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Zwei Leben - Unser Kampf - Severus Snape

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P18 / MaleSlash
Harry Potter Severus Snape
31.01.2022
25.06.2022
31
240.000
44
Alle Kapitel
70 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
 
25.06.2022 5.474
 
~* Es ist soweit. Mit dem 31. Kapitel geht diese Geschichte im Epilog nun zu Ende. Ich hoffe sehr, ihr könnt in diesen letzten Zeilen dieser FF genug Wiedergutmachung für all das Übel finden, dass wir beschrieben haben und euch freuen!

Insbesondere jetzt, in diesem alles abschließenden Kapitel, empfehle ich euch, auch bei  Enoraá die Sicht von Harry zu lesen - damit wäre die Geschichte dann abgerundet und wirklich vollendet! *~

Severus zog eine ziemliche Grimasse, als das dramatische Schreien seiner Tochter quer durch das Haus schallte, dass er mit Harry bewohnte. Es war nicht die Art von Schrei, die Dianthea ausstieß, weil sie ihren Willen nicht bekam. Es war Angst und Schmerz. Der Tränkemeister war schneller von den Platzdeckchen weg, die auf den hellen Holztischen im Pavillon verteilt wurden als ein Abraxaner abhob.

»Thea?«, rief er besorgt, ins Haus huschend.

»Dad«, schniefte Ted aus dem Wohnzimmer, ihm entgegengerannt kommend. Er war blass und etwas verschreckt, weshalb seine Haare gerade aschig blond waren.

»Was ist passiert? Wo ist deine Schwester?«, fragte Severus stirnrunzelnd, den Jungen mit einer Geste dazu anweisend, ihn zu führen. Das Desaster war ohne große Not erkennbar: Dianthea saß neben der Fensterbank und hatte einen Blumentopf voller Lavendel heruntergeworfen, sodass die Erde und die Blumen überall verteilt lagen. Da die Erde auch auf ihr lag, musste der Blumentopf auf sie gefallen sein.

»Ach, Thea«, stöhnte der alte Mann und ging neben ihr auf die Knie, sie in seine Arme ziehend. Ihr Weizenblondes Haar war ganz fein und dünn, weshalb sie meistens nur zwei wirklich dünne Zöpfchen trug.

»Dad«, schluchzte sie.

»Tut dir was weh, Schatz?«, fragte er liebevoll, ihr beruhigend über den Rücken reibend.

»Nein«, gestand sie.

»Aber erschrocken hast du dich, mh?« Er rieb noch ein wenig weiter über ihren Rücken, bis sie aufhörte, zu weinen. »Erzählst du mir, was passiert ist?«, bat er das Mädchen.

»Weiß nicht… Das ist einfach runterfallt«, erklärte sie schniefend.

»Einfach runtergefallen?«, hakte Severus nach, die Stirn runzelnd. »Hast du nicht versucht, sie zu greifen?« Ein Kopfschütteln. »Wolltest du wieder daran riechen?« Er wusste, wie sehr sie den Duft von Blumen, insbesondere von Lavendel, Jasmin und Schnittlauch mochte. Jetzt nickte sie. Severus war sofort klar, dass das wohl eine Form wilder Magie gewesen sein musste. Ob von ihr oder Ted war dabei nebensächlich.

»Heute räumen wir mit ein bisschen Magie auf, in Ordnung?«, schlug er vor. »Unsere Gäste kommen gleich.« Wieder nickte Thea, während Ted sich mit türkisblauem Haar anschlich.

»Ich will auch zaubern, Dad!«, sagte er.

»Um Himmels Willen, ich möchte noch ein paar Jahre hier wohnen können«, lachte Severus, trotzdem vom oberen Regal zwei nichtmagische Kinderzauberstäbe herunterschweben lassend. »Bereit?«, fragte er. »Dann macht mir nach: Reparo«, sagte er, die dazugehörige Geste ausführend. Die Kinder machten mit, natürlich ohne, dass sie wirklich zauberten. Trotzdem reparierte sich die Vase und nach seinem »Ratzeputz«, sammelte sich auch die Erde und die Pflänzchen zurück in die Vase. Er stellte die Vase wieder hoch auf die Fensterbank und sah zu Dianthea runter. »Trotzdem schnuppern?«, hakte er nach.

»Jah!«, rief sie und streckte ihm die Arme entgegen, woraufhin er sie hochhob und auf die Fensterbank setzte. Sofort stopfte sie ihre Stupsnase in die violetten Pflänzchen und atmete ganz tief ein, vor Freude quietschend.

»Ich will auch!«, verlangte Ted trotzig, woraufhin Severus auch ihn auf die Fensterbank hob. Er machte es Thea nach, verzog aber das Gesicht. »Bäh.« Immer das Gleiche mit diesem Jungen. Er wollte immer tun, was Thea tat und umgekehrt. Aber vieles gefiel ihm eigentlich gar nicht. »So… waschen, Thea?«, fragte er seine Tochter, als plötzlich Harrys Stimme erklang.

»Sev? Knirpse?«, rief Harry in das Häuschen.

»Wen hat denn da der Wald ausgespuckt?«, fragte Severus und hob beide Kinder von der Fensterbank, die sofort quietschend auf Harry zu rannten.

»Daddy!«, riefen sie aus einem Mund, sich links und rechts an Harry werfend, wobei Dianthea genauso schmutzig aussah wie Harry gerade.

»Hallo meine Süßen«, sagte er sanft, sich zu seinen Kindern hockend, damit er sie besser begrüßen konnte. Dabei erspähte er wohl eine Träne auf der Wange seiner Tochter, die er wegstrich. »Nanu, hast du mit den Nifflern den Garten umgegraben?«, hakte er nach. Severus, der in der Tür stand, neigte den Kopf etwas zur Seite.

»Wilde Magie«, sagte er voller Stolz. »Der Lavendel war ohne Magie unerreichbar.« Er strich sich das von silbrigen Strähnen durchsetzte Haar aus dem Gesicht.

»Uuuh«, machte Harry. »Super! Jetzt müssen wir also nicht mehr nur den Nifflern hinterherrennen.« Er zwinkerte seinen Kindern zu. »Apropos, schaut mal, wen ich im Wald gefunden habe.« Er zog sich den kleinen, braun-weißen Niffler von seiner Schulter und bekam ihn von Ted abgenommen.

»Totty, du darfst gar nicht in den Wald«, tadelte der kleine Junge vollkommen ernst, was Harry zum Lachen brachte.

»Wenn du es schaffst, ihm das beizubringen, kriegst du einen Orden«, versicherte er grinsend, seine Tochter sanft im Arm wiegend, die sich anhänglich an ihn geschmiegt hielt. »Und wir beide sollten schleunigst im Bad verschwinden, mh? Unsere Gäste kommen bald und Dad ist draußen noch gar nicht fertig.« Fragend sah er zu Severus auf, der weiter in der Tür lehnte und das Bild von Harry und den Kindern zufrieden betrachtete.

»Unbedingt. Ted, hilfst du mir beim Eindecken?«, bat er den Knaben. »Du weißt, dass Daddy länger im Bad braucht als eine ganze Horde Niffler im Besteckkasten.«

»Aber das Besteck ist doch aus Holz!«, sagte Ted ganz verwirrt.

»Unser Alltagsbesteck«, stimmte Severus zu. »Für unsere Gäste werden – sofern die Niffler den Kasten noch nicht geplündert haben - von normalem Besteck essen«, erklärte er. Sie hatten fast alles an Alltagsgegenständen gegen nicht-glänzende, wertlose Objekte getauscht: Statt Metallgeschirr gab es Holz, statt glänzender Türklinken war das Metall abgemattet und der Griff aus Holz. Einzig sein Tränkekeller war noch normal ausgestattet. Selbst die Küchenmesser waren aus Keramik!

»Das versteh ich nicht«, murmelte Ted.

»Ich zeige es dir, komm«, lud Severus den Knirps ein. Man tat eben alles, um keine Kinderherzen zu brechen und diese Niffler waren den Kleinen eben ans Herz gewachsen… also hatte man wirklich alles, was die kleinen Biester verführte, weggesperrt oder ausgetauscht.

»Denkt dran, Totty zu den anderen zu setzen, ja?«, mahnte Harry überflüssiger Weise und verschwand mit seiner kleinen Tochter auf der Hüfte im Bad.

Zusammen mit Ted ging Severus in das Niffler-Bälle-Paradies, wie er und Harry es nannten: Es war ein Zimmer, nur für die Niffler: Alles war optimiert, dass die wuseligen Biester überall hinklettern konnten. Regelmäßig versteckten sie hier ein paar glitzerige Dinge und sahen dann dem Zoo zu, wie sie übereinander kullernd versuchten, die Schätze zusammenzusammeln.

»Bringst du Totty zu seinen Geschwistern?«, bat Severus seinen Sohn.

»Kann er nicht doch bei uns bleiben, Dad? Er ist so gerne mit draußen!«, bettelte Ted jetzt und brachte eine zuckersüße Schnute hervor – musste er sich von Harry abgeschaut haben.

»Oh nein nein, vergiss es«, sagte Severus fest, sein rosafarbenes Haar zerstrubbelnd. »So ziemlich alles, was wir gleich auf den Tisch bringen, wird ihn zum Räuber werden lassen. Du kannst später Callisto mit ins Bälleparadies nehmen, wenn sie möchte? Aber die Niffler bleiben heute drin.«

»Können wir nicht einfach wie immer essen mit Holz? Warum gibt es heute anderes Besteck?«, fragte er verständnislos und zerflauschte das Fell der kleinen Kreatur.

»So viel Holzbesteck haben wir nicht«, gestand Severus. »Außerdem tragen unsere Gäste Ringe, Ketten, Ohrringe… Schmuck. Oder einfach nur glänzende Knöpfe. Wir wollen doch nicht, dass sie sich unwohl fühlen, oder?«

Ted schob die kleine Unterlippe deutlich vor, merkte dann aber auf. »Also macht ihr heute eure Ringe auch dran?«, fragte er dann überrascht, woraufhin Severus sanft lächelte.

»Ja, heute ist ein Tag, wo wir unsere Ringe tragen«, stimmte er zu. Das taten sie zu selten. Wenn er an die Hochzeit zurückdachte, wurde ihm direkt ganz warm ums Herz. Leider verhinderten die Niffler es, die Ringe als Ketten zu tragen und gerade bei Harrys Arbeit war ein Ring am Finger zu gefährlich. »Irgendwie hast du Totty immer noch in der Hand«, mahnte Severus schmunzelnd.

Ted senkte den Blick auf das Tierchen und schnaufte leise, ehe er sich löste und rüber zum großen, flauschigen Nest ging, wo der Rest offenbar gerade schlief und Totty sachte dazu legte. Man musste zugeben, dass der Umgang der beiden mit allen Tieren sehr gut war. Sanft und immer freundlich.

»Okay, ich kann jetzt eindenken«, verkündete er.

»Eindecken«, korrigierte Severus, als Theas Stimme von hinten erklang:

»Daddy stinkt!«, rief sie fröhlich und kam sauber wieder zu ihnen.

»Das sagt man nicht!«, schimpfte Ted und piekte ihr gegen die Schulter.

»Daddy hat das selbst gesagt!«, zankte Thea zurück.

»Tropsdem!«, hielt Teddy dagegen. Severus legte, bevor das eskalierte, die großen Hände auf die Köpfe der Knirpse.

»Nicht streiten. Wir müssen jetzt zusammenhalten und alles fertig machen, damit sich euer Daddy, sobald er sich frisch gemacht hat, um nichts mehr kümmern muss.« Zwei Knirpse zogen Schnuten, folgten aber schließlich nach draußen, wo Severus den Besteckkoffer aufmachte und der darinliegende Kasten ein schönes, altes Set an Besteck offenbarte. Das war so ein typisches Alte-Leute-Ding, aber hey… Severus war eben keine zwanzig mehr.

»Einen großen Löffel, ein Messer und eine große Gabel auf jeden Platz… und einen kleinen Löffel«, erklärte er. Da die Kinder das Eindecken schon kannten, wuselten sie fast wettbewerbsartig los.

»Ich mach mehr wie du!«, rief Ted.

»Ich mach viel mehr!«

»Immer einmal mehr wie du!«

»Dreizilliardionen mehr wie du!«

»Das geht nicht! Wenn ich immer einmal mehr mache wie du, hab’ ich mehr!«

»Daaaaaaad-….«, rief Thea empört. »Sag Teddy, er soll das lassen!«

»Daaaaaad… Daaaaaad… Heulsuse!«

Severus stöhnte leise auf und atmete tief durch. Kinder. Waren. Ein. Segen. Zu seinem Glück kam in dem Augenblick just Harry raus und ihm mit verdrehten Augen entgegen.

»Was ist denn hier los?«, hakte er nach. »Das klingt ja, als würde es bald regnen!« Stimmt, der Auguery klang ähnlich. »Uhh, habt ihr beide das Besteck so schön hingelegt?«, fragte er. Jetzt seufzte Severus noch tiefer. Fehler.

»Ja! Ich hab aber mehr wie Thea!«, erklärte Ted stolz.

»Gar nicht wahr! Ich hab mehr!«, warf sich Thea dazwischen.

»Stimmt nicht! Ich hab immer einmal mehr wie du!« Das reichte, damit Thea jetzt anfing, dramatisch zu weinen. Die Anspannung der Eltern vor einer solche Feierlichkeit übertrug sich leider auf die Kinder. Thea war entsprechend sehr weinerlich und Teddy eher konfliktbereit.

»Kommt mal her, ihr Knirpse.« Harry reagierte jetzt allerdings ganz wunderbar und nahm auf einem der Stühle Platz, auf jeder Seite eines der Kinder in Empfang nehmend. Severus hob einen Mundwinkel, widmete sich derweil den Gläsern, die an die Sitzplätze gebracht werden mussten.

»Ihr habt das beide ganz toll gemacht und eigentlich ist es ganz egal, wer mehr hat oder weniger… nicht streiten«, bat er die Kleinen. »Ihr wisst doch, dass Callisto das gar nicht gut verträgt, und heute haben wir ja auch noch einen ganz kleinen Gast. So wollt ihr ihn doch nicht kennenlernen, oder?« Das schien ein bisschen zu helfen, beide wurden wieder ruhiger. Besuch war immerhin nicht alltäglich.

Tatsächlich war Severus sehr gespannt auf Dracos Sohn. Ob er wohl schon einen Paten auserkoren hatte? Vermutlich nicht, immerhin war sein Knirps gerade mal ein halbes Jahr alt. Leigh Lucius Malfoy. Severus war froh, dass Draco und sein Vater sich hatten aussprechen und am Ende vertragen können.

»Vergiss nicht, dass dieses Mal auch der Kurze von George mitkommt. Wie heißt er noch? Frederick?«, warf Severus ein. Harry nickte zustimmend.

»Wollen wir zusammen euren bunten Tisch decken? Freddy wird jetzt auch bei euch sitzen?«, schlug Harry vor. Natürlich war es für die Kleinen schöner, wenn sie für sich essen konnten und nicht den unglaublich langweiligen Konversationen der Erwachsenen ausgesetzt waren.

Nach einem kurzen Gerangel schafften es die Knirpse, den kleinen Tisch mit der bunten Decke zu bedecken und ebenso bunte Teller und Gläser darauf zu platzieren, während Severus die Servietten verteilte. Irgendwie hatte er sie gefaltet. Sie sahen aus wie … naja, Sterne wäre zu viel gesagt. Abstrakte Kunst. Sie sahen aus, wie äußerst abstrakte Kunst.

Er spürte den Blick seines Mannes auf sich und hob den Blick, ihm entgegen lächelnd. »So stoisch war ich gar nicht«, warf er ein und kam auf Harry zu, ganz ernst dreinblickend… dann hob er die Hand über Harrys noch feuchtes Haupt und rieselte etwas von dem Glitzerkonfetti für den Kindertisch über sein Haupt. »Ich war immer sehr nachgiebig und unterhaltsam.« Just in dem Augenblick zog Harry ihn an sich und küsste ihn liebevoll, was bei beiden Kindern das übliche Abscheu-Bäh hervorrief, wann immer jemand sich küsste.

Severus erwiderte den Kuss ganz zärtlich, zumindest bis Harry das Glitzer auch auf Severus verteilte und einfach frech an den Lippen seines Gatten grinste. »Ja«, schnurrte Harry. »Du bist ein richtiger Kasper.«

»Diesen Kampf kannst du nicht gewinnen«, erinnerte Severus, in Zeitlupe den Restinhalt seiner Hand auf Harry rieseln lassend. Er besudelte sich selbst mit Glitzer, aber das war nicht schlimm. Das würde nie jemand sehen.

»Nur, dass ich mich nicht schäme, mit Glitzer im Gesicht vor unseren Gästen aufzutreten«, grinste Harry zurück, ihn erneut mit einem Kuss zum Schweigen bringend. »Sei lieb… sonst muss ich dich in ein rosa Tütü stecken und die Mädchen würden es lieben«, versprach ihm sein Mann. »Würde aber gut zum Glitzer passen!«

Noch bevor Severus etwas erwidern konnte, ploppte es plötzlich am vereinbarten Punkt und Draco erschien mit seiner Frau im Arm, die wiederum ein Baby im Arm hielt. Und sie beide waren voller Glitzer. Severus drehte sich zu den dreien und Cimny, die sie hergebracht hatte und zufälliger Weise ganz amüsierte schmunzelte. Timing?

»Harry!«, sagte Hermine Jane Malfoy mit strahlendem Gesicht. Ihr dichtes Haar trug sie ganz nett hochgesteckt und bei Merlin, sie sah wirklich gut und glücklich aus, genauso wie Draco, der wie immer seinen alles in allem als schwarz zu bezeichnenden Anzug hier stand. Hermine war da in dem weißen und blauen Sommerkleid sehr viel weniger formell angezogen. »Ist… habe ich was verpasst?«, kicherte sie und ging auf sie zu, den kleinen Leigh sicher bei sich haltend. »Du siehst großartig aus, Severus. Du solltest öfters Glitzer tragen.«

Severus brummte nur zur Antwort. Dass Harry mit ihr lachte, missfiel ihm. Doofer Glitzer. Doofe Neckerei. Da half auch der Kuss nicht. Er mochte es nicht, wenn man über ihn lachte.

»Hermine, du siehst fabelhaft aus«, sagte er sanft, sie glitzernd umarmend, sodass sie und Leigh jetzt auch glitzerten. »So, jetzt glitzern du und Leigh auch.« Da war Draco wie Severus: Er mochte das offenbar nicht wirklich.

Harry reichte ihm dennoch begrüßend die Hand. »Malfoy.«

»Potter.« Einhelliges Nicken, dann grinste er und klopfte Draco auf den Rücken. Subtiler Glitzer. Draco würde es erst daheim bemerken.

»Wir sind noch nicht ganz fertig«, gab Harry zu.

»Wir haben euch ja gerade offenbar in der Glitzerkonfettischlacht unterbrochen. Braucht ihr Hilfe?«, bot sich Hermine schmunzelnd an, den Glitzer sorgfältig aus Leighs Gesicht und von den Händen entfernend.

»Ihr könnt euch eigentlich schon hinsetzen«, widersprach Harry. »Jeemy bringt euch was zu trinken, es fehlen nur noch ein paar Kleinigkeiten.« Die freie Elfe diente Harry noch immer mit Freuden, genauso wie die anderen Hauselfen, die ihnen hier tatkräftig unter die Arme griffen.

Severus, der mit seinem Zauberstab den Glitzerkram von sich entfernte und auf dem Kindertisch verteilte, begann, den Haupttisch noch mit den restlichen abstrakten Servietten-Kunstwerken auszustatten, während Hermine ihnen zusah.

»Was sollen die darstellen?«, fragte sie schmunzelnd. »Sieht aus wie ein Tannenbaum.«

»Sterne. Das sind Sterne«, brummte Severus missvergnügt.

»Warte ab, bis dein Kleiner anfängt zu Malen, dann verstehst du es«, versicherte Harry trocken. Jeemy bemühte sich derweil, herauszufinden, was die Gäste trinken wollten. Ihr stand das blütenreine Kleidchen wunderbar.

»Vergleichst du meine Servietten gerade mit den Kunstwerken unserer Kinder?«, fragte Severus stirnrunzelnd.

»Was? Nein, niemals! Man fängt nur wieder an, kreativer zu denken«, versicherte Harry ihm vollkommen ernst und beinahe überzeugend.

»Du bist nach wie vor ein furchtbarer Lügner«, brummte Severus, seine Kunstwerke anblickend. »Sie sehen aus wie Tannenbäume.« Er war halt besser mit dem Kochen oder Tränkebrauen bedient. Das konnte er überragend gut.

Zur Beschwichtigung kam Harry zu ihm, ihn erneut küssend und ganz so heimlich, wie er dachte, verteilte Harry seinen Glitzer gar nicht. Das Zeug war ziemlich gut sichtbar.

»Du hast andere Qualitäten«, versprach er. »Und es sieht trotzdem sehr hübsch aus.« Severus schnaubte nur leise, als Cimny erneut aufploppte und dieses Mal die Schuldirektorin von Hogwarts und den Zaubereiminister Englands mit sich bringend.

»Oh, ich wusste nicht, dass Glitzer zum heutigen Dresscode gehörte«, warf Minerva ein, erhaben in ihrer grünen Robe auf die Gruppe zutreten. »Es steht Ihnen gut, Severus.«

Dem schlief jetzt das Gesicht ein. Ob ihn alle verarschen wollten? »Umarmen Sie Harry, Minerva«, wies er sie an. Skeptisch blinzelte sie dem jungen Mann entgegen, der über und über mit Glitzer voll war.

»Ich glaube… ich verzichte«, stellte sie fest.

»Schulleiterin, ich bestehe darauf!«, lachte Harry, sie einfach umarmend. Sie machte ein leidendes Geräusch. Und war nun ebenfalls voller Glitzer. Sie hatte die ergrauten Brauen zusammengezogen, ebenso leidend an sich hinabblickend. Bei Kingsley musste Harry gar nichts erzwingen – der umarmte Harry so doll, dass sogar ein Wirbel knackte.

»Uff… Hi Kingsley«, murmelte Harry atemlos, dem rieselnden Glitzer mit einer gewissen Faszination nachblickend. Nun war die violette Robe des Ministers voller Glitzer. War das Harrys Plan für den Abend?

»Halt dich bloß von mir fern, Potter«, mahnte Draco… und entlockte Severus ein amüsiertes Schmunzeln. Wenn der wüsste, dass er bereits einen glitzernden Rücken hatte!

»Das tue ich doch immer, Malfoy«, erwiderte Harry zuckersüß lächelnd. »Na kommen Sie, setzen Sie sich. Was wollen Sie trinken?«, hakte Harry bei den Gästen nach, sie zu ihren Plätzen bringend.

»Wasser wäre für den Moment angenehm. Ganz schön warm hier«, merkte Kingsley an und nahm seinen Hut ab, die glänzende Glatze offenbarend.

»Natürlich. Professor?«, hakte Harry bei Minerva nach.

»Ich würde zunächst auch Wasser begrüßen«, erwiderte sie. »Ihr Sohn ist bildschön, Hermine«, meinte sie ganz sanft und mit einem kleinen Anflug von Wehmut in den verblassten, grünen Augen. Severus wusste, dass sie nach ihrer ersten, großen Liebe nie wieder einen Mann hatte lieben können. Sie hatte nie Kinder gehabt.

»Ja, nicht wahr?«, fragte sie lächelnd. Er hatte das gleiche, weißblonde Haar wie sein Vater, aber ganz feine, weiche Züge. Nicht so aristokratisch wie bei Draco.

»Ist das Wetter in England immer noch so schlecht?«, fragte Harry, die Getränke verteilend, an Kingsley gerichtet.

»Wie immer«, kam die gewohnt kurze Antwort des Ministers.

»Dann sollte ich Ihnen unseren Auguery ausleihen. Er kriegt hier nur selten mal die Gelegenheit, einen Ton von sich zu geben«, meinte Harry lächelnd.

»Nicht, dass das besonders bedauerlich wäre«, merkte Severus an. Der Vogel war merkwürdig. Während Harry nun also die ersten Gäste bespaßte, machte sich Severus mal auf den Weg, nach den Kindern zu suchen. Nicht, dass die die Niffler doch noch freiließen. Tatsächlich fand er die zwei wirklich bei den Nifflern und beide hatten sich die kleinen, knuddeligen Biester auf die Schultern, auf den Kopf und in die Klamotten gesteckt, damit sie möglichst viele schmuggeln konnten.

Severus stand mit gehobener Braue und verschränkten Armen hinter den Kindern, die fröhlich darüber plauderten, dass die Gäste die Niffler unbedingt kennenlernen mussten, als sie das Tappen von Severus' Fuß hörten. Wie in Zeitlupe drehten sie sich um, wobei ein rotbrauner Niffler in langsam von Teds Kopf rutschte und sich an seinem Kragen festhielt.

»Was glaubt ihr beide, was ihr da macht?«, fragte er ernst.

»Nichts?«, schlug Ted vor.

»Wir kümmern uns nur um die Niffler, Dad«, erklärte Thea ganz ernst.

»Was habe ich gesagt?«, fragte Severus die beiden. »Wo werden sich die Niffler aufhalten, während wir Gäste haben?« Beide Kinder schrumpften und wechselten unsichere Blicke.

»Wir passen auch auf sie auf«, versprach Thea.

»Ja! Sie werden niemandens Gabel wegnehmen tun, Dad«, pflichtete Ted ihr bei. Das war so das Problem mit den Kindern… entweder sie zankten sich, oder sie warfen sich für den jeweils anderen in die Bresche.

»Die Niffler bleiben hier. Setzt sie rein. Sofort«, verlangte er jetzt stirnrunzelnd. »Ich möchte dazu keine Diskussion mehr hören. Ihr dürfte nachher mit jedem, der will, hierherkommen, wenn ihr artig seid.« Lange Gesichter, aber schließlich setzten sie die niedlichen Tierchen zurück ins Zimmer und gute Güte, das waren Viele. Insgesamt acht Niffler hatten sie versteckt. »Sehr gut. Kommt, wir wollen die Gäste nicht warten lassen, nicht?«

Mit einem langgezogenen »Jah« kamen die Knirpse mit ihm mit, zurück nach draußen, wo ihre Gäste bereits in noch größerer Zahl warten.

»Dürfen wir auch glitzern, Dad?«, fragte Thea.

»Absolut. Geht zu Daddy und knuddelt ihn nieder, dann seid ihr voller Glitzer«, versprach Severus, sich der Gruppe in seinem schwarzen Hemd und der dunklen Jeanshose nähernd.

»…dann sind wir sieben.«

»Willkommen«, begrüßte er die Gäste, je ein Kind an jeder Hand. Die grinsten die Neuankömmlinge an, dann warfen sie sich auf Harry.

»Glitzer!«, riefen sie immer wieder und versuchten, Harry niederzuringen.

»Wie ich sehe, sind Sie bereits eingeglitzert.« Severus hob eine Braue. »Ich gratuliere. Sieben?«, hakte er bei George nach, dessen Frau aufmerksam musternd. »Zwillinge?« Er sah kurz zu den laut lachenden Knirpsen. »Mein aufrichtiges Beileid.«

»Papperlapapp«, fuhr Molly dazwischen, Georges Lachen und Severus' Nörgelei damit mal unterbindend. »Wobei, wenn ich genau darüber nachdenke… solltest du vielleicht froh sein, nicht mehr zu unterrichten«, meinte sie, Severus ungefragt einfach drückend. Der erwiderte das nicht, sondern ließ es über sich ergehen. Nun glitzerte auch er wieder.

Sie hatte verdammt Recht: Georges Kinder zu unterrichten würde sicher kein Zuckerschlecken. Bei dem Vorbild von Vater?

»So, alle glitzern!«, verkündete Harry lachend, sich endlich wieder auf die Beine bringend. Offenbar hatten die Knirpse ihn zumindest auf die Knie bekommen. Mitsamt Freddy, Georges großem Sohn, ging Harry mit den Knirpsen zum Kindertisch, der mit passender Dekoration die Kinder erfreuen würde.

»Ich kann jedenfalls versichern, dass es hilft, Freunde im gleichen Alter zu haben«, versprach Harry, zum Tisch deutend. Er sagte etwas zu George, doch was es war, konnte Severus nicht hören. Dazu redeten die Leute zu aufgeregt durcheinander.

Kaum, dass der Großteil sich gesetzt hatte und etwas zu Trinken bekommen hatte, brachte Cimny Neville, Luna und Callisto auf die Wiese vor das Haus. Das kleine Mädchen mit den ewig langen, weißblonden Locken sah sich groß um und strahlte, genauso wie ihre Mutter.

»Luna, Neville, Willkommen«, begrüßte Severus die beiden höflich. »Hallo Callisto… war die Reise gut?«, fragte er.

»Da und weg«, sagte das Mädchen grinsend. »Grad Regen. Jetzt Sonne! Das ist so toll!« Severus hob einen Mundwinkel, da kreischte es plötzlich von hinten und noch ehe er sich versah, waren die beiden Mädchen eine glitzernde Kugel purer Kinderliebe. Ted lachte, vermutlich war er mit Freddy gut beschäftigt. Alle untergebracht.

Mit ein wenig Abstand – Severus hatte sich in all den Jahren nicht aus seiner Igel-Position herauslösen können und vermied zu viel Trubel mit und um Menschen lieber – betrachtete er, wie sich Harry und Neville in einer herzlichen Umarmung begrüßten.

»Es tut gut, dich zu sehen«, sagte Neville, der mittlerweile einen kurzen Bart entlang seiner Lippen und Kieferlinie trug. Luna hingegen sah tatsächlich aus, wie immer. Alterte sie überhaupt? Sie hatte sich entschieden, ihren Vater beim Verlag zu unterstützen, wohingegen Neville in einem Forschungsinstitut für magische Pflanzen arbeitete. Es war nach wie vor merkwürdig, dass ausgerechnet die beiden ein Paar geworden waren.

»Schön, dass ihr hier seid«, meinte Harry sanft zu seinem einstigen Schulkameraden und drückte auch Luna ganz sanft, mit ihr zum Tisch schlendernd.

»Du siehst toll aus«, plauderte sie warm.

»Du auch«, erwiderte der junge Magiezoologe lachend, als es auch schon wieder ploppte und Cimny Ginny und einen ihm unbekannten Mann mitbrachte. Der sah unverschämt gut aus und hatte ein zahnpastaweißes Lächeln, dass im starken Kontrast zu seiner ebenmäßigen, dunklen Haut stand.

»Hey Ginny!«, rief Harry, der dank Luna jetzt allerdings beim Tisch war, sodass es Severus war, der ihnen am nächsten stand. Seit damals hatte er sie nicht mehr ansehen können, ohne sich unwohl zu fühlen.

»Willkommen«, sagte er und wendete sich direkt ab, zum Tisch weisend. »Nehmt gern Platz.« Bloß weg. Er war froh, dass er das Mädchen nur einmal im Jahr sehen musste, wenn sich die überlebenden von Dumbledores Armee, dem Orden des Phönix und der Toskana-Trotzern trafen. Dämlicher Name, aber nach Georges Vorschlag hatte keiner mehr was hervorbringen können, weil sie alle Tränen gelacht hatten.

»Hi Harry. Das ist Elliot«, stellte Ginny ihren diesjährigen Freund vor.

»Freut mich«, meinten beide Jungs gleichzeitig. Stoff raschelte. Harry umarmte Ginny wohl. Oder andersherum. Ja, eher andersherum. Harry war genauso wie er selbst seit jenem Tag Ginny gegenüber distanzierter. Ihr Anblick erinnerte sie beide immer daran, was sie hatten durchstehen müssen.

»Setzt euch schon, wir kommen gleich nach«, versprach Harry, ihnen ihre Plätze zuweisend, da es erneut ploppte und das zweite Schwulenpärchen auftauchte: Seamus und Dean Finnigan.

»Hey Jungs!«, begrüßte Harry die beiden sehr viel freudiger als zuvor bei Ginny.

»Alter, hier sieht es ja von Jahr zu Jahr besser aus«, rief Seamus erstaunt aus.

»Jetzt ist alles fertig«, versicherte Harry amüsiert. »Es ändert sich nichts mehr.« Beide wurden umarmt und vollgeglitzert, sodass Severus ihnen zunicken konnte.

»Willkommen«, sagte er freundlich, einen Mundwinkel hebend. Die Hochzeit der beiden Jungs war ein ziemlicher Aufruhr in England gewesen – das Ministerium war beinahe Amok gelaufen. Aber sie hatten sich durchgesetzt und waren das erste, verheiratete Schwulenpaar unter den englischen Zauberern und Hexen gewesen. Jeder hatte sich für sein Leben einen Weg gesucht. Sie hatten Familien gegründet, geheiratet, ihre Berufe gewählt, waren bekannt geworden oder sich um Ruhe bemüht.

Hier saßen die Toskana-Trotzer, alle zusammen am Tisch, mit ihren Kindern, wiedervereint mit ihren Freunden. Einmal im Jahr trafen sie sich, gedachten jenem Tag, an dem der dunkle Lord gefallen war. Sie waren die einzigen, die wussten, was damals geschehen war. Sie waren die einzigen, die wussten, dass Severus nie ein Verräter gewesen war. Trotzdem er in den USA geheiratet hatte, obwohl er hier als freier Mann lebte… in England war und blieb er ein verurteilter Gefolgsmann des dunklen Lords. Er hatte nie für sich aussagen können, also hatte es keinen Freispruch gegeben.

Harrys Hände auf seinen Schultern war er nun beim Tisch und lauschte stumm den belanglosen, freien Gesprächen. Narzissas Stuhl war leer. Ob sie wohl noch kommen würde?

Just in dem Augenblick erschien Cimny ein letztes Mal, die blonde Aristokratin auf die Wiese bringend. Diese blinzelte kurz gegen die Sonne. Severus erhob sich sogleich, mit Harry gemeinsam auf sie zugehend. Die Umarmung der beiden war höflich und zurückhaltend. »Narzissa… Schön, dass du kommen konntest«, sagte Harry warm.

Severus löste ihn ab, wobei er sie deutlicher umarmte und an sich drückte. Lucius hatte sich nicht durchringen können, zu diesen Treffen zu kommen… entsprechend hatte er seinen alten Freund schon seit Jahren nicht mehr gesehen. Narzissa hingegen schätzte das, was damals geschehen war und war glücklich, sie so zu begrüßen.

»Du siehst gut aus«, begrüßte er sie warm, sie aufmerksam musternd. Sie war zwar auch alt geworden, aber in den letzten Jahren hatte sie kein graues Haar bekommen und keine Falte. Es war nur der Ausdruck ihrer dunklen Augen, der sich veränderte.

»Natürlich bin ich da. Ihr beide aber auch«, erwiderte die Frau sanft, mit ihnen zum Tisch gehend. »Hermine!«, rief sie mit aufrichtiger Freude in der Stimme, sich sofort ihrer Schwiegertochter entgegenbeugend, um sie sanft zu drücken. Ihren Enkelsohn schmachtete sie sichtbar an. Frauen!

»Dann sind wir wohl vollständig?«, grübelte Severus, über die Anwesenden blickend.

»Sieht so aus«, stimmte Harry zu, ihn nun fragend musternd. Wie jedes Jahr war es nur angebracht, ein paar Worte an die Versammelten zu richten. Sie hatten sich vorgenommen, dieses Jahr selbst ein paar Worte zu sprechen, aber genauso wie Harry, stand er nicht auf große Reden vor Anderen. Dankenswerter Weise begann sein Göttergatte mit der Rede und stellte sich dabei erwartungsgemäß reichlich tapsig an.

»Hi«, sagte er mit einem sehr schiefen Lächeln. Einige der Anwesenden kicherten leise. »Ich freue mich, dass ihr alle da seid. Sechs Jahre ist das alles her und damals haben wir uns gesagt, dass wir uns jedes Jahr treffen würden. Wir, die einzigen Idioten, die wissen, was eigentlich wirklich passiert ist. Die… Toskana-Trotzer«, neckte er. Insbesondere George grinste breit. »Jeder von uns… hat jetzt ein Leben. In Frieden. Und mit so viel Ruhe, wie wir uns eben ausgesucht haben.« Er nickte zu George. Mit bald drei Kindern würde sein Leben bald nicht mehr so ruhig sein. »Und obwohl ich versuche, so wenig wie möglich an damals zu denken… bin ich froh, dass immer noch Jeder von euch jedes Jahr hierherkommt. In unsere kleine, perfekte Welt, abseits von allem.« Harry regte sich voller Unbehagen.  »Also, was ich eigentlich sagen will… danke.«

Severus lächelte Harry sanft an. »Wie in jedem Jahr wollen und sollen wir uns daran erinnern und mahnen, dass der Mut und die Bereitschaft aller hier Anwesenden, ihre Leben zu opfern, um der Zaubererwelt die Freiheit zu bringen, keine Selbstverständlichkeit ist – ganz gleich, ob man ein Slytherin, eine Ravenclaw oder erwartungsgemäß und deutlich in der Überzahl, ein Gryffindor ist. Ohne den Einsatz eines jeden Einzelnen hier, hätte es nicht gelingen können, den dunklen Lord sich in Partikel auflösen zu sehen. Ohne den Einsatz eines jeden Einzelnen hier wären Dianthea und Edward nicht bei uns. Ohne den Einsatz eines jeden Einzelnen hier hätten Harry und ich nicht in den USA Fußfassen und ein neues, freies Leben beginnen können. Danke.«

Severus zuckte leicht zusammen als Harry in seine Seite piekte. Er war immer noch kitzelig, aber zumindest hatte Harry seit damals nicht mehr durch den Raum geschleudert, mh? Harry grinste ihn dankbar an, die Anwesenden lachten, jubelten, nickten und klatschten. Severus legte den Arm um Harrys Hüfte und zog ihn etwas zu sich.

»Also dann… esst, trinkt und habt einen schönen Abend!«, forderte er die anderen Anwesenden auf, woraufhin die Hauselfen die vorbereiteten Speisen auf den Tisch präsentierten.

»Nicht so schnell«, sagte Draco und erhob, woraufhin noch einmal Stille eintrat. »Wir haben noch eine Frage.« Er reckte das Kinn, was Severus erstaunt die Brauen heben ließ. Er sah echt so aus als wäre er gerade neu einsortiert worden. Nach Hufflepuff. »Potter. Mine und ich wollten dich fragen, ob du Leighs Pate werden möchtest. Ihr beide.«

Nanu? Ging das überhaupt? Pate des Kindes seines Patenkindes werden? Harry sah zu ihm und er zu Harry, dann sahen sie zu Hermine, die freudig am Nicken war.

»Also…, ich weiß nicht, was Severus dazu sagt, aber… ich sage: Ja – aber wehe euch, das beinhaltet mehr, als ab und zu bei euch zu Besuch zu kommen«, lachte Harry. »Ich bin mit zwei Kindern echt ausgelastet!«

Einhelliges Lachen erklang. »Falls du auf unser vorzeitiges Ablegen anspielst: Nicht geplant, Harry«, meinte Hermine sanft. »Aber es beinhaltet mehr. Regelmäßige Besuche«, erklärte sie. »Wir sehen uns viel zu selten!«

Das war der Punkt, an dem Severus sich einklinkte. »Ich stimme zu, allerdings unter der Prämisse, dass ihr beide hierherkommt. Mein Bedürfnis, vor Gericht zu treten, ist außerordentlich gering.«

»Außerdem haben wir hier einfach schöneres Wetter«, stimmte Harry zu. »Und Einhörner.«

»Totschlagargument«, stimmte wiederum Hermine zu.

»Also dann…« Harry lächelte seinem Tränkemeister zu. »Ja, wir würden gerne annehmen.«

Hermine jauchzte und Draco… Draco wirkte stolz. Das wärmte Severus' Herz ungemein.

»Danke«, sagte Draco. »Das sollte dann also… vielleicht der Moment sein…« Draco schürzte die Lippen und streckte Harry die Hand entgegen. »Draco«, stellte er sich vor.

Harry zögerte nur für den Moment der Überraschung, so wie er blinzelte, und ergriff die Hand seines Gegenübers, wie er es vor fünfzehn Jahren hätte tun können.

»Harry. Freut mich«, erwiderte er grinsend. Ihre Gäste lachten, das Glück und die Leichtigkeit waren für den Moment greifbar. Und ja, auch Severus war glücklich, seinen Patensohn und Harry nach all den Jahren nicht mehr in Rivalität zu sehen, sondern als Freunde, die sie im Grunde schon seit Jahren waren. Severus war glücklich mit seinem Ehemann, mit seinen wundervollen Kindern, die er sich nie gewünscht hatte. Nach all den Jahren im Dienste großer Zauberer war Severus endlich in seinem Leben angekommen.




*~ Ich möchte mich bei euch für eure Reviews, eure Ideen und Überlegungen, die Euphorie und Ehrlichkeit bedanken. Dieses Geschichtskonzept aus zwei Blickwinkeln, mit zweierlei Gedankengängen beschrieben, war für uns alle neu und sicher auch sehr aufregend! Umso glücklicher und stolzer bin ich, dass ihr unserer gemeinsamen FF treu geblieben seid und trotz teils langatmiger Sequenzen bis zum Ende durchgehalten und auch immer Reviews da gelassen habt!

Ich hatte es ja bereits schon früher einmal angedeutet, dass  Enoraá und ich bereits angefangen haben, nach dem gleichen Konzept eine weitere "Zwei Leben"-FF zu schreiben. Dieses Mal wird es allerdings kein Snarry geben, sondern eine Grindeldore-FF in einem (Zaubererloretechnisch stark ans Original angelehnte) Altraverse sein.
Wir sind derzeit 16 Kapitel im Vorlauf und werden vermutlich erst, wenn wir fertig sind (oder zumindest weit genug vorangeschritten) beginnen, die Kapitel hochzuladen. Diese neue FF wird also definitiv länger werden als diese und auch umfassender in ihrer Lore sein, anderen Handlungssträngen und -schwerpunkten folgen.
Ich würde sagen:
Seid bereit für den Coup eures Lebens... aber den hattet ihr ja gerade erst ;D
Stay tuned! *~
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