterirdischen Höhlensysteme. Weshalb sie das Tageslicht so verabscheuten wusste Lionel nicht, vielleicht fürchteten sie sich genauso sehr davor wie die Menschen vor der Dunkelheit.
Niemand schien das zuvor wirklich hinterfragt zu haben, denn schon lange galt es die Dinge nicht verstehen zu wollen, sondern nur zu akzeptieren, dabei bot die Welt so viele, unerklärte Geheimnisse.
Unbeantwortete Fragen zu denen nur er sich eine Antwort erhoffte.


Er sollte ins Dorf zurückkehren um die restliche Zeit bis zur Mittagsstunde noch auf den Feldern mit der Ernte auszuhelfen, jetzt wo sich das Angeln erledigt hatte und innerlich ermahnte er sich endlich aufzustehen und seinen Hintern zu bewegen, aber die seichte Brise gepaart mit dem Sonnenschein und dem Rauschen in den Bäumen – all das viel zu verlockend, als das sein Körper die nötige Motivation aufbringen konnte sich in Bewegung zu setzen.

Ein paar Minuten werden sicherlich nicht schaden …


Der See lag inmitten einer wunderschönen Lichtung im Wald, nur einen kleinen Fußmarsch vom Dorf entfernt und er liebte es hierher zu kommen um die Natur und Ruhe zu genießen. Dieser Ort glich fast einer weit entfernten Oase und lud zum Träumen ein.
Lionel besaß nicht den Luxus die Welt zu bereisen, auch wenn er gerne alles von ihr erkundet hätte. Sein Dorf und dieser Wald waren das Einzige, was Abwechslung untereinander bot, doch der Alltag blieb gleich.

In den anderen Siedlungen sah es sicherlich ähnlich aus, oder?
Er würde die Händler diesbezüglich fragen, denn sie wanderten durch das Land um Güter von A nach B zu transportieren – ein Job, der ihm selbst vielleicht auch gefallen könnte, aber niemals würde sein Gewissen es zulassen seinen Vater oder die Anderen zu verlassen.
Almanach war sein Zuhause und seit mehreren Generationen schon lebte seine Familie hier und betrieb ein kleines Gasthaus, in welchem nicht nur die Reisenden ein Zimmer mieten und leckeres Essen bestellen konnten, sondern es tischte auch täglich Speisen für alle im Dorf auf.

Ein friedliches Örtchen das keine Grenzen bei Zusammenhalt und Nachbarschaft kannte und doch lag ein düsterer Schatten über alles und jedem.
Der Schein trügte, unverändert seit nunmehr mehreren Jahrzehnten.

„Denk nicht darüber nach, das bringt nur Unglück.“, ermahnte er sich selbst und streckte die Arme nach rechts und links aus, weg von seinem Körper, um sich zu strecken.
Ändern konnte er eh nichts an dem Lauf der Dinge, da müsste man sich schon mit dem Schicksal anlegen und …

Ein lautes Platschen ertönte und ließ ihn erschrocken kerzengerade Aufsitzen. Ein Schwall Seewasser klatschte ihm ins Gesicht und durchtränkte seine Kleidung fast bist auf die Unterwäsche.

Nein, das kann nicht sein, es ist helllichter Tag!

Mit weit aufgerissenen Augen starrte er auf die unruhige Wasseroberfläche und dem Auslöser der Aufruhr. Sein Herz schlug so schnell, dass es sich anfühlte als würde es stolpern oder gänzlich den Dienst verweigern und er hielt die Luft an, konnte seine Lungen nicht davon überzeugen wieder zu arbeiten.

Erst als er realisierte, dass kein Monster – oder Schlimmer – in den See gefallen war, stieß er die Luft aus.
Vor ihm im Wasser saß eine fremde Person, oder vielmehr eine fremde, junge Frau.
Ihr feuerrotes Haar hing feucht und strähnig in ihrem Gesicht und verdeckte das Meiste davon, doch er konnte erkennen, dass ihr Blick nicht auf ihn gerichtet war. Tatsächlich waren ihre Augen geschlossen und selbst in ihrer sitzenden Position schien sie ein wenig zu schwanken, als befände sie sich auf einem Boot auf hoher See.


Lionel war schnell bei ihr als sie zu kippen drohte, auf den Knien mit dem Wasser an seine Hüfte reichend und beiden Händen an ihren Schultern.
Sie wirkte benommen, nicht ganz bei sich, als stünde sie unter Trance.
Seine Lippen bewegten sich, wollten etwas sagen, aber er brachte nichts hervor, auch wenn ihm genug durch den Kopf raste.

Wo kam sie her? Zuletzt war er eindeutig alleine auf der Lichtung gewesen.
Wer war sie? Ihr auffälliges Haar und ihre seltsame Kleidung – der er zuerst keinerlei Beachtung geschenkt hatte – hatte er noch nie zuvor gesehen.
Ging es ihr gut?!  - Ihre Haut wirkte blass und ihre abwesende, fast ohnmächtige Haltung ließen ihn sie besorgt anstarren.

Verwirrt und überrascht blinzelte er, als sie ihre – smaragdgrünen – Augen öffnete und ein wenig zu sich zu kommen schien.

„R-Rika …?“
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