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Institution Enigmatic

von E-Angel
Kurzbeschreibung
MitmachgeschichteAllgemein / P16 / Mix
OC (Own Charakter)
02.02.2022
23.06.2022
9
14.531
2
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Dieses Kapitel
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23.06.2022 2.040
 
Es ist schwer einem Kind Vertrauen zu schenken, besonders, wenn dieses niemanden Vertrauen schenkt. All das funktioniert auf Gegenseitigkeit.
In einer Nachricht von Nancy Harper



In einer der untersten Etagen – in welchen sich auch die Labore und OP-Säle befinden – ist ein großer Raum zu finden, welcher einen guten Blick auf den Garten der Institution gibt. Eine Wand völlig aus Glas, während sich direkt neben der Tür ein großer Bildschirm, auf welchem schon einige Mitarbeiter etwas präsentiert haben, befindet. In der Mitte befindet sich – wie es viele Menschen aus Filmen kennen – ein großer Tisch, welcher an den Ecken abgerundet ist. Insgesamt ist für vierzehn Personen Platz, doch Harald konnte sich bis jetzt noch nicht entsinnen, so viele Leute hier gesehen zu haben.
Der Mann erinnert sich noch genau, als er vor über einem Jahr vor all den Leuten mit ihren ersten Blicken trat, um den Kindern, die aufgrund ihrer Fähigkeiten missbraucht werden, zu helfen. Seither hatte er viel zu tun, schließlich musste er seine eigene kleine Organisation leiten und hatte kaum Zeit an einem der Meetings teilzunehmen.

Ruhig betrachtet er den Raum, welcher ihm am ersten Tag zum Schwitzen brachte und wartet darauf, dass seine Kollegen eintreten. Einer der ersten sind Yusei Kato, der Leiter und Gründer der Institution, gefolgt von seinem Sekretär. Nancy Harper betritt ebenfalls einige Minuten später den Raum, gefolgt von zwei Ärzten und einem Forscher, mit welchem er bis jetzt noch nicht wirklich viel zu tun hatte. Aufgrund der Kinder, die er in seiner Obhut hat, hat er es noch nicht mal geschafft, sich deren Namen zu merken.

„Ich denke, wir sollten beginnen.“ Der eigentliche Termin für diese Besprechung wäre bereits seit zehn Minuten vergangen, doch man kann nicht auf die Pünktlichkeit jeder Person denken.
„Herr Kostle.“ Führt Herr Kato seinen Monolog fort und der Brünette blickt den älteren Mann erwartungsvoll an.
„Ich hörte, Sie konnten Dylas noch nicht ausfindig machen.“
„Nein, wir wissen bereits, wo er sich befindet, doch es ist schwer einen Jungen zu fangen, welcher im Schatten wandeln kann.“ Erklärt der Mann ruhig.
Ihm ist durchaus bewusst, dass es nicht den besten Blick auf ihn und die SDAC wirft, doch wenn er ehrlich ist, kann niemand von ihm erwarten, dass er gegen jemanden mit solchen Fähigkeiten ankommt.
„Ist es wirklich so schwer oder wollen Sie ihn nicht fangen?“ Neugierig beugt sich Nancy nach vorne. Sie liebt es zu provozieren, zumindest ihn.
„Verzeihung“, langsam lehnt sie sich wieder zurück. „Ich meine nur, dass Sie und ihre kleine Organisation sich für das Wohl der Kinder einsetzen, deshalb haben sie mich auch eingestellt. Aber ich mache mir Gedanken, dass sie Dylas nicht zurückbringen wollen, solange sein 'Missbraucher' noch hier ist.“
„Sie haben recht Frau Harper, ich will Dylas nicht hier zurückbringen, wenn ich weiß, dass er nicht sicher ist, doch er kann uns helfen diesen Mann zu finden.“ Der Mann versucht ruhig zu bleiben, denn sobald er ins Stottern gerät, werden die anderen skeptisch.
„Wer sagt, dass es ein Mann ist?“ Erneut blickt die blonde Frau ihn herausfordernd an und am liebsten hätte er ihr klargemacht, dass sich hier kaum Frauen befinden, welche bereits alle genaustens untersucht wurden, doch diese Diskussion hat nun keine Relevanz.
„Ich bin mir sicher, dass wir ihn zurückbekommen“, sagt er stattdessen und widmet seinen Blick wieder dem Chef der Institution.
„Doch wird er Ihnen auf die Frage antworten, wer ihn missbraucht und zu solchen Schandtaten wie morden zwingt?“, meldet sich nun ein Arzt mit rötlichem Haar zu Wort. Er müsste aus England kommen, wenn sich Harald recht erinnert.
„Worauf wollen Sie heraus?“
„Der Junge ist verstört und verängstigt, wieso sollte er Ihnen also etwas verraten? Ich denke, Sie sollten Patient 891 dafür nutzen.“
„Nein.“ Platzt es ohne große Überlegung aus Harald heraus. Er hat seine Organisation nicht gegründet, um die Fähigkeiten der Kinder zu nutzen, es würde ihn nicht besser machen, als die Menschen, gegen welche er agiert. Zudem kann er nicht die Kinder aufeinander hetzten, besonders wenn es um Aspen geht, welcher sowieso schon von so vielen gemieden wird.
„Bei allem Respekt, aber so werde ich niemals agieren.“


Konzentriert blickt das kleine Mädchen auf das noch weiße Blatt vor sich. Irgendwie hatte sie Lust zu malen, doch nun sitzt sie da, mit einem Stift in der Hand und dem Papier vor sich und weiß nichts damit anzufangen.
Am Unterricht darf sie zwar erst in ein paar Monaten teilnehmen, doch sie hat sich trotzdem in die Bibliothek zurückgezogen, da dies ein eher ruhiger Ort ist. Hier und da sitzen ein paar Schüler, welche konzentriert in ihre Bücher starren oder sich Notizen machen, doch das hat sie nicht zu interessieren. Wobei es Hibiki schon etwas neugierig macht einen Blick in die Bücher zu werfen, um herauszufinden, was sie wohl in den nächsten Jahren alles lernen wird.
Vielleicht lernt sie so besondere Orte der Welt kennen. Sie hatte sogar mal aufgefasst, dass es Länder gibt, in denen immer Winter ist, doch das Mädchen, welches von dort kommt – und laut den Forschern diese Wärme hier nicht ganz so verträgt – hat eine ihr fremde Sprache gesprochen. Es hatte schön geklungen und nicht so kühl, wie ihre manchmal wirkt.
Doch bei ihrer Mutter hatte Japanisch stets sanft und liebevoll geklungen, während es durch ihren Bruder fröhlich und aufgeweckt klang. Doch hier bei den Forschern wirkt die Sprache nur kalt und vorprogrammiert, sodass Hibiki manchmal vergessen zu scheint, dass Japanisch mehrere Klänge hat. Nur wie es sich aus ihrem Mund anhören wird, wird sie wohl nie wissen.

Vorsichtig setzt sie den Stift auf dem Papier auf und beginnt Striche zu malen. Manchmal ist es wohl das Beste ohne groß nachzudenken zu beginnen. Meistens entsteht dabei etwas ziemlich Gutes, schließlich sind so auch viele Musikstücke und Kunstwerke entstanden.
Doch da sie erst fünf ist, sollte man kein Werk mit einem Wert von Millionen erwarten, schließlich ist sie noch ein kleines Kind.

„Das sieht ja mega aus.“ Erschrocken zuckt die Schwarzhaarige zusammen, als sie die Stimme ihrer Betreuerin hört. Hibiki ist bewusst, dass Erwachsene die Werke von Kindern loben, selbst wenn sie noch so schlecht sind, um ihr Selbstvertrauen aufzubauen oder sich nicht unbeliebt zu machen. Deswegen ist sie sich sicher, dass dies soeben gelogen war und die Frau eigentlich keine Ahnung hat, was die Kleine soeben gezeichnet hat.
„Miriam wollte hat etwas für euch vorbereitet, sodass ihr euch alle besser kennenlernen könnt, selbst wenn ihr nicht dieselbe Sprache sprecht.“ Miriam Kostler, eine so unglaublich liebevolle Frau, welche noch keines dieser Kinder wie ein Monster angesehen hat. Manchmal wirkt es auf Hibiki sogar so, als würde sie jedes einzelne als ihr eigenes ansehen, doch deswegen möchte sie trotzdem eher ungern an dem Spiel oder so teilnehmen.
Sie wird sowieso nicht sprechen und nach Kontakte knüpfen ist ihr auch nicht unbedingt. Doch die rothaarige Frau neben ihr, nimmt ihr einfach so den Stift weg, ehe sie das Mädchen ungefragt auf den Arm nimmt und in den lauten, überfüllten Raum bringt.

Tatsächlich war der Fünfjährigen nie bewusst, wie viele Kinder im Alter von vier und sechs Jahren eigentlich einen ungefährlichen Quirk besitzen, doch so viele sieht sie zum ersten Mal. Ob die wohl alle zuvor schon hier waren oder Neuzugänge sind?
Miriam empfängt Hibiki mit einem fröhlichen Lächel, auf ihren Arm hat sie dabei ihren zweijährigen Sohn und beginnt dann auch schon ihre super Idee zu erklären, welche von den anderen Betreuern anschließend übersetzt wird. Doch dem Mädchen ist noch immer nicht nach Kontakten, weswegen sie sich nach dem Start auch schon in eine Ecke zurückzieht und ihren Rücken so gut es geht gegen das Regal hinter sich presst, in der Hoffnung nicht entdeckt zu werden.
Aus Neugier jedoch beobachtet sie die anderen Kinder dabei, wie sie beginnen fröhlich zu kommunizieren. Sei es mit Bildern, Handzeichen oder der Sprache, so lernt die Schwarzhaarige zumindest ein wenig über ihre Kameraden.


Aufgeregt betrachtet Donna ihr Gesicht im Spiegel. Ihre strähnigen, braunen Haare hält sie mit einem Bandana aus dem Gesicht. Ob Dennis sich wohl noch erinnert, wie sie aussieht?
Sie jedenfalls hat ein genaues Bild von ihrem Freund im Kopf, doch Zweifel kommen in ihr auf, ob all das denn überhaupt wahr ist oder sie sich Dinge hinzugedacht hat.
Die schiefe Nase, welche er seinen Straßenkämpfen zu verdanken hat. Das markante Gesicht und die braunen Augen, welche sie so liebevoll mustern, wenn sie unter sich sind. Wenn er nicht durch die Institution zugenommen hat, dann müsste er wohl noch ziemlich schlank sein und seine Haut wird von feinen Narben geziert.
An all das erinnert sie sich noch von ihm, schließlich hat sie sich in den Jungen verliebt. Doch was ist, wenn er nun nicht mehr ihr Dennis ist?
Vielleicht haben die Ärzte seine Nase gerichtet. Vielleicht hat er zugenommen oder ist jetzt einer von diesen eingebildeten, muskulösen Typen, welche stets meinen etwas Besseres zu sein. Wer weiß, vielleicht stören ihn jetzt sogar ihre Makel.

Erschrocken blickt sie ihre Spiegelung an, das ist doch nicht sie. Klar ist es ihr wichtig, was ihr Freund von ihr denkt, doch dieses unnötige Sorgen machen, passt rein gar nicht zu ihr.
Seufzend verlässt sie das kleine Bad, Herr Kostler wird sicherlich schon auf sie warten, um sie zu Dennis zu bringen. Erstmal nur ein Treffen der Beiden, in einem der Besprechungsräume und vielleicht dürfen sie dann mal mit Clementz fechten, schließlich hatte die Brünette mal so etwas dem Jungen gegenüber angedeutet.

Ihr Herz pocht gegen Ihre Brust, als sie den Gang entlang und zum ersten Mal durch die gläserne Tür mit der Aufschrift ‚Gefährlich‘ tritt. Es schlägt zu schnell und viel zu laut, dass sie sorge hat der Mann neben ihr könnte es hören.
„Habt ihr keine Angst, ich könnte versuchen abzuhauen?“ Misstrauisch blickt Donna sich um, als kaum Wachen auf dem endlos langen Gang zu sehen sind. Sie kann es einfach nicht glauben, dass ihr alle Arbeiter der Institution trauen, jetzt keinen Angriff zu versuchen. Es wäre ihre Chance, einfach zwei Pistolen herbeizaubern und für immer aus diesem düsteren Ort verschwinden. Jedoch nicht ohne Dennis.
Doch dieser wird wohl kaum mit ihr gehen, schließlich hält der Junge sein Wort und Donna hatte ihm versprochen anständig zu sein. Sie wird sich nicht wehren und weiterhin versuchen, ihr neues Zuhause zu akzeptieren. Jetzt wo sie ihren Freund wiedersehen darf, gibt es kaum noch etwas, worüber sie sich beschweren kann. Abgesehen von dem ihr unerklärliche Training und den ständigen Untersuchungen. Das würde sie gerne hinter sich lassen.


Mit einem fröhlichen Lächeln empfängt der Junge seine Freundin, als diese durch die Tür tritt. Harald ist nicht mit durch die Tür getreten, sondern hat diese direkt hinter Donna geschlossen.
Natürlich weiß Dennis, dass sie nicht ungestört bleiben. Durch Kameras in den Lampen werden sie beobachtet, Mikrofone sind hier auch irgendwo versteckt und hinter der dunklen Scheibe sind ein paar Wachen, sowie Herr Kostler versteckt. Ihnen wird einzeln mehr Vertrauen entgegengebracht, als wenn sie gemeinsam in einem Raum sind, doch darüber will er sich nun nicht beschweren.

Er geht ein paar Schritte auf das brünette Mädchen zu und zieht diese in seiner Arme, ehe er ihr einen kleinen Kuss im Nacken hinterlässt. Sie hat sich kaum verändert.
Durch die Institution haben sie beide etwas mehr auf den Rippen, sind aber dennoch sehr schlank. An ihrem Kleidungsstil hat sich ebenfalls nicht geändert, kaum zu sprechen von den irreparablen Schäden, wie die Brandnarbe über ihrem Auge oder der fehlende Eckzahn. Eigenschaften, die seine Königin nur noch attraktiver machen.

Gemeinsam setzen sie sich gegen die Wand gelehnt auf den Boden. Er mit seinem Arm um ihre Schultern und beginnen auch schon über all das zu reden, was sie in ihren Briefen bereits erwähnt haben. Das Training und die nervigen Untersuchungen, sowie die Menschen, welche sie bis jetzt kennengelernt haben.
Dabei erwähnt Donna besonders Clementz, welcher ein guter Fechter zu sein scheint und unbedingt mal gegen das Paar antreten möchte. Zu dieser Herausforderung kann der Brünette natürlich nicht nein sagen und beginnt schon von dem Tag zu schwärmen, wenn er dem Jungen endlich mal begegnet.
Seit der Niederlage gegen Harald kam es zu keinem Kampf mehr, außer gegen den Boxsack. Doch er hat aus seinem Fehler damals gelernt und ist sich sicher, nun gegen den Mann und seine List gewinnen zu können, schließlich unterstützt die Institution ihn dabei, seine Fähigkeiten zu verbessern.
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